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Unterrichtsstunde: Medienbetrachtung

Sprache in der Werbung

Unterrichtsentwurf 2012 34 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Lokale Rahmenbedingungen
1.2 Personale Rahmenbedingungen
1.3 Einordnung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit

2 Didaktische Reflexion
2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans
2.2 Sachanalyse
2.2.1 Die Sprache der Werbung
2.2.2 Phraseologismen in der Werbung
2.3 Kompetenzen und Indikatoren
2.3.1 Fachkompetenzen
2.3.2 Personale Kompetenzen
2.3.3 Methodenkompetenzen
2.3.4 Soziale Kompetenzen
2.4 Stundenziel

3 Methodische Reflexion
3.1 Methodische Planung mit Begründung und Alternativen
3.1.1 Einstieg
3.1.2 Hinführung / Problematisierung
3.1.3 Erarbeitung
3.1.4 Ergebnissicherung
3.1.5 Transfer
3.1.6 Hausaufgabenerteilung und Schluss
3.1.7 Puffer

4 Quellenangaben

5 Anhang

6 Beratungsprotokoll
6.1 Kürzere Einstiegsphase
6.2 Sichern der Partnerarbeit
6.3 3. Eigenheiten in Bezug auf die Lehrerpersönlichkeit

1. Bedingungsanalyse

Die Bedingungsanalyse beinhaltet die Feststellung des Ist-Zustandes der Klasse unter den Parametern der lokalen und personalen Rahmenbedingungen, durch die gegebenen Lernvoraussetzungen durch die Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit.

1.1 Lokale Rahmenbedingungen

Die Sophie-Scholl-Realschule im Südwesten der Stadt Karlsruhe und trug bei ihrer Eröffnung noch den Namen „Realschule Oberreut“. Sie teilt sich das Gebäude mit der Engelbert-Bohn-Schule und beschäftigt momentan 38 Lehrkräfte, welche 17 Klassen mit rund 400 Schülern unterrichten.[1]

Im Jahre 1987 wurde beschlossen, die Schule in „Sophie-Scholl-Realschule“ umzubenennen. Das Leitbild richtet sich seither nach der berühmten Widerstandskämpferin um die „Weiße Rose“, welche während ihres Wirkens für die Werte „Sozial, selbstbewusst, Zivilcourage“ stand.[2] In den Fächern Musik, Technik und dem computergestützten Unterricht stehen ausreichend Fachräume zur Verfügung. Moderne Medien wie beispielsweise der Beamer stehen nur auf Anfrage und nur durch Reservierung zur Verfügung. Das Schulgebäude selbst wirkt offen und freundlich, durch seine klare Architektur allerdings etwas steril, lässt aber dennoch an vielen Stellen den Mitgestaltungsraum der Schüler erfahren.

Das Klassenzimmer der 8c im Raum 431, in welchem dieses Tagesfachpraktikum abgehalten wird, befindet sich in dem Teil des Gebäudes, welcher aufgrund seiner Farbe scherzhaft „Zitronenbunker“ genannt wird. Er ist für die Klasse ausreichend groß und lässt durch große Fenster an der Längsseite genügend Tageslicht einfallen. Die Gestaltung des Klassenraums ist, für die hier lernende Altersstufe, normal und keineswegs zu verspielt. Neben der üblichen Ausstattung befindet sich ein Telefon im Raum, welches auch intern sinnvoll genutzt wird.

1.2 Personale Rahmenbedingungen

Die Klasse 8 besteht aus 14 Schülerinnen und 15 Schülern, welche allesamt als freundlich und größtenteils als diszipliniert bezeichnet werden dürfen.

Der Unterricht wird oftmals von fünf bis sechs starken Schülern getragen, wohingegen oder gerade deshalb schwächere Schüler „abschalten“.

Die besondere Schwierigkeit des hier unterrichtenden Lehrers / Praktikanten besteht vornehmlich darin dieses Ungleichgewicht der Lehr- und Lernsituation durch einen entsprechend angepassten Unterricht auszugleichen.

Laut des Klassenlehrers Herr M. sind einige Schüler vom Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) betroffen und werden daher medikamentös behandelt.

Diese Problematik kann durch die Praktikanten, mangels Erfahrung und dem nicht gegebenen repräsentativen Einblick in den Schulalltag sowie der Tatsache, dass es sich lediglich immer nur um die fünfte und sechste Stunde handelt, meiner Meinung nach nicht beurteilt werden.

