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Social-Media-Marketing als Kommunikationsinstrument: Wie Unternehmen von Social Media profitieren können

Bachelorarbeit 2012 58 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1.1. Zielsetzung
1.2. Vorgehensweise

2. Definitionen
2.1. Social-Media-Marketing
2.2. Definition Kommunikationsinstrumente
2.3. Definition der jungen Zielgruppe

3. Erklärung der bekanntesten Plattformen im social Media
3.1. Facebook
3.2. Twitter
3.3. MySpace
3.4. VZ-Netzwerke
3.5. Xing
3.6. Linkedln
3.7. Youtube
3.8. Flickr

4. Das Kommunikationsinstrument Social-Media-Marketing
4.1. Vorstellung der Maßnahmen innerhalb des Social-Media- Kommunikationsinstrumentes
4.1.1. Soziale Netzwerke
4.1.2. Blog / Microblogging
4.1.3. Business-Netzwerk
4.1.4. Verbraucherportale und Foren
4.1.5. Foto- und Videoportale
4.1.6. Social Bookmarking
4.2. Besonderheiten des Social-Media-Marketing- Kommunikationsinstrumentes im Vergleich zu anderen Kommunikationsinstrumenten

5. Die Ziele der Social-Media-Kommunikation
5.1. Zielsetzung der Social-Media-Kampagnen
5.1.1. Reputationsmarketing
5.1.2. Recruiting
5.1.3. Kundenbindung
5.1.4. Virales Marketing
5.1.5. Mundpropaganda
5.1.6. Crowdsourcing
5.1.7. Innovation
5.1.8. Suchmaschinenoptimierung
5.1.9. Krisenkommunikation
5.2. Kommunikation mit einer (jungen) Zielgruppe
5.3. Auswertungs- und Bewertungsmöglichkeiten von Social-Media- Kampagnen
5.3.1. Return of Investment (ROI)
5.3.2. Balanced Scorecard
5.3.3. Werkzeuge zur Aus- und Bewertung

6. Fallstudien von Social-Media-Kampagnen
6.1. Positive Fallbeispiele
6.1.1. Adidas
6.1.2. RAin Braun
6.1.3. Hotel Kurfürst - Wellnesshotel an der Mosel
6.1.4. Daimler-Konzern
6.2. Negative Fallbeispiele
6.2.1. Pril
6.2.2. Nestle

7. Vor- bzw. Nachteile von Social Media als Kommunikationsinstrument
7.1. Vorteile
7.2. Nachteile

8. Kritische Betrachtung

9. Schlussbetrachtung
9.1. Zusammenfassung
9.2. Aussicht
9.3. Fazit

10 Literaturverzeichnis
10.1. Monographien
10.2. Internetseiten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anstieg der deutschen Facebook-Nutzer in Deutschland

Abbildung 2: Aktive deutschsprachige Twitter-Nutzer

Abbildung 3: Entwicklung der weltweiten Mitgliederzahl bei XING

Abbildung 4: Screenshot des Youtube-Kanals der Firma Siemens

Abbildung 5: Screenshot der Flickr-Seite der Deutschen Bank

Abbildung 6: Virales Marketing

Abbildung 7: Internet-Nutzung in Deutschland im Jahr 2011 nach Alter

Abbildung 8: Beispiele der Adidas-Aktion

Abbildung 9: Screenshot der Homepage

Abbildung 10: Screenshot Google-Suche „Wellness Mosel"

Abbildung 11: Screenshot der Beispiele Abbildung 12: Verfremdetes Kitkat-Logo

Einleitung

Social Media ist aktuell in aller Munde. Fast jeder Mensch, der eine Verbindung ins Internet hat, nutzt einen Account bei Facebook, StudiVZ, Xing, LinkedIn oder MySpace.

Seit den Präsidentschaftswahlen in den USA im Jahr 2008 ist bekannt, dass Soci- al-Media-Marketing lohnenswert sein kann. Denn Barack Obama ist nicht nur durch seine Auftritte im Fernsehen populär geworden, er nutzte zudem die Social-Media- Plattformen, um bekannter zu werden. So twitterte Obama Neuigkeiten bei Twitter, stellte Bilder und weitere Informationen bei Facebook der Öffentlichkeit zur Verfügung und unterhielt die Welt mit seinen Videos auf Youtube.1 Nie zuvor verstand es ein Präsident, die neuen Medien so geschickt einzusetzen und soweit über die Grenzen seines Landes, noch vor der Wahl, bekannt zu werden. Dieser Erfolg und der dazugehörige Imagegewinn wären durch alte Kommunikationsinstrumente nur schwer erreichbar gewesen.

