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DaF-Lehrwerke aus Sicht algerischer Germanistikstudenten

Wissenschaftlicher Aufsatz 2011 6 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

DaF-Lehrwerke aus Sicht algerischer Germanistikstudenten

Chaabani Mohamed

Abstract

Die Lehrwerke spielen im DaF-Unterricht eine übergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund versucht dieser vorliegende Beitrag, die Einstellung der Studenten an der Universität Oran zu erfassen. Für diesen Zweck wurde eine schriftliche Befragung durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Erhebung werden präsentiert und interpretiert.

Zum Lehrwerk

Bei Neuner, Gerhard findet sich die folgende Definition vom Lehrwerk; „Ein modernes Lehrwerk ist deshalb nicht nur ein Speicher von Regeln und Sprachstoffe, sondern auch ein Programm zur Entfaltung der Lehr- und Lernarbeit, in dem allgemeine didaktische Prinzipien, methodische Kategorien und pädagogische Leitvorstellungen berücksichtigt werden müssen.“ In diesem Sinne beschränkt sich die Funktion von Lehrwerken nicht nur auf die Darstellung von grammatischen Regeln oder sprachlichen Kenntnissen, sondern sie geht darüber hinaus, wo das Lehrwerk ein Programm für den Lernprozess darstellt und dabei müssen methodisch –didaktische und pädagogische Prinzipien beachtet werden. Zu den Aufgaben eines Lehrwerkes zählt es auch, die Übungsformen auf vielfältige Weise darzustellen.

In diesem Sinne soll das Lehrwerk eine klare Strukturierung von Übungssequenzen zum Textverständnis und zur Entwicklung von mündlichen und schriftlichen Äußerungen sorgen. In dieser Hinsicht sollen die verschiedenen Übungen, die im Lehrwerk vorkommen, die Fertigkeiten Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben schulen.

Die Lehrwerke können der Kritik unterzogen werden, damit sie sich bei ihrem Einsatz im FU bewähren können, d.h. sie sollten eine Rolle zur Förderung der vier Fertigkeiten, insbesondere zur Schreibfertigkeit, die die vorliegende Forschungsarbeit fokussiert. Dementsprechend findet sich bei Neuner (1995) die Auffassung, dass eine Beurteilung eines Lehrwerks notwendig sein könnte, wenn folgende Voraussetzungen herrschen: Wenn es Lehrwerke in gleicher Zeit gibt, die unterschiedlichen didaktischen und methodischen Konzeptionen aufweisen, z.B. wenn es einige Lehrwerke gibt, die dem kommunikativen Ansatz verpflichtet sind und zur selben Zeit gibt es weitere Lehrwerke, die der audiolingualen Methode verpflichtet sind.[1]

Ferner bekräftigt Neuner die Idee, dass ein Lehrwerk einer Beurteilung bedarf, wenn die Teile eines Lehrwerks unterschiedliche Funktionen haben, z.B. wenn das Lehrbuch unterschiedliche Funktionen neben einem Arbeitsbuch hat.

Aus dieser Sicht sollte das Lehrwerk einer Beurteilung unterzogen werden, um diese Unterschiede, die zwischen diesen Lehrwerkteilen vorkommen, zu klären. Hinzu erhebt sich die Notwendigkeit, ein Lehrwerk zu beurteilen, wenn der FU an heterogenen Lerngruppen orientiert ist, d.h. wenn es sich um Lernende mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und besonders unterschiedlichen sprachlichen Niveaus handelt.

Das heutige Lehrwerk sollte laut Gez, N. L. (1985) bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es geht zum Beispiel darum, dass das Lehrwerk für ein Gleichgewicht zwischen Lernstoffpräsentation und Lernstoffes besonders in Bezug auf Grammatik und Wortschatz sorgen. Darüber hinaus soll das Lehrwerk das Prinzip von Lernstoffdifferenzierung berücksichtigen, d.h. die Besonderheiten der Lernenden im Hinblick auf ihr Niveau müssen beachtet werden.[2]

Die Lehrwerke gelten als notwendige Unterrichtsmaterialien für das Erlernen und den Erwerb von Fremdsprachen. In diesem Sinne werden Lehrwerke von Autoren erstellt, um Lehr- und Lernziele zu erreichen. Allerdings beeinflussen verschiedene Faktoren die Gestaltung von Lehrwerken. In diesem Zusammenhang macht Piepho (1995) auf die Einflüsse, die bei der Gestaltung eines Lehrwerks einwirken, aufmerksam. Zu diesen Faktoren zählen die legitimen Bedingungen. Sie kommen von der Gesellschaft und zielen darauf ab, die Schule zu entwickeln. Diese legitimen Bedingungen dienen als Leitvorstellungen und beeinflussen damit die Gestaltung von Lehrwerken, d.h. das Lehrwerk sollte sich an diesen Leitvorstellungen orientieren. Zudem können ebenfalls die reflexiven Bedingungen auf die Gestaltung von Lehrwerken Einfluss nehmen und in diesem Sinne geht es um die erziehungswissenschaftlichen Konzepte, d.h. das Lehrwerk sollte den Aspekt der Erziehung beim Erlernen von Fremdsprachen berücksichtigen. Darüber hinaus kommen die institutionellen Bedingungen als entscheidender Faktor für die Gestaltung von Lehrwerken in Betracht.[3]

Es geht hier zum Beispiel um die Lehrpläne, Stundentafeln sowie die Zulassungsvorschriften etc. In dieser Hinsicht sind die Autoren von Lehrwerken verpflichtet, den Aufforderungen von Lehrplänen treu zu bleiben, indem sie sich daran orientieren sollten. Diese Orientierung beschränkt sich nicht nur auf die Lehrpläne, sondern vielmehr geht sie über weitere Faktoren wie die Stundentafel und die Zulassungsvorschriften hinaus. Zudem können die analytischen Bedingungen eine beeinflussende Wirkung auf die Gestaltung von Lehrwerken haben.

