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Ethisch-ökologisches Rating: Eine genauere Betrachtung anhand von zwei marktrelevanten Konzepten

Hausarbeit 2011 14 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2. „Corporate Responsibility Rating (CRR)“-Konzept
2.1 Konzeptioneller Hintergrund
2.2 Vorstellung des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens (FHL)
2.3 CRR als marktfähiges Rating-Konzept
2.4 Anwendungsbeispiele

3. Konzept der „Sarasin Sustainability Matrix (SSM)“
3.1 Konzeptioneller Hintergrund
3.2 SSM als zweidimensionale Bewertungsmethode
3.3 Anwendungsbeispiele

4. Student-Consulting-Projekt (SCP): Puma SE

5. Fazit

II Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Untersuchungsbereiche des CRR

Abb. 2 Sarasin Sustainability Matrix (SSM) S.11

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Mit Hilfe eines Nachhaltigkeitsratings können Unternehmen nach ethischen Kriterien analysiert und bewertet werden. Dies ermöglicht es Kapitalgebern jene Unternehmen zu identifizieren, die im Bereich der nachhaltigen Entwicklung weltweit führend sind. Ebenso entscheidend und wirkungsvoll sind die hieraus resultierenden Impulse für das bewertete Unternehmen selbst, um ihre Performance unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten kontinuierlich zu optimieren. Laut Untersuchungen waren in den USA Ende 2007 bereits zehn Prozent des Marktvolumens, im Detail waren es 2,7 Billionen USD, unter Berücksichtigung ethischer, ökologischer oder sozialer Kriterien investiert. Für Europa wird ein Marktanteil von 17,6 Prozent (= 2,7 Billionen EUR) propagiert. Davon werden 1,2 Billionen EUR nach dem „CORE Socially Responsible Investment“-Prinzip gemanaged, welches für die strengen Ansätze innerhalb des nachhaltigen Investments steht.[1] +[2]

Auch wenn mittlerweile einige Unternehmen und Investoren die Nachhaltigkeit im Fokus haben, fehlt es zumeist an ganzheitlichen und professionellen Instrumenten bzw. Strategien, wie dies effizient und ökonomisch umgesetzt werden kann. Ethisch-ökologisches Rating kann hier Abhilfe schaffen.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Diese Seminararbeit handelt von der Thematik des ethisch-ökologischen Ratings und hat die Zielsetzung, die inhaltlich entscheidenden Aspekte anhand von zwei marktrelevanten Konzepten komprimiert darzustellen und punktuell näher zu erläutern. Im Detail befasst sich das zweite Kapitel mit dem „Corporate Responsibilty Rating“-Konzept der Firma oekom research, welches auf dem Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden basiert. Das dritte Kapitel widmet sich dem Konzept der „Sarasin Sustainabilty Matrix“ aus dem Repertoire der Bank Sarasin. Im Rahmen eines Student Consulting Projektes wird im vierten Kapitel auf die erste Veröffentlichung eines „Environmental Profit and Loss Account“ seitens der Firma PUMA SE eingegangen. Ein abschließendes Fazit erfolgt im fünften und somit letzten Kapitel.

2. „Corporate Responsibility Rating (CRR)“-Konzept

2.1 Konzeptioneller Hintergrund

Das CRR-Konzept wurde im Jahre 2000 von der Rating-Agentur oekom research AG aus München vorgestellt. Oekom research ist bereits seit 1993 auf dem Markt für nachhaltige Investments tätig und zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Informationen über die soziale und ökologische Performance von Unternehmen, Branchen und Ländern. Mit Hilfe des CRR konnten schon über 1000 Unternehmen unter nachhaltigen Gesichtspunkten analysiert und bewertet werden.[3]

Ausgangspunkt des CRR ist der anno 1997 von den Herausgebern Johannes Hoffmann, Konrad Ott und Gerhard Scherhorn präsentierte Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden. Dieser Leitfaden verkörpert eine theorie- und methodengestütze Kriteriologie zur ethischen Bewertung von Unternehmen und Kapitalanlagen. Die Federführung dieser Veröffentlichung kam dem Sozialethiker Johannes Hoffmann bereits Anfang der 90er Jahre zuteil.[4]

