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Die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts

Hausarbeit 2008 19 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition „Reformpädagogik“

3. Die Reformpädagogik 1900-1933
3.1 Vertreter
3.1.2 Georg Kerschensteiner
3.1.2 Peter Petersen

4. Jugendbewegung
4.1 Wandervogel

5. Die Industrialisierung

6. Die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20.Jahrhunderts

7. die Gründe für die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts

8. Resümee

9. Literatur

1. Einleitung

Am Ende des 19. Jahrhunderts und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts(1900-1933) kam es in der Bundesrepublik Deutschland zu einer pädagogischen Reformation, die sich gegen Lebensfeindlichkeit und Autoritarismus der bis dahin vorherrschenden „Paukschule“ und hin zu einer veränderten Didaktik wandte.

Die Reformpädagogik ist eine Pädagogik des praktischen Tuns und der Schöpferkraft mit dem Ziel eine selbsttätige und selbstständige Persönlichkeit herauszubilden.

(vgl. Herrmann, U.; Neue Erziehung, neue Menschen; S.13)

In dieser Hausarbeit möchte ich zunächst darstellen, was die Reformpädagogik ausmacht, wie sich in ihr die Angst vor der Moderne wiederspiegelte und Beispiele für Vertreter dieser Richtung aufzeigen, um schliesslich Gründe dafür zu finden, warum diese Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts enstanden.

2. Definition „Reformpädagogik“

Der Begriff Reform abgeleitet aus dem lateinischen Wort „reformare“ bedeutet „umgestalten“ oder „verwandeln“. Unter einem „Reformator“ versteht man jemanden, der bestehende Verhältnisse so zu reformieren weiß, dass sich ihr vernünftiger Sinn erneuert.

(vgl. Kurs 03052; S.1)

3. Die Reformpädagogik 1900-1933

3.1 Vertreter

Im Übertragenen Sinne würde ich schließen, dass Reformationen sich deshalb vollziehen - und vollziehen müssen - damit Gegebenheiten, Veränderungen etc. z.B. von ökologischem, ökonomischen oder sozialen Ausmaß immer wieder neu berücksichtigt werden können. Neue Denkansätze, die sich vielleicht aus gesellschaftlichen Veränderungen ergeben, müssen natürlich auch einfliessen können in ein bestehendes Konzept oder einen bestehenden Ansatz, um sich immer wieder zu aktualisieren und den aktuellen Gegebenheiten angepasst und gewachsen zu sein.

Max Weber definiert diesen Kreislauf der Wissenschaft als unbedingt notwendige Eigenschaft jeder Wissenschaft an sich. Es kann nie zu einem endgültigen Wissensstand kommen, der der Wissenschaft betreibt ist sich dessen ständig bewusst, dass es andernfalls keinen fortschritt geben könnte.( Weber, Max; S.15) Eine Reformation verstehe ich dann als einen Umbruch, wenn die Notwendigkeit besteht, Altes schnellstmöglich und nicht im laufe der zeit zu verändern um sich den aktuellen Gegebenheiten möglichst rasch anpassen zu können.

Ein solcher Umbruch erscheint mir dann notwendig, wenn es darum geht das Veränderungen stattgefunden haben, die wiederum Veränderungen erfordern.

In Bezug auf das Thema dieser Arbeit möchte ich versuchen herauszufinden, welche Veränderungen am Beginn des 20. Jahr-hunderts zur Herausbildung reformpäpagogischer Denkmotive führten.

Eine Reformpädagogik kann sich im weitesten Sinne über viele Jahrzehnte, wenn nicht über Jahrhunderte vollziehen. Ein Beispiel dafür ist das Schulwesen, das erst nach Jahrhunderten die Schulen und das Schulsystem hervorbringt, welches aktuell in der BRD besteht. Dennoch wird es ständig verbessert, erneuert oder ausgebaut.

Ich möchte mich möglichst auf die Geschehnisse und Ver-änderungen, die im direkten Zusammenhang mit dem Aufkommen der Reformation mit zeittypischem Charakter beschränken sowie auf die Vertreter dieser Zeit.

