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Die Varusschlacht

Quellenlage zum Verlauf und Interpretationen zur Lokalisierung der Schlacht

Seminararbeit 2010 12 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
1. Quellenlage zum Verlauf der Schlacht
1.1 Tacitus
1.2 Cassius Dio
2. Lokale Fixierung der Varusschlacht
2.1 Archäologische Befunde
2.2 Forschungserkenntnisse

Schluss

Quellen-und Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Jahr 9 n. Chr. lockten westgermanische Stammesverbände unter Führung des Cheruskers Arminius in einem Sumpfgebiet in der Provinz Germanien drei römische Legionen in einen Hinterhalt und vernichteten sie. Damit ging circa ein Drittel des gesamten römischen Heeres unter.[1] „Die Varusschlacht ist ein Rätsel, nicht militärisch, aber politisch, nicht in ihrem Verlauf, aber in ihren Folgen.“ So urteilt der deutsche Historiker und Literaturnobelpreisträger Theodor Mommsen im Jahr 1885 über die Varusschlacht, die in der deutschen Geschichte als historische Zäsur gilt und in der Forschung als Wendepunkt für das Ende der römischen Fremdbesatzung diskutiert wird.

Im September 2009 jährte sich die Varusschlacht zum 2000. Mal und findet in der Forschung sowie auf gesellschaftlicher Seite stetigen Anklang; sei es bei der Interpretation von antiken Texten, der Verarbeitung des „Arminius-Stoffes“ im Zeitalter des deutschen Nationalismus und die damit verbundene Identifikation der „Deutschen“ mit den „Germanen“ oder bei der Errichtung des Hermannsdenkmals im Jahr 1875 bei Detmold. Dabei eröffnen sich den Historikern stets neue Perspektiven und Fragestellungen, die durch Ausgrabungen und neue Deutungsansätze bei der Analyse von literarischen Quellen dazu beitragen, das „Rätsel Varusschlacht“ zu dechiffrieren und zu rekonstruieren.[2]

Römische Autoren spielen bei der Darstellung und Interpretation des Verlaufs der Varusschlacht eine entscheidende Rolle: Sie beschreiben die Situation der römischen Soldaten zwar aus einer subjektiven Wahrnehmung heraus und sollten jedoch bei der Darstellung herangezogen werden, da de facto keine germanischen Texte zur Schlacht überliefert sind.[3]

Einen bedeutenden Anlass, dem Ort der Schlacht auf die Spur zu gehen, bildet die Wiederentdeckung der Annalen des Tacitus im Jahr 1505 im Kloster Corvey, in denen

der römische Autor lokale Angaben zur Schlacht macht: Die Legionen seien im saltus Teutoburgiensis, das heißt im Raum des Teutoburger Waldes untergegangen. Seit dem 16. Jahrhundert beschäftigte sich die Forschung unter anderem mit der Frage nach der lokalen Eingrenzung der Schlacht.[4] Im Folgenden sollen dieser Aspekt näher beleuchtet und dabei unter Einbeziehung archäologischer Funde Thesen zur Lokalisierung der Schlacht aufgestellt werden.

Hauptteil

1. Quellenlage zum Verlauf der Schlacht

Bei dem Versuch den Verlauf der Varusschlacht zu skizzieren, kommen nach heutigem Forschungsstand drei bedeutende römische Autoren in Betracht: der Militärtribun Velleius Paterculus[5], der römische Senator und Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus[6] sowie der griechische Politiker, Schriftsteller und Geschichtsschreiber Cassius Dio[7]. Die Lektüre der Werke der genannten Verfasser ermöglicht nicht nur eine Rekonstruktion der Schlacht aus römischer Perspektive, sondern sie kann auch bei der Frage nach der lokalen Bestimmung nützlich sein.[8] Jedoch sollte die Quellenlektüre aus einer kritischen Lesart heraus erfolgen, da die Autoren keine Augenzeugen der Schlacht waren und deren Schilderungen aus einer subjektiv-römischen Sichtweise verfasst wurden. Da allerdings, wie bereits erwähnt, keine germanischen Textquellen zur Varusschlacht existieren, ist die Forschung zunächst auf römische Geschichtsschreiber angewiesen.[9]

[...]


[1] Schlüter, Wolfgang: Kalkriese-Römer im Osnabrücker Land. Archäologische Forschungen zur Varusschlacht, Osnabrück 1993, S.14.

[2] Wiegels, Rainer: Die Varusschlacht. Wendepunkte der Geschichte?, Stuttgart 2007, S.8.

[3] Bendikowski, Tillmann: Geschichte der Varusschlacht. Der Tag, an dem Deutschland entstand, München 2008, S. 9.

[4] Schlüter, Wolfgang: Kalkriese-Römer im Osnabrücker Land. Archäologische Forschungen zur Varusschlacht, Osnabrück 1993, S.14.

[5] Veilleius Paterculus (20 v. Chr. – ca. 30 n. Chr.)

[6] Publius Cornelius Tacitus (55-115 n.Chr.)

[7] Cassius Dio (163 – ca. 229 n. Chr.)

[8] Bendikowski, Tillmann: Geschichte der Varusschlacht. Der Tag, an dem Deutschland entstand, München 2008, S. 21.

[9] Der römische Historiker Florus ist hier nicht berücksichtigt, da seine Zeugnisse in der Forschung oft als unzuverlässig gelten. Im Folgenden soll der Schwerpunkt auf Tacitus im Besonderen und Cassius Dio gesetzt werden.

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656139706
ISBN (Buch)
9783656139935
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189648
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Lehrstuhl für Alte Geschichte
Note
2,0
Schlagworte
Alte Geschichte Varusschlacht Rom Arminius Teutoburger Wald Germanen Kalkriese

Autor

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Titel: Die Varusschlacht