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Hochschulmarketing von Unternehmen: Ziele und Methoden - Eine ökonomische Analyse

Hausarbeit 2011 15 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hochschulmarketing
2.1 Hochschulmarketing im Rahmen des Personalmarketings
2.2 Zielsetzungen des Hochschulmarketings
2.3 Methoden des Hochschulmarketings
2.3.1 Hochschulmessen
2.3.2 Praktika
2.3.3 Unternehmenseigene Homepage

3. Theoretische Grundlage: Die Prinzipal-Agenten-Theorie
3.1 Beziehung zwischen Prinzipal und Agent
3.2 Problematik
3.3 Lösungsvorstellungen
3.4 Übertragung auf das Hochschulmarketing

4. Analyse
4.1 Hochschulmessen
4.2 Praktika
4.3 Unternehmenseigene Homepage
4.4 Vergleich und Diskussion der Ergebnisse

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an qualifizierten und engagierten Fach- und Führungskräften drastisch gestiegen, jedoch kann dieser wachsende Bedarf auf dem deutschen Arbeitsmarkt derzeit nicht ausreichend gedeckt werden. Der Wettbewerb der Unternehmen um die sogenannten „High Potentials“ wird sich auch in Zukunft weiter zuspitzen. Die Folge dieses Fachkräftemangels wird auch als „War for Talents“ oder „Competition for Talents“ bezeichnet.1

Ausgehend von dieser Problematik werden im Folgenden Methoden des Hochschulmarketings von Unternehmen im Hinblick auf deren Zielsetzung und Geeignetheit bewertet und analysiert. Die Methoden des Hochschulmarketings von Unternehmen als Lösungsansätze zur Gewinnung von Fach- und Führungskräften können mithilfe der Prinzipal-Agenten-Theorie auf ihre Geeignetheit untersucht werden, da sich die PrinzipalAgenten-Theorie besonders mit der Reduktion von Informationsasymmetrien, welche sowohl vor als auch nach Vertragsabschluss zwischen zwei Akteuren zustande kommen können, befasst.2 Genau solche Informationsasymmetrien bestehen typischerweise vor Abschluss eines Arbeitsvertrages bzw. noch davor in der Rekrutierungsphase.

In dieser Arbeit liegt der Fokus ausschließlich auf Großunternehmen.

Die Analyse soll wie folgt strukturiert werden: in Kapitel 2 erfolgt eine genaue Begriffsbestimmung für den Begriff des „Hochschulmarketings“ mit daran anschließender Einordnung in das Personalmarketing. Desweiteren werden in diesem Kapitel die genaue Zielsetzung des Hochschulmarketings erläutert und drei ausgewählte HochschulmarketingMethoden, nämlich die Hochschulmessen, Praktika und die unternehmenseigene Homepage, beschrieben. Im folgenden Kapitel wird die theoretische Grundlage (Prinzipal-Agenten- Theorie) für die Analyse gelegt. Im anschließenden Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Bewertung der einzelnen Hochschulmarketing-Methoden im Hinblick auf die jeweilige Zielsetzung mit Hilfe der Prinzipal-Agenten-Theorie.

In einem Fazit (Kapitel 5) werden die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und die bestmögliche Lösung vorgestellt.

2. Hochschulmarketing

Der Begriff des Hochschulmarketings ist mehrdeutig. Zum einen wird darunter eine von Hochschulen selbst durchgeführte Maßnahme, die darauf abzielt, sich als attraktive Ausbildungsstätte gegenüber anderen Hochschulen zu präsentieren, verstanden, zum anderen ein unternehmerisches Instrument, um talentierte Nachwuchskräfte anzuwerben.3 Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich lediglich mit der letzteren Definitionsmöglichkeit von Hochschulmarketing. Im Folgenden wird daher der Begriff des Hochschulmarketings lediglich in diesem Sinne verwendet. Um eine genauere Definition des Hochschulmarketing zu geben, soll zunächst eine Einordnung des Begriffes in das Personalmarketing erfolgen. Anschließend werden die durch Hochschulmarketing verfolgten Ziele erläutert und abschließend ausgewählte Methoden des Hochschulmarketings untersucht.

