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Medialisierung im Buddhismus

Hausarbeit 2012 23 Seiten

Südasienkunde, Südostasienkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medialisierung, Medienkulturen und translokale Gemeinschaften

3. Medialisierung im Buddhismus
3.1 Globale mediale Netzwerkgemeinschaften
3.2 Moderne translokale Gemeinschaften
3.3 Traditionelle Schulen
3.3.1 Japans erster Online-Tempel
3.3.2 Medialisierung in Tibets Klöstern
3.3.3 Neue Medien im thailändischen Theravada-Buddhismus

4. Autorität und Identität in medialen buddhistischen Netzwerken

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Moderne Gesellschaften werden immer von besonderen Dynamiken beeinflusst. Als solche verändern Modernisierung und Medialisierung auch das Antlitz von Religion, wobei Medien und sozialer Wandel in enger Wechselbeziehung stehen. Viele Religionsgemeinschaften nutzen moderne Kommunikationsmittel und konstruieren mit ihnen eigene Online-Präsenzen, wobei sie versuchen, die moderne Technologie ihrem kulturellen Kontext anzupassen. Dabei erzeugen Online-Aktivisten parallel zu den bestehenden traditionellen Religionsstrukturen translokale und deterritoriale Bereiche medialer Gemeinschaft und Öffentlichkeit mit einer Medienkultur religiö-ser Inhalte und Praktiken. Innerhalb der dabei entstehenden Online-Gemeinschaften mit geteilten Interessen und Einstellungen kommunizieren verschiedene Identitäten mit partikularen Ansichten, Praktiken und Zugehörigkeiten.[1] Durch moderne mediale Umgangs- und Ausdrucksformen entstehen aber auch neue Identitäten und Autoritä-ten, die traditionelle Autoritäten und Hierarchien in Frage stellen.

Im ersten Kapitel dieser Hausarbeit werden die Konzepte von Medialisierung, Medienkultur und translokaler Gemeinschaft erläutert. Medialisierung wird dabei als ein Prozess des sozialen Wandels beschrieben, bei dem neue Medien sich auf ältere Kommunikationsmittel beziehen und diese ergänzen. Mit zunehmender Verlagerung der Kommunikation auf neue Medien wie Internet und Mobile Phone verschmelzen Kultur und Medien zu einer speziellen Form von Medienkultur, bei der Kultur durch die Medien produziert und dann entsprechend medialer Strukturen über das Lokale hinaus vermittelt wird. Nutzer wie auch Agitatoren dieser Medienkultur sind trans-lokale Gemeinschaften mit territorialem wie deterritorialem Kulturcharakter, zu denen auch Religionen und buddhistische Glaubensgemeinschaften gehören.

Im zweiten Kapitel wird anschließend der Prozess der Medialisierung im Buddhismus dargestellt. Dabei entstehen zum einen neue Organisationsformen mit universaler Ausrichtung, wie medial basierende Netzwerke und moderne Glaubens-gemeinschaften mit lokaler Basis, zum anderen erweitern und ergänzen auch traditio-nelle Schulen ihre lokale Basis und Lehre um eine mediale Präsenz. Dass Modernität und Tradition bei diesem sozialen Wandel keineswegs im Gegensatz zueinander stehen zeigt sich auch darin, dass eine Online-Präsenz inzwischen von vielen buddhistischen Autoritäten und Gemeinschaften als nützliche Ergänzung und Erweiterung traditioneller Organisations- und Ausdrucksformen gesehen wird.

Viele buddhistische Online-Foren sind aber auch Ausdruck neuer Autoritäten und Identitäten, außerhalb traditioneller Formen territorialer institutioneller Hierarchie und Orthodoxie, in denen Autorität vor allem aus einer speziellen Online-Laien-Gefolgschaft resultiert und weniger durch traditionelle Religionsführer vermittelt wird. Diese veränderte buddhistische Autorität und Identität in medialen Netzwerk-strukturen mit ihren Besonderheiten soll im dritten Kapitel analysiert und im Zusammenhang mit den Anpassungen der traditionellen Lehre und ihren lokalen Ausprägungen an die modernisierte Medienlandschaft dargestellt werden.

