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RFID in der Beschaffungslogistik

Hausarbeit 2010 23 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2 Grundlagen
2.1 Definition RFID
2.2 Wesen von RFID
2.3 Bestandteile von RFID
2.4 Anforderungen an RFID
2.5 Anwendungsvarianten von RFID
2.6 Stärken und Schwächen von RFID

3 Beschaffungslogistik
3.1 Definition Beschaffungslogistik
3.2 Bedarfsarten
3.3 Arten der Bedarfsermittlung
3.4 Strategien der Beschaffungslogistik (Besonderheiten)
3.5 Nachfrage- und Bedarfsvorhersage
3.6 Nutzen der Beschaffungslogistik

4 Praxisbeispiel mit Unternehmensbezug
4.1 Grundlagen für den Beschaffungslogistischen Prozess
4.2 Auswahl der Lieferanten
4.3 Bestellvorgang nach Angebotsprüfung
4.4 Anwendung der RFID-Technik im Beschaffungslogistischen Prozess

5 Fazit/Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen:

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Grundbestandteile jedes RFID-Systems

Abb. 2: Vergleich Barcode mit RFID

Abb. 3: Beschaffungsstrategien

1 Einleitung

In vielen Dienstleistungsbereichen, der Beschaffungs- und Distributionslogistik, imHandel, in Produktionsbereichen und Materialflusssystemen hat in den letztenJahren die Anwendung von automatisierten Identifikationsverfahren (Auto-ID)großen Zuspruch gefunden. Zu deren Aufgaben und Zielen gehören dieBereitstellung von Informationen über Personen, Tiere, Güter und Waren.1

1.1 Problemstellung

Die Problemstellung ist dadurch gekennzeichnet, den Mehrwert im Rahmen derBeschaffungslogistik durch die Implementierung von RFID-Technologiedarzustellen. Dabei sind die Fragen nach den Voraussetzungen für die erfolgreicheNutzung von RFID ebenso relevant wie jene, nach dem tatsächlichen Nutzen, denein Unternehmen im Rahmen der Beschaffung durch RFID generiert, zubeantworten.

1.2 Zielsetzung

Die Zielsetzung der Arbeit besteht darin, das Wesen, die Funktionen, Anwendungsvarianten und Wertschöpfungspotenziale von RFID aufzuzeigen und deren positive Auswirkungen auf die Beschaffungslogistik darzustellen.

1.3 Vorgehensweise

Nach Darstellung adäquater Grundlagen von RFID, deren Definition sowie der Anforderungen, welche an diese Technologie gestellt werden, sind die Anwendungsvarianten ebenso erklärt wie die Stärken und Schwächen von RFID. Der zweite Teilbereich dieser Arbeit bezieht sich auf die Beschaffungslogistik, diverse Formen der Bedarfsarten und der Bedarfsermittlungsvarianten. Strategien der Beschaffungslogistik, Nachfrage- und Bedarfsvorhersage -Methoden werden ebenso berücksichtigt wie die Beantwortung der Frage nach den Nutzen der Beschaffungslogistik für ein Unternehmen allgemein.

Das gewählte Praxisbeispiel aus dem Bereich Automotive stellt schließlich die Notwendigkeit der RFID-Technologie exemplarisch dar und geht auf die Beschaffungsprozesse sowie auf die Beschaffungsabläufe ein.

Im Fazit wird ein Ausblick auf die weitere Entwicklung der RFID-Anwendung im Rahmen der Beschaffungslogistik gegeben. Dabei bleibt die rückblickende Betrachtung evtl. Probleme nicht unberücksichtigt.

2 Grundlagen

Identifikation und Datenerfassung finden in vielen Bereichen der Logistik und inverschiedensten technischen Formen vielfältige Anwendung. Die Identifikation zumZweck der Datenerfassung, dient der Erkennung von logistischen Objekten, welchesich im Materialfluss befinden. Hiermit wird ermöglicht, entsprechende Objekte zuverfolgen, den relevanten Materialfluss zu steuern und die Qualitätssicherung fürdie logistischen Prozesse durchzuführen. In der Logistik ist die Aufgabe derDatenerfassung, eine Aufnahme von Informationen über Prozessabläufe bzw. -zustände, Waren, Transportmittel und Personen wie auch die Übertragung auf diedamit verbundenen IT-Systeme.2

