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Unterrichtsstunde: Deutsch-Französische Aussöhnung

Seminararbeit 2005 11 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

INHALT

1. Lehrplanbezug

2. Stoffanalyse

3. Didaktische Reduktion
3.1. Planung der Stunde
3.2. Umsetzung
3.3. Tafelbild

Literatur

1. Lehrplanbezug

Einen zentralen Schwerpunkt des Geschichtsunterrichts an bayerischen Gymnasien der zehnten Jahrgangsstufe nimmt gemäß Lehrplan „3 Die Entwicklung der beiden Staaten in Deutschland und die Deutsche Frage seit 1949“ ein. Eher allgemeiner formulierte Lernziele stehen dabei im Vordergrund.

„Die Schüler erfassen die Entwicklung der beiden Staaten in Deutschland vor dem Hintergrund der bipolar angelegten Europa- und Weltpolitik. Sie verfolgen Ausprägung, Konsolidierung und Wandel der politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse und erkennen, welche maßgeblichen Faktoren die jeweilige Entwicklung gelenkt haben. Sie setzen sich mit innerdeutschen und internationalen Aspekten der Deutschen Frage sowie mit den Problemen der deutschen Einigung auseinander und erörtern die Stellung des geeinten Deutschlands in Europa und der Welt.“

Eine Konkretisierung erfahren die anvisierten Lernziele durch die exakter definierten Lerninhalte. Für unsere Thematik ist folgender Unterpunkt in den Vordergrund zu stellen.

Bundesrepublik Deutschland:

- von Adenauer zur Großen Koalition 1949-1969:

außen- und deutschlandpolitisches Grundkonzept, Schritte zur Westintegra-tion, Verhältnis zu den östlichen Nachbarn

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der deutsch-französische Freundschaftsvertrag 1963 zu den Grundwissensbegriffen für die oben genannte Unterrichtseinheit 3 der zehnten Jahrgangsstufe gehört.

2. Sachanalyse

Die primäre Aufgabe im Rahmen des „Geschichtsdidaktikseminars „Die Geschichte der BRD und der DDR 1955-1990“ war, zunächst eine gute Stundeneinteilung vorzunehmen, um den Schülern (genauer gesagt, hier: unseren Kommilitonen) einen guten Überblick über die Geschichte beider deutschen Staaten von 1955 bis 1990 zu vermitteln. Die Annäherung Adenauers an den Westen, und vor allem an Frankreich war für die noch junge Bundesrepublik im Erreichen der Wiedererlangung der Souveränität.

In der Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich kristallisierte sich vor allem im 19. Jahrhundert eine „Erbfeindschaft“ heraus, die ihren Höhepunkt zur Zeit des deutschen Kaiserreichs fand. Vor allem die Proklamation des deutschen Kaisers im Spiegelsaal von Versailles 1871 wurde als besonderer Affront gegenüber Frankreich empfunden. Im ersten Weltkrieg wurde diese Erbfeindschaft weiter hochstilisiert. Durch die Besetzung Frankreichs im zweiten Weltkrieg entspannte sich das Verhältnis Deutschlands und Frankreichs keinesfalls. Es wurde durch Kriegsverbrechen der Besatzer und dem Krieg auf französischen Boden nur noch verschärft.

Dadurch war 1949 als die Bundesrepublik war Frankreich durchaus voller Zweifel gegenüber dem neuen alten Nachbarn.

Die Politik Frankreichs war deswegen auch vornehmlich auf Sicherheit und Kontrolle über Deutschland bedacht. Eine Wende in dieser Politik kam erst auf, als im Frühjahr der deutsche Außenminister den, damals als sensationell geltenden, Vorschlag machte zwischen Frankreich, Deutschland, den Benluxstaaten und Italien einen gemeinsamen Markt für Kohle und Stahl zu bilden. Dieser Verbund sollte auf 50 Jahre angelegt sein und sollte als Verbund der westeuropäischen Schwerindustrie den wirtschaftlichen Wiederaufbau fördern und die politische Einigung Westeuropas vorantreiben. Durch den Schuman-Plan sollte Deutschland einen weiteren Schritt in Wiedererlangung der Souveränität machen und ein Anfang für den Ausgleich mit Frankreich in Bezug auf das Saarland sein.

Am 18. April 1951 konnte der Vertrag über die Bildung einer „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (EGKS; Montanunion) unterzeichnet werden. In Kraft trat er am 23. Juli 1952. Für Deutschland erloschen hiermit das nachteilige Ruhrstatut und Produktionsbeschränkungen.

Ein weiterer Schritt in der Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich war die Entscheidung in der Saarfrage. Im Oktober 1954 wurde eine Volksabstimmung über den Verbleib des Saarlandes zwischen Bonn und Paris vereinbart. Diese fand am 23. Oktober 1955 statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 97,5 Prozent, stimmten 67, 5 Prozent für einen Anschluss an die Bundesrepublik. Diese Abstimmung hatte in Regierungs- und Bevölkerungskreisen Frankreichs eine hohe Akzeptanz. Dieses zeigt schon die Entspannung und Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen Deutschlands und Frankreichs.

Der Vertrag zum Anschluss wurde am 27. Oktober 1956 in Luxemburg unterzeichnet und trat am 1. Januar 1957 in Kraft. Die wirtschaftliche Eingliederung des Saarlandes kam allerdings erst am 5. Juli 1957 bei wirtschaftlichen Zugeständnissen, wie die Moselkanalisierung, zu Stande.

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Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656216018
ISBN (Buch)
9783656217824
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191697
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte
Note
3
Schlagworte
unterrichtsstunde deutsch-französische aussöhnung

Autor

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Titel: Unterrichtsstunde: Deutsch-Französische Aussöhnung