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Die syntaxbezogene Großschreibung in der deutschen Schriftsprache

Sprachwissenschaftliche Konstruktion und didaktisch-methodischer Zugang für den Erwerb in der Primarstufe

Bachelorarbeit 2011 55 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die satzinterne Großschreibung
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Funktion

3 Orthographienorm zur satzinternen Großschreibung
3.1 Reformbemühungen von 1996 zur satzinternen Großschreibung in der deutschen Schriftsprache
3.2 Der Duden als Repräsentant der deutschen Orthographie

4 Sprachwissenschaftliche Konstruktion der satzinternen Großschreibung
4.1 Das wortartbezogene Konzept
4.2 Kritik am wortartbezogenen Konzept
4.3 Das syntaxbezogene Konzept
4.3.1 nach Maas
4.3.2 nach Eisenberg
4.3.3 nach Bredel
4.3.4 Zusammenfassung
4.4 Abschließendes Resümee zu den Konzepten der satzinternen Großschreibung

5 Didaktisch-methodischer Zugang zur syntaxbezogenen Großschreibung ..
5.1 Sprachwissenschaftliches Fundament
5.2 Gegenwärtige Sachlage zur satzinternen Großschreibung
5.2.1 Empirische Untersuchungen zur Fehlererhebung
5.2.2 Thematisierung in Lehrmaterialien
5.2.3 Konsequenzen für die Didaktik
5.3 Didaktik der syntaxbezogenen Großschreibung
5.3.1 Das Treppengedicht
5.3.2 Bezeichnungen und operative Begriffe
5.3.3 Mögliche Schwierigkeiten
5.3.4 Potenzial der syntaxbezogenen Großschreibung

6 Schlussbetrachtung

7 Abbildungsverzeichnis

8 Tabellenverzeichnis

9 Anhang

10 Bibliographie

1 Einführung

Selbst als geübte SchreiberInnen geraten wir beim Verfassen einfacher Schriftstücke im Alltag plötzlich durch eine orthographische Unsicherheit mit der Schreibroutine ins Sto- cken. Wird es nun „Er hat recht.“ oder „Er hat Recht.“ geschrieben? Der Intuition nach würde ich mich für eine Kleinschreibung des Ausdrucks entscheiden, aber ist dies auch orthographisch korrekt? In den meisten Fällen wird dazu schließlich der Duden zu Rate gezogen, welcher als bekanntester Repräsentant der deutschen Orthographienormen gilt und auch meistens schnell zur Verfügung steht. Doch ein Blick in das Regelwerk zu dem o.g. orthographischen Zweifelsfall kann diese Frage nicht zufriedenstellend klären. Im Gegen- teil: Durch eine Reihe von Paragraphen, Zusatzbestimmungen und Phänomen-Beispielen1 konfrontiert, wird das Gefühl der Unwissenheit bestärkt. In einer solchen Situation wünscht man sich als SchreiberIn eine prägnante, verständliche und zuverlässige Operation zur Be- stimmung der Groß- und Kleinschreibung zur Hand zu haben.

Ein solches den meisten NutzerInnen der deutschen Schriftsprache allerdings unbekanntes Verfahren steht heute sogar zur Verfügung und blickt auf eine jahrhundertelange Entwick- lung zurück. Den Ausgangspunkt stellt hierbei der syntaxbezogene Zugang zur satzinternen Großschreibung dar. Dieser wurde jedoch im Lauf der Zeit von dem verkrampften Versuch der damaligen Grammatiker, die auftretende und intuitiv verwendete Majuskelsetzung in starren wortartbezogenen Regeln auszudrücken, verdrängt und nachfolgend von einem kon- fusen Regelwerk, wie es heute mehr als je zuvor anzutreffen ist, überdeckt. Die wor tartbe- zogene Bestimmung der Groß- und Kleinschreibung ist somit gegenwärtig in allen Schular- ten anzutreffen, insbesondere in der Primarstufe während des Schriftspracherwerbs. Der wortartbasierte Zugang zur satzinternen Großschreibung führt jedoch häufig zu Recht- schreibunsicherheiten und Verwirrung bei SchülerInnen, LehrerInnen sowie fortführend bei all jenen, die die deutsche Schriftsprache verfassend oder dekodierend verwenden. Doch was besagt das Konzept zur syntaxbezogenen Großschreibung überhaupt? Wie konnte es, wenn es doch so hilfreich ist, zugunsten des wortartbezogenen Konzeptes gänzlich aus un- serem Horizont verschwinden? Und wie kann diese Verfahrensweise besonders mit Schüle- rInnen der Primarstufe erarbeitet und genutzt werden, um einen langfristig gesicherten Um- gang mit der Majuskel und Minuskel im Satzinnern zu ermöglichen?

