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"Mich rewet Margaretha": Das Schlussgebet des "Ackermann"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 28 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anmerkungen zur Textüberlieferung

3. Aufbau und Inhalt
3.1. Die Überschrift
3.2. Das Akrostichon
3.2.1. Überlieferungsprobleme und Unklarheiten: Das Akrostichon in A und in anderen Textzeugen
3.2.2. Das Akrostichon als Gliederungsmittel: Die zehngliedrige Struktur nach Bertau
3.3. Die Gottesinvokationen
3.3.1. Die Gottesinvokationen als ‚Absolutive’?
3.3.2. Inhaltliche Strukturierung?
3.4. Religiöse Aspekte und die Schwierigkeiten der Interpretation

4. Exkurs: Quellen und Zitate

4.1. Quellentheorien

4.2. Johannes von Tepl und Johann von Neumarkt

5. Das Schlussgebet im Gesamttext
5.1. Wiederaufnahmen
5.2. Das Gebet als Höhepunkt und Abschluss

6. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Darvmb clager, hab ere, Tot, syge!“[1], so lautet das ausgleichende Urteil Gottes, mit dem er dem Streitgespräch[2] ein Ende setzt. Über 32 Kapitel hinweg hat der Kläger, den der Leser bisher nur als „ackerman“[3] kennen gelernt hat, seinen Widersacher wegen des Dahinscheidens seiner geliebten Frau angegriffen, während sein Gegner, der Tod selbst, jede Schuld von sich wies. Es erscheint nur konsequent, dass nun, nach dem Urteil der höchsten Macht, der Ackermann, der den Disput begann,[4] abschließend eine Möglichkeit zu einer Reaktion erhält. Es ist kein Widerspruch, den der bisher so entschieden argumentierende Witwer äußert, sondern ein Gebet für die Verblichene.[5] So endet das schmale Werk des Johannes von Tepl[6], „diese[s] eigenartige[…] und einzigartige[…] Werk“[7], das im Laufe der Zeit und bis in die Gegenwart eine geradezu verblüffend umfangreiche und vielseitige Rezeption[8] und Erforschung[9] erfahren hat.

Diese Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, jenes besondere 34. Kapitel, das Schlussgebet, welches Kiening das „von der Forschung bisher am stärksten vernachlässigte[…] Stück[…] der ‚Ackermann’-Prosa“[10] genannt hat, einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen, um es in seiner Bedeutung für das Gesamtwerk besser einschätzen und würdigen zu können. Dabei sollen Fragen der Überlieferung ebenso Beachtung finden wie die formale und inhaltliche Gestaltung und letztlich die Einordnung in das Gesamtwerk.

2. Anmerkungen zur Textüberlieferung

Eines der größten Probleme bei der Untersuchung von Werken der älteren deutschen Literatur, von denen keine autorisierte Fassung des Autors existiert, ist zweifellos die Grundsatzfrage, über welche Version des Textes man eigentlich schreiben will. Ob Varianten beachtet werden sollen oder ein Textzeuge als einzige Grundlage herangezogen wird, kann die Ergebnisse massiv verändern. Gerade im Hinblick auf das Buch ‚Der Ackermann’ zeigen sich diese Schwierigkeiten bei einer Vielzahl teils unvollständiger Textzeugen[11] und umstrittener Überlieferungszusammenhänge geradezu beispielhaft.

Bereits Bernt und Burdach stellten vor 90 Jahren grundlegende Arbeiten zur Überlieferung vor,[12] seither sind ihnen nicht eben wenige weitere Beiträge gefolgt. Hinzu kommt eine erstaunliche Menge von Ausgaben nach verschiedenen Handschriften.[13] Auch der (vermutlich) an den ‚Ackermann’ angelehnte ‚Tkadleček’ und das Verhältnis beider Texte ist zum ungemein beachteten Forschungsgegenstand geworden.[14]

Oder wie Classen den Zustand treffend beschreibt:

„Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, daß die einzige Lösung aus dem Wirbel um die kontroverse Textkritik darin besteht, schlichtweg eine der wichtigsten Handschriften beliebig zu wählen und daraus zu zitieren.“[15]