1.3 Einordnung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit

Die heutige Stunde dient der Unterrichtseinheit „Lesen/Umgang mit Texten und Medien“. Zu dieser Unterrichtseinheit wurden bereits mehrere Stunden abgehalten (Texte zusammenfassen, Praktikant D.R. und B. M.; …) und und es werden in absehbarer Zeit weitere folgen (Umgang mit Gebrauchstexten am 31.01.2012; …).

Die Schüler und Schülerinnen sollen die „Mittel und Ziele der Werbung reflektieren und bewerten“ können.[3]

2 Didaktische Reflexion

2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans

Die Intention des Bildungsplans für das Fach Deutsch liegt in der „Welterfassung und Wirklichkeitsvermittlung“[4]

Der Umgang mit Medien, insbesondere der Werbung, bietet viel Potential für diese hohen Ziele, da dieser nur durch die subjektiven Wahrnehmungen und Reflektionen der Schüler und Schülerinnen gelingt. Oftmals bekannte Phraseologismen der Werbung laden ein, sich selbst der „sprachlichen und ästhetischen Bildung“ zu befähigen.

Der Unterrichtsgegenstand „Mittel und Ziele der Werbung reflektieren und bewerten“ gehört zur „Lese und Medienkompetenz“.[5] Durch die „Reflexion über die Funktion sprachlicher Mittel, Grammatik und Wortschatz“ in der Werbung wird die „Ausbildung des eigenen Sprachstils“ gefördert. Um Medien „selbstverantwortlich“ nutzen zu können müssen die Schüler und Schülerinnen „sich bewusst mit der Sprache und den Wirkungsweisen der Medien“ kritisch auseinandersetzen.[6] Die „Kompetenz zur mündlichen Kommunikation“ wird durch den Einsatz von Methodik (Dating Cards) zu „Sprechanlässen“ und nebenbei durch soziale und personale Kompetenzen gefördert.[7]

2.2 Sachanalyse

2.2.1 Die Sprache der Werbung

Über die Definition der Werbung wird in wissenschaftlichen Kreisen kontrovers diskutiert. Ob Werbung nun Manipulation, Information oder Beeinflussung sei, lässt sich schwierig eindeutig und allgemeingültig festmachen.

Nach der Definition von Behrens (1968) ist Werbung eine „ absichtliche und zwangsfreie Form der Beeinflussung , welche die Menschen mit Hilfe spezieller Kommunikationsmittel zur Erfüllung der Werbeziele veranlassen soll[8]

sowie vergleichbar mit Kroeber-Riel / Weinberg, welche Werbung als „ versuchte Einstellungs- und Verhaltensbeeinflussung mittels besonderer Kommunikationsmittel[9] definieren.

Genau diese „besonderen“ oder „speziellen“ Kommunikationsmittel werden häufig durch sprachliche Mittel erzeugt und dienen dazu das Interesse oder die Aufmerksamkeit des Empfängers zu wecken.

Zu den weitgehend bekannten sprachlichen Mittel wie beispielsweise Reim, Personifikation, Alliteration, etc. gehören auch Phraseologismen.

Diese Phraseologismen gehören aufgrund ihrer hohen sprachlichen Anforderung zur großen Herausforderung der Schüler und Schülerinnen. Des Weiteren bietet die Werbung, gerade weil die Schüler und Schülerinnen im tagtäglichen Kontakt zur Werbung stehen, vielerlei Möglichkeiten zur Behandlung von Phraseologismen im Unterricht.

Gute Werbung sollte kurz, einprägsam und verständlich sein[10], daher ist gute Werbung nicht vom inhaltlichen sondern vom sprachlichen Charakter geprägt.

Werbung arbeitet meist nicht nur mit einer oder mehreren abgeschlossenen sprachlichen Einheiten, sondern nutzt auch oft die Kraft der Bilder, auf welche ich in meinem heutigen Unterricht nur in besonderen Einzelfällen oder gar nicht eingehen möchte.

Die mit der Intention des Werbens beabsichtigte Funktion der Werbung unterscheidet sich klar von der Alltagssprache und gilt als „eindeutig bestimmbares eigenständiges Kommunikationsmittel“[11], weist aber in der Rezeption nur geringe oder keine Unterschiede zur Umgangssprache auf, da „die Sprache der Werbung keine Sondersprache im eigentlichen Sinne ist, sondern lediglich eine instrumentalisierte, zweckgerichtete und ausschließlich auf Anwendung konzipierte Sonderform der sprachlichen Verwendung darstellt, die naturgemäß eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, aber dennoch aufs engste mit der Alltagssprache verwoben ist“ also ein „Chamäleon das sich stets anpasst und immer die richtige Färbung, den treffenden Ton zu finden bestrebt ist.“[12]

Das erklärte Ziel der Werbung lässt sich am leichtesten mit dem AIDA-Modell nach LEWIS (1898) wie folgt beschreiben:

A ATTENTION (Erregung von Aufmerksamkeit)

I INTEREST (Wecken des Interesses)

D DESIRE (Erwecken eines Wunsches)

A ACTION (Eingabe der Kaufaufforderung)

Obwohl dieses Modell heutzutage als teilweise überholt gilt, sind viele Werbungen heute noch danach ausgerichtet.[13] Sprache wird in diesem Sinne vornehmlich als Mittel zum Erreichen der o.g. AIDA-Ziele verwendet.