Ziel der Arbeit soll es daher sein, durch Abgrenzung der Herangehensweisen zum wortart- sowie syntaxbezogenen Konzept zur satzinternen Großschreibung mit Hauptaugenmerk auf die Verwendung substantivischer Ausdrücke sowohl aus linguistischer als auch didaktischer Perspektive - die Chancen des syntaxbasierten Zugangs zu verdeutlichen. Das ausgemachte Potential soll als Ausgangspunkt und Legitimation gleichermaßen dazu dienen, sprachwis- senschaftlich und didaktisch fundierte Handlungsmöglichkeiten für die Umsetzung des syn- taxbezogenen Konzeptes im Grundschulunterricht zur satzinternen Großschreibung aufzu- zeigen. Bei den Ausführungen dieser Arbeit sollen Satzanfänge, Anredepronomen und Ei- gennamen2 nicht Gegenstand sein und bei den Betrachtungen außen vor gelassen werden.

Im ersten Teil der Arbeit soll zunächst die satzinterne Großschreibung vor ihrem histori- schen Hintergrund, welcher die anschließend dargestellte Funktion selbiger unmittelbar beeinflusst, betrachtet werden. In der Geschichte des satzinternen Majuskelgebrauchs fand ein entscheidender Richtungswechsel von der syntaxbezogenen hin zur wortartbezogenen Großschreibung statt, welcher insbesondere in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von orthographischen Regelungen - manifestiert in dem heutigen Regelapparat zur deutschen Rechtschreibung der Amtlichen Regelung und dessen Vertreter dem Duden - nach sich zog. Die gültigen Regelungen wurden zudem selbst unter der Leitidee der wortartbezogenen Verwendung 1996 und in anschließenden Überarbeitungen nochmals reformiert. Die Ent- stehung und das Chaos an Richtlinien und Regeln soll daher mit Blick auf dessen Auswir- kungen für die Beteiligten am Unterricht der Primarstufe anschließend verdeutlicht werden. Darauffolgend sollen aus linguistischer Perspektive die beiden Konzepte zur satzinternen Großschreibung erklärt und auf ihre Eignung für einen unterrichtlichen Einsatz in der Grundschule hin analysiert werden. Die sprachwissenschaftliche Basis wird im Anschluss daran aus didaktischer Perspektive beleuchtet und anhand von Fehlerstatistiken zur Groß- und Kleinschreibung sowie der Thematisierung der satzinternen Großschreibung in gegen- wärtig verwendeten Schulbüchern in Konsequenzen für die Didaktik zur satzinternen Groß- schreibung formuliert. Beruhend auf diesen Ausführungen werden im letzten Abschnitt der Arbeit schließlich konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für die Realisierung der satzinternen Großschreibung nach syntaxbezogenem Konzept im Unterricht der Primarstufe angeboten.

