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„Einbruch des ‚amazonischen Dritten‘“ – Amazonen im historiografischen Diskurs um 1800 und in Kleists Penthesilea (1808)

Versuch einer historischen Diskursanalyse

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 28 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die kämpfende Frau als widernatürliches Wesen? Aufgabenstellung, Leitfragen und Methodik

2. „[R]epublikanische[n] Amazoninnen“ und die „Polarisierung der ‚Geschlechtscharaktere’” um

3. Starke Weiber im heroischen Zeitalter - Amazonen der Antike in historiografischen Texten der Jahrhundertwende

4. Von Menschenfressern und Furien. Kleists Penthesilea (1808) und der geschichtswissenschaftliche Diskurs

5. Resümee. Foucault und die Amazonen - eine Frage der Macht

6. Bibliografie
6.1 Quellen
6.2 Sekundärliteratur

1. Einleitung: Die kämpfende Frau als widernatürliches Wesen? Aufgabenstellung, Leitfragen und Methodik

“ Die kämpfende, auch t ö tende Frau tritt uns als ‚ widernatürliches ‘ Wesen in der gesamten [ … ] Geschichtsschreibung entgegen. ” 1

Derart äußert sich Hilde Schmölzer in ihrem populärwissenschaftlichen Werk Revolte der Frauen zur Wahrnehmung und Bewertung von kämpfenden Frauen von der Antike bis Mitte des 19. Jahrhunderts und macht deutlich, dass Friedfertigkeit seit dem Altertum als charakteristisches Merkmal von Weiblichkeit angesehen wird und die kriegerische Frau innerhalb dieser Zeitspanne keineswegs den gängigen Geschlechtervorstellungen entspricht.2 Nichtsdestotrotz werden Amazonen - als matriarchalischer Volksstamm, dessen kämpfende Frauen sich zur Steigerung ihrer Wehrhaftigkeit die rechte Brust ausbrennen - seit ihrem ersten Auftauchen in der antiken griechischen Literatur, die diese sowohl in mythologisch geprägten Texten wie Homers Ilias als auch in späthellenistischen, quasi-ethnographischen Beschreibungen wie Strabons Geografica erwähnt, immer wieder thematisiert.3 Mit dem - durch Winckelmann ausgelösten - ästhetisch-humanistischen Philhellenismus, methodischen und inhaltlichen Veränderungen innerhalb der ‚Klassischen Altertumswissenschaft‘ und der damit verbundenen Re-Lektüre antiker griechischer Quellen rücken die Amazonen insbesondere seit Ende des 18. Jahrhunderts verstärkt in den Fokus deutscher Gelehrten.4 Publikationen wie die Einleitung in die G ö tter-Lehre und Fabel-Geschichte derältesten griechischen und r ö mischen Welt (1783) von Christian Tobias Damm widmen den kriegerischen Frauen ausführliche Einträge und während die Erwähnung der Amazonen in der Geschichte der Weiber im heroischen Zeitalter (1790) von Carl Gotthold Lenz noch einigermaßen notwendig erscheint, wird der berühmt-berüchtigte Volksstamm selbst in nicht auf die Antike fokussierten Werken wie dem Universal-Lexikon der V ö lker- und Ländergeschichte (1806) erwähnt.5 Insbesondere unter Berücksichtigung der geistesgeschichtlichen Entwicklung um 1800, im Zuge der sich die „Polarisierung der Geschlechtscharaktere“ - das heißt eine als ‚naturgegeben‘ dargestellte, grundlegende Differenz zwischen dem passiven, weiblichen und aktiven, männlichen Wesen - herauskristallisiert, erscheint dieses Phänomen von besonderem Interesse.6 Die Bewertung der Amazonen um 1800 in historiografischen Publikationen wird dementsprechend - nach einer ausführlicheren Erörterung der spezifischen Geschlechterstereotype in diesem Zeitraum - im ersten Teil der Arbeit genauer erörtert werden. Das Endziel ist allerdings ein dezidiert literaturwissenschaftliches: Im Zentrum der wissenschaftlichen Untersuchung steht die Tragödie Penthesilea (1808) von Heinrich von Kleist. Unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse soll überprüft werden, ob sich der Dramentext über die Amazonenkönigin im Konsens mit den zeitgenössischen historiografischen Publikationen über die Amazonen der Antike befindet bzw. inwiefern Kleists Werk wirklich als skandalöser Einzelfall bezeichnet werden kann, der als Erster das „goethezeitliche Griechenbild als verklärende Idealisierung entlarvte“ - wie der Literaturwissenschaftler Ernst Stadler 1909 noch behauptet.7 Methodisch orientiert sich diese, gewissermaßen in mehrerer Hinsicht Forschungsneuland betretende Arbeit stark an Foucaults Verfahren der Historischen Diskursanalyse, das etwa in der Ordnung des Diskurses (1970) genauer erörtert wird. Ausgehend von spezifisch-historischen Machtstrategien, welche die „Menge von Aussagen [die] […] einem gleichen Formationssystem zugehören“8 selektieren, kanalisieren und kontrollieren, werden literarische Diskurse in dieser Untersuchung - ebenso wie medizinische, juristische oder sonstige nicht-literarische Diskurse - als Bestandteile von Herrschaftspraktiken angesehen - im Gegensatz zur der von Klawitter oder Geisenhanslüke vertretenen Auffassung von einer Sonderstellung der Literatur als ‚Gegendiskurs‘.9