Über Medialisierung und translokale Medienkultur gibt es in den Medienwissen-schaften bereits eine umfangreiche Literatur, obwohl die Medienwissenschaften eine recht junge Wissenschaftsdisziplin sind. In meiner Arbeit werde ich mich zur Erklä-rung medientheoretischer Fragen vor allem auf Andreas Hepp beziehen, der auch das Konzept translokaler Medienkultur und Gemeinschaft sehr gut beschrieben hat. Für die Erläuterung von Modernisierung, Medialisierung und sozialem Wandel werde ich Richard Münch und Jan Schmidt zitieren, die in einem Lehrbuch zur Mediensozio-logie auf diese Themen anschaulich eingegangen sind. Über Medialisierung im Buddhismus wurde bisher nur in geringem Umfang wissenschaftlich geforscht und geschrieben, wobei hauptsächlich der Zusammenhang von Buddhismus und Internet insbesondere von westlichen Akademikern thematisiert wurde. Laura Bush, Charles Prebish und Jim Taylor haben diesen Zusammenhang in ihren Veröffentlichungen beispielhaft beschrieben, so dass ich in dieser Arbeit vor allem aus ihren Aufsätzen, sowie zur Ergänzung aus einigen journalistischen Online-Veröffentlichungen zitieren werde.

Im Folgenden soll dargestellt werden, wie sich Modernisierung und Medialisie-rung durch die Anwendung von neuen Medien, wie Internet und Mobile Phone, auf den Buddhismus auswirken und wie dabei eine vielseitige translokale buddhistische Medienkultur entsteht. Wie einerseits durch Medialisierung und die Konstruktion einer speziellen Medienkultur neue deterritoriale aber auch moderne lokal basierende Organisationsformen mit eigener Identität und Autorität im Buddhismus entstehen, andererseits neue Medien auch von den traditionellen Schulen des Buddhismus zur Modernisierung und dabei zur Stärkung der eigenen Identität und Autorität genutzt werden, wird anhand verschiedener Beispiele im Weiteren beschrieben.

2. Medialisierung, Medienkulturen und translokale Gemeinschaften

Der Mensch macht seine Erfahrungen mit der sozialen Welt durch die Vermittlung von Symbolen, wobei vor allem die Sprache von zentraler Bedeutung ist. Im Laufe der gesellschaftlichen Geschichte entstanden mit sozialer Differenzierung stetig neue Gesellschaftsstrukturen, die in ihrem Interesse auch die Medien weiterentwickelten und instrumentalisierten. Dieser Medialisierungsprozess, bei dem Menschen ihre Kommunikation auf immer neuere und weiterentwickelte Medien beziehen, ist ein Prozess sozialen und kulturellen Wandels, bei dem ältere Medien durch neue Kommunikationsmittel ergänzt werden, wobei sich Bedeutung und Funktion der Medien ändern. In der Gesellschaft wird die Anwendung neuer Medientechnologien auf individueller und institutioneller Ebene verhandelt und interpretiert, wobei die Möglichkeiten ihrer Anwendung von institutionellen Rahmenbedingungen abhängen, die in den verschiedenen gesellschaftlichen Systemen unterschiedlich sind. So müssen bestimmte wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen gegeben sein, um die Medialisierung wirksam umsetzen zu können.[2]

Innerhalb der Kommunikations- und Medienwissenschaft wurden Kultur und Medien lange Zeit als getrennte Kategorien verwendet. Erst im letzten Jahrzehnt entstand aus ihnen das Konzept von „Medienkultur“, einer Kultur, die durch die Medien produziert und dann durch Veröffentlichungen als medialisierte Konsum-kultur angeeignet wird. Unter ihrem Einfluss identifizieren sich die Menschen mit bestimmten sozialen und politischen Ideologien, Positionen und Repräsentationen. Die Massenmedien und vor allem technische Kommunikationsmittel werden dabei zu einer zentralen Grundlage für die Bedeutungsproduktion im Alltag, wobei sich die Medien in Zusammenarbeit mit anderen sozialen Institutionen fortlaufend im Zentrum der Gesellschaft als Bedeutungsressource neu konstruieren. Indem Medien-kulturen kommuniziert werden, überschreiten sie auch die Grenzen des Lokalen und werden dadurch translokal.[3]

Das Lokale hat dabei nach wie vor eine große Bedeutung, da der Mensch primär in einer lokalen Welt lebt. Andererseits sind Lokalitäten in der heutigen Zeit physisch wie auch kommunikativ in hohem Maß miteinander verbunden und werden damit translokal, wobei diese Konvektivität zunehmend verdichtet und beschleunigt wird. Im Laufe dieses Medialisierungsprozesses wandelt sich das Lokale, wobei verschiedenen Formen sozialen Wandels stattfinden und lokale wie auch translokale Konzepte von Kultur aufeinander treffen. Lokale Konzepte sind dabei territorial bezogen und richten sich vor allem nach innen auf Identität, Authentizität und Orga-nität. Translokalen Konzepte sind dagegen überwiegend nach außen gerichtet und haben einen vielseitigen, übersetzenden und fortlaufend identifizierenden Charakter.[4]