Ob dieses schnelle Imagewachstum ebenfalls auf Unternehmen anwendbar ist, soll unter anderem durch die vorliegende Bachelor-Thesis beleuchtet werden. Denn welches Unternehmen würde nicht gerne innerhalb weniger Wochen seinen Bekanntheitsgrad und seinen Erfolg steigern?

1.1. Zielsetzung

Die Zielsetzung der Bachelor-Thesis ist es heraus zu finden, unter welchen Umständen das Social­Media-Marketing für Unternehmen eine Erfolgsaussicht hat. Dabei soll das Ergebnis an einer jungen Zielgruppe festgemacht werden. Diese Gruppe ist vermehrt auf Social-Media-Plattformen vertreten und verbringt einen großen Teil ihrer Freizeit in virtuellen Welten, um mit Freunden zu chatten, Videos zu schauen, Statusmeldungen zu posten, Kontakte zu knüpfen, Bilder auszutauschen oder alte Freunde wieder zu finden.

Können Unternehmen in diese Welt eintauchen, um junge Menschen zum Kauf ihrer Produkte zu animieren? Passt diese Art der Kommunikation zu jedem Unternehmen? Lohnt sich der finanzielle Aufwand? Wie kann eine Firma den Erfolg kontrollieren? Und wann sollte ein Unternehmen die Finger davon lassen? Diese Fragen werden in dieser Bachelor Thesis behandelt. Um das Ergebnis besser unterstützen zu können, werden die Resultate mit Studien verglichen, die es zum Thema Social-Media-Einsatz gibt. In diesen Studien soll vor allem das Interesse der jungen Menschen an Social-Media-Kampagnen beleuchtet werden. Außerdem soll es darum gehen, wie diese mit solchen Kampagnen umgehen. Ist dieses Verhalten interessant für Unternehmen und können diese Profit daraus schlagen?

1.2. Vorgehensweise

Am Anfang dieser Bachelor-Thesis werden die Grundlagen betrachtet. Dazu gehören die Definitionen der Begriffe Social-Media-Marketing, Kommunikationsinstrumente und die der jungen Zielgruppe.

Als weitere Grundlage werden im folgenden Teil die wichtigsten Plattformen betrachtet, die im Social Media genutzt werden. Für jede Plattform wird auf die Nutzerzahlen eingegangen. Des Weiteren gibt es eine Übersicht über die Gruppen, die sich darin bewegen und welche Möglichkeiten für Marketing es in diesen Communities gibt. Danach erfolgt eine genauere Beschreibung über das Kommunikationsinstrument Social-Media-Marketing und ein kurzer Vergleich zu anderen herkömmlichen Instrumenten.

Im Anschluss wird auf die Ziele eingegangen, die ein Unternehmen mit Social- Media-Marketing verfolgt. Darunter fallen auch die Kommunikation mit einer jungen Zielgruppe und die Möglichkeiten, die vorhanden sind, um die Social-Media- Kampagnen zu bewerten.

Um die Theorie zu untermauern, gibt es ein Kapitel mit Fallstudien und -beispielen. Es wird auf Marketing-Kampagnen eingegangen, die sich sowohl positiv als auch negativ auf das Image der Unternehmen ausgewirkt haben.

Den Schluss bildet eine Übersicht von Vor- und Nachteilen des Social-Media- Marketings als Kommunikationsinstrument für Unternehmen, eine kritische Betrachtung der Thematik und das Fazit.

2. Definitionen

An dieser Stelle werden die Begriffsdefinitionen vorgestellt. Zu den Begriffen, die erläutert werden, gehören Social-Media-Marketing, Kommunikationsinstrumente und die Definition der jungen Zielgruppe. Damit soll die Abgrenzung dieser Begriffe verdeutlicht werden.

