Lade Inhalt...

Vorteile und Risiken von sozialen Netzwerken im Internet

Schwerpunkt Onlinemobbing

Hausarbeit 2011 25 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. SOZIALE NETZWERKE IM INTERNET
2. 1 GRUNDLAGEN SOZIALER NETZWERKE IM INTERNET
2. 2 GENERATION FACEBOOK

3. VORTEILE VON SOZIALEN NETZWERKEN IM INTERNET
3. 1 VORTEIL DER ORTSUNABHÄNGIGKEIT
3. 2 VORTEILE FÜR UNTERNEHMEN

4. SCHATTENSEITEN DER SOZIALEN NETZWERKE IM INTERNET
4. 1 SCHUTZ DER PRIVATSPHÄRE
4. 2 SEXUELLE BELÄSTIGUNG
4. 3 CYBERSTALKING

5. ONLINE-MOBBING
5. 1 DEFINITION UND AUSPRÄGUNGSFORMEN VON ONLINE-MOBBING
5. 2 MERKMALE VON ONLINE-MOBBING
5. 3 AUSMAß VON ONLINE-MOBBING
5. 4 WEGE AUS DEM ONLINE-MOBBING

6. SICHERER UMGANG MIT SOZIALEN NETZWERKEN

7. FAZIT

8. QUELLEN

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit mit dem Thema „Vorteile und Risiken von sozialen Netz- werken im Internet“ entstand im Zusammenhang des Blockseminars „Einführung in die Medienpädagogik“ im Sommersemester 2011. Das Seminar wurde von Dip- lom Pädagoge Marc Wedjelek im Fachbereich der Erziehungswissenschaften an der Goethe- Universität Frankfurt am Main gehalten. Im diesem Seminar beschäf- tigten wir uns mit den grundlegenden Themenfeldern der Medienpädagogik und erhielten Einblicke in die Bereiche der Mediensozialisation, Medienkompetenz, Medienbildung und Medienrezeption. Des Weiteren erfuhren wir einiges über die Einsatzmöglichkeiten der Medien in verschiedenen pädagogischen Zusammen- hängen und lernten verschiedene Projekte und die Grundlagen des E-Learnings kennen.

Menschen haben soziale Netzwerke, welche aus Freunden, Verwandten, Bekann- ten und Familie bestehen und eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben spie- len. Durch das Medium Internet hat sich eine neue Kommunikations- und Interak- tionsquelle ergeben, die Menschen zur Bildung und Aufrechterhaltung von sozia- len Kontakten nutzen. Diese Art der virtuellen Kontaktpflege geschieht unter ande- rem in sozialen Netzwerken, welche in den letzten Jahren enorm zugenommen haben.

Derartige soziale Netzwerke bringen einige Vorteile mit sich und faszinieren vor allem Kinder und Jugendliche. Jedoch bringen sie auch einige Gefahren mit sich, worüber die Medien heutzutage immer wieder berichten. In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit den Fragen beschäftigen, welche Vorteile soziale Netzwerke im Internet mit sich bringen, welche Gefahren bestehen und wie man diese Gefah- ren am Besten umgehen kann. Dazu werde ich in meiner Hausarbeit zuerst einmal beschreiben, was ein soziales Netzwerk überhaupt ist und als Beispiel, das derzeit am meisten genutzte, soziale Netzwerk Facebook beschreiben. Daraufhin werde ich auf die Vorteile sozialer Netzwerke eingehen und danach die Gefahren her- ausarbeiten. Meinen Schwerpunkt möchte ich auf die Gefahr des Online-Mobbings legen, da es ein sehr aktuelles Thema ist. Dazu werde ich erklären, was man un- ter Online-Mobbing versteht, wie es abläuft und was dagegen getan werden kann. Letztlich werde ich einige Möglichkeiten für den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken aufzeigen und zum Schluss mein Fazit über diese Arbeit ziehen.

2. Soziale Netzwerke im Internet

Unter Web 2.0 haben sich Community-Netzwerke kultiviert, die als soziale Netz- werke oder Social Networks bezeichnet werden. Diese sozialen Netzwerke sind zu Treffpunkten unter Freunden geworden. Sie stellen Beziehungsgeflechte dar, die von Mitgliedern mit identischen Interessen genutzt werden. Die Mitglieder haben so die Möglichkeit ihre persönlichen Vorlieben und Daten auszutauschen, über gemeinsame Themen zu diskutieren, Beziehungen und Freundschaften herzustel- len und aufrechtzuerhalten.1

Im folgenden Punkt möchte ich beschreiben, was soziale Netzwerke im Internet auszeichnet, wen sie ansprechen und was durch sie möglich ist.

