Lade Inhalt...

Die Relevanz von Teamentwicklung für das Personalmanagement

Seminararbeit 2012 18 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffe und Definitionen
2.1 Das Team
2.2 Merkmale von Teams
2.3 Teamdiagnose
2.4 Teamentwicklung
2.4.1 Teamdevelopment - Phasenmodell nach Tuckmann
2.4.2 Teambuilding – Teamentwicklung als aktive Maßnahme
2.4.3 Phasen der Teamentwicklung nach Stumpf und Thomas
2.5 Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
2.6 Organisation
2.7 Personalmanagement

3 Relevanz für das Personalmanagement
3.1 Personalrekrutierung
3.2 Mitarbeitergespräche
3.3 Mitarbeiterbeurteilung
3.4 Entgelt-und Belohnungssysteme
3.5 Personalentwicklung auf Teamebene
3.6 Kommunikation
3.7 Unterstützung durch das Personalmanagement

4 Praxisrelevanz – Personalentwicklungsmaßnahmen zur Teamentwicklung

5 Fazit

6 Abbildungsverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich mit Relevanz des Teams bzw. der Teamentwicklung für das Personalmanagement und will der Frage nachgehen, welche Zusammenhänge und Aspekte dabei eine Rolle spielen.

Sprechen wir von Teams, so beziehen wir uns meist auf eine Art Kooperation von Individuen, die sich in den Bereichen Arbeit, Freizeit und allgemeinen Leben organisieren.

Somit drücken wir gleichzeitig unsere kollektive Identität wie auch unsere Individualität aus.

Das Erfolgsmodell der Teamarbeit hat sich in der Menschheitsgeschichte als Überlebensfaktor etabliert, schließlich haben stetig neue Anforderungen und Aufgaben die Notwendigkeit hervorgebracht, im Teamverbund gemeinsam Aufgaben zu lösen.

Angefangen von lebensnotwendigen Tätigkeiten wie zum Beispiel dem Jagen, dem Pyramidenbau in Gizeh bis hin zur länderübergreifenden Projekten international agierender Unternehmen hat sich Teamarbeit als Schlüsselfaktor herauskristallisiert und etabliert.

Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen für Teamarbeit geändert, in diesem Zusammenhang spricht man heute auch oft von „lernenden Organisationen“, nämlich der Notwendigkeit, dass sich ein Team innerhalb einer Organisation entsprechend den Anforderungen und Variablen „entwickelt“. Gerade in Unternehmen bzw. Organisationen sind Teammitglieder gleichzeitg Organsiationsangehörige. Diese Beziehung stellt somit die Verzahnung zum Personalmanagement dar, da dieses die klassischen Dienstleistungen wie etwa Personalrekrutierung, Personalauswahl, Einarbeitung. Fortbildung oder Mitarbeiterbewertung erbringt.[1]

Die zukünftigen Herausforderungen machen es notwendig, dass Organisationen den Prozess der Teamentwicklung unterstützten und ein Teamklima schaffen, das teambasierte Arbeit lebendig und effektiv gestaltet, dabei kommt dem Personalmanagement eine zentrale Rolle zu.

2. Begriffe und Definitionen

2.1 Das Team

Es gibt eine Reihe von gängigen Teamdefinitionen in der Wissenschaft, drei davon sollen hier kurz erwähnt werden:

Kirchner/Pink (1993): Team als Gruppe von Menschen, in der alle von guter Zusammenarbeit abhängen. Jeder einzelne kann nur dann den größtmöglichen Erfolg, sowohl persönlich wie auch in der Sache erzielen, wenn diese Zusammenarbeit gelingt.[2]

Cohen und Mohrhann (1995): Ein Team ist eine Arbeitsgruppe von Individuen,

- die zusammen ein bestimmtes Produkt herstellen oder einen bestimmten Service anbieten und
- die sich für die Qualität dieser Leistung gegenseitig Rechenschaft ablegen.
Mitglieder eines Teams,
- haben geteilte Ziele,
- für deren Erreichung sie gemeinsam verantwortlich sind.
- Sie sind wechselseitig abhängig von der Leistung anderer Teammitglieder
- Sie beeinflussen ihre Ergebnisse durch Interaktion miteinenander.