2.1 Definition RFID

„ RFID steht für Radio Frequency IDentifikation und ist eine berührungslose Identifikation und Datenübertragung auf der physikalischen Basis elektro magnetischer Wechselfelder “3

RFID bedeutet übersetzt Identifizierung über Radiowellen.4

Neben der berührungslosen Identifikation von Objekten steht RFID auch für dieautomatische Erfassung und Speicherung von Informationen und Daten.5 Ein RFID-System setzt sich aus einem Transponder, der sich am oder im Objektbefindet (dem RFID-Chip oder dem so genannten Tag)6 und einer stationären odermobilen Schreib-/Leseeinheit mit Antenne zusammen. Diese Schreib-/Leseeinheitist i.d.R. mit einem Rechner als Verarbeitungsstation verbunden, auf dem dienötige Software zur Verarbeitung läuft. Interfaces schaffen die Möglichkeit derAnbindung an alle marktüblichen Industrienetzwerke und Feldbussysteme.7

2.2 Wesen von RFID

Die fast überall verbreiteten Barcode-Etiketten, die bereits vor vielen Jahren einen Wandel bei Identifikationssystemen ausgelöst haben, sind heute oftmals den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. Barcodes sind zwar äußerst kostengünstig, ihr Nachteil liegt jedoch bei der geringen Speicherfähigkeit und der fehlenden Möglichkeit einer Umprogrammierung.

Eine der technisch optimalsten Lösung liegt in der Speicherung von Daten in einemSiliziumchip. Zu den bekanntesten Bauformen gehören im täglichen Leben die Chipkaten mit Kontaktfeld (z.B. Telefonchipkarte, Bankkarten, Krankenversicherungskarte etc.). In vielen Fällen ist jedoch die mechanischeKontaktaufnahme, wie bei der Chipkarte nicht zweckmäßig. Die kontaktloseÜbertragung von Daten zwischen dem Datenträger und dem Lesegerät gilt alswesentlich flexibler. Die benötigte Energie zum Betrieb bzw. zur Auslesung deselektronischen Datenträgers wird idealerweise durch das Lesegerät aufkontaktlosem Wege übertragen. Auf Grund des eingesetzten Energie- undDatenübertagungsverfahrens werden ID-Systeme als RFID-Systeme bezeichnet.8

2.3 Bestandteile von RFID

Ein RFID-System besteht immer aus mindestens einem mobilen Datenspeicher und einem Lesegerät, das wahlweise stationär oder mobil sein kann. Unter Verwendung eines hochfrequenten Übertragungsverfahrens kann der Datenspeicher durch das Lesegerät kontaktlos gelesen werden.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grundbestandteile jedes RFID-Systems, Finkenzeller, K.: (2002), S. 7

Der Datenspeicher oder auch Transponder wird an dem zu identifizierenden Objektangebracht. Das Erfassungs- bzw. Lesegerät dient je nach Ausführung undeingesetzter Technologie als Lese- oder Schreib-/Lese-Einheit. Das Lesegerät enthält typischerweise ein Hochfrequenzmodul (Sender und Empfänger), eineKontrolleinheit und ein Koppelelement zum Transponder. Ferner sind vieleLesegeräte, zur Weiterleitung von Daten an andere Systeme (PC,Automatensteuerung, … ), mit einer zusätzlichen Schnittstelle ausgestattet.Der Transponder besteht üblicherweise, aus einem Koppelelement wie auch einemelektronischen Mikrochip und stellt somit den eigentlichen Datenspeicher desRFID-Systems dar. Da der Transponder in der Regel keine eigeneSpannungsversorgung (Batterie) besitzt, verhält er sich außerhalb desAnsprechbereichs des Lesegerätes völlig passiv. Der Transponder wird erst imAnsprechbereich des Lesegerätes aktiviert. Die benötigte Energie, die es zumBetrieb des Transponders bedarf, wird ebenso wie Takt und Daten durch dieKoppeleinheit (kontaktlos) zum Transponder übertragen.10

