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Imperialismus und das Empire - Das Kolonialreich des Britischen Empire

von Hans Kramer (Autor)

Hausarbeit 2008 15 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kolonialreich des britischen Empire
2.1 Aufstieg des Empire
2.2 Weitere Kolonien kommen hinzu

3. England wird und bleibt in der Folge Kolonialmacht
3.1 Ursachen und Ursprung der Kolonialmacht England
3.2 GründedieserEntwicklung

4. Das klassische Britische Empire
4.1 Ausgangssituation und Ausblickam Ende des 18. Jahrhunderts
4.2 Aufstieg und Niedergang der „Pax Britannica“
4.3 England und das Empire im neuen Imperialismus
4.4 Die Kolonisation in Afrika

5.Schlussbetrachtung

1. Einleitung

1.1 Kolonialisierung

Im Rahmen des Proseminars „Das Viktorianische Zeitalter“ haben wir uns mit dem Kolonialreich des Britischen Empire und dem damit verbundenen Imperialismus beschäftigt. In meiner Seminararbeit möchte ich den Verlauf der britischen Kolonialpolitik skizzieren und außerdem auf Ursprünge, Ideen und Ziele dieser Politik eingehen.

Kolonialisierung oder Kolonialismus bezeichnet eine Herrschaftsbeziehung zwischen Kollektiven. Dabei gibt die nicht anpassungswillige Minderheit der Kolonialherren immer die politische und oft auch die religiöse Richtung vor. Häufig sind die Kolonialherren von ihrer kulturellen Höherwertigkeit überzeugt.[1] Ein Ziel des Kolonialismus ist wirtschaftliche Vorteile aus den Kolonien zu erzielen, hierbei geht es vor allem um Absatzmärkte und Rohstoffe. Außerdem versucht man durch die Kolonialisierung weltweite Handelsbeziehungen aufzubauen und damit Kapital zu erwirtschaften. Eine Gewinnmaximierung ist das oberste Ziel und die damit verbundenen militärischen und politischen Maßnahmen unterstützen dieses Streben. Erstmalig findet man Kolonialansprüche beziehungsweise den Drang zur Kolonisation im 15. Jahrhundert wieder. Hier versucht Portugal Kolonialansprüche auf Afrika zu stellen. Dennoch scheint die feudale Kolonisation Amerikas ab 1520 durch Spanien die Epoche mit ihren Entdeckungsfahrten einzuleiten. Eine Weiterentwicklung oder Zuspitzung der Kolonialisierung entstand mit dem aufkommenden Imperialismus ab 1870. Die gesamte Epoche der Kolonialreiche endete erst im Jahr 1945.

Der Imperialismus wird verstanden als Strategie eines Staates seinen Einfluss auf andere Staaten und Gebiete auszudehnen. Es ist das Streben nach Hegemonie über andere Staaten. Im Imperialismus findet sich eine stärkere nationale Note wieder. Es werden auch Kolonien und Gebiete erworben, welche keinen oder kaum Gewinn versprechen. Es geht, neben der wirtschaftlichen Komponente, immer mehr um Prestige und Sendebewusstsein der Kolonien. Man möchte seine Ideologie und Kultur noch mehr als im Kolonialismus auf seine Kolonien projizieren. Während im Kolonialismus der Erwerb bestimmter Kolonien einen bestimmten Zweck hatte, wird dieser im Imperialismus zum Selbstzweck. Seinen historischen Ursprung findet der Imperialismus bereits bei den Großreichen des Altertums. Hier war es das römische Reich später im Mittelalter dann das Byzantinische Reich als Nachfolger des Imperium Romanum.

Als Zeitalter des klassischen Imperialismus oder Hochimperialismus bezeichnet man die Zeit zwischen 1870 bis 1914. Alle europäischen Großmächte betrieben eine aggressive Ausdehnungs- und Territorialpolitik, vornehmlich motiviert durch wirtschaftliche, strategische späterjedoch national-psychologischer Aspekte.[2]

2. Das Kolonialreich des Britischen Empire

2.1 Aufstieg des Empire

Der Eintritt der Engländer in die Koloniale Expansion erfolgte relativ spät. Die Inbesitznahme Amerikas ging nahezu vollkommen an England vorbei. Diese erste Zurückhaltung hatte zwei Hauptgründe. Zum einen war England zum Ende des 16. Jahrhunderts damit beschäftigt Irland zu unterwerfen und zu kolonisieren. Der zweite Grund ist, dass die englischen Kräfte kaum für eine überseeische Unternehmung ausreichten.[3]

Am lO.April trat eine Gruppe von Londoner Kaufleuten zusammen, um auf königlichen Rat eine Kolonie zwischen dem 34. und 45. Breitengrad zu gründen. Man errichtete mit Jamestown den ersten Siedlungsplatz der zukünftigen Kolonie Virginia.[4]

Diese erste koloniale Siedlung musste sich vor allem Problemen in der Nahrungsbeschaffung stellen. Im Winter 16O9/161O drohte die Landnahme endgültig zu scheitern, da nur noch 6O Siedler übrig waren. Allein durch die Ankunft einer Flotte konnte die bereits von den Siedlern beschlossene Aufgabe verhindert werden.