2.1 Hochschulmarketing im Rahmen des Personalmarketings

Personalmarketing eines Unternehmens dient sowohl der langfristigen Erhaltung von bereits bestehenden Mitarbeitern (internes Personalmarketing) als auch der Rekrutierung neuer geeigneter, leistungsstarker Arbeitnehmer (externes Personalmarketing).4 Hochschulmarketing ist eine Maßnahme des externen Personalmarketings mit der Intention, dass sich Unternehmungen frühzeitig ihrer Zielgruppe, also vor allem Studierenden und Hochschulabsolventen, als attraktiver und potenzieller Arbeitgeber präsentieren. Ziel des Hochschulmarketings ist die enge Kontaktaufnahme und -pflege zu den Hochschulen, um möglichst leistungsfähige Mitarbeiter zu rekrutieren und die Aufmerksamkeit der Studierenden auf das Unternehmen zu lenken.5

2.2 Zielsetzungen des Hochschulmarketings

Das Hochschulmarketing gilt als Reaktionsmöglichkeit auf die bereits zu Beginn geschilderte Problematik des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt und der Konkurrenz zwischen Großunternehmen sowie als geeignete Maßnahme, neue, motivierte Mitarbeiter für sich als Unternehmen zu gewinnen. Hierzu müssen zunächst grundlegende Kontakte zu Hochschulen, deren Studierenden und Absolventen geknüpft werden.6 Durch frühzeitige Kontaktaufnahme zu möglichen sogenannten „High Potentials“ soll eine erfolgreiche Akquisition gesichert und die Chancen auf bestmöglich ausgebildete Fachkräfte gesteigert werden.7

Im Vordergrund der Ziele des Hochschulmarketings steht außerdem die Imageverbesserung.

Das Unternehmensimage ist als Spiegelbild des Unternehmens entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Bereits erstellte Kontakte müssen gepflegt und aufrecht erhalten werden. Ohne einen guten öffentlichen Ruf ist es für ein Unternehmen nicht möglich, sich weiterhin durch die Einstellung neuer Fachkräfte zu etablieren.8

Durch den Einsatz und die Kombination unterschiedlicher Methoden und Instrumente, auf die im folgenden Kapitel näher eingegangen werden soll, versuchen die Unternehmen ihren Stellenwert auf dem Arbeitsmarkt zu festigen und zu verbessern.9

2.3 Methoden des Hochschulmarketings

Den Unternehmen bietet sich eine große Auswahl an unterschiedlichen Methoden, um leistungsstarke Nachwuchskräfte und potenzielle Bewerber auf sich aufmerksam zu machen und im besten Fall für sich zu gewinnen. Im Folgenden sollen drei ausgewählte Methoden des Hochschulmarketings umfassend dargestellt werden, nämlich Hochschulmessen, Praktika und die unternehmenseigene Homepage.10

2.3.1 Hochschulmessen

Eine Möglichkeit der Unternehmenspräsentation und frühzeitigen Kontaktaufnahme mit Studierenden bieten die weitverbreiteten Hochschulmessen. Diese Marketing-Methode kann sowohl auf dem Campus der Hochschule selbst als auch in Messehallen stattfinden. Messestände der Unternehmen, Vorträge und Informationsmaterial geben den Besuchern einen ersten Eindruck des sich präsentierenden Unternehmens. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen die Gelegenheit, potenzielle Bewerber in relativ ungezwungener Atmosphäre frühzeitig kennenzulernen. Neben den Kontaktmessen, welche meist auf dem Campus der Hochschule stattfinden, stellen Fach- und Produktmessen weitere Maßnahmen dar, um potenzielle Nachwuchskräfte zu rekrutieren.11

Im Mittelpunkt der Hochschulmessepräsenz stehen besonders die Unternehmenspräsentation und die frühzeitige Kontaktaufnahme mit möglichen leistungsstarken und motivierten Bewerbern. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, sich einer breiten Masse an Studierenden und Hochschulabsolventen durch Präsentation von Informationen über das Unternehmen selbst sowie Einstiegsmöglichkeiten und Praktika-Angebote vorzustellen, und sich so von Konkurrenzunternehmen abzuheben.

