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Der Weg in die Weiterbildungsgesellschaft

Eine Einführung

Seminararbeit 2011 12 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einsendeaufgabe 1 - Selbstgesteuertes Lernen im Lebenslauf
Aufgabenteil 1 - Bildungspolitische Hintergründe
Aufgabenteil 2 - Lerntheoretische Hintergründe

Einsendeaufgabe 2 - Heimlicher Lehrplan

Einsendeaufgabe 3 - Basispositionen zu Weiterbildung
A. Arbeitgeberverbände
B. Gewerkschaften
C. Weiterbildungsträger

Einsendeaufgabe 4 - Rebellisches Element der Weiterbildung

Literaturverzeichnis

Einsendeaufgabe 1 - Selbstgesteuertes Lernen im Lebenslauf(zu EB 0210)

Aufgabenteil 1 - Bildungspolitische Hintergründe

Die im Aufgabenteil beschriebene Weiterbildungseinrichtung muss sich auf die verän­derten Bedingungen der postmodernen Weiterbildungsgesellschaft einstellen. Die er­forderlichen finanziellen Mittel sind ihr bewilligt worden. Die Herausforderung besteht in der Entwicklung von zeitgemäßen Lehrangeboten für eine noch zu entdeckende Kund­schaft, die aus Erwachsenen besteht - diese Erwachsenen sind aufgefordert und wer­den teilweise dazu gedrängt, sich weiterzubilden. In diesem Zusammenhang ist die Weiterbildungseinrichtung gefordert, zu einer „lernenden Organisation“ zu werden (vgl. für das Konzept Müller-Commichau, 2011, 73 ff.) und sich den gesellschaftlichen Ent­wicklungen anzupassen, um die erforderlichen Angebote zu machen und ökonomisch erfolgreich zu sein.

Von entscheidender Bedeutung dabei ist, dass Erwachsenen zu 80% informell lernen (Livingstone, 1999, S. 78, zitiert nach Arnold, 2010, S. 11) und Lernstile individuell unterschiedlich sind. Die große Herausforderung liegt daher in einer Gestaltung eines Lehrangebots, das alle „Eingangskanäle“ der Erwachsenen anspricht, ganz im Sinne einer „konstruktivistischen Ermöglichungsdidaktik“ nach Horst Siebert (Siebert, 2011, S. 1 ff.). Anzustreben ist daher ein Angebot für selbstgesteuertes Lernen, wobei der Dozent eher Trainer/Coach, also Lernbegleiter und Lernberater der Erwachsenen ist (für das Konzept Müller-Commichau, 2011,S.85 ff.).

Jürgen Habermas erkannte einen Zusammenhang (eine Balance) „zwischen perso­naler und sozialer Identität“, die sog. „Ich-Identitäten“ (Arnold, 2010, S. 3), die mit ei­genen Worten beschrieben einerseits der persönliche Lebenslauf (die individuelle Le­bens- und Bildungsgeschichte enthält) sowie die verschiedenen Rollen enthält (z.B. Freund, Ehegatte, Kind und Vater, Chef und Mitarbeiter, Kollege und Sportkamerad/­Mitspieler), die das Individuum in der Gesellschaft spielt. Insofern ist Bildung im Le­benslauf in der Dualität vorhanden - einerseits im einzelnen Menschen (dem Individu­um) und gleichzeitig in der Gesellschaft, in der das Individuum zahlreiche unterschied­liche Rollen ausfüllt. Außerdem besteht eine Dualität zwischen dem „Verschwinden hinter den amtlichen Belegen“ (z.B. den Hochschulabschlusszeugnissen) und der „Au­tonomie“ eigenständiger Lebensführung (Arnold, 2010, S. 3), z.B. in der Rolle als ab­hängiger Arbeitnehmer und gleichzeitig Wissenschaftler oder Publizist (durch die Ver­öffentlichung von Texten). Durch die Weiterbildung des Individuums wird die Gesel­lschaft zukünftig eher in die Lage versetzt, die großen Herausforderungen und erfor­derlichen Wandlungen zu bestehen (Fachkräftemangel, Wirtschaftskrise, Abkehr vom Erdöl als Energiequelle, Klimakatastrophe, etc.). Der Einzelne kann und muss durch in­dividuelle Weiterbildung versuchen, Schritt zu halten und seinen Beitrag zu leisten.

