Lade Inhalt...

Die Tagebuchform in Kierkegaards pseudonymen Schriften

Ein Vergleich zwischen dem Tagebuch des Verführers in Entweder/Oder (1843) und „Schuldig?“ – „Nicht Schuldig?“ Eine Leidensgeschichte. Ein Psychologisches Experiment von Frater Taciturnus in den Stadien auf des Lebens Weg (1845)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 38 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

GLIEDERUNG

1. AUFGABENSTELLUNG UND LEITFRAGEN

2. PHILOSOPHISCHER KONTEXT UND METHODIK: DIE GESAMTKONZEPTION VON ENTWEDER/ODER UND DEN STADIEN AUF DES LEBENS WEG
2.1 Die Entwicklung der Stadienlehre in Entweder/Oder und den Stadien
2.2 Die ‚Maieutik’ Kierkegaards und das Programm der ‚Indirekten Mitteilung’

3. DAS TAGEBUCH DES VERF ÜHRERS IN ENTWEDER/ODER UND DAS TAGEBUCH DES QUIDAM IN DEN STADIEN - EIN VERGLEICH
3.1 Unterschiede in Bezug auf Aufbau, Gestaltung und Inhalt der Diarien eines Ästhetikers und einer Existenz in Richtung des Religiösen
3.2 Das Verhältnis von Authentizität und Fiktionalität im Tagebuch des Verführers und den Aufzeichnungen Quidams in „ Schuldig? “ - „ Nicht Schuldig? “
3.3 Kritik und Kommentar an der ethischen/ ästhetischen Existenz: Die Durchbrechung des monoperspektivischen Charakters des Tagebuchs

4. RESÜMEE: DIE FUNKTION DER TAGEBUCHFORM IN KIERKEGAARDS PSEUDONYMEN SCHRIFTEN

5. LITERATURVERZEICHNIS
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur

1. Aufgabenstellung und Leitfragen

„Sören Kierkegaard verwendet mit Vorliebe die Aussageform des Tagebuchs.“1

Derart äußert sich der Literaturwissenschaftler Albert Gräser in seinem Werk Das literarische Tagebuch über den Stellenwert der Tagebuchform in Sören Kierkegaards philosophischen Schriften und führt die so behauptete Präferenz des Philosophen auf die frühe Isolation Kierkegaards zurück, die diesen für diese Mitteilungsform prädisponiert hätte.2 Betrachtet man allerdings das Gesamtwerk des Dänen, das sich durch eine „- gemessen an der literarischen Gestalt philosophischen oder theologischen Schrifttums - ungewöhnliche Vielfalt der Darstellungsformen auszeichnet“,3 kann dieser Aussage nur bedingt zugestimmt werden: Kierkegaard verwendet in seinen philosophischen Schriften eine Vielzahl unterschiedlichster Textarten - u.a. Briefe, Aphorismen und Reden -, so dass die Tagebuchform nur in einem sehr geringem Maß Anwendung findet. Umso wichtiger erscheint es daher, die Bedeutung der Tagebuchform in Kierkegaards Werken einer kritischen Neubewertung zu unterziehen: Ausgehend von den zwei prominenten Beispielen, in welchem Kierkegaard diese literarische Gattung verwendet - dem Tagebuch des Verführers in Entweder/Oder und dem Tagebuch des Quidam in den Stadien auf des Lebens Weg -, sollen die Funktion und der Stellenwert dieser Aussageform für das philosophische Schaffen Kierkegaards in dieser Seminararbeit untersucht werden. Unter der Annahme, dass sich das Diarium - ob privat oder öffentlich, fiktiv oder autobiographisch - einer einfachen Beschreibung oder Kategorisierung entzieht und - trotz bestimmter gattungstypischer Merkmale wie der Strukturierung durch Kalenderdaten und der täglichen Berichterstattung in Einzeleinträgen - sehr unterschiedliche Formen annehmen kann, wird dabei insbesondere die spezifische Verwendung dieser Textsorte bei Kierkegaard im Zentrum der Darstellung stehen.4 Aufgrund der Tatsache, dass es sich sowohl bei dem Tagebuch des Quidam als auch dem Tagebuch des Verführers um fingierte Tagebücher handelt, welche die dem Diarium eigentümlichen Züge als bewusstes Stilmittel zur Ausgestaltung einer fiktiven Erzählung imitieren, erscheint es besonders sinnvoll, den jeweiligen Umgang mit der Form auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu beleuchten. In bewusster Frontstellung zum jüngsten Forschungstrend der „literary perception“5 der pseudonymen Schriften Kierkegaards entscheidet sich diese Untersuchung allerdings gegen die bloße Orientierung an den Texten selbst: Vielmehr werden auch die philosophisch-theologischen Interpretationszusammenhänge, die für eine adäquate Bewertung des Stellenwerts der Texte in den Stadien und Entweder/Oder sowie für die vergleichenden Analyse der Tagebücher von essentieller Notwendigkeit erscheinen, entsprechende Berücksichtigung finden.6

