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Der Einsatz des interaktiven Whiteboards und dessen didaktischer Stellenwert im Unterricht einer Realschule

Hausarbeit 2011 27 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffliche Grundlegung
1.1 Das interaktive Whiteboard
1.2 Mediendidaktik
1.3 Medienkompetenz unter Berücksichtigung der Bildungsstandards

2 Die Unterstützung von Lehr-Lernprozessen durch das interaktive Whiteboard
2.1 Die Präsentation von Informationen
2.1.1 Das dynamische und interaktive Tafelbild
2.1.2 Die Berücksichtigung von Sinnesmodalitäten
2.2 Möglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung einer Unterrichts-stunde
2.3 Die Förderung der Medienkompetenz durch das interaktive White-board

3 Möglichkeiten des Einsatzes des interaktiven Whiteboards an der befragten Realschule
3.1 Evaluationsmethode
3.2 Ergebnisse der Untersuchung

4 Gesamtreflexion

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

In den letzten Jahren hält das interaktive Whiteboard auch in Deutschland seinen Einzug in die Schulen. Damit wird erneut ein erheblicher Schritt in Richtung computergestützter Unterricht mit digitalen Medien unternommen. Meinungen zu dieser Entwicklung divergieren dabei erheblich. Neben allgemeiner Skepsis macht sich in vielen Schulen ebenfalls Euphorie bereit. So wird das interaktive Whiteboard beispielsweise als „Werkzeugkasten“ beschrieben mit dem „Lehrende [...] in allen Unterrichtsphasen zusätzliche Möglichkeiten [haben], um den Unterricht interessanter, anschaulicher und schließlich effektiver zu gestalten“ (Kohls 2010, S. 7).

Ob und wie das interaktive Whiteboard durch seinen Einsatz den Lehr- und Lernprozess bereichern kann, soll in dieser schriftlichen Arbeit näher betrachtet werden und wird anschließend am Beispiel einer Realschule kritisch überprüft. Nach der APVO-Lehr II liegt die Schwerpunktsetzung dieser schriftlichen Arbeit damit nach Anlage §2 Abs. 1 und §9 Abs. 1 APVO-Lehr im Kompetenzbereich 1, in den Teilbereichen 1.2.3 und 1.2.4.

Da der Fokus der Betrachtung auf den didaktischen Stellenwert des in Deutschland relativ neuen technischen Mediums gelegt wird, richtet sich der Blickpunkt gleichzeitig auf das Gegenstandsfeld der Mediendidaktik. Diese kann als Teilbereich der allgemeinen Didaktik verstanden werden (vgl. Kapitel 1.2) und baut damit auf den formellen, informellen und organisierten Lehr- und Lernprozess auf (vgl. Kron/Sofos 2003, S. 46). Die Mediendidaktik befasst sich hierbei stets mit der Frage, wie das Lernen mit Medien, in diesem Fall mit dem interaktiven Whiteboard, optimiert werden kann. Dabei wird dem Lehr- und Lernprozess eine zentrale Bedeutung beigemessen (vgl. Tulodziecki/Herzig 2004, S. 110).

Um den Einfluss des interaktiven Whiteboards auf den Lehr- und Lernprozess fassen zu können, wird daher nach allgemeinen Begriffsbestimmungen im zweiten Teil der Arbeit untersucht, welche unterstützende Funktion das interaktive Whiteboard im Unterricht einnehmen kann. Dabei sind die Funktionsbereiche der Präsentation, Informationsgewinnung und Planung von entscheidender Bedeutung, um den Mehrwehrt eines Mediums für den Lehr- und Lernprozess zu beurteilen (vgl. Tulodziecki/Herzig/Grafe 2010, S. 124 f.).

