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Die Untersuchungslogik der Grounded Theory im Kontext der pragmatistischen Forschungsstruktur von John Dewey

Seminararbeit 2012 20 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Grounded Theory?
2.1. Begriffsbestimmung – Definition
2.2. Theoriegenese in der Forschungslogik der Grounded Theory
2.2.1. Methode des ständigen Vergleichens
2.2.2. Kodieren
2.2.3. Dimensionalisieren
2.2.4. Theoretisches Sampling
2.2.5. Zum Begriff der Theorie bei Strauss

3. Erkenntnistheoretischer Hintergrund im Rahmen der Untersuchungslogik einer iterativ-zyklischen Theoriegenese
3.1. Deweys Forschungslogik und sein Einfluss auf das Verfahrender empirisch begründeten Theoriebildung der Grounded Theory
3.1.1. Grundlagen der Forschung
3.1.2. Deweys Struktur der Forschung

4. Theoriebildung, Forschungslogik und Grounded Theory – Ein Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Theorien entstehen nicht, indem man einfach still vor sich hin denkt. Sie entstehen nur durch planvolles, methodisches Vorgehen. Jeder Fortschritt der Gedanken muss methodisch begründet und nachvollziehbar sein. Die Klarheit über die zu lösende Aufgabe, die hinreichend genaue Kenntnis des angestrebten Ziels ist eine notwendige Voraussetzung Erfolg versprechender Arbeit. Was aber ist Theorie ? Auf diese Frage hat es wissenschaftsgeschichtlich betrachtet ganz unterschiedliche Antworten gegeben. In der griechischen Philosophie stand theoria für eine Praxis der Anschauung, oder modern gesprochen: Handlungsentlastung. Theorie im Sinne des Kritischen Rationalismus meint ein System von Sätzen, die u.a. falsifizierbar, wertfrei und nachprüfbar sein müssen und den Begriffen der deduktiven Logik verpflichtet sind (vgl. Popper 1966): also Abstraktion von Details, Allgemeingültigkeit und Generalisierung von Aussagen, die einer Überprüfung standhalten. Gesellschaftstheorien zielen dagegen auf die Gesamtheit des Sozialen und formulieren Aussagen, die empirisch kaum zu falsifizieren sind und innerhalb des Theoriediskurses auch nicht diese Funktion übernehmen.[1] Die konstruktivistischen und pragmatistischen Social Studies of Sciences (z.B. Bloor 1976; Knorr-Cetina 1984; Pickering 1992) haben später den positivistischen Objektivitätsanspruch der Naturwissenschaften empirisch dekonstruiert und die Aushandlungs-basiertheit des wissenschaftlichen Verständnisses vermeintlicher objektiver Tatsachen aufgezeigt. Doch gerade im Feld der Empirie ist es eine Sache, diese zum Maßstab zu machen, aber eine völlig andere diesen Maßstab auch zuverlässig zu begründen. So ist es nicht umstandslos möglich, die Empirie als Kriterium der Theorie heranzuziehen, wenngleich unbestritten Theorie über die empirische Welt in irgendeiner Form verlässlich auf diese bezogen sein muss, um nicht nur anerkannt zu werden, sondern auch zu funktionieren. Besteht über den Anspruch noch weitgehend Einigkeit, so gibt es für den Weg dorthin eine ganze Reihe divergenter Vorschläge. Wissenschaftstheoretisch herrscht jedoch weitestgehend Einigkeit darüber, dass die induktiven Schlussverfahren eher untauglich sind, den Brückenschlag zwischen Empirie und Theorie zuverlässig zu leisten.[2]