Hannover 1790. Vgl. Köppen, Karl Friedrich; Wagener Samuel Christoph: Universal-Lexikon der Völker- und Ländergeschichte, von der ältesten bis auf die gegenwärtige Zeit. Erster Teil. Berlin 1806.

Kulturwissenschaftliche Ansätze zu einer Diskursanalyse der Literatur - insbesondere die Arbeiten Joseph Vogls und Harald Neumeyers - dienen dabei als Grundlage für diese Untersuchung.10 In Anlehnung an die Strömung des von Stephen Greenblatt entscheidend geprägten ‚New Historicism‘ werden die wissenschaftlichen Texte - im Gegensatz zu anderen diskursanalytischen Ansätze innerhalb der Literaturwissenschaft - nicht nur als ‚Rohmaterial‘ für die literarische Gestaltung angesehen. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die ausgewählten, historiografischen Quellen über Amazonen - genau wie literarische Texte - Inszenierungs- und Erzählstrategien verwenden und nicht nur scheinbar ‚objektive Fakten‘ aneinanderreihen, werden diese im Hinblick auf diese mit Kleists Penthesilea verglichen werden. Im Vordergrund steht, wie bereits angedeutet, die Frage, auf welche Weise das Amazonenbild im Hinblick auf die zeitspezifischen Geschlechterdiskurse um 1800 präsentiert wird - ein Themenkomplex, der vor dem Hauptteil der Arbeit noch einmal angesprochen werden sollte.

2. „[R]epublikanische[n] Amazoninnen“ und die „Polarisierung der ‚Geschlechtscharaktere’” um 1800

“ Entsprechend dem mehr universellen Charakter des Weibes, ist die Empfindung in ihm vorherrschend - das Weib ist mehr fühlendes Wesen; beim Mann herrscht hingegen wegen seiner gr öß eren Individualität, die Reaktion vor, - er ist mehr denkendes Wesen [ … ] Gem äß der Universalität ist beim Weibe die Sympathie, die Liebe vorherrschend, beim Manne hingegen, wegen vorwaltender Individualität, der Antagonismus, der Ha ß , - und so ist denn jenes mitleidiger, mildthätiger, es ist sittlicher und religi ö ser, als der mehr rauhe, oft hartherzige, Alles vorzugsweise nach seinem Ich zu bemessen geneigte Mann. [ … ] Während so das Weib hauptsächlich das innere Familienverhältni ß begründet, der Mann mehr dasäu ß ere, ist er zugleich das Verbindungsglied zwischen [ … ], er hauptsächlich begründet den Staat. ”11 12

