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Erziehung auf der Basis biblischer Werte

Möglichkeiten der Umsetzung in Kindertageseinrichtungen

Facharbeit (Schule) 2012 22 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Was sind Werte?
1.2 Ist Biblisch gleich Christlich?
1.3 Mein Ziel

2 Die Bibel ein Erziehungsratgeber?
2.1 Was sagt die Bibel über Kinder?
2.2 Gott als Vater
2.3 Grundlegende Werte für biblische Erziehung
2.3.1 Bedingungslose Liebe, Annahme und Akzeptanz
2.3.2 Autorität, aber nicht autoritär
2.3.3 Konsequenz und Gerechtigkeit

3 Wertewandel - Sind biblische Werte noch zeitgemäß?

4 Ein Konzept für biblische Werteerziehung in Kindertageseinrichtungen

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Anlagenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Was sind Werte?

„Das Wort >Wert< stammt vom mittelhochdeutschen Begriff >Werder<, wodurch in einem Siedlungsraum ein Ort bezeichnet wird, der bei Hochwasser nicht überschwemmt wird.“[1] Dementsprechend stellen Werte eine feste und unerschütterliche Grundlage menschlichen Zusammenlebens dar.[2]

Eine Definition lautet: „Werte sind in einer Gesellschaft oder in einer Gruppe vorherrschende, verbindliche Vorstellungen über das Wünschens- und Erstrebenswerte und bilden allgemeine Orientierungsmaßstäbe für das Verhalten von Menschen.“[3] Werte sind also Ideale für menschliches Verhalten. Aber nicht nur eine Gesellschaft oder Gruppe hat gemeinsame Werte, sondern jeder Einzelne legt für sich selbst fest, was ihm wichtig ist, was für ihn Wert hat. Diese individuellen Werte dienen einem jeden als eine Art Entscheidungsgrundlage.[4]

1.2 Ist Biblisch gleich Christlich?

Biblisch meint nichts anderes, als fundiert auf der Bibel, dem Wort Gottes, zu sein. Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Im Allgemeinen wird unter christlich eine traditionelle Kirchenzugehörigkeit und vorbildliche Moral verstanden.

Gott hat den Menschen nach seinem Bilde geschaffen[5]. Doch das christliche Menschenbild zeigt auch die Sündhaftigkeit des Menschen auf.[6] Diese begründet sich im Sündenfall, in der Geschichte von Adam und Eva.[7] Fehler werden in der Bibel mit dem Begriff der Sünde überschrieben. Christen sind ebenso Menschen, wie alle anderen, und machen Fehler. In diesem Moment handeln sie jedoch nicht nach den Maßstäben der Bibel.

1.3 Mein Ziel

In meiner Arbeit möchte ich gezielt darauf eingehen, was die Bibel über Erziehung lehrt. Dafür werde ich aus der Bibel zitieren. Diese Zitate hebe ich in besonderem Maße durch Zentrierung und Kursivdruck hervor. Zur Angabe der Bibelstellen nutze ich die übliche Art und Weise: Buch der Bibel Kapitel, Vers (Übersetzung). Bei Vergleichen mit biblischen Geschichten tut die Übersetzung nichts zur Sache und wird daher nicht genannt.

Zunächst diskutiere ich hierfür, ob die Bibel sich überhaupt als Erziehungsratgeber eignet. Im weiteren Verlauf erläutere ich, welche Aussagen und Grundprinzipien über Erziehung in der Bibel zu finden sind, und erörtere die Frage des Wertewandels und Werteverständnisses in der heutigen Zeit. Zum Schluss erarbeite ich ein Konzept für Einrichtungen, die Wert auf biblische Erziehung legen.

Ich möchte vor allem für mich selbst erarbeiten, wie sich biblische Erziehung in meinem Beruf umsetzen lässt und herausfinden, ob dies in der heutigen Zeit noch gesellschaftsfähig ist. Des Weiteren ist es mein Ziel, dass jeder, der sich für das Thema interessiert, meinen Ausführungen folgen und sich Anregungen zur Umsetzung entnehmen kann.

In Deutschland gibt es viele Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, aber schon oft musste ich, als Christ, feststellen, dass biblische Werte nicht oder nur schwer zu erkennen waren. Für mich persönlich ist es ein Anliegen, dass diesen Einrichtungen eine Möglichkeit aufgezeigt wird, wie biblische Erziehung gelingen kann. Ich möchte diesen und allen anderen christlichen Einrichtungen mit dieser Arbeit ein Werkzeug, ein Konzept zur Verfügung stellen, auf dessen Grundlage sie ihre Konzeption er- oder überarbeiten können.

2 Die Bibel ein Erziehungsratgeber?

In der Bibel findet man wenige Stellen, in denen es um Erziehung geht und / oder direkt an Eltern bzw. Kinder gerichtet sind.