Methodologien klären auf über die Bedingung der Möglichkeit wissenschaftlicher Erkenntnis. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass wissenschaftliche Methoden entwickelt werden können, über deren Praktikabilität, Verlässlichkeit und Güte sich nachher wiederum streiten lässt.[3] Doch diese Diskussion soll hier nicht aufgerollt werden, sie bildet aber einen wissenschaftstheoretisch bedeutsamen Hintergrund bei der zu behandelnden Fragestellung nach dem Stellenwert von Theorie und der Funktionsweise von Theoriegenese. Hier soll, im Rahmen dieser Arbeit, trotz des immensen Facettenreichtums, einerseits skizziert werden, was sich hinter dem Ansatz der Grounded Theory verbirgt und zum anderen gilt es, die erkenntnistheoretischen Hintergründe nachzuzeichnen, die für das Verständnis des Konzeptes essenziell sind. Gerade wenn die Rolle der Grounded Theory für die Frage der Theoriegenese erörtert werden soll, ist der Verweis auf die pragmatistischen Wurzeln des Straussschen Ansatzes[4] ein unverzichtbares Faktum. Die vom amerikanischen Pragmatismus (C.S. Peirce, W. James, J. Dewey und G.H. Mead) begründete Denktradition hat mit Blick auf die hier relevanten Begriffe wie Empirie, Daten oder Theorie ein Verständnis entwickelt, das sich von dem in Methodenfragen dominierenden kritisch-rationalen Wissenschaftsverständnis deutlich unterscheidet. In diesem Konzept des Verhältnisses von Empirie und Theorie liegt der Kern zum Verständnis der Theoriegenese in der Straussschen Fassung der Grounded Theory, die ich im ersten Teil meiner Ausführungen rekapitulieren möchte.[5] Der zweite Teil beleuchtet sodann die der Grounded Theory zugrunde liegende Epistemologie und Wissenschaftstheorie unter Rückgriff auf den amerikanischen Pragmatismus. Hier möchte ich explizit zeigen, dass die von John Dewey entwickelte pragmatistische Forschungslogik („inquiry“) iterativ-zyklischen Problemlösens[6] ein zentraler Baustein für das Strausssche Verständnis des Datenanalyseprozesses in der Grounded Theory darstellt.

2 Was ist Grounded Theory?

2.1 Begriffsbestimmung - Definition

Ziel der Grounded Theory ist die Theoriegewinnung. Sie will nicht einfach einen Fall der sozialen Wirklichkeit beleuchten, so wie Fallstudien das tun, sondern will theoretische Erkenntnis sein. Wenn man Theorien als plausibles Beziehungsgeflecht von Begriffen und Gruppen von Begriffen betrachtet, ist ohne Begriffe keine Theorie und damit keine Wissenschaft möglich. Anselm Strauss und Juliet Corbin definieren alsdann die Grounded Theory wie folgt: „The grounded theory approach is a qualitative research method that uses a systematic set of procedures to develop an inductively grounded theory about a phenomenon.”[7]

In diesem kurzen Zitat, das im englischen Sprachraum oftmals als Standarddefinition verwendet wird, sticht sofort eine Schwierigkeit des Begriffes ins Auge. Der Begriff „Grounded Theory“ wird sowohl für ein Set an systematischen Prozeduren oder anders formuliert an Methoden, als auch für das Ergebnis des Forschungsprozesses gebraucht. Das wirft sogleich die Frage auf, ob die Grounded Theory nun eine Methode, eine Methodologie oder eine spezifisch gestaltete Theorie darstellt. Die Antwort auf dieses Frage ist der Schlüssel zum Verständnis der Grounded Theory. Mit Grounded Theory wird sowohl die Theorie als auch der Prozess ihrer Generierung, welcher die Verwendung systematischer Methoden einschließt, charakterisiert.[8] Diese doppelte Verwendung des Begriffs liegt im Rahmen des erkenntnistheoretischen Standpunktes der Grounded Theory, genauer gesagt der Position von Strauss, begründet, welche davon ausgeht, dass die Qualität einer Theorie im Prozess ihrer Generierung verankert liegt. Susan Leigh Star skizziert dieses Verhältnis sehr anschaulich mit einer Metapher, der eines Klebstoffes:

„Das im Begriff „Grounded Theory“ enthaltene Oxymoron ist ein Hinweis, dass diese Methode eine Form des Ringens mit dem ist, was den sichtbaren Grund mit der unsichtbaren Abstraktion vereint. Das der „Kleber“ Arbeit ist, wird in unterschiedlicher Weise in der Diskussion sichtbar, die die Arbeit der Forscher […] fokussiert.“[9]

Das, was im obigen Zitat als sichtbarer Grund bezeichnet wird, ist das Phänomen, auf welches sich die Grounded Theory, die unsichtbare Abstraktion, bezieht. Dementsprechend könnte man sagen, dass sichtbare Empirie und unsichtbare Theorie eben durch Arbeit „zusammengeklebt“ werden.

