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Appollon vor Maastricht

Die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. im Spiegel des niederländisch-französischen Krieges 1672/79

Hausarbeit 2011 30 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. im Spiegel von 1672/
2.1 Die Bühne
2.2 Zwecke und Ziele
2.3 Mittel und Wege
2.3.1 Malerei und Druckerzeugnisse
2.3.2 Statuen und Architektur
2.3.3 Medaillen
2.3.4 Dichtkunst und Prosa
2.3.5 Festkultur

3 Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Ludwig XIV. von Frankreich, der Sonnenkönig. Er gilt als das Bild eines absoluten Königs, seine Prachtentfaltung ist beinahe sprichwörtlich, sein Schloss Versailles beeindruckt in sei- ner Monumentalität und Verschwendung selbst noch die Menschen des neuen Millenniums. Doch schon der erste Satz sollte stutzig machen: Ludwig ist das Bild eines absoluten Königs. Es ist derart von seiner Rolle als Monarch geprägt, dass sich das Wissen um private Aspekte auf marginale Details reduziert. Angesichts des Stils seiner Zeit, die von Verkleidungen und Überdeckung geprägt war, stellt sich die Frage, wie der König es fertig brachte, ein Image von sich zu generieren, dass seit Jahrhunderten quasi unangefochten bestand hat. Wie konnte ein Herrscher, der ohne Fernsehen, Internet, Radio, ja nicht mal einem regelmäßigen Zei- tungswesen auskommen musste, sich selbst in einem solchen Ausmaß ikonologisieren, dass der nackte Mensch vollkommen in den Hintergrund trat. Und welche Strategien lagen dieser Selbstinszenierung zugrunde?

Die Epoche des Sonnenkönigs ist so facettenreich, dass aufgrund des sehr beschränkten Rahmens dieser Arbeit und aus Gründen der Einfachheit die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. anhand einer relativ kurzen Zeitperiode untersucht werden soll. Der niederländisch- französische Krieg von 1672 bis 1679 bietet sich deswegen an, weil er zwar vor dem absolu- ten Höhepunkt der ludovizianischen Regierung stattfand, als die Repräsentation schon zur Gewohnheit geworden war, allerdings auch einige Jahre nach dem Beginn der Alleinregie- rung 1661. Daher wird zuerst der historische Hintergrund so knapp als möglich beleuchtet werden, um dann die Zielvorgaben zu sammeln, die sich aus diesem für Ludwig ergeben, und die Mittel, mit der sie umgesetzt wurden, wobei auch die allgemeine Sprache der Sym- bolik und deren zeitgenössische Intentionen zur Sprache kommen werden.

Die Arbeit nutzt das theoretische Fundament Goffmans1, dessen These der steten Interaktion und der Vergleich von Theaterbühne und Politik sich im hohen Maße mit dem royalen Selbstverständnis decken und daher eine politikwissenschaftliche Bearbeitung vereinfacht. Einen sehr wertvollen Beitrag zu diesem Thema liefert Peter Burke2, dessen herausragendes Buch nur den einen Nachteil hat, dass es sich bemüht Ludwigs zweiundsiebzig Regierungs- jahre in einem Band zu komprimieren, und die Biographie von Olivier Bernier3, der es ge- schafft hat, enormes Detailwissen gut leserlich und kompakt zu vermitteln. Da es sich bei Ludwigs Propaganda in weiten Teilen als „Multimedia- Events“4 handelt, finden neben bio- graphischer und fachbezogener Literatur auch Beispiele ungedruckter Quellen wie Münzen, Flugblätter, Gemälde und - in Abbildungen - auch architektonische Projekte Verwendung.

Hettlage, Robert, Lenz, Karl, 1991: Ervin Goffman. Ein soziologischer Klassiker der zweiten Generation. Bern/Stuttgart: Verlag Paul Haupt.

2 Die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. im Spiegel von 1672/79

2. 1 Die Bühne

Über den Niederländisch-Französischen Krieg von 1672/79 oder über das Frankreich Ludwigs XIV. ausführlich zu sprechen kann hier zum Einen aufgrund des beschränkten Rahmens nicht geschehen. Zum Anderen ist der detaillierte Kriegsverlauf und eine Beschreibung des Königreichs in allen Aspekten für diese Arbeit nicht weiter von Belang, zumal es bereits sehr gute Werke zum diesem Thema gibt.

