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Kindbezogene Armutsprävention

Möglichkeiten in Deutschland auf kommunaler Ebene

Seminararbeit 2012 20 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kinderarmut in Deutschland
2.1 Definition und Ausmaß
2.2 Auswirkungen von Armut auf die Lebenslagendimensionen von Kindern
2.3 Perspektivwechsel: von der Defizit- zur Ressourcenperspektive

3. Kindbezogene Armutsprävention
3.1 Definition und Rechtsgrundlage
3.2 Zielstellungen
3.3 Umsetzung

4. Beispielprojekt auf kommunaler Ebene: „Mo.Ki - Monheim für Kinder“
4.1 Allgemeines
4.2 Bausteine der Prävention
4.3 Bausteine der Präventionskette und aktuelle Beispiele
4.4 Zusammenfassung

5. Fazit und Schlussbemerkungen

I Quellenverzeichnis

II Anhang

1. Einleitung

Laut einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit, auf die sich aktuelle Medienberichte im Januar 2012 stützten, nahm in Deutschland die Zahl der Kinder, die in Armut aufwachsen, d.h. unter 15-Jährige, die von Hartz-IV leben, in den letzten Jahren (von 2006 bis 2011) von 1,9 Millionen auf knapp 1,64 Millionen Kinder ab (vgl. ZEIT-Online: Kinderarmut sinkt deutlich, 2012; SPIEGEL-Online: Zahl der Hartz-IV-Kinder drastisch gesunken, 2012). Dies scheint auf den ersten Blick als ein Erfolg zu verbuchen zu sein. Die Bundesagentur für Arbeit kann in den Beiträgen sehr gut darstellen, dass einige Eltern, die Sozialleistungen wie Hartz-IV bezogen, wieder in den Arbeitsmarkt integriert wurden, wobei die Berichte jedoch keine Aussage darüber geben, ob Eltern z.B. im Niedriglohnsektor arbeiten und Kinder damit dennoch Einschränkungen in ihren Lebenslagendimensionen erleben. Um die Angaben weiter zu relativieren lohnt sich ein Blick auf die stetig sinkende Geburtenrate, was u.a. auch der Paritätische Wohlfahrtsverband anmerkt (vgl. Ostthüringer Zeitung [OTZ] Studie: Skandalös hohe Kinderarmut in Deutschland, 2012 - angefügt auch im Anhang S. 21). Es zeigt sich, dass zwischen 2006 und 2011 zwar die Zahl der Kinder, die von Hartz-IV leben, zurückgegangen ist, gleichzeitig aber auch die Gesamtkinderzahl von stark gesunken ist. Weiterhin müssen auch regionale Unterschiede betrachtet werden, sodass ein Rückgang der Armut bei Kindern v.a. in Großstädten wie Bremen, Hamburg oder Berlin kaum sichtbar wird. Der Paritätische verweist hierbei v.a. auf das Ruhrgebiet, in dem die Hartz-IV-Quote „mit 25,6% mittlerweile höher [ist] als in Ostdeutschland“ (Schneider, U. in OTZ: Studie: Skandalös hohe Kinderarmut in Deutschland, 2012).

Es zeigt sich demnach, dass Kinderarmut ein sehr zentrales Thema in Deutschland bleibt und es äußerst lohnenswert ist, einen Blick auf präventive Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verminderung von Armutsfolgen auf Kinder zu werfen. Ziel der vorliegenden Arbeit soll es dahingehend sein, die aktuelle Sachlage zu verdeutlichen, indem Kinderarmut zunächst definiert werden soll und Auswirkungen der Einkommensarmut der Eltern auf die Lebenslagendimensionen der Kinder betrachtet werden. Daraus lassen sich verschiedene Risikofaktoren für Kinderarmut ableiten, auf die kurz Bezug genommen werden soll, jedoch hierbei v.a. auf die Schutzfaktoren verwiesen werden soll, die das Grundgerüst für eine kindbezogene Armutsprävention bilden. Darauf aufbauend sollen im folgenden Teil der Arbeit Ansprüche und Bausteine für kindbezogene Armutsprävention vorgestellt und dahingehend beispielhaft ein sehr vorbildliches Projekt in Deutschland (Mo.Ki - Monheim für Kinder) beschrieben werden.

