Lade Inhalt...

Die Funktionsweise der funktionalen Syntax

Seminararbeit 2011 12 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Funktion der Sprache

3 Die funktionale Syntax
3.1 Das Symbol- und Zeigfeld
3.2 Satzmodus

4 Fazit – Die Funktion der funktionalen Syntax

5 Literatur

1 Einleitung

Der Begriff der Syntax stammt aus dem griechischen und bedeutet die Lehre vom Satzaufbau. Die Aufgabe der Syntax ist es, die Sprachregelung sowie die Verständigung durch die Folge von Zeichen eindeutig zu bestimmen (vgl. Lipinski, 2011, S.1). Das syntaktische Regelwissen stellt demnach eine zentrale Komponente der menschlichen Sprachfähigkeit dar (vgl. Weissenborn, 2000, S. 63). Dies wird auch daran deutlich, dass Kinder schon mit ca. 18 Monaten beginnen syntaktische Strukturen zu bilden (vgl. Schulz, 2007, S. 82). Die ersten syntaktischen Versuche der Kinder bestehen zwar zunächst lediglich aus Zweiwortäußerungen, wie Hund bellt, diese ermöglichen es den Kindern aber dennoch sich mit anderen Menschen zu verständigen. Weitere Kenntnisse im Bereich der Syntax erwerben die Kinder dann bis zum achten Lebensjahr (vgl. ebd).

Der korrekte Erwerb syntaktischer Strukturen ist also schon früh wichtig, da diese die Grundlage für eine differenzierte Ausdrucksfähigkeit bilden. Doch nicht nur die Fähigkeit syntaktisch korrekt zu sprechen, sondern auch der Begriff der Syntax ist durchaus Bestandteil des alltäglichen Lebens. Anders sieht es dagegen mit dem Begriff der funktionalen Syntax aus. Die funktionale Syntax fand im Gegensatz zu der formalen Syntax erst spät die Aufmerksamkeit der Sprachwissenschaftler, wodurch sie in der Öffentlichkeit bisher wenig Beachtung erfahren hat (vgl. Welke, 2002, S. 5).

Anhand der Seminararbeit soll der Begriff der funktionalen Syntax dargestellt werden. Dazu wird im Folgenden die Frage aufgegriffen, welche Funktion der funktionalen Syntax in der Sprachwissenschaft zugeschrieben wird. Die Seminararbeit ist wie folgt gegliedert:.

Um die Grundlage für die Thematik zu schaffen, wird zunächst die Funktion der Sprache im Allgemeinen erläutert. Diese ist von Bedeutung, da die Funktion der funktionalen Syntax an diesen Punkt anknüpft und daher für die folgenden Ausführungen zur funktionalen Syntax benötigt wird.

Kapitel drei bezieht sich dann konkret auf die Funktion der funktionalen Syntax. Zunächst wird der Begriff der funktionalen Syntax definiert, um dann auf weitere Einzelheiten der funktionalen Syntax eingehen zu können. Zum Schluss werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

2 Funktion der Sprache

Das Wort Sprache wird im Alltag für viele verschiedenen Phänomene verwendet (vgl. Smirnova und Mortelsmann, 2010, S. 1). So gibt es die Sprache des Herzens, die Fach- und Computersprachen und auch die Sprache der Tiere. Vor allem wird unter dem Begriff Sprache jedoch eine besondere Form der Interaktion verstanden (vgl. ebd.). Doch was genau macht die Sprache aus?

Sprache ermöglicht nicht nur einen Austausch darüber, was in der Welt geschieht, sondern koordiniert auch das Handeln der Menschen. Über die Sprache werden Kenntnisse erweitert, Meinungen mitgeteilt und Gefühle ausgedrückt (vgl. Zifonun et al., 1997, S. 99). In der Sprachwissenschaft wird die Sprache daher als das bezeichnet, was allen Menschen gemeinsam ist und sie wiederum von den Tieren unterscheidet (vgl. ebd.). Denn „Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen“ (Lyons, 1992, S. 13).

Diese Definition beinhaltet, die von Ferdinand de Saussure eingeführten Begriffe der Langage und der Langue. Die Sprachfähigkeit, Langage, ist eben die Fähigkeit, die Mensch und Tier von einander unterscheidet. Und unter der Langue wird Sprache als abstraktes Sprachsystem gefasst, dass den Menschen ermöglicht untereinander zu kommunizieren (vgl. Kessel, 2008, S. 136). Demnach ist Sprache das Werkzeug zur Kommunikation. Sprache hat also den Zweck, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, um sich austauschen, informieren oder auch beeinflussen zu können (vgl. Smirnova und Mortelsmann, 2010, S. 4). Die Sprache ist das Medium der menschlichen Kommunikation. Interpersonale, soziale und kognitive Bedürfnisse der Menschen werden durch das Kommunikationsmittel Sprache erfüllt und motiviert (vgl. a.a.O., 2010, S. 2).

Karl Bühler hat 1934 in seinem Organon[1] -Modell von der Sprache als Werkzeug gesprochen. Die Sprache ist für Bühler mit dem Werkzeug verwandt, da auch sie zu den Geräten des Lebens gehört, wie das dingliche Geräte (vgl. a.a.O., 2010, S. 5). Und auch Ludwig Wittgenstein verglich den

Wortschatz eines Menschen mit einem Werkzeugkasten – „So verschieden die Funktionen dieser Dinge, so verschieden sind die Funktionen der Wörter (vgl. ebd.).

Nach dem Organon-Modell sind beim Sprechen immer drei Elemente beteiligt, die über das sprachliche Zeichen, also die sprachliche Äußerung, in Bezug zueinander stehen. Diese sind der Sender, der Empfänger und das Objekt der sprachlichen Äußerung. Und eben die Objekte sind Anlass der Kommunikation zwischen Sendern und Empfängern (vgl. Biermann und Schurf, 1999, S. 92). Neben dem Objekt ist nach Bühler in jeder sprachlichen Äußerung auch eine Intention des Sprechers vorhanden. Demnach gibt es immer einen Grund, warum gerade kommuniziert wird. Die sprachliche Äußerung hat dabei je nach Intention des Sprechers eine der drei folgenden Funktionen: Die Darstellungsfunktion, die Ausdrucksfunktion und die Appellfunktion (vgl. Kessel und Reimann, 2008, S. 134). Das bedeutet, dass die Intention des Sprechers darüber entscheidet, welche der genannten Funktionen bei der getätigten Äußerung überwiegt.

[...]


[1] griech. organon ,Werzeug' (Kessel und Reimann, 2008, S. 134).

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656160045
ISBN (Buch)
9783656160823
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v191229
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
gut bestanden
Schlagworte
Syntax Sprachwissenschaft funktional Bühler Symbolfeld

Autor

Zurück

Titel: Die Funktionsweise der funktionalen Syntax