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Johannes von Paltz – Monastischer Privatgelehrter oder universitätsgelehrter Monastiker? Versuch einer Einordnung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Bemerkungen zur Literatur
1.1.1 Zu Johann von Paltz
1.1.2 Zu den Gelehrten des Mittelalters

2. War von Paltz ein „monastischer Intellektueller“ ?
2.1 Zum Begriff des monastischen Intellektuellen und Privatgelehrten
2.2 Versuch einer Charakterisierung Johannes von Paltz´ als „monastischem Intellektuellen“ oder der „Universitätsgelehrte Monastiker"

3. Zur Person des Johannes von Paltz
3.1 Biographie
3.2. Gesamtsituation des Ordens im sächsisch-thüringischen Raum
3.3 Die Geschichte des Klosters Herzberg und die Reformbemühungen des Johannes von Paltz

4. Werke und literarisches Wirken
4.1 Die himmlische Fundgrube
4.2 Coelifodinae
4.3 Coelifodinae Supplementum

5. Theologische Positionen
5.1 Grundlagen
5.2 Theologischer Überblick
5.3 Johannes von Paltz und das monastische Ideal

6. Schlussfolgerung

Literatur

1. Einleitung

„Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Wie kann ich meiner Sünden ledig werden und direkt – ohne einen Aufenthalt im Fegefeuer – ins Himmelreich eingehen?“ Das waren die „deutschen“ Kernfragen der Epoche des ausgehenden 15. und frühen 16. Jahrhunderts und damit eine der Leitfragen des Augustinereremiten Martin Luther. Das Wissen und die Wissensvermittlung um Gnade, Sünde und Ablass bestimmte diese Zeitepoche. Diese Diskussionen werden zumeist an der Person Martin Luthers festgemacht. Er gehört hierbei sicher zu einem der am besten untersuchten historischen Personen in der deutschen Geschichtsschreibung. Das ist eine Folge der in neuerer Literatur immer häufiger als überbewertet bezeichneten Reformations-Geschichtsschreibung. Die Reformation galt lange als eine Zäsur, wenn nicht gleichsam als Epochenscheide der europäischen Geschichte vom 15. zum 16. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang ist auch das geistliche Umfeld Luthers, besonders seine Herkunft aus dem Augustinereremitenkloster zu Erfurt, einer genauen Überprüfung unterzogen worden. Dabei tauchen berühmte Namen wie Johann von Staupitz, Johannes von Dorsten und Johannes von Paltz auf. Es sind bekannte Universitätsprofessoren, Ordenspolitiker oder gelehrte Klosterbrüder. Ganz besonders an der Frage des Ablasses und der Vergebung der Sünden entzündeten sich in diesem Umfeld vielbeachtete Dispute. Doch war Luther ja nicht der Urheber dieser Fragen, vielmehr nur ihr populärster Vertreter. Und genau hier setzt diese Arbeit an. Sie will einen kleinen Teil des Wissensumfeldes beleuchten, in dem Luther zu solchen Thesen fand. Dies soll keineswegs eine Untersuchung der Theologie Martin Luthers werden, sondern vielmehr wird mit der Person des Augustinereremiten und Zeitgenossen Luthers, Johannes von Paltz, ein theologischer Gelehrter dieser Zeit beleuchtet. Der Fokus der Arbeit liegt auch primär auf den Trägern dieser Theologie, nicht so sehr auf theologischem Gebiet.

Im ersten Teil dieser Arbeit wird durch den Vergleich zweier Gelehrten-persönlichkeiten dargestellt, wie deren Zugang und Einstellung zu Wissen und Wissenserwerb war. Es soll der Versuch einer Kategorisierung dieser Gelehrten vorgenommen werden, um bestimmte „Wissensumfelder“ besser abgrenzen zu können. Dies hat das Ziel durch die Kategorisierungen eine genauere Abgrenzung von monastischen Wissensräumen vornehmen zu können. Dabei wird im zweiten Teil der Arbeit der Versuch unternommen darzustellen, zu welchen Ergebnissen ein „katholischer[1] “ Theologe kam, wenn er sich mit den drängenden Fragen nach Ablass und Sünde sowie der Wirksamkeit der Sakramente beschäftigt. Welchen Weg nahm er in seiner Bildungskarriere und zu welchen theologischen Ergebnissen hat dies geführt? Welches Verhältnis hatte er zur Bildung? Was waren die zentralen Säulen einer so geprägten Theologie? Vor allem die Teile der Theologie Johanns von Paltz werden betrachtet, die einen Hinweis auf Bildung und Mönchtum geben. Diese Betrachtungen stehen natürlich immer unter dem größeren Ziel dieser Arbeit, Indizien für eine mögliche Typisierung bestimmter Wissensräume und Gelehrtenpersönlichkeiten zu finden. Ein tiefer und sehr fundierter Einblick in diese Bereiche ist mir durch die Habilitationsschrift Berndt Hamms[2] gewährt worden.

