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Regionale Sicherheit in Westafrika

Die ECOWAS und der Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes

Bachelorarbeit 2011 59 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Afrika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Karte Afrika

Abbildung 2: Karte ECOWAS

1. Einführung

2. Regionalisierung der Weltpolitik - konzeptionelle Überlegungen
2.1 Regionen im Kontext der Theorie der Internationalen Beziehungen
2.2 Der Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes
2.3 Zwischenfazit

3. Regionale Sicherheit in Westafrika
3.1 Regionale Akteure in Westafrika
3.2 Regionale Interaktionsbestrebungen in Westafrika
3.2.1 Regionale Sicherheitsinterdependenzen und die Rolle der ECOWAS
3.2.2 Die neue Sicherheitsarchitektur in Westafrika
3.3 Die Regionale Struktur des westafrikanischen Sicherheitskomplexes

4. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Karte Afrika

Abbildung 2: Karte ECOWAS

Abbildung 3: Regionalismus und Sicherheit aus dem Blickwinkel einzelner Denktraditionen

Abbildung 5: Interaktionsspektrum von Staaten innerhalb eines RSK in Abhängigkeit ihrer sozio-politischer Kohäsion

Abbildung 12: Westafrika als proto-Komplex

Abbildung 1: Karte Afrika

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Afrika in: CAI. The World Factbook, https://www.cia.gov/library/publications/the- world- factbook/graphics/ref_maps/pdf/africa.pdf> am 07.03.2011.

Abbildung 2: Karte ECOWAS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: West African Perspectives. Resources for Development in: Sahel and West Africa Club/OECD, <http://paperc.de/9801-west- african-perspectives-9789264059764/pages/1?cookies_enabled=te st> am 01.02.2011.

1. Einführung

Im Zuge der Globalisierung und der damit zunehmend verbundenen Verflechtung von Menschen, Gütern, Informationen und Kapital, gewinnt Global Governance als Steuerung globaler Kontexte durch Organisationen, Institutionen und Regelsysteme mehr und mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund lassen sich gewohnt nationalstaatlich verfasste Muster politischer Kontrolle nicht mehr vollständig erfassen. Um diesen

Herausforderungen zu begegnen, etablierten sich „(...) Formen der Selbststeuerung und der Kontextsteuerung von globalen Arenen jenseits nationalstaatlicher Politik“[1]. Zu diesen zählt das Phänomen der Regionalisierung der Weltpolitik, welches als Reaktion auf Globalisierungstrends begriffen werden kann. Es ebnet Staaten den Weg zur Bewältigung globaler Prozesse, da sie auf rein nationaler Ebene diesbezüglich oftmals nicht über die nötigen Mittel oder Fähigkeiten verfügen. Im Vordergrund regionaler Kooperationsbestrebungen steht die Erweiterung nationalstaatlicher Handlungsmöglichkeiten, obwohl Staaten in diesem Zusammenhang auf Teile ihrer Souveränität verzichten. Regionalisierungsprozesse bewirken den Anstieg komplexer Interdependenzen zwischen Staaten und Gesellschaften. Zudem entstehen regionale Institutionen dort, wo nationalstaatliche Politiken allein nicht mehr in der Lage sind, nationale Interessen zu realisieren.[2]

Besonders in Afrika sind Regionalisierungsprozesse in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen. Es verfestigte sich eine Vielzahl von Kooperationen hinsichtlich unterschiedlichster Zielsetzungen zwischen verschiedenen Akteuren. Die größte regionale Organisation Afrikas, die Organisation für Afrikanische Einheit (die heutige Afrikanische Union), war allerdings nur bedingt in der Lage, subregionale Probleme des afrikanischen Kontinents zu lösen, woraufhin sich in den 1970er und 80er Jahren andere subregionale Organisationen herausbildeten.

Vor diesem Hintergrund soll in der vorliegenden Bachelorarbeit regionale Kooperation in Westafrika im Fokus der Ausführung stehen. Die allgemeine Betrachtungsweise, dass die Tendenz zur Integration in die Weltwirtschaft unaufhaltsam erscheint; die Liberalisierungswelle rollt und auch vor den westafrikanischen Ländern keinen Halt macht; wird hierbei zunächst nachrangig behandelt. Vielmehr soll die politische Dimension von Regionalisierung in Westafrika Beachtung finden. Das Phänomen des Neuen Regionalismus tritt demnach in den Vordergrund der Analyse. Denn war die sogenannte erste Regionalismuswelle in den 1950er/60er Jahren maßgeblich in den Kontext einer bipolaren Weltordnung eingebettet, ist der Neue Regionalismus durch grundlegende Veränderungen der internationalen Politik gekennzeichnet, welche mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes einhergingen. Seitdem sind nicht nur ökonomische, sondern auch sozio-kulturelle Aspekte regionaler Kooperation verstärkt zu beobachten, die bewusst forciertes politisches Handeln mit sich bringen. Sie verfolgen das Ziel, neben regionalen Freihandelszonen beispielsweise auch Sicherheitsallianzen zu etablieren.[3]

Die Economic Community Of West African States (ECOWAS) gilt heute aufgrund ihres institutionellen Aufbaus und weitreichender Beschlüsse als am weitesten entwickelte subregionale Organisation Afrikas, Ihre Mitglieder einigten sich 1975 auf das gemeinsame Ziel, der Region Westafrika mehr wirtschaftliches Gewicht zu verleihen, ökonomische Entwicklung zu fördern und den Handel zu erhöhen, um damit der dauerhaften Marginalisierung durch den Prozess der Globalisierung zu entgehen.