2.2.2 Phraseologismen in der Werbung

Die oben angesprochenen Phraseologismen definieren sich durch ihre „Unterdeterminiertheit komplexer Ausdrücke“, so dass „die Bedeutung des Ganzen (..) dann durch die Teile und Konstruktion überhaupt nicht (mehr) motiviert

[ist]. Also Wortgruppen (durch die Lappen gehen, aufs Korn nehmen, in die Nesseln setzen) und ganze Sätze (Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach).“[14]

Dass gerade dieses Stilmittel ein beliebtes Werkzeug der Werbung ist belegen verschiedene Untersuchungen.[15] Ihr großer Vorzug besteht darin, dass sie an Bekanntes anknüpfen können, da sie als festes Wortgefüge in unserer Alltagssprache konsolidiert sind.

Klassifikation der Phraseologismen

Phraseologismen bedienen sich der Phraseologizität welches die Merkmale

-Polylexikalität (Mehrgliedrigkeit)
-Idiomatizität (Bedeutungsübertragung)
-Stabilität
-Reproduzierbarkeit

aufweist.[16] Die Klassifikation der Phraseologismen lassen sich durch die Wortklassen der Verben, Substantive, Adjektive und Adverbien einteilen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hier gilt allerdings anzumerken, dass sich eine Mischklassifizierung in der Werbung bewährt hat.[17]

2.3 Kompetenzen und Indikatoren

2.3.1 Fachkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

- verstehen den Grund für den Einsatz sprachlicher Mittel anhand bekannter Beispiel in der Werbung, indem sie sich selbst Gedanken zur Sache machen und anschließend mit dem Lehrer besprochen werden.
- erkennen Wirkungsabsichten der Werbung durch Sprache, indem sie sich selbst Gedanken zur Sache machen und anschließend mit dem Lehrer besprochen werden.
- Können aufgrund ihres erworbenen Wissens selbst Werbeslogans entwerfen.
- können sprachliche Mittel einsetzen.
- können selbst geschriebenes ergänzen.
- können durch Sprache mit einer breiten Masse in Kommunikation treten.

[...]


[1] Vgl.: http://www.ssr-ka.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=21&Itemid=20 .

[2] Vgl.: http://www.ssr-ka.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=21&Itemid=20 .

[3] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hg.) (2004): Bildungsplan Realschule 2004, S.53.

[4] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hg.) (2004):Bildungsplan Realschule 2004, S.48 .

[5] Vgl.: ebd, S.49.

[6] Vgl.: ebd, S.49.

[7] Vgl.: ebd, S.48.

[8] Vgl. Behrens, .1963: Absatzwerbung. S. 12.

[9] Vgl. Kroeber-Riel / Weinberg, 1999: Konsumentenverhalten. S.581.

[10] Vgl. Burger, 2007 :Phraseologie. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. S 293.

[11] Vgl. Astuté /Ridzeviciené, 2004: Zur Modifizierung von Phraseologismen in

Werbetexten. S. 1.

[12] Vgl. Baumgart,1992: Die Sprache der Anzeigenwerbung:eine linguistische Analyse aktueller Werbeslogans. S. 34.

[13] Vgl. Eichler, 2009: Kommunikation Und Sprache in Der Wirtschaftswerbung: Ein Studienbuch.S.53 f.

[14] Vgl. Linke / Nussbaumer / Portmann, 200: Studienbuch Lingusitik. S. 158.

[15] Vgl. Burger, 2007 :Phraseologie. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. S 293.

[16] Vgl.Stöckl, 2004: Die Sprache im Bild - das Bild in der Sprache: Zur Verknüpfung von Sprache und Bild im massenmedialen Text. S.154 f.

[17] Vgl. Astuté /Ridzeviciené, 2004: Zur Modifizierung von Phraseologismen in

Werbetexten.

Details

Seiten
34
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656177135
ISBN (Buch)
9783656177517
Dateigröße
4.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192637
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe – Institut für deutsche Sprache und Literatur
Note
Schlagworte
medienbetrachtung sprache werbung

Autor

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Titel: Unterrichtsstunde: Medienbetrachtung