2.1. Social-Media-Marketing

Der Social-Media-Experte Gerald Lempke betrachtet die drei Wörter „Social”, „Media” und „Marketing” separat und verweist auf die Bedeutung im Langenscheidt Wörterbuch. Unter dem Begriff „Marketing” steht: Absatzpolitik und Marktbesuch. Zu „Social” findet sich: sozial, gesellig, gesellschaftlich und geselliges Beisammensein. Und bei „Media”: Medien (Zeitung, TV, Internet). Werden diese drei Aspekte zusammengesetzt, ergibt sich „demnach ein mediales Marketing, welches sich auf Gemeinschaften bezieht.”2

Das Social-Media-Marketing ist ein Prozess, den Unternehmen in Anspruch nehmen können, um Zielgruppen anzusprechen, die sie mit den traditionellen Werbemöglichkeiten und -kanälen schwer hätten ansprechen können. Die Aufmerksamkeit lässt sich so auf Produkte, Webseiten oder Dienstleistungen ziehen. Social- Media-Marketing richtet sich an Gruppen, die sich durch Selektierung genau auswählen lassen. Das Internet ist voll von Communities, Foren und Plattformen unterschiedlicher Größe, Relevanz und Thematik, in denen die Benutzer miteinander kommunizieren und sich austauschen. Mit Social-Media-Marketing können Unternehmen an diese Benutzergruppen herantreten und mit diesen im richtigen Maße über die eigenen Produkte und Dienstleistungen diskutieren. Wichtig dabei ist es, den Gruppen zuzuhören, um somit Beziehungen zu diesen 3

2.2. Definition Kommunikationsinstrumente

Die Kommunikationsinstrumente werden im deutschen Raum laut den Marketingexperten, Köhler, 4

Meffert und Bruhn als Unterpunkt des Begriffes Marketing-Mix gesehen. Der Marketing-Mix ist eine Kombination der Kommunikationsinstrumente, die nicht separiert voneinander betrachtet werden dürfen.5 Kommunikationsinstrumente sind eine Bündelung von in sich vergleichbaren Kommunikationsaktivitäten, die zur Wahrnehmung von Marketingmaßnahmen genutzt werden. Die Grobaufteilung von Kommunikationsinstrumenten wird in persönlichen Verkauf und Werbung gegliedert. Unter dem persönlichen Verkauf findet sich die persönliche, während unter dem Begriff Werbung die unpersönliche, beeinflussende Kommunikation zu verstehen ist.6

Hartwig Steffenhagen erwähnt folgende Kommunikationsinstrumente, wie klassische Werbung, Außenwerbung, Direktwerbung, Elektronische Werbung, Point-of- Sale-Werbung, Sponsoring, 7

Messewerbung und Eventwerbung als wichtigste Kommunikationsmittel. Markus Aerni und Manfred Bruhn nennen Mediawerbung, Direct Marketing, persönlichen Kommunikation, Verkaufsförderung, Public Relations, Sponsoring, Messen und Ausstellungen, Event Marketing und MultimediaKommunikation und unterscheidet sich nicht sehr deutlich von Hartwig Steffenhagen.8

Beim Einsatz der Kommunikationsinstrumente nehmen Aerni und Bruhn eine hierarchische Aufteilung in vier Gebiete vor: An erster Stelle stehen die Leitinstrumente, die von enormer strategischer Wichtigkeit sind und die Kommunikation des Unternehmens und deren Marken kontinuierlich begleitet. Die Aufgabe der Leitinstrumente ist das Steuern der anderen Instrumente. Die Kristallisationsinstrumente folgen an zweiter Stelle. Diese richten sich vor allem an die Zielgruppen Kunde, Handel und Öffentlichkeit. In der Regel sind es Sponsoring, Messen oder EventMarketing. Als drittes Element folgen die Integrationsinstrumente. Diese werden ohne Einfluss auf andere bestehende Kommunikationsinstrumente genutzt. Sie sind autark und beeinflussen weder andere Instrumente noch werden sie selbst beeinflusst. Es sind vielmehr kurzfristige Aktionen wie Events, temporäres Sponsoring und Messen, deren Erfolg aber abhängig von dem Zusammenspiel mit anderen Aktionen ist. An letzter Stelle stehen die Folgeinstrumente. Diese werden unter Berücksichtigung der anderen Instrumente gezielt eingesetzt, um die vorgelagerten

Entscheidungen mit einzubeziehen. Angewendet werden diese bei Werbekampagnen in jeglicher Form.9