Die ECOWAS blieb jedoch bezüglich ihrer ursprünglichen Gründungsidee hinter ihren Möglichkeiten zurück. Vielmehr richteten die Mitgliedsstaaten seit den 1980er Jahren den Fokus verstärkt auf die Bewältigung sicherheitspolitischer Probleme der Subregion. Dennoch weist die Organisation gegenwärtig vergleichsweise die ausdifferenziertesten sicherheits- und friedenspolitischen Kooperationsansätze in Afrika auf.

Eine Analyse des bisherigen Forschungsstandes zeigt, dass zwar eine umfassende wissenschaftliche Literatur zum Thema Regionalismus, Regionalisierung und damit im Zusammenhang auch über internationale, regionale und subregionale Organisationen existiert, es jedoch offensichtlich ist, dass prinzipiell Forschungslücken westafrikanischer Konfliktlösung und Friedenserhaltung durch subregionale Kooperationsbündnisse bestehen. Zwar sind einzelne englische Aufsätze zum sicherheitspolitischen Engagement der ECOWAS zu finden, es besteht jedoch ein Mangel an fundierten Auswertungen aktueller Entwicklungen. Erst seit 2008 weist die wissenschaftliche Literatur in diesem Zusammenhang vermehrt analytische Betrachtungen zur westafrikanischen Subregion auf.[4]

Um das Phänomen des sicherheitspolitischen Regionalismus unter Einbeziehung aktueller Forschungsbefunde in Westafrika näher zu beleuchten, gliedert sich die vorliegende Bachelorarbeit in zwei Teile. Zunächst werden die konzeptionellen Grundlagen der Theorien der Internationalen Beziehungen verdeutlichen, warum Staaten innerhalb einer Region kooperieren. Dazu werden verschiedene Regionalismusphänomene und Sicherheitsansätze erklärt. Die Analyse betrachtet in diesem Zusammenhang jedoch nicht die substaatliche Ebene, sondern konzentriert sich ausschließlich auf internationale Regionen. Im Folgenden wird der darauf aufbauende Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes Barry Buzans von 1991, welcher 2003 durch Ole Wæver erweitert wurde, die Basis für die Analyse regionaler Sicherheit in Westafrika darstellen. Denn dieser ermöglicht es, Sicherheitsdynamiken zu betrachten, die im Kontext von Globalisierungs- und Regionalisierungsprozessen entstehen. Die dabei zugrunde liegende zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: Handelt es sich bei der westafrikanischen Subregion um einen Regionalen Sicherheitskomplex im Buzan'schem Sinne?

Die Vorgehensweise und Methodik der Arbeit beruht diesbezüglich auf einer theoriegeleiteten Analyse. Um sich einer differenzierten Antwort anzunähern, ist es erforderlich - im Rückgriff auf Barry Buzan und Ole Wæver - den Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes genauer zu beschreiben. Damit zielt das zweite Kapitel darauf ab, die wesentlichen Merkmale der Theorie herauszustellen.

Im dritten Kapitel, welches den Hauptteil der Arbeit darstellt, wird die Subregion Westafrika mit Hilfe des zuvor festgelegten konzeptionellen Rahmens analysiert, wobei zur Beantwortung der zentralen Fragestellung die folgenden Teilfragen zu klären sein werden: Welche regionalen Akteure existieren in Westafrika? In welchen

Interaktionsbeziehungen stehen diese zueinander? Welchen Beitrag leistet die ECOWAS zur regionalen Sicherheit in Westafrika? Dies ermöglicht, regionale Sicherheit in Westafrika in einer thematisch angemessenen Art und Weise zu charakterisieren.

2. Regionalisierung der Weltpolitik - konzeptionelle Überlegungen

Die Theorielandschaft der Internationalen Beziehungen (IB) ist äußerst komplex und vielschichtig. Die Existenz von verschiedenen und zum Teil konkurrierenden Theorien, Ansätzen und Konzepten wird oftmals mit dem Begriff „Theorienpluralismus“[5] [6] beschrieben. Dennoch kristallisierten sich in der Geschichte der akademischen Disziplin drei grundlegende Denktraditionen der Theorie der Internationalen Beziehungen heraus: Die realistische, die internationalistische und die universalistische Tradition.

Das folgende Kapitel soll einen einführenden Überblick dieser Konzepte geben und deren Relevanz für die Herausbildung von Regionalismusvariationen beleuchten. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, den sogenannten 'Großtheorien^ die entsprechenden Sicherheitstheorien beizuordnen, denn jede Denktradition impliziert unterschiedliche Ansätze, um regionale Sicherheit zu erklären. Diese stellen die theoretische Grundlage des Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes dar, welcher darauffolgend erläutert wird.

