Lade Inhalt...

Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr

Hausarbeit 2011 39 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Aufbau der Hausarbeit

2. Luftverkehr
2.1. Sicherheit im Luftverkehr
2.2. Rechtliche Rahmenbedingungen zur Sicherheit im Luftverkehr (Luftsicherheit)

3. Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr
3.1. Passagierabfertigung
3.1.1. Prozess der Passagierabfertigung
3.1.2. Sicherheitsanforderungen der Passagierabfertigung
3.1.3. Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf den Prozess der Passagierabfertigung und die zugehörigen Ressourcen
3.2. Gepäckabfertigung
3.2.1. Prozess der Gepäckabfertigung
3.2.2. Sicherheitsanforderungen der Gepäckabfertigung
3.2.3. Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf den Prozess der Gepäckabfertigung und die zugehörigen Ressourcen
3.3. Luftfrachtabfertigung
3.3.1. Prozess der Luftfrachtabfertigung
3.3.2. Sicherheitsanforderungen der Luftfrachtabfertigung
3.3.3. Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf den Prozess der Luftfrachtabfertigung und die zugehörigen Ressourcen

4. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 3.1: Flugplatz-Betriebsflächen (vereinfachte Darstellung)

Abb. 3.2: Sicherheitsschleuse für den Passagier

Abb. 3.3: Sicherheitsschleuse für das Handgepäck/Kleidung

Abb. 3.4: „Critical Part“ der Passagierabfertigung

Abb. 3.5: Luftfrachttransportkette

Abb. 3.6: Beispiel für einen Luftfrachtcontainer (ULD)

Abb. 3.7: Verladung einer Luftfrachtpalette

Abb. 3.8: Beispiel einer Lufttransportkette vom Versender zum Abflug

Abb. 3.9: Transportkette „sichere“ und „unsichere“ Fracht

Abb. 3.10: Röntgen-Frachtscanner

Zusammenfassung

Die vorliegende Hausarbeit zum Thema „Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr“ zeigt Folgen auf, die durch Verschärfung von Maßnahmen mit dem Ziel der Erhöhung der Sicherheit im Luftverkehr bei den zugehörigen Prozessen und Ressourcen eintreten können.

Dabei erfolgt die Ausrichtung an den für den Luftverkehr spezifischen Bereichen der Abfertigung und fokussiert dabei die entsprechenden jeweiligen Prozessabläufe sowie dazu gehörigen Ressourcen.

Zur Erlangung von Informationen diente einschlägige Literatur. Um auch aktuelle Quellen einfließen zu lassen, erfolgte außerdem umfassende Recherche im Internet, wodurch Trends bzw. Entwicklungen in Bezug auf die Abläufe deutlich wurden.

Die Auswirkungen resultieren entweder aus Umfang/Ausmaß oder Detaillierungsgrad der verschärften Sicherheitsanforderungen und beziehen sich vornehmlich auf die Geschwindigkeit des Prozessablaufes und die Themen der Kosten, Zeit und Personal.

Je nach vorgestelltem Bereich sind zahlreiche individuelle Auswirkungen denkbar, die von den entsprechenden Anforderungen abhängig sind.

1. Einleitung

Dem Flugzeug als Transportmittel kommt durch seine kurzen Beförderungszeiten eine besondere Bedeutung bei ökonomischen Entscheidungen zur Wahl des geeigneten Verkehrsmittels sowie im Hinblick auf kundenorientierte Individuallösungen und Kapazitätsanforderungen zu. Denn damit steigt der weltweite Transfer von Waren und die Nachfrage einer Vernetzung von mehr Zielen.

Hierdurch kam es zu dynamischen Entwicklungen im Bereich der Luftsicherheit. Denn die umgesetzte Liberalisierung im Bereich des Luftverkehrs führte in der Vergangenheit bereits zur Gefährdung der Sicherheit von Menschen in der Luft und am Boden.

Einen Wendepunkt stellen dabei die Anschläge vom 11. September 2001 dar. Aber auch aktuellere Geschehnisse wie z.B. die Schaffung des Luftsicherheitsgesetzes, Gründung der TSA oder die Ereignisse um die Paketbomben aus Jemen zeigen, dass ein Trend zu vermehrter terroristischer Aktivität besteht und Lücken in den Sicherheitsmaßnahmen bestehen. Die Notwendigkeit der Betrachtung des Themas Luftsicherheit wird damit umso deutlicher.