2.1 Grundlagen sozialer Netzwerke im Internet

„Das soziale Netzwerk einer Person besteht aus ihren gesamten sozialen Beziehungen und darüber hinaus aus allen Menschen, mit denen diese Person über ihre direkten Beziehungen indirekt verbunden ist und mit denen die tatsächliche Möglichkeit der Interaktion besteht.“2 Als soziale Netzwerke im Internet werden die online funktionierenden sozialen Konstrukte bezeichnet, welche zu einer Ausweitung eines solchen persönlichen sozialen Netzwerkes verhelfen, indem sie neue direkte oder indirekte Freundschaften ermöglichen. So ist die Möglichkeit für eine Kontaktaufnahme mit anderen Netzwerknutzern gegeben.3

Derzeit bestehen viele verschiedene Social Networks, die bestimmte Interessen- gruppen ansprechen. Es gibt Social Networks wie Facebook oder MySpace, eini- ge für Beruf und Business, wieder andere für Schüler und Studenten wie Schü- lerVZ und StudiVZ, aber auch einige für Eltern und Familie, für Tierfreunde oder Sportler etc. Diese Aufzählung könnte man noch lange fortführen, da es für jeden Interessenbereich und für jede Altersgruppe ein Social Network gibt.4

Jedes Mitglied eines solchen Netzwerks legt im Normalfall ein eigenes Profil mit Namen, Foto und persönlichen Angaben wie Alter, Interessen und Beziehungssta- tus an.

Mit solch einem Profil vernetzen sie sich mit Freunden, Bekannten, Mitschülern, Arbeitskollegen und anderen Personen mit ähnlichen Interessen. Um genau diese Gemeinschaften zu betonen, wird häufig der Begriff der „Community“ verwendet.5 Zu den bekanntesten Communities gehören Facebook, SchülerVZ, wer-kennt- wen, StudiVZ, Lokalisten, MySpace und Xing. „Jugendliche nutzen durchschnitt- lich 1,5 Communitys.“6 2010 gaben 42% an, dass SchülerVZ ihre meistgenutzte Community sei.7

Die JIM-Studie (JIM bedeutet Jugend, Information, (Multi-) Media) 2008 belegte, dass 57 Prozent der Internetnutzer/-innen mehrmals pro Woche und häufiger derartige Communities aufrufen, Mädchen und junge Frauen etwas häufiger als Jungen und junge Männer. Während bei Kindern zwischen 12 und 13 Jahren knapp die Hälfte mit dieser Häufigkeit Communities besuchen, nimmt der Reiz dieser Angebote für Jugendliche ab 14 Jahren dann enorm zu.

Da die Zahlen über die Nutzung von SchülerVZ nicht mehr aktuell sind und Facebook derzeit alle anderen Social Networks übertrumpft, möchte ich im nächsten Abschnitt auf die „Generation Facebook“ eingehen.

2.2 Generation Facebook

Derzeit ist Facebook am Zug und mit insgesamt 850 Millionen Mitgliedern weltweit die Nr.1, während jeder Vierte in Deutschland bereits ein Facebook-Profil hat.8 Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen (auch die, die das vorgeschriebene Alter noch gar nicht erreicht haben), die sich bei Facebook anmelden, steigt immens. Facebook wurde ein Jahr nach MySpace, also 2004, von Mark Zuckerberg, Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes gegründet. Eigentlich war es anfangs nur für Harvard-Studenten gedacht, doch innerhalb kurzer Zeit akzeptierte es auch Studenten anderer Universitäten, Schüler und darauf Mitarbeiter bestimmter Firmen aus Amerika. Schon im Jahre 2007 war Facebook für Jedermann zugänglich und dehnte sich auf weitere Kontinente aus.

Seit 2008 gibt es Facebook auch auf deutscher Sprache.9 „Soziale Netzwerke wie Facebook sind ein wesentlicher Bestandteil der jugendlichen Kommunikationskultur geworden.“10

Jeder Nutzer hat eine eigene Profilseite für öffentliche Nachrichten, Fotos, Links und Videos. „Freunde finden die Mitglieder über eine Suche, Vorschlaglisten, die aus den Freunden der Freunde generiert werden, über gemeinsame Interessen, Gruppen oder den Import der eigenen Kontaktdaten, für den Schnittstellen zu mehreren Maildiensten und -programmen zur Verfügung stehen.“11 Die Nutzer können per Chat, per Nachricht oder öffentlich mit ihren Freunden kommunizieren, indem sie Beiträge auf deren Pinnwand „posten“ oder ihre Beiträge und Fotos kommentieren und „liken“. Liken bedeutet den „Gefällt-mir-Button“ anzuklicken.