2. Philosophischer Kontext und Methodik: Die Gesamtkonzeption von Entweder/Oder und den Stadien auf des Lebens Weg

2.1 Die Entwicklung der Stadienlehre in Entweder/Oder und den Stadien

„Daher zerfällt das erste System mit Hinblick auf das Christentum in drei Stadien: Schöpfung - Sündenfall und in dessen Folge Stand des Todes und der Ohnmacht - und eine neue Schöpfung, wo der Mensch auf einen Standpunkt versetzt bleibt, wo er wählen kann, und danach - wenn er gewählt hat - Christentum.“7

So versucht Sören Kierkegaard in einem Tagebucheintrag vom 14.1.1837 erstmals die verschiedenen Ausformungen des menschlichen Daseins mithilfe einer Einteilung in verschiedene Stadien zu fassen - eine Idee, die der Philosoph in der Folge unter anderem in den Schriften Entweder/Oder und den Stadien auf des Lebens Weg zur sogenannten ‚Stadientheorie’ weiterentwickelt und in der Art präzisiert, dass er selbst Anspruch auf den Verdienst erhebt, „die entscheidenden Bestimmungen des ganzen Umfangs des Existenziellen derart dialektisch scharf und ursprünglich dargelegt zu haben, wie es - zumindest meines Wissens - in der Literatur noch nicht geschehen ist.“8 Den Grundstein zur Entwicklung der Stufen der Existenz legt Kierkegaard mit der 1843 erschienen Schrift Entweder/Oder, welche die wesentlichen Merkmale zweier unterschiedlicher Existenzsphären - der ästhetischen und der ethischen - darlegt und einander vergleichend gegenüberstellt.9 Die leicht irreführende Bezeichnung des im ersteren der beiden Stadien lebenden Menschen als Ästhetiker bezieht sich dabei nicht zwingend auf dessen Eigenschaft als Kunsttheoretiker, sondern verweist auf eine Lebensanschauung, die das Streben nach dem Ästhetisch-Schönen in den Mittelpunkt stellt.10 Deklariert Entweder/Oder auf diese Weise den Genuss zum Ziel und Zweck dieser Existenzform,11 so wird im Umkehrschluss auf den Umstand verwiesen, dass der ästhetisch lebende Mensch stets „unmittelbar“ bestimmt ist, das heißt in besonderer Weise von dem direkt Vorfindbaren in sich und seiner Umgebung beeinflusst wird.12 Indem sich der Ästhetiker in der Konzentration auf die Befriedigung seiner Bedürfnisse von seinen Affekten, Trieben und Leidenschaften leiten lässt, bleibt er von seinem naturhaften Sein als sinnliches, bzw. triebhaftes Individuum determiniert und ist in seinem Hedonismus überdies von zeitlich- endlichen Gegebenheiten - wie Talent, Schönheit, Ansehen - abhängig, die für die Stillung seiner Lust und Begierde konstitutiv sind, deren Existenz jedoch „nicht in dessen eigener Macht steht.“13 Den Defiziten der ästhetischen Existenz stellt Kierkegaard in Entweder/Oder eine höhere, vorteilhafter scheinende Daseinsform gegenüber: Das ethische Stadium, dem der zweite Teil der Schrift gewidmet wird. Im Unterschied zur ästhetischen Haltung, welche sich in ihrem Fehlen von verbindlichen Handlungsgrundsätzen einer endgültigen Entscheidung zwischen der „Menge von Lebensaufgaben“ verweigert, so dass der Ästhetiker „nur für den Augenblick lebt und deshalb im nächsten Augenblick etwas andres wählen kann“,14 ist die Kategorie der ernsthaften, auf langfristige Realisierung ausgerichteten „Wahl“15 in der ethischen Sphäre die wesentliche Voraussetzung um über das bloße Sein hinauszukommen und Existenzwirklichkeit zu erlangen:16 Der Ethiker überwindet die ästhetische Heteronomie, indem sich in einem autonomen Akt der Freiheit dazu entschließt Entscheidungen bewusst anhand von moralisch-ethischen Kategorien zu treffen. Indem - im Gegensatz zur ästhetischen „Indifferenz“ - der Unterschied zwischen „Gut und Böse“ als bedeutend für die eigene Lebensgestaltung anerkannt wird,17 geht es im ethischen Stadium insbesondere darum die eigene Verantwortung gegenüber den Mitmenschen als Individuum, „das in lebendiger Wechselwirkung steht mit diesen konkreten Umgebungen, diesen Lebensverhältnissen, dieser Ordnung der Dinge“, also Teil eines sozial-historischen Allgemeinen ist, anzunehmen.18 Die 1845 publizierten Stadien auf des Lebens Weg geben die Unterteilung in eine ethische und eine ästhetische Existenz von Entweder/Oder im ersten Teil der Schrift im Grunde in leicht abgeänderter Form wieder.19 Entscheidend ist jedoch, dass das „Ästhetisch-Sinnliche [...] als etwas Vergangenes“20 betrachtet wird, das nicht einmal mehr ansatzweise als sinnvolle Alternative dargestellt wird. War der christliche Glaube als „Verhältnis zu der ewigen Macht“21 in Entweder/Oder lediglich Teil des Ethischen, so erhält das Religiöse in den Stadien als drittes, höchstes und eigenständiges Stadium einen neuen Stellenwert, so dass die ethische Existenz zur bloßen „Durchgangssphäre“22 reduziert wird.23 Erfüllung kann ein Individuum dementsprechend nur durch den als durchaus schwierig wahrgenommen ‚Sprung’ in die religiöse Existenzweise finden, indem es das Gottesverhältnis nicht mehr nur als Verpflichtung zur ethischen Selbstwerdung begreift, sondern ihm ein Eigenrecht zugesteht.24 Damit steht nicht mehr länger die Eingliederung in die Gesellschaft im Vordergrund: Wichtig wird vielmehr der „einzelne Mensch“,25 der im Verhältnis zum Absoluten tritt und sich damit erst als Selbst vervollkommnt.26 Von Entweder/Oder bis zu den Stadien auf des Lebens Weg werden damit die verschiedenen Existenzsphären sowohl in ihrer Eigenart als auch in ihrer Hierarchie untereinander hinreichend bestimmt. Die Stadienordnung des Existierens ist dabei keineswegs als Modell zu verstehen, dessen Etappen nacheinander zu durchlaufen sind. Vielmehr erscheinen die ästhetische, ethische und religiöse Sphäre als idealtypische Alternativen, an denen sich der Leser orientieren kann und sich im Idealfall im Zuge dessen zugunsten der jeweils höheren Stufe entscheiden soll.27 Mit welchen Mitteln Kierkegaard eine derartige Rezeption erreichen will, soll im Folgenden besprochen werden.

