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Effektives Arbeiten im Team und die Entwicklung von Gruppen

Hausarbeit 2010 10 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Definitionen und Abgrenzung
2.1 Zur Effektivität von Teams
2.2 Die Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman
2.3 Die Rolle von Feedback

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Um einen Auftrag zu erfüllen oder eine komplizierte Problemstellung zu lösen, ist es sinnvoll den Aufwand auf mehrere Menschen zu verteilen, um so die Anstrengungen jedes Einzelnen zu einem Ganzen zu bündeln. Die Idee der Arbeitsteilung ist die, dass wenn der Arbeitsaufwand auf mehrere Arbeiter verteilt wird, die jeweils in ihrem Gebiet fähig und kompetent sind, schlussendlich schneller und effizienter gearbeitet wird und das Endprodukt besser als die Summe der Einzelleistungen ist. Die Gründung einer Arbeitsgruppe allein bedeutet aber nicht unbedingt bessere Leistungen. Um ihren Vorteil ausspielen zu können, benötigt die Gruppenarbeit eine gute Organisation, Führung und Begleitung, um Effizienzvorteile zu erreichen und die Flexibilität, sowie die soziale Kompetenz der Mitarbeiter zu fördern. Doch welche Faktoren beeinflussen die Effektivität einer Gruppe?

Gruppenarbeit muss gestaltet, gelenkt und reflektiert werden, um die gestellte Aufgabe bestmöglich bewältigen zu können. Eine Gruppe muss erst zusammenwachsen. Es muss eine Vertrauensbasis und eine gewisse Zufriedenheit in der Gruppe erreicht werden, um eine gemeinsame Aufgabe bewältigen zu können. Die individuellen fachlichen und sozialen Kompetenzen der Gruppenmitglieder müssen berücksichtigt werden, so dass sich jeder Einzelne einbringen kann. Doch wie wächst eine Gruppe von Menschen zusammen um effektiv arbeiten zu können? Gibt es verschiedene Stadien, die eine Gruppe während der Zusammenarbeit durchlaufen muss?

Im Folgenden möchte ich näher darauf eingehen, wie man die Effektivität einer Gruppe steigern kann bzw. welche Faktoren die Effektivität beeinflussen. Anschließend werde ich die einzelnen Entwicklungsphasen einer Gruppe nach Bruce W. Tuckman darlegen und das Feedback als Teil der Reflektion erläutern. Im Fazit werde ich dann das Erarbeitete mit dem Erlebten im Seminar vergleichend gegenüberstellen. Die Begriffe „Team“ und „Gruppe“ werde ich innerhalb meiner Arbeit synonym verwenden, da eine klare Trennung problematisch ist. In der Fachliteratur werden die beiden Begriffe meist auch zur Beschreibung des gleichen Sachverhaltes verwendet.

2. Definitionen und Abgrenzung

2.1 Zur Effektivität von Teams

Um im weiteren Verlauf dieser Arbeit herausstellen zu können, in welchem Maße die Effektivität innerhalb eines Teams zunimmt, muss zunächst der Begriff der Effektivität von dem der Effizienz abgegrenzt werden. Effektivität bezeichnet die Erreichung der verfolgten Ziele, während Effizienz sowohl auf die Leistung, als auch auf die Zufriedenheit innerhalb der Gruppe bei möglichst geringem Aufwand von Ressourcen zielt. (vgl. Wegge, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 122)

Die Effektivität ihrerseits wird maßgeblich von der Gruppenzusammensetzung bestimmt. Wie die Mitglieder einer Gruppe bestimmt wurden, beeinflusst die Beteiligung an der Entscheidungsfindung innerhalb eines Teams. Wenn Gruppen in ihrer Zusammensetzung von außen bestimmt wurden und Erwartungen von Außenstehenden an die Gruppe herangetragen werden, spielen „das eigentliche Gruppenergebnis und die Gruppenprozesse (Effizienz der Gruppe) für die Gruppeneffektivität selbst kaum eine Rolle“ (Wegge, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 123). Daraus folgt, dass sich Teams im günstigsten Falle nach ihren Interessenlagen selbst finden und das zu erreichende Ziel, sowie den gemeinsamen Weg dahin, selbst bestimmen sollten.

