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Zur Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege am Beispiel der Gesundheitsförderung

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik, Aufbau der Arbeit
1.1 Verhältnis Pflege- und Gesundheitswissenschaft
1.2 Inhalte
1.3 Stand der Entwicklung
1.4 Abgrenzung von der Medizin
1.5 Grad der Akademisierung und Professionalisierung

2 Gesundheitsförderung in Bezug zu Modellen
2.1 Gesundheitsförderung in Bezug zur Salutogenese
2.2 Gesundheitsförderung in Bezug zur Ottawa-Charta
2.3 Gesundheitsförderung in Abgrenzung zur Prävention

3 Gesundheitsförderung
3.1 Ebenen der Gesundheitsförderung
3.1.1 Personale Ebene
3.1.2 Verhaltensebene
3.1.3 Verhältnisebene
3.2 Methoden zur Umsetzung in die Praxis
3.2.1 Gesundheitsaufklärung und Gesundheitsberatung
3.2.2 Gesundheitserziehung und Gesundheitsbildung
3.2.3 Gesundheitsselbsthilfe und Gesundheitstraining
3.2.4 Präventivmedizin
3.3 Setting-Ansatz der Gesundheitsförderung

4. Anwendung von Gesundheitsförderung in Pflegeberufen
4.1 Belastungen und Gesundheitsrisiken
4.1.1 Psychische Belastungen
4.1.2 Physische Belastungen
4.1.3 Betriebliche Belastungen
4.2 Betriebliche Gesundheitsförderung
4.3 Konzept der Gesundheitsförderung

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einführung in die Thematik, Aufbau der Arbeit

Im Rahmen des Studienganges Pflegemanagement an der Hamburger Fernhochschule ist es fester Bestandteil im Prüfungsplan, eine schriftliche Hausarbeit im Fach Gesundheitswissenschaften zu erstellen, ich habe mich entschieden das Thema Gesundheitsförderung zu bearbeiten. Da es ein sehr komplexes Thema ist grenze ich es auf die Gesundheitsförderung in der Pflege beschäftigten Mitarbeiter ein.

Im Bereich der Gesundheitswissenschaften werden Theorien und Modelle behandelt, die Gesundheit und Krankheit zum Gegenstand haben und bemüht sind Erkenntnisse zu Gesundheit und Krankheit zu erlangen. Die demografische Entwicklung ist gekennzeichnet durch Zunahme der älteren, somit auch pflegebedürftigen Menschen. Für die Mitarbeiter der Pflege bedeutet dies sowohl körperliche wie auch psychische Belastungen. Fragestellung ist daher: „ Wer aber kümmert sich um die Gesunderhaltung der Mitarbeiter?“ Im ersten Kapitel werden zunächst das Verhältnis der Pflege- und Gesundheitswissenschaft, Inhalte, Stand der Entwicklungen, Abgrenzung zur Medizin, Grad der Akademisierung und Professionalisierung erörtert. Das zweite Kapitel widmet sich dem Ansatz der Gesundheitsförderung mit Bezug zu den Modellen zur Salutogenese von Antonovsky, zur Ottawa-Charta und in Abgrenzung zur Prävention. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Darstellung der Ebenen der Gesundheitsförderung, Methoden mit denen Gesundheitsförderung in die Praxis umgesetzt werden kann und dem Setting-Ansatz. Dann folgt im vierten Kapitel die Anwendung von Gesundheitsförderung in Pflegeberufen, indem Belastungen und Gesundheitsrisiken aufgezeigt werden und ein Konzept der Gesundheitsförderung vorgestellt wird. Im abschließenden fünften Kapitel wird eine Zusammenfassung erfasst und ein Ausblick aufgezeigt.