2.2 Die ‚Maieutik’ Kierkegaards und das Programm der ‚Indirekten Mitteilung’

„Das Geschriebene ist zwar das Meine, aber nur insofern, als ich der produzierenden dichterisch-wirklichen Individualität ihre Lebensanschauung mittels der Hörbarkeit der Replik in den Mund gelegt habe. Denn mein Verhältnis ist noch äußerlicher als das eines Dichters, der Personen dichtet und doch selbst im Vorwort der Verfasser ist. [...] Es ist also in den pseudonymen Büchern nicht ein einziges Wort von mir selbst; ich habe keine Meinung über sie außer als Dritter.“28

Mit dieser Äußerung kommentiert Sören Kierkegaard in der 1846 erschienenen Abschlie ß enden unwissenschaftlichen Nachschrift sein Programm der ,Indirekten Mitteilung’, das in den sogenannten „ästhetischen Schriften“,29 zu welchen auch die Werke Entweder/Oder und die Stadien auf des Lebens Weg gehören, Anwendung findet und aufgrund seiner Unkonventionalität der näheren Betrachtung verdient.30 Ausgangspunkt ist dabei die kritische Zeitdiagnose Kierkegaards, der - gemäß seiner Selbsterklärung in der 1859 erschienen Schrift Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller - als „religiöser Schriftsteller“31 der Auffassung ist, dass die Mehrzahl der Menschen des 19. Jahrhunderts trotz behaupteter Religiosität eigentlich im ästhetischen Stadium verharren32 - ein „Sinnentrug“, den es zu beheben gilt.33 In seinem pädagogischen Bestreben den Menschen zur Selbsterkenntnis und damit zur Lebensveränderung in Richtung des Ethisch-Religiösen zu bringen bezweifelt Kierkegaard allerdings die Wirksamkeit von philosophischen Schriften, die Wahrheiten in abstrakt-theoretischen Erörterungen vermitteln wollen. Statt dem Rezipienten also „mit unmittelbarem Angriff“ vor den Kopf zu stoßen,34 wählt der Schriftsteller die ‚indirekte Mitteilung’ um den Leser in seiner Innerlichkeit zu erreichen und bei ihm die „Verwandlung des Subjekts in sich selbst“ auszulösen.35 Konkret bedeutet dies, dass Kierkegaard Schriften wie Entweder/Oder und die Stadien auf des Lebens Weg unter Pseudonymen veröffentlicht und innerhalb dieser wiederum nur fiktive Figuren zu Wort kommen lässt, die als Repräsentanten des ästhetischen oder ethischen Stadiums kenntlich gemacht werden: So wird Entweder/Oder von einer Person namens Victor Eremita herausgegeben, dem die Manuskripte zweier nicht näher bekannter Personen, dem Ästhetiker A und dem Gerichtsrat Wilhelm - kurz Ethiker B genannt - , durch Zufall in die Hände gekommen sind.36 Auch in den Stadien auf des Lebens Weg tritt nicht Kierkegaard, sondern ein vergnügter und pfiffiger Buchbinder mit dem Namen Hilarius Buchbinder als Herausgeber eines Bündels in sich nicht zusammenhängender Handschriften von verschiedenen Verfassern - u.a. William Afham und Frater Taciturnus - auf, die ihm durch einen Schriftsteller zugesandt worden sind, der diese vermutlich als Anführer einer Gesellschaft oder Bruderschaft gesammelt hat.37 Entscheidend dabei ist, dass es Kierkegaard durch diese Verfahrensweise bewusst vermeidet einen direkten Kommentar zu den jeweiligen Verfassern und deren Äußerungen abzugeben. Denn in Anlehnung an die sokratische Maieutik kommt es Kierkegaard vielmehr darauf an, die Aufgabe eines „Geburtshelfer[s]“38 zu übernehmen und den Leser - wie der antike Philosoph es einst in seinen Gesprächen tat - auf den Weg zur Einsicht zu bringen, indem er sich durch die Verstellung auch in dessen Standpunkt begibt.39 Anhand der Selbstaussagen der Vertreter der jeweiligen Stadien in den Aufsätzen, Tagebüchern, Reden und Briefen soll der Rezipient, der sozusagen ‚aus erster Hand’ wesentliche Elemente, Grenzen und Defizite der Existenzsphären in Erfahrung bringen kann, dazu provoziert werden die Aufgabe der kritischen Beurteilung selbst zu übernehmen. Dabei geht es Kierkegaard um mehr als bloße Textauslegung: Da eine der dargestellten Lebensanschauungen mit dem Selbstverständnis des Lesers konvergiert, wird in der „Selbsttätigkeit der Aneignung“40 das eigene Lebensverständnis mit überprüft und die Auseinandersetzung mit der eigenen, problematischen Existenz forciert - ein Prozess, der auch durch die zu besprechenden Texte, das Tagebuch des Verführers und das Tagebuch des Quidam ausgelöst werden soll, die darum nun genauer in ihrer spezifischen Konzeption betrachtet werden.