Aufgrund der begrenzten Seitenvorgabe in dieser schriftlichen Arbeit kann dabei nur eine exemplarische Betrachtung einzelner Faktoren vorgenommen werden. Daher wird ein Fokus auf Eigenschaften des interaktiven Whiteboards gelegt, welche nach der bisher vorhanden Literatur und Untersuchungen einen besonderen Mehrwert im Vergleich zu anderen Medien aufweisen (vergleiche Kapitel 2) und unter mediendidaktischer Perspektive die Vermittlungsproblematik von Wissen erleichtern soll. Dafür werden folgende Themenfelder untersucht:

1. Eigenschaften zur Präsentation von Informationen (siehe 2.1)
2. Möglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung einer Unterrichtsstunde (siehe 2.2)
3. Förderung der Medienkompetenz (siehe 2.3)

Mit Hilfe dieser theoretischen Überlegungen wird anschließend anhand einer Fragebogenevaluation im dritten Teil der Arbeit der Einsatzbereich des interaktiven Whiteboards am Fallbeispiel einer Realschule ausgewertet.

Abschließend erfolgt im vierten Teil eine kritische Auseinandersetzung der im theoretischen Bereich erarbeiteten Punkte, anhand der erhobenen Daten der befragten Realschule. Das Ziel hierbei ist es, den Stellenwert zur Implementierung des interaktiven Whiteboards unter didaktischem Gesichtspunkt und dessen tatsächlich möglichen Einsatzbereiche besser beurteilen zu können. Dabei wird eine kritische Betrachtung vorgenommen, inwiefern die theoretischen Aspekte zur Optimierung des Lehr-Lernprozesses durch das interaktive Whiteboard am Beispiel der überprüften Realschule bereits umgesetzt werden konnten und wo Probleme bei der Umsetzung bestehen bzw. zukünftig entstehen können.

1 Begriffliche Grundlegung

1.1 Das interaktive Whiteboard

Als interaktive Whiteboards (IWB) oder auch interaktive Tafel, werden Weißwandtafeln bezeichnet, welche mittels Beamer das Bild eines angeschlossenen Computers übermitteln können (onscreen-keyboard). Über diesen, am Whiteboard abgebildeten Computerbildschirm, können je nach Hersteller per Hand oder mit einem speziellen Eingabestift alle Funktionen des Computer am Whiteboard interaktiv gesteuert werden. Die Bedienung des interaktiven Whiteboards beschränkt sich dabei jedoch nicht auf eine alternative Form der Bedienung eines Computers (vgl. Eder 2008, S. 15). Grundlegend wird mit dem interaktiven Whiteboard ermöglicht, auf der berührungsintensiven Fläche wie auf einer herkömmlichen Tafel zu arbeiten, mit dem Unterschied, dass die Erstellung des Tafelbildes nicht auf einer analogen, sondern auf einer digitalen Ebene erfolgt (vgl. Eule/Issing 2005, S. 1). Neben dieser primären Funktionsweise ist der Einsatz des interaktiven Whiteboards durch spezifische Softwareanwendungen der Whiteboard-Hersteller bzw. Drittfirmen im medialen Funktionsumfang stark erweiterbar, woraus sich erst die eigentliche methodisch-didaktische Relevanz des Mediums ergibt (vgl. Kapitel 2; Schlieszeit 2011, S. 115 ff.).

1.2 Mediendidaktik

Die Mediendidaktik ist ein Teilbereich der Medienpädagogik und umfasst nach einer der gängigsten Definitionen von den Autoren Gerhard Tulodziecki und Herzig „[...] den Bereich der Didaktik, in den alle Überlegungen zusammengefasst sind, bei denen es wesentlich um die Frage geht, wie Medien bzw. Medienangebote oder Medienbeiträge zur Erreichung pädagogisch gerechtfertigter Ziele gestaltet und verwendet werden können bzw. sollen“ (Tulodziecki/Herzig 2010, S. 249). Die Mediendidaktik ist damit also eine Teildisziplin der Didaktik, welche sich mit Funktionen und Wirkungen von Medien im Lehr- und Lernprozess befasst (vgl. Issing 1987, S. 25).

Zum tieferen Verständnis muss hierzu ebenfalls der Begriff „Medien“ aus pädagogischer Sicht näher präzisiert werden. Denn erst hierdurch wird möglich, spezifische Merkmale medialer Erfahrungen von anderen Erfahrungsformen abzugrenzen (vgl. Tulodziecki/Herzig 2004, S. 13). Medien werden daher in der folgenden Arbeit nach Tulodziecki/Herzig als „Mittler verstanden, durch die in kommunikativen Zusammenhängen potenzielle Zeichen mit technischer Unterstützung übertragen, gespeichert, wiedergegeben, angeordnet oder verarbeitet und in abbildhafter und/oder symbolischer Form präsentiert werden“ (ebenda, S. 18).

