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Makroinstitutionalistische Ansätze in der Organisationstheorie

Am Beispiel des Isomorphismus staatlicher Hochschulen

Seminararbeit 2012 16 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Institutionen/ Organisationen/ Institutionalismus

3. Makroinstitutionalistische Ansätze
3.1 Technische und institutionelle Umwelten
3.1.1 Institutionelle Umwelten
3.1.2 Technische Umwelten
3.2 Institutioneller Isomorphismus
3.2.1 Erzwungener Isomorphismus
3.2.2 Mimetischer Isomorphismus
3.2.3 Isomorphie durch normativen Druck

4. Isomorphismus am Beispiel staatlicher Universitäten
4.1 Organisationsbezogene Prädikatoren
4.2 Feldbezogene Prädikatoren

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wir werden im Krankenhaus geboren, in der Kirche getauft, in der Schule ausgebildet, von Unternehmen eingestellt, im Altenheim gepflegt und schließlich auf dem Friedhof beerdigt (vgl. Simon 2011: 7).

Institutionen und Organisationen nehmen einen bedeutenden Platz in unserem Leben ein. Sie sind Arbeitgeber, Freizeiteinrichtungen, Politik, Religion, Gesetzgeber und vieles mehr (vgl. Simon 2011: 7). Darum ist es wichtig sich mit ihnen zu beschäftigen. Organisationen müssen verstanden und analysiert werden um sie zu erhalten bzw. zu modifizieren.

Organisationstheorien wollen sowohl die Funktionsweise von Organisationen, wie auch die Beziehungen zwischen den Organisationen verstehen und erklären (vgl. Simon 2011: 9). Innerhalb der institutionalistischen Organisationstheorie wird zwischen dem Mikro- und dem Makroinstitutionalistischen Ansatz unterschieden (vgl. Sinzig 2010: 1). In dieser Arbeit wird der Ansatz auf der Makroebene behandelt, in welchem davon ausgegangen wird, dass Institutionen sowohl von der Umwelt wie auch von gesellschaftlichen Erwartungen und Normen beeinflusst werden (vgl. Walgenbach 2006: 357).

Zunächst werden die Begrifflichkeiten der Organisation, Institution und des Institutionalismus geklärt. Im dritten Kapitel geht es um technische und institutionelle Umwelten, welche laut Mayer und Rowan (1977) das Verhalten und die Strukturen von Organisationen enorm beeinflussen. Des Weiteren wird der institutionelle Isomorphismus nach DiMaggio und Powell (2000) behandelt. Anhand deren Hypothesen wird letztlich das Beispiel der Hochschulen angewandt um die Theorie zu überprüfen.

2. Institutionen/ Organisationen/ Institutionalismus

„Eine Institution sei [...] eine Erwartung über die Einhaltung bestimmter Regeln, die verbindliche Geltung beanspruchen“ (Esser 2000: 1, Hervorhebungen im Original). Die subjektiven Einstellungen der Akteure legitimieren eine Institution, wenn diese als richtig und gerecht anerkannt wird (vgl. Esser 2000: 9).

Institutionen sind anders als Organisationen keine sozialen Gebilde, sondern stellen viel mehr das Regelsystem einer oder mehrerer Organisationen dar (vgl. Esser 2000: 5). Douglass C. North spricht in diesem Zusammenhang von Spielregeln und Spielern (vgl. North 1992: 5). Die Institutionen geben die Regeln für das Spiel vor, während die Organisationen die handelnden Akteure darstellen, die sich nach den Regeln richten (ebd).

„Der Hauptzweck der Institutionen in einer Gesellschaft besteht darin, durch die Schaffung einer stabilen [...] Ordnung die Unsicherheit menschlicher Interaktion zu vermindern“ (North 1992: 6).

Im Gegensatz zu den klassischen Theorien geht der Neoinstitutionalismus davon aus, dass die Wirklichkeit durch subjektive Erfahrungen im Alltag bestimmt wird (vgl. Berger/Luckmann nach Walgenbach 2006: 355). Die Wirklichkeiten verschiedener Personen können sich jedoch unterscheiden oder gar widersprechen (ebd). Wenn ein Akteur seine Wirklichkeiten an einen anderen übermittelt, dann sprechen Institutionalisten von der Institutionalisierung als Prozess (ebd). Allgemein werden durch diesen Prozess Handlungen beschrieben, „durch die soziale Strukturen, Zwänge, Verpflichtungen und Gegebenheiten produziert und reproduziert werden“ (Walgenbach 2006: 355). Im Institutionalismus wird des Weiteren von der Institutionalisierung als Zustand gesprochen (vgl. Walgenbach 2006: 355). In diesem Zustand werden Bedeutungen und Handlungsalternativen definiert (ebd). Deutungssysteme werden hierbei als objektiv wahrgenommen, obwohl sie durch Interaktionen einzelner Akteure entstanden sind (ebd).

