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Umsetzung des Betriebspraktikums im Fach Arbeitslehre

Seminararbeit 2010 19 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ZIELE DES BETRIEBSPRAKTIKUMS

LEHRPLANBEZUG

ZWEI GRUNDMODELLE BERUFSORIENTIERENDER BETRIEBSPRAKTIKA

ARBEITSLEHRE UND BETRIEBSPRAKTIKUM

ROLLE DES LEHRERS IM BETRIEBSPRAKTIKUM

DIE ROLLE DER BETRIEBE IM BETRIEBSPRAKTIKUM

DIE ROLLE DES SCHÜLERS IM BETRIEBSPRAKTIKUM

DIE PRAKTIKUMSMAPPE

PRÄDIKTORVARIABLEN

PRO- UND CONTRA BZW. KRITIKÁM BETRIEBSPRAKTIKUM

ALTERNATIVE: KONTINUIERLICHE PRAXISTAGE

METHODISCH-DIDAKTISCHER KOMMENTAR ZUM REFERAT

QUELLENVERZEICHNIS

Die Quellenangaben habe ich für eine bessere Übersicht auf der letzten Seite nummeriert, und in der Ausarbeitung jeweils nur die Nummer der jeweiligen Quellen aufgeführt.

Auf den nun folgenden Seiten werde ich mich näher mit dem Betriebspraktikum und den kontinuierlichen Praxistagen beschäftigen. Ich werde mich dabei auf alle Gliederungspunkte beziehen, die auch in unserem Referat beachtet wurden, und auf diese nochmals näher eingehen. Auch werde ich die Gliederung unseres Referats in dieser Form für die Ausarbeitung übernehmen.

Bevor ich jedoch mit der Ausarbeitung beginne, möchte ich kurz darauf eingehen, warum ich, bzw. warum unsere Gruppe sich für dieses Thema entschieden hat. Für mich spielt das Betriebspraktikum in der beruflichen Orientierung der Schüler eine sehr große Rolle, da die Schüler hier zum ersten mal in Kontakt mit der realen Arbeitswelt kommen, und so die Vorteile und Nachteile eines vorher gewählten Praktikums- bzw. evtl, auch späteren Berufswunschs in der realen Arbeitswelt miterleben können. Aufgrund der Tatsache, dass in der schulischen Laufbahn der Schüler jedoch meist nur 2 Betriebspraktika erfolgen, muss dieses jedoch sehr gut durch die Lehrkräfte begleitet werden.

Ziele des Betriebspraktikums

Im ersten Abschnitt meiner Ausarbeitung möchte ich mich mit den Zielen eines Betriebspraktikums auseinandersetzen und diese näher beleuchten. Das Betriebspraktikum in der Schule hat für die Schüler zwei verschiedene Funktionen. Zum einen soll das Betriebspraktikum eine Vertiefung, Erweiterung und Veranschaulichung von Kenntnissen über Arbeits- und Produktionsprozesse herbeiführen. Die Schüler müssen sich im Betriebspraktikum mit den Aufgaben im Betrieb auseinandersetzen. Sie sammeln die ersten Erfahrungen in der realen Arbeitswelt und erleben zum ersten mal alle Vor- und Nachteile die der gewählte Praktikumsberuf mit sich bringt. Durch Gespräche mit Kollegen können die Schüler viel über den Arbeitsalltag in diesem Beruf erfahren. Außerdem erfolgt in den meisten Fällen zum ersten Mal ein praktisches Lernen mit Ernstcharakter.

Eine weitere Funktion die das Betriebspraktikum für die Schüler hat, ist die Unterstützung des Berufswahlprozesses. Die Schüler erleben im Betriebspraktikum, wenn auch nur für kurze Zeit den Betriebsalltag real mit, und können dadurch ihre Wünsche und Vorstellungen an den evtl, späteren Beruf mit dem realen Arbeitsalltag abgleichen. Damit dieser Punkt auch wirklich erfolgreich ist, muss das Praktikum jedoch durch die Lehrkräfte gut vor- und nachbereitet werden und die Schüler müssen das Praktikum als Chance sehen, und nicht den Praktikumsplatz beispielsweise nach Bequemlichkeit auswählen. Auf diese Punkte werde ich jedoch später nochmals genauer eingehen.