2.1 Regionen im Kontext der Theorie der Internationalen Beziehungen

Bevor jedoch genauer auf die verschiedenen Theorien der Internationalen Beziehungen eingegangen wird, erscheint es notwendig, dafür relevante Begriffe der Regionalismusforschung näher zu erläutern. So wurde der konzeptionelle Entwurf der Region beispielsweise immer wieder versucht konkret zu definieren, doch konnten unterschiedliche methodische Vorgehensweisen und damit verbundene Ergebnisse[7] keine allgemein anerkannte Definition für den Begriff «Region» finden. Deshalb besinnen sich Wissenschaftler seit den 1970er Jahren auf eine alternative Nominaldefinition, welche Regionen nach einer konkreten Fragestellung bzw. Hypothesenbildung bestimmt. Dieser zufolge sind Regionen sozial konstruiert und stellen sozialräumliche Einheiten dar.[8] Um eine weitere Ebene definitorischer Abgrenzung hinzuzufugen, werden Regionen in der wissenschaftlichen Literatur in territoriale und funktionale Phänomene unterschieden. Während erstere geographisch bestimmt sind und sich von globalen, überregionalen oder anderen regionalen Gebilden abgrenzen lassen, differenzieren sich letztere bezüglich ihrer sozialen Funktion (wirtschaftlich, sicherheitspolitisch, kulturell, religiös, etc.). Für verschiedene Problemfelder ergeben sich demnach verschiedene funktionale Kriterien. So können dem Politikbereich 'Sicherheit' beispielsweise die Kriterien: territoriale Ansprüche, Machtprojektionen, Kriege und Verträge folgen.[9]

Die Schwierigkeit Regionen und Regionalismusphänomene definitorisch zu erfassen, geht zudem mit der Tatsache einher, dass sich die Intensität staatlicher Interaktion von Region zu Region unterscheidet. Vor diesem Hintergrund stellt Andrew Hurrell einen scheinbar sinnvollen Rahmen zur Einordnung verschiedener Regionalismusformen dar. Er unterscheidet in seinem Werk „Regionalism in World Politics“ zwischen Regionalisierung, regionalem Bewusstsein und Identität, regionaler zwischenstaatlicher Kooperation, staatlich geförderter regionaler Integration und regionaler Kohäsion.[10] Die systematisch unterschiedliche Dynamik von Regionalismusformen soll im Folgenden näher beleuchtet werden, um die Verbindung zwischen zeitgenössischer Regionalismusanalysen und der Denktraditionen der Internationalen Beziehungen aufzuzeigen.

Zu den drei wesentlichen Denktraditionen der Internationalen Beziehungen gehörend, löste der sogenannte klassische Realismus die idealistische Denkschule nach 1945 ab. Denn bezog sich diese auf die normative Beschaffenheit der internationalen Politik, konzentrierten sich Vertreter des Realismus auf die Fragestellung, wie die internationale Politik denn tatsächlich beschaffen sei. Innerhalb dieser Denktradition rückten machtpolitische Beziehungen ins Zentrum der Betrachtung.[11] Die realistische Denkschule geht vorwiegend auf den amerikanischen Wissenschaftler Hans J. Morgenthau zurück, der internationale Politik als ein von Anarchie geprägtes internationales System verstand, in welchem der Staat die entscheidende Rolle einnimmt und Macht als Mittel zur Erreichung staatlicher Ziele einsetzt. Das Wesen der Politik ist in diesem Sinne stets an staatliche Machtinteressen gebunden, die es im internationalen System durchzusetzen gilt, um die eigene nationale Sicherheit zu gewährleisten.[12]

Anknüpfend an die klassisch realistische Vorstellung der zentralen Bedeutung des Staates, befasst sich der Neorealismus stärker mit den Ursachen des Krieges. Dazu führt Kenneth N. Waltz einerseits die Natur des Menschen an, welche von Machttrieben bestimmt ist. Andererseits lenkt er den Blick stärker auf die Struktur einzelner Staaten auf der Systemebene.[13] Das internationale System spiegelt demzufolge ein Spielfeld der Akteure wider, die stets darum bemüht sind, dass durch die anarchische Umgebung begründete Sicherheitsdilemma[14] zu umgehen. Dies erscheintjedoch nur möglich, wenn die Akteure in einer koalierenden Verbindung zueinander stehen. Hervorzuheben ist deshalb, dass die Prämisse von Staaten darin besteht, deren Machtposition zu demonstrieren, jedoch im Rahmen der Möglichkeiten des internationalen Systems. Es wird deutlich, dass das theoretische Verständnis des Neorealismus stark an den analytischen Leitbegriff der Sicherheit gebunden ist.[15] Während der klassisch eng gefasste Sicherheitsbegriff von souveränen Nationalstaaten ausgeht, welche die einzig legitimen Akteure der internationalen Politik darstellen und stets darum bemüht sind, ihre politische Unabhängigkeit und territoriale Integrität gegenüber anderen Staaten zu wahren, unterscheidet der erweiterte Sicherheitsbegriff im (Neo-)Realismus externe Bedrohungen nach harter (rein militärisch) und weicher (nicht-militärisch oder indirekt militärischer Natur) Sicherheit.[16]

