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Marilyn Monroe - Amerikas größter Filmstar

Fachbuch 2012 61 Seiten

Kunst - Fotografie und Film

Leseprobe

Ernst Probst

Marilyn Monroe

Amerikas größter Filmstar

Der faszinierendste Star der Filmgeschichte war die amerikanische Schauspielerin Marilyn Monroe (1926–1962), eigentlich Norma Jean Mortenson. Ihre Wirkung auf der Kinoleinwand beruhte auf leuchtend blonden Locken, malerischen Kurven, einer tiefen, rauchigen Stimme und ihrem verletzlichen Gebaren. Zur Bildung von Legenden trug vor allem der frühe Tod des Sexidols der 1950-er Jahre bei.

Norma Jean Mortenson schlug am 1. Juni 1926 in Los Angeles (Kalifornien) erstmals ihre Augen auf. Ihre Mutter, die Filmcutterin Gladys Pearl Mortenson, geborene Monroe, hatte zum Zeitpunkt der Geburt bereits zwei Ehen hinter sich. Aus der ersten Ehe mit John Baker stammten ein Sohn und eine Tochter, die nach der Scheidung bei ihrem Vater lebten. Am 11. Oktober 1924 heiratete Gladys Pearl Baker den Gasgebührenableser Martin Edward Mortenson, mit dem sie nur vier Monate zusammenlebte, bevor sie ihn verließ. Die Scheidung erfolgt erst 1928.

Als mutmaßlicher Vater von Norma Jean gilt Charles Stanley Gifford, der im Filmstudio „RKO Pictures“ arbeitete und dort der Vorgesetzte der Cutterin Gladys Pearl Mortenson war. Gifford hatte 1925 eine Affäre mit Mortenson, verließ sie aber, als er von ihrer Schwangerschaft erfuhr.

Nach der Geburt am 1. Juni 1926 im „General Hospital“ in Los Angeles wurde auf der Geburtsurkunde der Name Norma Jean Mortenson eingetragen. Bei der kirchlichen Taufe am 6. Dezember 1926 ließ die Großmutter Della Mae Monroe, geborene Hogan, den Namen Norma Jeane Baker eintragen, also den Nachnamen des ersten Ehemannes von Gladys. Auf diese Weise wollte die Großmutter die Unehelichkeit des Mädchens vertuschen. Den Vornamen Norma wählte die Mutter zur Erinnerung an die Schauspielerin Norma Talmadge (1894–1957).

Die berufstätige Mutter gab Norma Jean am 13. Juni 1926 bei dem Postboten Albert Bolender und seiner Frau Ida im Stadtteil Hawthorne von Los Angeles zur Pflege. Das Ehepaar hatte einen eigenen Sohn und nahm zusätzlich Pflegekinder auf, um sein Einkommen aufzubessern. Für die frommen Bolenders galten Kino, Tanzen, Rauchen und Kartenspiele als Werk des Teufels.

Ab September 1932 besuchte Norma Jean die „Washington Street School“ in Hawthorne. Ende 1933 erschoss ein Nachbar der Pflegeeltern mit der Schrotflinte den bellenden kleinen Hund „Tippy“ der Siebenjährigen. Dies stürzte das Mädchen in so tiefe Trauer, dass die Bolenders die Mutter alarmierten, die ihre Tochter mit zu sich in ihre Wohnung nach Hollywood nahm.

Wegen finanzieller Probleme während der Weltwirtschaftskrise erschoss sich Ende der 1920-er Jahre der Großvater Otis Elmer Monroe. Kurz darauf erlitt Gladys einen Nervenzusammenbruch und erkrankte wie zuvor ihre Mutter Della Mae psychisch. Glady focht einen schweren inneren Konflikt aus. Einerseits sympathisierte sie mit den Pfingstlern und Lutheranern, andererseits hatte sie Geschlechtsverkehr mit ständig wechselnden Partnern.

Im August 1933 bezogen Mutter und Tochter ein möbliertes Haus in Los Angeles. Um das Darlehen hierfür abzahlen zu können, verpachtete die Mutter das Haus an eine dreiköpfige Familie und mietete von diesem ein Schlafzimmer für sich und ihre Tochter zurück. Wohnzimmer, Bad und Küche wurden miteinander geteilt. Da die Mutter als Cutterin in einem Filmlabor arbeitete und die Familienmitglieder in Filmen auftraten, sprach man in diesem Haus viel über Filme.