Bei einem gut vor- und nachbereiteten Betriebspraktikum stellt dies eine große Chance für die Schüler in ihrem Berufswahlprozess dar. Dies wird auch durch eine Untersuchung belegt, bei der fast ein Drittel durch ein Betriebspraktikum einen Berufswunsch erlangt haben (http://www2.bibb.de:8080/bwp/pdf/artikel/BWP-2006- H3-28ff.pdf).

Quellen: 6, 7, 8, 9, 27

Lehrplanbezug

Das Betriebspraktikum findet man sowohl in den Lehrplänen für die Haupt- und Realschule, als auch im Lehrplan für das Gymnasium. Im Lehrplan der Hauptschule und im Lehrplan der Realschule findet man das Betriebspraktikum im Lehrplan des Fachs Arbeitslehre, während man es im Gymnasium im Fach Politik und Wirtschaft findet.

Im Lehrplan Arbeitslehre für die Hauptschule findet man das Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 8 unter dem Thema „Wir erkunden Arbeits- und Ausbildungsplätze in unserer Region“. Das Betriebspraktikum ist dort mit 22 Stunden angesetzt. Dieses Thema steht jedoch in Verbindung mit „Berufswahl und Bewerbungsplanung, Vom Traum zum Beruf“, in dem sich auch schon mit der Berufsorientierung der Schüler befasst wird. Da auch diesem Thema 16 Stunden zur Verfügung stehen, stehen in der 8. Klasse also insgesamt 38 Stunden für die Vor- und Nachbereitung des Praktikums zur Verfügung. Ebenso findet das Betriebspraktikum in der 9. Jahrgangsstufe unter dem Thema „Betriebspraktikum in einem ausgewählten Beruf“ Beachtung.

Auch hier werden dem Betriebspraktikum nochmals 18 Stunden eingeräumt. Die Schüler sollen sich in beiden Praktika der Hauptschule mit dem regionalen Möglichkeiten auseinandersetzen, herausarbeiten welche Fähigkeiten sie besitzen, die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten wie duale oder schulische Ausbildung kennenlernen und sich mit der späteren Ausbildung befassen. Die Erwartungen an einen hierbei herausgearbeiteten Praktikums- und evtl, späteren Berufswunsch können anschließend im Betriebspraktikum unter realen Bedingungen überprüft werden.

Im Lehrplan für die Realschule findet man das Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 9 unter dem Thema „Betriebspraktikum: Vorbereitung - Planung - Durchführung“. Dieser Themenkomplex ist in dem Lehrplan für die Realschule auf 26 Stunden ausgelegt. In diesem 26 Stunden sollen die Schüler Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen an das Praktikum formulieren und Erkundungsaspekte für die Zeit des Betriebspraktikums festlegen. Eine Herausarbeitung der eigenen Fähigkeiten und eine damit verbundene Berufsorientierung ist in diesem 26 Stunden nicht vorgesehen. Das Betriebspraktikum in der Realschule „dient nicht der Berufswahlvorbereitung im Sinne einer Eignungsfeststellung, auch nicht der Suche nach einem Ausbildungsplatz, sondern bietet Gelegenheit, exemplarische Einsichten in das Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftsleben zu gewinnen“ (vgl. Lehrplan Hessen, Realschule, Unterrichtsfach Arbeitslehre).

Im Gymnasium findet das Betriebspraktikum keine feste Zuordnung. Es wird lediglich im Fach Politik und Wirtschaft in der Jahrgangsstufe 8 im Thema „Ökonomische Bildung - Markt“ als fakultativer Unterrichtsinhalt genannt. Da für den gesamten Themenkomplex lediglich 13 Stunden angesetzt sind, kann hier keine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema Betriebspraktikum und der damit auch verbundenen Berufswahl erfolgen.

