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Die Genese der SED-Gewaltherrschaft 1945-1949

Eine Analyse der Entwicklung des Repressions- und Sicherheitsapparates in der SBZ

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 30 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Besatzungsplanungen vor Kriegsende

II. Die Sowjets - Besatzer und Besatzung

III. Besatzungsorganisation - die SMAD

IV. Besatzungspolitische Maßnahmen - von der Entnazifizierung zur Systemtransformation

V. Administrative und sicherheitspolitische Herrschaftskonsolidierung der SED

Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Als Michail Petrowitsch Minin in der Nacht des 30. Aprils 1945 ein provisorisches rotes Tuch auf dem Dach des Reichstages montierte, war ihm sicherlich noch nicht klar, dass seine Tat in einen mittelbaren Zusammenhang mit der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 stehen würde. Natür- lich handelt es sich hierbei nicht um eine von langer Hand geplanten Politik aus „einem Guss“, wie einem der Blick aus der Gegenwart leicht verheißen könnte, sondern um eine vielschichtige und dynamische Entwicklung, die sich stets durch getroffene Entscheidungen der Akteure im Sinne der Pfadabhängigkeit hin zum Aufbau des Sozialismus stalinistischer Prägung kanalisierte.

Diese Entwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bis zur Gründung der DDR soll in der vorliegenden Arbeit analysiert werden. Hierbei soll der Frage nachgegangen werden, welchen Handlungsrahmen die strategische Ebene des „politischen Moskaus“1 vorgab, indem die operative Ebene der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD), die SED-Spitze und die sowjetischen Geheimdienste agierten, welche in einer Wechselbeziehung stehenden Ziele und Interessen deren Handeln bestimmte und welche Institutionen geschaffen wurden, um die je- weiligen Interessenlagen zu bedienen. Der Fokus der Arbeit liegt auf den Bereich der Innenpolitik2. Die sich konstituierenden sowjetischen wie auch deutschen Verwaltungs- und Sicherheitsapparate werden dahingehend analysiert, wie sie zum Aufbau des autoritären DDR-Regimes beitrugen3, da- mit die SED als Staatspartei ihre Macht über 40 Jahre sichern konnte. An dieser Stelle sei ausdrück- lich darauf hingewiesen, dass die untersuchungsleitende Frage der SED-Herrschaftskonsolidierung in bewusster Abgrenzung zu den selbstverständlich ebenso relevanten Politikfeldern der Bildungs-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialpolitik erfolgt. Der Rahmen der vorliegenden Arbeit lässt diese um- fassende Analyse aber nicht zu und konzentriert sich daher auf den Repressions- und Sicherheitsap- part, der „ hard power “ der Systemtransformation nach sowjetischen Vorbild.

Die hierfür notwendig zu skizzierenden Entwicklungsvoraussetzungen werden in den ersten beiden Abschnitten pointiert beschrieben. Hierzu wird im ersten Kapitel ein Überblick über die Be- satzungsplanung vor Kriegsende gegeben, ohne jedoch näher auf die Diskussion um die Konsistenz der Deutschlandpolitik Stalins einzugehen4. Im zweiten Kapitel wird auf das grundlegende Verhält- nis zwischen den sowjetischen Besatzern und der deutschen Bevölkerung eingegangen, um abzulei- ten, auf welcher Vertrauensbasis interagiert wurde. Im nun folgenden Kernstück der Arbeit werden im dritten Kapitel die Interessen und Strukturen der sowjetischen Besatzungspolitik auf dem Gebiet SBZ untersucht. Wie arbeitete die SMAD, wer steuerte diese differenziert zu betrachtende Großbü- rokratie und welche Interdependenzen zwischen der SMAD, dem sowjetischen Sicherheitsapparat und der KPD/SED lagen vor? Im vierten Kapitel werden die sowjetischen Geheimdienste, ihre Ver- haftungs- und Internierungsmethoden unter dem anfänglichen Deckmantel der Entnazifizierung so- wie ihre prägende Rolle für die spätere Sicherheitsarchitektur der DDR beschrieben. Nach der Un- tersuchung der Systemtransformation aus der vorwiegend sowjetischen Perspektive, wird im letzten Hauptkapitel die Anstrengungen der KPD/SED im Sinne der inneren Herrschaftskonsolidierung aufgezeigt. Das Augenmerk richtet sich hierbei einerseits auf die Installation der zentralistischen Staatsstrukturen und andererseits auf die Schaffung der eigenen Volks- und Geheimpolizei, da diese den (SED-)Staat nicht erst im Nachhinein schützten, sondern bereits im Prozess seiner Konstituie- rung ein integraler Bestandteil dessen waren5. Das sich anschließende Fazit greift die erarbeiteten Aussagen auf und systematisiert diese in Bezug auf die Fragestellung neu6.

