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Liz Taylor - Die "Königin von Hollywood"

Fachbuch 2012 43 Seiten

Kunst - Fotografie und Film

Leseprobe

Liz Taylor

Die „Königin von Hollywood“

E

inen Ehrenplatz als „Königin von Hollywood“ nahm die amerikanisch-englische Filmschauspiele- rin Elizabeth („Liz“) Taylor (1932-2011) in der Welt des Kinos ein. Zwei „Oscars“ als beste Schauspielerin und mehrere Nominierungen für diese begehrte Aus- zeichnung zeugten von ihrem großen Talent vor der Filmkamera. Die zahlreichen gescheiterten Ehen der Diva lieferten der Regenbogenpresse reichlich Stoff. Elizabeth Rosemond Taylor erblickte am 27. Februar 1932 als Tochter des amerikanischen Kunsthändlers Francis Lenn Taylor (1897-1968) und der Schauspielerin Sarah Viola Taylor (1895-1994), geborene Warmbrodt, in London das Licht der Welt.

Weil ihr Vater und ihre Mutter US-Bürger waren, besaß Elizabeth von Geburt an die amerikanische und britische Staatsangehörigkeit. Zwei Jahre vor ihr war 1929 ihr älterer Bruder Howard Taylor geboren worden. Er wurde Meereskundler, hatte aber in den 1960-er Jahren gelegentlich kleine Rollen im Film und im Fernsehen. Von ihrer ehrgeizigen Mutter, die bis 1927 unter dem Künstlernamen Sara Sothern auf amerikanischen und Londoner Bühnen aufgetreten war, wurde Elizabeth von früh an auf Erfolg getrimmt. Die Kurzform „Liz“ für ihren eigentlichen Vornamen Elizabeth hat sie nicht gemocht. Bereits als Vierjährige besuchte sie die Ballettschule von Madame Vacani. Zuhause musste sie vor Möbelstücken knicksen. Bereits in früher Kindheit bekam Elizabeth Reitunterricht und erhielt Ballett- stunden. Ab 1937 besuchte sie die private „Byron House School“ in Highgate.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges siedelte der Vater 1939 aus dem von deutschen Luftangriffen be- drohten London nach Kalifornien (USA) über. Zunächst wohnte die Familie Taylor in Pasadena, dann in Pacific Palisades und schließlich in Beverly Hills. In Beverly Hills hoffte der Vater, in der Filmszene zahlungskräftige Kunden für seinen Kunsthandel zu finden, und eröffnete eine Kunstgalerie.

Elizabeth besuchte die „Hawthorne School“ in Beverly Hills. Sie erhielt weiterhin Reit- und Ballett- sowie zusätzlich Gesangsunterricht. Es heißt, sie habe nie wirklich gut getanzt oder gesungen. Deswegen wurde sie später im Film kaum als Tänzerin oder Sängerin eingesetzt.

Anfangs verliefen die Versuche der Mutter, einfluss- reiche Persönlichkeiten der Filmbranche in Hollywood auf ihre Tochter aufmerksam zu machen, erfolglos. Doch dann gelang es ihr, John Cheever Cowdin (1889- 1960), den Chairman des Filmstudios „Universal“, zu bewegen, Elisabeth in einer kleinen Filmrolle einzu setzen. Die Neunjährige wirkte im Spätsommer 1941 einige Tage lang bei den Dreharbeiten für eine kurze Filmkomödie mit, die 1942 unter dem Titel „There’s One Born Every Minute“ in die Kinos kam. Doch dieser Streifen hatte keinen Erfolg und der Vertrag von Elizabeth wurde nicht verlängert.

1942 konnten die Eltern von Elizabeth Taylor den Produzenten Samuel Marx (1902-1992) vom Filmstudio „Metro-Goldwyn-Mayer“ („MGM“) dafür begeistern, ihre Tochter in dem Film „Lassie Come Home“ („Heim- weh“, 1943) einzusetzen. In diesem rührenden Streifen hatte die Elfjährige ihre erste Rolle als Partnerin der berühmten Collie-Hündin „Lassie“. Weil sich dieser aufwändig in Technicolor produzierte Streifen finanziell bezahlt machte, erhielt „Liz“ einen siebenjährigen Stu- diovertrag. Nach diesem Erfolg besuchte sie die Schule für Kinderstars in Hollywood, an der sie bald zu den Besten ihrer Klasse gehörte. Während dieser Zeit achtete ihre Mutter darauf, dass ihre bewunderte Tochter durch die Arbeit im Atelier nicht überfordert wurde.

1944 bekam Elizabeth Taylor zwei kleine Rollen in „Die Waise von Lowood“ und „The White Cliffs of Dover“. Die Handlung dieser beiden Filme spielte in England. Einer der Gründe, weshalb man Elizabeth für diese Rollen auswählte, war, dass sie damals ihren britischen Akzent noch nicht abgelegt hatte.