Kooperatives politisches Verhalten erscheint deshalb nicht selbstverständlich. Kooperation wird an dieser Stelle als Schnittmenge gemeinsamer Interessen verstanden, die nur dann entsteht, wenn Akteure gewillt sind, ihr rationales und zielgerichtetes Verhalten an die tatsächlichen Präferenzen anderer anzupassen.[17] Die Bedeutung des Regionalismus in der (neo-)realistischen Denktradition lässt sich dennoch aufzeigen, indem Regionen von außen betrachtet werden und deren Stellung im internationalen System analysiert wird. Regionale Gebilde sind damit als eine Antwort auf externe Herausforderungen zu verstehen, welche die Bildung politischer Allianzen mit sich bringt. So finden beispielsweise schwache Staaten innerhalb einer regionalen Gruppe kollektive Antworten auf das Verhalten der Großmächte im internationalen System. In diesem Fall kann die Angst vor Marginalisierung zur Formation einer regionalen Organisation führen.[18] Regionalismus im (neo-)realistischen Verständnis kommt damit der regionalen zwischenstaatlichen Kooperation Hurrells gleich, welche als konstruktivierte Vereinbarung auf staatlicher Ebene verstanden werden kann.[19]

Die zweite, zu den Denktraditionen der Internationalen Beziehungen gehörende Großtheorie, stellt der Internationalismus dar. Dieser bezieht sich zwar auf die grundlegenden Annahmen des Realismus (Anarchie und Staatszentralität), jedoch weisen Staaten im Institutionalismus ein spezifisches Konfliktverhalten auf, da sie gemeinsame Regeln und übergeordnete Institutionen anerkennen. Ein in diesem Sinne etabliertes Kooperationsmuster lässt das internationale System transparenter erscheinen, wodurch es gelingt, dass realistische Sicherheitsdilemma zu verringern oder sogar zu umgehen.

Nach Keohane/Nye ist nicht das anarchisch geprägte Umfeld für das Verhalten der Akteure verantwortlich, sondern der unterschiedliche Grad an Institutionalisierung des internationalen Systems, wodurch sich schließlich auch die Zunahme regionaler Phänomene erklären lässt.[20] Diese Ansichten fassen Keohane/Nye mit dem Begriff des neoliberalen Institutionalismus zusammen. Staatliches Verhalten wird demzufolge dauerhaft durch zunehmende Interdependenzen und Kooperationsbemühungen bestimmt, welche eine hohe Interaktionsdichte voraussetzten. Die damit einhergehende Institutionalisierung „findet statt, sobald habitualisierte Handlungen durch Typen von

Handelnden reziprok typisiert werden.“[21]. Die Etablierung von Institutionen und die damit verbundenen Vereinbarungen gemeinsamer Handlungsregeln, sollen Staaten daran hindern, ihre Machtposition ohne Rücksichtnahme auf Kooperationspartner auszunutzen. Internationale Sicherheit kann somit leichter garantiert werden, da übernationale Institutionen berechenbares außenpolitisches Verhalten der Staaten ermöglichen und das Sicherheitsdilemma zugleich mildern.[22] Dieses Szenario wird oftmals mit der Idee der Regimetheorie beschrieben. Internationale Regime kennzeichnen sich dieser zufolge dadurch aus, dass sie bei den beteiligten Interaktionspartnern eine gegenseitige Erwartungshaltung bezüglich deren Verhaltens aufbauen. In diesem Zusammenhang verbessern sich auch die Kommunikationswege zwischen den jeweiligen Parteien, was zur Institutionalisierung der Konfliktbearbeitung führen kann, denn die Prozesse des Regionalismus erfordern oftmals kollektives Management in einem bestimmten Politikbereich der Internationalen Beziehungen.[23] Die internationale Politik wird von Vertretern des Institutionalismus als Staatengesellschaft (international society[24] ^) verstanden, in welcher Institutionen mit Variablen (z.B. Diplomatie, Völkerrecht, Mächtegleichgewicht) ausgestattet sind, die das Verhalten der Akteure ebenfalls beeinflussen. An dieser Stelle ist auch die Bedeutung supranationaler Institutionen zu erwähnen, die besonders im Verständnis des Neofunktionalismus zur Geltung kommen und die Integration politischer Gemeinschaften zum Ziel haben.[25] Vor dem Hintergrund der Herausbildung internationaler Regime lassen sich Hurrells Regionalismusphänomene der regionalen zwischenstaatlichen Kooperation, der Regionalisierung und der regionalen Kohäsion beiordnen. Regionalisierung bedeutet nach Hurrell vor allem soziale und ökonomische Integration. Der Fokus liegt also auf wirtschaftlich autonomen Prozessen, welche als treibende Kräfte für die Entwicklung transnationaler regionaler Gesellschaften (social networks, multiple channels) bezeichnet werden können und auf diese Weise neue Formen der Identität fördern (z.B. cross-governmental alliances und multilevel players).[26] Regionale Kohäsion hingegen bezieht sich nach Hurrell auf die Entstehung einer konsolidierten regionalen Einheit, die sich entweder durch die Beziehungen der Staaten der Region und dem Rest der Welt definiert, oder die organisatorische Basis für die Politik der ganzen Region bildet, sich also auf supranationale Institutionen stützt.[27]