Diese Arbeit folgt hauptsächlich der von Kiening besorgten Ausgabe (vgl. Anmerkung 1), die der ältesten Handschrift A folgt.[16] Zeilenangaben im Text beziehen sich generell auf diese Ausgabe, auf den Einzelnachweis wird daher i. d. R. verzichtet. Daneben wird besonders die umfangreiche zweibändige Ausgabe von Bertau herangezogen werden, die ebenfalls auf A basiert.[17] Allerdings bevorzugte Jungbluth Handschrift. H, Krogmann den ‚Tkadleček’ als Vorlage, daher war Bertaus Wahl einiger Kritik ausgesetzt.[18]

Die extreme Entstellung des Inhaltes des Gebets, die durch eine Textvertauschung[19] verursacht und erstmals von Krogmann korrigiert wurde,[20] ist in den Ausgaben berichtigt. Daneben sei noch auf folgende größere Abweichungen des Reclam-Textes vom tatsächlichen Wortlaut von A hingewiesen:

- in 34,86 folgt nach „jnnigkeit“ in A noch „meines herczen vnd ganczer begird“ und nach „Amen“ noch „Et sic est finis Huius operis“;[21] Kiening lässt diese Teile weg, da er sie als „Zusätze des Schreibers“ ansieht;[22]
- Kiening zieht sich mit „aller welt warheyt“ in 34,29 elegant aus der Affäre, Bertau diskutiert dagegen über mehrere Seiten einen möglichen Sinn von „alte welt“;[23]
- in Zeile 34,79 erscheint in Aγ „Margaretha“, in HBa die Kurzform „Margret“; beides bedeutet „Perle“.[24]

3. Aufbau und Inhalt

Wie Bertau darlegt, ähneln sich die Kapitel 1 bis 32 in ihrem Aufbau, während das Urteil Gottes und das Schlussgebet eigene Strukturen aufweisen.[25] Auch wenn man der von ihm unterstellten sehr differenzierten Komposition der Kapitel nicht immer zustimmen muss,[26] ist der Einschätzung eines erkennbaren Unterschiedes zwischen den ersten 32 Kapiteln und den beiden abschließenden nicht zu widersprechen. Bemerkenswert ist auch seine Beobachtung, dass „[a]nders als bei den bisherigen Sätzen […] die Sätze im Schlußgebet nicht um Verbal- sondern um Nominal-Achsen herum gebaut“[27] sind. Doch wo liegen die Besonderheiten genau?[28]

3.1. Die Überschrift

„Hie bitt der Ackerman fur seiner frauwen sele. / Der roten buchstaben die grossen nennent als den clager. / Diß cappittel stett eins bets weyse / vnde ist das xxxiiij cappittel.“[29], schreibt Kiening als Überschrift. Andere Varianten weichen nicht wesentlich inhaltlich ab.[30] Somit werden der Gebetscharakter wie auch das viel beachtete Akrostichon bereits deutlich in der Überschrift angekündigt, allerdings mit der Einschränkung, dass die Überschrift des Archetyps nur theoretisch rekonstruiert werden kann.[31]

3.2. Das Akrostichon

Anders als der Tod kommt der Ackermann abschließend noch einmal zu Wort. Darüber hinaus werden die bisher verborgenen Namen des Mannes und seiner Frau enthüllt: der Namen des Klägers versteckt sich kunstvoll in dem Akrostichon JOHANNES;[32] den Namen seiner Frau, Margaretha, verrät der Ackermann Gott.[33] Mit diesem Versteckspiel werden die Namen der „zweiten Bedeutungsebene“[34] zugeordnet, auf der der Autor scheinbare oder wirkliche biografische Angaben verschlüsselt: die Namen, Ort und Zeit des angeblichen oder tatsächlichen Todes, die Tätigkeit des Ackermannes als Dichter.[35] Allerdings war zumindest für die Klärung des Namens des Ackermannes ein geradezu detektivisches Gespür der Forschung nötig.