2 Die satzinterne Großschreibung

2.1 Historische Entwicklung

Aus der anfangs gemäßigten Kleinschreibung ist die heutige Substantivgroßschreibung im Deutschen hervorgegangen und stellt in dieser Form die weltweit einzig existierende Regelung zum satzinternen Gebrauch der Majuskel dar.3

Die bewusste Kennzeichnung von Ausdrücken mit einer Majuskel begann im 15. Jahrhun- dert. Zu dieser Zeit wurde nur von privilegierten Menschen die Kulturtechnik Lesen be- herrscht. Durch die bahnbrechende Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg konnten nun Schriften dem gemeinen Volk zugänglich gemacht werden, was ein generelles Bestreben in der Bevölkerung auslöste, lesen zu wollen. Dass das Lesenlernen nicht ohne Hürden ge- schah, versteht sich für diese Zeit von selbst. Um diesem Problem entgegenzutreten und die gedruckten Schriftstücke einer breiten Leserschaft zugänglich machen zu können, reagier- ten die Buchdrucker mit einer Reihe von Verbesserungen und gestalteten diese möglichst leicht lesbar. Mit der Textgliederung begonnen, entstanden Hervorhebungen im Text, die bedeutende Wörter mithilfe einer Majuskel kennzeichnen sollten. Zunächst vollzog sich die Auszeichnung von Titeln, Ehrerbietigem, Göttlichem oder Ästhetischem. Darauffolgend zog die Majuskelmarkierung in ganzen Sätzen und Satzteilen sowie Ausdrücken im Wort- anfang als Initialbuchstabe ein. Auf den ersten Blick erscheint der Einsatz der Majuskel willkürlich, erreicht jedoch am Ausgang des Mittelalters eine „weitgehend durchgehende Regelmäßigkeit“4 bei der Großschreibung von Eigennamen und Satzinitialen. Diese Son- dermarkierung gilt als der „historische Startpunkt“5 für die satzinterne Großschreibung.6

Der Gebrauch der Majuskel weitete sich im 16.Jhd. stark aus, was der zunehmenden intuiti- ven Kennzeichnung durch die Setzer und Drucker zuzuschreiben ist. Sie verfolgten dabei eine unbewusste syntaktische Strukturierung für ihre LesekundInnen, um ihre Sinnentnah- me zu beschleunigen bzw. zu erleichtern. Es sei für den Einfältigen besser zu verstehen, wenn an gewissen Stellen eine Majuskelmarkierung erfolgt.7 Da dieser zeitgenössische Pro- zess nicht von den damalig tätigen Grammatikern initiiert wurde, fand zwischen 1525 und 1545 eine Aufnahme in den Orthographieregeln zu dieser Verwendung nur zögerlich statt.

Nachdem Versuch durch die Grammatiker, den Majuskelgebrauch der Buchdrucker zu in- terpretieren, „pressten“8 sie ihre Erkenntnisse in Regeln, die vorerst nur an bestimmte Wort- felder gebunden waren. Darunter befanden sich u.a. die Namen von Ländern, Städten und Personen. Die Großschreibung wurde durch die Buchdrucker selbst nicht semantisch orien- tiert verwendet, sodass die Grammatiker sich gezwungen sahen, die Liste zu den Wortfel- dern zunehmend zu ergänzen. Erweitert wurde um Künste, Amtsbezeichnungen, Völker oder Tierarten - in der Hoffnung, dass die Großschreibung in der Alltagssprache mit ihren eigens aufgestellten Normen übereinstimmt. Bereits in jenem Jahrhundert entsprach die lexikalische Kategorisierung nicht dem tatsächlichen Schriftgebrauch zur satzinternen Großschreibung.9