3. Das Tagebuch des Verführers in Entweder/Oder und das Tagebuch des Quidam in den Stadien - ein Vergleich

3.1 Unterschiede in Bezug auf Aufbau, Gestaltung und Inhalt der Diarien eines Ästhetikers und einer Existenz in Richtung des Religiösen

„Viewed categorically, the experiment relates to ‚The Seducer’s Diary’ in such way that it begins right where the seducer ends, with the task he himself suggests: ‚to poetise oneself out of a girl’. “41

In dieser Tagebucheintragung von 1846 macht Kierkegaard auf die inhaltlich-thematischen Ähnlichkeiten zwischen dem Tagebuch des Verführers in Entweder/Oder und Quidams Tagebuch in „ Schuldig? “ - „ Nicht Schuldig? “, dem dritten Teil der Stadien, aufmerksam, die zunächst vor allem darin bestehen, dass es sich bei beiden Tagebüchern um die Geschichte einer Ver- und Entlobung handelt. Auch wenn diese Analogien teilweise auf den Umstand zurückgeführt werden können, dass es sich bei besagten Tagebüchern zweifellos um „Deklination[en] des Autobiographischen“42, das heißt der dichterischen Ausgestaltung der Krise Kierkegaards im Zusammenhang mit Regine Olsen 1840-41 handelt,43 erscheint es sinnvoll, die Texte als von der Realität autonome Machwerke zu betrachten, die für die folgende Untersuchung trotz gewisser autobiographischer Züge als fiktive Texte in ihrer Funktion innerhalb der pseudonymen Schriften von Interesse sein werden.44 Denn nicht umsonst treten trotz des gemeinsamen Hintergrundes grundsätzliche Verschiedenheiten zwischen den fingierten Diarien auf, welche unter Berücksichtigung der stadientheoretischen Verortung der Tagebuchautoren - Johannes als „Aesthetiker“45 und Quidam als eine Existenz „in Richtung des Religiösen“46 - in dem Hauptteil dieser Arbeit unter Bezugnahme auf Inhalt, Gestaltung und Aufbau der Einträge, sowie der Funktion der Tagebücher für die jeweiligen Ich-Erzähler untersucht werden sollen.