I. Besatzungsplanungen vor Kriegsende

Besatzungsplanungen auf interalliierter Ebene

Allgemein beruhten die Besatzungsprinzipien auf den Beschlüssen der Konferenzen von Teheran, Jalta, Potsdam sowie der „Europäischen Beratenden Kommission“7. Was die Ausgestaltung des konkreten Besatzungsregimes anbelangt, hielten sich die Sowjets gegenüber den Westalliierten zurück8. Demgegenüber steht die beständige Absicht Stalins, die Westverschiebung Polens bei gleichzeitiger Einflussnahme auf weite Teile Ostmitteleuropas sowie die nachhaltige Schwächung Deutschlands durch Demontagen und Reparationszahlungen auf den Konferenzen durchzusetzen. Dies gelang durch die Situation auf der Faktenebene - schließlich besetzte die Rote Armee sukzessiv bis zum Ende des Krieges weite Teile des Kontinents9.

Besatzungsplanungen der Sowjetunion

Konkrete Pläne für die Besatzung erarbeitete die UdSSR laut Foitzik nicht, da sie sich vollständig den Beanspruchungen des Krieges widmen musste10. Allerdings wurde bereits nach dem deutschen Angriff im Juni 1941 das „Sowjetische Büro für militärpolitische Propaganda“ und ein „Sowjeti- sches Informationsbüro“ unter der „Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee“ gegründet11. Anschließend begann im August 1943 die Arbeit in der Expertengruppe des „Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten“ (NKID) und in der neugebildeten Sonderkommission für Repara- tionsfragen beim Rat der Volkskommissare (SNK). Die hier entstandenen Expertisen forderten die „weitgehende ökonomische Entwaffnung“12 des deutschen Industrie- und Rüstungspotentials. Dafür zuständig in Planung und Koordination war das „Komitee zur Wiederherstellung der Volkswirt- schaft in den befreiten Gebieten“ beim SNK13.

Neben der Schaffung dieser ersten Zentralen für die Nachkriegsplanungen, interessierte die sowjetische Führung die Form der zukünftigen Besatzungsorganisation. Hierfür nahm man sich die amerikanisch-britische Militärverwaltung in Italien zum Vorbild, die im Wesentlichen später auf dem Gebiet der SBZ angewandt wurde. Demnach blieben die vorhandenen administrativen Struktu- ren erhalten und wurden dem „Offizier für Zivilangelegenheiten als Chef der Militärregierung“14 unterstellt, der wiederum dem Militärgouverneur als oberster militärischer und administrativer Be- fehlshaber unterstellt wurde. Konkrete Vorbereitungen für die Installation der SMAD sind umstrit- ten. Foitzik geht von Besatzungsschulungen sowjetischer Funktionäre im Sommer 1944 aus, wobei die personelle Unterbewertung der bevorstehenden Aufgaben deutlich wird - schließlich reichten die veranschlagten Planstellen bei weitem nicht aus und es mussten weitere Stellen eingerichtet werden15. Creuzberger betont des Weiteren die Schulung von Propaganda-Offizieren der Roten Ar- mee, die erst im November 1944 für die deutschlandspezifischen Aufgaben ausgebildet wurden und zeigt damit, in welchem geringen Maße die Sowjets im Vergleich zu den Westalliierten Besatzungs- vorkehrungen trafen16.