Um jedoch im Wortbild Goffmanns zu bleiben, muss man, um den Schauspieler und seine Rolle verstehen zu können, auch einen Blick auf die Kulissen und die Bühne selbst werfen, denn oftmals kann man erst durch die Kulissen die Rahmenbedingung des Spiels erkennen:

Der Nullpunkt des ursprünglichen Anfangs wird ein synchronisches Gemälde sein, ein Zustand [sic] im Sinne der immobilen Komposition der widerstreitenden Kräfte [...] im Hintergrund.5

Der Krieg von 1672 wurde schon im historischen Kontext als Angriffskrieg wahrgenom- men6 und gilt als die direkte Fortführung des Devolutionskrieges von 1667 bis 16687. Die Forschung nennt eine ganze Palette an verschiedenen Motiven, welche Ludwig XIV. zu die- sem Konflikt bewegt haben können8. Den eigentlichen kriegerischen Handlungen ging eine politische Isolierung Hollands voraus, die Teil umfassender diplomatischer und militärischer Vorbereitungen war9. Die Kriegserklärung erfolgte am 7. April 1672, weil Ludwig die Situa- tion schlichtweg für geeignet hielt10, und eine 150 000 Mann starke französische Armee begann die Invasion11. Der Einmarsch war schnell und erfolgreich, da die Niederländer schlecht vorbereitet waren; fast die ganze Republik wurde erobert, bis die Küstenprovinzen Holland und Zeeland die Deiche öffneten und mit der Überflutung des Landes den Vor- marsch stoppten12. Trotz der Einnahme von Maastricht 1673 mussten sich die Franzosen aus den Niederlanden zurückziehen, der Krieg verlagerte sich über die nächsten Jahre in die Franche-Comté13 und in das Elsass sowie das Rheinland14. Obwohl sich eine Tripelallianz gegen Ludwig XIV, bestehend aus den Niederlanden, Spanien sowie Österreich bzw. dem Heiligen Römischen Reich, zusammenschloss, erwies sich Frankreich „trotz aller inneren und äußeren Belastungen als stark genug“15, dieser Stand zu halten. Um es mit den Worten Berniers auszudrücken:

Tatsächlich wurde immer deutlicher, dass der Krieg, bei dem nie ernsthaft die Gefahr der Niederlage bestanden hatte, andererseits auch nicht zu gewin- nen war.16

Frankreich floh nicht, wie es niederländische Druckpropaganda glauben machen wollte, in einen bedingungslosen Diktatfrieden17. Der Friede von Nimwegen 1678/79, der auf eine englisch-päpstliche Vermittlung hin zustande kam18, war ein Friede aus Erschöpfung aller Parteien. Im Übrigen konnte Ludwig XIV. alle Forderungen durchsetzen19. Der Feldzug war aufgrund der Rückgabe Maastrichts und anderer Gebiete „dennoch kein vollständiger Tri- umph, ein Umstand, den der König nur höchst ungern öffentlich eingestand“20.

Die innere Situation Frankreichs im Schatten des Niederländisch-Französischen Krieges ist vom Wirken des Staatsministers (s. Anhang Ib) Jean-Baptiste Colbert geprägt. Der Marquis de Seignelay „vereinigte so viele Ministerien unter seiner Führung wie sonst kein anderer Minister vor oder nach ihm“, er war für die Finanzen und den Haushalt zuständig, für Indust- rie und Handel, die Handelsmarine und die Kolonien sowie für die Kultur.21 Colbert bemüh- te sich um den Ausbau der Kommunikationsnetze wie auch einer Erweiterung und Verbes- serung der vorhandenen Infrastruktur22. In den sechziger Jahren konnte Colbert Überschüsse im Staatsbudget verzeichnen und die Steuern senken23, durch den Krieg, den Colbert zuguns- ten wirtschaftlicher Sanktionen gegen die Niederländer vergeblich zu verhindern suchte24, stieg die Steuerlast jedoch wieder von 33, 3 Millionen Livres25 1672 auf 40,2 Millionen Livres im Jahr 167826. Es spricht jedoch ganz klar für die französische Haushalts- und Wirt- schaftspolitik, dass etwa im Jahr 1673 allein 25 Millionen Livres an Militärkosten anfielen, diese jedoch ohne größere Probleme flüssig gemacht werden konnten27 oder dass es unmit- telbar nach dem Krieg möglich war, zum Teil sehr hohe Summen an Entschädigungsgeldern an diverse deutsche Fürsten zu zahlen28. Der erhöhte Geldbedarf führte zu Steuererhöhun- gen, was zusammen mit einem verwirrendem Steuer- und Abgabensystem29 für Unmut sorg- te. Laut Malettke war „der Erfahrungshorizont der Franzosen durch Regionalisierung ge- prägt“30, daher kam es zu einem immer wieder - auch gewaltsam - aufflackerndem starken Regionalbewusstsein. Zusätzlich verstärkten sich aufgrund der Kriegsbelastungen die sozia- len Spannungen zwischen den Ständen, vor allem den Bauern und dem grundbesitzendem Adel.