Im Zentrum des Tagebuch des Verführers steht mit Johannes ein reflektierter Don Juan, der seine Bestrebungen - im Unterschied zu dem Prototyp des extensiven Verführers, Mozarts Don Giovanni - nicht allein auf die sexuelle Befriedigung richtet, sondern für den die „Kunst, die Gründlichkeit, die tiefsinnige Hinterlist, mit der er verführt“ von entscheidender Bedeutung sind.47 Sein Diarium mit dem Titel Commentarius perpetuus No.4 konzentriert sich dementsprechend auf eine derartige intensive Verführung, in der das Ziel der Begierde, Cordelia Wahl, durch geistige Einflussnahme zur vollkommenen, freiwilligen Hingabe gebracht werden soll.48 Analog zu Johannes Selbstanspruch als Ästhetiker in Tradition der Frühromantiker „poetisch zu leben“49 und die Kategorie des „Interessante[n]“50 in seinen Verhältnissen stets zu wahren, ist das Thema dieses genuinen ‚Künstlertagebuchs’51 der Prozess der Schaffung eines perfekten Kunstwerkes, das heißt der planmäßig betriebenen und perfekt inszenierten sukzessiven Betörung des jungen Mädchens.52 Die Eintragungen - die vom 4.April bis zum 25.September geführt werden und damit exakt der Zeitspanne entsprechen, die Johannes als ideale Dauer einer Liebesgeschichte bestimmt,53 - beginnen mit der Suche nach dem geeigneten Material und beinhalten nach dem Auffinden und Auskundschaften des „Hauptgewinn[s]“54 Cordelia, welche in ihrer Jugend, Isoliertheit, Unschuld und Unmittelbarkeit als tabula rasa die geeigneten Voraussetzungen erfüllt, um Objekt des schöpferischen Aktes zu werden,55 ‚kunsttheoretische’ Überlegungen betreffs möglichen Techniken, Strategien und Wirkungsabsichten der Verführung: In genussvoll betriebenen und im Tagebuch sorgsam überlegten Täuschungsmanövern wird in der Geliebten und bald formal Verlobten ein „Widerwille[n] gegen die schlichte alltägliche Liebe“56 und die Sehnsucht nach dem „Wunderbare[n]“, „Außerordentliche[n]“ geweckt.57 Legitimiert durch die an Hegel angelehnte geschlechtsspezifische Bestimmung des Weibes als „Sein für anderes“58 kulminiert die von Johannes gelenkte und initiierte innere Entwicklung der nun „erotisch voll ausgerüstet[en]“59 Cordelia in dem durch die Auflösung der Verlobung ‚in Freiheit’ vollzogenen Geschlechtsakt - der Krönung des gestalteten Gesamtkunstwerkes im „perfekten Moment“, nach welchem das Interesse an der Geliebten erlahmt und die Aufzeichnungen dementsprechend ihr Ende finden.60 Johannes „Bunde mit dem Ästhetischen“61 spiegelt sich im Tagebuch des Verführers indes nicht nur auf inhaltlicher Ebene wider: Vielmehr zeugt auch die Gestaltung des Diarium, das mit seinem „dichterischen Anstrich [...] die Wirklichkeit im Poetischen“62 ertränkt, von einer vollkommenen Ästhetisierung des Erlebten:63 Der Leser wird mit einer kunstvollen, bildgewaltigen Prosa konfrontiert, die in phantasievollen Assoziationen schnöde Weidenteppiche die „Vorstellung eines Schiffes“64 erwecken lässt, monotone Unterhaltungen mit dem Dahinschreiten „der Postpferde in der Stille der Nacht“65 in Verbindung bringt und von geschickt platzierten intertextuellen Bezügen zur Bibel, antiken Mythen oder anderen literarischen Texten durchzogen ist. Insbesondere in den „actiones in distans“66 zeigt sich, dass das Tagebuch des Verführers keineswegs den Status eines realistischen Tatsachenberichts beansprucht, sondern das bloß Erdachte eine besondere Rolle spielt:67 Gemäß dem Credo A’s, dass der „eigentliche Genuß [...] nicht in dem, was man genießt, sondern in der Vorstellung“ liegt,68 ergeht sich Johannes in imaginären Gesprächen mit unbekannten Schönheiten, schwelgt in der Möglichkeit, diese verführen zu können und verwandelt die alltäglichen Begegnungen mit ihnen in Dichtkunst. Die zur Meisterschaft entwickelte Fähigkeit Johannes die Ereignisse bereits während des Erlebens ‚ästhetisch zu filtern’, also die interessanten, poetischen Elemente der Situationen wahrzunehmen oder hervorzubringen und sie erinnerbar zu machen, indem er sie mit bestimmten sprachlichen Bildern Verbindung bringt, wird zur Voraussetzung der „rezeptiven Produktion“, der Schaffung des Sprachkunstwerks.69 Nicht nur die unmittelbaren Geschehnissen werden so zum Genuss für den Verführer, auf den „sein ganzes Leben berechnet“ ist, sondern auch das Nacherleben der Liebesgeschichte in der Verschriftlichung im Diarium, das Erinnern, dass als „noch schöner“ beschrieben wird als das eigentliche Erleben.70

[...]


1 Gräser, Albert: Das literarische Tagebuch. Studien über Elemente des Tagebuchs als Kunstform. Saarbrücken 1955, S.43.

2 Vgl. ebd., S.43 f..

3 Brechtken, Josef: Kierkegaard - Newman. Wahrheit und Existenzmitteilung. Meisenheim am Glan 1970, S.116.

4 Zur Problematik der Bestimmung und Systematisierung der Textsorte Tagebuch und den zentralen Merkmalen dieser Gattung: Vgl. Boerner, Peter: Tagebuch. Stuttgart 1969, S.11, S.34.

5 Poole, Roger: The unknown Kierkegaard: Twentieth-Century Receptions. In: Hannay, Alastair; Marino, Gordon D. (Hg.): The Cambridge Companion to Kierkegaard. Cambridge 1998, S.48.