3.2.1. Überlieferungsprobleme und Unklarheiten: Das Akrostichon in A und in anderen Textzeugen

Das Akrostichon wurde in verschiedenen Textzeugen verdreht, offensichtlich durch die Vertauschungen eines Doppelblattes bereits im Archetyp.[36] Der Abschnitt von 34,22 („jn allen krefften“) bis 34,44 („widerfuller“) erscheint in allen Textzeugen aufgrund der Vertauschung nach 34,66; mit dem Textstück verschoben sich auch die Anfangsbuchstaben.[37] Außerdem wurde in A, wie auch in BH, in 34,16 aus „Heil“ „O heyl“; in 34,53 erscheint statt „Ewige“ ein „O ewige“.[38] Allerdings umfassen mehrere Textzeugen Kapitel 34 nicht oder nur unvollständig: ELCK brechen vorher ab; bO brechen innerhalb des Kapitels ab.[39]

Wie Bertau in einer vergleichenden Übersicht darstellt,[40] stehen daher in A die Akrostichon-Buchstaben „A“ (34,25), „N“ (34,33) und „N“ (34,42) ursprünglich nach „S“ (34,64) und „H“ und „E“ erscheinen als „O“, das zweite „N“ darüber hinaus als „nicht rubrizierte Minuskel“[41].

Die Übersicht zeigt auch die fortgesetzte Vertauschung in den anderen Textzeugen: „ANN“ (groß oder klein) erscheint immer nach „S“, selbst in b ist trotz des Abbruchs die Versetzung noch erkennbar![42] Angesichts dessen bleibt das irritierende Fazit, dass eine Entstellung des Akrostichons in der Überlieferung den Normalzustand darstellt, während gleichzeitig die Varianten der Überschrift auf eben dieses unlesbare Akrostichon hinweisen. Dies scheint wohl doch auf eine Überschrift im Original hinzudeuten, die die Versetzung im Archetyp überstand und weiter tradiert wurde.

[...]


[1] Johannes von Tepl. Der Ackermann. Frühneuhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Christian Kiening. Durchgesehene und verbesserte Ausgabe 2002. Stuttgart: Reclam 2006 (= Universal-Bibliothek Nr. 18075). Z. 33,22. Für die Überlieferungsprobleme an dieser Stelle vgl. ebd. S.98. Es sei auch auf die sehr erhellenden Ausführungen von Hahn verwiesen: Gerhard Hahn: Die Einheit des Ackermann aus Böhmen. Studien zur Komposition. München: Beck 1963 (= Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters. Band 5). S. 85-90, bes. S. 88-90.

[2] Über die Zuordnung zum Streitgespräch herrscht weitgehend Konsens. Allerdings brachte Tschirch auch Gründe vor, um von „Wechsel“ bzw. „Wechselrede“ zu sprechen (vgl. Fritz Tschirch: Kapitelverzahnung und Kapitelrahmung durch das Wort im ‚Ackermann aus Böhmen’. In: Der Ackermann aus Böhmen des Johannes von Tepl und seine Zeit. Hrsg. von Ernst Schwarz. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1968 (= Wege der Forschung. Band CXLIII). S. 490-525, hier S. 525 [erstmals 1959]). Vgl. Walter Haug: Der Ackermann und der Tod. In: Das Gespräch. Hrsg. von Karlheinz Stierle und Rainer Warning. München: Fink 1984. S. 281-286 [über den Gesprächscharakter]; K.-H. Schirmer: Zur Funktionalität der Streitgesprächsgattung im ‚Ackermann’. In: Festschrift für Herbert Kolb zu seinem 65. Geburtstag. Hrsg. von Klaus Matzel und Hans-Gert Roloff. Bern u. a.: Lang 1989. S. 569-590 [u. a. über die Abgrenzung zu Lehrgespräch und Gerichtrede]. Kiening fragt, „ob dem ‚Ackermann’ nicht auch ein Platz in der vielgesichtigen Tradition des philosophischen Dialogs zuzuweisen ist“ (Christian Kiening: Hiob, Seneca, Boethius. Traditionen dialogischer Schicksalsbewältigung im ‚Ackermann aus Böhmen’. In: Wolfram-Studien XIII (1994). S. 207-236, hier S. 210).