In den Randprovinzen kam es aus diesen Gründen zu offenem Aufruhr: 1673 erhob sich die Bretagne gegen die absolutistische Unterdrückung ihrer jahrhundertelangen Selbstständigkeit durch Ludwig XIV.31 und den „Fiskalismus“32 Colberts, welcher dort drei neue Steuern in zwei Jahren eingeführt hatte. Hinzu kam, dass durch den Krieg der Seehandel zum erliegen gekommen war, welcher für Städte wie Nantes die Existenzgrundlage bildete33. 1675 kam es in Bordeaux zu Unruhen. In den betroffenen Städten haben die Stände zusammen ihre regi- onalen Rechte gegen den König verteidigt34 - ein äußerst bemerkenswerter Umstand, denn er zeigt, dass Frankreich keineswegs ein geeintes Königreich in ausgeglichener Harmonie ge- wesen ist und Ludwig XIV gegenüber den Bewohnern dieser Regionen über nicht genügend Legitimation verfügte35: Eine Blamage für einen absoluten Herrscher. Außerdem wurden in den Jahren 1674/75 drei reine Adelskomplotte aufgedeckt, welche zum Teil die Abspaltung vom französischen Kernland betrieben36 und vielleicht ein Grund für die spätere Domestizie- rung des Adels in Versailles darstellt37. Diese Ereignisse blieben in Europa und den Kriegs- gegnern natürlich nicht verborgen38, daher wurden alle Aufstände „mit aller Entschlossenheit unterdrückt“39. So befand sich Ludwig XIV nach dem Frieden von Nimwegen auf dem Höhepunkt seiner Regierung40, auch in seinem eigenem Land: Alle Art von Opposition war, vorerst zumindest, mundtot gemacht oder ausgeschaltet.

Bevor nun die Ziele, Zwecke und Mittel der Inszenierung Ludwigs XIV untersucht werden können, soll noch auf den Propagandaapparat eingegangen werden, der dem König zur Ver- fügung stand und den man, in der Metapher Goffmanns verweilend, als das Skript bezeich- nen kann. Der Superminister Jean-Baptiste Colbert war als Oberintendant Manufakturen, der königl. Bauwerke und schönen Künste auch für den „ludovizianischen Propagandaapparat“41 zuständig und ein Staatsdiener „wie man ihn sich treuer nicht vorstellen kann“42. Er leitete die sogenannte Petite Académie, welche als kreative Denkfabrik gewertet werden kann, in der die einzelnen Kompetenzen verteilt und eifersüchtig gewahrt, aber auch genreüber- schneidende Projekte geplant und verwirklicht wurden43. Ludwig XIV. verfügte somit über einen „einzigartig[en] Repräsentationsapparat“44, über dessen Ergebnisse man sagte, dass es so erscheine als ob „in some way the King himself who speaks to those who come to see [...]“45. Jean Chapelain, ein bedeutender Berater Colberts und weniger bedeutende Schrift- steller, zählt in einem programmatischen Schreiben die medialen Möglichkeiten der Herr- schaftsrepräsentation auf, welche die Petite Académie verwirklichen konnte:

[...] es existieren noch ganz andere löbliche Mittel und Wege [außer der Ma- lerei und der Literatur bzw. Dichtkunst, Anm.d.Verf.], um den Ruhm Seiner Majestät zu verbeiten und zu erhalten [...] als da sind Pyramiden, Säulen, rei- terstandbilder, Kolossalstatuen, Triumphbögen, Marmor- und Bronzebüsten, Baritonstimmen sowie sämtliche historischen Monumente, an denen sich un- sere reichen Tapisserien befestigen lassen (sic!), unsere Fresken und Reliefs.46

