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Die Rede des Gaius Marius nach seiner Wahl zum Konsul

Hausarbeit 2009 9 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

I. Einführung und Fragestellung

Die Grundlage der folgenden Seminararbeit bildet die von Sallust überlieferte Rede des Gaius Marius nach seiner Wahl zum Konsul.[1] Es soll darum gehen, analysierend darzustellen, mit welchen Argumenten Marius seine Wahl rechtfertigt.

Zunächst einmal möchte ich eine kurze Quellenbeschreibung machen sowie die historische Einordnung der Rede vornehmen. Anschließend werde ich genauer darauf eingehen, auf welche Art und Weise der neue Konsul Marius argumentiert, um seine Wahl zu rechtfertigen und die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und im Anschluss werde ich die wichtigsten Aussagen der mir vorliegenden Quelle mit denen einer anderen Quelle vergleichen. Im Schlussteil meiner Arbeit werde ich anhand der Rede von Marius untersuchen, welche Rolle die politische Rede in der römischen Republik gespielt hat, bevor ich die wichtigsten Arbeitsergebnisse am Ende noch einmal kurz zusammenfasse.

II. Die Rede von Gaius Marius

2.1. Marius’ Rede als Auszug aus Sallusts „Bellum Iugurthinum“

Bei der vorliegenden Quelle handelt es sich um eine aus dem Lateinischen übersetzte Rede, die Gaius Marius nach seiner Wahl zum Konsul im Jahre 107 v. Chr.[2] gehalten hat, um das römische Volk davon zu überzeugen, dass es die richtige Entscheidung war, ihn zu wählen.

Die Rede von Marius ist von dem römischen Politiker und Geschichtsschreiber Sallust, der etwa von 86 bis 34 v. Chr. gelebt hat, überliefert. Dieser erhielt eine gute Ausbildung in Rom und im Jahre 55 oder 54 v. Chr. wurde Sallust, der ein „homo novus“ war, zum Quaestor gewählt. Einige Jahre später schloss er sich dann Caesar an und etwa 50 v. Chr. wurde er vorläufig aus dem Senat ausgestoßen. Später allerdings wurde er erneut Quaestor, im Jahre 46 dann Praetor und im Zuge eines Africafeldzuges übernahm er die Statthalterschaft über die Provinz Africa Nova. Sallust hatte seine politischen Erfolge jedoch größtenteils Caesar zu verdanken und als dieser im Jahr 44 v. Chr. gestorben war, kam seine politische Aktivität zum Stillstand. Von nun an beschäftigte er sich mit der Geschichtsschreibung und brachte einige bedeutende Werke heraus.[3] Zu diesen Werken gehört beispielsweise ein Brief an Caesar („Epistulae ad Caesarem“), Berichte über den Krieg gegen Catilina („Bellum Catilinarium“) oder aber das Werk „Bellum Iugurthinum“, aus welchem die Rede Marius’ stammt und das vermutlich in den Jahren 42-40 v. Chr. entstanden ist.[4] Zur Echtheit dieser Quelle ist zu sagen, dass sie als authentisch gilt[5], denn dem Geschichtsschreiber Sallust lagen zahlreiche Quellen zum Iugurthinischen Krieg vor.[6]

Beim „Bellum Iugurthinum“ handelt es sich um Sallusts zweites Werk, in welchem er einerseits über die Innen- und Außenpolitik schreibt und sich auf der anderen Seite mit den Ursachen für die Krise der römischen Republik beschäftigt. Seine Intention dabei ist, die Geschichte zu bewahren, denn die Ereignisse sollen nicht in Vergessenheit geraten.[7]

Die Rede von Marius vor dem Volk ist ein zentraler Bestandteil des zweiten Werkes, wobei Schmal bemerkt, dass Sallust dem Konsul Marius keine besonderen rednerischen Fähigkeiten einräume, sondern seine praktischen Erfahrungen im Krieg hervorhebe.[8]

Bevor Sallust Marius zu Wort kommen lässt, gibt er in einer kurzen Einleitung einige Hinweise über die Besonderheiten und die Vorgehensweise des neuen Konsul. Marius habe schon Abneigungen gegen den Adel gehabt, bevor er Konsul war, doch nun greife er diesen immer mehr an und kränke ihn. (Sallust, 84,1)

Aus Sallusts Einleitung geht schon deutlich hervor, dass Marius ein Mann des Krieges ist, denn er habe die Legionen aufgestockt, die Bevölkerung dazu aufgerufen, mit ihm zu ziehen und sonstige Vorbereitungen für den Krieg gegen Iugurtha getroffen. (Sallust, 84,2) Sallust bemerkt, dass der Senat zwar gegen Marius sei, sich aber trotzdem nicht gegen ihn auflehne in der Hoffnung, Marius werde scheitern. (Sallust, 84,3) Doch Sallust greift nun an das Ende der Rede, indem er bemerkt, Marius habe die Bevölkerung bereits mit seiner Begeisterung angesteckt und seine Rede habe schließlich dazu beigetragen, die Zuversicht seiner Zuhörer zu steigern. (Sallust, 84,4)

Es folgt nun die eigentliche Rede, die Marius gehalten hat, um das Volk positiv zu stimmen und den Adel in ein schlechtes Licht zu rücken.

[...]


[1] Die Zitate aus: C. Sallustius Crispus: Catilina, Iugurtha, fragmenta ampliora. Post A. Ahlberg ed. Alphonsus Kurfess, 3. Aufl. Leipzig 1981 werden in folgender Weise im Fließtext nachgewiesen: (Sallust, ...).

[2] Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla, Darmstadt 2005.

[3] Schmidt, Peter: Art. C. S. Crispus, in: NP 10, Stuttgart und Weimar 2001, Sp. 1254.

[4] Werner, Volker: Quantum bello optimus, tantum pace pessimus. Studien zum Mariusbild in der antiken Geschichtsschreibung, Bonn 1995, S. 15.

[5] Schmidt, Peter: Art. C. S. Crispus, in: NP 10, Stuttgart und Weimar 2001, Sp. 1255.

[6] Schmal, Stephan: Sallust, Hildesheim 2001, S. 58.

[7] Schmal, Stephan: Sallust, Hildesheim 2001, S. 59.

[8] Schmal, Stephan: Sallust, Hildesheim 2001, S. 60.

Details

Seiten
9
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656140887
ISBN (Buch)
9783656140894
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189810
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,7
Schlagworte
Alte Geschichte

Autor

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