So beschreibt der Artikel „Geschlechtseigenthümlichkeiten“ in Meyers Conversations- Lexikon (1848) die vermeintlich ‚naturgegebenen‘ geschlechtsspezifischen Charakteristika von Männern und Frauen, die sich im bürgerlichen Denken um die Jahrhundertwende etablieren.13 Unter der Annahme, dass Geschlechterrollen diskursiv konstruiert sind und das Verständnis und die Wahrnehmung des biologischen Geschlechts einem massiven

Parr, Rolf; Schneider, Ulrich (Hg.): Foucault-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart; Weimar 2008, S.333.

soziokulturellen Wandel unterliegen, wird im Folgenden jene Polarisierung der Geschlechtscharaktere im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert betrachtet werden, welche für die Bewertung der kämpfenden Frauen im ausgewählten Zeitraum von eminenter Wichtigkeit ist.14 Während bis zum 18. Jahrhundert das sogenannte Ein-Geschlecht-Modell vorherrscht, das Männer und Frauen als nicht grundsätzlich, sondern nur graduell voneinander differente Menschen versteht, die sich wie umgekehrte Gegenstücke zueinander verhalten, wird diese Ansicht insbesondere im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts durch das Zwei- Geschlechter-Modell verdrängt.15 Aufgrund der einsetzenden Biologisierung der als ‚naturgegeben‘ verstandenen Geschlechterdifferenzen, im Zuge derer die physischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen als Grundlage für eine Bestimmung der geschlechtsspezifischen Eigenschaften und Merkmale fungieren, werden Personen nicht mehr länger primär nach ihrer jeweiligen Standeszugehörigkeit, sondern verstärkt auch nach ihrer Geschlechtszugehörigkeit bewertet und wahrgenommen. Dementsprechend setzen sich in besagtem Zeitraum Vorstellungen von einer geschlechtsspezifischen Aufgaben- und Funktionszuweisung durch: Dem Mann, der sich nach diesem als Kontrastprogramm aufgebauten Denkmodell idealtypisch durch Rationalität und Aktivität, Mut, Stärke, Aggressivität, Leidenschaftlichkeit und Tapferkeit auszeichnet, wird das ‚öffentliche‘ Betätigungsfeld der politischen Sphäre und des Erwerbslebens zugewiesen. Dagegen wird das Aktionsfeld der Frauen, die idealiter Sittlichkeit, Schönheit, Friedfertigkeit, Emotionalität und Passivität in sich vereinen, in dem häuslichen Bereich bestimmt.16 Der Erfolg des Zwei- Geschlechtermodells lässt sich dabei nicht nur durch die differenzierteren Einsichten in die menschliche Anatomie, im Zuge derer die körperlichen Unterschiede stärker in den Vordergrund rücken, erklären, sondern auch durch die Schwierigkeit die Lehren der Aufklärung mit der rechtlichen und sozialen Situation der Frauen zu vereinbaren. Da die Vertreter der Aufklärung theoretisch die Gleichberechtigung aller Menschen proklamieren und transzendente und traditionelle Ordnungssysteme hinterfragen, kann die Unterordnung der Frau nicht mehr durch eine ‚göttliche‘ Ordnung legitimiert werden, wohingegen die Berufung auf die physischen Unterschiede und die daraus abgeleiteten Geschlechtsmerkmale eine neue