Anbetracht der beschränkten medialen Mittel, die der Propaganda im späten siebzehnten Jahrhundert zu Verfügung stand, hatte Frankreich die „lauteste Stimme“47, da hier „alle Architekturen, alle Kunstwerke, [aber] auch neu entdeckt[e] Pflanzen und Tiere, wissenschaftliche Instrumente und weitere Erkenntnisse [durch die Zusammenarbeit mit der Petite Academie, Anm.d.Verf.] [mit dem König verbunden waren]“48

2.2 Zwecke und Ziele

Mit der faktenlastigen, aber notwendigen Einführung in die Situation von 1672/79 kann man nun die Ziele des Sonnenkönigs für den Französisch-Niederländischen Krieg untersuchen, genauso wie die jeweilige Zweckmäßigkeit49 ; gemeint sind die realen Vorgaben, die Ludwig XIV. erfüllen haben müsste, damit er die eher abstrakten Ziele seinem Willen gemäß umset- zen konnte. Primärziel ist rein logisch den Krieg zu einem guten Ende zu bringen. Dies be- deutet im Sinne dieser Arbeit nicht nur den Sieg oder positive Friedensbedingungen, sondern mehr noch, das Ergebnis positiv zu verkaufen. Um den Krieg vorteilhaft zu beenden, muss die Siegesgewissheit der Armee und der belasteten Bevölkerung durch entsprechende Propa- ganda gestärkt und gleichzeitig die negative Feindpropaganda unterdrückt oder übertönt werden. Um die Gegner zu entmutigen, sollte der Eindruck erweckt werden, dass Frankreich - trotz etwaiger militärischer Rückschläge - über genügend wirtschaftliche Ressourcen ver- fügt, um den Krieg beliebig lang weiterführen zu können. Des Weiteren gilt es die Vor- machtstellung des Königs in seinem Königreich zu sichern: Dafür muss die Idee des Absolu- tismus gegen die inneren Widerstände durchgesetzt werden und durch ständige Repetition in allgemeines Gedankengut übergehen50. Zudem muss der König in den Augen aller Stände Ruhm und Ehre zu erlangen, die den Anspruch absoluter macht rechtfertigen. Dies mag in heutigen Augen eine ungewöhnliche Priorität sein, doch, wie sich Olivier Bernier äußert, „zu keiner Zeit war das Ansehen so wichtig wie im 17. Jahrhundert“51. Natürlich stellt sich die Legitimationsfrage in modernen Demokratien für „die Inhaber und Anwärter politischer Mandate auf eine Weise und sehr viel dringlicher als in vordemokratischen politischen Sys- temen“52, jedoch hat die Einführung gezeigt, dass für den Zeitraum des Holländischen Krie- ges, also die frühen Jahre seiner Alleinherrschaft, die Stellung Ludwigs XIV. noch nicht in dem Maße etabliert war, wie man es vom Höhepunkt seiner Macht her kennt. Zudem war die Jugend Ludwigs vom Aufstand der Fronde geprägt, die seine Entmachtung zum Ziel hatte53.

Nach persönlicher Auffassung Ludwigs XIV. war es nicht nur Staatsräson, sondern direkte Pflicht eines Fürsten, den Staat zu verteidigen und vor allem dessen territoriale Ausdehnung zu betreiben54. Dass der Krieg überhaupt stattfindet ist also in der Logik der sogenannten Fundamentalgesetze (lois fondamentales)55 ein wichtiger Schritt für die Legitimation des Königtums, der dementsprechend Publik gemacht werden muss. Sein persönlicher Einsatz, in diesem Falle während des Krieges, muss dabei im Vordergrund stehen, will er nicht Ge- fahr laufen, gegenüber anderen Personen Popularität zu verlieren. Das bedeutet auch, jeden Erfolg für sich zu verbuchen und Niederlagen entweder abzuwälzen oder mit Stillschweigen zu belegen. Zusammengefasst musste die Petite Acad é mie dafür Sorge tragen, dass Ludwig XIV. als Zentrum und Ursprung aller militärischen Triumphe, aller positiven Entscheidun- gen in Wirtschaft, Politik und Diplomatie und als Verteiler aller Gunstbeweise galt, gleich- zeitig musste die Divinität seiner Herrschaft, sozusagen die Einzigartigkeit des Monarchen im Königreich hervorgehoben und etwaige negative Presse relativiert werden. Im Folgenden werden die einzelnen Medien untersucht, also die Mittel der Inszenierung.