[3] Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. Z. 3,1. Vgl. dazu Johannes von Tepl. Der Ackerman. Auf Grund der deutschen Überlieferung und der tschechischen Bearbeitung kritisch herausgegeben von Willy Krogmann. Vierte Auflage. Wiesbaden: Brockhaus 1978 (=Deutsche Klassiker des Mittelalters. N. F. Band 1). S. 9-16. Hergemöller brachte eine böhmische Legende als Hintergrund ins Spiel (vgl. Bernd-Ulrich Hergemöller: Cogor adversum te. Drei Studien zum literarisch-theologischen Profil Karls IV. und seiner Kanzlei. Warendorf: Fahlbusch 1999 (= Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Band 7). S. 114).

[4] Vgl. das erste Kapitel in Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 6.

[5] „Diß cappittel stett eins bets weyse“, heißt es in der Überschrift des 34. Kapitels (ebd. S. 76). Vgl. Johannes de Tepla. Civis Zacensis. Epistola cum Libello ackerman und Das büchlein ackerman. Nach der Freiburger Hs. 165 und nach der Stuttgarter Hs. HB X 23. Zweiter Band. Untersuchungen. Einleitung, Untersuchungen zum Begleitbrief und zu den Kapiteln 1 bis 34 des Textes und Wörterverzeichnis mit Exkursen. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. Berlin/New York: de Gruyter 1994. S. 665.

[6] Biografische Fragen sollen in dieser Arbeit keine größere Rolle spielen. Es sei daher verwiesen auf das Nachwort von Kiening (Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 159-179, besonders ebd. S. 159-166) und den Eintrag im Verfasserlexikon (Gerhard Hahn: Johannes von Tepl. In: Die Deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Band 4. Hrsg. von Kurt Ruh u. a. Zweite, völlig neu bearbeitete Auflage unter Mitarbeit zahlreicher Fachgelehrter. Berlin/New York: Walter de Gruyter 1983. Sp. 763-774). Ergänzend auf Werner Schröder: Johannes von Saaz. In: Deutsche Dichter. Leben und Werk deutschsprachiger Autoren. Band 1. Mittelalter. Hrsg. von Gunter E. Grimm und Frank Rainer Max. Stuttgart: Reclam 1989. (= UB 8611 [6]). S. 369-381 und auf die Daten für ein Biografie, die Bertau zusammengetragen hat (Johannes de Tepla. Zweiter Band. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. S. 2-16).

[7] Günther Jungbluth: Ergebnisse und Fragen zum Text des ‚Ackermann aus Böhmen’. In: Der Deutschunterricht. H. II (1965). S. 48-62, hier S. 48.

[8] Für einen Überblick über Rezeption, politische Instrumentalisierung und literarische Verarbeitung vgl. Christian Kienning: Schicksalsdichtung. Der böhmische Ackermann in der Moderne. In: Germanoslavica VI (XI) (1999). S. 1-30. Im Laufe der Zeit hat die Beschäftigung mit dem Streitgespräch auch so skurrile Ergebnisse wie eine musikalische Version hervorgebracht, vgl. Ulrich Müller: ‚Der Ackermann aus Böhmen’ des Johannes von Tepl in der musikalischen Fassung von Helmut Bieler (1977/1978). In: Studien zum Frühneuhochdeutschen. Emil Skála zum 60. Geburtstag am 20. November 1988. Hrsg. von Peter Wiesinger unter Mitarbeit von Franz Patocka u. a. Göppingen: Kümmerle 1988 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 476). S. 427-438.

[9] Eine Übersicht der Ackermann-Literatur von 1748 bis 1968 bietet Johannes von Saaz. Der Ackermann aus Böhmen. Band I. Hrsg. von Günther Jungbluth. Heidelberg: Carl Winter 1969. S. 14-29. Zu den ersten Autoren gehörten Gottsched (1748) und Lessing (1778).