Besatzungsplanungen deutscher Exilkommunisten und Kriegsgefangener Miteinbezogen in die Erstellung von Nachkriegskonzepten waren ab 1942 die deutschen Kommu- nisten, die im Herbst 1944 das „Aktionsprogramm des Blocks der kämpfenden Demokratie“ vorleg- ten17, sowie die Absolventen der „Antifa-Schulen“ und das ab 1943 gegründete Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) und der Bund Deutscher Offiziere (BDO)18. Dabei sind weniger die Beschlüsse dieser Gruppen von Gewicht als vielmehr dessen inhaltliche Auseinandersetzung mit der Nachkriegsplanung und deren spätere personelle Verwendung auf dem Gebiet der SBZ.

Ab September 1944 bis Dezember 1945 absolvierten deutsche Kommunisten einen zweimonatigen Lehrgang, der vor allem ideologische Indoktrination sowie Agitation und Propaganda in der SBZ beinhaltete19. Nach der Besetzung der SBZ durch die Rote Armee nahmen die ausgebildeten drei Initiativgruppen ihre politische Arbeit auf20.

Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass keine konkreten sowjetischen Besatzungsplanun- gen für die Phase nach der Niederwerfung Nazi-Deutschlands vorlagen, eher von einem pragmatischen und mehrgleisigen Prozess ausgegangen werden kann21 - der selbstverständlich auf im Vorfeld formulierten Interessen und Zielen beruhte22.

II. Die Sowjets - Besatzer und Besatzung

Der folgende Abschnitt soll das Miteinander von Deutschen und Sowjets skizzieren, um die Interak- tionsgrundlage für die weitere Entwicklung in der SBZ zu verdeutlichen und um somit zu klären, auf welchem Fundament die sukzessive KPD/SED-Herrschaftskonsolidierung errichtet wurde.

Nachdem die Sowjets im Juli 1945 die bis dahin besetzten Teile Mittel-und Norddeutschlands im Gegenzug für West-Berlin von den Westalliierten erhielten, übten sie in der nun eingerichteten SBZ die unmittelbare Gewalt über 18,5 Millionen Deutsche aus23. Foitzik zeichnet ein Bild, dass von einer unaufhebbaren „Distanz und Fremdheit“24 zwischen Besetzten und Besatzern gerahmt ist und im Wesentlichen mit Angst und Gewalt zu beschreiben ist25. Grundlegend für diese Interpreta- tion ist der von beiden Seiten grausam geführte Krieg an der Ostfront, die Deportationen deutscher Zivilisten, die Selbstmorde Deutscher, ausgelöst durch propagandagesättigte Angstpsychosen und die zahlreichen Übergriffe der Rotarmisten auf die deutsche, vor allem weibliche, Zivilbevölke- rung26. Bergers Erklärungsversuche sind weitaus radikaler, und wegen ihrer Monokausalität zu kri- tisieren, indem er die freigesetzten Triebe und Kriegsemotionen der Rotarmisten auf ihr kulturelles Unverständnis zurückführt und ihnen hierbei eine Primitivität unterstellt, die einerseits die spätere Identifizierung der Bevölkerung mit der Sowjetunion verhinderte und andererseits den Begriff der „Befreiung“ für den deutschen Osten als undenkbar erscheinen lässt27. Demgegenüber dokumentie ren die sowjetischen Quellen die „Befreiung“ vielerorts als „Willkommensgruß“ der deutschen Be völkerung28. Letztlich verringerte sich nach dem Abzug der Roten Armee aus den größeren Städten die Zahl der Übergriffe29 und fand nach einem letzten Wüten der neuen Sicherungseinheiten im Au- gust 1945 ihr (vorläufiges) Ende30. Dennoch waren den Sowjets Fraternisierungen mit den Deut- schen nicht nur wegen Epidemie- und Anschlagsbefürchtungen untersagt, sondern auch um die Be- satzer vor einem zu engen Kontakt mit der „westlichen Lebensweise“31 zu bewahren. Das beschrie- bene wechselseitige Kontinuum von Fremdheit über Demütigung bis hin zu Hassgefühlen stand der angestrebten Politik der KPD/SED im Wege. Sie wurde von der Bevölkerung in einen direkten Zu- sammenhang mit dem sowjetischen Besatzungsregime gebracht und litt fortan unter der Wahrneh- mung als "Russenpartei"32. Um dieser entgegenzuwirken wurde 1947 vom „politischen Moskau“ und der SED-Führung der „Mythos der Befreiung“33 hervorgebracht - der politisch wohl inszeniert und ritualisiert, jedoch individuell wenig Verankerung erfuhr34. Der Mythos sollte einerseits helfen, die beiden so gegensätzlichen Völker, die sich jeweils selbst als Opfer begriffen, zu versöhnen und andererseits den Einzelnen von seiner persönliche Schuld zu entlasten, um ihn so in den neuen Staat einzubinden35. In engem Schulterschluss dazu stand das später zur Staatsdoktrin der DDR erhobene Prinzip des „Antifaschismus“. Das deutsche Volk wurde demnach durch die Rote Armee vom Fa- schismus und dem Kapitalismus befreit. Faschisten und Kapitalisten, die eigentlichen Kriegstreiber, flüchteten in den Westen bzw. in die spätere BRD, womit eine klare Feindbildkonstruktion bei gleichzeitiger Integrationsfunktion für die Bewohner der SBZ geschaffen wurde, schließlich über- wanden sie den Faschismus und konnten nun am Heilsversprechen des Sozialismus tatkräftig mit- wirken36.