Eine wichtige Rolle im Leben von Norma Jean Mortenson spielte Grace McKee, die Freundin ihrer Mutter. Sie erhielt 1935 die Vormundschaft für das Mädchen, nachdem dessen Mutter wegen angeblicher Geisteskrankheit für unzurechnungsfähig erklärt wurde. Grace McKee, die selbst von einer Filmkarriere träumte und als Aufseherin in einem Filmlabor arbeitete, hatte beschlossen, dass Norma Jean ein Filmstar werden sollte.

Am 13. November 1935 lieferte Grace McKee auf Drängen ihres frischgebackenen Ehemannes Erwin Silliman Goddard schweren Herzens die neunjährige Norma Jean in einem Waisenhaus von Los Angeles ab. Doch sie hielt ihr Versprechen, das Mädchen wieder zu sich zu holen: Am 7. Juni 1937 kehrte die Elfjährige in das Haus der Goddards zurück, verließ dieses aber schon im November jenes Jahres wieder, nachdem sie von dem betrunkenen Goddard sexuell bedrängt wurde.

Von November 1937 bis August 1938 lebte Norma Jean zusammen mit einem Cousin und zwei Cousinen bei einer Großtante in Compton (Kalifornien). Der Cousin zwang sie im Juni 1938 zu sexuellen Handlungen. Im August 1938 nahm eine Tante von Grace McKee die zwölfjährige Norma Jean bei sich auf. Sie war der erste Mensch, den die Kleine wirklich liebte und der auch sie mochte.

Kurz nach ihrem 16. Geburtstag heiratete Norma Jean am 19. Juni 1942 ihren 21-jährigen Nachbarn James E. Dougherty, der damals bei den Lockheed-Flugzeugwerken arbeitete und „Jim“ genannt wurde. Nach der frühen Heirat verließ sie die Schule. James wurde kurz nach der Hochzeit zur Kriegsmarine eingezogen. Ab April 1944 verdiente Norma Jean ihren Lebensunterhalt in der Montageabteilung einer Rüstungsfirma, wo sie zunächst Lack auf Flugzeugrumpfteile sprühen und später Fallschirme überprüfen musste.

In der Rüstungsfirma fiel Norma Jean 1945 dem Armee-Fotografen David Conover auf, der Frauen bei der Arbeit ablichtete. Die ersten Fotos von ihr erschienen Mitte 1945 mit Hilfe des damaligen Majors und späteren US-Präsidenten Ronald Reagan (1911–2004) im Magazin „Yank, the Army Weekly“ der „U. S. Army“. Bald galt sie als Traum vieler Fotografen. Ihnen kam es vor, als würde sie mit der Kamera flirten und mit anonymen Bewunderern Kontakt aufnehmen. Von August bis Herbst 1945 ließ sich Marilyn in Hollywood zum Fotomodell und Mannequin ausbilden. Damals war sie 1,66 Meter groß, wog 107 Pfund, hatte die Maße 91, 61, 86 und Kleidergröße 38.

Es folgten Auftritte als Hostess, Modellstehen für einen Bekleidungskatalog, eine Modenschau in Hollywood und zahlreiche Fototermine. Bis zum Frühjahr 1946 sah man Norma Jean Dougherty bereits auf 33 Titelblättern von Zeitschriften. Als ihr Mann forderte, sie solle sich zwischen ihm und ihrer Karriere entscheiden, kam es am 13. September 1946 zur Scheidung.

Von 1946 bis 1947 trug Norma Jean eine Zahnspange. Ihre Agentin betrachtete ihre brünetten Haare als „zu lockig“ und empfahl ihr Dauerwelle und Blondfärben. Norma Jean befolgte diese kosmetischen Ratschläge prompt. Ihre Haarkrause wurde fortan regelmäßig mit großem Aufwand geglättet. Gelegentlich entfernte man auch den spitzen Haaransatz oberhalb ihrer Stirn.