Wie lässt sich nun dieses Zusammenspiel von Forschungspraxis und Theorie begrifflich fassen? Für Anselm Strauss ist die Grounded Theory „keine spezifische Methode oder Technik“[10], sondern vielmehr ein Forschungsstil, „nach dem man Daten qualitativ analysiert und der auf eine Reihe von charakteristischen Merkmalen hinweist“[11]. Auf welche charakteristischen Merkmale Strauss hier verweist, werde ich im Rahmen meiner weiteren Ausführungen klären.

2.2 Theoriegenese in der Forschungslogik der Grounded Theory

2.2.1 Methode des ständigen Vergleichens

In theoriegenetischer Sicht ist die Leitidee der Grounded Theory die zuerst von Glaser[12] beschriebene „Methode des ständigen Vergleichens“[13], bei der fortgesetzt unterschiedliche Heuristiken des Vergleichens systematisch auf empirisches Material angewendet werden. Dabei besteht die Grundidee darin, durch die Feststellung von Ähnlichkeiten und Unähnlichkeiten zwischen verschiedenen Phänomenen im Untersuchungsmaterial konzeptuelles Unterscheidungsvermögen zu gewinnen. Vorkommnisse im Material, die sich in einem oder mehreren Gesichtspunkten ähneln, werden als Indikatoren für den gemeinsamen Aspekt aufgefasst, und die analytisch gewonnene Gemeinsamkeit wird abstrahierend als Konzept beschrieben. Glaser, später auch Glaser & Strauss sehen in der Arbeit des kontinuierlichen Vergleichens die Quelle gegenstandsbezogener theoretischer Konzepte:

„Dieses ständige Vergleichen von Vorkommnissen führt sehr bald zur Generierung von theoretischen Eigenschaften der Kategorie.“[14] „Kategorie steht hier für ein theoretisches Konzept, dessen strukturelle Eigenschaften sich erst aus der vergleichenden Analyse der durch das Konzept repräsentierten empirischen Phänomene ergeben.“[15]

Für diesen analytischen Prozess schlägt die Grounded Theory eine Reihe von Mitteln und Verfahren vor, die alle zusammen das Ziel verfolgen, den Prozess effizienter zu systematisieren und die intersubjektive Geltung der Ergebnisse zu optimieren. Dazu schlägt Strauss einen dreistufigen „Kodierungsprozess“, ein „systematisches Dimensionalisieren der Konzepte“ sowie ein als „Kodierparadigma“[16] benanntes Set basaler generativer Fragen vor.[17]

2.2.2 Kodieren

Das Datenmaterial, auf das wir in der Analysesituation verwiesen sind, tritt uns in einer eigenen geschlossenen Form gegenüber, beispielsweise als transkribiertes Interview, Beobachtungsprotokoll, u.ä.. Zunächst gilt es, die Fraglosigkeit der geschlossenen Oberfläche dieses Materials zu durchbrechen und einzelne sinnhaltige Elemente zu isolieren. Glaser und Strauss nennen diesen Vorgang „Kodieren“[18]. Mit dem Begriff des Kodierens wird der zentrale Analyseprozess der Grounded Theory bezeichnet. Er meint nicht nur das anfängliche Markieren von Textstellen, sondern bezieht sich auf den kompletten Prozess des Analysierens, dessen Ziel, wie bereits erwähnt, die Theoriebildung ist. Dabei ist zu beachten, dass Kodieren „keine eindeutige Schrittfolge, sondern vielmehr verschiedene Umgangsweisen mit textuellem Material […], zwischen denen der Forscher bei Bedarf hin und her springt“[19], darstellt. Es existiert demnach auch keine vorgegebene Reihenfolge, die der Forscher nacheinander abarbeiten kann, weshalb eine Kombination der einzelnen Schritte möglich und in der Regel sogar erforderlich ist. Im Kontext der Grounded Theory wird das Kodieren als derjenige Prozess verstanden, der auf die Entwicklung von Konzepten in Auseinandersetzung mit dem empirischen Material zielt.[20]

