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Die Erlernung des Innenseitstoßes unter diversen Anforderungsprofilen

Unterrichtsentwurf 2010 28 Seiten

Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

1. Thema der Stunde

Erlernung des Innenseitstoßes im Fußballsport unter diversen Anforderungsprofilen. Die Schüler[1] sollen in der gezeigten Unterrichtseinheit die Technik des Innenseitstoßes erlernen und diese in mannigfachen Übungen und Übungsstationen ihrem Lern- und Leistungspotenzials entsprechend anwenden können. Bei der Erarbeitung des Passspiels soll durch die Demonstration einer Videosequenz die Technik kognitiv und visuell als Idealvorstellung präsentiert werden und anschließend in der sukzessiv-progressiven Einübung praktisch realisiert und gefestigt werden.

2. Darstellung der Unterrichtssequenz ( exemplarische Darstellung der ersten 2 von 4 Wochen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Einschätzung des antizipierten durchschnittlichen Kompetenzniveaus der Lerngruppe / Exemplarische Reflexion der Lerngruppenheterogenität

Die von mir unterrichtete Sportklasse der 09. Jahrgangsstufe, bestehend aus Schülern zweier zusammengezogener Kerngruppen (9.11 und 9.12), umfasst eine Gesamtschüleranzahl von insgesamt 32 S. Das Durchschnittsalter liegt bei circa 15 Jahren. Die Unterrichtsgruppe weist ein eklatantes und signifikantes Leistungsungleichgewicht bzw. Leistungsgefälle auf. Vergleicht man die motorischen, motorisch-kognitiven, koordinativen, konditionellen und technischen Leistungsvoraussetzungen der einzelnen S untereinander, so lassen sich erhebliche Defizite konstatieren. In Bezug auf das Leistungspotenzial der Klasse kann man daher von einer äußerst heterogen zusammengestellten Sportklasse ausgehen. Leistungsstärkere S sind hinsichtlich ihres koordinativ-sportmotorischen Leistungsstandes gut bis sehr gut entwickelt und zeigen fundierte technisch-versierte Ausprägungen in den von mir beobachteten Übungs- und Spielformen. Die leistungsschwächeren S weisen hingegen eine mangelnde sportmotorische und technische Grundlagenausbildung auf. In den von mir erhobenen Leistungsfeststellungen ließ sich eruieren, dass grundlegende Fertigkeiten nur rudimentär vorhanden sind und somit eine Leistungsdifferenzierung in den einzelnen Aufgabenstellungen unbedingt vonnöten waren. Entsprechend der Komplexität der Bewegungsaufgabe war ich stets darauf bedacht, den einzelnen Leistungsgruppen adäquate und für sie realisierbare Aufgaben zu stellen. Eine gezielte Leistungsdifferenzierung macht m.E. uneingeschränkten Sinn, da eine Unter- bzw. eine Überforderung der S zu einer Demotivation führen kann und damit einhergehend das Interesse für den Sportunterricht[2] leiden kann. Auf eine leistungsgerechte Differenzierung wurde besonders in dieser heterogenen Sportklasse Wert gelegt.

Dennoch lässt sich vermerken, dass, einhergehend mit dem Leistungspotenzial des einzelnen S, es sich mit der Motivations- und Interessenlage verhält. Frappierend in diesem Zusammenhang ist meiner Einschätzung nach die Motivation und das Interesse der leistungsstärkeren S im Vergleich zu der der leistungsschwächeren Gruppe. Die leistungsschwächeren S wirken phasenweise lustlos und partizipieren bisweilen teilnahmslos bzw. lustlos am SU. Durch das Angebot eines breiten Spektrums an verschiedenartigen Bewegungs- und Themenfelder konnte man jedoch erkennen, dass die Partizipation bei manchen Übungs- und Spielformen aktiviert wurde, was für mich den Schluss zulässt, den leistungsschwächeren mit einem Mehr an für sie interessanten Bewegungsformen zur Aktivierung der S beizukommen. Das Wissen um diesen Sachverhalt steht hierbei jedoch auf der einen Seite, die praktische Realisation im tagtäglichen Unterrichtsbetrieb eine andere. Nicht jede Unterrichtseinheit kann ausnahmslos das Interesse eines jeden S befriedigen, dennoch sollte man als Lehrkörper darauf bedacht sein, den Fokus in der Auswahl der Bewegungsformen gleichberechtigt für alle S auszuwählen

Den mannigfachen Interessenlagen der einzelnen Schülergruppen zum Trotz ist die Gesamtmotivation und das Gesamtinteresse an den von mir präsentierten Lerninhalten als positiv einzuordnen. Die S reagieren neugierig auf von mir neuartige Übungs- und Spielformen und probieren durchaus gerne die von mir geforderten Zielsetzungen aus.

Auch wenn die Lerngruppe aus zwei verschiedenen Kerngruppen besteht, gehen die S untereinander sehr vertraut und freundschaftlich um. Meiner Beobachtung nach wird kein Schüler ausgegrenzt oder in irgendeiner Weise argwöhnisch betrachtet. Die Sozialstruktur im Klassenverband ist als durchaus behaglich einzuordnen. Wie bereits evoziert, lässt sich im Bereich des Arbeitsklimas und der Lernatmosphäre ein positives Bild zeichnen.