Der rasche Erfolg von Facebook wird oft dem Design der Seite und den strikten Zielsetzungen zugeschrieben. Anfangs wollte Facebook, wie schon beschrieben, nur eine Community für Studenten sein, auf der sie sich mit Freunden verlinken und Kontakte pflegen. Es stand keine andere Zielsetzung im Vordergrund. Genau dadurch zeichnete sich Facebook als erstes Netzwerk aus, das ohne eine speziel- le Ausrichtung angetreten ist, so erfolgreich wurde und sogar alle anderen sozia- len Netzwerke wie im Sturm überholte.12 Die Erfinder und Gründer ruhten sich je- doch nicht auf ihrem Erfolg aus, sondern nahmen schnell neue Trends mit auf. Bereits 2005 wurde Facebook mit den Funktionen ergänzt, Fotos und Videos zu veröffentlichen und mit all seinen Freunden zu teilen. Später bekamen externe Entwickler die Möglichkeit Apps für Facebook zu programmieren, was zu einer wahren Funktionsflut führte. Diese so genannte „Facebook Application Plattform“ wurde bereits auf der ersten Entwicklerkonferenz von Facebook, der „f8“, im Mai 2007 vorgestellt. 2010 gab es circa 500 000 solcher Apss für Facebook. Diese Zahl schreckt zunächst ab, doch die Nutzer müssen nicht die ganzen Apps durch- stöbern, sondern stoßen durch Freunde, durch Suchen oder Empfehlungen dar- auf. Die beliebtesten Apps unter Facebooknutzern sind die Social Games. Texas- HoldEm Poker ist mit über 18 Millionen aktiven Nutzern ein sehr bekanntes Spiel, wobei dies von Farm Ville überholt wurde. Farm Ville ist mit über 70 Millionen akti- ven Nutzern wohl das bekannteste und umstrittenste Spiel unter den Nutzern.

Die erfolgreichsten Spielentwickler sind Playfish, Zynga, RockYou! Und Slide.

Zynga, die Firma, die Farm Ville entwickelte, ist mittlerweile über vier Milliarden Dollar wert.13 Dieser Aspekt ermöglicht eine Überleitung zu den Vorteilen für Unternehmen, den Communities selbst und für die Nutzer von Facebook und anderen sozialen Netzwerken im Internet.

3. Vorteile von sozialen Netzwerken im Internet

„Das Netz ist […] eine hervorragende Option, um den Kreis möglicher Beziehun- gen über den unmittelbaren sozialen und geographischen Raum hinaus zu erwei- tern.“14

Laut der JIM-Studie 2008 nennen Jugendliche als wichtigsten Grund für die Nut- zung von Online-Communities das Thema Freunde. „Alle Freunde sind auch dort eingetragen, man kann Freunde (wieder) finden und neue kennenlernen, man kann mit Freunden in Kontakt bleiben oder treten, sich schreiben und austau- schen.“15 Ein weiterer Aspekt, den Jugendliche an sozialen Netzwerken mögen, ist das Veröffentlichen von Fotos, da der Austausch und die Kontaktaufnahme eben auch auf der bildlichen Ebene stattfinden. So können sie sehen, wie andere aus- sehen und sich präsentieren. Außerdem halten Bilder gemeinsamer Aktivitäten das Erlebte fest und zeigen den anderen, die nicht dabei waren, was sie verpasst haben.16 Des Weiteren können sie ihrer Kreativität in Form von Videos freien Lauf lasen und dadurch Zuschauer und Zuhörer bekommen, was ihrer eigenen Befrie- digung und Wertschätzung dient. Durch die Vernetzungsmöglichkeiten in sozialen Netzwerken dehnt sich der Aktionsrahmen der Jugendlichen enorm aus und be- schränkt sich nicht mehr nur auf die Klassenstufe oder auf den Sportverein etc. Er macht es möglich, jahrgangs-, schul- oder ortsübergreifend nach anderen Perso- nen zu schauen und mit einem großen Vorwissen auf diese zuzugehen.17 Somit kommen die Nutzer an Kontakte, deren Türen normalerweise verschlossen sind. Das kann auch einfach nur der Spaß am gemeinsamen Spielen sein, den die So- cial Games mit sich bringen.18 Die Studie belegte auch, dass es den Nutzern nicht nur Spaß macht durch die Profile der anderen Mitglieder zu stöbern, sondern es auch den Zugang zu neuen Freunden enorm erleichtert. „Und dabei geht es den Jugendlichen dann vor allem um Authentizität […].“19

[...]


1 vgl. ITWissen

2 Häusler 2006, S. 6

3 vgl. ebd., S.27

4 vgl. ITWissen

5 vgl. Lüpke/Neumann 2010, S. 55

6 ebd.

7 vgl. ebd

8 vgl. Präventiver Jugendschutz Frankfurt am Main

9 vgl. Gewehr/Lochmann/Szugat 2010, S. 106

10 Präventiver Jugendschutz Frankfurt am Main

11 ebd.

12 vgl. Gewehr/Lochmann/Szugat, S. 108

13 ebd., S. 109

14 Heinz 2000, S. 208 in: Häusler 2009, S. 17

15 Fuhs/Lampert/Rosenstock (Hrsg.) 2010, S. 43

16 vgl. ebd.

17 vgl. ebd.

18 vgl.Gewehr/Lochmann/Szugat 2010, S. 12

19 Fuhs/Lampert/Rosenstock (Hrsg.) 2010, S. 43

Details

Seiten
25
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656190912
ISBN (Buch)
9783656193357
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193839
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
Medienpädagogik Online-Mobbing Facebook

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Vorteile und Risiken von sozialen Netzwerken im Internet