Quellen: 10, 11, 12

Zwei Grundmodelle berufsorientierender Betriebspraktika

Man unterscheidet zwei Grundmodelle berufsorientierender Betriebspraktika. Dazu zählt zum einen der Bielefelder Ansatz von Feldhoff, und zum anderen das Modell von Beinke.

Der Bielefelder Ansatz von Feldhoff hat auch heute immer noch sehr große Relevanz. Nach dem Ansatz von Feldhoff erfolgt im Betriebspraktikum eine allgemeine Berufsorientierung. Die Schüler finden sich in der Position eines Arbeitsnehmers und müssen sich mit Problemen und Fragestellungen der Berufswahl und der Berufstätigkeit auseinandersetzen. Für Feldhoff sind Arbeitssituationen durch berufliches Handeln geprägt. Das Betriebspraktikum nimmt in diesem Ansatz einen zentralen Punkt in der Berufsorientierung ein.

Nach dem Modell von Beinke erfolgt die Berufsorientierung im Unterricht. Nach seinem Modell stellt das Betriebspraktikum nur einen Abschluss des Berufswahlprozesses dar. Es dient nach seiner Ansicht lediglich noch der vertiefenden Orientierung in einem bestimmten Beruf, jedoch nicht zur Berufswahl. Beinke sieht hierbei andere Punkte im Vordergrund, die seiner Meinung nach die Berufswahl der Schüler prägen. Er nennt als Beispiele dafür die Methoden und Medien, individuelle Fähigkeiten und Betriebsbesichtigungen oder Besuche in einem Berufsinformationszentrum.

Quellen: 2, 4, 5

Arbeitslehre und Betriebspraktikum

Das Fach Arbeitslehre spielt eine große Rolle in der schulische Berufsorientierung von Schülern. Im Fach Arbeitslehre findet man sehr viele Themenkomplexe, die mit der späteren Berufswelt der Schüler Zusammenhängen.

Berufswahlrelevant sind hierbei insbesondere Inhalte, die den Schülern Grundstrukturen beruflicher bzw. berufsfeldtypischer Tätigkeiten und Arbeitsprozesse sowie technisch-ökonomisch-soziale Bedingungszusammenhänge erschließen. Diese Inhalte findet man wie oben bereits beschrieben sehr häufig im Fach Arbeitslehre. Weiterhin hat die Einführung des Fachs Arbeitslehre dazu geführt, dass das Lernen im Medium der Arbeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Schüler lernen hierbei direkt im Medium und nicht nur theoretisches Wissen. Für die Schüler ist dieses Lernen im Medium oftmals sehr viel interessanter, und damit sind die Schüler für diese Arbeiten auch sehr viel leichter zu motivieren, als für theoretisches Lernen. Insbesondere in den niedrigeren Bildungszweigen wie der Hauptschule findet dieses Lernen im Medium einen weit höheren Anklang.

Ein Problem, was jedoch auch weiterhin besteht ist, dass viele Berufsfelder auch im Fach Arbeitslehre keine Beachtung finden. Hierzu zählen sehr häufig die Berufsfelder der Dienstleistungsberufe, gewerblich-technische Berufsfelder sowie die kaufmännischen und verwaltenden Berufsfelder.

Sehr häufig werden im Fach Arbeitslehre jedoch die handwerklichen Berufsfelder, wie die Bearbeitung von Holz und Metall behandelt.

Quellen: 11,12

In den folgenden Punkten werden ich nun auf die Rolle des Lehrers, die Rolle der Betriebe und die Rolle des Schülers während des Betriebspraktikums eingehen.

[...]


Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656133094
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189208
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2
Schlagworte
umsetzung betriebspraktikums fach arbeitslehre pro contra

Autor

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