Lade Inhalt...

Vereinbarkeit von Familie und Studium

Elternschaft während der Studienzeit - eine Alternative?

Hausarbeit 2011 54 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einführung
1.1 Definition des Familienbegriffs
1.2 Familie im Wandel und Rolle der Frau

2. Problemstellung der Vereinbarkeit von Studium und Familie
2.1 Ausgangslage
2.2 Dilemma studierender Eltern
2.3 Soziodemografische Merkmale studierender Eltern
2.3.1 Anteil und Anzahl Studierender mit Kind
2.3.2 Alter der Studierenden mit Kind
2.3.3 Familienstand mit Anzahl und Alter der Kinder
2.3.4 Erwerbstätigkeit und familiale Arbeitsteilung
2.4 Studiensituation mit Kindern
2.4.1 Möglichkeiten und Formen der Kinderbetreuung
2.4.2 Zeitverwendung für das Studium
2.4.3 Auswirkungen auf den Studienverlauf von studierenden Eltern

3. Wie ist Zufriedenheit zu erreichen?
3.1 Kinderbetreuung und Wohnsituation
3.2 Umbau der Studienorganisation
3.3 Maßnahmen zur Finanzierung von Elternschaft und Studium

4. Kritische Betrachtung und Ausblick

Anlagenverzeichnis

A1 Armutsrisikoquote nach Kinderzahl 1998 und 2008

A2 Bildungsbeteiligung der Mütter

A3 Kinderwunsch nach Alter der Studierenden

A4 Anteil Studierender mit Kind nach Geschlecht in Prozent

A5 Anteil und biografische Daten studierender Eltern

A6 Studierende im Erststudium mit und ohne Kind nach Alter

A7 Anteil Studierender mit Kind nach Alter und Geschlecht

A8 Verteilung studierender Väter und Mütter nach dem Familienstand in Prozent für das Jahr 2000

A9 Familienstand Studierender mit Kind nach Geschlecht

A10 Familienstand und Elternschaft 2009 aller Studierenden

A11 Alter und Familienstand Studierender mit Kind

A12 Studierende mit Kind mit erwerbstätigem Partner

A13 Anzahl der Kinder nach Geschlecht und Familienstand der studierenden Eltern

A14 Alter des (jüngsten) Kindes

A15 Erwerbstätigenquote Studierender mit und ohne Kind

A16 Erwerbstätigenquote Studierender mit Kind nach Alter des (jüngsten) Kindes

A17 Erwerbstätigenquote Studierender mit Kind nach Familienstand

A18 Zeitaufwand für Erwerbstätigkeit und Studium

A19 Zeitbudget und Erwerbstätigkeit Studierender mit Kind

A20 Zeitaufwand für das Studium

A21 Zeitaufwand für Studium und Erwerbstätigkeit nach Familienstatus und Geschlecht

A22 Subjektives Belastungsniveau studierender Eltern

A 23 Erwerbsmotive Studierender mit und ohne Kind im Vergleich

A 24 Studienverlauf Studierender mit und ohne Kind nach Geschlecht

A 25 Gründe für eine Studienunterbrechung

A 26 Verteilung der Studienabbrecher nach Ursachen sowie nach Familienstand und Elternschaft

A 27 Gründe für einen Hochschulwechsel

A 28 Entwicklung der Studienabbruchquote für Universitäten und Fachhochschulen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Armutsrisikoquote nach Kinderzahl 1998 und 2008

Abbildung 2 Bildungsbeteiligung der Mütter

Abbildung 3 Anteil Studierender mit Kind nach Alter und Geschlecht

Abbildung 4 Verteilung studierender Väter und Mütter nach dem Familienstand

Abbildung 5 Alter des (jüngsten) Kindes

Abbildung 6 Erwerbstätigenquote Studierender mit und ohne Kind

Abbildung 7 Erwerbstätigenquote Studierender mit Kind nach Alter des

Abbildung 8 Zeitaufwand für Studium und Erwerbstätigkeit nach Familienstatus und Geschlecht

Abbildung 9 Entwicklung der Studienabbruchquote für Universitäten und Fachhochschulen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Kinderwunsch nach Alter der Studierenden

Tabelle 2 Anteil Studierender mit Kind nach Geschlecht in Prozent

Tabelle 3 Anteil und biografische Daten studierender Eltern

Tabelle 4 Studierende im Erststudium mit und ohne Kind nach Alter

Tabelle 5 Familienstand Studierender mit Kind nach Geschlecht

Tabelle 6 Familienstand und Elternschaft 2009 aller Studierenden

Tabelle 7 Alter und Familienstand Studierender mit Kind

Tabelle 8 Studierende mit Kind mit erwerbstätigem Partner

Tabelle 9 Anzahl der Kinder nach Geschlecht und Familienstand der studierenden Eltern

Tabelle 10 Erwerbstätigenquote Studierender mit Kind nach Familienstand

Tabelle 11 Zeitaufwand für Erwerbstätigkeit und Studium

Tabelle 12 Zeitbudget und Erwerbstätigkeit Studierender mit Kind

Tabelle 13 Zeitaufwand für das Studium

Tabelle 14 Subjektives Belastungsniveau studierender Eltern

Tabelle 15 Erwerbsmotive Studierender mit und ohne Kind im Vergleich

Tabelle 16 Studienverlauf Studierender mit und ohne Kind nach Geschlecht

Tabelle 17 Gründe für eine Studienunterbrechung Z

Tabelle 18 Verteilung der Studienabbrecher nach Ursachen sowie nach Familienstand und Elternschaft

Tabelle 19 Gründe für einen Hochschulwechsel

Es gilt das aktuelle Abkürzungsverzeichnis des Duden.

1. Einführung

In Deutschland findet ein starker demografischer Wandel statt, der durch eine Überalterung der Gesell- schaft u.a. aufgrund niedriger Geburtenraten geprägt ist. Dem Gegenüber steht ein hoher Fachkräfte- mangel, denn trotz steigender Anzahl junger Akademiker, kann der Bedarf der Unternehmen an qualifi- zierten Fachkräften nicht gedeckt werden. Die Nachfrage wird durch die abnehmende Geburtenzahl zukünftig noch verstärkt. (BMFSFJ 2010a, S. 27) Besonders bei Akademikern ist festzustellen, dass sie ihren Kinderwunsch nur selten während des Studiums oder der anschließenden Berufseinstiegsphase verwirklichen. 40% der 35- bis 39-jährigen Akademikerinnen bleiben sogar (un-)gewollt kinderlos.1 Denn durch die Geburt eines Kindes wird sich ein Elternteil verstärkt um die Erziehung des Kindes kümmern, wodurch sich das Studium dementsprechend verzögert oder gar abgebrochen wird bzw. bei Erwerbstätigkeit finanzielle Einbußen zu erwarten sind. Die Brisanz dieses Themas zeigt sich beson- ders durch das steigende Armutsrisiko mit zunehmender Anzahl der Kinder2. Folglich wird derzeit neben der aktuellen Debatte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Problemstellung der Verein- barkeit von Familie und Studium diskutiert. Die Benachteiligung durch die Erziehungsaufgaben, die nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen werden, findet im Rahmen der sozialen Gleichstel- lung zwischen Mann und Frau Einzug in die Debatte.3 Denn angesichts eines zeit- und kostenintensi- ven Studiums stehen v.a. Frauen vor der Entscheidung zwischen Studium mit anschließender Karriere einerseits und Familie mit Kindern anderseits. Bisher gibt es kaum wissenschaftliche Studien, die die Motive von Akademikern untersuchen, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden. (Kurscheid 2005, S. 1 u. 59 ff.; BMFSFJ 2004, S. 2 f. und Gerlach 2010 51 ff. sowie Cornelißen et al. 2005, S. 7 f.)