Möglichkeit bietet, die rechtlichen Differenzen zwischen den Geschlechtern zu begründen - so zu finden unter anderem in den Schriften Rousseaus und den Werken der prominentesten moralischen Anthropologen der Französischen Revolution, Roussel, Moreau und Cabinis.17 Verstärkt wird die vehemente Verteidigung der sozialen und sittlichen Dominanz des Mannes - im deutschen Raum unter anderem propagiert durch Johann Heinrich Campe - auch in Reaktion auf die als ‚Krise der Männlichkeit‘ empfundene, geistesgeschichtliche Strömung der Empfindsamkeit und der Furcht vor einer ‚Verweiblichung‘ des starken Geschlechts.18 Auffälligerweise verschwinden ‚vermännlichte‘ Frauen trotz dieser festgelegten Geschlechtscharakteristika nicht aus der Bildfläche der Öffentlichkeit: Wie Kollmann konstatiert, werden weibliche, heroische Leitfiguren insbesondere in der zeitgenössischen Literatur um 1800 populär - auch wenn oft nur mit der Intention, allzu ‚verweichlichte‘ männliche Bürger zu kritisieren.19 Interessanterweise wird der Terminus ‚Amazone‘ - in Campes Wörterbuch (1813) als „Mannweib“ oder „Heldenweib“ definiert - in diesem Kontext verwendet, um emanzipatorische Anstrengungen realer Frauen, welche die herrschende Geschlechterordnung in Frage stellen, zu benennen.20 Politisch aktive Frauen der Französischen Revolution, die sich wie Olympe de Gouges mit ihrer 1791 publizierten Schrift D é claration des Droits de la Femme et de la Citoyenne oder wie Théroigne de Méricourt als Kämpferin für die Frauenrechte profilieren, werden in - nicht nur französischen, sondern auch deutschen - zeitgenössischen Texten mit dem antiken Volksstamm in Verbindung gebracht und bezeichnen sich partiell sogar selbst als Amazonen.21 Wie Inge Stephan richtig feststellt, werden diese an der Revolution beteiligten, teilweise auch physisch kämpfenden Frauen - abhängig von der politischen Präferenz der Autoren - üblicherweise in stark verfremdeter Form dargestellt, um diese in Einklang mit dem zeitgenössischen Frauenbild zu bringen und die herrschenden Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu bewahren. Einerseits werden die ‚Amazonen der Revolution‘ auf Festumzügen als Verkörperungen revolutionärer Tugenden idealisiert und implizit zu abstrakten Symbolen reduziert.22 Andererseits werden der besondere „Blutdurst“ und die furchtbaren „Grausamkeiten“ der „Weiber“ im Verlauf der Revolution in Berichten wie Campes Briefen aus Paris (1790) betont, um herauszustellen, dass eine vollständige Gleichberechtigung der weiblichen Bevölkerung nicht erwünscht sein kann.23 Die zeitgenössische Berichterstattung über das Verhalten der französischen, sich emanzipierenden Frauen, das heißt insbesondere die Versuche durch bestimmte Beschreibungsschemata von amazonischer Weiblichkeit eine Legitimation der patriarchalischen Gesellschaft zu liefern, beeinflussen dabei selbstverständlich auch die historiografischen Texte über die antiken Amazonen - ein Phänomen, dem sich diese Arbeit im nächsten Kapitel zuwenden wird.