2. Kinderarmut in Deutschland

2.1 Definition und Ausmaß

Die Armut von Kindern bezieht sich zwar immer auf das Einkommen der Eltern. Mit dem Wort Kinderarmut ist allerdings gemeint, inwieweit sich dieses niedrige Einkommen auf die kindlichen Lebenslagen auswirkt, d.h. Kinderarmut wird verstanden als Terminus, der die Folgen familiärer Einkommensarmut für die Kinder meint (vgl. Holz, G. 2010, 37). Somit definiert Gerda Holz (2010) fünf Kriterien, die gelten, wenn von Kinderarmut gesprochen wird: Ausgangspunkt ist immer die Einkommensarmut der Eltern, d.h. arme Kinder haben arme Eltern. Das Kind lebt und wächst demnach in einer einkommensarmen Familie auf, wobei hier nicht konkret definiert werden soll, wie viele Geschwister das Kind hat, ob das Kind allein beim Vater oder der Mutter lebt oder ähnliches, obwohl dies wiederum Einflussfaktoren sind, die das Risiko für Armut erhöhen bzw. senken können (s.u.). Weiterhin zeigen sich kindspezifische Armutsformen innerhalb der in der AWO-ISS-Studie1 definierten Lebenslagendimensionen hinsichtlich materieller, kultureller, gesundheitlicher und sozialer Unterversorgung. Aus dieser Unterversorgung bzw. aus diesen Auswirkungen bzgl. der genannten Dimensionen lässt sich wiederum schließen, dass die Entwicklungsbedingungen des Kindes beeinträchtigt sind, was ein Aufwachsen mit Benachteiligungen oder in multipler Deprivation bedeuten kann. Benachteiligungen sollen hierbei Auffälligkeiten in einigen wenigen der genannten Bereiche heißen, sodass sich daraus schließen lässt, dass das betroffene Kind hinsichtlich seiner Entwicklung eingeschränkt bzw. benachteiligt ist (vgl. Holz, G. 2010, 38). Unter multipler Deprivaton sollen weiter Auffälligkeiten in mehreren zentralen Lebens- und Entwicklungsbereichen verstanden werden, sodass eine positive Entwicklung des Kindes immer unwahrscheinlicher wird (vgl. Holz, G. 2010, 38). Folglich sind auch die Zukunftsperspektiven des Kindes eingeschränkt, da gerade in der Kindheit die „Weichen für die körperliche, emotionale und geistige Entwicklung gestellt und damit Grundlagen für ihre späteren Teilhabe- und Verwirklichungschancen als Jugendliche und Erwachsene in der Gesellschaft gestellt [werden]“ (vgl. Deutscher Bundestag 2008, 88).