Indem Medienkulturen über das Lokale hinaus gehen, bewirken sie losgelöst vom realen territorialen Lebensbezug das Entstehen von vorgestellten Gemeinschaften. Durch Globalisierung werden dabei mediale Verbindungen zunehmend deterritoriali-siert. Mit modernen Medienprodukten, wie Internet und Mobile Phone, die weit über territoriale Grenzen hinaus wirken, werden auch territoriale Kulturen relativiert. Dadurch entstehen translokale medienkulturelle Verdichtungen, die durch territoriale oder deterritoriale Gemeinschaften definiert, bestimmte Bereiche einer medialen Öffentlichkeit präsentieren. Indem sich unter medialem Einfluss Zusammensetzung und Form von gesellschaftlichen Gruppen ändern, werden diese Gruppen zu einem Bezugspunkt für sozialen Wandel. Dabei wandeln sich territorial definierte Gemein-schaften mit lokalem Kulturbezug zu deterritorial orientierten sozialen Netzwerken mit geteilten Interessen und Ansichten, die sich aus unterschiedlichen Identitäten mit verschiedenen Kulturbezügen zusammensetzen können.[5]

Einen territorialen Kulturcharakter haben vor allem Regionen, Nationen und Bündnisse von Nationen. Sie repräsentieren dabei die verschiedenen kulturellen Verdichtungen ihres Territoriums mit entsprechenden ethnischen, thematischen, politischen und religiösen Bezügen. Deterritoriale kulturelle Gemeinschaften, wie Diasporas, soziale Bewegungen, religiöse Netzwerke und populärkulturelle Gruppen beziehen sich dagegen meist nur auf einen, sie speziell betreffenden kulturellen Aspekt. Kulturelle Zugehörigkeit ist somit nicht an territoriale Grenzen gebunden, wobei mit zunehmender globaler Vernetzung deterritoriale kulturelle Gemeinschaf-ten an Bedeutung gewinnen.[6]

Religionen sind historisch als territoriale kulturelle Verdichtungen entstanden, wobei sich Religionen schon immer nach außen, über territoriale Grenzen hinweg ausbreiteten. Der Buddhismus hat einen solchen, exogen ausgerichteten Charakter. In der Vergangenheit verbreiteten vor allem reisende buddhistische Mönche, organisiert in einer buddhistischen Ordensstruktur, dem sangha, die buddhistische Lehre, das dharma oder dhamma.[7] Dadurch wurden in Verbindung mit anderen lokalen Glaubenspraktiken neue territoriale Verdichtungen des sangha mit unterschiedlichen Interpretationen des dhamma gebildet. Verschiedenen Schulen des Buddhismus sind historisch vor allem in Asien entstanden. Erst in der Neuzeit hat sich der Buddhismus auch in Europa, Nordamerika und Australien verbreitet.

Durch die Medialisierung sind auch im Buddhismus neue translokale Netzwerke entstanden, die als vorgestellte Online-Gemeinschaften die buddhistische Lehre digitalisiert verbreiten und interpretieren. Sie sind zum einen eine Ergänzung und Erweiterung zu traditionellen lokalen und territorialen Strukturen, zum anderen sind sie aber auch Ausdruck neuer Organisationsformen, die unabhängig traditioneller Institutionen neue Formen von Autorität und Identität bewirken. Webmaster werden dabei in den von ihnen organisierten und geführten Online-Präsenzen zu Interpreten des dhamma und treten damit in spirituelle Konkurrenz zur traditionellen Autorität des buddhistischen Mönchs, wobei auch buddhistische Mönche gleichzeitig als Webmaster fungieren. Organisiert als Cybersangha entstand eine buddhistische Medienkultur mit neuen Formen von Wissen und Erfahrungen. Diese wirkt weitest-gehend unabhängig von lokalen oder territorialen Abhängigkeiten und außerhalb traditioneller Hierarchien und kultureller Normen. Medialisierung bewirkt dabei eine Veränderung in der Wahrnehmung von Zeit, Raum und Körperlichkeit. Es kommt zu einer scheinbaren Aufhebung dieser Abhängigkeiten. Wirklichkeit wird so zu einem Produkt der Medien, einer organisierten Vorstellungsform von sozialen Praktiken mit regionalen Differenzen in den Parametern der Vermittlung und Aneignung.[8]