Der Universalismus, die dritte große Denktradition der Internationalen Beziehungen, geht auf die grundlegenden Annahmen der liberalen Friedenstheorie zurück. Deren Kernaussage ist es, dass die außenpolitische Gewaltbereitschaft eines Staatenkollektivs abnimmt, wenn der Grad politischer Partizipation innerhalb der Gesellschaft steigt.[28] Universalistische Vertreter legen dem internationalem System keinen anarchischen Naturzustand zugrunde. Stattdessen etabliert sich eine liberale Ordnung, welche die zentrale Bedeutung des Nationalstaates unterminiert und Individuen an dessen Stelle hervorhebt. Mit diesem Konzept korreliert die Idee des Weltstaates, welcher auf weltinnenpolitischen und demokratischen Prinzipien beruht und die Steuerung globaler Kontexte durch Organisationen, Institutionen und Regelsysteme intensiviert.[29] Der sogenannte Weltstaat und die damit in Verbindung stehende Weltgesellschaft bilden die Grundlage für die Herausbildung einer liberalen Sicherheitsgemeinschaft, welche anknüpfend an die Gedanken der liberalen Demokratie, durch gefestigte Normen und Institutionen internationale Sicherheit gewährleistet. Regionalismus im universalistischen Sinne macht damit nicht nur auf den Einfluss der demokratischen Idee aufmerksam, sondern bezieht sich auch auf die Überwindung des Nationalstaates. Stabile staatliche Strukturen sind jedoch die Voraussetzung dafür, dass regionale Kooperationsbestrebungen erfolgreich sind und sich auf supranationale Institutionen stützen können.[30]

Ebenso von Bedeutung für die Theoriedebatte des Regionalismus, jedoch nicht als explizit eigenständige Großtheorie der Internationalen Beziehungen zu nennen, ist der Konstruktivismus. Dieser stellt im Kontext der drei grundlegenden Denktraditionen eher eine Forschungsperspektive bzw. Metatheorie dar. Konstruktivistische Ideen sind mit zentralen realistischen (Macht und Interesse), institutionalistischen (Normen, Regeln und Institutionen) sowie universalistischen Annahmen (Identität und Gemeinschaftsbildung) verbunden. Im konstruktivistischen Verständnis ist eine Gesellschaft vor allem durch das Handeln ihrer Mitglieder bestimmt, was als Voraussetzung für die soziale Konstruktion der politischen Welt angesehen werden kann. Besonders die Besinnung auf gemeinsame Normen und Regeln löst die starre realistische Denkweise vom staatlichen Interesse ab. Denn Interessen werden im Konstruktivismus durch das Handeln der Akteure und deren Aushandlungsprozesse mittels Kommunikation sozial konstruiert, um schließlich durch Kommunikation auch vermittelt und koordiniert zu werden. Das gleiche Szenario gilt für die konzeptionelle Überlegung der Institutionen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass Werte und Handlungen das Verhalten von Akteuren maßgeblich beeinflussen. Sollten sich diese zu einem gegebenen Zeitpunkt verändern, würde das zugleich einen Wandel der internationalen Politik bedeuten.[31] Aus diesem Grund kann ein erweiterter Sicherheitsbegriff im Konstruktivismus betrachtet werden. Dieser erfasst insbesondere einen weiten kulturellen und sozio-politischen Rahmen. Nach Hurrell begründet das konstruktivistische Konzept einen kognitiven Realismus, welcher sich durch regionale Verbundenheit und die Herausbildung eines gegenseitigen Gemeinschaftsgefühls äußert und als regionale Kohäsion bezeichnet wird.[32]

Die folgende Abbildung soll die grundlegenden Aussagen der bisherigen Ausführung nochmals zusammenfassen. Dadurch soll die Verbindung zwischen den Theorien der Internationalen Beziehungen, der Regionalismusperspektive bzw. Sicherheitsperspektive verdeutlicht werden. Der damit geschaffene theoretische Rahmen stellt die Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit dem Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes dar.

Abb. 3: Regionalismus und Sicherheit aus dem Blickwinkel einzelner Denktraditionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Heise, Renaissance der Regionen, S.41.