2.2 Vorstellung des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens (FHL)

Der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden (FHL) ist eine für die ethische Bewertung von Unternehmen entwickelte Kriteriologie, die neben ihrem weltweit umfassendsten Ausmaßes noch die Besonderheit eines dreidimensionalen Bewertungsschemas besitzt. Denn Unternehmen und Produkte werden bei diesem Ansatz nicht nur auf ihre Natur- und Sozialverträglichkeit hin geprüft, sondern auch auf ihre Kulturveträglichkeit hin.[5]

Die Mitberücksichtigung der Kulturverträglichkeit fußt auf der Ausgangsthese des FHLs, wonach jegliche Technologieentwicklungen, Wirtschaftssysteme und monetäre Strukturen Ergebnis sozialer Prozesse innerhalb einer Kultur seien. Deshalb besäße die Kultur in ihrem Ordnungswissen auch immer die Fähigkeit, den Status quo der Wirtschafts- und Technikwelt zu beeinflussen, wenn dieser die natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen zu gefährden scheint.[6]

Präziser erläutert wird die Kulturverträglichtkeit als die Verträglichkeit des wirtschaftlichen Handelns mit den Lebens- und Entfaltungschancen des Individuums, der Integrationsfähigkeit des Gemeinwesens, der Überlebensfähigkeit der natürlichen Mit- und Nachwelt sowie mit den Chancen der kultureigenen Entwicklung aufgefasst.[7]

Im Detail stellt der FHL einen Katalog von Aspekten und Fragen für die Prüfung eines Unternehmens nach ethisch-ökologischen Gesichtspunkten dar, der sich neben den benannten drei Verträglichkeiten auch an folgende sechs humane Grundorientierungen in Verbindung mit allgemeinen moralischen Grundnormen orientiert:

- Rücksicht und Fairness trotz Konkurrenz,
- Diskursbereitschaft statt Positionalität,
- Begrenzung partieller Interessen durch Respekt vor dem Gemeinwohl,
- Selbstbegrenzung im Wachstum,
- Kreativität mit Verantwortung und
- Verzicht auf das Recht des Stärkeren.[8]

2.3 CRR als marktfähiges Rating-Konzept

Das „Corporate Responsibility Rating (CRR)“-Konzept der oekom research AG stellt die marktfähige und operationalisierte Umsetzung des in Kapitel 2.2 beschriebenem FHLs dar. Parallel zu diesem Leitfaden münden die originären über 800 Kriterien in ca. 200 Untersuchungskriterien innerhalb der drei unternehmerischen Verantwortungsbereiche Sozial-, Natur- und Kulturverträglichkeit. Basierend darauf werden bei einem konkreten Unternehmensrating zunächst diejenigen Kriterien selektiert, die innerhalb der betrachteten Branche die höchste methodische Trennschärfe und inhaltliche Relevanz haben.[9]

Die Untersuchungsbereiche des CRR lauten Mitarbeiter & Zulieferer, Gesellschaft & Produktverantwortung, Corporate Governance & Business Ethics, Umweltmanagement, Produkte & Dienstleistungen (branchenspezifisch) und Öko-Effizienz (siehe Abbildung 1). Strukturell fließen die Ergebnisse der Sozial- und Kulturverträglichkeit anschließend in das „Social-Rating“ ein und die der Naturverträglichkeit ergeben dann das „Environmental Rating“. Final resultieren die beiden Bereich-Ratings in dem Ergebnis des CRRs (Bewertungsskala A+ bis D-).

Allerdings begleitet dieses Prozedere, von Anfang an übergeordnet, das „Exclusionary Screening“, welches die Suche nach der Erfüllung von Negativ-Kriterien (K.O.-Kriterien) des Hauses oekom research beschreibt. Beispiele für Solche sind die Verletzung von Menschen- oder Arbeitsrecht, der Einsatz von Kinderarbeit oder jegliches Militärengagement.[10]

[...]


[1] vgl. oekom research AG (2009), S.63.

[2] vgl. oekom research AG (2011), S.12.

[3] vgl. Hoffmann, J; Scherhorn, G. (2009), S.5.

[4] vgl. Döpfner, C.; Hoffmann, J. (2009), S.8-12.

[5] vgl. Hoffmann, J; Scherhorn, G. (2009), S.5.

[6] vgl. Balz, B. et al. (2009), S.18-21.

[7] vgl. Balz, B. et al. (2009), S.31.

[8] vgl. Balz, B. et al. (2009), S.25-33.

[9] vgl. oekom research AG (2009), S.65.

[10] vgl. oekom research AG (2009), S.66f.

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656147497
ISBN (Buch)
9783656147985
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190345
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
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Autor

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