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Der Qualitätszirkel als Umsetzungsstrategie

Seminararbeit 2008 25 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Begriffserklärung und Einordnung

2 Qualitätszirkelorganisation
2.1 Der Steuerkreis
2.2 Der Qualitätszirkeltrainer / Koordinator
2.3 Der Qualitätszirkelleiter / Moderator
2.4 Die Mitarbeiter

3 Der klassische Qualitätszirkel
3.1 Vorbereitung und Einführung
3.2 Die Information
3.3 Die Arbeitsweise
3.4 Ergebnisse und Anerkennung

4 Die Qualitätswerkzeuge
4.1 Einführung
4.2 Fehlersammelliste
4.3 Histogramm / Säulendiagramm
4.4 Qualitätsregelkarte
4.5 Pareto-Diagramm
4.6 Streudiagramm
4.7 Brainstorming
4.8 Ursache-Wirkungs-Diagramm

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

1 Position des QZ in der TQM-orientierten Qualitätslandschaft

2 Aufbauorganisation des Qualitätszirkels

3 Unterteilung der Q7 in Fehlererfassung und Fehleranalyse

4 Der klassische Problemlösungsweg

5 Die Fehlersammelliste

6 Daten zum Histogramm

7 Häufigkeitsverteilung

8 Darstellung Histogramm

9 Qualitätsregelkarte

10 Pareto-Diagramm

11 Beispiele für Streudiagramme

12 Ursache-Wirkungs-Diagramm

13 Beispiel für ein Ursache-Wirkungs-Diagramm

1 Begriffserklärung und Einordnung

Der Qualitätszirkel (QZ) ist in der Literatur definiert als auf Dauer angelegte Gesprächsgruppe, in der sich eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern eines Arbeitsbereichs der meist unteren Hierarchieebene in regelmäßigen Abständen während oder bezahlt außerhalb der Arbeitszeiten zusammenfindet. Das Ziel besteht darin, Themen zur Qualitätssicherung des eigenen Arbeitsbereiches zu analysieren, um mit Hilfe spezieller, erlernter Problem- lösungstechniken Lösungsvorschläge zu erarbeiten und zu präsentieren. Zur Einordnung des Qualitätszirkels in die Qualitätslandschaft kann man zunächst mal das Total Quality Management (TQM) näher beschreiben. TQM bezeichnet die durchgängige, fortwährende und alle Bereiche einer Organisation erfassende, organisierende und kontrollierende Tätigkeit, die dazu dient, Qualität als Systemziel einzuführen und dauerhaft zu garantieren. In der Abb. 1 erkennt man die Qualitätspolitik als oberste Zielsetzung, welche durch TQM- orientiertes Denken und Handeln im Unternehmen gefördert und unterstützt werden soll. Der Qualitätszirkel ist in dieser Qualitätslandschaft sowohl Strategie zur Umsetzung der Qualitätspolitik als auch Qualitätstechnik selbst. Der Qualitätszirkel ist hierbei nicht nur Qualitätstechnik an sich, sondern fordert zur erfolgreichen Anwendung den Mitarbeiter. Somit kann man sagen, dass der Mensch im Mittelpunkt der Qualitätszirkelarbeit steht. In dieser Arbeit soll der Qualitätszirkel allerdings als Umsetzungsstrategie verstanden werden und als Werkzeuge zur Realisierung dieser Strategie werden an späterer Stelle die sieben Qualitätswerkzeuge näher erläutert (7-tools).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Position des QZ in der TQM-orientierten Qualitätslandschaft

2 Qualitätszirkelorganisation

In der Abb. 2 wird der grundsätzliche Aufbau des Qualitätszirkels gezeigt. Auf der hierarchisch höchsten Ebene ist dabei der Steuerkreis zu finden. Auf der unteren Ebene der Qualitätszirkel im eigentlichen Sinne mit Moderator und den Mitarbeitern. Als Bindeglied zwischen diesen beiden Elementen fungiert der Koordinator, der sich für seine Entscheidungen externe Berater oder interne Fachexperten zu Rate ziehen kann. Im Folgenden werden in diesem Kapitel die einzelnen Elemente bzw. Mitglieder des Qualitätszirkels näher erklärt.

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Abb. 2: Aufbauorganisation des Qualitätszirkels

2.1 Der Steuerkreis

Der Steuerkreis ist als Entscheidungs- und Informationsgremium im Rahmen der Qualitätszirkel-Linie auf der hierarchisch höchsten Ebene angesiedelt. Er besteht aus der Unternehmensleitung, der Bereichsleitung (z. B. Personal, Produktion, Absatz) und dem Betriebsrat als Arbeitnehmervertretung. Die Aufgaben, die der Steuerkreis grundsätzlich wahrnehmen muss bestehen im organisatorischen Aufbau des Qualitätszirkels, in der Erschaffung von Richtlinien der Qualitätszirkelaktivitäten, Treffen der Grundsatz- entscheidungen (Programmdurchführung, Programmausweitung oder Abbruch) und in der Überwachung und Steuerung der Zieleinhaltung. Um seine Aufgaben wahrzunehmen sollte der Steuerkreis daher alle vier Wochen regelmäßig tagen. Besonders in der Startphase eines Qualitätszirkels sollten die Steuerkreismitglieder die Verantwortung für den Aufbau und die Funktion der Kernelemente übernehmen. Diese bestehen im Aufbau und Erhalt des Infor- mationssystems, Organisation und Durchführung der Qualifikationsmaßnahmen und in der aktiven Förderung der Qualitätszirkelidee und der Qualitätszirkelarbeiten im Unternehmen.

