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Eine Analyse über den Tod Litwinenko’s und die Rolle Russlands und der Presse daran nach neuesten Erkenntnissen

Referat / Aufsatz (Schule) 2007 10 Seiten

Didaktik - Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Vorwort

2. Der Tod Litwinenkos

3. Presseverlauf

4. Thesen zu Litwinenko’s Tod: Warum musste er sterben?

5. Russlands Interesse an Litwinenkos Tod

6. Einschränkungen der Pressfreiheit unter Putin

7. Was spricht für und was gegen Russland/Putin?

8. Litwinenko’s bschiedsbrief

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

1. VORWORT

In dem folgendem Referat analysiere ich den Tod Litwinenkos und die Rolle Russlands daran, sowie die Rolle der Presse. Im Referat wird versucht dies möglichst neutral zu betrachten und Fakten von beiden Seiten zu zeigen. Der Tod Litwinenkos hat viele Pressemeldungen zur Folge gehabt, auf welche jedoch nur kurz eingegangen wird, da in diesem Referat größtenteils die Hintergründe der russischen Politik beleuchtet werden. Zu dem Thema des Todes von Litwinenko gibt es aufgrund der politischen Bedeutung dieses Falles sehr viele, teils auch wiedersprüchige Informationen; im folgenden Referat versuche ich diese möglichst genau zusammenzufassen ohne zu weit von der möglichen Realität abzuweichen. Die eigentliche Wahrheit kann dabei im Referat nur angedeutet werden, da sie nicht erkennbar bzw. aufgeklärt ist und dies mit aller Wahrscheinlichkeit auch nie sein wird.

2. DER TOD LITWINENKO‘S

Nach neusten Ermittlungen wurde Litwinenko vermutlich Opfer zweier Giftanschläge mit Polonium 210 (WZ vom 14.12.2006 und 08.01.2006). Die Dosis dabei entsprach dem zehnfachen der normalerweise tödlichen Menge. Der erste Anschlag erfolgte wahrscheinlich bereits am 16. Oktober; der zweite mit aller Wahrscheinlichkeit am 1. November. Die Folgen des Anschlags mit Polonium 210 waren ein Versagen des Immunsystems sowie eine starke Schädigung der Leber und andere innerer Organe. Er starb am 23. November 2006 an den Folgen der Strahlung. Das Gift Polonium 210 wurde erst kurz vor seinem Tode nachgewiesen. Seine Leiche konnte aufgrund der hohen Strahlung, die von ihr ausging, und eventueller Gefährdung für das ärztliche Personal erst am 01. Dezember obduziert werden. (Wikipedia)