Weil das Team als Ganzes verantwortlich für das Endergebnis seiner Arbeit ist, besteht einer der zentralen Aufgaben für jedes Teammitglied in der Vernetzung mit den anderen Mitgliedern des Teams.[3]

Thompson (2004): „ Ein Team ist eine Gruppe von Individuen, die wechselseitig voneinander abhängig und gemeinverantwortlich sind für das Erreichen spezifischer Ziele für ihre Organisation.“[4]

Die zentralen Begriffe sind hier gemeinsame Arbeit, Zusammenarbeit, Zielerreichnung und Vernetzung.

2.2 Merkmale von Teams

Es gibt eine Fülle an unterschiedlichen Definitionen, jedoch lassen sich gemeinsame Merkmale finden, die den Begriff der Teamdefinition am besten reflektieren:[5]

- Kleine, funktionsgegliederte Arbeitsgruppe
- Gemeinsame Zielsetzung
- Intensive wechselseitige Beziehungen
- Ausgeprägter Gemeinschaftsgeist
- Starker Gruppenzusammenhalt unter den Teammitgliedern

2.3 Teamdiagnose

Die Teamdiagnose bezeichnet die Untersuchung von Rollen innerhalb des Teams, und die notwendige Analyse von Effizienz und Effektivität. Sie ist ein zentrales Element bei Teamentwicklungsmaßnahmen und ist deshalb Grundvorraussetzung.

Es gilt vor allem zu reflektieren: Machen wir das richtige und vor allem, wie machen wir es?

Stärken und Schwachstellen sollen identifiziert und analysiert werden, darüber hinaus soll das Team für interne und externe Prozesse sensibilisiert werden.[6]

2.4 Teamentwicklung

Jedes Team durchläuft zeitliche und maßnahmengeprägte Phasen in Hinblick auf seine Entwicklung. Sinn ist es, die teaminternen Arbeitsabläufe systematisch zu verbesseren, um einen optimalen Arbeitsoutput zu generieren. Somit ist die Teamentwicklung eine wesentlicher Baustein bei der Bildung von Hochleistungsteams. Der Begriff der Teamentwicklung beeinhaltet dabei zwei Dimensionen:

- Zeitlich: Teamentwicklung im Sinne eines Team Developments
- Als aktive Maßnahme: Teamentwicklung im Sinne des Teambuildings

Sprechen wir von Team Development, meinen wir das Phasenmodell von Tuckmann, das in fünf Phasen eingeteilt ist. Verstehen wir Teamentwicklung als aktive Maßnahme, sprechen wir vom Modell von Stumpf und Thomas. Diese beiden Ansätze werden im folgenden vorgestellt, unter Punkt 2.4.3 wird zur Abgrenzung zu Tuckmann eine aktuelles Phasenmodell von Stumpf und Thomas aus dem Jahr 2005 beschrieben.

2.4.1 Teamdevelopment - Phasenmodell nach Tuckmann

Das Phasenmodell der Teamentwicklung von Tuckmann aus dem Jahr 1965 bezieht sich auf Gruppen, die eine realtiv lange Lebensdauer aufweisen.

Dieses Modell geht davon aus, dass es eine Weile dauert bis sich Individuen aufeinander einstellen können. Im Laufe der Zeit müssen Beziehungen aufgebaut werden und gegensetiges Vetrauen aufgebaut werden. Arbeitsabläufe bedürfen der Verbesserung und können erst dann optimiert werden, wenn das Team als Einheit auftritt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Phasenmodell der Teamentwicklung

Eine kurze Beschreibung der einzelnen Phasen:[7]

- Forming: Die Teammitglieder treffen sich zum ersten mal, es herrscht Unsicherheit
- Storming: Da es noch keine klare Rollen- und Aufgabenverteilung gibt, birgt diese Phase ein erhöhtes Konfliktpotential
- Norming: Regeln und Rollen werden definiert
- Performing: Das Team ist auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit
- Adjorning: Vorübergehende Teams werden hier aufgelöst, Ausgangspunkt für die Formierung eines neuen Teams.