Um die Strukturierung der Arbeit noch einmal bündig darzustellen, hier eine Zusammenfassung: Zuerst wird ganz generell der Versuch unternommen Paltz in die „Schablone“ des „monastischen Intellektuellen[3] “ zu passen. Es geht ganz konkret um die Frage, ob Paltz sich unter der von Andreas Beringer aufgemachten Kategorie des monastischen Privatgelehrten einordnen lässt oder ob andere Kategorisierungen für das Wirken Johannes von Paltz treffender sind. Diesem Teil liegt eine biographische Betrachtung zugrunde. Im Anschluss daran, inspiriert durch das von mir gehaltenen Referat über das Kloster Herzberg, ein kurzer Exkurs zum Wirken im Kloster und auch in der geistlichen Landschaft Sachsen-Thüringens. Am Ende der Arbeit steht ein Überblick über die wichtigsten Werke und die Theologie, im Mittelpunkt hierbei das monastische Ideal Johanns von Paltz.

1.1 Bemerkungen zur Literatur

1.1.1 Zu Johann von Paltz

An dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung über die Literaturgrundlagen zu Johannes von Paltz und über Gelehrte im Spätmittelalter. Die erste wissenschaftliche Arbeit, die sich dem Augustinertheologen Johannes von Paltz widmet, ist Theodor Koldes „Die deutsche Augustinerkongregation“ von 1879. Danach wird das Werk Johannes von Paltz vor allem unter der Maßgabe konfessioneller Interessen behandelt. Aus protestantischer Perspektive schrieben die Historiker Bradtke, Diekhoff und Harnack. Dagegen stand auf der katholischen Seite Jansens „Geschichte des deutschen Volkes[4] “, der die vorreformatorische Zeit als Blüte geistlichen Lebens sah und die destruktiven Kräfte der Reformation bemängelte[5].

Eines der wesentlichen Werke der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts zu Paltz ist sicherlich die Dissertation des Franziskaners M. Ferdig zu Johannes von Paltz[6]. Auf dieser Arbeit baut einer der bekanntesten Ordenshistoriker der Augustiner, Adolar Zumkeller, auf. Eines seiner Werke bildet eine Stütze diese Arbeit[7]. Ein weiterer Autor ist Adalbero Kunzelmann, der mit seiner „Geschichte der Augustineremiten in Deutschland“ ein Grundlagenwerk[8] in dieser Richtung verfasst hat. Neuere Forschungen zu Paltz finden sich in der umfassenden Habilitationsschrift[9] Berndt Hamms und dem 2001 erschienenen Sammelband zur Frömmigkeit im Spätmittelalter[10].

1.1.2 Zu den Gelehrten des Mittelalters

Die Basis zu diesem Thema bildet das richtungweisende Buch von Jaques LeGoff, „Die Intellektuellen im Mittelalter“[11]. Diesen Ideen folgend und auf das Spätmittelalter angewendet, untersucht Andreas Beringer den Typus des monastischen Privatgelehrten[12]. Der gesamte Sammelband bietet einen Überblick über verschiedenste Gelehrte und Intellektuelle. Einen breiten Überblick über das Thema findet sich in einer anderen Aufsatzsammlung zu Schule und Studium des hohen und späten Mittelalters[13] von 1986. Aktuell erschienen, ebenfalls vom Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte, ist ein Sammelband zur Kulturgeschichte von Gelehrten[14]. Ein sehr umfassender Blick auf einen großen Teil der Gelehrtenwelt des Spätmittelalters machte es zu einer fruchtbaren Literatur für diese Arbeit.