Wer seine Rute schont, haßt seinen Sohn; aber wer ihn liebhat, züchtigt ihn beizeiten.[8]

Ihr Kinder, seid euern Eltern in allen Dingen gehorsam; denn das gefällt dem Herrn. Ihr Väter, seid liebevoll zu euern Kinder, damit sie nicht ängstlich und mutlos werden.[9]

Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.[10]

Aber kann sie nur deswegen als eine Art Ratgeber verwendet werden? In der Bibel sind zu vielen Lebenslagen ratgebende Worte zu finden. Das Buch der Sprüche ist voll solcher Lebensweisheiten, von denen Parallelen zu heutigen Sprichwörtern gezogen werden können.

Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit aber bleibt bestehen.[11]

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Wer einen Stein auf andere wälzt, auf den wird er zurückrollen.[12]

Aber kann man das auch auf den Bereich der Erziehung so anwenden? Nein und Ja.

NEIN, denn sie enthält zu wenige direkte Anweisungen. Zum anderen wurde die Bibel in einer Zeit geschrieben, welche mit der heutigen, mit ihren Problemen und Fragestellungen zur Erziehung, nicht vergleichbar ist.[13]

JA, denn sie zeigt ein klares Bild vom Kind auf und es lassen sich viele Werte für die Erziehung ableiten.[14] So können viele Werte direkt aus dem Text herausgefiltert oder eindeutig interpretiert werden.[15] Aber auch Jesus zeigt durch seine Art, wie er lebt, ein Beispiel für biblische Werte.[16] Auf Gott als Vater möchte ich im weiteren Verlauf der Arbeit noch näher eingehen. Dies stellt eine weitere Möglichkeit dar, Werte der Bibel zu entnehmen.

2.1 Was sagt die Bibel über Kinder?

Kinder sind ein Geschenk des Herrn, sie sind ein Lohn aus seiner Hand.[17]

Doch Jesus rief die Kinder zu sich und wies die Jünger zurecht: „Laßt die Kinder zu mir kommen! Schickt sie nicht weg! Denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes bestimmt. Habt ihr es denn noch immer nicht begriffen: Wer nicht wie ein kleines Kind voller Vertrauen zu Gott kommt, dem bleibt das Reich Gottes verschlossen:“[18]

Diese Verse zeigen, wie wertvoll Kinder in den Augen Gottes sind. Er gibt sie als ein besonderes Geschenk. Jesus bezeichnet sie sogar als Vorbilder des Glaubens.[19] Er gibt uns somit die Verantwortung für die nächste Generation in die Hände und zeigt uns damit sein Vertrauen. Ein indischer Gelehrter bringt es wie folgt zum Ausdruck: „Jedes neugeborene Kind bringt die Botschaft, dass Gott sein Vertrauen in den Menschen noch nicht verloren hat.“[20]

2.2 Gott als Vater

In der gesamten Bibel geht es „um die Beziehung zwischen Kindern [dem Volk Gottes] und ihrem entsprechenden Gegenüber [Gott]“[21], sprich um eine Erziehungsbeziehung. Im Alten Testament spricht Gott zum Volk der Juden:

>Ich bin der Herr, dein Gott: ich habe dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit.<[22]

Dieses Verhältnis wird im Neuen Testament auf die Christen, die Nachfolger Jesus, ausgeweitet.[23]

Seht doch, wie sehr uns der Vater geliebt hat! Seine Liebe ist so groß, dass er uns seine Kinder nennt. Und wir sind es wirklich! Die Welt versteht uns nicht, weil sie Gott nicht kennt.[24]

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf der Erde benannt wird:[25]

Jesus benennt hier Gott nicht nur als seinen Vater, sondern als den Vater überhaupt. Das heißt, dass es Vaterschaft nur gibt, weil Gott der Vater aller Väter ist.[26] Sein Wesen und seine Liebe werden im Vorwort besonders deutlich.

Gott gibt mit seiner Art als Vater ein Beispiel dafür, wie Elternschaft auf der Erde aussehen sollte. Da Erziehung heute aber nicht nur durch die Eltern geschieht, möchte ich von Grundzügen bzw. grundlegenden Werten für eine biblische Erziehung sprechen.[27]

2.3 Grundlegende Werte für biblische Erziehung

In der Bibel sind auf verschiedenste Art und Weise, wie unter Punkt zwei bereits erwähnt, Werte zu finden, die für die Erziehung von Kindern wichtig sind. Ich möchte mich jedoch auf die folgenden drei Grundzüge aus dem Vaterbild Gottes beschränken, da es sonst den Rahmen der Arbeit sprengen würde, und näher auf diese eingehen. Ohne sie ist, meiner Überzeugung nach, eine biblische Erziehung nicht möglich.