Es geht hier um die sprachwissenschaftlichen Faktoren, die die Stoffauswahl beeinflussen, d.h. Aspekte wie Sprache, Texte und Landeskunde können eine Rolle bei der Gestaltung von Lehrwerken spielen. Weiterhin können auch die konstruktiven Bedingungen eine Rolle spielen. Es handelt sich dabei um den lernpsychologischen Aspekt, der die Gestaltung von Lehrwerken beeinflussen kann, denn dieser Aspekt spielt eine entscheidende Rolle beim Erlernen von Fremdsprachen.

Zu den Faktoren, die die Gestaltung von Lehrwerken beeinflussen, gehören auch die materiellen Bedingungen. Hier geht es zum Beispiel um das „Büchermachen“, den Preis, den Umfang und die Ausstattung usw., denn die Erstellung von Lehrwerken ist nicht in erster Linie für das Erlernen von Fremdsprachen gedacht, sondern sie zielt darauf ab, materielle Zwecke zu erzielen.

Neuner (1995) macht darauf aufmerksam, dass das Lehrwerk weitgehend mit bestimmten Methoden zusammenhängt.[4] Man kann die Merkmale bestimmter Methoden an den Lehrwerken deutlich erkennen, d.h. anhand von Themenauswahl, Lernstoffprogression, Grammatikdarstellung, Übungsformen sowie Inhaltverzeichnis eines Lehrwerks kann man die Methode erkennen, an dem sich das Lehrwerk orientiert.

Neuner erinnert daran, dass es in den 50er Jahren kaum Veröffentlichungen vorlagen, die die Lehrwerkanalyse und -Kritik behandelten. Aber seit der ersten Hälfte der siebziger Jahre erschienen Beiträge über die Lehrwerkanalyse. Der Grund dafür sind die Veränderungen im Hinblick auf die Bildungs- und Schulpolitik. Dahinter steckt auch die Entwicklung von Unterrichtsmethoden.

Der Fragebogen

Im Folgenden geht es um die Durchführung einer Befragung über die Einstellung der Studenten bezüglich der verwendeten Lehrwerke im DaF-Unterricht. .

Charakterisierung der Stichprobe

Die schriftliche Befragung wurde im März 2007 an der Universität Oran durchgeführt. An der Umfrage beteiligten sich 100 Germanistikstudenten. Die befragten Studierenden studieren im vierten Studienjahr an der Universität Oran. Das Durchschnittsalter der Untersuchungsgruppe betrug 23 Jahre.

Konzipierung und Durchführung der Umfrage

Die Befragung wurde anonym in Form eines Fragebogens im Mai 2008 durchgeführt. Der Fragebogen besteht aus sieben Fragen. Die ersten Fragen sollten Informationen zur Schreibsituation liefern. Die erste Frage klärt, ob die Studenten im Unterricht mit einem Lehrwerk arbeiten. Die zweite Frage sollte klären, ob die Studenten schriftliche Übungen aus dem Lehrwerk behandeln. Die dritte Frage untersucht, ob die schriftlichen Übungen, die in diesem Lehrwerk vorkommen, für die Entwicklung Ihrer Schreibkompetenz wichtig sind? Die vierte Frage sollte Auskunft geben über die Schwierigkeiten beim Verwendung dieses Lehrwerks. Die fünfte Frage gibt Auskunft darüber ob, die Befragten sich andere Lehrmaterialien wünschen, mit denen sie ihre Schreibkompetenz üben können.

Rücklauf und Repräsentativität

Mit einer unerwartet hohen Rücklaufquote von 97 Antworten wurde dem Kriterium der Repräsentativität weitaus genügt.

[...]


[1] Neuner, Gerhard, Zur Analyse fremdsprachiger Lehrwerke, Frankfurt a. M. In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995

[2] Gez, N.L./ u.a. Zusammenfassung der einschlägigen Passagen bei Reinicke (1985). In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995

[3] Piepho, Hans –Eberhart, Das Lehrwerk im Englischunterricht, in: Hans Hunfeld/ Konrad Schröder (Hrsg.), Grundkurs Didaktik Englisch, Königstein. In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995.

[4] Neuner, Gerhard, In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel. 1995

Details

Seiten
6
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656151845
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190322
Institution / Hochschule
University of Oran – Fremdsprachen
Note
Schlagworte
daf-lehrwerke sicht germanistikstudenten

Autor

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Titel: DaF-Lehrwerke aus Sicht algerischer Germanistikstudenten