2. War von Paltz ein „monastischer Intellektueller“ ?

2.1 Zum Begriff des monastischen Intellektuellen und Privatgelehrten

Um sich dem speziellen Begriff des monastischen Privatgelehrten zu nähern, muss zunächst einmal definiert werden, was unter einem Gelehrten im 15. Jahrhundert zu verstehen ist[15]. Weil Wissen im Allgemeinen und Schriftlichkeit im Speziellen nur Wenigen zugänglich waren, würde ich den Zugang zu beidem als eine wichtige Besonderheit und Grundvoraussetzung eines mittelalterlichen Gelehrten sehen[16]. Gleichwohl haben wir durch Universitäten und Klöster bereits ein Netzwerk von Wissenszentren im europäischen Raum. Nur war dieses Netzwerk den wenigsten auch zugänglich. Wenn im Text nun von einem Gelehrten gesprochen wird, muss davon ausgegangen werden, dass der Gelehrte in einer dieser beiden gesellschaftlichen Bereiche zu Hause bzw. Teil beider war. Gleichwohl hatte dieser unterschiedliche Zugang zu Wissen auch Folgen für das erworbene und postulierte Wissen. Dieser Unterschied wird nun am Beispiel zweier Typisierungen deutlich gemacht. Dies soll einerseits der von Andreas Beringer konstruierte „monastische Privatgelehrte“ sein und andererseits der von mir zu Unterscheidungszwecken konstruierte Begriff des „universitätsgelehrten Monastikers“. Es gab natürlich auch Gelehrte, die sich nur an den Universitäten bewegten, außerhalb der klösterlichen Strukturen und oft auch außerhalb der großen religiösen Themen der Zeit. Auch Gelehrte, die nicht in Universitäten arbeiteten, sondern in „privater“ Umgebung ihren Interessen nachgingen, sind Teil dieses Spektrums. Ein weiteres Themenfeld könnten die Gelehrten an den Höfen sein, die schon seit Karl dem Großen vielen Königen und Kaisern als Zierde und Stütze ihrer Macht dienten. Aber alle diese Kategorien sollen zugunsten der beiden Erstgenannten ausgeklammert werden und sich auf das Spannungsfeld der Gelehrten in Universität und Kloster konzentriert werden.

An dieser Stelle wird zunächst einmal versucht, den Typus eines „monastischen Privatgelehrten“ generell zu umreißen. Was macht „den“ monastischen Gelehrten des späten 15. Jahrhunderts überhaupt aus? Die Grundidee dieser Konzeption folgt dem richtungsweisenden Buch „Die Intellektuellen im Mittelalter“ von Jaques Le Goff[17]. Nun aber bezieht sich LeGoff auf das 12. und 13. Jahrhundert und ist damit nur sehr bedingt als theoretischer Rahmen zu einem Geistlichen des „Spätmittelalters“ wie Johannes von Paltz heranzuziehen. Einen fruchtbareren Beitrag lieferte dagegen Andreas Beringer, der diese Idee auf Gelehrte in Klöstern des Spätmittelalters anwendet[18]. Er untersucht den Lebens- und Wissenschaftsweg des Mönches Rutger Sycamber von Venray (1456 – 1514) und stellt bestimmte Charakteristika fest, mit denen man einen „typischen“ monastischen Privatgelehrten beschreiben kann. Hierbei nimmt er aber auch gleichsam Bezug auf vergleichbare Lebenswege anderer Mönche. Zudem ist einschränkend zu bemerken, dass er nur eine von vielen möglichen Gelehrtenpersönlichkeiten beschreibt. Gleichwohl soll die Darstellung dieses Typus einen Vergleich zur Person Johanns von Paltz ermöglichen und damit auch Differenzen deutlich machen.

Beginnend mit der Biographie werde ich nun auf die Umstände und Besonderheiten, die diese „Privatgelehrten“ und Schreibenden auszeichneten, eingehen. Eine klösterlich-mönchische Schulbildung muss man bei diesen monastischen Gelehrten natürlich voraussetzen. Das diese Schulbildung dann auch zu einem Universitätsbesuch führte, ist dagegen selten. So besuchte auch Rutger Sycamber mehrere Schulen in Neer, Keizerbosch, ´s-Hertogenbosch und Deventer. Danach legte er mit zwanzig Jahren 1476 in Höningen (Pfalz) seine erste Profeß ab[19]. Durch die Profeß[20] oder monastische Propaganda war der junge aufstrebende Gelehrte dann oft auf die Wahl zwischen Universität oder Kloster gestellt[21]. Ein anderes Problem ergab sich auch aus der Finanzierung des Studiums, die für viele kaum zu bewältigen war[22]. Und selbst wenn ein Universitätsbesuch möglich war, hieß das nicht auch automatisch, dass ein Abschluss oder im optimalen Fall ein Doktorentitel erreicht wurde[23]. Denn Mönche, die in der Lage waren, ein Studium an einer höheren Bildungseinrichtung zu bestreiten, waren auch mögliche Nachfolger in Führungspositionen des Ordens oder Prioraten ihrer Heimatklöster[24]. Doch durch den Verzicht auf weitere Ausbildung blieb nur eine Laufbahn mit beschränktem Bildungsniveau[25]. Der Mönch hatte in den meisten Fällen nur das Kloster um seine Studien fortzuführen. Hierbei ist natürlich noch zu bedenken, in welchem Verhältnis der Orden des Mönches zum Erwerb von Wissen stand.