Daher wird die Forderung nach strengeren Sicherheitsanforderungen laut, was mit einer Veränderung der Prozesse und ebensolchen Folgen für die eingesetzten Ressourcen verbunden ist. Nicht zuletzt durch technische Innovationen werden diese Auswirkungen vor allem hervorgerufen.

1.1. Zielsetzung

Um der Realitätsveränderung in der Luftsicherheit näher zu kommen, werden die Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr aufgezeigt. Dies geschieht unter dem Aspekt der Differenzierung zwischen den Bereichen Passagierabfertigung, Gepäckabfertigung und Luftfrachtabfertigung.

1.2. Aufbau der Hausarbeit

Nach der Einleitung in Kapitel 1 werden in den Kapiteln 1.1. die Zielsetzung und 1.2. der Aufbau der Hausarbeit dargestellt.

Im 2. Kapitel wird der Luftverkehr fokussiert. Dabei erfolgt die Abgrenzung des Begriffs „Sicherheit“ in Kapitel 2.1. und in Kapitel 2.2. eine detaillierte Erläuterung der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Sicherheit im Luftverkehr.

Anschließend werden im 3. Kapitel die Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr dargestellt. Hierbei erfolgt eine Unterteilung in die drei essentiellen Bereiche der Passagierabfertigung (Kapitel 3.1.), Gepäckabfertigung (Kapitel 3.2.) und Luftfrachtabfertigung (Kapitel 3.3.) im Luftverkehr.

Die Gliederung der Kapitel 3.1., 3.2. und 3.3. in eine allgemeine Darstellung des Prozesses und anschließende Vorstellung der Sicherheitsanforderungen, soll die Zusammenhänge verdeutlichen und das Verständnis der Auswirkungen (dritter Abschnitt) näher bringen.

Zunächst wird dazu in Kapitel 3.1.1. der allgemeine Prozess der Passagierabfertigung beschrieben, bevor in Kapitel 3.1.2. auf die Sicherheitsanforderungen der Passagierabfertigung eingegangen wird. Kapitel 3.1.3. stellt darauf beziehend mögliche Verschärfungen von Sicherheitsanforderungen in diesem Bereich sowie mögliche Auswirkungen auf den zuvor beschriebenen Prozess und die Ressourcen der Passagierabfertigung dar.

Kapitel 3.2.1. veranschaulicht den Prozess der Gepäckabfertigung, während Kapitel 3.2.2. die Sicherheitsanforderungen in diesem Bereich erklärt und Kapitel 3.2.3. auf die Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen in Rückbetrachtung des Prozesses und dessen Ressourcen detailliert eingeht.

Der Prozess der Luftfrachtabfertigung wird in Kapitel 3.3.1. beschrieben, während sich das darauffolgende Kapitel 3.3.2. mit den Sicherheitsanforderungen auseinandersetzt und Kapitel 3.3.3. die Auswirkungen von erhöhten Sicherheitsanforderungen wiederum auf den vorgestellten Prozess und die zugehörigen Ressourcen bezieht.

Aufgrund des Umfangs der zuvor benannten drei Bereiche werden die Personalabfertigung (Crew, Zulieferer,etc.) und der Fuhrpark eines Flughafens nicht betrachtet.

Das nun folgende Kapitel definiert den Begriff „Luftverkehr“.

2. Luftverkehr

Das Flugzeug dient als ein Verkehrsmittel zur Überwindung von räumlichen Distanzen für Personen, Fracht und Post. In diesem Zusammenhang definiert „Luftverkehr“ alle Vorgänge der Ortsveränderung und beinhaltet alle damit direkt bzw. indirekt verbundenen Dienstleistungen.[1]

2.1. Sicherheit im Luftverkehr

In den vergangenen Jahren gab es eine dynamische Entwicklung im Bereich des Luftverkehrs. Dabei ist beim Thema Sicherheit zu differenzieren nach

- Luftverkehrssicherheit („Safety“):

technische Sicherheit/Arbeitssicherheit, Abwehr von betriebsbedingten Gefahren;

- Luftsicherheit („Security“):

Sicherheit des zivilen Luftverkehrs, Abwehr von äußeren, nicht betriebsbedingten Gefahren und rechtswidrigen Einwirkungen.