Über Jahre geschaffene wechselseitige Feindbilder, eine entfesselte Kriegsführung und die vielfach geschehende Gewalt nach Kriegsende, die sich tief in das kollektive Gedächtnis der Deutschen einbrannte37, lässt ein solide deutsch-sowjetische Vertrauensbasis, welche auf Überzeugung und Einsicht baut, als unmöglich erscheinen. Obwohl der Sozialismus/Kommunismus natürlich kein genuin sowjetisches Gesellschaftsmodell darstellt, standen die sowjetischen Träger und dadurch die Idee selbst bereits zu Kriegsende in Misskredit. Um diesen Spannungen zu entgegnen, wurde einerseits ein Mythos benötigt, der als Angebot für eine geistige Brücke der Versöhnung fungierte und andererseits ein schlagkräftiger Repressionsapparat gebraucht, um Kriegsverbrecher, Unbelehrbare und potenzielle Gegner zu bekämpfen.

III. Besatzungsorganisation - die SMAD

Struktur und Entwicklung

Die am 9. Juni 1945 mittels Befehl Nr.1 unter Marschall Schukow konstituierte Sowjetische Militärische Administration (SMA)38 begründet ihren Untersuchungsanspruch durch ihre prägende Wirkung auf die späteren DDR-Strukturen. Bereits die „Besatzungszeit bis 1949 war im wesentlichen schon konstitutiv für die Ausformung der späteren Verfassungswirklichkeit der DDR"39 ; die SMAD spielte „die entscheidende Rolle bei der Durchsetzung des SED-Regimes“40.

Mit der Erklärung vom 5. Juni 1945 übernahmen die militärischen Oberbefehlshaber die o- berste Regierungsgewalt für Gesamtdeutschland41. Demnach übten sie die oberste Gewalt in ihren Besatzungszonen unabhängig voneinander und „gemeinsam in allen Deutschland als ein Ganzes betreffenden Angelegenheiten“42 über den Kontrollrat aus. Bereits vor der Gründung der SMAD war ein militärisches Kommandantursystem in der gesamten SBZ installiert worden, indem die ein- zelnen Militärkommandanten erhebliche Gestaltungsspielräume besaßen.

[...]


1 Der Terminus des politischen Moskaus wird im Kontext dieser Arbeit als Topos für die Willensbildung der Spitze der WKP(B) benutzt. WKP(B) ist die Bezeichnung für die Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) bis 1952.

2 Im Kontext der vorliegenden Arbeit wird Innenpolitik eingeschränkt als Ordnungsverwaltung und innere Sicher- heitspolitik verstanden, die aber weit über ihr eigenes Politikfeld ausstrahlte und dadurch als genuin treibende Kraft der SED-Herrschaftskonsolidierung zu verstehen ist (pars pro toto).

3 Gewiss kann die SED-Herrschaft auch dem Totalitarismusbegriff zugeordnet werden. Hierzu: Vgl. Vollnhals, Clemens: Der Totalitarismusbegriff im Wandel, in: APuZ 39/2006, S. 21-27.