1.1 Verhältnis Pflege- und Gesundheitswissenschaft

Um das Verhältnis von Pflege- und Gesundheitswissenschaft zu verdeutlichen, werden beide Begriffe definiert. „Definiert wird Gesundheitswissenschaften/Public Health als die Wissenschaft und Praxis der Gesundheitsförderung und der Systemgestaltung des Gesundheitswesens“ (Hurrelmann, Laaser; Razum, 2006:11). Gesundheitswissenschaft beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Einflüssen und der Entwicklung von Versorgungsstrukturen. Pflegewissenschaft ist ein Teilgebiet der Gesundheitswissenschaften. Es ist eine empirische, praxisorientierte Disziplin, deren Gegenstandsbereich die Pflege ist und deren Ziel es ist, Grundlagen und Prinzipien zur Verbesserung der pflegerischen Dienstleistung zu entwickeln. „Gesundheitsförderung und Pflege haben sehr konkret als Leitmotiv ihres Handelns Gesundheit, Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung definiert. Die Pflege setzt beim Individuum an, die Gesundheitsförderung akzentuiert die gesellschaftlichen Bedingungen. Beiden geht es um den Menschen in seiner Ganzheit unter Zugrundelegung seiner Bedürfnisse. In der Pflege ist die Grundpflege wieder von zentraler Bedeutung geworden, in der Gesundheitsförderung geht es um die Alltagsorientierung“ (Waller 2010:10).

1.2 Inhalte

Inhalt der Gesundheitswissenschaften ist die körperliche, geistige, psychische und soziale Gesundheit von Bevölkerungsgruppen. Zu den Gesundheitswissenschaften gehören die Gesundheitssoziologie, Gesundheitspsychologie, Gesundheitspädagogik, Gesundheitsökonomie, Sozial- und Umweltmedizin (vgl. Waller 2010:6). Pflegewissenschaften beinhalten u.a. Pflegetheorien, Pflegemodelle, Pflegeforschung und das Handlungsfeld Pflege. Sie befasst sich mit Individuen, individuellen Maßnahmen und Interaktionen.

1.3 Stand der Entwicklung

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) spielt eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Gesundheitswissenschaften. Besonders hervorzuheben sind die Verfassung der WHO (1946), die Alma-Ata-Konferenz (1978), Ottawa-Charta und Gesundheit21 (1998). In der Pflegewissenshaft entwickelten sich in den 1950er Jahren in den USA die Pflegediagnosen, darunter auch Gesundheits- und Wellnesspflegediagnosen. Bestandteil ist die allgemeine Gesundheitsförderung von Patienten. Voraussetzung für die Erstellung dieser Diagnosen sind ein bestehender und geäußerter Wunsch des Patienten, sowie ein relativ stabiles Gesundheitsniveau. Überwiegend in der Beratungstätigkeit ausgeübt . Die Pflegediagnosen werden von Mitarbeitern in der Pflege gestellt. In Deutschland werden Pflegediagnosen erst seit circa 1970 angewendet. Dies zeigt auf, dass die Entwicklungen in anderen Ländern schneller voranschreiten. Bis 2004 galt die Berufsbezeichnung Krankenschwester, Krankenpfleger, Kinderkrankenschwester, Kinderkrankenpfleger, für alle die ab 2004 ihre Ausbildung beendeten wandelte sich die Bezeichnung in Gesundheits- und Krankenpfleger/in bzw. in Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in, hier wird eine Entwicklung vom Krankheitsdenken in Richtung Gesundheitsdenken deutlich. Es ist auch an der Umbenennung der Krankenkassen in Gesundheitskassen zu bemerken.

1.4 Abgrenzung von der Medizin

Medizin hat ihren Schwerpunkt in der Heilung von Krankheiten. Es wird diagnostiziert und behandelt. „Krankheitsorientierung und Krankheitsbewältigung dominieren das Denken und Handeln in der Pflege“ (Brieskorn-Zinke 2006:12). Es wird dem Arzt zugearbeitet. Trotz aller Bemühungen gelingt es der Pflege nur sehr langsam von diesem Blickwinkel Abstand zu gewinnen. Gesundheitswissenschaft hat den Schwerpunkt Prävention und Gesundheitsförderung, d.h. es soll vermieden werden das eine Krankheit entsteht und Ressourcen erhalten/fördern um Gesundheit zu entwickeln.

