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Innovations- und Technologiecontrolling

Seminararbeit 2006 21 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

2 Grundlagen des I&T-Controllings
2.1. Terminologie und Begriffsabgrenzung
2.1.1 Controlling
2.1.2 Innovation
2.1.3 Technologie
2.2 Ziele und Aufgaben des I&T-Controllings
2.2.1 Innovationscontrolling
2.2.2 Technologiecontrolling

3 Die Balanced Scorecard im I&T-Controlling
3.1 Einführung in die Balanced Scorecard
3.2 Balanced Scorecard als integratives Instrument des I&T-Controllings

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

1 Balanced Scorecard für Forschung und Entwicklung

1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

Das Innovations- und Technologiemanagement nimmt innerhalb der Betriebs- wirtschaftslehre einen besonderen Platz ein. Es beschäftigt sich damit, wie man auf der Basis von neuem technologischem Wissen neue Produkte und Dienst- leistungen in den Markt bringen kann. Von solchen Neuerungen sind alle Bereiche eines Unternehmens betroffen. Letztendlich repräsentiert Innovations- und Technologiemanagement eine Querschnittsfunktion von der Forschung und Entwicklung als Produktionsfunktion über die Vermarktung von Innovationen als Absatzfunktion bis hin zur Organisation, Finanzierung und Controlling von Innovationen. In der vorliegenden Arbeit soll nun das Innovations- und Technologiecontrolling im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Der Erfolg einer Innovation hängt nicht nur von der angestrebten Realisierung technologisch und strategisch orientierter Zielsetzungen ab, sondern wird zudem maßgeblich davon beeinflusst, ob es gelingt, die unterschiedlichen Aktivitäten eines Innovationsprozesses zielgerichtet zu koordinieren. Die Steuerung von Innovationen schafft dabei Möglichkeiten und Grenzen zugleich. Einerseits müssen die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich innovative Kräfte entfalten können. Andererseits müssen jedoch diese Handlungsspielräume durch Planungs- und Kontrollinstrumente eingegrenzt werden, um der Gefahr der Unwirtschaftlichkeit entgegenzuwirken. Ohne die Überwachung der Innovationsprozesse kann es zu Kostenexplosionen und Terminüberschreitungen mit erheblichen negativen Auswirkungen des ökonomischen Innovationserfolges kommen. Es ist folglich von zentraler Bedeutung für das Innovations- und Technologiecontrolling, den „Fit“ zwischen den Instrumenten der Innovationsförderung und Innovationsüberwachung zu finden und den entsprechenden Instrumenten-Mix zum Einsatz zu bringen.

Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Problemstellung besteht das Ziel der vorliegenden Arbeit in der Entwicklung einer geeigneten Controllingkonzeption zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz, sowie zur Sicherstellung der Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit des Innovations- und Technologie- managements. Um die Ziele des Controllings zu operationalisieren und die Wirkungen der Organisationsstrukturen in Abhängigkeit relevanter Kontext- faktoren zu ermitteln, ist ein geeignetes Kennzahlensystem für Unternehmen zu entwickeln. Eine derartig geschlossene Controllingkonzeption bildet die Grund- lage zur Sicherung und nachhaltigen Erhöhung der Effektivität und Effizienz, sowie der Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit des Innovation- und Techno- logiemanagements, gemessen an den verfolgten Zielen des Unternehmens.

Im zweiten Kapitel werden die Begriffe Controlling, Innovation und Technologie definiert. Hierbei sollen die wesentlichen begrifflichen Grundlagen gelegt werden, da in der Wissenschaft nicht immer auf eine einheitliche Definition zurückgegriffen werden kann. In der vorliegenden Arbeit wird dabei nur auf neue Technologien beschränkt, bei denen sowohl Neuheit, Unsicherheit und Risiko bestimmend genug sind, um im Management berücksichtigt zu werden, weil diese Faktoren bei bereits bestehenden Technologien keine Rolle mehr spielen wurden. Im zweiten Teil dieses Kapitels wird auf die Ziele und Aufgaben des Innovations- und Technologiecontrollings eingegangen. Kapitel drei stellt im ersten Teil die Balanced Scorecard in ihrer klassischen Form nach Kaplan und Norton vor. Durch die große Anzahl verschiedenartig dimensionierter Kennzahlen stellt sie ein besonderes Verfahren zur Leistungsmessung und Leistungsbewertung dar, wobei im zweiten Teil die Vorteile und Grenzen des Einsatzes einer speziellen Balanced Scorecard in der Forschung und Entwicklung aufgezeigt werden sollen. Das vierte Kapitel beinhaltet eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und abschließende Bemerkungen zum bearbeiteten Thema.

2 Grundlagen des I&T-Controllings

2.1 Terminologie und Begriffsabgrenzung

2.1.1 Controlling

Der Begriff Controlling kommt aus dem englischsprachigen Raum und leitet sich aus dem Verb „to control“ ab, was soviel bedeutet wie steuern, lenken oder leiten. In der Literatur wird Controlling als eine zentrale Managementaufgabe verstanden und somit eine Art Subsystem der Unternehmensführung ist, welches durch die Erfassung, Aufbereitung und Breitstellung führungsrelevanter Infor- mationen die Koordination aller Teilsysteme auf das Ziel des Gesamtsystems ’Unternehmung’ hin anstrebt. Die grundlegenden Funktionen sind Planung, Kon- trolle, Information und Steuerung. Dabei müssen die genannten Funktionen nicht in der angegebenen zeitlichen Reihenfolge ablaufen, sondern wird es in der Praxis ein häufig paralleles Zusammenwirken der Funktionen geben.1 Allgemein kann man sagen, dass Controlling eine Dienstleistungsfunktion ist, wobei der Controller mit seiner Arbeit den Entscheidungsträger, also den Manager, unterstützt. Kernaufgabe ist es in arbeitsteiligen Prozessen die Handlungen auf ein gemeinsames Ziel auszurichten und zu koordinieren um damit die Führung eines Unternehmens zu verbessern und Unternehmens- strategien anzupassen.2 Controlling beinhaltet also die Koordinationsfunktion, Anpassungs- und Innovationsfunktion und die Servicefunktion.3 Damit steht Controlling im Dienste der Effektivität (Erreichen eines gesetzten Zieles) und der Effizienz (Vermeidung von Unwirtschaftlichkeiten in Kosten und Zeit bei der Zielereichung).

