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Negative Stereotype und Erwartungseffekte

Ursachen für die Beeinträchtigung schulischer Leistungen und mögliche Interventionen

Hausarbeit 2011 24 Seiten

BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Stereotype
2.1 Was versteht man unter Stereotypen?
2.2 Negative Stereotypen (Stereotype Threat) in der Schule
2.3 Folgen des Stereotype Threats
2.4 Interventionsmöglichkeiten zur Reduktion des Stereotype Threats

3 Erwartungseffekte
3.1 Definition Erwartungseffekte und Pygmalioneffekt
3.2 Funktion von Erwartungseffekten und ihre Folgen
3.3 Faktoren für die Wirkung von Erwartungseffekten
3.4 Interventionsmöglichkeiten zur Reduktion von Erwartungseffekten

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Äußerungen von Thilo Sarrazin sowie die Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ im Sommer 2010 sorgten für großes Aufsehen in Deutschland. Sarrazin machte zunächst die Zuwanderung schlecht ausgebildeter Migranten für einen sinkenden gesamtdeutschen Intelligenzdurchschnitt verantwortlich (vgl. Spiegel Online 2010). Aufgrund der Kritik bezüglich dieser Aussage sowie fehlender Studien, formulierte er fortan die Aussage, dass Deutschland völlig unabhängig von der Migration deshalb durchschnittlich dümmer wird, weil die Geburtenverteilung schief ist und außerdem Intelligenz und Schichtzugehörigkeit stark korrelieren (vgl. Topcu & Ulrich 2010). Die schiefe Geburtenverteilung meint eine höhere Fertilitätsrate von Frauen aus den unteren Schichten. Die obere Schicht, die nach Sarrazins Meinung aus den intelligentesten Bürgern besteht, bekommt hingegen weniger Kinder. Diese Problematik wird auch in der Kernaussage seines Buches aufgegriffen. Diese besagt nach Topcu & Ulrich (2010), dass, „die deutsche Gesellschaft schrumpft und verdummt, weil bildungsferne Deutsche und bildungsferne muslimische Migranten mehr Kinder kriegen“.

Auch die PISA-Studien, die seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre durchgeführt werden, und das Bildungsniveau eines Staates in verschiedenen Bereichen wiederspiegeln, zeigen ähnliche Effekte. Trotz einer lediglich leichten, jedoch stetigen Verbesserung des deutschen Bildungssystems, bleibt ein Wehrmutstropfen weiterhin bestehen. Genau wie bei den vorherigen PISA-Tests zeigte sich auch die PISA-Studie 2009, dass der Bildungserfolg in keiner vergleichbaren Industrienation so stark mit der sozialen Herkunft zusammenhängt wie in Deutschland (vgl. Reith 2010). Auch migrationsbedingte Unterschiede sind sehr stark ausgeprägt, da Migranten oft zu den sozial schwachen Schichten gehören und sprachliche Defizite aufweisen (vgl. BMBF 2010).

Die folgende Hausarbeit mit dem Titel „Negative Stereotype und Erwartungseffekte. Ursachen für die Beeinträchtigung schulischer Leistungen und mögliche Interventionen.“ befasst sich mit Stereotypen und Erwartungseffekten, die auf die Leistungen der Betroffenen einwirken. Es wird untersucht, in wie weit die Leistungen von Schülerinnen und Schülern[1] durch Stereotype und / oder Erwartungseffekte beeinflusst werden und welche Gruppen von Schülern hier besonders benachteiligt werden. Punkt zwei dieser Ausarbeitung setzt sich mit Stereotypen auseinander. Zunächst wird geklärt, was unter Stereotypen zu verstehen ist. Anschließend werden vorhandene Stereotypen anhand von Studien sowie die Folgen, die durch Stereotype entstehen, betrachtet. Abschließend werden Interventionsmöglichkeiten dargelegt, die negative Auswirkungen vermindern sollen. Punkt drei beschäftigt sich mit den Erwartungseffekten. Nach einer Definition wird auf die Funktion von Erwartungseffekten und ihre Folgen eingegangen. Danach werden die Faktoren, die für die Wirkung von Erwartungseffekten verantwortlich sind näher beleuchtet, ehe auch hier Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt werden, die zur Verminderung der Auswirkung von Erwartungseffekten dienen können. Das abschließende Fazit soll die gesammelten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen. Da die vorab getätigten Recherchen ergeben haben, dass in Bezug auf Deutschland wenige Studien zu Stereotypen und Erwartungseffekten bestehen, wird versucht, wichtige und hilfreiche Erkenntnisse anderer Studien zu erlangen, die auf Deutschland übertragen werden können.