Beginnen möchte ich mit der Darstellung zweier Reformpädagogen, die auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Ansätze hervorbrachten.

3.1.1 Georg Kerschensteiner (1854-1932)

Die Arbeitsschulbewegung

Diese Bewegung richtete sich der Schule und des Unterrichts zu. Dazu gab es mehrere konkurrierende Modelle.

Als Stadtschulrat ermöglichte Kerschensteiners Stellung ihn in die Lage, das was er für pädagogisch richtig hielt auch politisch größtenteils durchsetzten zu können.

Arbeit war durchgängig ein Thema der Pädagogik, welches Kerschensteiner neu aufgriff und bildungstheoretisch systematisierte und begründete. Die systematisch in Symbiose stehenden Schwerpunkte seiner Pädagogik sind die Arbeitsschule sowie die Staatsbürgerliche Erziehung.

Die Staatsbürgerliche Erziehung ist an den Interessen des Staates selbst interessiert, der zur Existenz und zur Fortentwicklung seiner selbst eines Bürgers bedarf und der Bürger andererseits dadurch dem Gemeinwesen dient.

Für Kerschensteiner ist ein oberster Zweck der Erziehung, den Menschen genau diese Einstellung und Gesinnung zu übermitteln. Er fordert eine Politik, dessen Idee der absolute Wert der des ge-ordneten Staatslebens ist.

In der Erziehungspraxis fordert sein Modell von Erziehern die Zöglinge zu lehren einer Gemeinschaft zu dienen, sie an Pflichten, Einfügung, Unterordnung, gegenseitiger Rücksichtnahme und freiwilligen persönlichen Opfern unter Hochhaltung der moralischen Tapferkeit zu fördern.

Ein Teil dieses Konzeptes war es, Schülern der unteren Volksschichten Politik als eine komplizierte, das eigene Urteil übersteigende Größe darzustellen. Diese unterstellte Unzu-länglichkeit der Schüler galt jedoch nicht mehr für Gymnasiasten oder Studenten einer Universität.

Kerschensteiner knüpft an einer in der Entwicklungs- und Lernpsychologie bis heute weitgehend unbestrittenen didaktisch-psychologischen Einsicht an, das das was man selbst praktisch tut nachhaltiger ist als das, was einem nur vermittelt wird. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Starenkasten, der die gedankliche Überlegung und Planung einer technischen Betätigung vorausstellt.

Der Sinn des Arbeitsunterrichtes liegt nach Kerschensteiner darin, sich selbst zurückzunehmen der Sache oder Aufgabe wegen. Im Beispiel des Starenkastens kann dies bedeuten, sich z.B. in Genauigkeit, in Geduld, in Sparsamkeit etc. zu üben.

Das Geforderte soll nicht der Sache wegen sondern um seiner selbst Willen vom Schüler erreicht werden.

Ziel war die Selbsttätigkeit einschliesslich der Selbstüberprüfung, die „Sachlichkeit“ als „Sittlichkeit“. Staatsbürgerliche relevante Tugenden sollten über Gewöhnungshandeln (Arbeit) erzeugt werden und den Schüler sich so sein geistiges Leben selbst erarbeiten lassen.

Letztendlich lässt sich zusammenfassend sagen, dass das Konzept Kerschensteiners zu einer Entpersönlichung des Individuums führte. Es ging für ihn nicht darum, Menschen zu erziehen, die ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche realisieren sollten. Vielmehr ging es darum, seine eigenen Bedürfnisse den Bedürfnissen der Gemeinschaft nachzustellen.

(vgl. Kurs 03047; S.66-75)

3.1.2 Peter Petersen ( 1884-1952)

Peter Petersen gilt als einer der einflussreichsten Reformpädagogen.

Sein Anliegen war eine grundsätzliche Änderung des erzieherischen Auftrags, insbesondere der Schule.

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656192237
ISBN (Buch)
9783656193142
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194035
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Lehrgebiet: Bildungswissenschaft
Note
bestanden
Schlagworte
Reformpädagogik Nationalsozialismus Hitlerjugend

Autor

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Titel: Die Herausbildung reformpädagogischer Denkmotive am Beginn des 20. Jahrhunderts