4 Die sowjetische Deutschlandpolitik gehört nach wie vor zu einem diskutierten Arbeitsfeld. Grund dafür ist die immer noch unbefriedigende Quellenlage, verursacht durch die Öffnungspraktiken der Moskauer Archive. Vgl. Hilger, And- reas/Schmeitzner, Mike/Vollnhals, Clemens (Hg.): Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Besat zungspolitik in Deutschland und Österreich 1945-1955, Göttingen 2011, S. 9.

5 Vgl. Naimark, Norman M.: Die Russen in Deutschland. Die sowjetische Besatzungszone 1945 bis 1949, Berlin 1997, S. 447.

6 Methodisch orientiert sich die vorliegende Arbeit an einer Inhaltsanalyse der vorhandenen Sekundärliteratur zur forschungsleitenden Frage. Aufgrund dieser Vorgehensweise kann auf eine ausführliche Literaturschau in der Einleitung verzichtet werden, da diese aus der beschriebenen Vorgehensweise ersichtlich wird.

7 Besonders die im Frühjahr 1945 verabschiedete grundlegende Akte der Besatzungsverwaltung, eine Vorbereitung für die Gesetzgebung des Kontrollrates, bildete den Handlungsrahmen für die sowjetische Besatzungregelung. Vgl. Foit- zik, Jan: Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) 1945-1949. Struktur und Funktion, Berlin 1999, S. 44.

8 Vgl. Foitzik, Jan: Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), in: Broszat, Martin/Weber, Hermann (Hg.): SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945-1949, München 1990, S. 10.

9 Vgl. Schmidt, Rainer F.: Der Zweite Weltkrieg. Die Zerstörung Europas, Berlin 2008, S. 140ff.

10 Vgl. Foitzik 1999, S. 35.

11 Vgl. ebd., S. 35f.

12 Foitzik 1990, S. 11.

13 Vgl. ebd., S. 12.

14 Foitzik 1999, S. 40.

15 Vgl. ebd., S. 44-46.

16 Vgl. Creuzberger, Stefan: Die sowjetische Besatzungsmacht und das politische System der SBZ, Weimar/Köln/Wien 1996, S. 177.

17 Schmeitzner erkennt in den Planungen der Exil-KPD ab Februar 1944 bereits konkrete Planungen, was die Politik- durchsetzung der KPD mittels des Prinzips der Blockparteien sowie die Ausschaltung der SPD angeht. Auch betont er die gesamtdeutsche Stoßrichtung der KPD. Vgl. Schmeitzner, Mike: „Die Kommunistische Partei will nicht Oppositionspartei sein, sondern will Staatspartei sein.“ Die KPD/SED und das politische System der SBZ/DDR (1944-1950), in: Hilger, Andreas/Schmeitzner, Mike/ Vollnhals, Clemens (Hg.): Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich 1945-1955, Göttingen 2011, S. 271f. und 280.

18 Vgl. Foitzik 1999, S. 39f.

19 Vgl. ebd., S. 46.

20 Diese waren den sowjetischen Heeresverbänden zugeordnet: Berlin (Ulbricht), Mecklenburg-Vorpommern (Sobottka) und Sachsen (Ackermann): Vgl. ebd., S. 47.

21 Vgl. Hilger, Andreas/Schmeitzner, Mike/Schmidt, Ute: Sowjetische Militärtribunale. Bd. 2. Die Verurteilung deutscher Zivilisten 1945-1955, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 8.

22 Filitov nutzt zur Beschreibung des sowjetischen Planungsprozesses den Terminus der „ Pluralität “ - der sowohl durch verschiedene Planungsgremien (mit wechselseitigen und inhärenten Interessenkonflikten) als auch durch temporär variierende Interessenkonflikte gekennzeichnet ist. Vgl. Filitov, Aleksej: Sowjetische Deutschlandplanungen im Krieg 1941-1945, in: Hilger, Andreas/Schmeitzner, Mike/Vollnhals, Clemens (Hg.): Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich 1945-1955, Göttingen 2011, S. 40.