Institutionalisierung kann zur Homogenisierung führen. Die Ausprägungen dieser Entwicklung werden im Folgenden behandelt.

3. Makroinstitutionalistischer Ansatz

3.1 Technische und institutionelle Umwelten

Im Neo- Institutionalismus werden Organisationen hinsichtlich ihrer Umwelten, in welchen sie eingebettet sind, untersucht. Es werden nach Mayer und Rowan (1977) zwei Arten von Umwelten differenziert. Technische und Institutionelle (vgl. Meyer/ Rowan 1977: 353).

3.1.1 Institutionelle Umwelten

In institutionellen Umwelten müssen sich Organisationen an institutionalisierte Regeln halten und diese verinnerlichen, um Legitimität von ihrer Umwelt zu erhalten (vgl. Menez 2010: o.S.). Denn Organisationen sind in die Gesamtgesellschaft eingebettet. Daher bestehen bestimmte gesellschaftliche Erwartungen an jede Organisation, bezüglich ihrer Aufgaben und Ziele (ebd). Diese Erwartungen stellen die institutionelle Umwelt dar. Organisationen bemühen sich um Legitimität in ihrer Umwelt, da sie wichtige Ressourcen von dieser erhalten (ebd). Legitimierte Strukturen werden in diesem Falle oftmals unabhängig von deren Effizienz übernommen (ebd). Unternehmen achten beispielsweise auf eine ökologische Herstellungsweise, da dies eine legitimierte Produktionsart darstellt. Auch wenn es für den Betrieb Mehrkosten und erhöhten Zeitaufwand anstatt Effizienz bedeuten würde.

Die Erwartungen müssen von den Organisationen durch ihre subjektive Situationsdeutung wahrgenommen und verarbeitet werden (ebd). Die Ziele müssen jedoch nicht zwingend effektiv und rational verwirklicht werden, sondern lediglich nach außen Rationalität symbolisieren (ebd). Mayer und Rowan (1977) sprechen in diesem Zusammenhang von Mythen, die in der Gesellschaft institutionalisiert und unhinterfragt sind.

3.1.2 Technische Umwelten

In technischen Umwelten geht es um die Bewertung der Leistung und Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen (vgl. Walgenbach 2006: 360). Das Selektionsmodell stellt eine geeignete Möglichkeit dar, den Einfluss der technischen Umwelt auf Organisationen zu beschreiben (Huskobla 2009: 67). Das Gleichgewicht zwischen Anforderungen der Umwelt und den tatsächlichen Kompetenzen eines Unternehmens ist elementar für das Überleben der Unternehmung (Huskobla 2009: 68). Auch eigene Gewohnheiten können zur Trägheit der Organisation führen und die Entwicklung einschränken (ebd). Die Unternehmensentwicklung wird folglich durch die Umwelt und durch das Unternehmen selbst bestimmt (ebd).

Alle Organisationen sind sowohl in institutionelle wie auch in technische Umwelten eingebettet (vgl. Walgenbach 2006: 361). Wobei beispielsweise auf produzierende Unternehmen die technische Umwelt einen stärkeren Einfluss hat als die institutionelle (ebd). Anders bei Non Profit Organisationen wie Universitäten, auf welche die institutionelle Umwelt weitaus mehr Einwirkung hat.

Abbildung 1 veranschaulicht anhand einer Tabelle, dass die Einflüsse der beiden Umwelten, je nach Organisation, in ihrer Stärke variieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: eigene Darstellung (vgl. Scott nach Walgenbach 2006: 363).

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Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656195955
ISBN (Buch)
9783656196068
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194201
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Institut für Sozialwissenschaften
Schlagworte
makroinstitutionalistische ansätze organisationstheorie beispiel isomorphismus hochschulen

Autor

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Titel: Makroinstitutionalistische Ansätze in der Organisationstheorie