[10] Christian Kiening: Ein neuer ‚Ackermann’. Überlegungen zur Ausgabe von Karl Bertau. In: PBB 118 (1996). S. 234-256, hier S. 256.

[11] Für Handschriften und Drucke vgl. Johannes von Tepl. Der Ackerman. Herausgegeben von Willy Krogmann. S. 57-86; Johannes de Tepla. Civis Zacensis. Epistola cum Libello ackerman und Das büchlein ackerman. Nach der Freiburger Hs. 163 und nach der Stuttgarter Hs. HB X 23. Erster Band. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. Berlin/New York: de Gruyter 1994, S. XVI-XXXII.

[12] Vgl. etwa den Überlieferungsstammbaum in: Der Ackermann aus Böhmen. Einleitung. Kritischer Text. Vollständiger Lesartenapparat. Glossar. Kommentar. Mit 8 Tafeln in Lichtdruck. Hrsg. von Alois Bernt und Konrad Burdach. Berlin: Weidmannsche Buchhandlung 1917 (= Vom Mittelalter zur Reformation. Forschungen zur Geschichte der deutschen Bildung. Dritter Band. Erster Teil). S. 146 und die begleitenden Erläuterungen.

[13] Zur Überlieferung und Edition vgl. Willy Krogmann: Untersuchungen zum ‚Ackermann’. In: ZfdPh 72 (1953). S. 67-109 [Teil I/II]; ZfdPh 73 (1954). S. 73-103 [Teil III]; ZfdPh 74 (1955). S. 41-50 [Teil IV]; ZfdPh 75 (1956). S. 255-274 [Teil V/VI]; ZfdPh 76 (1957). S. 95-106 [Teil VII] [Untersuchungen zur mittelbaren und unmittelbaren Überlieferung, zu diversen Ausgaben u. a. verwandten Themen]; Willy Krogmann: Zur Textkritik des ‚Ackermann’. In: In: Der Ackermann aus Böhmen. Hrsg. von Ernst Schwarz. S. 403-489 [erstmals 1946; Kritik an Bernt und Burdach, Plädoyer für den Tkadlec]; Günther Jungbluth: Ergebnisse und Fragen. S. 48-62 [Probleme der Textkritik, Plädoyer für Hs. H]; Günther Jungbluth: Probleme der ‚Ackermann’-Dichtung. In: Wirkendes Wort 18 (1968). S. 145-155; Christian Kiening: Aeneas Silvius, Egidius Gruber und der ‚Ackermann’. Rhetorik und Zeitgeschichte in der Münchner Sammelhandschrift Clm 27063. In: ZfDA 123 (1994). S. 130-172, bes. S. 163-172 [über Hs. E].

[14] Aus der Vielzahl der Literatur seien genannt: Antonín Hrubý: Der ‚Ackermann’ und seine Vorlage. München: Beck 1971 (= Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 35) (und zu Hrubý der Beitrag von Maurice O’C. Walshe: ‚Der Ackermann aus Böhmen’: Quellenfrage und Textgestaltung. In: Deutsche Literatur des späten Mittelalters. Hamburger Colloquium 1973. Hrsg. von Wolfgang Harms und L. Peter Johnson. Berlin: Erich Schmidt 1975 (= Publications of the Institute of Germanic Studies. University of London. Band 22). S. 282-292); Hellmut Rosenfeld: Johannes de Sitbor, Der Tkadleček und die beiden Ackermannfassungen von 1370 und 1401. In: Die Welt der Slaven XXVI (1981). S. 102-124; Hellmut Rosenfeld: ‚Der Ackermann aus Böhmen’ – Scholastische Disputation von 1370 oder humanistisches Wortkunstwerk von 1401?. Zur Literatur im dreisprachigen Böhmen des Spätmittelalters. In: Hellmut Rosenfeld. Ausgewählte Aufsätze zur deutschen Heldendichtung und zur Namensforschung, zur Todes- und Totentanzdichtung, zum Volksdrama und zur Wechselwirkung von Kunst und Dichtung im Mittelalter. Festgabe zum 80. Geburtstag von Hellmut Rosenfeld 24. VIII. 1987. Zusammengestellt und herausgegeben von Hans-Adolf Klein. Göppingen: Kümmerle 1987 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 473). S. 239-245; Karl Bertau: ‚Tkadleček’ und ‚Ackermann’ in Prag. In: Wolfram-Studien XIII (1994). S. 237-261; Agáta Dinzl-Rybářová: Der ‚Ackermann aus Böhmen’ und der alttschechische ‚Tkadleček’. Göppingen: Kümmerle 2006 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 738). S.87-219.