2.2 Der Qualitätszirkeltrainer / Koordinator

Der Qualitätszirkeltrainer bzw. Koordinator ist zumeist eine Führungskraft aus dem mittleren Management. Er dient als Bindeglied zwischen dem Steuerkreis und dem Qualitätszirkel im eigentlichen Sinne (Moderator und Mitarbeiter). Der Koordinator sorgt dabei für die benötigten Ressourcen, die der Qualitätszirkel für die Erledigung seiner Aufgaben braucht. Bei Bedarf kann der Koordinator sich Unterstützung von externen oder internen Experten bzw. Fachleuten einholen, die ihn dann mit ihrem speziellen Wissen (Know-How) versorgen, um Entscheidungen voran zu treiben. Weiterhin hat er die Aufgabe die vom Steuerkreis entwickelten Strategien in praktische Arbeitsvorgaben für den Moderator und die Arbeits- gruppe umzusetzen. Auch die Moderatorenausbildung und -weiterbildung gehört zu seinem Aufgabenbereich.

2.3 Der Qualitätszirkelleiter / Moderator

Der Qualitätszirkelleiter bzw. Moderator ist meist eine Person aus der unteren Führungsebene und hat die eigentliche Schlüsselfunktion. Er führt die Gruppe mit Hilfe seiner Erfahrung und seines Könnens durch den Problemlösungsprozess. Der Moderator hilft bei der Suche und Formulierung von Themen und organisiert die richtigen Teilnehmer und stimmt Raumbedarf, Arbeitszeiten und Materialnutzung ab. Eine weitere wichtige Funktion ist, dass er die Gruppe in bestimmten Arbeitstechniken ausbildet, die für die Qualitätszirkelarbeit von besonderer Bedeutung sind. Der Qualitätszirkelleiter beeinflusst durch sein Können den Erfolg der Gruppe, wobei es nötig ist, das er von der Gruppe auch akzeptiert wird.

2.4 Die Mitarbeiter

Die Mitarbeiter einer Unternehmung werden bei der Qualitätszirkelarbeit grundsätzlich zur Problemlösung herangezogen und sollten sich daher möglichst aus allen Unternehmens- bereichen freiwillig beteiligen. Der Mitarbeiter entscheidet dabei selbst, wann und wie oft er an einem Qualitätszirkel mitarbeiten möchte. Durch das Mitarbeiten hat der einzelne Mit- arbeiter die Chance seinen Arbeitsplatz mitzugestalten und Arbeitsprozesse zu vereinfachen bzw. zu sichern. Durch das Erlernen spezieller Problemlösungstechniken wie z. B. den sieben Qualitätswerkzeugen kann der Mitarbeiter sich auch persönlich weiterentwickeln.

3 Der klassische Qualitätszirkel

Im dritten Kapitel soll der klassische Qualitätszirkel kurz vorgestellt werden, wobei erst über Vorbereitungsmaßnahmen und Einführung etwas gesagt werden soll. Danach wird die Bedeutung der Information in der Qualitätszirkelarbeit herausgestellt und im Anschluss erfolgt ein Überblick über die Arbeitsweise. Abschließend werden in diesem Kapitel noch die Präsentation der Ergebnisse und die Anerkennung der Leistung durch die Unternehmens- führung angesprochen.

3.1 Vorbereitung und Einführung

Der Auslöser für Qualitätszirkelarbeit ist grundsätzlich ein Problem, welches der Mitarbeiter nicht allein lösen kann. Zur Vorbereitung eines Qualitätszirkels gehören daher der Aufbau von Informationswegen und Informationsveranstaltungen. Informationswege sind hierbei Foren oder Datenbanken, die vom jeweiligen Arbeitsplatz schnell und übersichtlich erreicht werden können. Weiterhin sind Qualifikationsmaßnahmen bzw. die Ausbildung von Trainern und Moderatoren für die Qualitätszirkelarbeit von besonderer Bedeutung, um die aufge- worfenen Probleme auch sachgerecht angehen und lösen zu können. Die Unternehmens- führung muss dabei auch Arbeitsmöglichkeiten bereitstellen. Besprechungszimmer oder Pausenräume müssen zur Verfügung gestellt werden und auch die Arbeitsmaterialien wie z. B. Pinnwände, Papier, Karten oder Schreibutensilien müssen beschafft werden. Das Schaffen von Regeln und die Erfüllung von Randbedingungen sind für die Arbeit in einem Qualitätszirkel wichtig. Dazu zählen z. B. die Benennung der Steuerkreismitglieder und das Erstellen von Informationsmaterial. Die Arbeitszeiten des Qualitätszirkels werden zwischen den Arbeitskollegen und den Vorgesetzten abgestimmt und können während der Arbeitszeit sein oder bezahlt außerhalb der Arbeitszeit.