3. PRESSEVERLAUF

Im Folgenden werden die Pressemeldungen chronologisch aufgeführt, die über die Aufklärung des Falles Litwinenko berichten (nicht aber über den Tod). Erste Spuren nach der Obduktion führten am 09. Dezember 2006 (WZ) nach Deutschland, als bekannt wurde, dass das Haus eines Kontaktmannes Litwinenkos, Dmitri Kowtun, in Hamburg durchsucht wurde. Am 11. Dezember 2006 (WZ) kamen die Meldungen, dass radioaktive Spuren in Hamburg und Pinneberg gefunden wurden und das der Kontaktmann Dmitri Kowtun aus Hamburg nun auch im Krankenhaus liege. Welche Rolle dieser hatte, ist nicht bekannt. Litwinenko war nicht der einzige der vergiftet wurde, sondern auch Kowtun und Lugowoi (Annahme Wikipedia). Wie am 12. Dezember 2006 (WZ) bekannt wurde, kam der Kontaktmann Litwinenkos, Dmitri Kowtun, bei seiner ehemaligen Schwiegermutter in Haselau unter. Zudem wurde festgestellt, dass dieser einen Autounfall hatte, bei dem das Auto einen Totalschaden erlitt. Jedoch ist fraglich, ob dieser Unfall mit der Polonium 210 Affäre zusammenhängt. Auch am 13. Dezember 2006 (WZ) halten die Ermittlungen im Kreis Pinneberg und Haselau noch an. Für vier Menschen, die in Hamburg unter Umständen in Kontakt mit Polonium 210 traten, besteht hingegen keine Gesundheitsgefahr. Die Tatversion, dass Litwinenko eventuell bereits am 16. Oktober vergiftet wurde und so Opfer zweier Giftanschläge wurde, kommt am 14. Dezember 2006 (WZ) ans Licht. Der 15. Dezember 2006 (Focus Online) bringt ans Licht, dass auch der Regierungskritiker und Partner Litwinenkos, Jewgeni Limarjow, Angst hat ermordet zu werden da er auf einer ominösen Todesliste auf dem dritten Platz stände. Der auf dieser Todesliste auf Platz zwei stehende Kontaktmann Litwinenkos, Scaramella, ist angeblich bereits mit Polonium 210 vergiftet worden. Aus diesem Grunde verbarrikadierte sich Limarjow in seinem Haus in Frankreich. Details über die Menge des verwendeten Poloniums werden am 19. Dezember 2006 (WZ) bekannt. Es habe sich offenbar um die zehnfache der tödlichen Menge gehandelt, die einen Marktwert von 7,6 Millionen € (10 Millionen Dollar) hatte. Währenddessen wird am 27. Dezember 2006 (WZ) nun auch bekannt, dass Litwinenko’s italienischer Kontaktmann Scaramella offenbar in Haft ist. Die letzte Meldung, die in diesem Referat berücksichtigt wird, kommt am 08. Januar 2007 (WZ) und fast nochmal die Möglichkeit zweier Vergiftungen auf, die bereits am 14. Dezember 2006 (WZ) bekannt wurde. Schaut man sich nun das Datum des Erscheinens der Presseberichte an, so stellt man schnell fest, dass das Interesse in Deutschland am Fall Litwinenko’s ab dem 15Ǥ Dezember 2006 zunächst langsam und dann rapide nachlässt. Auch werden die Berichte zu dieser Zeit zunehmend kleiner, aber keinesfalls unwichtiger. Der einzige Unterschied, ist dass seit dem 13. Dezember 2006 keine Meldungen über Litwinenko mehr kamen, die mit Deutschland in Zusammenhang stehen, weshalb wahrscheinlich auch das Interesse sank. Jedoch haben die Meldungen über Litwinenko’s Tod trotz alledem sehr lange die Meldungen der Presse bestimmt.

4. THESEN ZU LITWINENKO’S TOD: WARUM MUSSTE ER STERBEN?

Wie es zu dem Tode Litwinenkos kam, wird wahrscheinlich dauerhaft ungeklärt bleiben. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Litwinenko in Kontakt mit dem giftigen Polonium 210 trat. Dabei geht es darum, wer möglicher Auftraggeber des Todes war. Die erste Möglichkeit, ist dass der Tod Litwinenkos von Russland bzw. Putin beauftragt wurde. Da Litwinenko ein ständiger Kritiker der Regierung Putins war, hatte Putin durchaus ein Motiv dazu. (Stern 49/2006) Eine weitere Möglichkeit ist das Terroristen den Auftrag an Litwinenkos Tod gegeben bzw. diesen ausgeführt haben. (Stern 50/2006) Welches Motiv diese jedoch dazu haben sollten ist ungeklärt. Die dritte Möglichkeit ist, dass Litwinenko für die Terroristen gearbeitet hat und bei einem Bau einer schmutzigen Bombe beteiligt war; also einer normalen Bombe ummantelt mit radioaktivem Material, und dabei in Kontakt mit Polonium 210 kam. (Wikipedia) (Stern 50/2006) Dieses ist jedoch ebenfalls unwahrscheinlich, da Polonium 210 nur im Körper schädlich ist, da die Strahlen von Polonium 210 bereits durch ein Blatt Papier aufgehalten werden können und er es so aus Versehen hätte schlucken müssen. (Focus 49/2006) Die letzte Möglichkeit welche auch durchaus in Betracht gezogen werden kann, ist, dass Litwinenkos Tod ein Komplott gegen die Regierung Russlands ist. (Stern 49/2006) Dieses kann natürlich von verschiedenen Organisationen in Auftrag gegeben worden sein, z.B. von einer feindlichen Regierung oder einer Terrororganisation. Welche These nun richtig ist, lässt sich nicht definitiv sagen. Mit aller Wahrscheinlichkeit hatte der Tod Litwinenko’s aber einen politischen Hintergrund; in welcher Hinsicht auch immer. Unter Umständen ist auch der ehemalige KGB; und heutige FSB in die Sache verwickelt. (Wikipedia)