Aufgrund der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Bedeutung dieses Themas werden im Rahmen dieser Arbeit die Gründe für die geringe Verwirklichung des Kinderwunsches von Studenten hinsichtlich des Spannungsfeldes zwischen Selbstverwirklichung, Karriere und Wohlstand und der Realisierung von Familie mit Kindern untersucht und Lösungsansätze aufgezeigt. Mit Blick auf die soziale Gleichstellung und Bildungsbeteiligung der Frau, wird der Fokus auf studierende Mütter im Vergleich zu ihrer Umwelt gelegt. Demgemäß wird nach einer kurzen Begriffsbestimmung, der soziale Wandel der Familie und die Rolle, die dabei die Frau einnimmt, skizziert. Der Hauptteil dieser Arbeit besteht aus den Punkten 2 und 3. Im ersten Teil wird hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Unter- schiede nach einer Einführung in die komplexe Problemstellung, auf sozialdemografische Merkmale studierender Eltern eingegangen, bevor die Herausforderungen, vor denen Eltern während des Studi- ums stehen, im Speziellen erläutert werden. Im anschließenden Punkt 3 wird untersucht, welche Rah- menbedingungen bzw. Maßnahmen unterstützend wirken, um den Anforderungen von Studium und Familie nachkommen zu können. Der Schlussteil rundet die Arbeit mit einem kritischen Fazit und Ausblick ab.

1.1 Definition des Familienbegriffs

Aus soziologischer Sicht wird Familie4 als "Lebensgemeinschaft von Erwachsenen, die sich der Erzie- hung von Kindern und Jugendlichen widmet" verstanden (Schäfers, 2004, S. 114). Gerlach fügt hinzu, dass sich Familie „ als historisch bedingte Sozialform, die sich sowohl im Hinblick auf ihre Beziehungs- und Funktionsstruktur als auch in Bezug auf ihr Stellung zu der sie umgebenden Gesellschaft im Zu- sammenhang des sozialen Wandels als höchst variable gesellschaftliche Institution erwiesen “ habe (Gerlach, 1996, S. 20). Daran anknüpfend beschreibt Schulz-Nieswandt diese Institution als „ Patch- work-Muster " (Schulz-Nieswandt. 2004, S. 14). Gemeint sind die vielfältigen Familienstrukturen der heutigen Zeit,5 die sich zum einen auf die Erziehung der Kinder konzentrieren und zum anderen zweckorientierte Partnerschaften ausmachen.6

1.2 Familie im Wandel und Rolle der Frau

Die traditionellen Vorstellungen aus dem 18. Jhrd. über die Struktur der „deutschen“ Familie nehmen noch bis in die heutige Zeit Einfluss auf das Leben moderner Familien. Die patriarchale Familienstruk- tur, bei der der Mann die Entscheidungen trägt, erwerbstätig ist und die Familie nach außen hin vertritt, während die Frau sich den häuslichen Aufgaben und der Kindererziehung widmet, wird über lange Zeit durch die Sozial- und Familienpolitik7 gestärkt, vonseiten des Rechts gestützt und von der Gesellschaft als „normale“ Institution akzeptiert. (Opielka, 2004, S. 120, zitiert in: Kurscheid 2005, S. 10 f.)

Jedoch beginnen Frauen, sich gegen ihre Benachteiligung durch die patriarchalische Gesellschaftsord- nung zu wehren und erreichen 1949 die Gleichberechtigung vor dem Gesetz.8 Dennoch sind Frauen bis in die 60er Jahre sehr in die Familienarbeit eingebunden und nur in Ausnahmefällen erwerbstätig. Angestoßen durch Frauen- und Studentenbewegungen einerseits, die sich gegen Ungerechtigkeiten und starre Rollenbilder und für die Umsetzung der Gleichstellung der Frau9 einsetzen und wirtschaftli- che sowie politische Veränderungen andererseits, nehmen Frauen mit der Zeit stärker an der Erwerbs- tätigkeit teil, bilden sich fortan weiter und werden infolgedessen selbstständiger und damit unabhängi- ger vom Mann, der zuvor die alleinige Ernährerrolle übernommen hat. (Beck 1990, S. 48) Zudem fördern gesetzliche Reformen10 den Individualisierungsprozess. (Peuckert 2008, S. 229 ff. und Gerlach 2010; S. 113 f.) Im Zuge der zunehmenden Bildungs-11 und Erwerbsbeteiligung12 der Frau entwickelt sich der Begriff "Doppelrolle", denn trotzt ihrer Ausb- bzw. Weiterbildung13 bzw. ihres Berufes bleibt sie bis heute vorwiegend für die Erziehung der Kinder verantwortlich. (Beck 1990, S. 48 und Barabas et al. 2002, S. 246 ff.).

Mit der neuen Rolle der Frau hat sich ein modernes Familienverständnis entwickelt und zu vielfältigen Familienformen führt, die heute nicht unbedingt auf einer Ehe fundieren müssen. Hier hat ein Wandel vom patriarchalischen Familienbild zu einer modernen gemeinschaftlichen Partnerschaft stattgefunden. Sie ist im Vergleich durch vermehrte familiale Arbeitsteilung und beidseitiger Erwerbstätigkeit gekenn- zeichnet. Jedoch finden sich auch heute noch tradierte Rollenverteilungen vor, wie am Beispiel studie- render Eltern im Hauptteil dargestellt wird. (Opielka, 2004, S. 120 und Dienel, 2002, S. 19 f., zitiert in: Kurscheid 2005, S. 8-16)

2. Problemstellung der Vereinbarkeit von Studium und Familie

2.1 Ausgangslage

Obwohl sich der Großteil der Gesellschaft Kinder wünschen, ist die Geburtenrate in den letzten Jahr- zenten stark zurückgegangen. Zudem sind Paare zunehmend älter, wenn sie sich für Kinder entschei- den.14 Auffällig groß ist die Differenz zwischen Kinderwunsch15 und ihrer Realisierung bei Studierenden und Akademikern.16 Es ist bekannt, dass durch die Bildungsexpansion mit einhergehend steigendem Bildungsniveau die Geburtenrate sinkt; jedoch scheint die wesentliche Ursache die fehlende Balance zwischen den verschiedenen Lebensbereichen zu sein. Besonders Frauen mit Hochschulabschluss bekommen häufig keine Kinder und die Anzahl derer, die sich von vornherein gegen Kinder entschei- den, wächst stetig an,17 denn mit steigendem Qualifikationsniveau sind es v.a. Frauen, die vor einer spürbar schwierigen Entscheidung zwischen Familie und beruflichem Einsatz stehen. Bezeichnend ist, in Anbetracht dieser Ergebnisse, dass bei den Frauen der Kinderwunsch mit zunehmenden Alter ab- nimmt, wogegen der bei den Männern deutlich zunimmt. (BMFSFJ 2004a, S. 18 u. 22 f.) (BMFSFJ 2010a, S. 7 u. 10) (Kurscheid 2005, S. 60) Am Beispiel von Studierenden, soll im Folgenden dargelegt werden, warum Frauen und Männer nicht schon im früheren Stadium Kinder bekommen, um somit der Vereinbarungsproblematik zwischen Familie und Beruf auszuweichen.