Wurde der Wissenserwerb nicht akzeptiert, gar als curiositas[26] verschrien, dann wurde jegliche schreibende und gelehrte Tätigkeit zu einer zähen Angelegenheit. Der „typische Dilettantismus“[27], der sich in den moralisch aufgeladenen Kritiken an wissenschaftlichen Werken zeigt, quasi den Glauben als die maßgeblich bestimmende Bezugsachse nimmt, war eine Folge dieser Beschränkungen. Der „monastische Privatgelehrte“ in der Ausprägung Beringers ist ein der Welt abgewandter, für sich schreibender Mönch. Meist lebt er isoliert in abgelegenen Klöstern[28]. Er hat zu kämpfen mit der Ablehnung seiner Mitbrüder und muss sich immer wieder neu vor seinen Mitbrüdern oder Vorgesetzten rechtfertigen um weiter schreiben zu dürfen. So musste auch Rutger Sycamber einige Anfeindungen und Auseinandersetzungen bezüglich seiner literarischen Tätigkeiten überstehen[29]. Er versuchte die Gelehrten seiner Umgebung, soweit sie ihm erreichbar und bekannt waren und er sich nicht in Fiktionen flüchten musste[30], von seiner eigenen Genialität zu überzeugen und wies diese auf „Fehler“ in ihren Werken hin[31]. Der „monastische Privatgelehrte“ verachtet akademische Titel und lehnt universitäres Wissen ab. Denn weltliches Wissen korrumpiert den Geist und verschließt ihn vor wahrer und reiner Erkenntnis. Jegliche Werke die sich nicht mit Gotteserkenntnis – so z.B. weltliche Poesie – beschäftigen, lehnt er als falsch ab. Das produzierte Wissen scheint ein rein kompilatorischer und zum Teil auch dilettantischer Überblick über alle Wissensgebiete zu sein. Zudem ist es reichlich mit anekdotischen Moralia versetzt und im Stil einer Predigt gehalten.

Zusammenfassend ist ein „monastischer Privatgelehrter“ also ein weltliches Wissen meist ablehnender zurückgezogener Vielschreiber, der sich, alles auf den Glauben beziehend, auf dem Wege wahrer Wissenschaftlichkeit fühlt. Dies hat Beringer in der Untersuchung Roger Sycambers sehr umfangreichen Opera eindrücklich beschrieben. Ein vielschreibender „Gelehrter“, der sich auf der einen Seite zur Wissenschaft und vor allem zum Schreiben berufen fühlt, aber auf der anderen Seite den institutionalisierten Wissenserwerb – z.B. in Form der Universität ablehnt.

[...]


[1] So problematisch dieser Begriff zu diesem Zeitpunkt auch ist, verwende ich ihn zur Unterscheidung dennoch.

[2] Hamm, Berndt, Frömmigkeitstheologie am Anfang des 16. Jahrhunderts, Tübingen 1982.

[3] Die Arbeit folgt der Grundidee der von Jaques LeGoff entwickelten Kategorisierung der Intellektuellen im Mittelalter. Und deren Weiterentwicklung in den Arbeiten von Christian Schwinges, Frank Rexroth, Andreas Beringer und anderen.

[4] Janssen, J., Geschichte des deutschen Volkes seit dem Ausgang des Mittelalters, Bnd. I, Die allgemeinen Zustände des deutschen Volkes beim Ausgang des Mittelalters, Freiburg 1878.

[5] Hamm, Frömmigkeitstheologie, (Anm.2) Seite 16 ff..

[6] Ferdigg, M., De vita, operibus et doctrina Johannis de Paltz O.E.S.A., Rom 1968.

[7] Zumkeller, Adolar, Erbsünde, Gnade, Rechtfertigung und Verdienst nach der Lehre der Erfurter Augustinertheologen des Spätmittelalters, Würzburg 1984.