Man unterscheidet bei den passiven Transpondern zwischen passivenTranspondern, die nur vom Chiphersteller einmalig beschreibbar sind (Ready Only,z.B. EPC Class 0 Gen 1), passiven Transpondern die vom Anwender einmaligbeschreibbar sind (Write Once, Ready Many, z.B. EPC Class 1 Gen 1) als auchnach passiven Transpondern, die mehrmalig beschreibbar sind (Read,Write, z.B.EPC Class 1 Gen 2).11

Bei den Transpondern, die nur einmalig zu beschreiben sind, wird zudem noch zwischen nicht-flüchtigen Speichern (d.h. die gespeicherten Daten bleiben auch ohne Stromversorgung erhalten) und flüchtigen Speichern unterschieden, bei denen eine permanente Stromversorgung notwendig ist.12

Die Indifferenz von passiven zu aktiven Transpondern liegt in der Stromversorgung. Während der passive Transponder über das Lesegerät mit Strom versorgt wird, verfügt der aktive Transponder über eine eigene Stromversorgung, mittels Batterie. Die Speicherkapazitäten der Transponder (auch RFID-Chip oder Tag) liegen je nach Anforderung zwischen 1Bit und mehreren Kilobyte (16-64 kByte13 ). Dies richtet sich danach, wie viele Daten (Teilenummer, Artikelnummer, Wartungstermin u.a.) auf dem Transponder erforderlich sind.14

Die Reichweiten der Transponder liegen je nach technischer Ausstattung zwischen wenigen Zentimetern und bis zu 10 Metern.15 Bei Transpondern im Mikrowellenbereich in Ausnahmefällen sogar bis zu 1 km.16

2.4 Anforderungen an RFID

Bei optimiertem Einsatz von RFID sollte eine Verknüpfung von Material und Informationsfluss im Sinne der Just-in-Time Versorgung generiert werden.17 RFID sollte sich für die Firmeninternen Beschaffungs- und Belieferungssystem integrieren lassen.18

Die bedeutsamste Anforderung an ein RFID-System ist zweifelsfrei die Schaffungunternehmensübergreifender Standardisierung. Nur mit einem solchen, allgemeingültigen Standard kann RFID einerseits wirtschaftlich und andererseits alsstrategisch sinnvoll bewertet werden. Unabdingbare Voraussetzung einererfolgreichen Potentialanalyse ist ein Kriterienkatalog zur Auswahl von sinnvollenals auch relevanten RFID-Möglichkeiten. Die identifizierten und abgestimmtenRFID-Möglichkeiten die für Unternehmen bedeutsam sind, wären folglich ebensozu berücksichtigen wie eine grobe Beschreibung RFID-basierender Sollprozesse.Die Ermittlung von Kosten- und Nutzenpotentialen gilt ebenfalls als entscheidend,Alle diese, exemplarisch benannten Elemente dienen schließlich der Entwicklungeines Masterplans zur Realisierung von RFID-Projekten.19

Seit neustem forschen verschieden Unternehmen, aufgrund des rasantwachsenden Bedarfs, an der Entwicklung sowohl der umweltverträglicherenHerstellung von RFID-Transpondern, als auch an der Entwicklung biologischabbaubarer Materialien, aus denen RFID-Transponder gefertigt werden können,die dann auch den jeweiligen Anforderungen des Einsatzbereiches gewachsensind.20 Auf Grundlage dieses Anforderungsprofils kann geklärt werden welcheTechnologie im Rahmen der Beschaffungslogistik mittels RFID zur Anwendungkommt. So lässt sich auch die Frage beantworten, welche Applikationen genau dieErgebnisse erzielen, die ein Unternehmen benötigt.21 Schließlich soll doch die

RFID-Technologie eine Reduktion von Bearbeitungszeiten und die Minimierung von manuellen Erfassungsfehlern generieren. Positive Effekte wie bspw. eine hohe Transparenz und Rückverfolgbarkeit sind neben der Vermeidung von Schwund ebenso wünschenswert.22