2.2 Dilemma studierender Eltern

Die geringe Bereitschaft, während des Studiums Eltern zu werden, hängt hauptsächlich von der prob- lembehafteten Situation hinsichtlich der Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft zusammen. Das Ziel, eine Basis für ihre berufliche und damit finanzielle Absicherung zu schaffen, ist durch die Grün- dung einer Familie während des Studiums gefährdet. Denn die Entscheidung für eine Elternschaft ist sehr weitreichend und kündigt eine langfristige Bindung mit hoher Verantwortung an. So erfordert die Erziehung von Kindern eine hohe Einsatzbereitschaft und umfangreiche Fürsorge, wozu neben der persönlichen Betreuung auch die Sicherstellung für erhöhte finanzielle Aufwendungen gehört. Diesbe- züglich erschwert die häufig finanzielle Abhängigkeit von Dritten während des Studiums das Erleben einer befriedigenden Elternschaft. Zudem will die Betreuung der Kinder während der Lernzeiten bzw. der Erwerbstätigkeit sichergestellt werden, was derzeit u.a. aufgrund ungenügender Anzahl an Betreu- ungseinrichtungen problembehaftet ist. (BMFSFJ 2010a, S. 23 und Middendorff 2007, S. 33 f.)

In der Sonderauswertung der 18. Sozialerhebung des DSW von 2007 (Middendorff 2008) wird die angespannte Lage studierender Eltern im Wettbewerb um das Gelingen einer guten Vereinbarkeit aller Lebensbereiche beschrieben. Es wird deutlich, welchen außerordentlichen Risiken18 die Eltern gegenüberstehen, wenn sie Elternschaft und Studium unter den derzeitigen Rahmenbedingungen verbinden wollen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Eltern erhebliche Belastungen tragen müssen, gleichzeitig in ihrem Zeitbudget für alle Lebensbereiche eingeschränkt sind und es folgerichtig zu vermehrten Konflikten führt. (BMFSFJ 2010a, S. 23)

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Gründung einer Familie der Konzentration auf das Studi- um mit einem entsprechend angestrebten erfolgreichen Abschluss entgegensteht und es im Zuge dessen, die Kinderfrage zum größten Teil auf die Zeit nach dem Berufseinstieg verschoben wird, um zunächst eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage für die Familie zu gewährleisten. Dieser Umstand wird durch die Ergebnisse einer Studie des HIS von 200219 belegt, annähernd 2/3 der Studentinnen halten die Familiengründung erst nach einschlägiger Berufserfahrung und einer sicheren Position für angemessen (Middendorff 2003, S. 15). Allerdings sei angemerkt, dass auch im Berufsleben nach dem richtigen Zeitpunkt gesucht wird. Dies hängt wiederum mit den jeweiligen potenziellen Risiken zusam- men. Denn das Ziel, nach der langen Studienzeit eine gute Position zu erreichen, wird durch die Geburt eines Kindes unterbrochen. Darüber hinaus bestehen neben finanziellen Einbußen in dieser Zeit Unsi- cherheiten, die berufliche Laufbahn, planungsgemäß weiterführen zu können. Dieses wird v.a. neben den Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt mit der Vereinbarkeitsproblematik von Elternschaft und Beruf argumentiert, die ebenfalls hauptsächlich durch die mangelnden Betreuungsmöglichkeiten entsteht. (BMFSFJ 2004a, S. 18 ff.; BMFSFJ 2010a, S. 8 ff. u. 27 und Ochel 2006, S. 7)

Dies gilt hauptsächlich für Frauen, die heute nicht mehr durch den Ehepartner langfristig abgesichert sind, sondern eigenständig und damit auf eine adäquate Berufstätigkeit angewiesen sind. Allerdings kümmern sich nach wie vor hauptsächlich die Frauen um die Erziehung der Kinder und den Haushalt, was eine hohe Belastung bedeutet. Zudem sind heutzutage die Ansprüche hinsichtlich der Erziehung der Kinder deutlich gestiegen, was besonders Akademiker daran hindert, neben einen anspruchsvollen und zeitaufwendigen Beruf Verantwortung für Kinder übernehmen zu wollen. (BMFSFJ 2004a, S. 19 ff.)

2.3 Soziodemografische Merkmale studierender Eltern

Im Vergleich zu Studierenden ist die Situation studierender Eltern geprägt von vielfältigen Anforderun- gen auf unterschiedlichen Ebenen. So sind mit Kindern die Lebenshaltungskosten, wie z.B. der Wohn- situation, der Lebensführung und den zusätzlichen Betreuungskosten um ein vielfaches höher. Grund- legendes Ziel ist somit die finanzielle Absicherung der Familie durch eine Erwerbstätigkeit zu gewähr- leisten und diese mit den Erziehungsaufgaben zu vereinbaren. Zusätzlich ist Zeit für das Studium zu finden. Dies bedeutet für sie, dass sie ihr Leben stark organisieren und effizient mit dem vorhandenen Zeitbudget umgehen müssen. In wiefern sie den umfangreichen Verpflichtungen gerecht werden können, hängt neben der familialen Situation zu einem erheblichen Teil von den Betreuungsmöglichkei- ten der Kinder ab. (BMFSFJ 2004, S. 15 f.)

Um die Lage der studierenden Eltern darstellen zu können, werden zunächst die sozialstrukturellen Faktoren hinsichtlich der Familienform, der Aufteilung von Erwerbstätigkeit einschließlich ihrer Einkommenssituation und der familialen Arbeitsteilung (Erziehungsaufgaben und Haushaltspflichten) beleuchtet. Anschließend wird auf die Betreuungssituation der Kinder eingegangen und das Studierverhalten bzw. -verlauf aufgezeigt.

2.3.1 Anteil und Anzahl Studierender mit Kind

Um einen relativ sicheren Arbeitsplatz mit einem verhältnismäßig guten Gehalt zu erhalten, wird von jungen Menschen im Vorwege eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Sie zielen darauf ab, eine adäquate persönliche Entwicklung und Vorbereitung für einen Beruf mit mehr Verantwortung und Eigenständigkeit zu erlangen, als es vergleichsweise ein Beruf ohne akademischen Grad erfordert. (BMFSFJ 2010a, S. 23)

Mit diesem Motiv haben im Studienjahr 2009 423.400 Personen ein Hochschulstudium begonnen, knapp 7% mehr als im Vorjahr.20 (Statistisches Bundesamt 2009) Hinsichtlich der Geschlechterfrage war die Anzahl der weiblichen und männlichen Studienanfänger ausbalanciert. Während ebenfalls die Anzahl aller Studenten in Deutschland allein in 3 Jahren von knapp 2 Mio. im Jahre 2006 auf 2,1 Mio. in 2009 angewachsen ist, hat sich der Anteil studierender Eltern21 um zwei Prozentpunkte von 7% auf 5% verringert.22 Im Erststudium ist jedoch nur ein leichter Rückgang23 von 5,4% auf 4,6% festzustellen.24 Von den 94.500 studierenden Eltern im Studienjahr 2009 sind deutlich mehr Mütter (52.500) als Väter (42.000) vertreten.25 (BMFSFJ 2010a, S. 23) (BMFSFJ 2010, S. 470 f.)