3. Starke Weiber im heroischen Zeitalter - Amazonen der Antike in historiografischen Texten der Jahrhundertwende

„Der Gott war zum Menschen geworden, um den Menschen zum Gott zu erheben.“24

Mit diesen Worten beschreibt Goethe in seinem 1805 publizierten Werk Winkelmann [sic] und sein Jahrhundert das griechische Altertum, das er - auch durch die Glorifizierung der Winckelmannschen Antike-Beziehung - in stellenweise eindeutig klassizistischer Manier idealisiert.25 Zeitgenössisch typisch ist diese Aussage insofern, als die Winckelmannschen Schriften - etwa die Gedanckenüber die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst (1755) oder die Geschichte der Kunst des Althertums (1764) - die Rezeption der klassischen Antike von der zweiten Hälfte des 18. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts stark beeinflussen.26 Die seit Winckelmann vorgenommene Präsentation der griechischen Antike als Höhepunkt menschlicher Kultur und Kunst bzw. die Projektion eines scheinbar allgemein-menschlichen, normativen Ideals auf das klassische Altertum - in welchem der Charakter noch zu „echter Menschlichkeit“27 gelangt sei - prägt die historiografische Tätigkeit der Altertumswissenschaft auch noch in der Periode um 1800.28 Nicht nur in Bezug auf die Kunst wird die Nachahmung der griechischen Malerei und Bildhauerkunst als Weg zu ästhetischer Vollkommenheit angepriesen: Die Beschäftigung mit den Griechen an sich erhält den Ruf zur Ausbildung individueller höherer Bildung und Humanität beizutragen - was die Altertumswissenschaft „als Humanitätswissenschaft […] [zur] Wissenschaft vom Höchsten“ werden lässt.29 Für die Zeit um 1800 als „Höhe-, Wende- und Endpunkt der klassischen deutschen Antikerezeption“ empfiehlt es sich allerdings auch, die zeitgenössischen Gegenströmungen zum Klassizismus zu berücksichtigen.30 Dementsprechend distanziert sich gerade Goethe in seinem Werk Winckelmann und sein Jahrhundert (1805) bereits schon partiell vom klassizistischen Griechenbild, indem er dessen Historizität betont und auch Intellektuelle wie Herder, Schiller oder Friedrich Schlegel lösen sich um 1800 stückweise vom antiken Ideal und betonen die Singularität und den unwiederholbaren Charakter der Antike und den grundlegenden Unterschied dieser zur Moderne.31 In diesen Kontext der Neuorientierung der Altertumswissenschaften sind dementsprechend die historiografischen Texte über die Amazonen zu stellen. Zu berücksichtigen gilt dabei allerdings die ethnologische Zuordnung dieser Frauenstämme in den antiken Quellen: Angesiedelt werden die Amazonen in Thrakien, Westanatolien oder in Kleinasien, in den frühen Quellen tauchen sie meist dann auf, wenn sie von mythischen Helden wie Bellerophon, Achill, Theseus oder Herakles im Kampf besiegt werden. Stets sind die Gegner des matriarchalischen Frauenvolkes die Griechen, die als Vertreter einer Hochkultur gegen die unterlegenen Kriegerinnen antreten.32 Die damit bereits in der Antike inhärente Gleichsetzung von Barbaren und Amazonen wird in den historiografischen Texten um 1800 fortgesetzt, so dass die zeitgenössisch-typische Glorifizierung der ‚edlen Einfalt und stillen Größe‘ der griechischen Antike für diese Texte über die matriarchalischen Frauenvölker nur als Kontrastfolie von Bedeutung ist. Explizit wird dementsprechend beispielsweise in Ricklefs Darstellung der Menschheitsgeschichte (1806) betont, dass die „kriegerischen Weiber“, die zur „Erdichtung von Amazonen-Republiken“ Anlass gegeben hätten, aus den als „barbarisch“ bezeichneten Skythen hervorgegangen seien.33

[...]


1 Schmölzer, Hilde: Revolte der Frauen. Porträts aus 200 Jahren Emanzipation. Wien 1999, S.185.

2 Vgl. Hagemann, Karen: Venus und Mars. Reflexionen zu einer Geschlechtergeschichte von Militär und Krieg. In: Hagemann, Karen; Pröve, Ralf (Hg.): Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger. Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel. Frankfurt; New York 1998, S.13 f.

3 Vgl. Kullmann, Wolfgang: Homerische Motive. Beiträge zur Entstehung, Eigenart und Wirkung von Ilias und Odyssee. Herausgegeben von Roland Müller. Stuttgart 1992, S.115. Vgl. Fuhrmann, Manfred: Christa Wolf über Penthesilea. In: Kleist-Jahrbuch 1986, S.81-92.

4 Borgo, Carmela Lorella: „Das furchtbar-schöne Gorgonenhaupt des Klassischen“. Deutsche Antikebilder (1755-1875). Dissertation 2001. Zitiert nach: http://www.diss.fu- berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000000475/0_Bosco.pdf (7.4.2010.), S.92- 95. Blok, Josine H.: The Early Amazons. Modern and Ancient Perspectives on a Persistent Myth. Leiden; New York; Köln 1995, S.21.

5 Vgl. Damm, Christian Tobias: Einleitung in die Götter-Lehre und Fabel-Geschichte der ältesten griechischen und römischen Welt. Berlin 1783. Vgl. Lenz, Carl Gotthold: Geschichte der Weiber im heroischen Zeitalter.