3.2 Die Information

Die Information hat bei der Qualitätszirkelarbeit eine besondere Bedeutung und unterteilt sich in die Information zur Vorbereitung, die aktuelle Information und die Information über die Ergebnisse. Die Information zur Vorbereitung soll vor allem Interesse bei den Mitarbeitern wecken und somit eine freiwillige Bereitschaft zur Mitarbeit auslösen. Desweiteren soll der Sachstand der Unternehmensführung und deren mögliche Ziele übermittelt werden. Die aktuelle Information informiert ständig über die Qualitätszirkelaktivitäten und was diese eventuell auslösen. Denn es ist besonders wichtig immer einen zeitnahen Blick auf die aktuellen Prozesse und Kosten zu haben, um eventuelle Fehlentwicklungen schnell korrigieren zu können. Die Information über Ergebnisse sind Zahlen und Fakten, die von den Qualitätszirkelmitarbeitern mit Spannung erwartet werden. Es ist ein Feedback von der Unter- nehmensleitung an die Mitarbeiter. Die Ergebnisse sind dabei u. U. mit Kommentaren oder Hinweisen versehen, die von der Unternehmensleitung oder vom Betriebsrat stammen.

3.3 Die Arbeitsweise

An einem Qualitätszirkel nehmen üblicherweise drei bis zehn Mitarbeiter teil. Die Teilnahme ist dabei freiwillig und die zu bearbeitenden Themen kommen von den Mitarbeitern selbst. Die erarbeiteten Lösungen werden von der gesamten Gruppe umgesetzt und nach der Präsentation der Ergebnisse erfolgt eine kleine Anerkennung der Leistung durch die Unternehmensführung.

Die Mitarbeiter können grundsätzlich zur Mitarbeit aufgefordert werden und stellen sich bei freiwilliger Mitarbeit zumeist die Frage: „Wie kann ich morgen besser sein als heute?“ Dazu ist es wichtig, dass der Koordinator und auch der Moderator mit der Gruppe erfolgs- versprechende Themen erarbeiten. Es muss darauf geachtet werden, dass die Probleme und die daraus resultierenden Aufgabenstellungen klar und eindeutig formuliert sind. Nur dann kann man sicher sein, dass man den richtigen Problemlösungsweg einschlagen wird. Der konkrete Ablauf des Problemlösungsweges soll aber erst im vierten Kapitel erklärt werden. Die Ergebnisse der Qualitätszirkelarbeit werden im Anschluss dem Vorgesetzten präsentiert. Idealerweise sollte dies direkt vor Ort geschehen, sodass Änderungen bzw. Verbesserungen sofort am Ort des Problems aufgezeigt werden. Die Anwesenheit der gesamten Gruppe ist wichtig, weil sie im Anschluss an die Präsentation eine Anerkennung ihrer Leistung erfährt. Nach der Qualitätszirkelarbeit kann sich die Gruppe dann wieder auflösen oder an weiteren Problemthemen weiterarbeiten. Man kann auch weitere Qualifikationsmaßnahmen nach- schieben und Arbeitstechniken üben oder vertiefen, bei denen der Moderator noch Probleme oder Schwierigkeiten gesehen hat.

3.4 Ergebnisse und Anerkennung

Bei der Darstellung der Ergebnisse ist es von besonderer Bedeutung die durch die Qualitäts- zirkelarbeit entstehenden Kosten und Einsparungen ständig und regelmäßig aufzuzeigen. Dies dient der Kontrolle, um zu sehen ob man im Hinblick auf die Zielerreichung effektiv und effizient ist. Allgemein kann man sagen, dass ein Qualitätszirkel richtig und konsequent durchgeführt worden ist wenn man nach ungefähr zwei Jahren die Ausgaben wieder eingearbeitet hat. Das Verhältnis von Ausgaben zu Einnahmen sollte daher schätzungsweise von 1:1,2 bis 1:1,5 betragen. Die Anerkennung der Leistung durch die Unternehmensführung kann persönlich oder materiell erfolgen. Die persönliche Anerkennung bezieht sich daher auf die Verleihung einer Urkunde, wobei die materielle Anerkennung sich in Form eines Sachgeschenkes darstellen kann. Die zweite Möglichkeit ist wohl diejenige, welche die Mitarbeiter bevorzugen werden.

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Details

Seiten
25
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656126287
ISBN (Buch)
9783656126799
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188781
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Philosophische Fakultät – Institut für Psychologie
Note
1,5
Schlagworte
Qualitätszirkel Fehlersammelliste Histogramm Qualitätsregelkarte Pareto-Diagramm Brainstorming Psychologie Organisationspsychologie Sozialpsychologie

Autor

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Titel: Der Qualitätszirkel als Umsetzungsstrategie