Die Anpassung durch die Grammatiker wurde durch die uns vertraute Floskel „Alle Sub- stantive und was an deren Stelle steht werden großgeschrieben“10 im Jahr 1690 als Regel fixiert. Die Anstrengungen zur Normierung haben jedoch vollkommen den funktionalen Hintergrund der Majuskel ausgeblendet. Weder die syntaktischen Aspekte wie als textglie- derndes Mittel noch der Gebrauch der Bevölkerung wurden durch die Grammatiker hinrei- chend analysiert, die Folge: eine einseitig betrachtete Theorie zur satzinternen Großschrei- bung in der deutschen Schriftsprache - die wortartbezogene Regelung.11 Eine genauere Ana- lyse für den Zeitraum von 1500 und 1700 hinsichtlich der Entwicklung zur satzinternen Großschreibung kann bei Rolf Bergmann und Dieter Nerius (1998) eingesehen werden.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein kristallisierte sich das syntaktische Kriterium zur Groß- schreibung von nominalen Gruppen heraus, was sich u.a. in dem substantivischen Gebrauch „anderer Wortarten“ ausdrückte.12 In dieser Fehlinterpretation bzgl. der satzinternen Groß- schreibungen an das Lexikon wurden sukzessive zusätzliche Bestimmungen in den Nor- menkatalog aufgenommen, um grammatikalische Erscheinungen wie die auftretende Sub- stantivierung zu erfassen. 1901 wird die satzinterne Großschreibung in die orthographische Regelungskompetenz u.a. durch Konrad Duden aufgenommen und zu einer verbindlichen Orthographienorm zur satzinternen Großschreibung erhoben, die nun offiziell an die Wort- art Substantiv gebunden wurde.13 Der Einfluss der Grammatiker zeigt sich noch im heutigen Duden, in dem proklamiert wird: „Substantive schreibt man groß.“14

Seit ungefähr 450 Jahren wird in unserer Schriftkultur die Majuskel systematisch verwen- det, um sprachliche Einheiten im Satz zu strukturieren. Die Ansichten, welche Komponente der Majuskel würdig ist, haben sich im Lauf der Jahrhunderte stets weiterentwickelt.15 Nach den Reformen sowie nachträglichen Veränderungen an diesen zeigt sich insbesondere im letzten Jahrhundert umso deutlicher, dass sich die Großschreibung in einem stetig fortwäh- renden Entwicklungsprozess befindet. SprachwissenschaftlerInnen wie Maas oder Eisen- berg konstruieren eifrig an der Überholung des wortartbezogenen Konzeptes, mit dem Ziel der Rückbesinnung auf die Ursprünge der deutschen satzinternen Großschreibung.16 Wie die Ausführungen bisher gezeigt haben, liegt eine Beeinflussung der satzinternen Großschreibung aufgrund der historischen Gegebenheiten nahe, dass der Majuskelgebrauch eine syntaktische Funktion innerhalb eines Satzkonstrukts besitzt. Im Folgenden soll nun genauer auf diese derzeitige Funktion des Majuskelgebrauchs in der heutigen deutschen Schriftsprache eingegangen werden.

2.2 Funktion

Wie bereits erwähnt, liegt die Funktion der satzinternen Großschreibung in der historischen Entwicklung begründet. Die einstige Kennzeichnungsfunktion bedeutender Stellen durch die Majuskel im Satz wurde im Lauf der Zeit zu einer syntaktischen Konstante, um auf ei- ner höheren Ebene des Sprachsystems für die LeserInnen Informationen bereitzustellen.17 Je intensiver die Schriftsprache in den letzten Jahrhunderten genutzt wurde, desto mehr hoben sich Funktionen in der Grammatik hervor, die bspw. durch die satzinterne Großschreibung den LeserInnen eine schnellere Informationsentnahme begünstigen sollten.18 Nach den Un- tersuchungen von Bock (1990) gilt es als unwiderlegbar, dass der Gebrauch von Majuskeln im Satzinnern eine Lesehilfe zur Erfassung der grammatischen Struktur darstellt.19 Bock führte dazu Untersuchungen mit bilingualen Personen durch, wonach unabhängig von er- lernten Wortformen das Ergebnis festgestellt wurde, dass die satzinterne Großschreibung eine eigenständige Funktion im Satz erfüllt. Niederländische MuttersprachlerInnen sollten ihre minuskelgeprägte Heimatsprache in niederländischen Texten lesen, die mit dem deut- schen Majuskelgebrauch angereichert wurden.20 Die Texte mit satzinterner Großschreibung wurden 15% schneller gelesen, als die heimischen Texte ohne Majuskelgebrauch. Dieses Resultat fundiert die zuvor getätigte Aussage, dass die Lesebeschleunigung aufgrund der visuellen Erleichterung der Strukturierung von Sätzen induziert wird. Die Majuskeln kenn- zeichnen Kerne von Nominalgruppen und unterstützen somit die LeserInnen, komplexe Nominalphrasen zu erkennen. Es gewährt ihnen einen Zuwachs an Freiraum für Inhalte des Textes, indem weniger kognitive Energie für den Leseprozess aufgebracht werden muss, was insbesondere für SchülerInnen der Primarstufe sehr hilfreich sein kann.21 Die satzinterne Großschreibung stellt ein prägnantes Beispiel dafür dar, dass Schrift für die LeserInnen kompatibel sein sollte. Nicht nur bei der Erfassung des Textes, sondern auch in der jeweiligen Bedeutung kann die Großschreibung ein wichtiger Indikator sein: Beispiel: Er hat in Russland liebe Genossen. > Er hat in Russland Liebe genossen.22 Die Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten der satzinternen Großschreibung lässt die Forderung in neueren Rechtschreibdiskussionen zur Abschaffung des satzinternen Majus- kelgebrauchs unverständlich erscheinen. Die funktionale Komponente der Majuskelkenn- zeichnung ist nicht von der Hand zu weisen, zudem würde eine Erleichterung für die SchreiberInnen in diesem Fall einen Rückschritt für die LeserInnen bedeuten. Mit dem Wissen um die Historizität und Funktion der satzinternen Großschreibung soll nun die aktuell geltende unübersichtliche Situation entsprechender Orthographienormen skiz- ziert werden. Neben der letzten Rechtschreibreform von 1996 soll hierzu auch der bekann- teste Repräsentant der deutschen Orthographie mit in die Betrachtung einbezogen werden.