2.2 Der Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes

Die Darstellung der Regionalismusphänomene im Kontext der Theorien der Internationalen Beziehungen verdeutlicht, welch grundlegende Bedeutung dem Sicherheitsbegriff in diesem Zusammenhang zu kommt. Nationale Sicherheit kann demnach nur verstanden werden, wenn auch globale bzw. regionale Sicherheitsinterdependenzen Beachtung finden. Vor allem regionale Sicherheitsdynamiken stehen diesbezüglich im Mittelpunkt der Analyse und fungieren als eine Art Mediator zwischen staatlicher und internationaler Ebene. Darauf aufbauend, ermöglicht der Theorieansatz des Regionalen Sicherheitskomplexes (RSK) eine spezifische Auseinandersetzung mit der Struktur des internationalen Systems und deren Bedeutung für regionale Sicherheit. Das Konzept basiert auf den unterschiedlichen Annahmen der Theorien der Internationalen Beziehungen. So lassen sich neorealistische, internationalistische, aber auch konstruktivistische Ansätze erkennen, welche die jeweiligen Merkmale der Theorie grundlegend bestimmen.

Der zentrale Gedanke dabei ist, dass Bedrohungsszenarien sich häufiger über kurze, als über längere Distanzen zwischen Staaten äußern und Sicherheitsinterdependenzen deshalb in regionale Cluster - sogenannte Sicherheitskomplexe - einzuordnen sind.[33] Da die Umgebung der meisten Staaten historisch und kulturell durch die Aktivitäten ihrer Nachbarstaaten bestimmt ist, sind auch die Sicherheitsinterdependenzen zu diesen intensiver als zu Staaten, die sich außerhalb eines solchen regionalen Komplexes befinden. Regionale Sicherheitsdynamiken sind deshalb besonders durch die offensichtliche Verbindung der Staaten innerhalb einer Region zueinander gekennzeichnet, sodass ihre nationale Sicherheit nicht unabhängig von diesen betrachtet werden kann.[34] Die ursprüngliche Definition Barry Buzans bezeichnete aus diesem Grund einen Regionalen Sicherheitskomplexes als ,,(...) a group of states whose primary security concerns link together sufficiently closely that their national securities cannot resonable by considered apart from another.”[35] Sicherheitskomplexe entstehen, aus der buttom-up Perspektive betrachtet, folglich als Resultat der Interaktionen individueller Staaten, was sowohl die Herausbildung gemeinsamer Interessen als auch Rivalitäten innerhalb einer Region impliziert. Die top-down Perspektive betrachtet Regionale Sicherheitskomplexe hingegen als Reaktion auf das neorealistische Sicherheitsdilemma. Zwischenstaatliche Interaktionen werden demzufolge mit einem anarchisch geprägten Umfeld und geographischer Nähe assoziiert.[36]

1998 wurde der Sicherheitsbegriff durch Buzan/Wæver in ihrem Werk „Regions and Powers“ erweitert. Die soziale Konstruktion von Sicherheit erreichte vor dem Hintergrund der Debatte um die Erweiterung von Sicherheitsstudien eine neue Dimension, indem nun sämtliche Akteure und verschiedene Sektoren in den Sicherheitsdiskurs einbezogen wurden. Der in diesem Zuge konstruktivistisch erweiterte Begriff des Regionalen Sicherheitskomplexes bezieht sich somit auf „(...) a set of units whose major processes of securitization, desecuritization, or both are so interlinked that their security problems cannot reasonably be analysed or resolved apart from another.” [37] Das set of units, die Region, stellt nach Buzan/Wæver ein territorial begrenztes, ebenfalls sozial konstruiertes Subsystem dar, in welchem das Ziel der jeweiligen Staaten deren nationale Sicherheit darstellt. Aus diesem Grund sind staatliche Beziehungen in einer Region durch Sicherheitsdynamiken geprägt.[38] Das Bestehen des regionalen Systems, des Regionalen Sicherheitskomplexes, ist damit von drei wesentlichen Variablen abhängig: den regionalen Akteuren, deren Interaktion und Handlungszusammenhänge auf der regionalen und globalen Ebene. [39]

Als das zentrale Element des Theorieansatzes wird der Staat angesehen, welcher von Buzan als eine kollektive Einheit beschrieben wird, die nationale Individuen bindet und eine politische Organisation formt. „(...) the state has transcended, and often crushed, all other political units to the extend that it has become the universal standard of political legitimacy.“ [40] Der Staat stellt dabei - aus systemischer Perspektive - eine territorial bestimmte, sozio-politische Einheit dar, der es durch die Existenz von Institutionen gelingt, ein gesellschaftliches Kollektiv zu regieren. Es ist deshalb notwendig, die Beziehungen von Territorium, Regierenden und Gesellschaft innerhalb eines Staates zu analysieren, um deren Bedeutung für nationalstaatliche Sicherheit zu verstehen. Die Verbindung interner staatlicher Dynamiken mit einer anarchisch bestimmten Umwelt bewirkt nicht zuletzt, dass Staaten sich teilweise selbständig gesellschaftlich konstruieren können. [41] Das Konzept des Regionalen Sicherheitskomplexes basiert grundsätzlich auf der Annahme souveräner Staaten, deren gesellschaftliche Beschaffenheit nicht nur Auswirkungen auf eine Region hat, sondern auch für das gesamte internationale System prägend ist. Die anfänglichen Überlegungen gründen sich dementsprechend auf realistische Annahmen. Der Charakter eines Staates zeichnet sich durch drei wesentliche Gestaltungsmerkmale aus: der Idee vom Staat, dem institutionellen Ausdruck und der physischen Basis. Dadurch erscheinen Nationalstaaten funktional differenziert und unterscheiden sich mehr als nur durch ihre Machtposition im internationalen System. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer geographische Lage und Größe, in ihrer Geschichte, Kultur und Ideologie und lassen sich durch derartig individuelle Merkmale in ihren endogenen Ursprung und Grad der Modernität kategorisieren. Die Unterscheidung ermöglicht es, den Grad der sozio- politischen Kohäsion eines Staates zu identifizieren. Dieser ist ausschlaggebend für die Beurteilung eines Staates im regionalen Kontext, denn nationale Sicherheit hängt von der Sicherheit angrenzender bzw. benachbarter Staaten ab. Die damit verbundenen Sicherheitsinterdependenzen einer Region können daher nur analysiert werden, wenn die innenpolitischen Verhältnisse anderer Akteure als mögliche Unsicherheitsquelle ebenfalls Beachtung finden.[42]