6 Auch wenn die jüngere Forschung (Vgl. z.B. Pukarthofer, Richard: Kierkegaard. Leipzig 2005, S.104 f..) die starke Konzentration der älteren Forschung auf die stadientheoretische Auslegung als reduktionistisch kritisiert, stimme ich mit Deuser überein, dass eine Nichtberücksichtigung dieser ebenso problematisch erscheint. (Vgl. Deuser, Hermann: Kierkegaard. Die Philosophie des religiösen Schriftstellers. Darmstadt 1985, S.70-75.)

7 Kierkegaard, Sören. Zitiert nach: Vetter, Helmuth: Stadien der Existenz. Eine Untersuchung zum Existenzbegriff Sören Kierkegaards. Wien 1979, S.41. Vgl. ebd., S.39.

8 Kierkegaard, Sören: Die Tagebücher. Zweiter Band. Ausgewählt, neugeordnet und übersetzt von Hayo Gerdes. Düsseldorf, Köln 1963, VII A 127, S.63.

9 Vgl. Pieper, Annemarie: Enten-Eller. Et Livs-Fragment, udgivet af Victor Eremita. In: Jens, Walter (Hg.): Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 9. München 1990, S.352-354. Die folgenden Ausführungen zum Ästhetischen und dem Ethischen in Entweder/Oder stützen sich auf die Untersuchungen von Pieper, Dietz und Leverkühn. (Vgl. Leverkühn, André: Das Ästhetische und das Ethische als Kategorien des Handelns. Selbstwerdung bei Søren Aabye Kierkegaard. Frankfurt am Main 2000, S.52-81. Vgl. Pieper, Annemarie: Søren Kierkegaard. München 2000, S.60-81. Vgl. Dietz, Walter: Sören Kierkegaard. Existenz und Freiheit. Frankfurt am Main 1993, S.205-237.)

10 Vgl. Greve, Wilfried: Das erste Stadium der Existenz und seine Kritik. Zur Analyse des Ästhetischen in Kierkegaards Entweder/Oder II. In: Theunissen, Michael; Greve, Wilfried (Hg.): Materialien zur Philosophie Søren Kierkegaards. Frankfurt am Main 1979, S.178 f..

11 Vgl. Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Erster Teil. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf 1964, S.313. Vgl. Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Zweiter Teil. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf 1957, S.191.

12 Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Zweiter Teil, S.192.

13 Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Zweiter Teil, S.191. Vgl. ebd., S.192-197, S.203.

14 Ebd., S.177.

15 Zum Begriff der ‚Wahl’ im zweiten Teil von Entweder/Oder: Vgl. Kehrbach, Karl Theodor: Der Begriff „Wahl bei Sören Kierkegaard und Karl Rahner. Zwei Typen der Kirchenkritik. Frankfurt am Main 1992, S.68-71. Insbesondere Fujino hat in seiner Untersuchung entgegen älteren Interpretationen darauf verwiesen, dass das Entweder/Oder sich nicht auf die Entscheidung zwischen entweder der ästhetischen oder der ethischen Lebensform bezieht, sondern dass der Titel auf die Bedeutung der Wahl für die ethische Existenzsphäre verweist. (Vgl. Fujino, Hiroshi: Kierkegaards Entweder/Oder: Ein ‚Entweder ästhetisch oder existentiell’. Versuch einer Neubewertung des Denkens Kierkegaards hinsichtlich seiner Grundkategorien des Ästhetischen, des Ethischen und des Religiösen. Würzburg 1994, S.52-76.)

16 Vgl. Hüsch, Sebastian: Die menschliche Existenz im Spannungsfeld von Möglichkeit und Wirklichkeit. Überlegungen zum Möglichkeitsbegriff bei S. Kierkegaard mit ständiger Rücksicht auf Entweder - Oder. In: Archiv für Begriffsgeschichte. Band 49. ( 2007), S.151-164.

17 Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Zweiter Teil, S.180.

18 Ebd., S.280.

19 Vgl. Hausschild, Friedrich: Die Ethik Søren Kierkegaards. Gütersloh 1982, S.80.

20 Kierkegaard, Sören: Die Tagebücher. Zweiter Band, IV A 41, S.9.

21 Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Zweiter Teil, S.178.

22 Kierkegaard, Sören: Stadien auf des Lebens Weg. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf; Köln 1958, S.507.

23 Vgl. Fauteck, Heinrich: Stadier paa Livets Vei. In: Jens, Walter (Hg.): Kindlers Neues Literaturlexikon. Band 9. München 1990, S.362. Eine vergleichende Gegenüberstellung zwischen dem Ethischen in Entweder/Oder und dem Ethischen in den Stadien bieten u.a. Greve und Martens. (Vgl. Greve, Wilfried. Kierkegaards maieutische Ethik. Von „Entweder/Oder II“ zu den „Stadien“. Frankfurt am Main 1990, S.198-200. Vgl. Martens, Paul: The Equivocal Judge William. Comparing the Ethical in Kierkegaard’s Stages on Life’s Way and Either/Or. In: Perkins, Robert L. (Hg.): International Kierkegaard Commentary. Stages on Life’s Way. Macon; Georgia 2000, S.91-112.)