3 Orthographienorm zur satzinternen Großschreibung

Die deutsche Orthographie ist nach Eisenberg23 doppelt kodifiziert, zum einen mithilfe einer Wortliste wie die durch Duden manifestiert und zum anderen durch ein Regelsystem zur Beschreibung von Wörtern, die nicht in der Liste vertreten sind und aufgrund ihrer spezifi- schen Verwendungsweise einer Kodifizierung bedürfen. Beides zusammen ist jedoch nicht stets kompatibel, was zu folgenreichen Erschwernissen bspw. beim Erwerb der Groß- schreibung führen kann. Die heutige Verwendung der satzinternen Großschreibung stützt sich auf einen Regelkatalog der Amtlichen Regelung für die deutsche Rechtschreibung. Zunächst soll dazu die Entwicklung des Majuskelgebrauchs unter den Reformbemühungen von 1996 sowie späteren Nachbesserungen von 2006 vorgestellt und aufgezeigt werden, welche Konsequenzen die stetigen Veränderungen im orthographischen System für Lehre- rInnen und SchülerInnen gegenwärtig mit sich bringen.

3.1 Reformbemühungen von 1996 zur satzinternen Großschreibung in der deutschen Schriftsprache

1996 haben die deutschen Rechtschreibreformer entgegen der historischen Entwicklung einer syntaxbezogenen Großschreibung eine Stärkung der lexikalischen Großschreibung bewirkt.24 Noch vor 1996 stand ein Kriterium hinsichtlich der syntaktischen Konstruktion - ein Attribut zu binden - im Vordergrund. Galt ein Ausdruck attribuierbar, ist es großzu- schreiben. Alle weiteren Ausdrücke, die diese Eigenschaft nicht besitzen, werden kleinge- schrieben. Aus linguistischer Perspektive stellen jene Ausdrücke Kerne von Nominalgrup- pen dar, eine explizitere Analyse zur satzinternen Großschreibung werde ich in Kapitel 4 erläutern. Die sonst erfassten Kriterien wie der Artikelhaltigkeit sind lediglich Indizien für die Großschreibung. Jedoch fanden auch Regulierungen wie „bei überwiegender substanti- vischer Vorstellung“ muss großgeschrieben werden Berücksichtigung. Dies hatte nach der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 zur Folge, dass u.a. übertragene Bedeu- tungen wie kopf stehen oder auf dem trockenen sitzen mit einer Majuskel versehen werden müssen, obwohl keine syntaktische Kernfunktion vorliegt und somit kleingeschrieben wird.25 Aufgrund dieses Widerspruches werden auch bei kompetenten SchreiberInnen star- ke Zweifel über die Systematik zur Großschreibung aufgeworfen. Denn nun sollten anstelle einer angestrebten Reduzierung des Majuskelgebrauchs weitere Ausdrücke großgeschrieben werden. Neben der Schwächung des syntaktischen Gebrauchs der Großschreibung, wurde vor allem das Kriterium der Artikelfähigkeit als Auslöser gestützt.26 Trotz fehlender Attribuierfähigkeit musste nun wegen der Artikelhaltigkeit (Artikel oder Artikelrest) bei Ausdrücken wie im allgemeinen oder des weiteren großgeschrieben werden.27