Anfang 1944 gab man Elizabeth Taylor die Titelrolle in dem Pferdefilm „National Velvet“ („Kleines Mädchen, großes Herz“). Die Wahl fiel auf die Zwölfjährige, weil sie gut ritt und genau den Vorstellungen entsprach, die die Produzenten von der Hauptdarstellerin hatten. Bei diesem Streifen hatte „Liz“ erstmals die Titelrolle und trat sie in fast jeder Szene auf. In einer Reitszene stürzte sie vom Pferd und verletzte sich dabei die Wirbelsäule. Der Streifen „Kleines Mädchen, großes Herz“ startete im Dezember 1944 in den Kinos und kam beim Pub- likum sehr gut an. Anschließend förderte die Werbe- abteilung von „MGM“ für Elizabeth das Image eines tiernärrischen „Mädchens von nebenan“.

Ab 1945 sorgten die Wespentaille und der Prachtbusen der Dreizehnjährigen für Unruhe in der Männerwelt. In „Courage of Lassie“ („Lassie - Held auf vier Pfoten“, 1946) verkörperte sie zum letzten Mal auf der Kino- leinwand ein Kind. Danach wechselte sie in „Life with Father“ („Unser Leben mit Vater“, 1947), „Cynthia“ (1947), „A Date with Judy“ („Wirbel um Judy“, 1948), „Julia Misbehaves“ („Die unvollkommene Dame“, 1948) und „Little Women“ („Kleine tapfere Jo“, 1949) ins Jungmädchenfach. Durch „Cynthia“ und „Wirbel um Judy“ wurde Elizabeth in den USA zur „Teen Queen“, deren Vorbild viele ihrer Altersgenossinnen nacheiferten.

1949 galt Elizabeth Taylor als die „schönste 17-Jährige der Welt“. Als Teenager spielte „Liz“ in „Father of the Bride“ („Der Vater der Braut“, 1950) und „A Place in the Sun“ („Ein Platz an der Sonne“, 1951) mit. In „Giant“ („Giganten“,1956) polierte sie ihren Ruf auf. Für „Raintree County“ („Land des Regenbaumes“, 1957), „Cat on a Hot Tin Roof“ („Die Katze auf dem heißen Blechdach“, 1958) und „Suddenly, Last Summer“ („Plötzlich im letzten Sommer“, 1959) nominierte man sie dreimal für den „Oscar“. Den ersten „Oscar“ als beste Schauspielerin erhielt „Liz“ für ihre Mitwirkung in „Telefon Butterfield 8“ (1960).

Während der wegen zahlreicher Krankheiten von „Liz“ Taylor zehn Jahre dauernden Dreharbeiten für den Monumentalfilm „Cleopatra“ (1963) lernte sie den britischen Schauspieler Richard Burton (1925-1984) kennen und lieben. Das Filmstudio „20th Century-Fox“ verklagte „Liz“ und Burton wegen der Verzögerungen auf umgerechnet 200 Millionen Mark Schadenersatz. „Liz“ und Richard Burton - seit 1964 ein Ehepaar - traten in vielen Filmen zusammen auf, von denen „Who’s Afraid of Virginia Woolf“ („Wer hat Angst vor Virginia Woolf ?“, 1966) den zweiten „Oscar“ als beste Schau- spielerin einbrachte. „Liz“ erschien 1966 nicht zur „Oscar“-Preisverleihung. Ihr Ehemann hielt sich damals in der französischen Hauptstadt Paris auf, hatte Angst vor dem Flug in die USA und wollte seine Frau nicht alleine fliegen lassen.

Elizabeth Taylor war als Schauspielerin ein Naturtalent. Sie hat niemals formalen Schauspielunterricht erhalten, sondern sich ihr handwerkliches Können ausschließlich am Set angeeignet, wo sie von Regisseuren und

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Richard Burton (links) und Gary Moskowitz

Filmpartnern angewiesen und geschult wurde. Zu ihren Lehrern zählte offenbar auch ihre Mutter. „Liz“ hat am Set selten gepatzt, weswegen meistens bereits der erste Take verwendet werden konnte.

Als nach dem Misserfolg des Films „The Mirror Crack’d“ („Mord im Spiegel“, 1980) große Rollen auf der Kinoleinwand ausblieben, versuchte die Taylor ihr Glück auf dem Fernsehbildschirm. 1994 feierte sie als urkomische Schwiegermutter in „The Flintstones“ „Familie Feuerstein“) ein Comeback im Kino.

„Liz“ Taylor heiratete achtmal. Ihre erste Ehe schloss sie am 6. Mai 1950 als 18-Jährige mit dem Hotelerben Conrad Nicholson Hilton junior (1926-1969), genannt „Nick“, der dem Alkohol zusprach. Die erste Ehe dauerte kein ganzes Jahr. Es kam bereits am 1. Februar 1951 zur Scheidung.