Dabei wird auch auf die oben genannten Problemfelder eingegangen werden, und auf welche Art diese jeweils gehandhabt wurden.

[...]


1 Hettlage, Robert, Lenz, Karl, 1991: Ervin Goffman. Ein soziologischer Klassiker der zweiten Generation. Bern/Stuttgart: Verlag Paul Haupt.

2 Burke, Peter, 1993: Ludwig XIV. Die Inszenierung des Sonnenkönigs. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach.

3 Bernier, Oliver, 1989: Ludwig XIV. Eine Biographie. Zürich: Benziger.

4 Ebd., S. 29.

5 Marin, Louis, 2005: Das Portrait des Königs. Berlin: Diaphanes, S. 86.

6 Malettke, Klaus, 1994: Ludwig XIV. von Frankreich. Leben, Politik und Leistung. Göttingen, Zürich: MusterSchmidt Verlag, S. 124.

7 Vgl. Cilleßen, Wolfgang (Hrsg.), 1997: Krieg der Bilder. Druckgraphik als Medium politischer Auseinandersetzung im Europa des Absolutismus. Berlin, G+H Verlag, S. 95.

8 Sei es der schlichte Wunsch, dass er „sein Machtbewusstsein in der Sphäre des Staatensystems respektiert haben will“( Malettke, Ludwig XIV., S. 124), die Durchsetzung der französischen Ansprüche in den Spanischen Niederlanden (Goubert, Pierre, 1973: Ludwig XIV. und zwanzig Millionen Franzosen. Berlin, Propyläen Verlag, S. 65 f.) oder, wie sich Bernhard von Poten in seinem Handwörterbuch der Militärwissenschaften ausdrückt, „die Beeinträchtigung des französischen Seehandels, Beleidigungen durch die Presse und andere lediglich den König und seine „glorie“ betreffende Ursachen“ (Poten, Bernhard von (Hrsg.), 1878: Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, Bd. 5. Bielefeld, Leipzig: Verlag von Velhagen & Klasing, S. 302). Tatsächlich be- herrschte Holland vier Fünftel des Welthandels (Gaxotte, Pierre, 1951: Ludwig XIV. Frankreichs Aufstieg in Europa. München, Nympheburger Verlagshandlung, S. 87).

9 Vgl hierzu Goubert, Franzosen, S. 105 bis 107. Eine umfassende, sehr detaillierte Darstellung bietet außerdem die Arbeit Paul Sonninos (s. Fußnote 8). Am 1. Juni 1670 wurde mit König Charles II. von England ein Geheim- vertrag geschlossen, der für seine Unterstützung im Krieg und dem Versprechen, zum Katholischen Glauben zu konvertieren, 200 000 Pfund an Subsidien jährlich erhielt (Goubert, Franzosen, S. 105 sowie Sonnino, origins, S. 60 und Gaxotte, Aufstieg, S. 88). Ebenso wurde mit dem Bischof von Münster, „one of their [Hollands, An.d.Verf.] most hostile neighbors“ (Sonnino, origins, S. 53), ein Bündnis geschlossen.

10 Ebd., S. 49.

11 Ebd., S. 155. Sonnino zählt jedoch 122 000 Mann. Siehe auch Fußnote 9.

12 Cilleßen, Bilder, S. 95.

13 Burke, Inszenierung, S. 105.

14 Gaxotte, Franzosen, S. 90.

15 Malettke, Ludwig XIV., S. 138.

16 Bernier, Biographie, S. 201.

17 Vgl hierzu Cilleßen, Bilder, S. 188 f.

18 Braun, Guido, 2008: Von der politischen zur kulturellen Hegemonie Frankreichs 1648 - 1789, S. 43.

19 Flandern, Straßburg und die Franche-Comté sowie mehrere Städte gingen an Frankreich, Lothringen wurde de facto an das Königreich angeschlossen.