Eine andere Gliederung der Kommunikationsinstrumente nimmt Hans Christian Weis vor. Er unterteilt diese in „above the line” und „below the line”. Unter „above the line” sind die klassischen Instrumente wie Werbung und Public Relationship zu finden. „Below the line” beinhaltet dagegen Verkaufsförderung, Dialog-Werbung, Sponsoring, Events, Internet und Product-Placement.10

2.3. Definition der jungen Zielgruppe

In der Fernsehwelt wird der jungen Zielgruppe große Aufmerksamkeit zugeteilt. Die erste Erwähnung war in den Achtzigerjahren durch den ehemaligen RTL- Geschäftsführer Helmut Thoma. Er sprach von der „werberelevanten Zielgruppe”, unter der er die 14- bis 49-Jährigen einstufte. Da sein Sender damals noch nicht so reichweitenstark war, aber in dieser Zielgruppe besser dastand als die öffentlichrechtlichen Sender, forcierte er die Integration dieses Begriffes in die Medienlandschaft, obwohl er selbst mit damals 70 Jahren nicht dazugehörte. Diese Zielgruppe wird auch als Standard für die Werbekosten genutzt. Dort wird der Tausend- Kontakte-Preis für diese ausgeschrieben. Die Zuschauer jenseits dieser Gruppe gibt es für die Unternehmen kostenlos dazu.11 Die Festlegung der „werberelevanten” Zielgruppe beruht auf keinen statistischen oder gesicherten Werten, sondern ist ein Vermarktungstrick von RTL. Dieser ist zum Standard der Werbetreibenden 12 geworden.

Aber warum wurde diese Zielgruppe angenommen? In der Zeit, als diese Zielgruppe entstanden ist, waren in ihr sehr wichtige Personengruppen enthalten, wie die „68er”, die „Babyboomer”, die Familien, „Yuppies” und „DINKS” (double income no kids).13 Diese Gruppen waren dem Konsum gegenüber positiv eingestellt. Aktuell hat sich die Ausgangslage aber verschoben. Die Babyboomer sind Best Ager geworden und die Anzahl der „werberelevanten" Zielgruppe wird um fünf Millionen bis ins Jahr 2020 zurückgehen.14

Dass sich die Einstellung in dieser Hinsicht ändert, sieht man an den aktuellen Werbebeispielen. Günther Jauch machte Reklame für Gelenkverschleißkapseln und Oliver Kahn wirbt für Kapitalanlagen für Pensionen. Zudem gibt es vermehrt Werbung für Arzneimittel, Apotheken und andere Werbespots, die auf ältere Personen zugeschnitten sind.15

Im Social-Media-Marketing ist die junge Zielgruppe von hoher Relevanz, da von Ihnen weit über 80% im Internet vertreten sind. Das sieht bei den Altersgruppen außerhalb der „werberelevanten Zielgruppe" anders aus. Dort sind die Zahlen erheblich geringer. So nutzen nicht einmal 25% der über 65-Jährigen das Internet.16

3. Erklärung der bekanntesten Plattformen im social Media

In diesem Kapitel werden die größten Social-Media-Plattformen erklärt, die sich mit der Thematik Social-Media-Marketing beschäftigen. Auf die Community Google+ wird an dieser Stelle nicht eingegangen, da sie aktuell keine speziellen Seiten für Unternehmen anbietet. Diese soll sich in naher Zukunft jedoch ändern.

3.1. Facebook

Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt mit mehr als 800 Millionen aktiven Nutzern.17 In Deutschland zählt die Facebook-Community aktuell über 22 Millionen Mitglieder.18 Weitere Zahlen: Über 50% der Nutzer loggen sich täglich ein. Im Schnitt hat jeder Facebook-Anwender 130 Freunde. Die Plattform gibt es in 70 Sprachen.19 In der Grafik wird der rasante Aufstieg der Mitgliedszahlen in den letzten zwei Jahren in Deutschland deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anstieg der deutschen Facebook-Nutzer in Deutschland20

Aktuell rangiert Facebook sogar bei den Seitenaufrufen auf Platz eins, noch vor Google. Facebook ist ein soziales Netzwerk, welches viele verschiedene Funktionen wie Chat, Video-Chat, SMS und Email integriert hat. Es können sowohl private Personen als auch Firmen Profile erstellen und so mit Freunden beziehungsweise Fans in der ganzen Welt kommunizieren. Zudem bietet Facebook Möglichkeiten, wie Bloggen oder Microbloggen über die Statusmeldungen an. Es können

Lesezeichen verwaltet und sogar Business-Kontakte über die Jobangabe im Profil geknüpft werden.21

Für Unternehmen bieten sich vielseitige Statistiken auf der Plattform. Es gibt Auswertungen über die Anzahl der Fans, die Altersstruktur, die Länder und Städte, aus denen sie kommen, das Geschlecht, und ob es neue oder widerkehrende Nutzer sind. Zusätzlich gibt es ein Ranking über die Anzahl der Besucher der Seite pro Tag und welcher Beitrag am häufigsten gelesen wurde. Die Statistiken lassen sich zudem per Email zusenden und auswerten.