Grundsätzlich unterscheidet Buzan deshalb zunächst zwischen starken und schwachen Staaten, wobei Stärke in diesem Zusammenhang nicht mit Macht gleichzusetzen ist. Eine solche Differenzierung ist dahingehend von Bedeutung, dass eine Region, die weitestgehend aus starken Staaten besteht, grundsätzlich durch andere Sicherheitsdynamiken gekennzeichnet ist, als eine Region mit mehrheitlich schwachen Staaten. Starke Staaten werden dabei besonders durch eine lange Geschichte charakterisiert, in der sie die Möglichkeit hatten, eine Nation zu konsolidieren. Die Idee des starken Staates konzentriert sich folglich auf ein klar definiertes Territorium und stabile Institutionen. Die Aufgabe, nationale Sicherheit zu gewährleisten, wird aus diesem Grund vorwiegend durch den Schutz dieses staatlichen Territoriums vor äußeren Bedrohungen bestimmt.[43]

Schwache Staaten hingegen befinden sich oftmals noch im Prozess der Staatskonsolidierung, was nicht zuletzt mit dem Ende der Kolonisation erklärt werden kann. Denn schwache Staaten sind vor allem in Afrika oder Asien aufzufinden.

[...]


[1] Willke, Helmut, Global Governance, Bielefeld 2006, S. 5.

[2] Vgl. Nabers, Dirk, Einleitung, in: Nabers, Dirk/Ufen, Andreas (Hrsg.), Regionale Integration. Neue Dynamiken in Afrika, Asien und Lateinamerika, Hamburg 2005, S. 14.

[3] Hettne, Björn, The New Regionalism. A Prologue, in: Hettne, Björn/Inotai, András/Osvaldo, Sunkel (Hrsg.), Globalism and the New Regionalism, Helsinki 1999, S. xvi f.

[4] Vgl. dazu Adebajo, Adekeye, Pax West Africana? Regional Security Mechanism, in: Adebajo, Adekeye/Rashid, Ismail (Hrsg.), West Africa's Security Challenges. Building Peace in A Troubled Region, London 2004. Salomon, Katja, Konfliktmanagement durch ECOWAS und SADC - die regionale Rolle Nigerias und Südafrikas in subregionalen Interventionen: Ein Beitrag zum Frieden?, Münster 2008. Francis, David J., Peacekeeping in a bad neighbourhood. The ECOWAS in Peace and Security in West Africa, in: AJCR (3) 2009. Kabia, John M., Humanitarian Intervention and Conflict Resolution in West Africa. From ECOMOG to ECOMIL, Farnham 2009.

[5] Schieder, Siegfried/Spindler, Manuela, Theorie(n) in der Lehre von den Internationalen Beziehungen, in: Schieder, Siegfried/Spindler, Manuela (Hrsg.), Theorien der Internationalen Beziehungen, 2. Auflage, Opladen 2006, S. 9.

[6] Großtheorien beziehen sich auf die internationalen Beziehungen insgesamt und formulieren durch die Verwendung unterschiedlich zentraler Kategorien allgemeine Annahmen darüber, was die politische Welt im Innersten zusammenhält. Vgl. Krell, Gert, Theorien in den Internationalen Beziehungen, in: Knapp, Manfred/Krell, Gert, Einführung in die Internationale Politik. Studienbuch, 4. Aufl., Oldenburg 2004, S. 60f.

[7] William Thompson versuchte bspw. anhand 21 definierter Attribute eine Region zu bestimmen. Vgl. dazu Thompson, William R., The Regional Subsystem. A Conceptual Explication and Propositional Inventory, in: International Studies Quarterly, Vol. 17, 1973 (1), S. 93.

[8] Vgl. Daase, Christopher, Regionalisierung der Sicherheitspolitik; - Eine Einführung, in: Daase, Christopher/Freske, Susanne/Moltmann, Bernhard/Schmid, Claudia, Regionalisierung der Sicherheitspolitik. Tendenzen in den Internationalen Beziehungen nach dem Ost-West-Konflikt, Baden-Baden 1997, S. 77f.