Hinter dem Analyseprozess steht die Methode des ständigen Vergleichens. Alle in der Forschung gewonnenen Daten werden fortwährend mit neu gewonnenem Material verglichen und ggf. neu kodiert. Die Ergebnisse der einzelnen Auswertungen haben dabei Einfluss auf die Auswahl der weiteren zu erhebenden Daten, worauf ich aber im theoretischen Sampling detaillierter eingehen werde.

Forschen im Sinne der Grounded Theory erfordert also ein ständiges Wechselspiel von Auswahl, Analyse und Theoriebildung. Strauss hat diesen (noch gemeinsam mit Glaser) entwickelten Grundgedanken des kontinuierlichen Vergleichens als Analysemodus später zu einem dreistufigen Kodierprozess ausgebaut, dessen einzelne Etappen weder als gegeneinander distinkt, noch als in einer festen Sequenzialität aufeinanderfolgend zu verstehen sind.[21] Während das „offene Kodieren“[22] mit dem skizzierten „Aufbrechen“[23] der Daten einen analytischen Zugang zum Material eröffnet und zu abstrahierenden Konzepten einzelner Phänomene führt, zielt das „axiale Kodieren“[24] auf das Erarbeiten eines phänomenbezogenen Zusammenhangsmodell, d.h. es werden qualifizierte Beziehungen zwischen Konzepten am Material erarbeitet und im Wege des ständigen Vergleichens geprüft. Der Zweck einer umfassenden gegenstandsbezogenen Theorie ist jedoch mit dem axialen Kodieren noch nicht erfüllt, er resultiert eher in einer Reihe von analytischen Vignetten, inselhafte Zusammenhangsmodelle zu einzelnen Phänomenen, die noch einer stärkeren Integration bedürfen. Dieser Integrationsleistung dient das „selektive Kodieren“[25], bei dem eine Kategorie identifiziert wird, die es erlaubt die unterschiedlichen Theorieversatzstücke in einer einheitlichen Perspektive zu organisieren. Diese so genannte „Kernkategorie“[26] stellt demnach, ausgehend von der zu beantwortenden Forschungsfrage, den sog. roten Faden bereit, an dem entlang die Ergebnisse der Kodierarbeit so geordnet werden, dass sie die Forschungsfrage, im Falle des Erfolgs, zufriedenstellend klären können.[27]

2.2.3 Dimensionalisieren

Das „Dimensionalisieren“[28] beschreibt die systematische Untersuchung der Eigenschaften von Konzepten und ihrer Merkmalsausprägungen. Die Ausprägungsgrade, die innerhalb einer Kategorie vorgefunden werden, werden folglich als Dimensionen bezeichnet. Auf dieser basalen Ebene erbringt die Anwendung von Vergleichsheuristiken die relevanten Merkmalsausprägungen des aktuell untersuchten Phänomens.[29]

2.2.4 Theoretisches Sampling

Das Kernelement der Methode des ständigen Vergleichens ist (sowohl bei Glaser als auch bei Strauss) die inkrementelle Konstitution und Vervollständigung der Stichprobe. Das iterativ-zyklische Prozessmodell der Grounded Theory mit seinem engen zeitlichen Ineinandergreifen von Datengewinnung, -analyse und Theoriebildung bleibt nicht ohne Folgen für die Formung der Auswahlverfahren für Fälle und Daten. Die Auswahl der zu erhebenden und zu analysierenden Daten kann bei dieser Vorgehensweise unmöglich nach einem Auswahlplan erfolgen, der vorab festgelegt und von gegenstandsunspezifischen, beispielsweise methodologischen, Regeln bestimmt wurde, sondern muss explizit auf Basis der analytischen Fragen entstehen, die der bisherige Stand der Theoriebildung aufzeigt.[30] Glaser und Strauss bezeichnen diese Art von Auswahlverfahren als „Theoretical Sampling“ und definieren dies wie folgt:

„Theoretisches Sampling meint den auf die Generierung von Theorie zielenden Prozess der Datenerhebung, währenddessen der Forscher seine Daten parallel erhebt, kodiert und analysiert sowie darüber entscheidet, welche Daten als nächstes erhoben werden sollen und wo sie zu finden sind. Dieser Prozess der Datenerhebung wird durch die im Entstehen begriffene […] Theorie kontrolliert“[31].