Es wird ersichtlich, dass demnach auch das Ausmaß der Kinderarmut in Deutschland, wie hier beschrieben, nicht konkret herausgestellt werden kann, wie dies die Bundesagentur für Arbeit im Januar dieses Jahres tat. Je nach Definition, Betrachtungsperspektive und Ansatz der Messung finden sich sowohl in der Fachliteratur als auch in der öffentlichen Diskussion um das Thema verschiedene Angaben und Zahlen. Definiert man Armut über die Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen, d.h. Sozialgeld, Sozialhilfe, Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz und Kinderzuschlag, so wird ersichtlich, dass sich die Kinderarmutsquote in Deutschland von 2006 bis 2009 kaum verändert hat bzw. sogar von 17,3% auf 19,0% angestiegen ist (vgl. Anhang S. 17). Je nach Gebiet und Region lässt sich dies weiter differenzieren, sodass Armut v.a. in Ballungsgebieten und sog. sozialen Brennpunkten von Großstädten wie Berlin, Hamburg, Bremen u.a. sichtbar wird. Außerdem lassen sich haushaltspezifische Unterscheidungen treffen, sodass v.a. Kinder aus Alleinerziehenden-Haushalten und aus Familien mit mehr als zwei Kindern einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt sind (vgl. Groh- Samberg, O./Grundmann, M. in Bundeszentrale für politische Bildung [BpB] 2006, 13).Weiter lässt sich laut AWO-ISS-Studie festhalten, dass Kinder mit Migrationshintergrund dem größten Armutsrisiko ausgesetzt sind. Ersichtlich wird dies auch am Datenreport 2011 des Statistischen Bundesamts, der sehr übersichtlich aufzeigt, dass Einwohner mit Migrationshintergrund von 2000 bis 2009 nahezu doppelt so häufig von Armut betroffen waren, als Einwohner ohne Migrationshintergrund (vgl. Anhang Seite 17). Gerda Holz (2011) definiert demnach fünf Merkmale, die dafür verantwortlich sind, dass Kinder risikogefährdet sind: „alleinerziehend, bildungsfern, Migrationshintergrund, mehr als zwei Geschwister, Lebensort ist ein sozial belastetes Quartier“ (Holz, G. 2011, 4). Weiterhin ist dahingehend anzumerken, dass sich bei Merkmalskombination, d.h. beim Auftreten mehrerer dieser Merkmale die Gefährdung um ein Vielfaches potenzieren kann. Das höchste Risiko hinsichtlich des Alters liegt bei Kindern im „Vor- und im Grundschulalter - in der Altersphase mit dem größten Potenzial zur Herausbildung individueller Ressourcen und Kompetenzen“ (Holz in BpB 2006, 3), wobei dies im Folgenden genauer betrachtet werden soll.

2.2 Auswirkungen von Armut auf die Lebenslagendimensionen von Kindern

Das kindbezogene Armutskonzept, entwickelt in der AWO-ISS-Studie, unterscheidet vier kindbezogene Lebenslagendimensionen (materielle Grundversorgung, gesundheitliche, kulturelle und soziale Lage) und damit drei kindbezogene Lebenslagentypen: Aufwachsen im Wohlergehen, Aufwachsen in Benachteiligung und Aufwachsen in multipler Deprivation. Laut AWO-ISS-Studie schneiden Kinder aus armen Familien in allen vier Lebenslagedimensionen schlechter ab als andere Kinder, d.h. ihre Chancen, zu Wohlbefinden zu gelangen, sind z.T. sehr stark eingeschränkt (vgl. Holz, G. in BpB 2006, 4). Ersichtlich wird dies anhand einiger Ergebnisse der AWO-ISS-Studie aus den einzelnen Dimensionen, die im Folgenden beispielhaft aufgeführt werden sollen. Betrachtet man zunächst die materielle Grundversorgung, die „Aussagen zu Wohnung, zu Nahrung und zu Kleidung“ (Fischer, J. 2011, 13) macht, so wurde dabei herausgefunden, dass ca. 40% der armen gegenüber 15% der nicht-armen Kinder mangelhaft versorgt waren. Dies beinhaltet neben verspätetem bzw. unregelmäßigem Zahlen von Essensgeld in der KiTa u.a. auch fehlende körperliche Pflege. In der zweiten Studie kommt bei den ca. zehnjährigen Kindern noch hinzu, dass diese kaum einen eigenen Raum in der elterlichen Wohnung haben und Einschränkungen in der Ernährung und der Kleidung in Kauf nehmen müssen. V.a. hinsichtlich des Geschlechts können hierbei Unterschiede ausgemacht werden, sodass Jungen eher über ein eigenes Zimmer und ein eigenes TV-Gerät verfügen und zum Teil mehr Taschengeld bekommen als Mädchen (vgl. Holz, G. in BpB 2006, 6-8). Kampshoff (2010) ergänzt diese Auflistung weiter um fehlende, schlechte und kaputte Kleidung der armen Kinder, schlechte bzw. billige Schulmaterialien, unzureichende Wohnsituationen und mangelnde Hygiene (vgl. Kampshoff, M. in Fischer, J./Merten, R. 2010, 45).

