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DIY - die Medienästhetik des Punk

Hausarbeit 2011 13 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ursprung von Punk und Hardcore

3. Das DIY-Prinzip
3.1 Der Ursprung von DIY im Zusammenhang mit Hardcore
3.2 DIY in der Praxis: Fanzines, Labels, Design und Medien

4. Fazit: Auswirkungen und Einflüsse auf die Medienwelt heute

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Medienästhetik des Punk und des Hardcore. Diese ist insofern bemerkenswert, als dass sich Punk zwar aus den Einflüssen des Rock’n’Roll, Dada, Existentialismus und Pop Art völlig abseits vom Mainstream entwickelt jedoch später mit Hardcore etwas ganz Neues hervorgebracht hat. Anfangs mit Argwohn beobachtet oder belächelt sind die Einflüsse bis heute spürbar und nicht mehr wegzudenken. Da sich diese Bewegung als Gegenkultur begreift gab es auch keine Strukturen oder Institutionen mit denen man zusammen arbeiten hätte wollen oder die unterstützend hätten sein können. Aus diesem Selbstverständnis heraus wurde alles selbst gemacht und jeder durfte teilnehmen. Obwohl dieses Thema ein extrem weites Feld ist, soll im Folgenden ein grober Abriss der wichtigsten Ereignisse und Protagonisten vorgestellt werden.

2. Der Ursprung von Punk und Hardcore

Um die Ästhetik des Hardcore und des Punk zu verstehen muss natürlich zuerst verstanden werden, woher zuerst Punk und später dann Hardcore überhaupt kamen, wie sie entstanden sind, welche Geisteshaltung und Lebensgefühl sie beinhalten und in welcher Relation sie zueinander stehen. Der Do-it-yourself-Gedanke (vgl. Kapitel 3, im Folgenden nur noch DIY), welcher im Hardcore seinen Höhepunkt erlangte soll hierbei den Hauptteil dieser Hausarbeit einnehmen. Da aber Hardcore und Punk nicht zu trennen sind und es sich hierbei um ein sehr großes Themengebiet handelt, wird im Folgenden die Geschichte dieser Kulturrevolte kurz umrissen.

Obwohl natürlich kein eindeutiges Datum und kein eindeutiger Ort für die Entstehung des Punk genannt werden kann, so scheint es doch über gewisse Protagonisten, den groben Zeitraum und darüber, dass es größtenteils in New York City stattgefunden hat einen Konsens zu geben. Eines der wichtigsten Dokumente hierzu ist womöglich Legs McNeils Please Kill Me – the uncensored history of Punk. Dieses Dokument ist aus einigen Gründen sehr wichtig und glaubwürdig: Zum einen ist der McNeil, der dieses Buch zusammengestellt hat der selbe McNeil, der 1975 im Alter von 18 Jahren gemeinsam mit John Holmstrom in New York City das Punk Magazine aus der Taufe hob und damit sowohl einer ganzen Szene und später der Bewegung einen Namen gab als auch mit seinen vielen Fotos, der liebevoll handgeschriebenen Typografie und seinem eigenen Mikrokosmos eine Blaupause und Gebrauchsanleitung für alle folgenden Fanzines die noch kommen sollten.[1] Zum anderen hat er in Please Kill Me hunderte von Originalinterviews mit allen wichtigen Protagonisten, angefangen bei Lou Reed und Iggy Pop über Blondie, die Ramones bis zu den Dead Boys, geführt oder aus veröffentlichten und unveröffentlichten Publikationen herausgesucht, zusammengestellt und mit Quellen versehen.[2]

Im bereits genannten Punk Magazine wurde also ab 1975 ein Konglomerat an Künstlern, hauptsächlich Musikern aus New York City (später auch national und international, ab 1977 kamen auch vermehrt britische Acts hinzu), ein Forum geboten. Die Hauptprotagonisten sind hierbei angefangen bei Velvet Underground und den Stooges, sowie dem Pop Art Künstler Andy Warhol später in einer Art zweiten Welle Richard Hell, The Ramones, Blondie, Dead Boys, Heartbreakers, New York Dolls aber auch Avantgarde Gruppen wie Televison und Talking Heads oder Filmkünstler wie Jim Jarmusch, welche alle in diesem Heft massiv repräsentiert wurden. Als einer der zentralen Treffpunkte und Geburtsstätte kann das CBGBs auf der Lower East Side in New York genannt werden. In Ermangelung eines Namens für diese Szene, nannte man die Bands, welche in diesem Heft gefeatured wurden einfach Punk -Bands.[3]

