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Analyse der Kausaltheorie der Namen Gareth Evans'

Seminararbeit 2010 12 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung

2. Behandlung der „Causal Theory ofNames“
2.1 Zusammenfassung
Einleitung
Die Beschreibungstheorien
Eine Zusammenfassung der kausalen Theorie von Saul A. Kripke und eine
Erläuterung des Gödel-Beispiels
Die Erweiterung der kausalen Namenstheorie durch Evans
2.2 Erläuterung der für diese Hausarbeit relevanten Zielsetzung Evans' und des
Madagaskar-Beispiels
2.3 Die Prüfung des Madagaskar-Beispiels
Prämissen
Analyse
2.4 Die Prüfung des Gödel-Beispiels
Prämissen
Analyse
2.5 Das Turnip-Beispiel
Zusammenfassung des Beispiels
Prämissen
Wie verhält es sich hier mit den Informationen, die mit dem Namen „Turnip“ verbunden werden? Wer ist die Quelle dieser Informationen?
In welcher Sprecher-Gemeinschaft herrscht über welche Bezüge Einigkeit?

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Zielsetzung

Im folgenden Text, der sich auf Gareth Evans' „Causal Theory of Names“ und in Teilen auf Saul A. Kripkes „Name und Notwendigkeit“ bezieht, möchte ich eine Zielsetzung Evans' herausgreifen und seine Theorie hinsichtlich der Erfüllung dieser überprüfen, etwas, das Evans selbst in besagtem Aufsatz meines Erachtens übergeht. Neben dieser Zielsetzung überprüfe ich auch ein Beispiel, das er zum Abschluss seines Textes gibt, um seine Thesen noch einmal zusammenzufassen. Außerdem stelle ich eine kurze Erklärung seiner Theorie voran. Zugunsten der besseren Verständlichkeit werde ich auf die in der Sprachphilosophie und in der Logik üblichen Abkürzungen weitgehend verzichten.

2. Behandlung der „Causal Theory of Names“

2.1 Zusammenfassung

Einleitung

In seinem Aufsatz widmet sich Evans der Beschreibungstheorie der Namen und den Ansätzen zu einer kausalen Namenstheorie, die Saul A. Kripke vorgestellt hat. Zuerst hebt Evans hervor, dass es sich bei der Beschreibungstheorie bei genauerer Betrachtung um zwei Theorien handele: Die Beschreibungstheorie der Bezeichnung durch den Sprecher und die Beschreibungstheorie der Bezeichnung durch den Namen.[1]

Die Beschreibungstheorien

Die erste der beiden Theorien beschäftigt sich damit, wann ein Sprecher einen bestimmten Gegenstand bezeichnet.[2]Dies sei dann der Fall, wenn der Gegenstand als einziger alle oder die meisten Eigenschaften besitze, die der Sprecher mit dem von ihm geäußerten Namen verbinde. Wenn er aber keine Informationen besäße, die den Gegenstand von anderen Gegenständen unterscheiden, könne er nichts bezeichnen.

Die zweite Theorie besagt dann, dass zu jedem Namen, der von einer Gruppe von Sprechern genutzt wird, eine Beschreibung oder eine Menge von Beschreibungen gehört, die sich aus dem ergibt, was sich jedes einzelne dieser Mitglieder unter dem Namen vorstellt.

Eine Zusammenfassung der kausalen Theorie von Saul A. Kripke und eine Erläuterung des Gödel-Beispiels

Kripke hat sich nach Ansicht Evans' nur mit der ersten Theorie auseinandergesetzt, derjenigen, die regelt, wann ein Sprecher etwas bezeichnet. Kripke behauptet, dass es nicht ausreiche, wenn ein Gegenstand alle oder die meisten ihm durch den Namen zugeschriebenen Eigenschaften besitze, um ihn korrekt zu bezeichnen. Dafür zieht er unter anderem folgendes Beispiel heran:[3]

Kurt Gödel hat die Unvollständigkeit der Arithmetik bewiesen, welches die einzige Eigenschaft ist, die viele Menschen mit ihm in Verbindung bringen. Nun stellt sich aber heraus, dass Gödel dieses Gedankengut, die Beweisführung, von einem unbekannten Wiener namens Schmidt gestohlen hat. Wann immer also der Name „Gödel“ benutzt wird, um auf den Entdecker der Unvollständigkeit der Arithmetik zu referieren, bezieht er sich auf den Wiener namens Schmidt. Kripke ist aber der Ansicht, dass man, wenn man den Namen „Gödel“ benutzt, immer nur eine wahre oder falsche Aussage über Gödel macht, nicht über Schmidt.