3.2. Twitter

Den Dienst Twitter gibt es seit 2004. Es ist eine Microblogging-Plattform über den Nutzer kurze Beiträge senden können. Twitter zählte im Juli 2011 rund 300 Millionen Mitglieder weltweit.22 In Deutschland lag der Stand im September bei 550.000 aktiven Nutzern. Diese twittern mindestens einmal im Monat eine Nachricht.23 Die Twitterzahlen sind gerade in den letzten Monaten stetig gestiegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Aktive deutschsprachige Twitter-Nutzer24

Bekannt wurde Twitter in den Jahren 2008 und 2009 als viele Prominente, darunter US-Präsident Barack Obama, den Dienst für sich entdeckten. Über Twitter können Nutzer sogenannte Tweets, das ist eine maximal 140 Zeichen lange Nachricht ähnlich der SMS, an ihre Follower schicken. Follower sind Nutzer, die gerne die Informationen einer Person beziehen und sich deshalb als dessen Follower angemeldet haben, um seine Nachrichten zu empfangen.25

Unternehmen können Twitter auf vielfältige Arten verwenden: So können die Follower über neue Produkte informiert werden. Viele Firmen nutzen Twitter auch für den Kundendienst, für Gewinnspiele oder als Kommunikationsplattform für neue Ideen. Dabei wird auf die Kraft des viralen Marketings gesetzt, durch die sich Nachrichten mit interessantem Content innerhalb von Minuten im Netz verbreiten und viele weitere Nutzer erreichen.26

3.3. MySpace

MySpace gilt als eine der ersten Social-Media-Plattformen. Angefangen hat MySpace als Portal für Musiker, die hier ihre Songs vorstellen konnten. Über die Jahre wuchs die Seite immer weiter an und zählt aktuell rund 100 Millionen Mitglieder .27

Ein großer Vorteil von MySpace für den Benutzer ist die Möglichkeit, seine Profilseite zu personalisieren. So kann der User aus vielen Hintergrunddesigns wählen. Es steht ihm frei, Dateien wie Musik oder Videos auf seine Profilseite zu laden, die von Besuchern der Seite angehört, beziehungsweise angesehen werden können.28 Die Vielfalt von Angaben, die ein Benutzer machen kann, ist weitaus größer als bei anderen Plattformen. So fragt MySpace nach so ungewöhnlichen Themen wie Rauch- und Trinkgewohnheiten, Anzahl der Kinder und nach dem Haushaltseinkommen. Des Weiteren kann der User eine Kurzbiografie hinterlassen und Angaben zu Schulen, Universitäten und Arbeitgeber machen.29

MySpace bietet keine Möglichkeit der Fremdverknüpfung. So müssen Unternehmen unter anderem mit dem Design ihrer Seite überzeugen und so neue „Freunde” gewinnen. Dieses ist bei MySpace nicht sehr einfach, da sich dort viele Menschen aus Webdesign und Multimedia tummeln, die sich gegenseitig im Darstellen der Profilseite überbieten.

3.4. VZ-Netzwerke

Unter dem VZ-Netzwerk werden die drei Communities StudiVZ, SchülerVZ und FreundeVZ (früher MeinVZ) verstanden. Aktuell zählen die VZ-Netzwerke, die 2005 gegründet und 2007 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck aufgekauft worden sind, 16,2 Millionen Mitglieder. Von denen sind aktuell, laut der Arbeitsgemeinschaft für Online-Forschung (AGOF), nur noch 9,8 Millionen User mindestens einmal im Monat aktiv. Dass die Zahlen bei den VZ-Communities in den letzten Jahren rückläufig sind, belegt die Studie der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW). Nach dieser Studie waren es im August 2010 noch 408 Millionen Besuche und 11,6 Milliarden Seitenaufrufe. Ein Jahr später nur noch 129 Millionen Besuche und 2,3 Millionen Seitenaufrufe.30 Die Verzeichnisse sind gut für Firmen, welche die Zielgruppe der Studenten und Schüler ansprechen wollen.31 Das Problem ist, dass nicht genau gesehen werden kann, wie viele Nutzer noch aktiv sind, da es eine hohe Überlaufquote zu Facebook gibt.