Vor den Kulissen für den Film „Mother Wore Tighs“ machte Norma Jean am 19. Juli 1946 Probeaufnahmen mit dem berühmten Kameramann Leon Shamroy (1901–1974), der bereits mehrere „Oscars“ erhalten hatte. Kurz danach gab ihr das Filmstudio „20th Century Fox“ einen Vertrag über ein halbes Jahr, der einen Wochenlohn von 75 US-Dollar garantierte. Den Kontrakt musste ihr Vormund Grace McKee unterzeichnen, da Norma Jean mit 20 Jahren noch als minderjährig galt. Ab August 1946 nannte sie sich „Marilyn Monroe“, da nach Ansicht des „Fox“-Talentsuchers Ben Lyon (1901–1979) niemand wisse, wie man ihren Namen Dougherty aussprechen solle. Der Künstlername Marilyn Monroe bestand aus dem Vornamen der berühmten amerikanischen Tänzerin Marilyn Miller (1898–1936) und dem Mädchennamen ihrer Mutter.

Der Vertrag mit Marilyn Monroe wurde im Februar 1947 um ein halbes Jahr verlängert. Im Mai 1947 wirkte sie in drei kurzen Einstellungen von „Dangerous Years“ („Gefährliche Jahre“) mit. In „Scudda-Hoo! Scudda-Hay!“ („Sommergewitter“, 1948) mimte sie in zwei Szenen, von denen eine später entfiel, ein High-School-Mädchen. Man sah sie nur eine Sekunde lang und sie sagte nur einen einzigen Satz. Im August 1947 verlängerte man den Vertrag mit ihr nicht mehr. In der Folgezeit gab sie ihr ganzes Geld für Schauspielunterricht, Miete und Auto aus. Das Geld für ihr Essen verdiente sich – nach eigener Aussage – als Callgirl.

Im Juli 1948 stand Marilyn Monroe für den Film „Ladies of the Chorus“ („Ich tanze in dein Herz“), der in zehn Tagen gedreht wurde, vor der Kamera. Ihr Auftritt in „Love Happy“ („Glücklich verliebt“, 1949) dauerte lediglich 60 Sekunden.

Im Frühjahr 1949 posierte Marilyn Monroe nackt für den Fotografen Tom Kelley (1914–1984). Erst 1952 wurde eines jener Aktfotos als Kalenderblatt veröffentlicht. Das Motiv zeigte Marilyn nackt auf rotem Samt. Sie sagte hierzu: „Ich musste meine Miete bezahlen“. Als ein Journalist sie fragte, ob sie wirklich nichts anhatte, antwortete sie schlagfertig: „Doch! Das Radio!“ Der Fotograf hatte Marilyn für die Fotositzung 50 US-Dollar bezahlt, später selbst aber 500 US-Dollar für ein Aktfoto kassiert. Der Aktkalender wurde finanziell ein großer Erfolg. Im Dezember 1953 erschien das erwähnte Aktfoto nochmals in der ersten Ausgabe des „Playboy“. Bis 1956 wurden Fotos aus der Fotositzung von 1949 auf verschiedenen Kalendern veröffentlicht.

Im Oktober 1950 unterschrieb Marilyn Monroe einen Siebenjahresvertrag beim Filmstudio „20th Century Fox“. Damit verfügte sie über ein geregeltes Einkommen, hatte aber einen Knebelvertrag abgeschlossen, der mit allerlei Auflagen an sie verbunden war. Dank ihrer Leinwandpräsenz wurden andere Filmstudios auf sie aufmerksam und bemühten sich um sie.

Den Durchbruch brachte erst der Streifen „The Asphalt Jungle“ („Asphalt-Dschungel“, 1950), in dem die Monroe in drei Szenen die Rolle der jungen Geliebten eines älteren betrügerischen Anwalts spielte. „In The Asphalt Jungle“ entwickelte sich Marilyn von einem Filmsternchen zu einer ernsthaften Schauspielerin“, schrieb der Autor Donald Spoto in seiner Biografie „Marilyn Monroe“ (1993). Danach sah man sie in „All about Eve“ („Alles über Eva“, 1950) und „Monkey Business“ („Liebling, ich werde jünger“, 1952).

1952 lernte Marilyn Monroe bei einem arrangierten Blind Date den früheren Baseballspieler Joe DiMaggio (1914–1999) kennen. Später sagte sie hierzu, sie habe ihn eigentlich gar nicht treffen wollen und sich vorgestellt, er würde grellbunte Krawatten tragen und Muskeln wie ein Bodybuilder haben. Doch es funkte zwischen den Beiden. Der 39 Jahre alte Ex-Sportler wurde am 14. Januar 1954 der zweite Ehemann der 27-Jährigen. Marilyn war zu jener Zeit auf dem Weg, ein Star zu werden, Joe hatte sich gerade als Sportler zur Ruhe gesetzt und wünschte sich eine häusliche Gattin.