„Als das subtil wirksame Integrationsprogramm der Gesellschaft“ (Arnold, 2010, S. 4) kann der Lebenslauf dann wahrgenommen werden, wenn gesellschaftliche Anforder­ungen (z.B. immer schnellere technische Entwicklung, Globalisierung und Internationa­lisierung, Flexibilisierung bei Arbeitsabläufen, uvm.) befriedigt werden sollen und daher Gesellschaftsmitglieder deutlich anpassungsfähiger und gebildeter sein müssen, als in vergangenen Dekaden.

Das „lebenslange Lernen“ wird so nicht nur zur Modeerscheinung, sondern zur bil­dungspolitischen Voraussetzung fürden Erfolg der postmodernen Gesellschaft.

Die bildungspolitische Leitlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (in der Folge BMBF) stellt sich auf der Homepage des BMBF so dar, dass „das Lernen im Lebenslauf [...] zu den großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen [gehört]. Die Verwirklichung des Lernens im Lebenslauf ist entscheidend für die Pers­pektive des Einzelnen, den Erfolg der Wirtschaft und die Zukunft der Gesellschaft“ (BMBF ohne Datum, zitiert nach Arnold, 2010, S. 5).

Dabei soll Bildung wichtig für die „wirtschaftliche Dynamik“ sein und „persönliche Aufstiegschancen“ erschließen (BMBF ohne Datum, zitiert nach Arnold, 2010, S. 5). Einerseits ist Bildung wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Men­schen. Andererseits benötigt die Wirtschaft flexible, gut ausgebildete, geistig aktive Mit­arbeiter, was angesichts der Überalterung der Gesellschaft in Deutschland schwierig ist und immer schwieriger wird. Schließlich soll Bildung auch Aufstiegschancen für den Einzelnen bieten. Ob das tatsächlich so ist, muss dahingestellt bleiben. Bildung ist und bleibt jedoch die Voraussetzung für beruflichen Erfolg und Anpassungsfähigkeit. Diese Weiterbildung für Erwachsene sollte der Träger anbieten und sein Programm ent­sprechend ausrichten - mit Angeboten für Allgemeinbildung und berufliche Weiterbil­dung.

Aufgabenteil 2 - Lerntheoretische Hintergründe

Wissen und Wissenschaft sind nach einer Arbeitsthese „sprachgebundene“ Unterfan­gen. Diese These ist zu bejahen, da komplexes menschliches Handeln ohne Sprache und Versprachlichung der Gedanken nicht möglich ist. Selbstverständlich sind einfache Handlungen möglich (z.B. Nahrungsaufnahme, Sexualität, Sport, Handarbeit, TV-Se- hen, Internet-Spiele) aber komplexere soziale Interaktion ist immer auch von Abstim­mung und Mitteilung der einzelnen Individuen abhängig. Wissen muss vermittelt und weiter gegeben werden. Bereits in „präguttenbergischen“ Gesellschaften der Mensch­heitsgeschichte bis hin zum Mittelalter in Europa erfolgte diese „narrative“ Weitergabe (also sprachliche Weitergabe durch Erzählungen der Alten an die Jungen), z.B. in Stämmen und Sippen, später durch Frontalunterricht in sog. „Klosterschulen“ (vgl. Arnold, 2010, S. 78). Noch heute leben Menschen in primitiveren Gesellschaften ohne Schulbildung und mit nur narrativer Wissensweitergabe, z.B. Teile der Tuareg in der af­rikanischen Sahara (Gwin, 2011, S. 142) obwohl auch diese Gesellschaften nach einer Primärausbildung in Grundschulen streben.