2.3.1 Bedingungslose Liebe, Annahme und Akzeptanz

So kehrte er zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war noch weit entfernt, als sein Vater ihn kommen sah. Voller Liebe und Mitleid lief er seinem Sohn entgegen, schloss ihn in die Arme und küsste ihn.[28]

[...]


[1] Stückelberger o.J. URL: http://zukunft-eu.de/upload/2189785_Z3_Ohne_Herkunft_keine_Zukunft.pdf Stand: 01.01.2012), S. 4

[2] vgl. ebd.

[3] Jaszus 2008, S.232

[4] vgl. Jaszus a.a.O., S. 531

[5] vgl. Die Bibel, 1. Mose 1, 27

[6] vgl. Wünch o.J. URL: http://www.bibelbund.de/htm/99-3-176.htm (Stand: 01.12.2011)

[7] vgl. Die Bibel, 1. Mose 3

[8] Die Bibel, Sprüche 13, 24 (Revidierte Elberfelder Übersetzung)

[9] Die Bibel, Kolosser 3, 20 (Hoffnung für alle)

[10] Die Bibel, Epheser 6, 4 (Luther 1984)

[11] Die Bibel, Sprüche 12, 19 (Hoffnung für alle)

[12] Die Bibel, Sprüche 26, 27 (Neues Leben)

[13] vgl. Stenger 2008 URL: https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:4R6XdGRTe-4J:efg-kempten.de/material/doc_download/35-biblische-leitlilnien-zu-familie-und-erziehung.html+leitlinien+biblischer+erziehung&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESgUdkigAO0e95UWYBCUcBdCb-MEne4OdyBwEXjRKeiAujLZbCRb57ZqX78cf6hpXW4JUVopS-N6YohU6BX7oFm-INivR0O0dj-nu_WQ2-yQYwTN6ZVHTtwFaIlNtpdlGsAb8ox_&sig=AHIEtbTKNPPcaITF10xwLyMlq3-xE-n93Q (Stand: 21.01.2012), S. 6

[14] vgl. ebd.

[15] vgl. Fischer 2010

[16] vgl. Whitehurst 2004

[17] Die Bibel, Psalm 127, 3 (Neues Leben)

[18] Die Bibel, Lukas 18, 16f (Hoffnung für alle)

[19] vgl. Stenger 2008 URL: https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:4R6XdGRTe-4J:efg-kempten.de/material/doc_download/35-biblische-leitlilnien-zu-familie-und-erziehung.html+leitlinien+biblischer+erziehung&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESgUdkigAO0e95UWYBCUcBdCb-MEne4OdyBwEXjRKeiAujLZbCRb57ZqX78cf6hpXW4JUVopS-N6YohU6BX7oFm-INivR0O0dj-nu_WQ2-yQYwTN6ZVHTtwFaIlNtpdlGsAb8ox_&sig=AHIEtbTKNPPcaITF10xwLyMlq3-xE-n93Q (Stand: 21.01.2012), S. 2

[20] Tagore o.J., zit.n. ebd.

[21] Stenger a.a.O., S. 6, (Zusätze von Susanne Klötzer)

[22] Die Bibel, 2. Mose 20, 2 (Hoffnung für alle)

[23] vgl. Stenger 2008 URL: https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:4R6XdGRTe-4J:efg-kempten.de/material/doc_download/35-biblische-leitlilnien-zu-familie-und-erziehung.html+leitlinien+biblischer+erziehung&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESgUdkigAO0e95UWYBCUcBdCb-MEne4OdyBwEXjRKeiAujLZbCRb57ZqX78cf6hpXW4JUVopS-N6YohU6BX7oFm-INivR0O0dj-nu_WQ2-yQYwTN6ZVHTtwFaIlNtpdlGsAb8ox_&sig=AHIEtbTKNPPcaITF10xwLyMlq3-xE-n93Q (Stand: 21.01.2012), S. 7

[24] Die Bibel, 1. Johannes 3, 1 (Die Gute Nachricht)

[25] Die Bibel, Epheser 3, 14f (Revidierte Elberfelder Übersetzung)

[26] vgl. Wünch o.J. URL: http://www.bibelbund.de/htm/99-3-176.htm (Stand: 01.12.2011)

[27] vgl. Stenger a.a.O., S. 7

[28] Die Bibel, Lukas 15, 20 (Neues Leben)

Details

Seiten
22
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656155140
ISBN (Buch)
9783656155867
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190651
Institution / Hochschule
DPFA Akademien Gruppe GmbH – Bildungsstätte Görlitz - Fachsschule für Sozialwesen
Note
2
Schlagworte
christlich Bibel biblisch christliche Erziehung biblische Erziehung

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