Lade Inhalt...

Wie veränderte sich die Außenpolitik von Amerika in Bezug auf Venezuela nach der Wahl Barack Obamas?

Seminararbeit 2011 10 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: USA

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die diplomatischen Beziehungen zwischen George W. Bush und Hugo Chavez
2.1. Unterstützung des Putsches 2002
2.2. Direkte oder indirekte Unterstützung des Putsches
2.3. Mögliche Gründe für den Putsch

3. Veränderungen seit der Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten
3.1. Wiederaufnahme der politischen Gespräche und mögliche Gründe
3.2. Mögliche Entwicklung innerhalb der ersten Amtszeit von Barack Obama

4. Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

In dieser Hausarbeit befasse ich mich damit, inwiefern sich die außenpolitischen Beziehungen zwischen den USA und Venezuela, in besonderer Hinsicht auf den Präsidenten Hugo Chavéz, seit der Wahl Barack Obama´s zum US-Präsidenten, verändert haben.

Meine Arbeit lässt sich in drei Abschnitte einteilen, beginnend mit der Beziehungen zwischen George W. Bush und Hugo Chavéz in den Jahren 2000-2008 und der neueren Entwicklung seit 2008 in Bezug auf Barack Obama.

Im ersten Kapitel geht es darum, aus welchen Gründen sich seit der Wahl von George W. Bush zum US-Präsidenten im Jahr 2000 die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela so rapide verschlechtert haben. Liegt es nur an der Person Hugo Chavéz? Oder haben auch wirtschaftspolitische Erwägungen eine Rolle gespielt? Des weiteren möchte ich untersuchen, wie weit die Bush-Regierung den Putsch gegen Chavéz im Jahr 2002 finanziell und auch materiell Unterstützt hat, und in wieweit dies mit der Abhängigkeit der USA von venezuelanischen Öl zusammenhängt.

Im darauf folgenden Kapitel beschäftige ich mich mit der Veränderung der diplomatischen Beziehungen nach der Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der USA ab 2008. In welche Richtung haben sich die Beziehungen im Zuge der „Neuen Außenpolitik“ die Obama ausgerufen hat verändert. Aus welchen Gründen hat die Regierung Obama wieder diplomatische Gespräche aufgenommen und wie könnten sich die Beziehungen in den nächsten Jahren entwickeln.

„Seit dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa ist die Welt aus dem Gleichgewicht gekommen. Daher ist die erste Revolution im 3. Jahrtausend von größter Bedeutung. Erstmals wird der Versuch unternommen, den Sozialismus des 21. Jahrhunderts zu verwirklichen.“ (Hugo Chavez zur Eröffnung der Weltjugendfestspiele 2004 in Venezuela)

2. Die diplomatischen Beziehungen zwischen George W. Bush und Hugo Chavez

2.1. Vorbereitung des Putsches 2002

Die ersten massiven Risse bekamen die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Venezuela besonders zu Hugo Chavez im Frühjahr 2002 als in Folge des Austausches der Führung der staatlichen Ölförderungsgesellschaft PDVSA (Petróleos de Venezuela S. A.) und des dadurch ausgerufenen Generalstreiks der CTV (Confederación de Trabajadores de Venezuela) unter Führung von Carlos Ortega, der zum damaligen Zeitpunkt Präsident der CTV war. Nach heutigen Erkenntnissen gilt es als sicher, dass die US-Regierung besonders in der Person von Otto Reich, der als Stellvertretender Aussenminister für Belange der Westlichen Hemisphäre für die US-Regierung arbeitete, aktiv an den Putschplänen gegen Hugo Chavez beteiligt war, sowie das er sich im Vorfeld mehrmals mit dem Führer der Putschisten und späteren Präsidenten Venezuelas, Pedro Carmona, im Weißen Haus getroffen hat.

Otto Reich, der schon in den 1980er Jahren für die Reagan-Regierung als Botschafter in Venezuela arbeitete, und in dieser Funktion bereits damals massive Bemühungen anstrengte, im Auftrag der US-Regierung Einfluss auf dem venezolanischen Ölmarkt zu gewinnen. Zuvor war Reich bereits bei der vergeblichen Installation eines USA freundlichen Regimes in Nicaragua gescheitert. (Golinger 2006: Seite 58)

Nach dem Treffen zwischen Reich und Carmona, ende Februar 2002, kam es am 5. März 2002 zu einer Nachricht von den Putschisten, welche unter anderem an die CIA ging, die die Beteiligung der USA noch einmal deutlich machte. In diesem stand:

„In einm Repräsentantenem großen Akt versammelten sich die venezolanischen Großen und Guten am 5. März, u des Bundes venezolanischen Arbeiter, des Verbands der Unternehmerkammer und der katholischen Kirche zu hören, die ihre „Basis für ein Demokratisches Abkommen“- zehn Leitsätze, wie man eine Übergangsregierung führt- präsentierten … Dieses Abkommen stellt einen wichtigen Schritt der Opposition dar, die bis jetzt zwar Chavez schnell aburteilte, aber keine eigenen Vorschläge gebracht hatte.“ (Golinger 2006: Seite 83, 84)

2.2. Direkte oder indirekte Unterstützung des Putsches

Zum eigentlichen Putsch kam es dann am 12. April 2002, als nach einem zu diesem Zeitpunkt bereits 4 Tage andauernden Generalstreiks, welcher unter anderem von der CTV, verschiedener Wirtschaftsverbände sowie der Katholischen Kirche unterstützt wurde, und an deren Spitze Pedro Carmona und Carlos Ortega standen.

Zuvor kam es am 11. April 2002 zu einer Massendemonstration in Caracas, die vor der Zentrale der PDVSA stattfand.

Im Laufe der Demonstration nahmen die Demonstranten, angeführt von Ortega und Carmona, Kurs auf den Präsidentenpalast. Als es in den Mittagsstunden zu massiven Gewaltausschreitungen mit mehreren Toten kam, hielt Hugo Chavez eine TV Ansprache, die jedoch durch mehrere private, regierungskritische Fernsehsender nicht ausgestrahlt wurde und somit nicht alle Bürger erreicht wurden.

Nach der Festnahme von Chavez durch die Putschisten und einer nur 48 Stunden andauernden Amtszeit musste der selbst ausgerufene Präsident Venezuelas, Pedro Carmona, aufgrund massiver Proteste, vor allem der ärmeren Bevölkerung, die in Chavez jemanden sahen, der eine Umverteilung der Güter und eine stärkere wirtschaftliche und politische Partizipation der armen Bevölkerungsschichten erreichen konnte. Des weiteren wurde Chavez von großen Teilen des Militärs, das weiterhin hinter Chavez stand, unterstützt.

Als Folge des somit gescheiterten Putsches floh der auf dem Weg ins Gefängnis verhaftete Carmona zunächst in die kolumbianische Botschaft, um anschließend ins Exil nach Kolumbien zu gehen. Aus seinem kolumbianischen Exil schrieb Carmona Anfang 2001, dass auch die OAS (Organisation amerikanischer Staaten) über die Pläne eines gewaltsamen Putsches informiert war, und dieses sogar gebilligt habe. (Quelle http://amerika21.de/meldung/2011/03/25710/oas-putschversuch- venezuela)

Auch hier wird wieder die Verstrickung der US-Regierung deutlich gemacht, die ein Eingreifen gegen Chavez gefördert hat.

2.3. Mögliche Gründe für den Putsch

Über die möglichen Gründe für den Putsch in Venezuela kann in vielfältiger Form spekuliert werden. Die wahrscheinlichsten Gründe sind die großen Ölvorkommen, über die Venezuela verfügt, sowie die sozialistische Wirtschaftspolitik die Hugo Chavez seit seinem Amtsantritt verfolgt. Aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Venezuela und Kuba kam es zum Missfallen der USA zu einem Abkommen zwischen Castro und Chavez, welches Kuba mit deutlich vergünstigtem Öl gegenüber dem Weltmarktpreis versorgte. Im Gegenzug bekam Venezuela unter anderem gut ausgebildete Ärzte im Rahmen des 2003 gegründeten „Barrio Adentro“ Programms. (Twickel 2007: Seite 267)

Des weiteren verkaufte Venezuela auch an Städte in Europa vergünstigtes Öl. Beispielsweise an London, wo 2007 zwischen dem damaligen Mayor of London, Ken Livingstone und Hugo Chavez ein Vertrag geschlossen wurde, der der Stadt London vergünstigten Treibstoff für ihre Busse garantierte, womit die Fahrpreise gesenkt werden konnten.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656152200
ISBN (Buch)
9783656152422
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190716
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Schlagworte
veränderungen beziehungen venezuela wahl barack obamas vergleich vorgänger george bush hinsicht person präsidenten hugo chavez

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Wie veränderte sich die Außenpolitik von Amerika in Bezug auf Venezuela nach der Wahl Barack Obamas?