Die Sportklasse unterrichte ich insgesamt drei Stunden pro Woche, wobei ich eine Doppelstunde und eine Einzelstunde zur Verfügung habe ( Mo. 6./7 Std.; Di. 2. Std.). Zur Realisierung des Unterrichtsbetriebs steht mir bei schlechtem Wetter 1/3 der oberen Turnhalle zur Verfügung. Bei adäquatem Wetter ergibt sich die Möglichkeit, die Sportanlagen im Freien zu benutzen. Der Fachbereich Sport ist nach meinem Dafürhalten materiell sehr gut ausgestattet. Die einzelne Auflistung aller vorhandenen Utensilien erscheint mir an dieser Stelle zu müßig und nicht zweckdienlich, sodass die globale Einschätzung der Ausstattung des Fachbereichs Sport aus- und somit hinreichend erscheint.

4. Ausgangsstandards

Die S bringen bereits Vorerfahrungen im Themenfeld „Spiele“ mit, da die vorhergehenden Lehrer in der Grund- und Oberschule die Mannschaftssportart Fußball bereits thematisch eingeführt und erarbeitet haben??? Wie aber bereits festgestellt, ist das Ausgangsniveau der einzelnen S erheblich variant. Dennoch kamen alle S bereits in Kontakt mit der Mannschaftssportart Fußball und verfügen alle über basale Grundkenntnisse auf niedrigem Niveau. Hinsichtlich der konditionellen, koordinativen und motorischen Fertigkeiten gibt es, wie obig beschrieben, ein erhebliches Ungleichgewicht innerhalb der Sportgruppe.

5. Abschlussstandards der Jahrgangsstufe

Für das Fach Sport werden folgende Standards formuliert: Die Schülerinnen und Schüler zeigen eine altersgemäße Ausprägung der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten, verhalten sich in Wettkämpfen regelgerecht, fair und taktisch angemessen, wenden spielspezifische Fertigkeiten im gemeinsamen Spiel an, setzen gruppen- und mannschaftstaktische Strategien im Spiel um, entwickeln, organisieren und leiten Spiele.[3]

6. Pädagogische Perspektiven

„Im Mittelpunkt der Spielausbildung soll die Entwicklung der Spielfähigkeit stehen.

Durch vielfältige Übungs-, Wettkampf- und Spielformen werden technische Fertigkeiten

und taktische Fähigkeiten geschult, gleichzeitig die allgemeinen motorischen Grundeigenschaften entwickelt. Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen im Umgang mit Regeln machen. Sie lernen als Mitglied eines Teams, besonders in den Mannschaftsspielen, zum Gelingen eines Spieles beizutragen. Die Sportspiele lassen sich besonders unter den pädagogischen Perspektiven Leistung, Kooperation und Wettbewerb sowie Gesundheit thematisieren.“[4] Neben diesen hehren Zielen und Entwicklungsabsichten möchte ich an dieser Stelle einen für mich wichtig erscheinenden Punkt eingehender darstellen. Das Ausüben einer Mannschaftssportart fördert ungemein die Bereitschaft zur Kooperation und Kommunikation innerhalb einer Gruppe und fördert die Sozialstruktur derselbigen. Verbindliche Normen und Regeln, an die sich ausnahmslos jeder halten muss, illustrieren für die S, dass alle gleich behandelt und gleichermaßen sanktioniert werden – begehen sie eine Unsportlichkeit etc. Wie der wörtlichen Übernahme zu entnehmen ist, erhält jeder einzelne Spieler in einer Mannschaftssportart eine ihm zugewiesene Aufgabe, deren Umsetzung unabdinglich zur Realisierung des Spiels ist. So lernen die S, dass nur ein kollegiales Miteinander (Teamfähigkeit) in einem festgesetzten Rahmen (Regeln einhalten, Fairplay) zu einem gemeinsamen Ziel führen kann. Die Lehre des Mannschaftssports sollte m.E. zunehmend unter diesem Aspekt erfolgen. In meiner Unterrichtssequenz soll neben der obligatorischen und somit zweckdienlichen Vermittlung der Spielfähigkeit ebenfalls Wert darauf gelegt werden, die soziale Homogenität voranzutreiben. Kongruent gehe ich somit mit den vom RLP geforderten Lehrinhalten.[5]

[...]


[1] Im Folgenden lediglich als „S“ gekennzeichnet

[2] Im Folgenden SU

[3] Vgl. RLP, Sek I, S. 13.

[4] RLP, Sek I, S. 36.

[5] Vgl. RLP, Sek I, S. 11-12.

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656150596
ISBN (Buch)
9783656150121
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189715
Institution / Hochschule
Schulpraktisches Seminar Spandau – 3. SPS
Note
2,0
Schlagworte
Fussball Technik Unterrichtsentwurf Sport Innenseitstoss

Autor

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Titel: Die Erlernung des Innenseitstoßes unter diversen Anforderungsprofilen