3. Medialisierung im Buddhismus

In den frühen 1990er Jahren entstand eine Vielzahl von akademischen Online-Foren. Die Mehrzahl ihrer Nutzer kam anfangs aus Nordamerika. Unter diesen ersten Foren war auch ein buddhistisches, gegründet von Yoshiyuki Kawazoe an der Tohoku Universität in Japan, das später an die McGill Universität in Kanada wechselte und von dort, betreut durch den Professor für Religiöse Studien Richard Hayes, als akademisches Forum Buddha-L populär wurde. In 1993 wurde auch an der Austra-lian National University zum Austausch akademischer buddhistischer Informationen das Forum ZenBuddhism-L gegründet. Analog entstanden Foren für den Tibetischen Buddhismus und den Theravada-Buddhismus. Innerhalb dieser Online-Gemein-schaften diskutierte ein exklusives, vor allem akademisches westliches Publikum seine buddhistischen Ansichten und Praktiken. Eng verbunden mit diesen Foren war ein Netzwerk von Informationsseiten zu verschiedenen Aspekten der buddhistischen Weltanschauung und entsprechende Kommunikation in speziellen Chat-Räumen. Im Februar 1992 wurde ebenfalls an der Australian National University ein elektroni-sches buddhistisches Archiv eingerichtet. Mit der Entwicklung des Internets wurde dieses Material neu strukturiert und auf verschiedenen Webseiten veröffentlicht. So entstanden im September 1994 die Buddhist Studies WWW Virtual Library und im Januar 1995 die Tibetian Studies WWW Virtual Libary. In 1993 entstand auch das erste elektronische buddhistische Journal mit Namen Gassho, welches die in 1991 gegründete buddhistische Dachorganisation DharmaNet International präsentierte. Der Herausgeber dieses Journals, Barry Kapke, prägte dabei den Begriff „Global Online Sangha“, ähnlich dem Begriff „Cybersangha“, der durch Gary Ray erstmalig benutzt wurde, um die gesamte buddhistische Online-Gemeinde zu beschreiben. Kapke und Ray arbeiteten einst eng zusammen und schlugen dann mit geteilten Vorstellungen eigene Wege ein. In 1994 wurde das Journal of Buddhistic Ethic als akademisches Hardcover-Journal gegründet und innerhalb kurzer Zeit in ein Internetjournal umgewandelt. Seine Verleger erkannten das Potential der Veröffent-lichung von akademischen wie auch nicht akademischen Informationen über den Buddhismus im Internet, so dass dieses Journal in 2002 bereits 3500 Leser in 60 Ländern hatte.[9]

Das Internet ist seitdem zu einer schnell wachsenden und bedeutenden Kommuni-kationsform translokaler buddhistischer Gemeinschaften mit einer vielseitigen buddhistischen Medienkultur geworden. Neben global orientierten deterritorialisier-ten buddhistischen Mediennetzwerken mit einer universellen Auslegung der buddhis-tischen Lehre, nutzen auch viele lokale Schulen des Buddhismus neue Medien, um ihrer speziellen Interpretation des Buddhismus über lokale Grenzen hinaus Ausdruck zu verleihen. In die Medialisierung der buddhistischen Lehre wurde auch das Mobile Phone innovativ einbezogen, wobei Internet und Mobile Phone seit kurzem immer mehr zu einer multimedialen mobilen Anwendung verschmelzen.

3.1 Globale mediale Netzwerkgemeinschaften

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre nahm die Nutzung des Internets extrem zu. So nutzten auch immer mehr buddhistische Gemeinschaften dieses Medium und entwi-ckelten eine Vielzahl von Online-Präsenzen, die sie oft miteinander verlinkten. Es entstanden buddhistische Internetportale, wie DharmaNet International von Barry Kapke (http://dharmanet.org), BuddhaNet der Buddha Dharma Education Asso-ciation (http://buddhanet.net), H-Buddhismus von Charles Muller von der Toyo Gakuen University (http://www.h-net.org/~buddhism) und E-Sangha (http://www.e-sangha.com). Jedes dieser Internetportale hat dabei einen universalen Ansatz bei der Darstellung und Diskussion buddhistischer Ressourcen im Internet entwickelt.[10]