Doch wie bestimmt man eigentlich die Effektivität von Teams? Die Erreichung einer Zielsetzung wird von unzähligen Faktoren beeinflusst. Daher werde ich im Folgenden näher auf ein paar Determinanten und Einflussgrößen auf die Effektivität von Teams eingehen. Als erstes sollte man in diesem Kontext die Handlungsfähigkeit eines Teams nennen. Der Begriff Handlungsfähigkeit bezeichnet effektive Koordinationsprozesse innerhalb einer Gruppe. Es müssen Absprachen getroffen werden, in denen die klare Arbeitsteilung festgelegt wird und Teilarbeiten zugeordnet werden. Das bedeutet meist auch, dass sich Einzel- und Gruppenarbeit abwechseln und die jeweiligen Ergebnisse zielführend zusammengefasst werden, Probleme analysiert und Entscheidungen getroffen werden müssen. (vgl. Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 7) Als zweite feste Größe der Teamarbeit wird der Wissenszuwachs angesehen. Die Arbeit in Gruppen soll zu einer tieferen Erkenntnis und zu einem Zuwachs an Können, Erfahrung und Informationen führen. Man kann annehmen, dass der Wissenszuwachs als Gruppenvariable umso größer ist, je geringer das jeweilige Vorwissen ist. (vgl. Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 5)

Das bedeutet, dass jedes Mitglied umso mehr Erfahrungen und Wissen aus der Gruppenarbeit mitnimmt, desto mehr auch innerhalb der Gruppe erarbeitet wird. Der Diskurs, der Austausch von Gedanken und Meinungen, sowie das gemeinsame Erreichen des Zieles prägen die Gruppenarbeit, und damit auch das einzelne Individuum.

Wie bereits erwähnt schließt Effektivität auch die Zufriedenheit von allen Beteiligten mit ein. Allgemein kann man davon ausgehen, dass mit steigender Effektivität, auch die Zufriedenheit steigt. Begründen kann man diese These zum Beispiel mit der Belohnung der Arbeit, sei es materieller oder symbolischer Art, die eine Befriedigung der Teammitglieder schafft. (vgl. Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 8f.) Mit steigender Zufriedenheit innerhalb der Gruppe, nimmt aber auch der Zusammenhalt, also die Sympathie und Kooperationsbereitschaft zu. Kooperation wiederum führt zu einem größeren Wissenszuwachs, da „ein intensiverer, offenerer und weniger verfälschter Austausch von Wissen unter den Beteiligten dadurch gefördert wird“ (Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 11). Ein weiterer Einflussfaktor auf den Wissenszuwachs ist die kognitive Übereinstimmung der Gruppenmitglieder, also die Übereinstimmung der Ansichten, auch Konsens genannt. Demgegenüber steht der Dissens, das Nichtübereinstimmen der Kognitionen. „Bei sehr hohem Konsens gibt es wenig, was man voneinander lernen könnte, und bei sehr hohem Dissens kann man einander kaum noch verstehen, obwohl man voneinander lernen könnte. Optimal für den Wissenszuwachs ist daher eine mittlere kognitive Übereinstimmung“ (Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 13). Kontroverse Diskussionen haben den Vorteil, dass eine Vielzahl an Argumenten und Meinungen angeführt wird. Andererseits erschweren große Meinungsunterschiede auch die Kommunikation, da mehr Missverständnisse aufkommen, und innerhalb der Gruppe eher emotionsgeladen diskutiert wird. Für die Teamarbeit ist weiterhin ein relativ ähnliches Kompetenzniveau aller Beteiligten von großer Bedeutung, da sich ein unterschiedliches Niveau negativ auf die Motivation auswirkt. (vgl. Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 14f.)