[15] Albrecht Classen: Der ‚Ackermann aus Böhmen’ – ein literarisches Zeugnis aus einer Schwellenzeit: Mittelalterliches Streitgespräch oder Dokument des deutschen Frühhumanismus. In: ZfdPh 110 (1991). S. 348-373, hier S. 353, Anmerkung 16.

[16] Sicherlich ist Kienings Ausgabe, aufbauend auf der von Bertau, im Vergleich zu anderen ‚Ackermann’-Ausgaben stellenweise vereinfachend, dennoch scheint sie für diese Arbeit gerade deshalb als Ausgangsbasis am besten geeignet zu sein. Sein Ziel, dass „die hier gebotene Fassung eine historisch mögliche sein und einen Eindruck vermitteln [dürfte], wie der Text einer Vorstufe von A ausgesehen haben mag“ (Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 91) dürfte der Herausgeber erreicht haben. Vgl. auch die Ausführungen „Zur Textkonstitution“ mit Verweisen auf andere Ausgaben: ebd. S. 87-99.

[17] Handschrift A gilt ihm „als Abschrift des beschädigten und in der letzten Lage verbundenen Archetyps“ (Johannes de Tepla. Erster Band. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. S. XIII).

[18] Vgl. Werner Schröder: Einzelbesprechung von Johannes de Tepla. Hrsg. von Karl Bertau. In: Mittellateinische Jahrbuch 30,1 (1995). S.146-154. Schröder gibt dabei auch einen Abriss der Editionsgeschichte. Vgl. auch Werner Schröder: Der echte ‚Ackermann’ oder nur ein bereinigter Text der Handschrift A?. In: Euphorion 90 (1996). S. 348-361. Hier attackiert Schröder Bertaus Übersetzung und Textinterpretation. Wohlwollender aber nicht unkritisch äußert sich Kiening, vgl. Christian Kiening: Ein neuer ‚Ackermann’. S. 234-256.

[19] Vgl. Karl Bertau: Eine Beobachtung zur deutschen ‚Ackermann’-Überlieferung. In: PBB 110 (1988). S. 408-411.Darauf wird unten noch näher einzugehen sein.

[20] Vgl. Willy Krogmann: Zur Textkritik des ‚Ackermann’. S. 486-488.

[21] Vgl. Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 99.

[22] Vgl. ebd. S. 89.

[23] Vgl. Johannes de Tepla. Zweiter Band. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. S. 701-704.

[24] Vgl. Kiening: „Bei Margaretha könnte es sich also entweder um eine nicht ins Licht der Geschichte getretene Jugendgeliebte handeln oder um eine fingierte ‚Perle’ (margarita), eine Zierde der Frauen ähnlich wie Petrarcas Laura“ (Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 166). Vorstellbar wäre darüber hinaus auch ein Kosename. Vgl. zur Namensbedeutung auch Nigel F. Palmer: Der Autor und seine Geliebte. Literarische Fiktion und Autobiographie im ‚Ackermann aus Böhmen’ des Johannes von Tepl. In: Autor und Autorschaft im Mittelalter. Kolloquium Meißen 1995. Hrsg. von Elizabeth Andersen u. a. Tübingen: Niemeyer 1998. S. 299-322, hier S. 308-310.

[25] Vgl. Johannes de Tepla. Zweiter Band. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. S. 17.

[26] Vgl. ebd. S. 17-29.

[27] Ebd. S. 666.