DharmaNet, das sich von Kalifornien aus an eine globale buddhistische Online-Gemeinschaft richtet, stellt sich als Bewahrer und Entwickler buddhistische Werte, Glaubensvorstellungen und Traditionen durch neue und erweiterte Organisations- und Gemeinschaftsstrukturen dar. Dabei setzt DharmaNet zum einen moderne Medientechnologien ein, zum anderen verkörpert es gleichzeitig traditionelle Ideale und Praktiken. Diese Internetplattform vereint 18 verschiedene buddhistische online und offline Kategorien ohne sie hierarchisch zu gliedern und dient als eine Schnitt-stelle für buddhistische Studien und praktische Erfahrungen. `Buddhist InfoWeb` ist in dieser Zusammenstellung die umfangreichste Sektion, unterteilt in zwei Hauptbe-reiche. Ein Bereich umfasst Verlinkungen zu über 30 verschiedenen buddhistischen Zentren und Gruppen, wobei sich die meisten außerhalb der USA befinden. Der zweite Bereich gibt Informationen zu verschiedenen Traditionsschulen des Buddhis-mus, wie Theravada, Mahayana, Vajrayana und Zen. In einer weiteren Sektion führen Verlinkungen zu verschiedenen buddhistischen Ressourcen, wie dem Asian Classics Input Project, dem Center for Buddhist Studies an der National Taiwan University, dem Numata Centre of Buddhist Translation and Research in Berkeley, Kalifornien und dem Journal of Buddhist Ethic. DharmaNet zitiert auch eine Vielzahl buddhistischer und akademischer Online-Journale und ist als Online-Plattform sehr populär.[11]

Von Australien aus operiert BuddhaNet, das eine weltweit wachsende Kultur mit individuellen Interessen an Buddhas Lehre und Lebenswandel ansprechen und ver-linken möchte. Dabei konstruiert sich BuddhaNet als Cybersangha, als eine universal ausgerichtete Gemeinschaft mit traditioneller Struktur und bezeichnet sich selbst als ein `Buddhist Information and Education Network`. BuddhaNet gliedert seine universale Darstellung des Buddhismus in Bereiche wie Meditation, Bibliothek, Audioarchiv und einen, nach Kontinenten unterteilten Überblick der buddhistischen Zentren der Welt. Eine eBook Library ist dabei thematisch in verschiedene Schwer-punkte unterteilt: allgemeiner Buddhismus, Theravada, Mahayana und Meditation. Eine weitere Sektion betrifft den Buddhismus im Internet und ist für Internetsurfer sehr hilfreich. In der Gestaltung ist BuddhaNet weniger umfangreich als andere universale Internetportale, richtet sich dafür aber mehr an allgemeine buddhistische Interessenten und nicht so sehr an Akademiker.[12]

Anders als BuddhaNet, beinhaltet die Internetplattform H-Buddhismus vor allem akademisches Material. Geführt von dem US-amerikanischen Akademiker Charles Muller, der jetzt an der Toyo Gakuen Universität in Tokio lehrt, wurde H-Buddhis-mus als ein Netzwerk für Wissenschaftler konstruiert, die sich weltweit mit dem Buddhismus beschäftigen. Diese Webseite wird von der Michigan State University betreut und verlinkt buddhistische Studienressourcen ihrer akademischen Online-Gemeinschaft, wie auch Online-Bibliografien, akademische Online-Journale und Studienmaterialen über Ostasiatische Formen des Buddhismus.[13]

[...]


[1] Bush 2011: 1-2.

[2] Münch und Schmidt 2005: 201f.

[3] Hepp 2009: 3f, vgl. Hepp 2006: 54f.

[4] Hepp 2009: 4f, vgl. Hepp 2006: 55, 63.

[5] Hepp 2009: 5f, vgl. Hepp 2006: 52-54.

[6] Hepp 2009: 6f, vgl. Hepp 2006: 57.

[7] Sangha (Sanskrit/Pali) = Buddhistischer Orden für Mönche/Nonnen, vgl. Taylor 2003: 306.

Dharma/dhamma (Sanskrit/Pali) = Buddhistische Lehre, auch Wissen und Recht, vgl. Taylor 2003: 306.

[8] Taylor 2003: 303.

[9] Prebish 2004: 135-140.

[10] Prebish: 140f, vgl. Taylor 2003: 303.

[11] Prebish: 141, vgl. Taylor 2003: 303.

[12] Prebish: 143f, vgl. Taylor 2003: 303.

[13] Prebish: 144.

Details

Seiten
23
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656174516
ISBN (Buch)
9783656174974
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192473
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Asien- und Afrikawissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Medialisierung Modernisierung Buddhismus Medialisierung im Buddhismus Globalisierung und Buddhismus Globalisation and Buddhism Internet and Buddhism Mobile Phone and Buddhism Medialisation Modernisation and Buddhism Medialisation and Buddhism Globale mediale Netzwerkgemeinschaften Buddhism and the New Media

Autor

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