2.5 Anwendungsvarianten von RFID

Auf Grund des steigenden Bedarfs einer automatisierten Identifikation, welcher sichüber viele Ebenen erstreckt, die wiederum von der jeweiligen Branche abhängen,sind auch die zu erfassenden Objekte von einzelnen Artikeln z.B. für den Handel,Paletten/Behälter, Container bis zu ganzen Fahrzeugen möglich oder erforderlich.Da die Einsatzbereiche sehr vielfältig sind, werden nachfolgend einige Beispielezur Anwendung genannt. So wäre die Wareneingangs-/Warenausgangskontrollebspw. in Verteilungszentren ein potenzielles Einsatzgebiet, in dem sichVerladezeiten von LKW auf ein Minimum reduzieren lassen und ein Cross-dockingbei der Verladung möglich wird, ohne neue Verpackungseinheiten bilden zumüssen. Die Ein- und Auslagerung könnte automatisiert werden, dasBestandsmanagement könnte durchgeführt werden, verbunden mit einerpermanenten Inventur und einer Transparenz im Lager, die leichtereRückverfolgung von Chargenproduktionen und Lebensmitteln. Bei denLebensmitteln könnte auch ein entsprechender Alarm bei Erreichen des MHDsausgelöst werden und den hierdurch bewirkten Bedarf an neuer Ware einleiten. DieÜberwachung und Dokumentation der durchgehenden Kühlkette beientsprechenden Artikeln könnte ausgeführt werden. AutomatisiertePositionserfassung, die als Basis für effizientes Tracking und Tracing vonFahrzeugen, Containern, Sendungen bis hin zur Überwachung der logistischenWertschöpfung entlang der gesamten Supply-Chain zur aktiven Kontrolle dientwäre erfüllt. Die rechtzeitige Vorhersage von Störungen, das Festhalten vonSolldaten und hinzufügen von Informationen sind in deren Verlauf möglich.23

[...]


1 Vgl. Finkenzeller, K.: (2002), S. 1

2 Vgl. Krampe, H., Lucke, H.-J.: (2006), S.122

3 Krampe, H., Lucke, H.-J.: (2006), S.126

4 Vgl. Liebstückel, K.: (2008), S. 437

5 Vgl. Liebstückel, K.: (2008), S. 437

6 Vgl. Liebstückel, K.: (2008), S. 437

7 Vgl. Krampe, H., Lucke, H.-J.: (2006), S.126

8 Vgl. Finkenzeller, K.: (2002), S. 1

9 Vgl. Horst, D.: (2008), S. 26

10 Vgl. Finkenzeller, K.: (2002), S. 7ff

11 Vgl. Strüker, J., Gille, D., Faupel, T.: (2008), S. 16

12 Vgl. Liebstückel, K.: (2008), S. 438

13 Vgl. Finkenzeller, K.: (2002), S. 8

14 Vgl. Liebstückel, K.: (2008), S. 438

15 Vgl. Liebstückel, K.: (2008), S. 438

16 Vgl. Glösekötter, P.: (2009), https://www.fhmuenster.de/medizintechnik/downloads/3_Gl__sek__tter_FH_M__nster.pdf, S. 20

17 Vgl. Krampe, H., Lucke, H.-J.: (2006), S.230

18 Vgl. o.V : (2006), www.ps-cooperation.de/fileadmin/user_upload/.../ps_news_0611.pdf, S.4

19 Vgl. Münger, T., Pique, S.: (2006), S. 2

20 Vgl. Farjah, M.: (2009), http://www.rfid-im-blick.de/20091123419/erforschung-gruener-transpondermaterialien.html, o.S.

21 Vgl. Hemforth, F.: (2004), S. 53

22 o.V.: (2009), www.rfid-ready.de/200902091454/effizienzsteigerung-mit-rfid.html, o.S.

23 Vgl. o.V.: (2006) http://143.93.49.10/dst2006ebusiness/dsteBusinessVorlesungen/dsteBusiness2007ws/dstEbusinessWeitergehendeInformationen/dst2007EbusArbeitsmaterialRfid/rfid-bedeutung-logistik,property=pdf,bereich=ec__net,sprache=de,rwb=true.pdf, S. 9f

Details

Seiten
23
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656140917
ISBN (Buch)
9783656141051
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189816
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
2,3
Schlagworte
RFID Radio frequency identification Logistik Beschaffung Prozess Technik MHD FOM ZF Friedrichshafen AG Einkauf Procurement Barcode Strategie Beschaffungsstrategie EAN Beschaffungslogistik

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Titel: RFID in der Beschaffungslogistik