[28] Kapitel 33 soll an dieser Stelle nicht näher besprochen werden, vgl. dazu Bertaus Ausführungen ebd. S. 649-658.

[29] Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 76.

[30] Vgl. Johannes von Saaz. Der Ackermann. Band I. Hrsg. von Günther Jungbluth. S. 133.

[31] Vgl. Johannes von Saaz. Der Ackermann aus Böhmen. Band II: Kommentar. Aus dem Nachlaß von Günther Jungbluth. Hrsg. von Rainer Zäck mit einem Geleitwort von Hugo Moser. Heidelberg: Carl Winter 1983.S. 228: „Vorhandensein einer Überschrift im Original ist anzunehmen, wenngleich nicht erweisbar; ungewiß bleibt auch, welcher Überlieferung der Vorzug gebührt.“ Krogmann ging sogar so weit, auf eine Kapitelüberschrift aus den Textzeugen zu verzichten und das 34. Kapitel nur mit „JOHANNES M. A.“ zu überschreiben (Johannes von Tepl. Der Ackerman. Herausgegeben von Willy Krogmann. S. 139). Im Lesartenverzeichnis schreibt er „GEBET“ (ebd. S. 176). Vgl. auch ebd. S. 20f.

[32] Die ausufernde Diskussion über die mögliche oder auch unmögliche Identität von Verfasser und ‚Ackermann’, die durch die Namensübereinstimmung Nahrung erhält, soll hier nicht weiter verfolgt werden. Sie ist aber auch nicht beendet (vgl. die sehr interessanten Ausführungen von Bäuml: Franz H. Bäuml: Tradition’, ‘Ursprünglichkeit’ und der Dichtungsbegriff in der ‚Ackermann’-Forschung. In: Orbis Mediaevalis. Festgabe für Anton Blaschka zum 75. Geburtstag am 7. Oktober 1967. Hrsg. von Horst Gericke u. a.Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger 1970. S. 9-30 und Nigel F. Palmer: Der Autor und seine Geliebte. S. 299-322). Krogmann etwa besteht noch Jahrzehnte nach der Auffindung des Begleitschreibens auf dem biografischen Hintergrund und führt dabei sogar das Schreiben als Argumentationsquelle an (vgl. Johannes von Tepl. Der Ackerman. Herausgegeben von Willy Krogmann. S. 9-41). Letztlich handelt es sich hier um eine Frage, die nicht abschließend beantwortet werden kann, daher erscheint eine Diskussion wenig sinnvoll.

[33] Vgl. Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. Z. 34,79.

[34] Nigel F. Palmer: Der Autor und seine Geliebte. S. 305.

[35] Vgl. ebd. S. 305-313.

[36] Krogmann plädiert gar für eine Versetzung bereits in einer Vorlage des Archetypus (vgl. Willy Krogmann: Eine ‚Ackermann’-Handschrift zwischen Urschrift und Archetypus. In: ZfdPh 86 (1967). S. 80-90). Sein Ansatz von der tschechischen Hs. α her (dem ‚Tkadlec’ bzw. ‚Tkadleček’) erntet heftige Kritik von Jungbluth (vgl. Günther Jungbluth: Ergebnisse und Fragen. S. 48-62).

[37] Vgl. Johannes von Tepl. Der Ackermann. Herausgegeben von Christian Kiening. S. 98. Durch eine ähnliche Vertauschung gerieten Teile von Kapitel 32 in Kapitel 33 (vgl. ebd.).

[38] Vgl. ebd. S. 98f.

[39] Vgl. Johannes von Saaz. Der Ackermann. Band I. Hrsg. von Günther Jungbluth. S. 34.

[40] Vgl. Johannes de Tepla. Zweiter Band. Hrsg. und übersetzt von Karl Bertau. S. 664.

[41] Ebd.

[42] Da „A“ nach „S“ erscheint.

Details

Seiten
28
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656190127
ISBN (Buch)
9783656191384
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193558
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Germanistische Literaturwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Johannes von Tepl Johannes von Saaz Johann von Neumarkt Tod Prag Sudetenland Streitgespräch Frühneuhochdeutsch

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