2.4.2 Teambuilding – Teamentwicklung als aktive Maßnahme

Dieser Ansatz nach Stumpf und Thomas aus dem Jahr 2003 bezieht sich auf das Teambuilding, nämlich der Teamentwicklung als aktive Maßnahme:[8]

- Teambuilding als Personalentwicklungsmaßnahme zur Entwicklung einer Gruppe von Personen, die gegenwärtig oder zukünftig an einer gemeinsamen Aufgabe und/oder einem gemeinsamen Ziel arbeiten.
- Übergordnetes Ziel dieses Maßnahme ist die Steigerung der Gruppenleistung und der Arbeitszufriedenheit der Gruppenmitglieder.
- Die konkrete Zielsetzung richtet sich nach der aktuellen Problemlage der Gruppe, die ebenso unterschiedlich sein kann wie der Anlass für diese Maßnahme.
- Die Teamentwicklung wird in der Regel von einem neutralen Moderator gesteuert, wobei sich alle Gruppenmitglieder an Problemklärungen und dem Finden von Problemlösungen beteiligen.
- Eine Teamentwicklung besteht aus mehreren Phasen.

2.4.3 Phasen der Teamentwicklung nach Stumpf und Thomas

Zur Abgrenzung in Hinblick auf das Modell von Tuckmann wird hier ein Modell aus dem Jahr 2003 von Stumpf und Thomas kurz vorgestellt, das aus vier einzelnen Phasen besteht:[9]

- In der Einleitungsphase wird sich das Team eines Problems bewußt, und es wird erruiert, ob dieses durch eine Teamentwicklungsmaßnahme adressiert wird. Das Team setzt sich in dieser Phase mit einem Experten innerhalb oder außerhalb der Organisation in Verbindung.
- In der Diagnosephase wird zunächst erfasst und analysiert, worin das eigentliche Problem besteht, auf welche Vorerfahrungen und Stärken kann das Team aufbauen.
- In der Interventionsphase werden Teamworkshops durchgeführt.
- In der abschließenden Evaluationsphase wird festgestellt, ob mit der eingesetzten Teambuildingmaßnahme die gewünschte Wirkung erzielt wurde.

Die Evaluationsphase kann durchaus wieder zur Einleitungsphase führen, wenn eine neues Problem idenitfiziert wurde oder das eigentliche Problem im Rahmen eines Workshops nicht gelöst worden konnte.

2.5 Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Vom Teambegriff abzugrenzen ist der Begriff der Gruppe, beide lassen sich zweifelohne nicht immer leicht auseinanderhalten. Eine Gruppe ist durchaus eine organisatorische Einheit, hat aber nicht unbedingt eine gemeinsame Zielsetzung. Ein Team hat meist eine feste Struktur, eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung und orientiert sich zudem an Richtlinien, die eine effektive Zusammenarbeit ermöglichen. In Hinblick auf die Gruppe fehlt auch oft das Element des Feedbacks und die Möglichkeit mit einem Experten zusammenzuarbeiten.

Die Gruppe läßt sich nach Rosenstiel wie folgt definieren:[10]

"Eine Gruppe lässt sich kennzeichnen als eine Mehrzahl von Personen, die bei Bestehen unmittelbarer Interaktionen und Überwiegen der Binnenkontakte für eine längere Dauer beisammen sind, dabei Rollen ausdifferenzieren,gemeinsame Normen, Werte und Ziele entwickeln sowie Kohäsion in dem Sinne zeigen, dass die Zusammengehörigkeit für die Mitglieder attraktiv ist, woraus sich ein Wir-Gefühl ergibt.“

2.6 Organisation

Die Betriebswirtschaftslehre kennt im wesentlichen zwei Organisationsbegriffe, und zwar den fuktionalen sowie den instrumentellen Organisationsbegriff.[11]

Der funktionale Organisationsbegriff:

Durch die Strukturierung von Arbeitsprozessen schafft die Organisation eine gewisse Ordnung, dabei gilt die Zielsetzung der Wirtschaftlichkeit und Flexibilität.