Zweiter Ehemann wurde am 21. Februar 1952 der britische Schauspieler Michael Wilding (1912-1979). Als „Liz“ ihn in einer Studiokantine in Hollywood traf und er sie lüstern ansah, wurde sie von einem Filmpartner gewarnt, Wilding sei verheiratet. Sie sagte lässig, das könne sich ändern und streifte Wilding im Vorbeigehen mit einem lasziven Hüftschwung. „Liz“ ließ sich von Hilton scheiden, heiratete Wilding und schenkte ihm die Söhne Michael (1953) und Christopher (1955). Die zweite Ehe endete am 26. Januar 1957.

Als Ehemann Nummer drei fungierte ab 2. Februar 1957 der Produzent Michael („Mike“) Todd (1909 1958). Er verwöhnte „Liz“ mit Gold, Diamanten, Sex und Bewunderung, gab ihr manchmal aber auch Ohrfeigen. Aus dieser Verbindung ging 1957 die Tochter Liza hervor. Nach einjähriger Ehe kam Todd am 22. März 1958 beim Absturz seines Privatflugzeuges „The Liz“ ums Leben.

Als vierter Ehemann folgte 1959 der Schlagersänger Eddi Fisher (1928-2010). Diese Ehe dauerte vom 12. Mai 1959 bis zum 6. März 1964.

Ehemann Nummer fünf und sechs von „Liz“ Taylor wurde der Schauspieler Richard Burton. Ihre Lie- besaffäre begann in einer plüschigen Garderobe bei den Dreharbeiten für den Monumentalfilm „Cleopatra“. Burtons Ehefrau Sybil packte deswegen ihre Koffer und flog gekränkt nach New York City. Als Burton die Affäre mit „Liz“ für beendet erklärte, versuchte diese, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen. Ihr Ehemann Eddie Fisher tröstete sie mit einem Smaragdcollier für 29.000 Dollar. Nach einem zweiten Selbstmordversuch schenkte ihr Burton eine Smaragdbrosche für 150.000 US-Dollar.

Am 15. März 1964 wurden „Liz“ und Burton erstmals getraut. In ihrer turbulenten Ehe gab es viel Sex, Suff und Prügel. Das Paar adoptierte 1964 ein gehbehindertes deutsches Arbeitermädchen namens Maria (geboren 1961) aus der Nähe von Augsburg (Bayern) und einen mexikanischen Waisenjungen. Der ersten Scheidung von Burton nach zehnjähriger Ehe am 26. Juni 1974 folgte Monate später am 10. Oktober 1975 die zweite Ehe, die aber nur bis zum 29. Juli 1976 hielt. Noch im Jahr der zweiten Scheidung von Burton wagte „Liz“ Taylor am 4. Dezember 1976 ihre siebte Ehe mit dem Politiker John William Warner, der sie als Re- klamefigur missbrauchte. Das Paar trennte sich im September 1981 und ließ sich am 7. November 1982 scheiden.

Den achten Ehemann, den 36-jährigen arbeitslosen Bauarbeiter Larry Fortensky, lernte die 56-jährige „Liz“ 1988 während einer Entziehungskur im „Betty Ford Center“ in Rancho Mirage (Kalifornien) kennen. Sie heiratete ihn am 6. Oktober 1991 auf der „Neverland- Ranch“ des Popstars Michael Jackson (1958-2009). Am 31. Oktober 1995 ließ sich „Liz“ wegen „unvereinbarer Gegensätze“ von Fortensky scheiden.

Mit Michael Jackson war „Liz“ Taylor bereits seit 1984 befreundet. Er hatte auf der „Neverland-Ranch“ eine Art „Elizabeth-Taylor-Heiligenschrein“ eingerichtet, den er 1988 in seinem Musikvideo „Moonwalker“ in dem Song „Leave Me Alone“ erwähnte. Später schrieb er den Song „Elizabeth, I Love You“ und sang diesen 1997 in einer für „ABC“ produzierten Fernsehgala. Elizabeth Taylor hat sich im kalifornischen „Betty Ford Center“ im Dezember 1983 und im Oktober 1988 jeweils einer stationären Entzugstherapie unterzogen. Sie missbrauchte seit ihrer Partnerschaft mit Richard Burton sowohl Alkohol als auch Medikamente.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Liz Taylor (rechts) und Bette Davis

bei einer Preisverleihung im November 1981

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Details

Seiten
43
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656185512
ISBN (Buch)
9783656186243
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193486
Note
Schlagworte
Elizabeth Taylor Liz Taylor Film Filmschauspielerinnen Schauspielerinnen Biografien Frauenbiografien Kurzbiografien

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