Im Rahmen dieser Arbeit wird nachfolgend auf die Betrachtung der Luftverkehrssicherheit („Safety“) verzichtet. Stattdessen wird unter dem Begriff Sicherheit der Bereich der Luftsicherheit („Security“) und deren Auswirkungen verstanden.

2.2. Rechtliche Rahmenbedingungen zur Sicherheit im Luftverkehr

(Luftsicherheit)

Übergeordnete Prämisse aller gesetzlichen Vorgaben ist der Schutz der Passagiere, wenn sie in einem Flugzeug mit Beiladefracht bzw. auch nur Gepäck mitreisen. Aus diesem Grund müssen alle zu verladenden Objekte (Gepäck, Luftfracht, Luftpost) vor dem Abflug vor Manipulationen bei der Bodenabfertigung (engl. „Ground Handling“) bis zur Verladung bewahrt werden.

Dabei wird diese Abfolge von technisch und organisatorisch untereinander verknüpften Vorgängen, bei denen Personen oder Güter von Quelle zu Senke transportiert werden, als „Transportkette“ bezeichnet.[2]

Die Luftsicherheit wird durch zahlreiche Abkommen (international), Richtlinien (EU-Ebene) und Gesetze (Bundesebene) definiert.

3. Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr

Um die Prozesse eines Flughafens im folgenden Text beschreiben zu können, wird zunächst die Infrastruktur eines Flughafens kurz dargestellt (nachfolgend orientiere ich mich an Schulz,A., Baumann,S. & Wiedenmann,S., 2010).

Die allgemeine Struktur von Flughäfen umfasst

- die Landseite,
- den Terminalbereich/Transitbereich,
- die Luftseite.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.1: Flugplatz-Betriebsflächen (vereinfachte Darstellung)

(Quelle: in Anlehnung an Maurer, 2006

in Schulz/Baumann/Wiedenmann, 2010)

Die Landseite stellt die Anbindung des Flughafens an die bodengebundene Verkehrsinfrastruktur sicher.

Der Terminalbereich stellt die Schnittstelle zwischen Landseite und Luftseite dar und lässt sich differenzieren in Einrichtungen zur Abfertigung von Passagieren (Passagierterminal) und Fracht/Post (Frachtterminal):

- Ein Passagierterminal beinhaltet u.a. grundsätzliche Abfertigungseinrichtungen wie Check-In-Schalter, Kontrollpunkte (Sicherheits-/Pass-/Bordkarten-/Zollkontrolle) und Gepäckausgabe. Außerdem finden sich dort neben Warteräumen auch Non-Aviation-Bereiche (Gastronomie, Unterhaltung, etc.) und diverse Flächen für Behörden.
- Im Frachtterminal werden ankommende und abgehende Fracht dokumentiert und physisch aufbereitet, sodass diese für ihren Weitertransport bereit sind.

Die Luftseite stellt den Übergang zwischen Verkehr am Boden und dem Luftraum sicher. Dazu zählen neben dem Luftraum als solchem die Flugbetriebsflächen (Start-/Landebahnsystem, Rollwege und Vorfeld).

Die nachfolgenden Abschnitte beziehen sich auf die Abfertigungsprozesse, die an einem Flughafen vorherrschen.

3.1. Passagierabfertigung

Vom Eintreffen der Passagiere am Flughafen bis zu dem Zeitpunkt zu dem sie diesen wieder verlassen, erfolgt die Passagierabfertigung.

3.1.1. Prozess der Passagierabfertigung

Die Passagierabfertigung umfasst eine Reihe von Prozessen, die eine schnelle und komfortable Beförderung zum Ziel haben: Dazu zählt die Betreuung der Passagiere bei Ankunft, Abflug, Transit und Kontrolle der Tickets/Reiseunterlagen sowie deren Gepäckerfassung und –aufgabe[3] (z.B. beim Check-In).[4]

Man unterscheidet Passagiere (bzw. Gepäck), die ihre Reise am Flughafen beginnen (Originär-Passagiere/-Gepäck), dort umsteigen (Transfer-Passagiere/-Gepäck) oder ihre Reise am Flughafen beenden (Inbound-Passagiere/-Gepäck).