5. RUSSLANDS INTERESSE N LITWINENKO’S TOD

Russland könnte verschiedene Interessen an Litwinenko’s Tod haben, die eventuell Russland dazu veranlasst haben könnten den Tod Litwinenko’s auszuführen oder in Auftrag zu geben. Zum einen kritisierte Litwinenko, Putin und die russische Regierung und zum anderen ermittelte Litwinenko an verschiedenen brisanten Fällen. Die Hauptkritik, die Litwinenko an Präsident Putin übte, bezog sich auf die Bombenanschläge in Moskauer Hochhäusern im Jahre 1999. Dabei beschuldigte Litwinenko Putin damit, dass dieser angeblich die Bombenanschläge in Auftrag gegeben habe, um die Bevölkerung von dem zweiten Tschetschenien Krieg zu überzeugen und so seine Wahl zu sichern. (Geschichte Russland) Jedoch konnte Litwinenko für diese Anschuldigung niemals eindeutige Beweise liefern. (Wikipedia) Des Weiteren ermittelte Litwinenko noch an der Zerschlagung des russischen Ölkonzerns Jukos und dem Tode der Journalistin Anna Politkowskaja. Bei der Zerschlagung des russischen Ölkonzerns Jukos ging es um eine neue Rechteverteilung zwischen dem Staat und der freien Wirtschaft. Litwinenko gab an er habe herausgefunden, dass einige Beteiligte auf ungeklärte Weise umkamen oder verschwanden, und gab dafür Putin die Schuld. Von offizieller russischer Stelle wurde die Zerschlagung mit Steuerhinterziehung und Betrug begründet. (Wikipedia) Bei der Ermittlung über den Tod der Journalistin Anna Politkowskaja, die bereits 2004 einen Giftanschlag auf ihre Person überlebte und dann 2006 in ihrem eigenem Haus im Treppenflur erschossen wurde, ging es um die Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland s.u. . Litwinenko ermittelte, wer der Auftraggeber dabei war. (Stern 50/2006) Der italienische Kontaktmann Scaramella wollte ihm dazu angeblich am Tage seiner Vergiftung wichtige Akten übergeben. (Wikipedia)

6. EINSCHRÄNKUNGEN DER PRESSEFREIHEIT UNTER PUTIN

Unter Putin gab es in Russland verschieden Aktionen die die Pressefreiheit in Russland einschränkten. Dazu zählten unter anderem die Übernahme des Fernsehsenders NTW, durch den aufgrund der Aktienanteile halbstaatlichen Gazprom Konzern am 14. April 2001, sowie die Einstellung der liberalen Tageszeitung Sewodnja am 17. April 2001. Zuletzt wurde der letzte landesweite unabhängige Sender TW 6, der mehrheitlich dem Gegner Putins, Boris Beresowskij, gehörte, von der russischen Regierung geschlossen. (Geschichte Russland) Boris Beresowskij lebt seitdem im Exil, und stand wahrscheinlich in Kontakt mit Litwinenko. (Wikipedia) Letztendlich kamen unter der Regierungszeit Putins bereits 16 Journalisten ums Leben. (Focus 42/2006)