2.3.2 Alter der Studierenden mit Kind

Viele junge Menschen stellen sich schon aufgrund ihres Alters und die im Vergleich zu einer Ausbil- dung längerfristigen Studienzeit die Frage nach der Realisation ihrer Kinderwünsche. (BMFSFJ 2010a, S. 22f.) Um die Gründung einer Familie nicht in die Berufseinstiegsphase zu legen bzw. die potenzielle Karrierelaufbahn nicht zu gefährden und später u.a. aufgrund des vorgeschrittenen Alters auf Kinder verzichten zu müssen, könnte die Phase des Studiums dienlich sein, Kinder zu bekommen und sich ihnen neben dem Studium zu widmen. Voraussetzung sind allerdings geeignete Rahmenbedingungen, die die Beantwortung dieser Frage erleichtern. (BMFSFJ 2010a, S. 23). Hinsichtlich des angesprochenen Alters wird im folgenden deutlich, dass Studenten sich mit zunehmendem Alter vermehrt für Kinder noch während des Studiums entscheiden.

Es zeigt sich, dass studierende Eltern unverkennbar älter als ihre Kommilitonen ohne Kind sind.26 Absolventen des Erststudiums mit Kind sind im Schnitt 30,7 Jahre und damit knapp 7 Jahre älter als Studierende ohne Kind mit 23,8 Jahren. Es sei angemerkt, dass aufgrund ihrer Heterogenität die Al- tersspanne der Mütter und Väter deutlich weiter gefächert ist, als bei den Studenten ohne Kind, die am Anfang des Studiums im Jahr 2006 durchschnittlich 21,6 Jahre und bei Beendigung ihrer Studienlauf- bahn 27,6 Jahre alt sind. (BMFSFJ 2010a, S. 23 f.; BMFSFJ 2010, S. 472 und Kurscheid 2005, S. 196 f.) Während 63% der studierenden Eltern über 27 Jahre alt sind, studieren in diesem Alter lediglich 10% der Studenten ohne Kind. Umgekehrt sind 53% der Studenten unter 24 Jahre und haben kein Kind. Gleichzeitig sind nur 10% der Studierenden mit Kind in diesem Alter. Eine Elternschaft bei den jungen Studierenden beginnt im Alter von 21 Jahren noch zaghaft und nimmt ab 24 Jahren er- kennbar zu. So sind 27% der studierenden Mütter und Väter und im Vergleich zu 18% der Studenten ohne Kind zwischen 24 und 27 Jahre alt. Insgesamt zeigt sich, dass die Kinderanzahl der Studentinnen mit zunehmendem Alter im Vergleich zu ihren männlichen Kommilitonen stärker ansteigt.27 (BMFSFJ 2010, S. 472 und BMFSFJ 2010a, S. 24)

2.3.3 Familienstand mit Anzahl und Alter der Kinder

Von den studierenden Eltern ist der größte Teil entweder verheiratet (51%) oder mit Partner zusam- menlebend (38%); ohne festen Partner leben 11% von ihnen. Hinsichtlich der Verteilung des Familien- stands nach Geschlecht28, sind Studentinnen mit Kind mit 51% etwas häufiger verheiratet als ihre männlichen Kommilitonen (49%)29, allerdings auch eher ohne festen Partner (13% vs. 9%). Durch- schnittlich 7%30 aller studierenden Eltern sind alleinerziehend31, davon überdurchschnittlich viele studie- rende Mütter (10%). Wegen zu geringer Fallzahl kann ein Vergleich mit den männlichen alleinerziehen- den Studenten nicht angestellt werden.32 Im Gegensatz dazu leben studierende Väter häufiger in einer festen Partnerschaft (42%) als studierende Mütter (38%).33 (BMFSFJ 2010a, S. 24 und BMFSFJ 2010, S. 472 ff.)

Während sich der größte Teil der studierenden Eltern (2/3) neben dem Studium34 um ein Kind kümmert, versorgt 1/4 zwei und fast jeder Zehnte mindestens drei Kinder. Auffällig ist, dass knapp die Hälfte der Studenten mit Kind (44%), die verheiratet sind mindestens zwei Kinder haben.35 (BMFSFJ 2010, S. 475 f.) Eine intensive Betreuung scheint allerdings notwendig zu sein, wird das Alter des jüngsten zu betreuenden Kindes betrachtet. So sind 64% der jeweils jüngsten Kinder immerhin nur maximal 3 Jahre alt und somit Säuglinge bzw. Kleinkinder. Weitere 15% sind zwischen 4 und 6 Jahre alt und jedes zehnte Kind ist im Grundschulalter. Lediglich 8% der jüngsten Kinder sind zwischen 11 und 18 Jahre alt.36 (BMFSFJ 2010, S. 475 f.) Schlussfolgernd lässt sich feststellen, dass ca. 90% der studierenden Eltern Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder benötigen.

2.3.4 Erwerbstätigkeit und familiale Arbeitsteilung

Aus den Sozialerhebungen der vergangenen Jahre zeichnet sich ein zunehmender Trend der Erwerbstätigkeit neben dem Studium für alle Studierenden ab. Dies wirkt sich allerdings hauptsächlich auf das Zeitbudget studierender Eltern und somit auf ihr Studienverhalten, das im anschließenden Kapitel näher betrachtet wird, aus. (BMFSFJ 2004a, S. 64)

Zunächst ist zu beachten, dass studierende Eltern neben der Betreuung der Kinder deutlich höhere Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Studenten ohne Kind zu finanzieren haben und für die sie häufig (54%) durch regelmäßige Erwerbstätigkeit selbst aufkommen.37 (BMFSFJ 2010, S. 484 f.; BMFSFJ 2004, S. 15 und BMFSFJ 2004a, S. 57 ff. u. 64) Dies liegt daran, dass sie nach Gründung einer eigenen Familie nur selten (ca. 8%) durch die eigenen Eltern unterstützt werden (vs. 50% der Studierenden ohne Kind) und seitens des Staates bis auf das Kindergeld so gut wie keine Unterstüt- zung erwarten können. So erhalten studierende Eltern im Vergleich mit Studierenden ohne Kind nur in seltenen Fällen BAFöG (17%38 vs. 23%). Dieser Zugang bleibt ihnen zum einen wegen eines zu hohen Gehaltes der Eltern (33%), zum anderen wegen des meist fortgeschrittenen Alters bzw. der längeren Studienzeit verwehrt (18%).39 (BMFSFJ 2004a, S. 59 u. 63)

Im Erststudium sind Studierende mit Kind im Vergleich zu denen ohne Kind lediglich um 4 Prozent- punkte seltener erwerbstätig40 (62% vs. 66%). (BMFSFJ 2010a, S. 24 f. und BMFSFJ 2010, S. 485) Auffällig ist jedoch die kontinuierliche Erwerbstätigkeit, der mehr studierende Eltern (42%) nachgehen, als Studenten ohne Kind (38%). Ebenfalls arbeiten Studierende mit Kind länger (10 Std./Woche) als diejenigen ohne Kind (8 Std./Woche). (BMFSFJ 2010a, S. 24 f.) Dabei liegt der Arbeitsaufwand bei studierenden Vätern bei 13 Std./Woche und bei den Müttern bei immerhin 6-7 Std./Woche. (BMFSFJ 2010, S. 486 f.) Dies beruht auf der Tatsache, dass für 79% der Studierenden mit Kind die Erwerbstä- tigkeit notwendig ist, um den Lebensunterhalt der Familie zu gewährleisten. Lediglich 35% von ihnen arbeiten, um das Lebensniveau zu verbessern. Im Gegensatz dazu dient das eigene Einkommen bei 57% der Studenten ohne Kind zur Sicherstellung des Lebensunterhalts, jedoch bei 65%, um sich mehr leisten zu können.41 (BMFSFJ 2004a, S. 61) Diesbezüglich wird im Folgenden die Verteilung der Auf- gaben in der Familie betrachtet.