2 Stereotype

2.1 Was versteht man unter Stereotypen?

Der Begriff Stereotype wurde erstmals von dem Publizist Walter Lippmann im Jahr 1922 in seinem Werk „Die öffentliche Meinung“ in die Sozialwissenschaft eingeführt. Ursprünglich kommt der Begriff Stereotyp aus dem Buchdruck und bezeichnet dort die Formen, mit denen Druckplatten zum Nachdrucken von vollständigen Seiten hergestellt wurden.

Lippmann versteht unter Stereotype „Bilder in unserem Kopf“, welche die von uns subjektiv wahrgenommenen Wirklichkeiten bestimmen und sich als schematische Vorstellung zwischen Außenwelt und Bewusstsein schieben. Nach Lippmann existiert ein Unterschied zwischen der realen Welt und der, die wir individuell wahrnehmen (vgl. Jurth 2009, S. 26). Stereotype sind unkritische Verallgemeinerungen, die dazu dienen die Umwelt zu vereinfachen und die wahrgenommenen Eindrücke einzuordnen: „Denn die reale Umgebung ist insgesamt zu groß, zu komplex und auch zu fließend, um direkt erfasst zu werden. […] Obgleich wir in dieser Umwelt handeln müssen, müssen wir sie erst in einfacherem Modell rekonstruieren, ehe wir damit umgehen können“ (Lippmann 1990, S. 18). Die Vereinfachung hat jedoch auch negative Aspekte. Die Generalisierung von Verhalten konstruiert Voreingenommenheit und es besteht die Gefahr, dass der Einzelne seine Umwelt nur noch typisiert wahrnimmt und sie auf ein Schema reduziert (vgl. Piechota-Lutum 2002, S. 5), wodurch individuelle Vielfalt generalisiert wird.

Die psychologische Forschung zu Stereotypen war lange Zeit darauf ausgerichtet, Prozesse und Mechanismen zu verstehen, die in der Entstehung und Anwendung von Stereotypen eine Rolle spielen. Welche Wirkung Stereotypen auf die betroffenen Personen haben wurde dabei vernachlässigt. Erst in jüngster Zeit wurde diese Fragestellung intensiv behandelt und die Folgen untersucht, die bei Personen auftreten, die basierend auf ihrer Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppen mit Stereotypen konfrontiert werden (vgl. Keller 2008, S. 88). Ein besonders wichtiger Bereich, bei dem Stereotype eine Wirkung auf die betroffenen Personen zeigen kann, ist der Bereich der akademischen Leistungen. Aus diesen Forschungen heraus entstand der theoretische Ansatz des Stereotype Threat-Effekts. Hierbei wird die Annahme vertreten, dass Personen ein Gefühl der Bedrohung erleben, wenn sie sich in einer Situation befinden, in der sie befürchten müssen, aufgrund von negativen Stereotypen beurteilt zu werden, oder durch eigenes Verhalten negative Stereotype bezüglich ihrer sozialen Gruppe ungewollt zu bestätigen. Dieses Gefühl der Bedrohung, ausgelöst durch negative Stereotype, wird als Stereotype Threat bezeichnet (vgl. Keller 2008, S. 88).