Der instrumentelle Organisationsbegriff:

Organsiation ist ein Mittel zur Führung eines Unternehmens oder Betriebes durch die adäquate Kooridnation von Teilprozessen in Hinblick auf eine übergeordnetes Ziel.

Im täglichen Sprachgebrauch werden Betrieb und Organisation auch gerne synonym verwendet, es bleibt aber festzustellen, dass Unternehmen eine Organisation sind, eine solche haben und diese auch wirklich bauchen.

Arbeitsteilung und Spezialisierung zerlegen den Gesamtauftrag in Teilprozesse, diese wiederum brauchen eine Formulierung von Teilzielen, sogesehen ergibt sich auch die Notwendigkeit, Organsiationsentscheidungen in Aufbau- und Ablauforganisationsentscheidungen einzustufen.

Organisationsentscheidungen sind eine eminent wichtiger Faktor bezüglich der Motivation von Mitarbeitern und halten somit direkten Einzug in die Teamarbeit.

2.7 Personalmanagement

Das Instrument des Personalmanagements ist als typische Managementfunktion in einem Unternehmen zu klassifizieren und bezieht sich auf den Einsatz und die Entwicklungsmöglichkeiten personalpolitischer Instrumente.

Als wichtigste Instrumente können identifiziert werden:

- Personalbeschaffung
- Personalauswahl
- Personaleinsatz
- Personalmarketing
- Personalentwicklung (→ Teamentwicklung)
- Personalbetreung- und Verwaltung

Dabei kommt der Personalentwicklung eine grundlegende Bedeutung zu, sie umfasst nämlich die Bereiche Personentwicklung, Organisationsentwicklung sowie Teamentwicklung.

Eine mögliche Definition für Personalmanagement nach Scholz:

„Das Management von Personal ist die systematische Analyse, Bewertung und Gestaltung aller Personalaspekte eines Unternehmens wie Personalbestände und –bedarfe, Qualifikationen, Kostenkalkulierungen, rechtliche Bedingungen des Personaleinsatzes, der Beurteilung der Führung von Mitarbeitern oder anderen gesellschaftlichen Gesichtspunkten.“[12]

3 Relevanz für das Personalmanagement

Inwieweit Teamarbeit relevant für das Personalmanagement ist, lässt sich aus untenstehender Abbildung auf einen Blick entnehmen, hier gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte, wie etwa Personalauswahl, Personalbeurteilung, Anreizsysteme und Personalentwicklung.

[...]


[1] vgl. Rolf van Dick, Michael A. West, S.11

[2] vgl. Lernplattform FhaM. Kurs: Teamentwicklung, LE 01

[3] vgl. Rolf van Dick, Michael A. West, S.3

[4] vgl. Rolf van Dick, Michael A. West, S.3

[5] vgl. Lernplattform FhaM. Kurs: Teamentwicklung, LE 01

[6] vgl. Kauffeld und Grote, 2003

[7] vgl. Rolf van Dick, Michael A. West, S.8

[8] vgl. Stumpf & Thomas, Teamarbeit und Teamentwicklung,S 13 - 14

[9] Vgl. Stumpf & Thomas, Teamarbeit und Teamentwicklung, S.13 - 14

[10] vgl. Lernplattform FhaM. Kurs: Teamentwicklung, LE 01, S. 4

[11] vgl. Schmalen 2006, S.107

[12] vgl. Scholz, Personalmanagement, S.3

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656172611
ISBN (Buch)
9783656173212
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192372
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH – Fachbereich Sportmanagement
Note
Schlagworte
Teamentwicklung Teamdiagnose Personalentwicklung Personalentwicklung auf Teamebene

Autor

Zurück

Titel: Die Relevanz von Teamentwicklung für das Personalmanagement