Am Anfang der ersten Kolonie auf amerikanischen Boden hatte eine kollektive Privat­unternehmung gestanden, welche ausschließlich den Zweck der Kapitalvermehrung verfolgte. Dazu nutze man eine Gesellschaft (Chartered Company), die gleichzeitig eine Vollmacht über Handel und Ausbeutung der Bodenschätze implizierte. Weitere Vorteile dieser Gemeinschaft waren, dass man zusammen Angriffe abwehren, zukünftigen Siedlern englische Rechte und das benötigte Kapital zusichern konnte. Später als die Kapitalansprüche immer größer wurden, zog sich die englische Krone bereits 16O9 zurück und die Handelsgesellschaft wurde zu einer klassischen Joint Stock Company (d.h. einer Aktiengesellschaft).[5] Die schwierigen Zeiten der kolonialen Gründung endeten spätestens mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach 1614. Auch wenn dieser eher bescheiden war, löste er jedoch einen immer größer werdenden Strom von Arbeitern aus, der in die neue Kolonie fand. Der Bedarf an Arbeitskräften, vor allem in der wachsenden Tabakindustrie und dem damit verbundenen Anbau- und Vertriebsmonopol, sollte in den nächsten 15 Jahren nicht abreißen. Allmählich gingen die meist chaotischen Verhältnisse in Virginia in geordnete Verhältnisse über, die in vielen Punkten die englische Wirklichkeit widerspiegelten.

Nachdem die erste Kolonie, Virginia, ihren Ursprung im Gewinnstreben englischer Privatleute fand, hat die zweite englische Kolonie in Amerika ihren Ursprung aufgrund politisch religiöser Vorgänge dieser Zeit. Nachdem Heinrich VIII. die Trennung von Rom und die Gründung der anglikanischen Staatskirche betrieb gab es immer mehr Siedler, die aus religiös motivierten Gründen aus England aussiedelten.

Es erfolgte die Gründung der zweiten Amerikakolonie mit den so genannten Neuengland Kolonien. So kam es, dass sich über einige Umwege am 6.September 1620 eine Gruppe von 102 Siedlern auf den Weg nach Virginia machte. Diese kamen während einer beschwerlichen Überfahrt vom Kurs ab und landeten 200 km Meilen nördlich in der Bucht von Cape Cod, wo sie die Siedlung New Plymouth gründeten. Gleichzeitig verabschiedeten sie eine Übereinkunft, den sogenannten Mayflower Compact, in dem sie ihren Willen bekundeten, eine Gemeinschaft mit gemeinsamen Zielen nach bestimmten anerkannten Regeln zu gründen. Dieses Provisorium sollte später ein Zeugnis amerikanischer, demokratischer und politischer Kultur werden.

Aber auch hier waren die ersten Jahre schwer. Man musste viele Opfer unter den Siedlern beklagen. Dar jedoch die erste Ernte sehr gut war, konnte ein Scheitern der Landnahme verhindert werden. Im Verlauf der Jahre rückte man vom kollektiven Gedanken der Bewirtschaftung ab und mit dem Aufteilen des Landes in Parzellen stellte sich Wohlstand ein. Später ging diese erste puritanische Musterkolonie in der großen Nachbarschaftskolonie Massachusetts auf. Deren Gründung entsprang ähnlichen Gründen wie die der Pilgerväter. Jedoch erreichte Massachusetts eine schnelle Konsolidierung als Virginia.[6]

[...]


[1] Jürgen Osterhammel: Kolonialismus: Geschichte, Formen, Folgen S.21 München 1995

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus 28.09.2009 16.30Uhr

[3] Schröder, Hans-Christoph: Englische Geschichte S.78. München 2003

[4] Niedhart - Hahn: Geschichte Englands vom 16 bis zum 18. Jahr. S. 100f. München 1993

[5] Wende, Peter: Das Britsche Empire. S. 37f. München 2009

[6] Wende, Peter: Das Britsche Empire. S. 49f. München 2009

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656188957
ISBN (Buch)
9783656189282
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193736
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Historisches Institut
Note
2,7
Schlagworte
Imperialismus Empire Kolonialreich England Indien

Autor

  • Hans Kramer (Autor)

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