2.2 Negative Stereotypen (Stereotype Threat) in der Schule

Die erste empirische Studie über den Einfluss des Stereotype Threats auf Bildungsleistungen publizierten Joshua Aronson und Claude Steele im Jahr 1995. Die zentrale Hypothese der Studie ist, dass Testleistungen von afroamerikanischen Versuchspersonen deutlich schlechter ausfallen, wenn diese dem Stereotype Threat ausgesetzt sind als die von weißen Teilnehmern und auch afroamerikanischen Versuchspersonen, die nicht in der Stereotype Threat Situation sind. Dazu wurden weißen wie auch afroamerikanischen College-Studenten schwierige Aufgaben aus dem GRE-Test, einem Einstufungstest für amerikanische Universitäten, vorgelegt. Um zu untersuchen, ob der Stereotype Threat Einfluss auf die Testergebnisse hat, wurden die Studenten in zwei Gruppen mit verschiedenen Ausgangssituationen aufgeteilt. Der ersten Gruppe stellte man den Test als diagnostisch für intellektuelle Fähigkeiten vor, wodurch bei den afroamerikanischen Studenten ein negativer Stereotyp hinsichtlich der akademischen Leistungsfähigkeit aktiviert wurde. Der zweiten Gruppe wurde gesagt, es sei ein genereller Problemlösefähigkeitstest, der keinen Stereotyp Threat etablierte (vgl. Schofield 2006, S. 19). Die Ergebnisse der Untersuchungen waren wie erwartet. Die Testleistungen der afroamerikanischen Studenten in der Stereotype Threat-Situation waren deutlich schlechter, als die der weißen Studenten in der gleichen Situation, sowie der afroamerikanischen Studenten in der Kontrollgruppe. Weiter konnten Steele und Aronson beobachten, dass der Stereotype Threat die Geschwindigkeit, mit der die Aufgaben bearbeitet wurden, reduzierte. Dadurch schafften die afroamerikanischen Studenten aus der Stereotype Threat-Situation weniger Aufgaben als die Weißen aus der gleichen Situation und auch weniger Aufgaben als die der afroamerikanischen Studenten aus der Kontrollgruppe (vgl. Schofield 2006, S. 19).

Um die Hypothese zu stützen, dass das unmittelbare Gefühl von Bedrohung, also der Stereotype Threat die Ursache für das schlechtere Abschneiden bei den Testaufgaben ist, wurden die Versuchspersonen noch auf weitere Verhaltensweisen untersucht. Erstens sollte das Bewusstsein der ethnischen Zugehörigkeit und der damit verbundene Stereotyp kognitiv aktiviert sein, zweitens sollten Betroffenen motiviert sein, sich von den negativen Stereotypen ihrer sozialen Gruppe abzugrenzen und drittens sollten sie besorgt um ihre Testleistungen sein, was erkennbar daran ist, dass sie Erklärungen für ihre Testleistungen aufführen, welche nicht im Zusammenhang mit ihrer Gruppenzugehörigkeit stehen (vgl. Schofield 2006, S. 19). Um die Hypothese zu überprüfen, legten Aronson und Steele in einer weiteren Studie zufällig ausgewählten afroamerikanischen und weißen Versuchspersonen vor der Bearbeitung der GRE-Tests einen Wörterergänzungstext vor. In diesem Text sollten die Versuchspersonen 80 unvollständige Wörter beliebig ergänzen. Die Wörter waren so gewählt, dass es einige Ergänzungsmöglichkeiten gab, die im Zusammenhang mit der ethnischen Herkunft oder dem sozialen Stereotype von Afroamerikanern stehen. Erneut wurden, wie oben beschrieben, ein Teil der Versuchspersonen der Stereotype Threat-Situation ausgesetzt. Genau dieser Teil der afroamerikanischen Versuchspersonen ergänzte die Lücken deutlich häufiger mit Worten, die auf den Stereotypen der Afroamerikaner bezogen sind, als die Versuchspersonen der anderen Situation (vgl. Schofield 2006, S. 20). Im Anschluss wurden, um die Verhaltensweise der Abgrenzung von negativen Stereotypen und der Zugehörigen ihrer sozialen Gruppe zu überprüfen, die Versuchspersonen in einem weiteren Test gebeten, aus 57 ausgewählten Aktivitäten die zu wählen, die sie ausüben. Auch hier waren ausgewählte Aktivitäten aufgeführt, die sehr typisch für die existierenden Stereotype von Afroamerikanern sind. Hier wählten die Versuchspersonen, die in der Stereotype Threat-Situation waren, signifikant seltener genau diese Aktivitäten und waren zudem seltener gewillt, die Frage nach ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu beantworten. Darüber hinaus wurden die Studienteilnehmern darüber informiert, dass wenig Schlaf die Testleistungen negativ beeinflussen kann. Eine Befragung der Teilnehmer, wie lange sie in der letzten Nacht geschlafen hatten, führte zu dem Ergebnis, dass die afroamerikanischen Versuchspersonen in der Stereotype Threat-Situation im Schnitt zwei Stunden weniger Schlaf hatten als alle anderen Teilnehmer. Dies lässt auf die dritte Verhaltensweise der Alternativerklärung für Testergebnisse schließen (vgl. Schofield 2006, S. 20).