Während 77% der studierenden Väter einer Erwerbstätigkeit nachgehen und 52% durch eine regelmä- ßige Beschäftigung zur Sicherung des Lebensunterhalts ihrer Familie beitragen, kümmern sich studie- rende Mütter meist um die Erziehung der Kinder und den Haushalt, v.a., wenn sie Kinder unter drei Jahren haben. Von den Studentinnen mit Kind arbeiten durchschnittlich immerhin mehr als die Hälfte (51%), 33% sogar regelmäßig. (BMFSFJ 2010, S. 485; BMFSFJ 2010a, S. 24 und BMFSFJ 2004a, S. 64) Die Erwerbstätigkeit der studierenden Mütter steigt mit zunehmendem Alter der Kinder. Während 38% der Mütter mit Kindern, die maximal ein Jahr alt sind, arbeiten, tun dies schon knapp die Hälfte der studierenden Mütter mit Kindern im Alter von 2-6 Jahren und fast 3/4 der Mütter ab Schulbeginn ihrer Kinder. Bei den studierenden Vätern erreicht die insgesamt hohe Erwerbstätigenquote ihre Höhepunkte mit 80% bei Kindern bis zu einem Jahr und mit 92% bei den Schulkindern. Hingegen liegt ihr Tiefpunkt im Gegensatz zu den Müttern mit 63% bei den 4-6-Jährigen.42 (BMFSFJ 2010, S. 485 f.)

Die unterschiedlichen Ergebnisse hinsichtlich der Erwerbstätigkeit der beiden Geschlechter studieren- den Eltern lassen sich ebenso anhand des jeweiligen Familienstands abbilden.43 Es zeigt sich, dass unverheiratete Studierende mit Kind häufiger (69%) arbeiten, als die verheirateten Studierenden. Von ihnen sind 83% der in einer Gemeinschaft lebenden Väter berufstätig und 57% der Mütter. Denn ihre Familien sind im Gegensatz zu denen der verheirateten Eltern seltener durch ihren Partner finanziell abgesichert.44 (BMFSFJ 2010, S. 486) So zeigt sich, dass die verheirateten studierenden Eltern über- durchschnittlich oft (71%) einen erwerbstätigen Partner (83% stud. Mütter vs. 54% stud. Väter) an ihrer Seite haben, im Gegensatz zu 58%, die in einer festen Partnerschaft leben. (BMFSFJ 2010, S. 475 f. u. 485 f. und BMFSFJ 2010a, S. 24) Ob die Partner jeweils vollerwerbstätig waren, zeigt sich für das Jahr 2003 wie folgt: Nur etwa die Hälfte der Partnerinnen studierender Väter arbeiten in Vollzeit, ungefähr 1/3 sind nicht erwerbstätig. Darüber hinaus befinden sich 20 % ihrer Partnerinnen selbst im Studium. Umgekehrt verhält es sich für die verheirateten studentischen Mütter, deren Partner zu mehr als 3/4 vollberufstätig sind. Folglich wissen studierende Mütter sich häufiger als studierende Väter durch den Partner finanziell abgesichert. (BMFSFJ 2004a, S. 57 ff.) Gegenüber den Studenten ohne Kind, bei denen kaum Unterschiede hinsichtlich der Einteilung von Erwerbstätigkeit und Haushaltsaufgaben feststellbar sind, ergeben sich die enorm unterschiedlichen Ergebnisse aufgrund der traditionell ge- schlechtsspezifischen Arbeitsteilung ab der Geburt des ersten Kindes. (BMFSFJ 2010, S. 485) (BMFSFJ 2010a, S. 25)

Was die Problematik der materiellen Sicherstellung der Familie betrifft, sind Alleinerziehende am stärksten benachteiligt. Denn die Lebenshaltungskosten mit Kindern fallen insgesamt höher aus, als bei Studierenden ohne Kinder, was dazu führt, dass Alleinerziehende gut 1/3 mehr als die Kommilitonen mit Partner erwirtschaften müssen. Beispielhaft sei die Miete der Wohnung45 genannt, die bei Alleinerziehenden 43% ihrer Gesamtkosten verursacht, während Studierende ohne Kind lediglich 35% dafür aufbringen müssen. (BMFSFJ 2004a, S. 59 ff.) Allerdings ist die Umsetzung einer Erwerbstätigkeit durch den erhöhten Betreuungsaufwand stark eingeschränkt, wodurch sie im Vergleich dieser seltener (48%) nachgehen können. Jedoch ist es knapp jede zweite alleinerziehende Mutter46, die die zusätzliche Belastung auf sich nimmt. (BMFSFJ 2010, S. 486)

2.4 Studiensituation mit Kindern

Nachdem die soziodemografischen Merkmale der studierenden Eltern, wie Familienform und Einkommenssituation, beschrieben sind, wird auf die Betreuungsmöglichkeiten der Kinder eingegangen, die sich ebenso auf das Studium auswirken. Im Anschluss wird ein Einblick auf das tatsächliche Studienverhalten gegeben. Denn neben der wirtschaftlichen Lage, wird dieses zu einem erheblichen Teil durch die Betreuungssituation beeinflusst. (BMFSFJ 2004a, S. 56)

2.4.1 Möglichkeiten und Formen der Kinderbetreuung

Hinsichtlich der Vereinbarkeit von der Erziehung der Kinder und des Studierens mit ggf. notwendiger Berufstätigkeit bietet eine umfassende und auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Kinderbetreuung den notwendigen Rahmen. Ohne sie können studierende Eltern die vielseitigen Belastungen schon aus zeitlichen Gründen kaum tragen, was sich demgemäß auf das Studium auswirkt.