[9] Vgl. ebd., S. 78f. Und Vgl. zur Debatte der Definition von Regionen Väyrynen, Raimo, Regionalism: Old ans New, in: International Studies Review (2003), H. 5, S. 26ff.

[10] Vgl. Hurrell, Andrew, Regionalism in Theoretical Perspective, in: Fawcett, Louise/Hurrell, Andrew (Hrsg.), Regionalism in World Politics. Regional Organization and International Order, Oxford 1995, S. 37­45.

[11] Vgl. Lemke, Christiane, Internationale Beziehungen. Grundkonzepte, Theorien und Problemfelder, 2. Aufl., Oldenburg 2008, S. 15.

[12] Vgl. Morgenthau, Hans J./Thompson, Kenneth W., Politics among Nations. The Struggle for Power and Peace, New York 1993, S. 4f.

[13] Vgl. Waltz, Kenneth N., Man, the State, and War. A Theoretical Analysis, New York 1954, S. 12.

[14] Der Begriff Sicherheitsdilemma geht auf John Herz zurück und beschreibt, dass „(...) nicht die Herrschsucht der Menschen Staaten in die Machtpolitik treibt, sondern die Angst um ihre Sicherheit. (...) Um sich zu schützen, sehen sie sich gezwungen, Macht zu akkumulieren, um der Macht der anderen begegnen zu können.“ Krell, Theorien in den Internationalen Beziehungen, S. 63.

[15] Vgl. Heise, Matthias, Die Renaissance der Regionen. Neue Ansätze in den Theorien der Internationalen Beziehungen: Regionaler Sicherheitskomplex und Regionale Ordnung, Frankfurt a. M. 2008, S. 18.

[16] Vgl. ebd. S. 37.

[17] „Kooperation gilt damit als Antwort auf den aus Interdependenz- und Verflechtungsproblemen resultierenden internationalen Problemlösungsbedarf in zentralen Politikfeldern, dem nur durch wachsende Institutionalisierung der kollektiven Problembearbeitung gerecht zu werden ist.“ Meyers, Reinhard, Theorien internationaler Kooperation und Verflechtung , in: Woyke, Wichard (Hrsg.), Handwörterbuch Internationale Politik, Bonn 2006, S. 483.

[18] Vgl. Hurrell, Regionalism in Theoretical Perspective, S. 47ff.

[19] Vgl. ebd., S. 42.

[20] Vgl. Keohane, Robert O., International Institutions and State Power. Essays in International Relation Theory, London 1989, S. 2.

[21] Berger, Peter L./Luckmann, Thomas, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie, Frankfurt a. M. 1980, S. 58.

[22] Vgl. Keohane, Robert O./Nye, Joseph S., Power and Interdependence, New York 1989, S. 7-10.

[23] Vgl. Reinhard, Theorien internationaler Kooperation und Verflechtung, S. 488ff.

[24] Der Begriff der internationale society geht auf Hedley Bull zurück. Vgl. dazu Bull, Hedley, The Anarchical Society. A Study of Order in World Politics, Hampshire 2002, S. 22f.

[25] Vgl. Heise, Die Renaissance der Regionen, S. 23.

[26] Vgl. Hurrell, Regionalism in Theoretical Perspective, S. 39f.

[27] Vgl. Hurrell, Regionalism in Theoretical Perspective, S. 44f.

[28] Vgl. Krell, Gert, Weltbilder und Weltordnung. Einführung in die Theorie der internationalen Beziehungen, 4., überarb. und erw. Aufl., Baden-Baden 2009, S. 191f.

[29] Vgl. Heise, Die Renaissance der Regionen, S. 28.

[30] Vgl. ebd., S. 27-29.

[31] Vgl. Lemke, Internationale Beziehungen, S. 36f.

[32] Vgl. Hurrell, Regionalism in Theoretical Perspective, S. 64.

[33] Vgl. Buzan, Barry/Wæver, Ole, Regions and Powers. The Structure of the International Security, Cambridge 2003, S. 3f.

[34] Vgl. ebd., S. 43f

[35] Buzan, Barry, People, States & Fear. An Agenda for International Security Studies in the Post-Cold War Era, Colorado 1991, S. 190.

[36] Vgl. Buzan, People, States & Fear, S. 190f.

[37] Buzan/Wæver, Regions and Power, S. 44.

[38] Vgl. Heise, Renaissance der Regionen, S. 43f.

[39] Vgl. Buzan/Wæver, Regions and Power, S. 45-50.

[40] Buzan, People, States & Fear, S.58.

[41] Vgl. ebd., S. 57-61.

[42] Vgl. Heise, Renaissance der Regionen, S. 44ff.

[43] Vgl. Buzan, People, States & Fear, S.98f.

Details

Seiten
59
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656157410
ISBN (Buch)
9783656157847
Dateigröße
2.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190945
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Internationale Organisationen und Globalisierung
Note
1,3
Schlagworte
ECOWAS Regionaler Sicherheitskomplex Sicherheit Westafrika Regionalismus Regionalisierung der Weltpolitik Afrikanische Sicherheitsarchitektur

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Titel: Regionale Sicherheit in Westafrika