Viele der früheren Arbeiten über den Stereotype Threat-Effekt wurden mit afroamerikanischen Teilnehmern durchgeführt. Neue Studien zeigen jedoch, dass es sich um ein Phänomen handelt, welches bei den unterschiedlichsten Gruppen in den verschiedensten Bereichen auftritt. So wurde der Stereotype Threat-Effekt in verschiedenen Ländern bei Frauen nachgewiesen, in denen das Stereotyp existiert, „Frauen haben geringere mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten“. Eine ähnliche Studie wie zuvor beschrieben, führten Gonzales, Blanton und Williams 2002 durch, in der statt afroamerikanischen Versuchspersonen, Versuchspersonen mit lateinamerikanischem Hintergrund teilnahmen. In beiden Studien wurde wie bei Steele und Aronson ein Teil der Versuchspersonen dem Stereotype Threat ausgesetzt und auch hier erzielten die Teilnehmer deutlich schlechtere Testergebnisse als die Teilnehmer, die dem Stereotype Threat nicht ausgesetzt waren. Der Stereotype Threat-Effekt scheint demnach dann aufzutreten, wenn Personen befürchten müssen, ein negatives Stereotyp zu bestätigen, das ihrer sozialen Gruppe geringe Leistungsfähigkeit in einem bestimmten Bereich zuschreibt (vgl. Schofield 2006, S. 21).

Offen ist jedoch noch die Frage, ob auch in Deutschland Schüler mit Migrationshintergrund aufgrund ihres sozioökonomischen Status Erfahrungen mit dem Stereotype Threat machen. Studien zur Existenz von bestimmten Stereotypen über Migranten in Deutschland sind selten und die wenigen, die existieren, sind nicht repräsentativ und basieren auf kleinen Stichproben (vgl. Schofield 2006, S. 17). Dies ist ein Grund dafür, dass die Auswirkung von Stereotype Threat auf die Leistung von Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland noch nicht explizit untersucht wurden. Die wenigen Erkenntnisse über die Wahrnehmung der Migranten in Deutschland, insbesondere der Migranten mit türkischer Herkunft, weisen darauf hin, dass negative Stereotype existieren, die sich auf intellektuelle Fähigkeiten beziehen (vgl. Schofield 2006, S. 17). Um dies zu untersuchen, wurden in einer Studie Deutsche aufgefordert, positive und negative Eigenschaften von Türken und Deutschen aufzulisten. Die Teilnehmer sprachen den Deutschen dreimal mehr positive Eigenschaften zu als den Türken. So standen z. B. Primitivität und Inkompetenz für türkische Bürger, wohingegen den Deutschen häufig Leistungsorientierung zugesprochen wurde (vgl. Schofield 2006, S. 18).