Aufgrund der dargestellten Arbeitsteilung zwischen den Eltern sind besonders die Mütter von der Fremdbetreuungsform ihrer Kinder abhängig. Denn auf sie fällt wesentlich mehr Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen, als die Väter. So betreuen studierende Mütter 48 Std./Woche ihre Kinder im Alter von bis zu drei Jahren, dagegen Väter 29 Std./Woche. Die Gründe sind im vorherigen Kapitel bereits genannt. Erschwerend kommt hinzu, dass für Kinder dieses Alters bis heute keine ausreichenden Krippenplätze vorhanden sind. Laut OECD 2004 liegt das Angebot in den alten Bundesländern lediglich bei 2,8% und in den neuen Bundesländern bei knapp 36,3%. Je älter die Kinder, desto geringer ist der Aufwand, der jedoch immerhin bei 3- bis 6-Jährigen noch ca. 36 Std./Woche beträgt. Obschon nach dieser Studie im Westen zumindest 88% Kindergartenplätze zur Verfügung stehen und der Osten sogar mit 105% an Plätzen freie Kapazitäten aufweist, bleibt das Problem der Betreuung auch für die Kinder- gartenkinder wegen der eher kurzen Öffnungszeiten bis zum Mittag weiterhin bestehen. Lediglich 24% Ganztagesplätze stehen im Westen und 98,2% im Osten zur Verfügung. (vgl. OECD, 2004, S. 31, zitiert in Kurscheid 2005, S. 72) Neben den oftmals starren Öffnungszeiten sind häufig zu lange Weg- strecken zwischen Wohnort und Betreuungsort zurückzulegen, die eine zusätzlich Belastung darstellen. (BMFSFJ 2004a, S. 70) Studierende Mütter erfahren erst eine erhebliche Entlastung, wenn die Kinder zur Schule gehen. (BMFSFJ 2010a, S. 24 und BMFSFJ 2004, S. 16) Für 6,1 % der schulpflichtigen Kinder im Westen und 63,3 % im Osten des Landes stehen am Nachmittag Hortplätze zur Verfügung. (BMFSFJ 2004a, S. 69) Zusätzlich erschweren besondere Studienveranstaltungen, die teilweise am Wochenende oder in den Abendstunden stattfinden im Besonderen die Teilnahme der studierenden Mütter (65%) und teilweise der Väter (39%).(BMFSFJ 2010a, S. 25) Es wird deutlich, dass der Großteil studierender Mütter kleiner Kinder durch den Mangel an institutionellen Einrichtungen die Kinder mithil- fe privater Netzwerke47 selbst betreuen muss und damit deutlich weniger Zeit für ihr Studium zur Verfü- gung hat. Dieser Umstand ist vermutlich die wesentliche Ursache für die längeren Studienzeiten. (BMFSFJ 2004a, S. 66 u. 69 und BMFSFJ 2010a, S. 25)

Jedoch ist für die Vereinbarkeit eine adäquate Kinderbetreuung erforderlich. Die Betreuungsform sollte zeitlich individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse der Familie angepasst sein und sich darüber hinaus bestmöglich je nach Bedarf am Wohnort, am Studienort bzw. in der Nähe der Arbeitsstelle befinden. (BMFSFJ 2004a, S. 65 ff.) So wünschen sich viele Mütter ein verbessertes institutionelles Betreuungs- angebot, damit sie nicht stetig auf private Hilfe oder kostenintensive Betreuungsalternativen, wie z.B. Tagesmütter angewiesen sind. (BMFSFJ 2004a, S. 68 f. und Kurscheid 2005, S. 205 f.) Kann eine angemessene Betreuungssituation für ihre Kinder nicht gewährleistet werden, wirkt sich dies auf das Studium negativ aus.

2.4.2 Zeitverwendung für das Studium

Dass ein deutlicher Unterschied in der Zeiteinteilung und Aufgabenverteilung hinsichtlich der Erwerbs- arbeit und der Betreuung der Kinder zwischen studierenden Müttern und Vätern besteht und diese zusätzliche finanzielle und zeitliche Belastungen im Vergleich zu kinderlosen Studenten bewältigen müssen, ist an einigen vorgenannten Stellen ersichtlich geworden. (BMFSFJ 2010, S. 483 und BMFSFJ 2004a, S. 74) Folgerichtig stellt sich die Frage nach dem verbleibenden Zeitbudget für ihr Studium.

Aufgrund der familiären Verpflichtungen steht den Studierenden mit Kind de facto weniger Zeit für das Studium zur Verfügung. Sie geben an, 31 Std./Woche in ihr Studium zu investieren, während es die kinderlosen Studenten mit 37 Std./Woche beziffern.48 Studierende Eltern verwenden jeweils etwa die Hälfte ihrer Zeit für den Besuch von Lehrveranstaltungen und für das Selbststudium, wohingegen die Kommilitonen ohne Kind vier Std./Woche mehr an Lehrveranstaltungen teilnehmen und 2 Std./Woche mehr in ihr Selbststudium investieren. (BMFSFJ 2010, S. 484)

Wird die Gruppe der Studenten mit Kind nach geschlechtlichen Unterschieden untersucht, so ergibt sich, dass Väter mehr Zeit als Mütter für die Erwerbstätigkeit aufwenden, diese jedoch hauptsächlich die traditionellen Aufgaben, wie Haushalt und Kindererziehung übernehmen. (BMFSFJ 2010a, S. 25) Für ihr Studium wenden die Väter im Vergleich zu den Müttern 2 Std./Woche mehr auf. (BMFSFJ 2010, S. 484)

Obwohl studierende Väter mehr als kinderlose Studenten einer Erwerbstätigkeit nachgehen, ist ihr Zeiteinsatz für das Studium nur unmerklich eingeschränkt. Allerdings zeigt sich ein deutlicher Unter- schied in der Zeitverwendung für das Studium zwischen Studentinnen mit und ohne Kind. Da studie- rende Mütter vier Mal soviel Zeit wie Studentinnen ohne Kind in die Hausarbeit investieren49 ; sind sie besonders in ihrem Zeitbudget für das Studium eingeschränkt. Sie verbringen daher nur halb so viel Zeit mit Studienaufgaben, wie ihrer Kommilitoninnen ohne Kind.50 (BMFSFJ 2010, S. 487 und BMFSFJ 2004a, S. 76) Hier liegt die Differenz bei bis zu 15 Std./Woche. (BMFSFJ 2004, S. 16)

Resümierend sind die Mütter durch die Betreuung ihrer Kinder in ihrem Studium erheblich einge- schränkter, als die Väter und das trotz höheren Belastung durch vermehrte Erwerbstätigkeit. (BMFSFJ 2004, S. 16)

2.4.3 Auswirkungen auf den Studienverlauf von studierenden Eltern

Es hat sich gezeigt, dass studierende Eltern mit vielfältigen sich gegenseitig beeinflussenden Anforderungen konfrontiert sind, die ihre Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Sie stehen unter fortwährendem Zeit- und Organisationsdruck.

Laut einer Studienbefragung in Bochum stellen die familialen Verpflichtungen für 1/3 der studierenden Eltern eine hohe Belastung dar, mehr als die Hälfte empfänden diese als „extrem“, nur 12% sei wenig belastet. Hinsichtlich der dargestellten Arbeitsteilung in den Familien ist dabei wenig überraschend, dass sich v.a. die Mehrzahl der Mütter (75%) durch die Erziehungsaufgaben extrem belastet fühlen, während dieses lediglich 15,8% der Väter angeben.51 (BMFSFJ 2004a, S. 78 u. 80) Dagegen scheinen studierende Eltern (52%) im Vergleich zu ihren kinderlosen Kommilitonen (58%) trotz unterschiedlich hoher Studienintensität durch einen zu hohen Zeitfaktor annähernd stark belastet. Mit 60% liegen die Studentinnen leicht über dieser Meinung, Studenten mit 52% darunter. (BMFSFJ 2010, S. 484)