Auch innerhalb der kulturellen Lage, d.h. mit „Blick vor allem auf die kognitive Entwicklung, die sprachliche Kompetenz und die Bildung gerichtet“ (Fischer, J. 2011, 13), finden sich Defizite armer gegenüber nicht-armer Kinder. So zeigen sich u.a. Auffälligkeiten im Sprach- und Spielverhalten sowie im Arbeitsverhalten bei rund 50% dieser Kinder. Weiterhin werden arme Kinder häufiger vom Schulbesuch zurückgestellt sowie, trotz vergleichbarer Ausgangslage, geringere Chancen für den Übertritt in die Regelschule ersichtlich. V.a. bei den Zehnjährigen zeigen sich Einschränkungen hinsichtlich der kulturellen Lage in selteneren Vereinsmitgliedschaften und weniger Möglichkeiten, sich im Internet zu informieren. So haben beispielsweise 70% der armen Kinder gegenüber 36% der nicht-armen Kinder keinen Internetzugang (vgl. Holz, G. in BpB 2006, 6-8). Kampshoff (2010) versucht hier die einzelnen Beispiele auf den Punkt zu bringen, indem er von fehlendem kulturellen Angeboten sowie „fehlende[n] Chancen, an kulturellen Veranstaltungen, Produkten, Einrichtungen teilzuhaben“ (Kampshoff, M. in Fischer, J./Merten, R. 2010, 45) spricht. Er beklagt die sprachliche Armut bei armen Kindern und der im Schluss fehlenden Möglichkeit, sich zu Literatur, Musik, Kunst o.ä. zu äußern (Kampshoff, M. in Fischer, J./Merten, R. 2010, 45).

Unter der sozialen Lage als dritte Lebenslagendimension „sind insbesondere die sozialen Kontakte oder soziale Kompetenzen zur Erfassung der sozialen Integration des Kindes oder des Jugendlichen zu verstehen“ (Fischer, J. 2011, 13). Dies zeigt sich in der AWO-ISS-Studie v.a. darin, dass arme Kinder weniger häufig den Kontakt zu anderen Kindern in der KiTa suchen, weniger aktiv am Gruppengeschehen teilnehmen, seltener ihre Wünsche äußern und sich demnach eine beginnende Ausgrenzung der armen Kinder sichtbar macht (vgl. Holz, G. in BpB 2006, 6). Auch hier ergänzt Kampshoff (2010) diese Beispiele, indem er weiter ausführt, dass arme Kinder oft allein sind, Freund/innen meist nur im eigenen sozialen Umfeld finden, die Familie instabil ist, sodass es an Unterstützung fehlt und oft zu Streit führt. Es fehlen Kontakte in andere soziale Gesellschaftsebenen, was sich verfestigend auf die Armut der Kinder auswirken kann (vgl. Kampshoff, M. in Fischer, J./Merten, R. 2010, 45).

Die vierte Lebenslagendimension wird als die gesundheitliche Lage bezeichnet. Dies meint nicht nur den Gesundheitszustand des Kindes prinzipiell sondern ebenso die körperliche Entwicklung, die psychische Lage und, je nach Literaturquelle, die emotionale Lage. In der AWO-ISS-Studie fand man dazu heraus, dass arme Kinder hinsichtlich ihrer Gesundheit zwar öfter Auffälligkeiten aufweisen bzw. Einschränkungen erleben, diese aber, im Unterschied zu den anderen Lebenslagendimensionen, am wenigsten sichtbar wird. Jedoch wird mit zunehmenden Alter die Verlaufserwartung des Gesundheitszustandes immer schlechter, da arme Kinder oft ein höheres Risikoverhalten aufweisen als nicht-arme Kinder. Dazu gehört u.a. unregelmäßiges Essen, hoher Medienkonsum und früher Suchtmittelkontakt, wobei hier das Rauchen als Einstieg betrachtet werden kann (vgl. Holz, G. in BpB 2006, 6-8). Kampshoff (2010) bezeichnet die gesundheitliche Lage als emotionale Lage und ergänzt die genannten Beispiele um fehlende Sicherheit und Halt, fehlende Geborgenheit und Liebe, fehlendes Zuhören, Aggression und Frustration sowie Gleichgültigkeit und Rückzug (vgl. Kampshoff, M. in Fischer, J./Merten, R. 2010, 45).