23 Stand: 29. November 1946. Vgl. Foitzik 1999, S. 51.

24 Ebd., S. 52.

25 Foitzik argumentiert jedoch umsichtig. Er stellt fest, dass sich bis zum heutigen Tag eine kollektive Wahrnehmung manifestierte, die nicht immer der Wirklichkeit entsprach. Unbestreitbare Übergriffe, flankiert vom durch den Nationalsozialismus eingeimpften „Russenbild“, präg(t)en diese Wahrnehmung. Vgl. ebd., S. 71.

26 Vgl. ebd., S. 52f, 56f, 59f.

27 Vgl. Berger, Christoph: Das russische Deutschland. Eine Bearbeitung der sowjetischen Besetzung Ostdeutschlands, Berlin 2001, S. 22f.

28 Vgl. Foitzik 1999, S. 64f.

29 Der Terminus der (affekthaften) Übergriffe ist im Kontext dieser Arbeit in Abgrenzung zum systematischen, wenn auch nicht planvollen, (politischen) Terror zu verstehen.

30 Vgl. Foitzik 1999, S. 68f. Eine differenziertere Betrachtung von Terror und Entnazifizierung folgt im IV. Kapitel.

31 Ebd., S. 70.

32 Vgl. ebd., S. 72f.

33 Satjukow, Silke: Befreiung? Die Ostdeutschen und 1945, Leipzig 2009, S. 9.

34 Vgl. ebd., S. 260f. Satjukow betont das Versagen der formellen Interaktionsflächen zwischen Deutschen und Sowjets, bescheinigt den informellen Begegnungen aber das Ergebnis der Versöhnung („ reconciliatio “). Der kritische Beige- schmack ihrer These liegt in der empirischen Unzulänglichkeit, indem sie konstruierte Rituale und Institutionen dar- stellt, ohne deren Internalisierung bei der Bevölkerung abzusichern.

35 Vgl. ebd., S. 10f., 14f. Wobei mit Entlastung natürlich nicht das Aufheben der deutschen Verantwortung für die begangenen Verbrechen ge- meint ist. Entnazifizierung und Internierung verliefen parallel zur starren ritualisierten Versöhnung des neuen SED- Staates mit der „ruhmreichen“ Sowjetunion, wobei es Bedingung für den Einzelnen war, sich seine Schuld einzu- gestehen, um Absolution - wenn auch nur als Lippenbekenntnis - zu bitten und der neuen Ideologie zu dienen. Vgl. ebd., S. 29f.

36 Vgl. Satjukow, Silke: Besatzer. „Die Russen“ in Deutschland 1945-1994, Göttingen 2008, S. 64f.

37 Vgl. Satjukow 2009, S. 9.

38 Vgl. Suckut, Siegfried: Parteien in der SBZ/DDR 1945-1952, Bonn 2000, S. 5. Kurz darauf wurde die Bezeichnung in Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) präzisiert.

39 Broszat, Martin/Weber, Hermann (Hg.): SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organi- sationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945-1949, München 1990, [sic!] S. 1.

40 Creuzberger 1996, S. 9.

41 Vgl. Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands und der Übernahme der obersten Regierungsgewalt hin- sichtlich Deutschlands durch die Regierungen des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken und durch die Provisorische Regierung der Französischen Republik (05.06.1945), in: documentArchiv.de (Hg.), URL: http://www.documentArchiv.de/in/1945/niederlage-deutschlands_erkl.html, Stand: 12.03.2012.

42 Foitzik 1999, S. 32.

Details

Seiten
30
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656184874
ISBN (Buch)
9783656185468
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v193450
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V.
Note
1,0
Schlagworte
DDR SBZ SMAD NKVD NKWD MWD MGB NKGB Ministerium für Staatssicherheit MfS Stasi Besatzer und Besatzung Besatzungsorganisation Entnazifizierung Systemtransformation K5 SED KPD Herrschaftskonsolidierung Zentralisierung DWK Deutsche Wirtschaftskommission DVdI Deutschen Verwaltung des Inneren Sowjetische Militäradministration in Deutschland

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Titel: Die Genese der SED-Gewaltherrschaft 1945-1949