In Folge der Vereinbarkeitsproblematik sehen sich studierende Eltern (40%) mehr als vier Mal so oft wie ihre Kommilitonen ohne Kind (9%) gezwungen, ihr Studium zu unterbrechen. 29% der Väter legen zugunsten ihrer Kinder eine Pause ein, bei den Müttern sind es sogar 48%.52 (BMFSFJ 2010a, S. 25) (BMFSFJ 2010, S. 481) Ihr Studium verlängert sich familienbedingt durchschnittlich um vier Semester gegenüber der Regelstudienzeit.53 (BMFSFJ 2010, S. 481) Darüber hinaus wird die Belastung der studierenden Eltern als so immens empfunden, dass im Jahr 2001 83% erwarten, ihr Studium nicht in der Regelstudienzeit absolvieren zu können.54 Denn hinsichtlich der angesprochenen zusätzlichen Belastungen und der zeitlichen Einschränkungen wird seitens der jeweiligen Studienorganisation und Prüfungsordnung kaum Rücksicht genommen. Werden die familialen Gründe für die Studienunterbre- chung näher betrachtet, kann festgestellt werden, dass fast alle Mütter (94%) sich aufgrund der „Schwangerschaft“ und „Kindererziehung“ für diese Möglichkeit entscheiden, wohingegen nur 1/3 der Väter Letztere als Grund angeben und ein weiteres Drittel die „Erwerbstätigkeit“ bzw. weitere „familiale Gründe“ benennen. Weiterführende Gründe, wie „finanzielle Probleme oder „weitere Erfahrungen sammeln“ kommen allerdings nur für einige Väter in Betracht.55 Demzufolge ist verständlich, warum die studierenden Eltern und i.b.s. die Mütter einen Großteil der Langzeitstudenten ausmachen. (BMFSFJ 2010a, S. 26; BMFSFJ 2010, S. 481 und BMFSFJ 2004a, S. 80 ff. )

Überdies befürchten 40% der Mütter sowie 35% der Väter, ihr Studium nicht erfolgreich beenden zu können. Obwohl 69% der Eltern das Ziel verfolgen, einen erfolgreichen Abschluss zu erlangen, zweifeln 38% daran, dass es ihnen aufgrund der familialen Belastungen gelänge. (BMFSFJ 2010a, S. 26) Laut der repräsentativen HIS-Studie56 zum Studienabbruch des Studienjahres 2002 sind etwa 27% aller Studienabbrecher57, v.a. Studierende mit Kindern. Sie stehen unter einem hohen Risiko, ihr Studium nicht erfolgreich abschließen zu können. (BMFSFJ 2004a, S. 81) Nach den Ergebnissen der Studie brechen 38 % der älter als 30 Jahre alten Eltern ihr Studium ab, wohingegen nur 28 % ihr Studium erfolgreich absolvieren. Von den 27- bis 30-Jährigen beenden 15 % ihr Studium vorzeitig; lediglich 12 % erwerben den angestrebten Hochschulabschluss. Von den jüngsten studierenden Eltern (23 bis 26 Jahre) können doppelt so viele (8 % vs. 4 %) ihr Studium nicht erfolgreich beenden. Die Ergebnisse zeigen, wie in anderen Studien auch, dass sich unter den Studienabbrechern 17% Alleinerziehende befinden; von den Absolventen schaffen es 7 % trotz der enormen familialen Belastung, den vielseiti- gen Anforderungen nachkommen zu können. Ebenfalls wird in dieser Studie deutlich, dass die man- gelnde Vereinbarkeit von Studium und Kinderbetreuung ausschlaggebender Grund für einen Abbruch des Studiums58 ist und hauptsächlich Mütter davon betroffen sind.59 (BMFSFJ 2004a, S. 82) Wenn studierende Eltern neben der Betreuungsproblematik aus finanzieller Notwendigkeit zusätzlich einer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, liegt die Vermutung eines Studienabbruchs nahe.

[...]


1 Zur Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen siehe Hülskamp et al. 2005, S. 110.

2 Zum Armutsrisiko hinsichtlich der Kinderzahl siehe Anhang A1, S. B.

3 Zur Gleichstellung der Frauen hinsichtlich der Kinderbetreuung und -erziehung siehe Becker et al., 2004, S. 2. 1

4 Zum Familienbegriff siehe auch Gerlach 2010 41 f.)

5 Peuckert (2008) weist daraufhin, dass diese Lebensform schon in der vorindustriellen Phase existent war. (Peuckert, 2008, S. 22 f.).

6 Zur hohen Variabilität der Familienformen und der Lebensabschnittsorientierung sowie Zweckgebundenheit siehe Wagner 2003, S. 92.

7 Zur geschlechtsspezialistisch Arbeitsteilung in Bezug auf die patriarchal dominierte Familienpolitik siehe vertie- fend Schulz-Nieswandt 2003, und zur Entwicklung des Patriarchats vgl. Kahlert 2000.

8 1949 hat Elisabeth Selbert erreicht, dass der Gleichberechtigungsparagraf im Grundgesetz der BRD verankert wurde. (Beck 1990, S. 48)

9 Zur Gleichstellung der Frauen an der Hochschule siehe auch Giebhardt 2005, S. 16

10 z.B. Änderung des Ehe- und Familienrechts, wodurch die Frau nach einer Scheidung selbst für ihren Lebens- unterhalt aufkommen muss.

11 Seit den 80er Jahren hat sich die Anzahl an Studentinnen mehr als verdoppelt, in den letzten zehn Jahren beginnen ebenso viele Frauen wie Männer ein Studium. (Stürzer 2005, S. 71) Darüber hinaus haben Frauen ihren Anteil an Habilitationen und Professuren kontinuierlich erhöht. (Stürzer 2005, S. 80)

12 Frauen sind auch heute noch durch geschlechtsspezifische Rollenverteilungen benachteiligt, wie es sich z.B. hinsichtlich ihrer mangelnden Präsenz in Führungspositionen zeigt. (Feldmann-Neubert 1991, S. 295)

13 Zur Bildungsbeteiligung der Mütter siehe Anhang A2, S. C.

14 Von 2001 bis 2007 ist die Geburtenrate laut Statistischem Bundesamt (2009) von Frauen im Alter bis 20 Jahren von 3,1% auf 2,6% gesunken und im Alter von 20 bis 25 Jahren von 16,1% auf 14,1%.

15 Zum Kinderwunsch nach Alter der Studierenden siehe Anhang A3, S. D.

16 Nach einer quantitativen Studie des Studienjahres 2003 (N = 404) wünschen sich 74,5% der Studierenden Kinder (Kemkes-Grottenthaler, 2004, S. 193, zitiert in: Kurscheid 2005, S. 60). Diese Studie ist nicht als reprä- sentativ anzusehen, bestätigt jedoch die allgemeine Tendenz des Kinderwunsches.

17 Das BMFSFJ belegt in seiner Sozialerhebung folgende Aussage: „ Je höher der Ausbildungsabschluss von Frauen, desto sp ä ter bekommen sie Kinder, desto höher ist der Anteil dauerhaft kinderloser und desto geringer ist ihre durch- schnittliche Kinderzahl “ . (BMFSFJ 2004a, S. 24)

18 Studierende Eltern sind durch die unterschiedlichen Verpflichtungen stark gefordert. Außerordentliche Risiken bestehen hinsichtlich der Partnerschaft, für das Familienleben und die Entwicklung der Kinder. Nicht zuletzt ist an ihre Bildungs- und Erwerbschancen. Angemerkt sei, dass die Gesundheit ein enormer Risikofaktor ist, der häufig vernachlässigt wird.