3.5. Xing

Als OpenBC (Open-Business-Club) startete 2003 die Plattform Xing.32 Xing ist eine Community, die zum Austausch unter Business-Kontakten dient.33 Aktuell zählt das Portal 12 Millionen Mitglieder in 34

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung der weltweiten Mitgliederzahl bei XING35

In Deutschland zählt Xing dreieinhalb Millionen Mitglieder, die hauptsächlich aus beruflichen Gründen die Plattform aufsuchen. Somit ist es für jedes Unternehmen von enormer Wichtigkeit, sich hier positiv zu präsentieren, um nicht nur neue Arbeitskräfte, sondern auch zukünftige Geschäftspartner anzusprechen. 80% der deutschen Führungskräfte haben ein Xing-Profil. Auch wenn das Portal nicht von allen Mitgliedern täglich aktiv genutzt wird, lassen sich aus diesen Profilen vielleicht nützliche Informationen wie aktuelles Unternehmen, Ausbildung, Weiterbildung ziehen.36

Es können viele Angaben zu dem eigenen Unternehmen gemacht werden, damit es für Kunden transparenter wird. Zudem lassen sich Foren integrieren, in denen sich rege über Produkte, Dienstleistungen oder einfach nur über Neuigkeiten diskutieren lässt. Über die Besucheransicht kann ein Unternehmen sehen, welche Art von Menschen das Firmenprofil besuchen und anschauen. So lassen sich Rückschlüsse auf eventuelle Kampagnen oder Interessensgruppen schließen.37 Xing ist seit dem Jahr 2006 an der Börse notiert und schafft es als eines der wenigen Internetunternehmen, Gewinne einzufahren.38

3.6. Linkedln

LinkedIn ist das amerikanische Pendant zu Xing. Es wurde im Jahre 2003 in Kalifornien gegründet. Im November 2011 zählte LinkedIn 135 Millionen Mitglieder aus 200 Ländern der Welt und ist somit die größte Business-Community der Welt.39 Aus dem deutschsprachigen Raum stammen zwei Millionen User.40 Diese Plattform ist sehr interessant für Unternehmen, die global tätig sind, da sich hier Benutzer aus aller Welt finden lassen. Für den deutschen Raum kommt LinkedIn noch nicht an den Status von Xing heran. Ein weiteres Problem ist, dass LinkedIn erst seit 2009 langsam auf die deutsche Sprache umgestellt wird. Aktuell sind noch nicht alle Inhalte auf Deutsch verfügbar, so zum 41 Beispiel die Links für Werbung und die Lösungen zur Personalbeschaffung.

3.7. Youtube

Das Unternehmen Youtube wurde im Jahre 2005 von Ex-Mitarbeitern des Online- Zahlungsservices PayPal in den USA gegründet und 2006 an Google verkauft.42 Youtube ist das größte Videoportal der Welt mit drei Milliarden Videoabrufen pro Tag.43 Ein paar weitere Fakten über Youtube: Pro Minute werden 48 Stunden Videomaterial hochgeladen. 800 Millionen einzelne Nutzer sehen sich jeden Monat mindestens ein Video an.44

Youtube steht neben Facebook und Google an dritter Stelle der bestbesuchten deutschen Webseiten. Firmen können sich auf Youtube sogenannte Kanäle einrichten. Das sind Seiten, die sie selbst gestalten können (Design und Aufmachung). Für den Content ist das Unternehmen dann ebenfalls selbst verantwortlich. Es können Produkt-Werbefilme eingestellt werden, aber auch Videos über das Unternehmen, die Firmenkultur, die Mitarbeiter oder soziale Projekte. Der Vielfalt ist dabei keine Grenze gesetzt. 45

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Screenshot des Youtube-Kanals der Firma Siemens46

Im oberen Beispielbild des Siemens-Kanals wird deutlich, dass das Design nichts mit dem Youtube- Standard-Design zu tun hat. Siemens wählte einen eigenen Hintergrund. Zudem konnten Verbindungen zu anderen Social-Media-Seiten wie Twitter und Facebook mit eingebunden werden. Unter dem Video sind weitere Kurzfilme eingebunden, die Informationen zum Unternehmen liefern. Die Seite gibt es in zwei Sprachen (Deutsch und Englisch). Kommentare zu den Videos können ebenfalls hinterlassen werden.