2.1.2 Innovation

Die wörtliche Übersetzung des Begriffs der Innovation aus dem Lateinischen heißt „Neuerung“ oder „Erneuerung“. Dabei steht novus für „neu“ und innovatio für „etwas neu Geschaffenes“.4 Zu unterscheiden ist dabei zwischen Invention und Innovation. Inventionen umfassen neue Ideen, die geplant oder ungeplant hervorgebracht wurden, bis einschließlich Prototypenbau bzw. konkreter Konzeptentwicklung in der vormarktlichen Phase. Innovationen ergeben sich aus deren Umsetzung bzw. Verwertung und sind damit auf den wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet.5 Daraus wird deutlich, dass das reine Hervorbringen einer Idee nicht genügt. Verkauf am Markt oder innerbetriebliche Nutzung unter- scheiden Innovation von Invention. J. A. Schumpeter bezeichnet die Innovation als „schöpferische Zerstörung“. Die Zerstörung bezieht sich dabei auf die Tatsache, dass alte Strukturen, Prozesse oder Produkte mit der Einführung etwas Neuem überholt, abgelöst und in diesem Sinne zerstört werden. Erst in den 80er Jahren erfolgen die wesentlichen Präzisierungen des Begriffs und somit ergibt sich zusammenfassend folgende Definition:

Innovationen sind qualitativ neuartige Produkte oder Prozesse, die sich im Gegensatz zum vorherigen Zustand wesentlich unterscheiden. Die Neuartigkeit muss dabei bewusst wahrgenommen werden. Zwecke und Mittel müssen dabei in noch nicht bekannter Form miteinander verknüpft werden, wobei sich die Ver- knüpfung auf dem Markt oder im innerbetrieblichen Einsatz zu bewähren hat.6

Der Begriff Innovation im Sinne von „neu“ ist aktuell fast ausschließlich positiv besetzt. Deshalb wird er gern als nebulöses Schlagwort missbraucht, um sich oder sein Produkt in ein gutes Licht zu rücken, auch wenn es an konkreten positiven Fakten mangelt.

2.1.3 Technologie

Der Begriff Technologie geht auf die griechischen Wörter „téchne“ und „lógos“ zurück und bedeutet somit „Wissenschaft von der Technik“.7 Wenn Technik als die Gesamtheit aller Maßnahmen, Einrichtungen und Verfahren, die dazu dienen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse nutzbar zu machen, definiert wird, liegt es nahe drei unterschiedliche Elemente des Technologiebegriffs zu vermuten. Dabei handelt es sich um naturwissenschaftliches Wissen, das unter Anwendung bestimmter Einrichtungen und Verfahren praktisch genutzt und im betriebs- wirtschaftlichen Kontext kommerziell angewendet wird. Insoweit als Wissen und Methoden zur Lösung eines Problems nicht isoliert von der dabei erreichten Problemlösung gesehen werden können, schließt Technologie auch die Problemlösung selbst als das Ergebnis der Anwendung von Wissen mit ein. Der Technologiebegriff wird somit auch durch drei Dimensionen beschrieben. Die Inputdimension bezeichnet die Technologie als Inputgröße in einem Leistungserstellungsprozess als Wissen über technische Lösungsmöglichkeiten und als die für die Leistungserstellung nötigen technischen Anlagen. Die Prozessdimension beinhaltet die konkrete Anwendung oder Verwendung von Wissen und technischen Anlagen im Leistungserstellungsprozess i. S. v. Verfahren oder Methoden. Daneben beschreibt die Outputdimension des Begriffs Technologie das artifizielle Ergebnis des Leistungserstellungsprozesses und stellt so vor allem auf die Komponenten der Problemlösung ab.8 Technologie ist abschließend definiert also ein zweckorientiertes System, das Wissen zur kommerziellen Lösung natur-wissenschaftlicher Probleme sowie neben den der praktischen Umsetzung dieses Wissens dienenden Anlagen, Einrichtungen und Verfahren auch die Ergebnisse der Wissensanwendung beinhaltet.9

[...]


1 Vgl. MATSCHKE (1993), S. 335

2 Vgl. ADAM (2000), S, 15

3 Vgl. ADAM (2000), S. 17 ff

4 Vgl. SCHÖN (2001), S.8

5 Vgl. STREBEL (2003), S. 19 ff.

6 Vgl. HAUSCHILDT (2004), S. 3 ff.

7 Vgl. FISCHER (2002), S. 22

8 Vgl. FISCHER (2002), S. 22 f.

9 Vgl. GERPOTT (1999), S. 17-19

Details

Seiten
21
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656126263
ISBN (Buch)
9783656126775
Dateigröße
687 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188783
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Note
1,5
Schlagworte
Innovationscontrolling Technologiecontrolling Controlling Balanced Scorecard Key Performance Indicator KPI

Autor

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Titel: Innovations- und Technologiecontrolling