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Die Geschichte der Arabischen Halbinsel

Hausarbeit 2011 12 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorislamische Geschichte
2.1. Hochkulturen und Reiche der Golfregion und Mesopotamien

3. Die Geburt des Propheten Mohammed
3.1. Dynastie der Omaijaden
3.2. Das Kalifat der Abbasiden
3.3. Arabien unter osmanischer Herrschaft

4. Einfluss des Westens
4.1. Portugiesen
4.2. Holländer
4.3. Briten

5. Arabien im 1. Weltkrieg

6. Die Entwicklung der Staaten bis zum 2. Weltkrieg
6.1. Nordarabien
6.2. Südarabien

7. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die geschichtliche Entwicklung Europas samt Jesus, Kreuzzügen, der Französischen Revolution und den beiden Weltkriegen dürfte den meisten Europäern zumindest ungefähr präsent sein. Die arabische Halbinsel und deren Geschichte hingegen entzieht sich dem Gegenstand der Lehrstunden. Lediglich die jüngsten städtebaulichen Entwicklungen Dubais sind vermutlich den meisten ein Begriff. Durch Erdöl zu Reichtum gekommen werden unzählige Megaprojekte in karger Wüstenlandschaft errichtet. Burj Al Arab, The Palm und The World wurden in den Medien und der Geographie gleichermaßen bewundert und analysiert. Dass die Geschichte der Golfstaaten nicht erst mit dem Erdölreichtum beginnt ist klar. Doch was genau geschah eigentlich zuvor? Welche historischen Großereignisse können festhalten werden? Und welchen Einfluss hatte die westliche Welt auf die Golfregion?

Der Zeitraum bis zum 2. Weltkrieg ist sehr umfassend, weshalb diese Hausarbeit nicht detailliert auf einzelne Themenbereiche eingehen kann. Vielmehr soll ein Überblick über die Geschichte gegeben werden, um die Entwicklungen der Arabischen Halbinsel besser verstehen zu können und eine historische Zuordnung der Ereignisse zu ermöglichen. Den oben genannten Fragen wird deshalb in vier Großkapiteln nachgegangen. Als Hauptquelle dient das Buch „Die Arabische Halbinsel“ von Eberhard Wohlfahrt (1980), da dies das Thema als Standartwerk sehr ausführlich behandelt und alle wichtigen Informationen über die Arabische Halbinsel enthält. Eine Einordnung der frühhistorischen Ereignisse gestaltet sich, wie ich im ersten Kapitel beschreiben werde, sehr schwierig. Im zweiten Teil der Hausarbeit möchte ich die Geschehnisse nach der Geburt des Propheten Mohammed, sowie die folgenden Herrscherdynastien erläutern. Im anschließenden Teil gehe ich auf den Einfluss des Westens und deren Kolonialpolitik auf der Halbinsel ein, welcher nicht nur den Handel, sondern auch die Staatenbildung im Nahen Osten beeinflusste. Als nächsten Unterpunkt der Gliederung erläutere ich die Zeit ab 1914, den Beginn des 1. Weltkrieges und die Folgen für die arabischen Länder. Im darauf folgenden Punkt geht es um die Entwicklung der Staaten bis zum 2. Weltkrieg. Am Ende der Hausarbeit fasse ich die wichtigsten Ereignisse nochmal zusammen und gebe ein Fazit über die Entwicklungen der Geschichte der Arabischen Halbinsel.

2. Vorislamische Geschichte

Zur frühen Geschichte der Arabischen Halbinsel schweigen die historischen Quellen weitgehend. Eine räumliche und chronologische Ordnung ist aufgrund von zu wenigen dokumentierten Funden kaum möglich. „Erste Zeugnisse menschlicher Besiedlung stammen aus der Altsteinzeit“ (Wohlfahrt 1980: 116). Spätere Funde aus der jüngeren Altsteinzeit, um etwa 35000 - 10000 vor der Zeitwende, deuten auf eine stärkere räumliche Streuung hin. Das Inland der Halbinsel war dem Aussehen heutiger Steppen gleich, die Randgebirge waren bewaldet und wurden von den früheren Bewohnern als Jagdgebiete genutzt (vgl. Wohlfahrt 1980: 117). Nach der Desertifikation der Arabischen Halbinsel zogen die sesshaften Bewohner des Inlandes zu den wasserreichen Quellgebieten. Der nomadisierende Teil der Bevölkerung zog weiterhin durch die Wüste. Woher die Bewohner stammten, kann nicht rekonstruiert werden. Auch die Herkunft der ersten in Arabien nachgewiesenen Hochkulturen ist nicht bekannt (vgl. ebd.).