- Abflug (Originär-Passagiere):

Nach dem Check-In und dem Passieren der Abflughalle erfolgt die Passkontrolle zur Identifikation der Reisenden (Differenzierung Schengen/Non-Schengen[5] ). Anschließend werden das mitgeführte Handgepäck sowie die Passagiere selbst einer Sicherheitskontrolle unterzogen. Daraufhin begeben diese sich zum Gate zur Bordkartenkontrolle. Der Einstieg in das Flugzeug kann über Fluggastbrücken erfolgen, die Gateraum und Flugzeug direkt verbinden oder durch Bustransporte zur Außenposition des Flugzeugs und Einstieg über Fluggasttreppen.[6]

- Umstieg (Transfer-Passagiere):

Nach der Landung und Betreten des Gateraumes werden die Passagiere zum Anschlussflug erneut einer Bordkartenkontrolle unterzogen. Da die Transfer-Pax den Flughafen als Umstiegsplattform nutzen, sich in einem von unkontrollierten Passagieren geschützten Bereich aufhalten und am Ursprungsort einer Sicherheitskontrolle unterzogen wurden, entfällt eine umfangreiche Kontrolle[7].

- Ankunft (Inbound-Passagiere):

Inbound-Pax erleben die Abfertigung ähnlich der Originär-Passagiere, nur teilweise in umgekehrter Reihenfolge, d.h. Ausstieg/Bustransport zum Gate, Passkontrolle und Gepäckentnahme (je Differenzierung Schengen/Non-Schengen), sowie anschließend die Zollkontrolle. Auch hier entfallen umfangreiche Sicherheitskontrollen, da diese bereits am Abflughafen erfolgt sind und der Ankunftsbereich ebenfalls von unkontrollierten Passagieren getrennt ist.

3.1.2. Sicherheitsanforderungen der Passagierabfertigung

Im Prozess der Passagierabfertigung besteht die Gefährdung der Luftsicherheit durch die Gefahren der Sabotage (Manipulation des Flugzeuges oder Beschädigung), dem Missbrauch des Flugzeuges als Waffe (z.B. Einschleusen unerlaubter Gegenstände[8] und Machtergreifung über die Flugzeugsteuerung zu Suizid-/Angriffszwecken) und der Flugzeugentführung (Luftpiraterie, engl. „Hijacking“).

Um diese Gefahren präventiv zu vermeiden, bestehen diverse Sicherheitsanforderungen im Prozess der Passagierabfertigung: Der Passagierverkehr wird in zwei Teilen sicherheitsrelevant nach der Passkontrolle abgewickelt. Eine Sicherheitsschleuse für die Passagiere, die andere für deren Handgepäck. Dabei wird in erster Linie auf das Mitführen unerlaubter Gegenstände geachtet. Die Passagiere durchlaufen nach Entleeren ihrer Kleidungstaschen und Ablegen metallischer Gegenstände eine Torsonde, welche metallische Objekte detektiert. Außerdem kann eine Nachkontrolle durch Handsonden oder Abtasten erfolgen (siehe Abbildung 3.2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.2: Sicherheitsschleuse für den Passagier

(Quelle: http://www.neiss-detection.de/dienstleistung.htm)

Handgepäck und Kleidung (Jacken, Mäntel, etc.) werden mit Röntgengeräten auf gefährliche Gegenstände und Sprengstoff durchleuchtet (siehe Abbildung 3.3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.3: Sicherheitsschleuse für das Handgepäck/Kleidung

(Quelle: http://www.neiss-detection.de/dienstleistung.htm)

Es besteht die Möglichkeit, Passagiere mit sog. „Bodyscannern“ auf verdächtige Gegenstände unter der Kleidung zu untersuchen. Diese werden sichtbar durch Abbilden des Körpers mit Röntgen- oder Terahertzstrahlung.[9]

Die Kontrollen der Passagiere und deren Handgepäcks stellen eine Sicherheitsschleuse dar, weil diese sich danach in einer Zone befinden, die eine Trennung der kontrollierten von den unkontrollierten Passagieren (saubere/unsaubere Passagiere) gewährleistet, d.h. einen Sicherheitsstatus garantiert.

Die sauberen Pax/deren Handgepäck betreten nun diesen „Critical Part“ (kritischer Bereich) des Flughafens (siehe Abbildung 3.4)[10].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.4: „Critical Part“ der Passagierabfertigung

(Quelle: Eigene Darstellung)

3.1.3. Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen auf den

Prozess der Passagierabfertigung und die zugehörigen Ressourcen

Zunächst ist zu sagen, dass die Passagiere auch als Kunden des Flughafens bzw. der LVG gesehen werden müssen und sich strengere Sicherheitsanforderungen direkt und indirekt auf deren Reise auswirken, denn diese werden heute bereits zu einhundert Prozent kontrolliert[11].