Wenn all diese Faktoren beachtet wurden und sich eine Gruppe gefunden hat, die zufrieden, kooperationsbereit und motiviert eine Problemstellung lösen möchte, bedarf es nur noch einem festgelegten Rahmen. Doch wie verhalten sich Macht oder Einflussnahme in Beziehung zur Teamarbeit?

In den meisten Fällen wird ein offizieller Führer oder Leiter eingesetzt, der das Ziel vorgibt und das Ergebnis evaluiert. Nur in den seltensten Fällen übernimmt ein Mitglied der Gruppe selbst die Führung. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass die Position des Gruppenleiters im Rotationsprinzip innerhalb des Teams weitergegeben wird. Auf jeden Fall ist die Beeinflussung der Gruppe eine Aufgabe der Führung, um den Arbeitsprozess zu koordinieren und Aufgaben zu verteilen, und somit die Effizienz zu steigern. (vgl. Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 25) Es existiert aber ein elementarer Unterschied zwischen Machtausübung, “im Sinne einer Einwirkung gegen die Interessen der anderen“ (Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S.21) und der Einflussnahme im Einklang mit den Interessen der Gruppe. Die pure Machtausübung unterbindet den freien Meinungs- und Erfahrungsaustausch und führt zu negativen Gefühlen wie Ärger und Furcht, und reduziert dadurch den Wissenszuwachs. So kann es passieren, dass einzelne Gruppenmitglieder mit abweichenden Meinungen sich unterordnen und relevantes Wissen ungesagt bleibt. Dem entgegen wird bei der Einflussnahme intensiv diskutiert und alle Konfliktparteien bei der Ergebnisfindung berücksichtigt.

Abschließend lässt sich noch festhalten, dass noch zwei weitere Faktoren die Teamarbeit positiv beeinflussen können. Zunächst die professionelle externe Betreuung durch einen Moderator, die deutlich besser für die Zusammenarbeit in Teams geeignet ist, als eine interne Gruppenleitung, da der Moderator neutral ist und während des Teambildungsprozesses anleitend zur Seite steht. Gerade bei sehr komplexen Problemstellungen bietet sich die Moderation an. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass „durch eine solche moderierende Teamleitung die Stärken der Gruppenarbeit genutzt und die potenziellen Schwächen weitgehend vermieden werden können, während eine primär inhaltlich orientierte, dann mehr direkte Führung eher das Gegenteil erreicht“ (Scholl, In: Stumpf/Thomas 2003, S. 30). Und schließlich hat auch die Reflexion der Gruppenarbeit einen Einfluss auf die Effektivität, denn so können unangemessene Vorgehensweisen während der Problemlösung reflektiert und ausgemerzt werden. Das ermöglicht in zukünftigen Projekten die geeigneteren Arten der Zusammenarbeit zu finden und befähigt jeden Einzelnen über sein Verhalten und seinen Beitrag zum Ergebnis nachzudenken. Eine Form der Reflexion wäre das Feedback, auf das ich später noch eingehen möchte. Das effektive Arbeiten im Team hängt also nicht nur von dem Wissenszuwachs und der Handlungsfähigkeit des Teams selbst ab, sondern kann vor allem durch professionelle Moderation und Gruppenreflexion weiter optimiert werden. Im Folgenden möchte ich den Prozess der Gruppenentwicklung nach Bruce W. Tuckman erläutern, um zu klären, welche Phasen eine Gruppe durchlaufen muss, um produktiv zusammenarbeiten zu können.

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Details

Seiten
10
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656128076
ISBN (Buch)
9783656128526
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188917
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
Schlagworte
Teamentwicklung Tuckman Gruppenentwicklung

Autor

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Titel: Effektives Arbeiten im Team und die Entwicklung von Gruppen