2.1. Hochkulturen und Reiche der Golfregion und Mesopotamien

In Mesopotamien, der „Wiege der ältesten Hochkulturen Arabiens“ (vgl. Wohlfahrt 1980: 49) entwickelten sich im 3. Jahrtausend vor der Zeitwende die bedeutendsten antiken Kulturen. Darunter waren Babylonien und Assyrien, welche geographisch im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris lagen und als die wichtigsten Hochkulturen der Menschheit gelten (vgl. ebd.). Eine von der Wissenschaft erst jüngst entdeckte Kultur ist die der Dilmun. Diese gilt mit den Makan und Altsumer als erste Hochkultur auf der Arabischen Halbinsel. Fundierte Funde dafür gibt es auf der Insel Bahrain und im Oman, sowie in Indien und Mesopotamien, was auf starke Handelsbeziehungen schließen lässt. Dennoch bleibt die Geschichte dieser frühen Hochkulturen weitestgehend vom Schleier der Geschichte verdeckt (vgl. Wohlfahrt 1980: 51f). Im 2. Jahrtausend existierten in Südarabien vier Reiche: das der Minäer, Sabäer, Katabanier und Hadrami. Die Reiche sind unter dem Überbegriff der „Saihad-Kultur“ zusammengefasst. Leider gibt es auch über die Geschichte der Saihad-Kultur nur wenige detaillierte Informationen (vgl. Wohlfahrt 1980: 55). Die schriftliche Überlieferung setzte erst mit dem Alten Testament ein, das bis etwa 1800 v. Ztw. zurückreicht (vgl. Wohlfahrt, 1980: 864.). Demnach besaßen die frühen Siedler „bereits ausgeprägte Sozialstrukturen und bildeten politische Einheiten in Form von Stadtstaaten, die sich zu kleinen Staatenbildungen zusammenschlossen“ (Wohlfahrt 1980: 864).

3. Die Geburt des Propheten Mohammed

Mit der Geburt Mohammeds um 570 n. Chr. veränderte sich die Struktur Arabiens grundlegend. Es begann ein neues Zeitalter. Die verschiedenen kleinen Stadtstaaten schlossen sich unter der religiös-weltlichen Bewegung des Propheten unter einem Konglomerat mit monotheistischem Glauben zusammen. „Als mächtige geistliche Bewegung entwickelte sich der Islam unter Mohammed innerhalb kürzester Zeit in Arabien auch zur stärksten politischen Kraft, die unter seinen Nachfolgern, den Kalifen, aus Arabien hinausgetragen wurde“ (Wohlfahrt 1980: 62). Mohammed eroberte die Stämme in Südarabien und dem Zentrum Arabiens (vgl. Abb. 1). Nach seinem Tod übernahmen vier Wahlkalifen das entstandene Reich mit Arabien als Kernland. Mit der Herrschaft der Kalifen breitete sich der Islam gleichzeitig nach Asien und Afrika aus. Der erste der gewählten Kalifen ist Aku Bakr. Er verhindert ein Abspalten abtrünniger Stämme im Ridda-Aufstand um 632 n. Chr. In den Jahren danach marschiert Aku Bakr im Irak und in Syrien ein und schlägt das byzantinische Heer bei Adschnadain zurück. 634 n. Chr. dankt er ab und Omar ibn al-Chattab wird sein Nachfolger. Unter seiner Herrschaft breitet sich das Reich weiter aus. Die Araber fallen in Jerusalem ein und legen den Heiligen Felsen frei, auf dem 691 der Felsendom errichtet wird. Als dritter im Bunde der Wahlkalifen kommt nach der Ermordung Omars 644 n. Chr. Othman ibn Affan an die Macht. Unter ihm werden die Eroberungen fortgesetzt, doch das Reich zeigt erste Anzeichen einer Krise. Die von Othman eingesetzten Stadthalter verfolgen gestützt durch ihre eigenen Armeen ihre eignen Ziele und sehen den Gewinn der Eroberungen des Reiches als nicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ausbreitung des Islam und Eroberungen durch Araber

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Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656179177
ISBN (Buch)
9783656179948
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192755
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,7
Schlagworte
geschichte arabischen halbinsel

Autor

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Titel: Die Geschichte der Arabischen Halbinsel