[8] Kunzelmann, Adalbero, Die Geschichte der deutschen Augustinereremiten,7 Bände, Würzburg 1969-1976.

[9] Hamm, Fömmigkeitstheologie (Anm.2).

[10] Hamm, Berndt; Lentes, Thomas (Hg.), Spätmittelalterliche Frömmigkeit zwischen Ideal und Praxis, (Spätmittelalter und Reformation; N.R., 15), Tübingen 2001.

[11] LeGoff, Jaques, Die Intellektuellen im Mittelalter, Stuttgart 1987.

[12] Beringer, Andreas, Der Typus des „Monastischen Privatgelehrten“, In: ZHF – Gelehrte im Reich, Beiheft 18, Berlin 1996.

[13] Fried, Johannes (Hg.), Schulen und Studium im sozialen Wandel des hohen und späten Mittelalters, in: Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte: Vorträge und Forschungen (Bd. 30), Sigmaringen 1986.

[14] Rexroth, Frank (Hg.), Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter, in: Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte: Vorträge und Forschungen (Bd. 73), Ostfildern 2010.

[15] Natürlich kann man die Begriffsdefinition des Gelehrten nicht so lapidar abhandeln, ich bin mir der Verkürzung dieses vielschichtigen Begriffes bewusst. Doch möchte ich diese kurze und mit Sicherheit unzureichende Definition als einleitende Bemerkung verstanden wissen. Eine Definition was ein Gelehrter im Mittelalter ist wäre wenigstens ein selbständiger Aufsatz, wenn nicht mehr.

[16] Auch an dieser Stelle nehme ich eine bewusste Verkürzung vor, dies aus den gleichen Gründen wie in Fussnote 14 beschrieben.

[17] Le Goff, Jaques, Les intellectuels au Moyen Âge, Paris 1957.

[18] Beringer, Der Typus des „Monastischen Privatgelehrten“(Anm.11).

[19] Ebd. Seite 380.

[20] Also die erste Stufe der Mönchsweihe. Diese wird wiederholt bis mit der „ewigen Profeß“ ein dauerhaftes Ordensgelübte abgelegt wird.

[21] Beringer, Monastischer Privatgelehrter, (Anm.11), Seite 395.

[22] Vgl. Rexroth, Frank, Einführung, In: Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter, Vorträge und Forschungen, Band LXXIII, (Hg.) Rexroth, Frank, Osternfildern 2010, Seite 7 ff.

[23] Tatsächlich haben nur unter 3% der knapp 40000 Universitätsbesucher des „Spätmittelalters“ einen Doktorengrad erreicht. Vgl.: Schwinges, Rainer Christoph, Universität, Soziale Netzwerke und Gelehrtendynastien, in: Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter (Anm.9), Seite 49. sowie: Wendenhorst, Alfred, Wer konnte im Mittelalter Lesen und Schreiben?, in: Fried, Johannes (Hg.), Schulen und Studium im sozialen Wandel des hohen und späten Mittelalters (Anm.12). Seite 9 ff.

[24] Schneider, Reinhard, Studium und Zisterzienserorden, In: Fried, Johannes (Hg.), Schulen und Studium im sozialen Wandel des hohen und späten Mittelalters (Anm.12), Seite 333.

[25] Wobei die negative Konotation eines „beschränkten Bildungsniveaus“ aber zu relativieren ist, den es handelte sich ja um „Überzeugungstäter“ die durchaus keinen Nachteil darin sahen, sich nicht an einer Universität zu bilden und so der Verwässerung ihres Glaubens und Wissens durch die weltliche Universitäten zu entgehen hofften.

[26] Also eine ungebührliche Neugierde. Gleichsam auch das Wissen des Wissenwollens wegen.

[27] Vgl. Beringer, Monastischer Privatgelehrter, (Anm.6), Seite 392 ff.

[28] Vgl. Ebd., Seite 400, Beringer weist aber auch darauf hin, dass die Nähe oder Ferne zu Universitäten und anderen Wissensräumen auch immer Einfluss auf auf das Verhältnis von gelehrten Mönchen zu universitärem Wissen hat.

[29] Ebd. Seite 382.

[30] Vgl. Ebd., Beringer spricht von fiktionalen Briefen in die sich die – oft von regelmäßiger Kommunikation abgeschnittene – Privatgelehrten flohen.

[31] Ebd. (Anm.6) Seite 394 – 410.

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656140740
ISBN (Buch)
9783656140818
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189723
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Historisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
johannes paltz monastischer privatgelehrter monastiker versuch einordnung

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