24 Vgl. Greve, Wilfried. Kierkegaards maieutische Ethik, S.86 f.. Vgl. Ahn, Stephan: Sören Kierkegaards Ontologie der Bewusstseinssphären. Versuch einer multidisziplinären Gegenstandsuntersuchung. Münster 1997, S.57 f..

25 Kierkegaard, Sören: Stadien auf des Lebens Weg, S.493.

26 Vgl. Kim, Madeleine: Der Einzelne und das Allgemeine: Zur Selbstverwirklichung des Menschen bei Sören Kierkegaard. Wien; München 1980, S.94.

27 Vgl. Schmidinger, Heinrich M.: Das Problem des Interesses und die Philosophie Sören Kierkegaards. Freiburg; München 1983, S.247-250.

28 Kierkegaard, Sören : Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken. Zweiter Teil. Übersetzt von Martin Junghans. Düsseldorf; Köln 1958, S.339 f..

29 Die Bezeichnung „ästhetische Schriften“ sowie eine Aufzählung der so bezeichneten Werke finden sich in Kierkegaards Selbsterklärung Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller. (Vgl. Kierkegaard, Sören: Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller (1859). In: Kierkegaard, Sören: Die Schriften über sich selbst. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf; Köln 1964, S.25.)

30 Die folgenden Ausführungen stützen sich auf die Untersuchungen von Guarda, Brechtken, Wesche und Nientied. (Vgl. Guarda, Victor: Kierkegaardstudien. Mit besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses Kierkegaards zu Hegel. Meisenheim am Glan 1975, S.59-69. Vgl. Brechtken, Josef: Kierkegaard - Newman. Vgl. Wesche, Tilo: Kierkegaard. Eine philosophische Einführung. Stuttgart 2003, S.165-179. Vgl. Nientied, Mariele: Kierkegaard und Wittgenstein. „Hineintäuschen in das Wahre“. Berlin; New York 2003, S.21-48.)

31 Kierkegaard, Sören: Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller, S.21. Die nachträglichen Beteuerungen Kierkegaards von Anfang an ein ‚religiöser Schriftsteller’ gewesen zu sein, werden allerdings von der jüngeren Forschung hinterfragt, welche diese als „Beschwichtigungen“ versteht, „die ihn selbst über jene Gefahren und Versuchungen beruhigen sollten, denen er womöglich zeitlebens ausgesetzt war.“ (Liessmann, Konrad Paul: Sören Kierkegaard zur Einführung. Hamburg 2006, S.33 f..)

32 Vgl. Kierkegaard, Sören: Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller, S.46.

33 Ebd., S.34. Vgl. ebd., S.34-44.

34 Kierkegaard, Sören: Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller, S.37.

35 Kierkegaard, Sören: Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken. Erster Teil. Übersetzt von Hans Martin Junghans. Düsseldorf; Köln 1957, S.34.

36 Vgl. Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Erster Teil, S.3-16.

37 Vgl. Kierkegaard, Sören: Stadien auf des Lebens Weg, S.3-6.

38 Kierkegaard, Sören: Die Tagebücher. Zweiter Band, VIII, A 42, S.89.

39 Vgl. Kierkegaard, Sören: Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller, S.38, S.49.

40 Kierkegaard, Sören: Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken. Erster Teil, S.234.

41 Kierkegaard, Sören. Zitiert nach: Walsh, Sylvia: Veni, Vidi, Vici: Immediacy and Reflection as Gendered Categories in Kierkegaard’s Thought. In: Cruysberghs, Paul; Taefls, Johan; Verstrynge, Karl (Hg.): Immediacy and Reflection in Kierkegaard’s thought. Leuven 2003, S.36.

42 So der Titel einer Untersuchung von Craemer-Schroeder, die insbesondere Entweder/Oder als verhüllte Selbstdarstellung Kierkegaards interpretiert. (Vgl. Craemer-Schroeder, Susanne: Deklination des Autobiographischen: Goethe, Stendhal, Kierkegaard. Berlin 1993, S.76-99.)

43 Eine anschaulich geschriebene Einführung in diesen Abschnitt aus Kierkegaards Leben bietet u. a. die Biographie von Garff. (Vgl. Garff, Joakim: Sören Kierkegaard. Biographie. München; Wien 2004, S.207-229.)