Grundlegende Fragen des theoretischen Samplings sind: „ Welchen Gruppen oder Untergruppen wendet man sich zwecks Datenerhebung nächstens zu? Und mit welcher theoretischen Absicht “.[32]

Das Abbruchkriterium für die Auswahl von Daten ist die „theoretische Sättigung“[33]. Damit bezeichnen Glaser und Strauss „das Kriterium, um zu beurteilen, wann mit dem Sampling (je Kategorie) aufgehört werden kann“[34].

„Mit Sättigung ist der Punkt im Verlauf der Analyse gemeint, an dem zusätzliche Daten und eine weitere Auswertung keine neuen Eigenschaften der Kategorie mehr erbringt und auch zu keiner Verfeinerung des Wissens um diese Kategorie mehr beiträgt. Die Idee dieses Abbruchkriteriums liegt also darin festzustellen, ab wann sich die Beispiele für eine Kategorie im Material wiederholen.“[35]

Der Abbruch der Analyse am Punkt der theoretischen Sättigung macht für die Grounded Theory deshalb Sinn, weil es ihr nicht um statistische Repräsentativität und damit um den das komplette Material umfassenden, vollständigen Nachweis aller Fälle geht, in denen das fragliche Konzept zu finden ist. Ziel ist vielmehr die möglichst umfassende und hinreichend detaillierte Entwicklung der Eigenschaften von theoretischen Konzepten und Kategorien.[36]

Strauss betont an dieser Stelle noch einmal vehement, dass Theorie nicht als genialischer Wurf am Ende eines Forschungsprozesses zu verstehen ist, sondern inkrementell über die gesamte Dauer der Forschung erarbeitet wird. Dahinter steht die Vorstellung von Theorien, die klein und gegenstandsnah beginnen und sukzessive erweitert und miteinander integriert werden, so dass sowohl ihr Geltungsbereich als auch ihr Abstraktionsniveau sowie auch ihre Komplexität im Verlaufe der Forschung stetig zunehmen.[37]

2.2.5 Zum Begriff der Theorie bei Strauss

In deutlichem Kontrast zur Position Glasers insistiert Strauss darauf, dass Theorien auf ihre Geltung zu überprüfen sind:

„Wissenschaftliche Theorien müssen zuerst entworfen, dann ausgearbeitet, dann überprüft werden […] Die Begriffe, die wir bevorzugen, sind Induktion, Deduktion und Verifikation. […] Die Verifikation bezieht sich auf Verfahren, mit denen Hypothesen auf ihre Richtigkeit überprüft werden, d.h. ob sie sich ganz oder teilweise bestätigen lassen oder verworfen werden müssen. Mit Induktion, Deduktion und Verifikation arbeitet der Forscher über die gesamte Dauer des Projektes.“[38]

[...]


[1] Vgl. Kalthoff 2008: Kalthoff, Herbert ,Einleitung: Zur Dialektik von qualitativer Forschung und soziologischer Theoriebildung, in: H. Kalthoff (Hg.): Theoretische Empirie. Die Relevanz qualitativer Forschung, S. 11ff

[2] Vgl. Strübing: Grounded Theory, S. 51ff

[3] Vgl. Strübing/Schnettler 2004: Strübing/Schnettler, Einleitung: Klassische Grundlagentexte zur Methodologie interpretativer Sozialforschung, in: Strübing/Schnettler (Hg.): Methodologie interpretativer Sozialforschung, S. 9