Ab 16. Februar 1954 trat Marilyn Monroe an vier Tagen in einer improvisierten Show vor Tausenden amerikanischer Soldaten im vom Krieg verwüsteten Korea auf. Ungeachtet des eisigen Wetters trug sie bei ihrem Auftritt nur ein leichtes Abendkleid, weshalb sie nach der Tournee an einer Lungenentzündung litt. Nach der Tournee in Korea fragte Marilyn ihren Mann: „Joe, hast du jemals erlebt, dass 10.000 Menschen von ihren Plätzen aufspringen und dir applaudieren?“ Die Antwort des ehemaligen Baseballspielers: „Bei mir waren es 75.000“.

„River of No Return“(„Fluß ohne Wiederkehr“, 1954) war der einzige klassische Western, in dem Marilyn Monroe mitwirkte. Die männliche Hauptrolle spielte Robert Mitchum (1917–1997). Bei den Dreharbeiten brach sich die Monroe ein Bein, was die Produktion verzögerte und weshalb man sie in vielen Szenen nur mit verdeckten Beinen sieht. Mit ihr hatte der Regisseur Otto Preminger öfter Streit. In einem Interview erklärte er: „Marilyn Monroe ist wie Lassie. Mit ihr muss man 14 Mal die gleiche Szene drehen, bevor sie an der richtigen Stelle bellt“.

Während der Dreharbeiten für den Film „The Seven Year Itch“ („Das verflixte 7. Jahr“, 1955), bei dem in einer Szene das Kleid der Monroe über einem New Yorker U-Bahn-Schacht immer wieder hochgeweht wurde, bekam ihr Ehemann DiMaggio vor Hunderten von Zuschauern einen Eifersuchtsanfall. Diese Szene war allerdings unrealistisch. In Wirklichkeit reicht der Luftzug über einem U-Bahn-Schacht nicht aus, um ein Kleid hochzuwehen.

Die zweite Ehe von Marilyn Monroe mit Joe DiMaggio, dessen Leben angeblich vor allem aus Bier und Fernsehen bestand, wurde am 31. Oktober 1955 wegen gegenseitiger seelischer Grausamkeit geschieden. Ab Frühjahr 1961 pflegten beide allerdings wieder herzlichen Kontakt.

Zum Jahresanfang 1955 gründete Marilyn Monroe zusammen mit dem Mode- und Porträtfotografen Milton H. Greene (1922–1985) die Filmgesellschaft „Marilyn Monroe Inc.“. Die Monroe hielt 51 Prozent der Anteile dieses Unternehmens, Green die restlichen 49 Prozent. Damals war die Monroe neben Mary Pickford (1892–1979) und Ida Lupino (1918–1995) die dritte weibliche Vertragsschauspielerin in Hollywood, die eine eigene Produktionsgesellschaft gegründet hatte. Davon versprach sich die Monroe auch anspruchsvollere Rollen für sich selbst. Ihren Vertrag mit „20th Century Fox“ verlängerte sie nicht mehr.

1956 zog Marilyn Monroe nach New York City, wo sie Kurse am „Actors Studio“ besuchte und das „Method Acting“ erlernte. Ihr Mentor wurde der Schauspieler Lee Strasberg (1901–1982). Dessen Ehefrau Paula beriet sie bei nachfolgenden Dreharbeiten. In jenem Jahr änderte sie ihren Namen Norma Jean Mortensen gesetzlich in Marilyn Monroe ab.

Am 29. Juni 1956 ließen sich Marilyn Monroe und der amerikanische Schriftsteller Arthur Miller (1915–2005) standesamtlich und am 1. Juli 1956 nach jüdischem Ritus trauen. Sie konvertierte seinetwegen zum Judentum. Marilyn hatte ihren Bräutigam bei den Dreharbeiten für den Film „As Young As You Feel“ („Alter schützt vor Torheit nicht“, 1951) kennen gelernt. Offenbar sah sie in Miller einen Beschützer und Vaterersatz. Vor dem religiösen Ritus erklärte die Braut unter Tränen, sie wolle das nicht zu Ende bringen, willigte dann aber doch aus Mitleid mit dem Bräutigam in die Zeremonie ein.