Zumeist steht ein bestimmter Studienschwerpunkt im Vordergrund einer solchen Veranstaltung, der es den Unternehmen ermöglicht, sich einer gewünschten Zielgruppe von potenziellen Bewerbern zu präsentieren.12

2.3.2 Praktika

Eine weitere Methode des Hochschulmarketings ist die Vergabe von Praktikumsplätzen. Diese Hochschulmarketing-Methode läuft im Unternehmen selbst ab und bietet den Unternehmen die Möglichkeit, ausgewählte Studierende oder Hochschulabsolventen frühzeitig kennenzulernen. Praktika dienen vor allem aber auch dazu, den Studierenden und Absolventen einen Einblick über den Ablauf der betrieblichen Praxis zu geben. Somit können sich sowohl Unternehmen als auch potenzielle Kandidaten gegenseitig besser kennenlernen. Praktikumsprogramme sind zumeist obligatorischer Bestandteil des Studiums und zählen für Unternehmen zu den wichtigsten Formen der Rekrutierung von Nachwuchskräften.13

Unterschieden werden können Praktika sowohl in ihrer Art als auch in ihrer Dauer. Es gibt sowohl Pflicht- als auch freiwillige Praktika, die von zwei Wochen bis zu einem Jahr dauern können und desweiteren vergütete und nicht vergütete Praktika.

2.3.3 Unternehmenseigene Homepage

Die unternehmenseigene Homepage präsentiert das Unternehmen im Internet und gilt als renommierte Methode des Personalmarketings. Durch eine aktive Präsenz und eine hohe Informationstiefe im Internet lässt sich die Zielgruppe der Studierenden und Hochschulabsolventen besonders gut ansprechen, da gerade Studierende in ihrem Alltag viel mit dem Medium Internet arbeiten.14

Die Studierenden und Hochschulabsolventen erhalten generelle und personalrelevante Informationen über das Unternehmen und haben somit die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild über das Unternehmen zu schaffen. Zudem erhalten die Interessenten vielfach auch einen Einblick in aktuelle Stellenangebote und Einstiegsinformationen. Durch die Internetpräsenz haben die potenziellen Bewerber die Möglichkeit, sich stets, unabhängig von Zeit und Ort, über das Unternehmen zu informieren und beispielsweise schnellen Kontakt per E-Mail zum gewünschten Arbeitgeber aufzunehmen.15

[...]


1 Vgl. Becker/Meißner (2007), S. 394; vgl. Van Berk (1992), S. 217.

2 Vgl. Voigt (2002), S. 84.

3 Vgl. Schmidt (2007), S. 29.

4 Vgl. Friedli/Thom (2003), S. 3.

5 Vgl. Friedli/Thom (2003), S. 5; vgl. Schmidt (2007), S. 32 ff.

6 Vgl. Hommel (2010), S. 21 f.

7 Vgl. Fröhlich/Langacker (1989), S. 153.

8 Vgl. Gerhold (2006), S. 12.

9 Vgl. Schmidt (2007), S. 29 f.; vgl. Kunkel (2008), S. 81 ff.

10 Vgl. Ahlers (1994), S. 167 ff.

11 Vgl. Moll (1992), S. 52.

12 Vgl. Ahlers (1994), S. 176 ff.

13 Vgl. Ahlers (1994), S. 183 ff.

14 Vgl. Friedli/Thom (2003), S. 8 f.

15 Vgl. Schmidt (2007), S. 50 f.

Details

Seiten
15
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656174523
ISBN (Buch)
9783656174851
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192472
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,0
Schlagworte
hochschulmarketing unternehmen ziele methoden eine analyse

Autor

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