Es ist jedoch festzuhalten, dass selbst wenn negative Stereotype gegenüber Einwandergruppen in der deutschen Gesellschaft nicht weit verbreitet wären, es dennoch zu einer negativen Beeinflussung der schulischen Leistungen durch den Stereotype Threat kommen kann. Denn solange Schüler glauben, dass es solche Stereotype gegenüber ihrer sozialen Gruppe gibt, besteht die Gefahr des Stereotype Threat (vgl. Hans 2010, S. 109). Es ist also denkbar, dass Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland, genauso wie in anderen Ländern, negative Stereotype in Bezug auf ihre intellektuellen Fähigkeiten wahrnehmen. Dies kann zu einer Beeinträchtigung schulischer Leistungen führen, wie in oben genannten Studien aus verschiedenen Ländern aufgeführt wurde (vgl. Schofield 2006, S. 18).

2.3 Folgen des Stereotype Threats

Bevor die möglichen Folgen für die Schüler dargestellt werden, wird zunächst darauf eingehen, wie der Stereotype Threat wirkt.

Steele und Aronson konnten in ihren früheren Arbeiten einen Zusammenhang zwischen Ängsten und Leistungsdefiziten feststellen. Daher führten sie in ihren ursprünglichen Studien die Sorge, ein bestehendes Stereotyp zu bestätigen, als Grund für das Eintreten des Stereotype Threat-Effekts an. Jedoch konnten sie in ihren Experimenten keinen diesbezüglichen Nachweis erbringen. Auch in späteren Studien von Aronson et al. (1999) und Stone et al. (1999) wurde kein Nachweis erbracht (vgl. Schofield 2006, S. 29). In einer neueren Studie von Osborne aus dem Jahr 2001, berichteten jedoch afroamerikanische und lateinamerikanische Teilnehmer unmittelbar nach Durchführung verschiedener Fähigkeitstests von deutlich größeren Ängsten als weiße Studienteilnehmer.

Eine Studie von Schmader und Johns (2003) bringt die Annahme hervor, dass Stereotype Threat sich nachteilig auf die Leistung auswirkt, da die betroffene Person einen Teil ihrer kognitiven Ressourcen dafür verwendet, sich Gedanken über die Möglichkeit, Opfer negativer Stereotypen zu werden macht (vgl. Schofield 2006, S. 30). Da kognitiven Ressourcen beschränkt sind, stehen diese weniger zur Verfügung, wenn wir uns zusätzlich zur Aufgabenbearbeitung noch Gedanken machen, was zu Leistungseinbußen führen kann. In der Studie wurde die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses der Teilnehmer unter verschiedenen Bedingungen gemessen. Wenn die Teilnehmer in der Stereotype Threat-Situation waren, schnitten sie deutlich schlechter ab als die Teilnehmer die der Situation nicht ausgesetzt waren (vgl. Schofield 2006, S. 31).

Es lässt sich daher zusammenfassend sagen, dass die empirischen Belege nicht ganz eindeutig sind, aber eine Reihe von Ergebnissen vorliegen, die die Annahme stützen, dass durch Stereotype Threat verursachte Ängste und Einschränkung der kognitiven Ressourcen ein Grund für schlechtere Leistungen sein können.

Die Konsequenzen des Stereotype Threat beschränken sich aber nicht nur auf die kurzfristigen Folgen der schlechteren Testleistungen und der Erschütterung des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten. Neuere Forschungsarbeiten zeigen, dass Stereotype Threat eine Reihe von Verhaltensweisen fördert, welche darauf angelegt sind, eine positive Identität aufrechtzuerhalten und den Selbstwert zu schützen. Diese Verhaltensweisen haben zwar kurzfristig positive Konsequenzen, können aber langfristig zu einer stetigen Leistungsminderung führen (vgl. Schofield 2006, S. 25).

[...]


[1] Im Folgenden wird aus Gründen der Leserlichkeit auf die weibliche Form verzichtet und mit dem Begriff Schüler sind sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint. Analog wird mit dem Begriff Lehrer verfahren.

Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656142577
ISBN (Buch)
9783656142812
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189902
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik
Note
2,0
Schlagworte
negative stereotype erwartungseffekte ursachen beeinträchtigung leistungen interventionen

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