Anfangs verlief die Ehe von Marilyn Monroe mit Arthur Miller sehr glücklich. Miller vermittelte Marilyn durch seine Liebe sowohl Anerkennung als auch Geborgenheit. Beide wünschten sich gemeinsame Kinder. Marilyn konnte sich sogar vorstellen, nur noch Hausfrau und Mutter zu sein. Sie stand Miller beiseite, als dieser 1957 als Sympathisant der Kommunisten verunglimpft wurde. Weil sie unter Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) litt, hatte Marilyn drei Fehlgeburten. Auch sonst mehrten sich Probleme. Miller störte zunehmend der starke Tablettenkonsum seiner Frau. Marilyn las irgendwann im Tagebuch ihres Gatten, dieser halte sie für eine unberechenbare und hilflose Kindfrau, für die er nur Mitleid empfinde. Nach vielen Ehestreitigkeiten endete die dritte Ehe der Monroe mit Miller am 24. Januar 1961 durch eine Scheidung in Mexiko.

Zu Marilyn Monroes bekanntesten Streifen gehörten „Niagara“ (1953), „Gentlemen Prefer Blondes“ („Blondinen bevorzugt“, 1953), „How to Marry a Millionaire“ („Wie angelt man sich einen Millionär?“, 1953), „The Seven Year Itch“ („Das verflixte 7. Jahr“, 1955), „Bus Stop“ (1956), „Some Like It Hot“ („Manche mögen’s heiß“, 1959), „Let’s Make Love“ („Machen wir’s in Liebe“, 1960) und „The Misfits“ („Misfits “ – Nicht gesellschaftsfähig“, 1961). In „Nigara“ mimte sie eine hinterhältige Braut, in „Wie angelt man sich einen Millionär?“ eine kurzsichtige und geldgierige Person, in „Manche mögen’s heiß“ eine eigensinnige Ukelele-Spielerin und in „Das verflixte 7. Jahr“ eine verständnislose „Sex-Maschine“.

Der Film „Manche mögen’s heiß“ gilt als beliebteste Komödie. Es ist die witzige Story von zwei Musikern, die 1929 in Chicago Zeugen eines Massakers wurden, daraufhin in Frauenkleidern vor Gangstern flüchteten und sich einer weiblichen Jazzband anschlossen, die sie im Zug nach Florida trafen. Kurz vor dem Ende dieses Streifens sang die Monroe eines ihrer bekanntesten Lieder „I Wanna Be Loved by You“. Trotz knisternder Szenen zwischen Tony Curtis (1925–2010) und Marilyn Monroe, meinte Curtis hinterher ungalant, dass das Küssen mit Marilyn wie Knutschen mit Hitler sei.

Damals hatte der Medikamentenmissbauchs der Monroe, hinter dem sich körperliche und psychische Probleme verbargen, bereits sichtbare Folgen. Wegen Konzentrationsschwäche vergaß sie oft Texte ihrer Rolle und erschien manchmal erst mit stundenlanger Verspätung am Drehort. Dies erschwerte die Dreharbeiten und trieb die Produktionskosten hoch.

Auf der Kinoleinwand trat Marilyn Monroe stets strahlend auf, im Privatleben dagegen war sie innerlich zerstört und unsicher. Die Vermarktung ihres Körpers kommentierte sie mit den Worten: „Ein Sexsymbol ist ein Ding, und ich hasse es, ein Ding zu sein.“ Ihre Liebhaber nannte sie meistens „Daddy“. Als ein Gärtner einmal während ihrer Abwesenheit den Rasen mähte, schrie sie bei der Rückkehr, als wäre sie verwundet und steckte die geköpften Blumen zurück in die Erde, damit sie weiterleben könnten.

Während der letzten sieben Jahre ihres Lebens befand sich Marilyn Monroe ständig in ärztlicher und psychoanalytischer Behandlung. 1962 ging sie an manchem Tag zweimal zu ihrem Psychoanalytiker. Immer öfter versuchte sie, ihre manische Depression und ihre Selbstzweifel mit Hypernotika zu bekämpfen.