Deshalb schlägt er für die zukünftige Entwicklung von Referenztheorien die Berücksichtigung kausaler Ketten vor. Das bedeutet für das Gödel-Beispiel, dass die Person Gödel immer dann korrekt bezeichnet wird, wenn die aktuelle Verwendung des Namens „Gödel“ kausal in Verbindung zu der Person steht, wobei es egal ist, ob diese Verbindung rekonstruiert werden kann.

Die Erweiterung der kausalen Namenstheorie durch Evans

Evans wiederum erscheint es unsinnig, dass diese Referenz immer besteht, wie lang die Kausalkette inzwischen auch geworden sein mag, wie sehr die Vorstellung von dem, was bezeichnet wird, auch vom ursprünglichen Bezugsgegenstand oder, im Gödel-Beispiel, der ursprünglichen Bezugsperson abweicht. Sein Vorschlag ist es, die Ansätze von Kripke mit den beiden Beschreibungstheorien zu verknüpfen und in dieser Referenztheorie außerdem den Kontext zu berücksichtigen, in dem eine Äußerung getätigt wird.

Das heißt, dass ein Sprecher dann etwas korrekt bezeichnet, wenn die Mehrheit der Informationen, die der Sprecher mit einem bestimmten Namen verbindet, von dem Gegenstand verursacht wurde, auf den er sich beziehen möchte. Also referiert er korrekt, wenn der zu bezeichnende Gegenstand die Informationsmenge, die der Sprecher mit dem Namen verbindet, dominiert.

Weiter heißt es, dass ein Name in einer Gemeinschaft von Sprechern dann für einen bestimmten Gegenstand richtig verwendet wird (dann etwas korrekt bezeichnet), wenn die Sprecher-Gemeinschaft sich darin einig ist, dass genau dieser Name für diesen bestimmten Gegenstand verwendet wird.[4]

2.2 Erläuterung der für diese Hausarbeit relevanten Zielsetzung Evans' und des Madagaskar-Beispiels

An einer Stelle formuliert Evans das Ziel, eine Theorie aufzustellen, die erlaubt, dass die südöstlich von Afrika gelegene Insel zum Träger des Namens „Madagaskar“ wird, der unbekannte Wiener namens Schmidtjedoch nicht zum Träger des Namens „Gödel“.[5]Der erste Teil seiner Zielsetzung erklärt sich dadurch, dass er, um einen Mangel in Kripkes Ansatz zu beweisen, ein Beispiel für eine Bezugsänderung angeführt hat. Im sogenannten „Madagaskar-Beispiel“ wird erzählt, dass der Name „Madagaskar“ früher einen Bereich in Zentralafrika bezeichnet hat. Marco Polo aber ordnete den Namen, als ihm von diesem Ort berichtet wurde, jedoch der Insel südöstlich von Afrika zu, wodurch sie zu ihrem heutigen Namen kam.

[...]


[1] Evans, Gareth: The Causal Theory ofNames. In: Proceedings of the Aristotelian Society. Supplementary Volumes Vol. 47. 1973 (S. 187-208), S. 187

[2] Evans, Gareth: ebenda, S.188

[3] Kripke, Saul A.: Vortrag : 22. Juni 1970. In: Name und Notwendigkeit, Frankfurt am Main 1993, S. 98

[4] Evans, Gareth: The Causal Theory ofNames. In: Proceedings of the Aristotelian Society. Supplementary Volumes Vol. 47. 1973 (S. 187-208), S. 202

[5] Evans, Gareth: ebenda, S. 196

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656179610
ISBN (Buch)
9783656180272
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192573
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Philosophie
Note
Schlagworte
Sprachphilosophie Gareth Evans Saul Kripke

Autor

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