6 So der Titel des wegweisenden Aufsatzes von Karin Hausen. (Vgl. Hausen, Karin: Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere" - Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben. In: Conze, Werner (Hg.): Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas. Stuttgart 1976, S.363-393.)

7 Nutz, Maximilian: „Erschrecken Sie nicht, es läßt sich lesen.“ Verstörung und Faszination in Diskurskontexten

- zur Rezeptionsgeschichte von Kleists Penthesilea. In: Lubkoll, Christine; Oesterle, Günter (Hg.): Gewagte

Experimente und kühne Konstellationen. Kleists Werk zwischen Klassizismus und Romantik. Würzburg 2001, S.221.

8 Foucault, Michel: Archäologie des Wissens (1969). Frankfurt am Main 1981, S.170. Zum Diskursbegriff bei Foucault: Vgl. Winko, Simone: Diskursanalyse, Diskursgeschichte. In: Arnold, Heinz Ludwig; Detering, Heinrich (Hg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft. München 2001, S.467. Vgl. Schößler, Franziska: Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft. Eine Einführung. Tübingen; Basel 2006, S.38.

9 Dass diese Auffassung vom literarischen Diskurs als ‚ein Diskurs neben den anderen‘ auch in den diskursanalytischen Schriften Foucaults aufgefunden werden kann, lässt sich beispielsweise anhand der Ordnung des Diskurses belegen. (Vgl. Neumeyer, Harald: Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft (Diskursanalyse, New Historicism, „Poetologien des Wissens“) Oder: wie aufgeklärt ist die Romantik? In: Nünning, Ansgar; Sommer, Roy (Hg.): Kulturwissenschaftliche Literaturwissenschaft. Tübingen 2004, S.178.) Zur Literatur als ‚Gegendiskurs‘: Vgl. Geisenhanslüke, Achim: Foucault und die Literaturwissenschaft. In: Kammler, Clemens;

10 Vgl. Vogl, Joseph. Einleitung. In: Vogl, Joseph (Hg.): Poetologien des Wissens um 1800. München 1999, S.7- 18. Vgl. Neumeyer, Harald: Anomalien, Autonomien und das Unbewusste. Selbstmord in Wissenschaft und Literatur von 1700 bis 1800. Göttingen 2009, S.39-49.

11 Als „republikanische[n] Amazonninen“ werden in einem Artikel im Neuen Teutschen Merkur von 1794 eine Reihe Frauen, die eine Sitzung der Pariser Kommune stören, bezeichnet. (Anonym: Die Revoluzionsdamen im neuen Paris und alten Rom. In: Neuer Teutscher Merkur. 1794 (1), S.69.)

12 Meyer, J.: Das große Conversationslexikon. 1. Abteilung, 12. Band. Hildburghausen 1848, S.748 f.

13 Ebd., S.742. Vgl. Hausen: Die Polarisierung, S.382 f.. Auch Panke-Kochinke betont, dass die Polarisierung der Geschlechtscharaktere insbesondere als bürgerliches Denkmodell bezeichnet werden kann. (Vgl. PankeKochinke, Birgit: Die anständige Frau. Konzeption und Umsetzung bürgerlicher Moral im 18. und 19. Jahrhundert. Pfaffenweiler 1991, S.125-129.)

14 Vgl. dazu u.a. Beauvoir, Simone de: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Reinbek 1992, S.61 f..

15 Vgl. Krimmer, Elisabeth: In the company of men. Cross-dressed women around 1800. Detroit, Michigan 2004, S.8 f. Siehe auch: Laqueur, Thomas: Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud. Frankfurt am Main 1992, S.172-219.

16 Vgl. Hausen: Die Polarisierung, S.366-370.

17 Vgl. Krimmer: In the company of men, S.8 f.. Siehe auch: Laqueur: Auf den Leib geschrieben, S.220-227.

18 Kollmann, Anett: Gepanzerte Empfindsamkeit. Helden in Frauengestalt um 1800. Heidelberg 2004, S.77-82.

19 Vgl. ebd., S.82, S.86 f.

20 Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke. Braunschweig 1813, S.104.