Im primären bis quartären Sektor der Bildung (vgl. Müller-Commichau, 2011, S. 2) her­rscht noch immer der Frontalunterricht und die „Wissensmast“ von vorne vor (vgl. Ar­nold, 2010, S. 16).

Seit der Erfindung des Buchdrucks wird Wissen mehr und mehr auch in Form von geschriebenen Aufzeichnungen und neuerdings in Form des Internets verbreitet - beides sind Formen von Sprache.

Wissenschaft ist nur über die schriftliche Aufzeichnung von Ergebnissen und deren Verbreitung - wiederum über Sprache in Druckform oder Vorlesungen möglich. Die These ist somit unbedingt zu bejahen.

Erschreckend ist in diesem Zusammenhang das „Bildungsversager“ und „Bildungsferne Bevölkerungsschichten“ häufig ein Problem mit der Sprache im Unterricht haben - diese ist jedoch Grundvoraussetzung für die Vermittlung und Aufnahme von höherer Bildung - anders sieht es in bestimmten Bereichen der beruflichen Bildung aus, da diese oft handwerklichen Tätigkeiten noch nach altbewährtem Muster durch Vor­machen und Nacharbeiten (und dem einhergehenden Erleben) gelehrt werden (vgl. Arnold, 2010, S. 21 ff.).

Als Beispiel für Wissen wird in betrieblichen Weiterbildungen ein Dozent engagiert, der frontal den Unterricht leitet (mündlich, mit Bildern oder Präsentationen) und gleichzeitig die Wortbeiträge der Teilnehmer moderiert und damit steuert. Rückfragen aus dem Teilnehmerkreis ermöglichen Diskussionen und Interaktionen, unterstützt wird der Lernerfolg durch Gruppenarbeit und nachfolgende Präsentationen an Flipcharts oder am Metaplan, Handouts und gedruckte Seminarunterlagen runden die theoretischen Unterlagen in Richtung des Lernerfolgs ab. Der Dozent wird mehr als Lernbegleiter der Gruppe (häufig Trainer oder Coach genannt) tätig. In Einzelfällen bietet er Einzelbera­tung (echtes Coaching des Individuums) an. Dieses Beispiel ist ohne sprachliche Ver­mittlung des Wissens, der Sachverhalte und der Interaktion sowie der Unterlagen nicht möglich. Auch in der o.g. Weiterbildungseinrichtung ist sprachgebundene Wissens- und Kompetenzvermittlung an Erwachsene erforderlich, z.B. in Unterrichtsräumen, ggf. Fernstudienangeboten mit Präsenzzeiten, o.ä.

Als Beispiel für Wissenschaft sei der Master-Studiengang Erwachsenenbildung an der TU Kaiserslautern genannt: die Prüfungsordnung Erwachsenenbildung (in der Folge PO-EB, zuletzt geändert mit der Veröffentlichung im Staatsanzeiger Rheinland-Pfalz Nr. 27 vom 27. Juli 2009, S. 1286) ist selbstverständlich verschriftlicht, die Studien- und Prüfungsleistungen (§ 7 I PO-EB) umfassen (schriftliche) Einsendeaufgaben (§ 7 II PO- EB), Prüfungsleistungen bestehen aus „schriftlichen Modulprüfungen 'Klausurarbeit I' und 'Klausurarbeit II'“ (§ 7 III PO-EB), aus der schriftlichen Prüfungsarbeit „in Form.

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (Buch)
9783656171140
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191508
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern – Distance and Independent Studies Center (DISC)
Note
Gut bestanden
Schlagworte
Erwachsenenbildung Lebenslanges Lernen Weiterbildungsgesellschaft Positionen zur Weiterbildung Heimlicher Lehrplan Rebellisches Element Gewerkschaften Arbeitgeberverbände

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