Werden Sicherheitsanforderungen für die Passagierabfertigung nunmehr verschärft, handelt es sich um noch detailliertere Kontrollen.

Wird z.B. die Einschränkung der mitzuführenden Gegenstände ausgeweitet, hat dies direkte Auswirkungen auf die Privatsphäre des Reisenden. Der Passagier muss vor Ankunft am Flughafen sein Gepäck nach gewissen Vorgaben zusammenstellen, wodurch ein höherer Aufwand an Zeit und Planung entsteht.

Der Einsatz von Röntgenscannern („Bodyscanner“) für die zuverlässige Detektion von unerlaubten Gegenständen kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Passagiere haben.

Des Weiteren kann durch biometrische Kontrollverfahren (Iris-Scan, Handgeometrie, Gesichtserkennung, Fingerprint-Scan,etc.) eine höhere Grenzsicherheit erreicht werden, was zu geringeren illegalen Einwanderströmen (durch gefälschte Pässe) und schnellerer Identifikation (z.B. für Vielreisende) führt. Als mögliche negative Auswirkung ist hierbei der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte durch Erfassung und Verbreitung der Personendaten und der Zeitverlust bei der Erfassung zu nennen.

Eine Steigerung der Luftsicherheit im Bereich Passagiere schließt meist auch strengere Sicherheitsmaßnahmen an Bord des Flugzeuges mit ein. Dazu könnte Sicherheitspersonal (engl. „Sky/Air Marshals“) zur Abwehr von Übergriffen verstärkt auf Flügen eingesetzt werden. Dies hätte ein erhöhtes subjektives Empfinden eines Sicherheitsgefühls bei den Reisenden zur Folge, als Konsequenz könnte das Transportmittel Flugzeug dadurch in seiner Sicherheit auch in Frage gestellt werden.

Ebenfalls hätten vermehrte Videoüberwachungen, Personenbefragungen, Absperrungen (insbesondere zum Critical Part) oder zusätzliche Handdurchsuchungen zum einen zur Folge, dass auch hier Eingriffe in die Privatsphäre erfolgen würden und zum anderen, dass ein erheblicher Zeitverlust und damit verbundene Wartezeiten entstehen können.

Unbeachtet blieb bisher die Ressource der Kosten. Die vorgestellten Sicherheitsanforderungen benötigen finanzielle Mittel, damit sie in verschärfter Form umgesetzt werden können und zu einer optimalen Kosten-Nutzen-Relation führen.

[...]


[1] Vgl. Mensen, H. (2003), S. 6

[2] Vgl. Arnold, D. (Hg.) et.al. (2008), S. 408.

[3] Die Prozesse der Gepäckabfertigung werden in Kapitel 3.2.1. behandelt.

[4] Vgl. Mensen, H. (2007), S. 548.

[5] Das Schengener Abkommen hat u.a. die Abschaffung stationärer

Binnengrenzkontrollen zur Gewährleistung eines einheitlichen Raumes der Sicherheit

und des Rechts zum Gegenstand (vgl. Auswärtiges Amt, 2011).

[6] Vgl. Frye, H. (2010), S. 59.

[7] Ausnahme z.B. bei Zwischenlandung in den USA.

[8] - Gewehre, Feuerwaffen und Waffen,

- spitze/scharfe Waffen und scharfe Objekte,
- stumpfe Instrumente,
- Sprengstoffe und brennbare Stoffe,
- chemische und toxische Stoffe.

(vgl. Fraport AG, 2011).

[9] Vgl. Spiegel.de, 2011.

[10] Dabei ist die Grenze zum „Critical Part“ abhängig vom Aufbau des Flughafens.

[11] Vgl. Seebohm, E. (2008) in Giemulla, E.M. & Rothe, B.R. (Hg.), S. 26.

Details

Seiten
39
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656212942
ISBN (Buch)
9783656213581
Dateigröße
815 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194339
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
Logistikmanagement Luftfracht Luftfrachtabwicklung Optimierung Optimierungspotenzial Logistik Luftfahrt Prozesse im Luftverkehr Prozesse Sicherheit Anforderungen im Luftverkehr

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Auswirkungen strengerer Sicherheitsanforderungen  auf Prozesse und Ressourcen im Luftverkehr