3.8. Flickr

Flickr ist die größte Fotoplattform der Welt. Das aber nur, wenn Flickr mit anderen Fotoplattformen 47 verglichen wird. Denn bei Facebook finden sich derzeit mehr Bilder. Flickr wurde 2004 in Kanada entwickelt und 2005 von Yahoo übernommen. Aktuell hat Flickr 51 Millionen einzelne Nutzer.48

Flickr ist eine Plattform, die sich an Privatpersonen und Unternehmen wendet, die die sich im Netz präsentieren wollen. Dadurch ist sie natürlich interessant für Firmen aus der Werbe- oder Fotobranche. Aber auch Mode-, Reise- oder Automobilfirmen können dieses Portal nutzen. Der Vorteil bei Flickr ist die tolle Verknüpfung zu anderen Social-Media-Plattformen und die Qualität der Bilder, die hochgeladen werden können. Ein Foto kann die Maximalgröße von 20 MB besitzen. Zudem dürfen kleine Videos bis zu einer Länge von 90 Sekunden hochgeladen werden.49

[...]


1 Vgl. Qualmann, E. (2010), S. 75ff.

2 Lempke, G. (2012), S.15.

3 Vgl. Weinberg, T. (2010), S. 4.

4 Vgl. Weis, H.-C. (2009), S. 445.

5 Vgl. Olbricht, R. (2006), S. 22.

6 Vgl. Steffenhagen, H. (2008), S. 132.

7 Vgl. Steffenhagen, H. (2008), S. 132.

8 Vgl. Aerni, M. und Bruhn, M. (2008), S. 91f.

9 Vgl. Aerni, M. und Bruhn, M. (2008), S. 91f.

10 Vgl. Weis, H.-C. (2009), S. 446.

11 Vgl. Bscheid, W. (2009), S. 51.

12 Vgl. Bäumer, J., Gebhard, D., Hann, S. (2009), S. 172.

13 Vgl. Happe, G. (2010), S. 149.

14 Vgl. Happe, G. (2010), S. 149.

15 Vgl. Kormbaki, M., HAZ (2011), o.S.

16 Vgl. Statista (2011a), o.S.

17 Vgl. Facebook (2011a), o.S.

18 Vgl. Allfacebook.de (2011), o.S.

19 Vgl. Facebook (2011a), o.S.

20 Statista (2011b), o.S.

21 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S.109f.

24 Vgl. Taylor, C., CNNTech (2011), o.S

25 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 127.

26 Vgl. Weinberg, T. (2010), S. 142f.

27 Vgl. Spiegel (2011), o.S.

28 Vgl. Weinberg, T. (2010), S.180.

29 Vgl. Weinberg, T. (2010), S.181.

30 Vgl. Haupt, J., Heise (2011), o.S.

31 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 125.

32 Vgl. Weinberg, T. (2010), S.183.

33 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 184.

34 Vgl. Statista (2011c), o.S.

35 Statista (2011c), o.S.

36 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 184.

37 Vgl. Weinberg, T. (2010), S.183.

38 Vgl. Weinberg, T. (2010), S.183.

39 Vgl. LinkedIn Press Center (2011), o.S.

40 Vgl. LinkedIn Press Center (2011), o.S.

41 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 192.

42 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 196.

43 Vgl. Youtube (2011a), o.S.

44 Vgl. Youtube (2011a), o.S.

45 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 196.

46 Youtube (2011b), o.S.

47 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 209.

48 Vgl. Yahoo Advertising Solution (2011), o.S.

49 Vgl. Heymann-Reder, D. (2011), S. 211.

Details

Seiten
58
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656178569
ISBN (Buch)
9783656178774
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192683
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
2,1
Schlagworte
Social Media Social-Media-Marketing Kommunikationsinstrument Marketing Facebook Xing; Google+ Youtube Junge Zielgruppe Social Media Kampagnen Virales Marketing Twitter ROI Balanced Scorecard Fallstudien

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