[4] Ich werde mich bei meinen Ausführungen auf die Grounded Theory im Sinne “Anselm Strauss“ beschränken, die er gemeinsam mit Juliet Corbin ausformulierte. Ein Nachzeichnen der vielschichtigen Traditionslinien, in welche sich die Grounded Theory mittlerweile differenziert hat, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.(dazu vgl. Strübing: Grounded Theory, S. 65-78)

[5] Vgl. Strübung: Grounded Theory, S. 37f

[6] Vgl. Dewey: Logik. Die Theorie der Forschung

[7] Strauss/Corbin: Basics of qualitative research: Grounded theory procedures and techniques, S. 24

[8] Vgl. Strübung: Grounded Theory, S. 13f

[9] Star 1991, S. 207, zitiert in: Strübing: Grounded Theory, S. 14

[10] Strauss 2004: Methodologische Grundlagen der Grounded Theory, in: Strübing/Schnettler (Hg.): Methodologie interpretativer Sozialforschung, S. 434

[11] Ebenda, S. 434

[12] Vgl. Glaser: The constant comparative method of qualitative analysis, S. 436-445

[13] Strübung: Grounded Theory, S. 18

[14] Glaser/Strauss 1998, zitiert in: Strübing: Grounded Theory, S. 18

[15] Strübing: Grounded Theory, S. 18

[16] Das Kodierparadigma ist kein Teil des originären Entwurfs der Grounded Theory, sondern wurde von Strauss erst in seiner 1987 (dt. 1991) als Qualitative analysis for social scientists publizierten Weiterentwicklung der Grounded Theory eingeführt. Dem Vorschlag zufolge sollen bei der Analyse der Zusammenhänge zwischen Konzepten Fragen nach (a) Ursachen der zu untersuchenden (b) Phänomene, deren (c) Kontext, relevanten (d) intervenierenden Bedingungen, phänomenbezogen (e) Handlungen und Strategien sowie deren (f) Konsequenzen in theoriegenerativer Absicht an das Material herangetragen werden, um damit die zuvor isoliert betrachteten Phänomene in einen Strukturzusammenhang zu bringen. (vgl. Strauss: Grundlagen qualitativer Sozialforschung, S. 56f und Strübung: Grounded Theory, S. 26f)

[17] Vgl. Strübing: Grounded Theory, S. 18f

[18] Ebenda, S. 19

[19] Flick: Qualitative Sozialforschung, S. 378f

[20] Vgl. Strübing: Grounded Theory, S. 19

[21] Vgl. Flick: Qualitative Sozialforschung, S. 387

[22] Strübing: Grounded Theorie, S. 20

[23] Ebenda, S. 20

[24] Ebenda, S. 20

[25] Ebenda, S. 20

[26] Ebenda, S. 20

[27] Vgl. Ebenda, S. 20-22

[28] Ebenda, S. 22 und Strauss: Grundlagen qualitativer Sozialforschung, S. 41

[29] Vgl. Strübing: Grounded Theory, S. 22ff

[30] Vgl. Ebenda, S. 30

[31] Glaser/ Strauss 1998, S. 53, zitiert in: Strübing: Grounded Theory, S. 30

[32] Glaser/Strauss: Grounded Theory: Strategien qualitativer Forschung, S. 55

[33] Ebenda, S. 60; Strübing: Gounded Theory, S. 33

[34] Glaser/ Strauss 1998, S. 69, zitiert in: Strübing: Grounded Theory, S. 33

[35] Strübing: Grounded Theory, S. 33

[36] Vgl. Ebenda, S. 34

[37] Vgl. Strauss: Grundlagen qualitativer Sozialforschung, S. 44ff

[38] Strauss 1991, S. 37, zitiert in: Strübing: Grounded Theory, S. 60

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656174462
ISBN (Buch)
9783656174400
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192480
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,3
Schlagworte
Anselm Strauss John Dewey Logik der Forschung Pragmatismus Deweys Forschungslogik Begriff der Theorie bei Strauss iterativ-zyklische Theoriegenese Theoriegenese der Grounded Theory

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Titel: Die Untersuchungslogik der Grounded Theory im Kontext der pragmatistischen Forschungsstruktur von John Dewey