19 Die HIS-Studie ist mit einer Stichprobe von N = 1.734 Studierenden als repräsentativ zu bewerten.

20 Laut BMFSJ handelt es sich um das Studienjahr 2010. Gemeint sind in beiden Fällen SoSe 2009 und WiSe 2009/10.

21 Zum Vergleich der Anzahl Studierender mit und ohne Kind und ihrer Entwicklung siehe Anhang A5, S. F. Im Folgenden sind die Ausdrücke, Studierende mit Kind, studierende Eltern etc. unabhängig von der Kinderzahl zu betrachten. Ist die Kinderanzahl von Bedeutung, wird diese deutlich aufgezeigt.

22 Zu beachten ist die unterschiedliche Entwicklung in Ost- und Westdeutschland. Während in den alten Bundes- ländern der Anteil Studierender mit Kind gleichbleibend verläuft, ist ihr Anteil in den neuen Bundesländern um 2%-Punkte gesunken. (BMFSFJ 2010a, S. 23) Die Vermutung liegt nahe, dass der Rückgang aufgrund der Angleichung u.a. der Studienbedingungen und Betreuungsmöglichkeiten der Kinder an das westdeutsche System zurückzuführen ist.

23 Dieser ist im Anhang rundungsbedingt nicht ersichtlich.

24 Hauptsächlich reduziert sich der Anteil studierender Eltern im postgradualen Studium von 20% in 2006 auf 13% in 2009.

25 Die im Folgenden referierten Befunde aus der 19. Sozialerhebung des DSW zum Studienverlauf von Studie- renden mit Kindern beziehen sich nur auf die im Erststudium befindlichen Mütter und Väter.

26 Zum Vergleich Studierender mit und ohne Kind nach Alter siehe Anhang, A4, S. E. Zur Altersstruktur siehe auch Kurscheid 2005, S. 92 f.

27 Zum Anteil Studierender mit Kind nach Alter und Geschlecht der Studierenden, siehe Anhang, A7, S. H. für 2000 Anhang, A8, S. I.

28 Zum Familienstand Studierender Eltern Geschlecht siehe Anhang, A9, S. J und für 2009 Anhang, A10, S. K., zum Alter und Familienstand Studierender mit Kind siehe A11, S. L.

29 Im Jahr 2000 verhielt sich die Verteilung umgekehrt - studierende Väter (60%) vs. studierende Mütter (55%).(BMFSFJ 2004a, S. 56)

30 Dieser Wert (alleinerziehende studierende Eltern) von 2009 im Vergleich zu 2006 von 10% um 3 Prozentpunkte gesunken.

31 Unter Alleinerziehenden werden hier Studenten verstanden, die ohne Partner/-in mit einem oder mehreren minderjährigen (bis max. Alter von 15 Jahren des jüngsten Kindes) Kindern im Haushalt leben.

32 Im Jahr 2006 mussten ca. ein Zehntel dieser Gruppe Studium und Erziehung allein bewältigen. Dabei waren alleinerziehende Mütter (12%) drei mal häufiger vertreten als alleinerziehende Väter (4 %) (BMFSFJ 2004a, S. 56).

33 Zur Familienform siehe auch Kurscheid 2005, S. 93 f.

34 Erststudium

35 Zur Kinderanzahl studierender Eltern siehe Anhang, A13., S. N.

36 Zum Alter der Kinder studierender Eltern siehe Anhang, A14., S. O.

37 Zur Höhe der Einnahmen aus der Erwerbstätigkeit und weitere Bezüge nach Familienstand siehe u.a. Kur- scheid 2005, S. 92 und BMFSFJ 2004a, S. 58 f.

38 Angemerkt sei, dass der BAföG-Satz sehr geringen Teil des benötigten Einkommens decken würde.

39 Ergebnisse der Sozialerhebung des DSW, die das Prokopfeinkommen der Studierenden durch Selbsteinschätzung ermittelt hat. (BMFSFJ 2004a, S. 59)

40 Zum Vergleich der Erwerbstätigkeit Studierender mit und ohne Kind siehe Anhang A15, S. P und A16, S. Q sowie nach Familienstand A17, S. R.

41 Zu den Motiven der Erwerbstätigkeit Studierender mit und ohne Kind siehe Anhang A23, S.X und vertiefend BMFSFJ 2010L, S. 487 f.

42 Zur Erwerbstätigenquote studierender Eltern nach Alter des (jüngsten) Kindes, siehe Anhang, A16, S. Q.

43 Zur Erwerbstätigenquote Studierender mit Kind nach Familienstand siehe Anhang, A17, S. R.

44 Zu den Studierenden mit Kind mit erwerbstätigem Partner siehe Anhang A12, S. M.

45 Studierende Eltern finden lediglich passende Angebote auf dem freien und damit teureren Wohnungsmarkt, wohingegen die Mieten für Studierende ohne Kind z.B. in Studentenwohnheimen oder WGs deutlich günstiger sind. (BMFSFJ 2004a, S. 62)

46 Ein Vergleich mit den alleinerziehenden studierenden Vätern ist aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht möglich.

47 Eine weitere Möglichkeit wären studentische Elterninitiativen, wie die „Zeitfensterbörse“, die allerdings selten genutzt werden. Hierzu siehe Kurscheid 2005, S. 203 ff.

48 Zum Vergleich der Zeitverwendung für das Studium zwischen Studierenden mit und ohne Kind siehe Anhang, A20., S. U.

49 Studierende Väter geben das dreifache im Vergleich zu ihren Kommilitonen ohne Kind an.

50 Zur Übersicht über die Zeiteinteilung für Erwerbstätigkeit und Studium siehe Anhang, A18, S. S und A19, S. T. Der erhebli- che Anteil der Zeitaufwendung für die Kindererziehung und Hausarbeit ist allerdings nicht abgebildet.

51 Zu den Ergebnissen der Bochumer Studie hinsichtlich der Belastung studierender Väter und Mütter siehe Anhang, A22, S. W.

52 Ähnliche Ergebnisse liefern die Erhebungen der Sozialerhebung 2004 und 2000 des DSW.

53 Zur Überschreitung der Regelstudienzeit siehe ebenfalls die Sozialerhebung aus dem Jahr 2000.

54 Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung der Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Ruhr- Universität Bochum 2002, zitiert in: BMFSFJ 2004a, S. 78.

55 Zu den Gründen für die Studienunterbrechung siehe Anhang, A25, S. Z.

56 In der „Studienabbrecherstudie“, der HIS von 2002 wurden 3.000 Studienabbrecher aus 63 Universitäten und Fachhoch- schulen sowie einer ähnlich großen Kontrollstichprobe mit erfolgreicher Absolventen vergleichbarer Fächer und Hochschu- len befragt.

57 Unter Studienabbrechern werden hier Studierende verstanden, die ihr Erststudium ohne Abschlussexamen vorzeitig beenden.

58 Zu den Ursachen eines Studienabbruchs nach Familienstand siehe Anhang, A26, S. AA.

59 Zu weiteren Details hinsichtlich der Mütter, die ihr Studium abbrechen, siehe BMFSFJ 2004a, S. 82.

Details

Seiten
54
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656191131
ISBN (Buch)
9783656191483
Dateigröße
902 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190984
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
Familienfreundlichkeit Familie Beruf Studium Vereinbarkeit Fachkräftemangel Demografischer Wandel

Autor

Zurück

Titel: Vereinbarkeit von Familie und Studium