7. WAS SPRICHT FÜR UND WAS GEGEN RUSSLAND/PUTIN?

Ob Russland nun der Täter bzw. Auftraggeber des Todes von Litwinenko ist, lässt sich nicht mit aller Sicherheit sagen, jedoch spricht einiges dafür. Ein erster Anhaltpunkt ist Beispielsweise, dass wahrscheinlich nur die USA und Russland über Reaktoren verfügen, die Polonium 210 abwerfen. Ebenfalls ist bei der Ermordung des Geheimdienstlers Litwinenko die zehnfache der tödlichen Menge verwendet worden, welche rund 7,6 Millionen € (10 Millionen Dollar) kosteteǤ Diese Dosis sei nicht einfach im Internet zu bekommen, und auch nicht jeder könne solche Geldmengen auftreiben, hieß es in der WZ vom 19. Dezember 2006. (WZ) Zudem war Litwinenko ein Dauerkritiker Putins und beschuldigte diesen bezüglich der Bombenanschläge in Moskauer Hochhäusern (s.o.) und ermittelte zudem noch am Tod der Journalistin Anna Politkowskaja (s.o.) . Auf der anderen Seite muss man jedoch auch sehen, dass einige Aspekte gegen die Täterschaft Russlands sprechen. So stellt sich die Frage, wieso ein so langsam tötendes Gift verwendet wurde, was dem Opfer die Möglichkeit gab sich zu äußern. (Focus 49/2006) Des Weiteren bezeichnete der Kreml Litwinenko als zu unwichtig, als dass Putin seine internationalen Beziehungen für ihn aufs Spiel gesetzt hätte. (Focus Online, Stern 49/2006) Der letzte Punkt, der gegen Russland als Täter spricht ist, dass auffällig viele Spuren hinterlassen wurden. Hätten professionelle Agenten den Mord ausgeführt, wären wohl nicht so viele Indizien hinterlassen worden. (Stern 49/2006) Hält man nun beide Seiten gegeneinander, so stellt man fest, dass ein definitiver Entschluss nicht möglich ist. Die Aussagen Russlands zur Verteidigung können ebenso gelogen sein, wie eine Rolle Russlands inszeniert sein kann.

8. LITWINENKOS ABSCHIEDSBRIEF

Kurz vor seinem Tod soll der ehemalige Geheimagent Litwinenko seinem Vater folgenden Abschiedsbrief am Sterbebett diktiert haben, der ihn vor Fernsehkameras verlas, in dem er den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seinen Tod verantwortlich machte. Das eingefügte „[PutinȐ“ ist eine Annahme aufgrund des Zusammenhanges.

„Während ich hier liege, höre ich in aller Deutlichkeit die Flügel des Todesengels. Möglicherweise kann ich ihm noch einmal entkommen, aber ich muss sagen, meine Beine sind nicht so schnell, wie ich es gerne hätte. Ich denke deshalb, dass es an der Zeit ist, ein oder zwei Dinge dem Menschen zu sagen, der für meinen jetzigen Zustand verantwortlich ist. Sie [Putin] werden es vielleicht schaffen, mich zum Schweigen zu bringen, aber dieses Schweigen hat einen Preis. Sie haben sich als so barbarisch und rücksichtslos erwiesen, wie ihre ärgsten Feinde es behauptet haben. Sie haben gezeigt, dass Sie keine Achtung vor dem Leben, vor der Freiheit oder irgendeinem Wert der Zivilisation haben. Sie haben sich als Ihres Amtes unwürdig erwiesen, als unwürdig des Vertrauens der zivilisierten Männer und Frauen. Sie werden es vielleicht schaffen, einen Mann zum Schweigen zu bringen. Aber der Protest aus aller Welt, Herr Putin, wird für den Rest des Lebens in Ihren Ohren nachhallen. Möge Gott Ihnen vergeben, was Sie getan haben, nicht nur mir angetan haben, sondern dem geliebten Russland und seinem Volk.“ (AFP)

Ob dieser Brief nun wirklich von Litwinenko stammt, ist nicht mit absoluter Sicherheit zu sagen. Natürlich könnte der Brief auch vom Vater erfunden worden sein. (Wikipedia)

9. FAZIT

Das Problem am Fall Litwinenko ist das sich nicht wirklich ein Fazit ziehen lässt. Würde man nun ein Fazit ziehen und eine These als richtig anerkennen, so würde man Partei ergreifen, da keine Seite bewiesen ist. Jedoch denke ich wird dieses Referat gezeigt haben welche entscheidende Rolle Russland hat und zeigt das Russland möglicherweise noch nicht so demokratisch ist und denkt; wie es eigentlich sein sollte. Bei den Quellenangaben in den Klammern war es sehr schwer die Passagen genau zu finden, da der meiste Teil des Referats auf Erinnerungen aus gelesenen Berichten besteht. Aufgrund der vielen Zeitungsmeldungen die auch nicht rauszunehmen waren ist die Seitenanzahl des Referats sehr groß. Jedoch hätte eine Kürzung des Referats eventuell die Tatsachen verdreht.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656223320
ISBN (Buch)
9783656226154
Dateigröße
801 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191617
Note
2
Schlagworte
Russland Litwinenko Russischer Geheimdienst

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Titel: Eine Analyse über den Tod Litwinenko’s und die Rolle Russlands und der Presse daran nach neuesten Erkenntnissen