Endlos dahin zogen sich die Dreharbeiten für „Something’s Got to Give“, den letzten und unvollendeten Film von Marilyn Monroe.Vor den Dreharbeiten flog sie nach New York City, um im „Actors Studio“ mit Lee Strasberg an ihrer Rolle zu arbeiten. Bei der Reise nach New York City erkrankte sie an einer Virusinfektion. Am 23. April 1962, dem ersten geplanten Drehtag, meldete sie sich beim Produzenten Henry T. Weinstein (1924–2000) krank und erschien später nur an 17 von 30 Drehtagen. Durch ihr Fehlen stiegen die Drehkosten stark. Dies machte dem Filmstudio „Fox“ sehr zu schaffen, weil gleichzeitig auch die Drehkosten für „Cleopatra“ katastrophal stiegen.

Während der Dreharbeiten hatte die Monroe bei der Geburtstagsfeier des US-Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963) am 29. Mai 1962 im „Madison Square Garden“ in New York City einen öffentlichen Auftritt. Dabei trug sie ein hautfarbenes Kleid und sang „Happy Birthday, Mr. President“. Dieser Auftritt erfolgte gegen den Willen ihres Studios und bewirkte letztendlich, dass die Monroe entlassen wurde, weil sie krank geschrieben war und trotzdem zur Präsidentengala nach New York City flog. Später wollte man nach Verhandlungen die Dreharbeiten an „Something’s Got to Give“ wieder aufnehmen, aber der Film konnte nicht mehr zu Ende gedreht werden.

Am 5. August 1962 fand man Marilyn Monroe tot im Bett auf. Sie war in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 im Alter von nur 36 Jahren gestorben. Neben ihr lag ein leeres Röhrchen Schlaftabletten. Als Todesursache werden eine Überdosis und Selbstmord diskutiert. Der Polizist, der ihr Apartment nach ihrem Tod durchsuchen musste, war ihr erster Mann „Jim“ Dougherty.

Die Beisetzung von Marilyn Monroe am 8. August 1962 in einem Bronzesarg im „Corridor of Memories“ auf dem Friedhof „Westwood Village Memorial Park Cemetery“ in Los Angeles wurde vom Ex-Ehemann Joe DiMaggio, der Halbschwester Berniece Inez Miracle, geborene Baker, und der Privatsekretärin organisiert. Lee Strasberg hielt die Trauerrede.

Um den frühen Tod von Marilyn Monroe ranken sich viele Legenden. Weit verbreitet ist eine bis heute unbewiesene Verschwörungstheorie, der amerikanische Präsident John F. Kennedy habe Marilyn durch den Geheimdienst „CIA“ ermorden lassen, weil seine Affäre mit ihr sein Amt gefährdet habe. Nach Auskunft der Haushälterin Eunice Murray und der Freundin Pat Newcomb sollen viele Telefonate zwischen der Monroe und dem US-Präsidenten vor ihrem Auftritt auf der Geburtstagsfeier geführt worden sein. Außerdem soll sich Marilyn über eine Nacht mit dem US-Präsidenten geäußert haben, was aber ebenfalls nicht belegt ist. Als die Präsidentengattin Jacqueline („Jackie“) Kennedy (1929–1994) erfuhr, dass die Monroe auf der Geburtstagsparty ihres Ehemannes auftreten werde, wollte sie den Feierlichkeiten nicht beiwohnen. Angeblich bestand auch zwischen Justizminister Robert Kennedy (1925–1968) und der Monroe ein Verhältnis. Etwas ganz anderes vermutete der Autor Donald Spoto. Er glaubte, die Monroe sei wegen eines groben ärztlichen Kunstfehlers gestorben. Ihr Psychiater und ein anderer Arzt
hätten ihr Medikamente verabreicht, die einen tödlichen Cocktail bildeten. Die Spekulationen über den rätselhaften Tod von Marilyn würden ein ganzes Buch füllen.

An Amerikas größten Filmstar erinnern Lieder, Filme über sie, Kunstwerke und zahlreiche Bücher. Eine rekonstruierte Fassung ihres unvollendeten Streifens „Something’s Got to Give“ erhielt in Deutschland den Titel „Marilyn – Ihr letzter Film“.

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Details

Seiten
61
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656179702
ISBN (Buch)
9783656180104
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192748
Note
Schlagworte
Marilyn Monroe Film Filmstars Filmschauspielerinnen Schauspielerinen Frauenbiografien Biografien Ernst Probst

Autor

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Titel: Marilyn Monroe - Amerikas größter Filmstar