20 Bernier, Biographie, S. 203.

21 Cilleßen, Bilder, S. 96.

22 Malettke, Ludwig XIV., S. 17.

23 Ebd., S. 132.

24 Ebd., S. 131.

25 Eine zeitgenössische französische Recheneinheit in der Buchführung. Eine sehr schöne Erläuterung findet sich im Anhang des Buches Newton, Ritchney William, 2010: Hinter den Fassaden von Versailles. Mätressen, Flöhe und Intrigen am Hof des Sonnenkönigs. Berlin: Propyläen, S.217.

26 S. Fußnote 23.

27 Bernier, Biographie, S. 200.

28 So geschehen an den Kurfürst von Brandenburg sowie die Bischöfe von Münster und Osnabrück. Gaxotte, Franzosen, S. 92.

29 Malettke, Ludwig XIV., S. 132.

30 Ebd., S. 17.

31 Ludwig XIV hatte 1672 eine Deklaration erlassen, welche den Bretonen verbot gegen Edikte zu protestieren; die sie wurden gleichsam entmündigt. Ebd., S. 133.

32 Ebd., S. 134.

33 Vgl. hierzu Malettke, Ludwig XIV, S. 134.

34 Ebd.

35 Hartmann, Claus Peter, 1992: Der „Absolutismus“ Ludwigs XIV. Anspruch und Wirklichkeit, in: Gundlach, Rolf, Weber, Hermann: Legitimation und Funktion des Herrschers. Vom ägyptischen Pharao zum neuzeitlichen Diktator. Stuttgart: Frank Steiner Verlag, S. 285 - 299, hier: S. 291 f.

36 Das Roussillon bemühte sich um einen Anschluss an Spanien, die Normandie wollte gar eine freie Republik errichten, und Im Süden des Reiches, wo sich der Aufruhr vom Languedoc über die Gascogne bis zum Rand der Bretagne erstreckte. Ebd., S. 135f.

37 Bernier, Biographie, S. 178 f..

38 Ebd., S. 137.

39 Bernier, Biographie, S. 200.

40 Gaxotte, Franzosen, S. 93.

41 Hunecke, Volker, 2008: Europäische Reitermonumente. Ein Ritt durch die Geschichte Europas von Dante bis Napoleon. Paderborn: Schöningh, S. 197.

42 Bernier, Biographie, S. 108.

43 Mehr zur Akademie: Goubert, Franzosen, S. 73 - 77.

44 Schneider, Pablo, 2011: Die erste Ursache- Kunst, Repräsentation und Wissenschaft zu Zeiten Ludwigs XIV. und Charles Le Bruns. Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 16.

45 Monod, Paul Kléber: The Power of Kings. Monarchy and Religion in Europe 1589 - 1715. New Haven, London: Yale University Press, S. 217.

46 Burke, Ludwig XIV., S. 65.

47 Modon, power, S. 213.

48 Schneider, Ursache, S. 198.

49 Hierbei muss besonders betont werden, dass die nachfolgende Aufzählung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Endgültigkeit beanspruchen kann, sie spiegelt lediglich meine persönlichen Überlegungen.

50 Für eine ausführliche Erläuterung des barocken Absolutismus siehe Flor, Georg, 1991: Gottesgnadentum und Herrschergnade. Über menschliche Herrschaft und göttliche Vollmacht. Köln Bundesanzeiger, S. 121 - 130.

51 Bernier, Biographie, S. 43.

52 Meyer, Thomas, 2003: Die Theatralität der Politik im Medienzeitalter, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Zeitschrift „Das Parlament“ 2003 b53, S. 12 - 19, hier: S. 14.

53 Die Fronde bestand aus einer Koalition des milit. Hochadels mit den Parlamenten, welche sich aus Besitzenden und Adeligen zusammensetzten. Ziel war kurz gefasst die Rücknahme der Zentralisierung, die Stärkung der parlamentarischen Befugnisse und die Schwächung des Königs bzw. seiner Mutter Anna von Österreich, der Regentin. Eine anschauliche Beschreibung der sehr verwickelten Machtkämpfe findet sich in Bernier, Biogra- phie, S. 39 - 82.

54 Malettke, Ludwig XIV., S. 123.

55 Ebd.

Details

Seiten
30
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656125594
ISBN (Buch)
9783656125532
Dateigröße
48.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188727
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Ludwig Louis XIV Königreich Monarchie Absolutismus Königtum Frankreich Ancien Régime Bourbon Niederlande Maastricht niederländisch-französischer Krieg 1672 1679 Propaganda Inszenierung Politik Geschichte Medien Appollon 17. Jhd. Barock

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