Diese deprivierten Lebenslagen können sich auch langfristig auf die physische, intellektuelle und sozio-emotionale Entwicklung von Kindern auswirken, was u.a. die Langzeitperspektive der AWO- ISS-Studie zeigt, nach der Armut v.a. bei den Kindern langfristig zum Risiko wird, die die stärksten und konstantesten Auffälligkeiten hinsichtlich der kulturellen Lage aufweisen, d.h. Einschränkungen im Lern- und Erfahrungserfolg sowie den Lernkompetenzen und dem Schulerfolg erleben (vgl. Richter-Kornweitz in Holz, G./Richter-Kornweitz, A. 2010, 44). Vor allem diese Einschränkungen können langfristig Einfluss haben auf die „formelle und informelle Bildung, wobei Hunger, Streit, Aggressionen, kein eigener Raum und fehlende Unterstützung etwa bei den Hausaufgaben oder beim Vorbereiten von Leistungsüberprüfungen die massivsten Beeinträchtigungen darstellen, unter denen Lernen kaum mehr vorstellbar erscheint“ (Kampshoff, M. in Fischer, J./Merten, R. 2010, 45), was ebenso ein sehr wichtiger Faktor in der kindbezogenen Armutsprävention ist. Letztlich ist hinsichtlich der Auswirkungen der Armut auf die Lebenslagendimensionen von Kindern jedoch ebenso zu beachten, dass die familiäre Einkommensarmut nicht zwangsläufig zu Einschränkungen führen muss. Laut AWO-ISS-Studie ging es etwa einem Viertel der armen Kinder gut, d.h. es waren keine Benachteiligungen in den Lebenslagen festzustellen (vgl. Holz, G. in BpB 2006, 7). Zu verdanken ist dies zumeist wichtigen Schutzfaktoren, die im Folgenden vorgestellt werden sollen.

2.3 Perspektivwechsel: von der Defizit- zur Ressourcenperspektive

Bevor auf die Schutzfaktoren, die Kinder vor Auswirkungen der Einkommensarmut der Eltern auf ihre kindlichen Lebenslagendimensionen schützen können, eingegangen werden soll, sollen kurz die Risikofaktoren in den Blick genommen werden. Risikofaktoren werden nach Gamezy (2006) definiert als „Merkmal, [...] das bei einer Gruppe von Individuen, auf die dieses Merkmal zutrifft, die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Störung im Vergleich zu einer unbelasteten Kontrollgruppe erhöht“ (Garmezy, N. zitiert nach Holz, G. in BpB 2006, 10). Wichtig hierbei ist also, dass ein Risikofaktor lediglich die Wahrscheinlichkeit erhöht, nicht aber besagt, dass es aufgrund des Auftretens eines Risikofaktors zwangsläufig auch zu Einschränkungen kommen muss. In der Armutsforschung unterscheidet man zwei Gruppen von Risikofaktoren. Zum einen ist dies die Vulnerabilität, d.h. biologische und psychologische Merkmale des Kindes, die es leichter verletzbar macht. Im Unterschied dazu stehen psychosoziale Merkmale der Umwelt, die als sog. Stressoren bezeichnet werden, z.B. schlechtes Familienklima.

[...]


1 Die AWO-ISS-Studie bezeichnet drei im Zeitraum von 1997 bis 2005 vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS-Frankfurt a.M.) im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt durchgeführte Studien zu Lebenslagen und Lebenschancen bei Kindern und Jugendlichen. Diese nahmen in den Jahren 1997-2000 Kinder im Vorschulalter; von 2000-2002 Kinder im Grundschulalter und von 2003 bis 2005 Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit in den Blick. Im Mai 2009 startetet die AWO ihre vierte Studie zu Armut bis zum Ende der Sekundarstufe I (vgl. Arbeiterwohlfahrt 2012 [URL: http://www.awo.org/standpunkte-und-positionen/kinderarmut.html], Stand: 01.02.2012)

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656179351
ISBN (Buch)
9783656180234
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192786
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
kindbezogene armutsprävention möglichkeiten deutschland ebene

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