44 Zu der These, dass den fiktiven Tagebüchern die für Kierkegaard prägende Erfahrung der Verlobung- und Entlobung mit Regine Olsen 1840-41 zugrunde liegt: Vgl. z.B. Mendelssohn, Harald von: Sören Kierkegaard. Ein Genie in einer Kleinstadt. Stuttgart 1995, S.234. Vgl. Görner, Rüdiger: Das Tagebuch. Eine Einführung. München; Zürich 1986, S.36. Insbesondere die Verwendung von bestimmten Anekdoten und Dokumente aus dieser Phase in der Leidensgeschichte des Quidam scheint diese Argumentation zu stützen. Eine Gleichsetzung Kierkegaards mit den Protagonisten scheint nichtsdestoweniger problematisch und verkürzend. (Vgl. Hirsch, Emanuel: Geschichtliche Einleitung zur fünfzehnten Abteilung. In: Kierkegaard, Sören: Stadien auf des Lebens Weg. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf; Köln 1958, S.XIII f..)

45 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers. In: Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Erster Teil. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf 1964, S.396.

46 Kierkegaard, Sören: „Schuldig?“ - „Nicht Schuldig?“ Eine Leidensgeschichte. Psychologisches Experiment von Frater Taciturnus. In: Kierkegaard, Sören: Stadien auf des Lebens Weg. Übersetzt von Emanuel Hirsch. Düsseldorf; Köln 1958, S.423.

47 Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Erster Teil, S.116. Vgl. ebd., S.115.

48 Vgl. Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.368.

49 Ebd., S.327. Dass sich die Lebensgestaltung des Verführers an die Frühromantiker anlehnt, bemerkt Kolberg. (Vgl. Kolberg, Sonja: „Verweile doch!" Präsenz und Sprache in Faust- und Don-Juan-Dichtungen bei Goethe, Grabbe, Lenau und Kierkegaard. Bielefeld 2007, S.207 f..) Die Darstellung der ästhetischen Existenz in Entweder/Oder kann dabei auch insgesamt als Kritik Kierkegaards an der Frühromantik interpretiert werden. (Vgl. Hofe, Gerhard vom: Die Romantikkritik Sören Kierkegaards. Frankfurt am Main 1972.)

50 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.373.

51 Zum Künstlertagebuchs allgemein: Vgl. Hocke, Gustav René: Das europäische Tagebuch. Wiesbaden; München 1978, S.320-334.

52 Insbesondere Haustedt betont in ihrer Untersuchung, dass die Verführung im Tagebuch des Verführers als Metapher für die Kunstproduktion anzusehen ist. (Vgl. Haustedt, Birgit: Die Kunst der Verführung. Zur Reflexion der Kunst im Motiv der Verführung bei Jean Paul, E.T.A. Hoffmann, Kierkegaard und Brentano. Stuttgart 1992, S.126-128.)

53 Vgl. Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.396 f..

54 Ebd., S.351.

55 Vgl. Becker-Theye, Betty: The Seducer as mythic figure in Richardson, Laclos and Kierkegaard. New York; London 1988, S.126.

56 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.390.

57 Ebd., S.432.

58 Vgl. ebd., S.466-469. Insbesondere Pulmer verweist auf die Bezugnahme zu Hegels „Wissenschaft der Logik“ und bestimmt die Reflexionen in Abgrenzung zu Hirsch als geistreiche Hegel-Parodie. (Vgl. Pulmer, Karin: Die dementierte Alternative. Gesellschaft und Geschichte in der ästhetischen Konstruktion von Kierkegaards „Entweder - Oder“. Frankfurt am Main; Bern 1982, S.117-122.)

59 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.461.

60 Ebd., S.483. Vgl. ebd., S.482 ff.. Die hier notwendigerweise verkürzt dargestellten, einzelnen Phasen der Verführung sind ausführlicher bei Liessmann zu finden. (Vgl. Liessmann, Konrad Paul: Ästhetik der Verführung. Kierkegaards Konstruktion der Erotik aus dem Geiste der Kunst. Frankfurt am Main 1991, S.66-77.)

61 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.475.

62 Ebd., S.327 f..

63 Zur Ästhetisierung des Erlebten im Tagebuch des Verführers: Vgl. u.a. Kolberg, Sonja: „Verweile doch!, S.196 ff..

64 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.421.

65 Ebd., S.380.

66 Ebd., S.334. Beispiele für derartige Szenen, die nicht mit Cordelias Geschichte zu tun haben und in denen sich Johannes nur in der Vorstellung mit den anvisierten Frauen unterhält, gibt es zahlreiche. (Vgl. ebd., S.337-347, S.382-387, S.412-414, S.424-426, S.435- 436, S.442-444, S.446-450.)

67 Vgl. Görner, Rüdiger: Das Tagebuch, S.34.

68 Kierkegaard, Sören: Entweder/Oder. Erster Teil, S.33.

69 Kolberg, Sonja: „Verweile doch!", S.196. Vgl. Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.420 f.,

70 Kierkegaard, Sören: Das Tagebuch des Verführers, S.328, S.370.

Details

Seiten
38
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656185109
ISBN (Buch)
9783656185246
Dateigröße
643 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193458
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,00
Schlagworte
Kierkegaard Entweder/Oder Tagebuch Poetik Stadien

Autor

Zurück

Titel: Die Tagebuchform in Kierkegaards pseudonymen Schriften