1.5 Grad der Akademisierung und Professionalisierung

Der Mangel an qualifiziertem Personal, der Wunsch an die internationale Entwicklung anzuknüpfen machten eine Akademisierung und Professionalisierung unumgänglich. Die Entwicklung der Pflege zu einer Profession beginnt in Deutschland in den 70er Jahren. Die Zahl der Pflegestudiengänge ist seit den 1990er Jahren gestiegen, somit kann eine ansteigende Akademisierung erkannt werden. Es gibt unter anderem Studiengänge in Pflegewissenschaft, Pflegepädagogik und Pflegemanagement. Der jüngste pflegerische Studiengang ist der „Bachelor of Nursing“, dort kann in 4 Jahren ausbildungsintegriertem Vollzeitstudium ein Berufsabschluss auf Grundlage des Krankenpflegegesetzes und gleichzeitig ein akademischer Grad erreicht werden. In der theoretisch weiterentwickelten Pflege spielt die Hinwendung zur Gesundheit eine wesentliche Rolle. Kurative und präventive Pflege wird Bestandteil. Mit der Zielsetzung wird deutlich, dass Krankenpflege als Profession den gesellschaftlichen Auftrag hat die Gesundheit aller Menschen zu fördern (vgl. Brieskorn-Zinke 2006:14).

2 Gesundheitsförderung in Bezug zu Modellen

Die Gesundheitsförderung hat zu mehreren Modellen Bezug. Als Beispiele werden im Rahmen der Hausarbeit die Salutogenese von Antonovsky, zur Ottawa-Charta und die Abgrenzung zur Prävention bearbeitet.

2.1 Gesundheitsförderung in Bezug zur Salutogenese

Das Modell der Salutogenese wurde von dem jüdischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 1970er Jahren entwickelt. Es ist das erste Modell, indem der Gesundheitsbegriff positiv formuliert zugrunde liegt. „…Er interessierte sich für das Phänomen, das Menschen trotz der Konfrontation mit einer Vielzahl von Gesundheitsrisiken gesund bleiben und nicht erkranken“ (Waller 2010:23). „Sein Modell der Salutogenese befasst sich v.a. mit gesundheitsfördernden Aspekten. Im praktischen Umgang mit Patienten bedeutet dies, dass eine effektive Gesundheitsförderung und –erziehung persönliche Faktoren wie Stress, Widerstandskraft sowie die individuelle berufliche, familiäre und ökonomische Situation berücksichtigen sollte“ (Kieger 2006:3). Hauptmerkmale sind die Entstehungs- und Erhaltungsbedingungen von Gesundheit. Wichtigster Baustein ist das „Gesundheits-Krankheitskontinuum“. Es gibt keine klare Grenze zwischen den Begriffen „Gesundheit“ und „Krankheit“. Es handelt sich um einen interaktiven Prozess zwischen den belastenden Faktoren (Stressoren) und schützenden Faktoren (Widerstandsressourcen). Zu den Stressoren werden psychosoziale, physische, und biochemische Faktoren gezählt. Widerstandsressourcen sind körperliche, psychische, materielle, soziale, und makrostrukturelle Faktoren.

2.2 Gesundheitsförderung in Bezug zur Ottawa-Charta

Die Ottawa-Charta ist ein grundlegendes Dokument der WHO von 1986, das Strategien der Gesundheitsförderung enthält. „…einen Prozeß [!] in Gang zu setzen, der allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit befähigen soll“ (Pelikan, Demmer; Hurrelmann, 1993:13). Der Wandel von einem einseitig krankheitsorientierten zu einem salutogenetischen (Gesundheit orientierten) Denken wurde somit eingeleitet.

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Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656170457
ISBN (Buch)
9783656171911
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v192167
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
Schlagworte
Gesundheitswissenschaft Gesundheitsförderung

Autor

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