Wie schon erwähnt ist das Bemerkenswerte am Punk Magazine, dass es sich hier um ein Fanzine (Vgl. Kapitel 3.2) handelt, welches völlig autonom von größeren Verlägen oder Wer-bung veröffentlicht wird. All diese Künstler, der Ort und die verwendeten Mittel bilden im Prinzip damals schon ein Dispositiv Punk. Das Punk sich auch als Gegenbewegung zur Disco-Szene und ihrem Hedonismus begreift, macht John Holmstrom bereits in der ersten Ausgabe des Punk Magazine deutlich: „I wrote this as a joke, but everyone took it very seriously. It kicked off the anti-disco movement, which beacame sort of a hate group against urban culture.“[4]

Am besten jedoch fasst Gavin McInnes, Erfinder des Vice Magazine, die Entstehung des Punk in wenigen Sätzen zusammen, auch, wenn es sich hier nicht um eine wissenschaftliche Quelle handelt:

„Punk is one oft he weirdest accidents in the history of cool. Here’s the deal: As I just said, in the 1970s you had all these kids pretending they were back in the 1950s. Nobody did this better than Brooklyn goombahs. They styled their hair perfectly, wore sunglasses 24 hours a day, and had ballst he size of watermelons. They were also some oft he biggest morons in the history of youth and had that shitty, retard, Brooklyn accent to really drive it home. Instead of hiding it, however, they owned the shit and pretendet, they wanted to be dumb. If you’re smart, you’re a fucking nerd and deserve to have your underwear pulled on. Hollywood was in Brooklyn back then, so if New York endorsed it, it became fact. 1950s movies like Grease, American Graffiti, and Lords of Flatbush, were actually shot in the 1970s, and this remake of greasers became way more popular than the original greasers. Winkler continued the moronic Italian, 50s, tough guy, greaser character he did in Flatbush, with the Fonz on Happy Days, and Bowzer from a 50s a capella band called Sha Na Na did the same thing. When some low IQ, Queens meatheads wanted to start a band, they had no choice but to do what everyone else was doing and ride the goombah tidal wave. They called themselves the Ramones. If you weren’t a hippy in the 70s, you were mimicking Brooklyn Italians mimicking 50s teenagers mimicking 40s war vets. As if this bizarre fashion double helix wasn’t twisted enough, the leaders of this movement (Arthus Fonzarelli, Bowzer and Joey Ramone) were middle-class Jewish kids! They were sick of having their underwear pulled by wops and were actually doing a mockery of this persona.

Ok, this is where it gets even weirder. So, one of these bands, the Ramones, goes to London to show british people what it sounds like when Jewish nerds do Italian idiots do 50s teens do 40s war vets and everyone who hears them goes, „WHAT THE FUCK JUST HAPPENED TO MY MIND!? THIS IS THE GREATEST SHIT I’VE EVER HEARD!“

You see, instead of seeing this weird Brooklyn accident for what it is, Britain’s superior education overanalyzed it and created this huge cultural manifesto about class. The Ramones weren’t a crappy 50s cover band. They were proletariats taking back the guitar from the man and telling the world, ‚You can do it too! You can do anything!’ How they got that from ‚Hey, ho, let’s go’ I will never know.“[5]

Während ab 1977 Punk also überwiegend in England, seine große Stunde hatte und Bands wie die Sex Pistols von Major Labels gesigned wurde und Charterfolge verbuchten, was dazu führte, dass ab 1980 mit New Wave eine Art Discoversion des Punk entstand und somit für jeden verfügbar war, entstand in den Vororten großen Städte der USA eine zweite Kulturrevolte als Gegenbewegung: Hardcore Punk. Im Prinzip nichts anderes als Punk, verstand man sich als der harte Kern der Punks, die Kommerzialisierung dessen wurde abgelehnt und alles wurde wieder schneller, lauter und härter um sich von New Wave abzugrenzen.[6]

Auch für die Entstehung von Hardcore hält Gavin McInnes eine kurze Zusammenfassung bereit: „America was confused by Britain’s version of the Ramones, so they shaved their heads and sped up the music and ran into each other like methheads in jail. That was hardcore.“[7] Und: Man machte es alles selbst.

[...]


[1] Vgl. Legs McNeil / Gillian McCain: Please Kill Me. The Uncensored History of Punk. Penguin/New York 1996, unnumerierte S.3

[2] Ebd., Author’s Note

[3] Vgl. John Holmstrom: Punk – the Original/New York City 1996, 3-128, S. 3f.

[4] Ebd., S. 3

[5] Vgl. Gavin McInnes: Street Boners. 1,764 Hipster Fashion Jokes. Grand Central Publishing/ New York 2010,

140 – 145, S. 142f.

[6] Vgl. Steven Blush: American Hardcore. Feral House/Los Angeles 2001, 12 – 21, S. 12

[7] Vgl. Gavin McInnes: Street Boners. 1,764 Hipster Fashion Jokes. Grand Central Publishing/ New York 2010,

140 – 145, S. 143

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656145790
ISBN (Buch)
9783656145974
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190084
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Medienkultur und Theater
Note
2,0
Schlagworte
medienästhetik punk

Autor

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Titel: DIY - die Medienästhetik des Punk