21 Vgl. Scheifele, Siegrid: Projektionen des Weiblichen. Lebensentwürfe in Kleists Penthesilea. Würzburg 1992, S.45-48. Zur Wahrnehmung der ‚revolutionswütigen‘ Frauen in Deutschland: Vgl. Brandes, Helga: „Über die Revolutionssucht deutscher Weiber“. Frauenbilder in der deutschen Publizistik um 1800. In: Brandes, Helga (Hg.): ‚Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht‘. Frauen und die Französische Revolution. Wiesbaden 1991, S.146-164.

22 Stephan, Inge: „Da werden Weiber zu Hyänen …“ Amazonen und Amazonenmythen bei Schiller und Kleist. In: Stephan, Inge; Weigel, Sigrid (Hg.): Feministische Literaturwissenschaft. Dokumentation von der Tagung in Hamburg vom Mai 1983. Berlin 1984, S.27-29.

23 Campe, Joachim Heinrich: Briefe aus Paris zur Zeit der Revolution geschrieben. Braunschweig 1790, S.188. Vgl. Scheifele: Projektionen, S.IX-XI.

24 Goethe, Johann Wolfgang (Hg.): Winkelmann [sic] und sein Jahrhundert, In Briefen und Aufsätzen. Tübingen 1805 (Reprint Hildesheim 2005), S.402.

25 Vgl. Riedel, Volker: Zwischen Klassizismus und Geschichtlichkeit. Goethes Buch ‘Winckelmann und sein

Jahrhundert‘. In: Rosenberger, Veit (Hg.): ‚Die Ideale der Alten‘. Antikrezeption um 1800. Stuttgart 2008, 22 f.

26 Vgl. Borgo: Gorgonenhaupt, S.92.

27 Wolf, Friedrich August: Darstellung der Altertumswissenschaft nach Begriff, Umfang, Zweck und Wert. Berlin 1807, S.132.

28 Vgl. Disselkamp, Martin: Altertumskunde als kulturelles Handeln. Überlegungen zur Antikerezeption in Berlin um die Wende vom 18. Zum 19. Jahrhundert. In: Seidensticker, Bernd; Mund, Felix (Hg.): Altertumswissenschaften in Berlin um 1800 an Akademie, Schule und Universität. Hannover 2006, S.39.

29 Landfester, Manfred: Die Altertumswissenschaft in Berlin um 1800. In: Seidensticker, Bernd; Mund, Felix

(Hg.): Altertumswissenschaften in Berlin um 1800 an Akademie, Schule und Universität. Hannover 2006, S.15. Vgl. ebd., S.14 f.

30 Riedel: Klassizismus, S.16.

31 Vgl. ebd., S.16, S. 24. Vgl. Rosenberger, Veit: Einführung. In: Seidensticker, Bernd; Mund, Felix (Hg.): Altertumswissenschaften in Berlin um 1800 an Akademie, Schule und Universität. Hannover 2006, S.7.

32 Vgl. Fuhrmann: Penthesilea, S.84. Vgl. Kirk, Ilse: Images of Amazons: Marriage and Matriarchy. In: Macdonald, Sharon; Holden, Pat; Ardener, Shirley (Hg.): Images of Women in Peace and War. Cross-cultural and Historical Perspectives. Madison, Wisconsin 1988, S.28.

33 Ricklef, Friedrich Reinhard: Darstellung der Menschheitsgeschichte. Mit Beziehung auf Kruse’s historischen Atlas zum Gebrauch für Academien und Gymnasien. Oldenburg 1806, S.66.

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656184812
ISBN (Buch)
9783656185352
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193479
Institution / Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,00
Schlagworte
Kleist Penthesilea Amazonen Foucault Diskursanalyse Gender

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Titel: „Einbruch des ‚amazonischen Dritten‘“ – Amazonen im historiografischen Diskurs um 1800 und in Kleists Penthesilea (1808)