1.3 Medienkompetenz unter Berücksichtigung der Bildungsstandards

Der Gebrauch des Begriffs Medienkompetenz wird sowohl in der Umgangssprache als auch in Diskussionen und Literatur in verschiedenen Zusammenhängen verwendet und erhält durch eine häufig unscharfe Abgrenzung eine ungewollte Mehrdeutigkeit (vgl. Sutter/Charlton 2002, S. 129). Auch im Bereich der bundesweiten Bildungsstandards wurde bisher keine einheitliche Begriffsspezifizierung der Medienkompetenz vorgenommen. Zwar enthalten die Bildungsstandards einzelner Fächer bereits Anforderungen an die Medienbildung, jedoch können diese nur als ein Teilbereich der Medienkompetenz angesehen werden. Gleichwohl gib es erste Diskussionspapiere sowie Konzepte zu Kompetenzmodellen und Standards im Bereich der Medienbildung, welche jedoch auf unterschiedlichen Definitionen von Tulodziecki oder Moser aufbauen (vgl. Hauf-Tulodziecki/Wilholt-Keßling 2010, S. 9).

Bezogen auf den direkten schulischen Kompetenzerwerb wird daher in dieser Arbeit auf die Definition des „Niedersächsischen Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung“ Bezug genommen, welche den Begriff Medienkompetenz wie folgt präzisiert:

„Schülerinnen und Schüler müssen [...] in der Lage sein, ihre Lernergebnisse mit Hilfe von Medien sach-, adressaten- und situationsgerecht darzustellen. Der hohe Stellenwert des Bereichs 'Kommunikation und Präsentation' ist also eng mit der Forderung nach einer veränderten Lernkultur verbunden“ (Wagner 2008, S. 8).

Der Begriff „Kompetenz“ macht in dieser Verwendung deutlich, dass der Bildungserwerb dabei wie in der gesamten Kompetenzvermittlung nicht am Input der Lehrpläne gemessen werden soll, sondern am Output der Schülerleistung. Aufgrund dieser Prämisse wurden in ersten Fächern nach diesem Konzept Bildungsstandards unter dem Aspekt der Medienkompetenz realisiert (vgl. Moser 2010, S. 244, f.).

2 Die Unterstützung von Lehr-Lernprozessen durch das interaktive Whiteboard

Der Einsatz des interaktiven Whiteboards im Schulunterricht bringt eine Vielzahl von didaktisch-methodischen Möglichkeiten mit sich, welche bisher durch kein anderes Medium erreicht werden konnten. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die sinnvolle Implementierung des IWBs für die gesamte Klassengemeinschaft alle bisherigen Medien wie Tafel, Overheadprojektor, Ton- und Bildabspielgeräte, Landkarten etc. in einem Gerät ersetzen kann (vgl. Schlieszeit 2011, S. 13). Doch das interaktive Whiteboard ist dabei mehr als die Summe der Medien, die es vereint. Vor allem die Software des Mediums schafft neue Möglichkeiten, den Lehr- und Lernprozess im Unterricht in einer Form zu unterstützen, welche vorher nur schwer oder gar nicht umsetzbar war.

Im Folgenden wird eine Auswahl des möglichen Einsatzbereiches des IWBs zur Förderung des Lehr-Lernprozesses vorgestellt, welche innerhalb der bisherigen Fachliteratur eine primäre Bedeutung beigemessen wird.

[...]

Details

Seiten
27
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656161424
ISBN (Buch)
9783656161363
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191366
Institution / Hochschule
Studienseminar für das Lehramt an Schulen, Verden
Note
1,0
Schlagworte
Whiteboard Activeboard Promethean interaktives whiteboard e-learning elearning

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Titel: Der Einsatz des interaktiven Whiteboards und dessen didaktischer Stellenwert im  Unterricht einer Realschule