Nachdem 2006 weitere Veränderungen an den orthographischen Normen zur satzinternen Großschreibung vorgenommen wurden, ergibt sich nach Bredel (2006a) folgender Über- blick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Ursula Bredel - Vergleich der Reformbemühungen für die deutsche Orthographie (2006a)

Anhand dieser tabellarischen Abbildung wird deutlich, dass vielfältige Gründe Schwierig- keiten bzgl. der satzinternen Großschreibung hervorrufen. Die nach wortartbezogenen Kon- zept definierten Substantive verhalten sich formgleich mit Ausdrücken anderer Wortartka- tegorien und sind noch dazu nicht einheitlich. Darüber hinaus erschweren Regeln zur Klein- schreibung den Zugang zur satzinternen Großschreibung.28 Nach der Reform und den Emp- fehlungen von 2006 entfernt sich das Großschreibungs-System von der ursprünglichen Funktion, die LeserInnen beim Erfassen komplexer Sätze zu unterstützen. Die „Deregulie- rung und De-Funktionalisierung der satzinternen Großschreibung“ durch die Reformbestre- bungen stellen sowohl unter sprachwissenschaftlicher als auch historischer Perspektive ei- nen Entwicklungsrückschritt dar.29

Die satzinterne Großschreibung erweist sich als ein Hauptproblem in der Regelung zur deutschen Orthographie. Noch vor 1996 bestimmten ca. 30 Regeln im Duden den satzinter- nen Majuskel- und Minuskelgebrauch. Ab jenem Jahr wurden diese durch eine Vielzahl von Kleinschreibregeln, die sich eigentlich hätten automatisch aus den Großschreibregeln erge- ben sollen, ergänzt.30 Die Großschreibung wurde, trotz eines Bestrebens diese zu reduzie- ren, zudem auf weitere Bereiche ausgeweitet. Auch die Neuregelung von 2006 brachte nur in wenigen Einzelfällen eine Erleichterung. Die Reformer veränderten die doppelte Kodifi- zierung der satzinternen Großschreibung - sowohl lexikalisch als auch syntaktisch - nicht. Zur Umsetzung und didaktischen Aufbereitung der Reformbestrebungen für den Unterricht ist ein Blick in den Duden unerlässlich, da dieser von einem Großteil der BürgerInnen gene- rationsübergreifend als prominentestes Hilfsmittel bei Problemfragen zur Orthographienorm genutzt wird. Jedoch gibt der Duden nur unklare Regelformulierungen weiter, wenngleich es Hauptziel der Reformierung der Orthographie war, einen systematischen und einfachen Zugang zum Majuskel- und Minuskelgebrauch zu ermöglichen.31 Der Duden stellt das Ab- bild jener Reformbemühen dar: Es ist kein Prinzip ersichtlich - weder ein System noch eine Vereinfachung, welche die Reform als Ziele propagierte, zu entwickeln. Da der Duden im Grammatik- und Rechtschreibunterricht eine nicht wegzudenkende Komponente repräsen- tiert, möchte ich unter historischer Perspektive eine Darstellung seiner heutigen Position als Vertreter der deutschen Orthographie - insbesondere für die satzinterne Großschreibung - geben sowie daraus entstandene Folgen für den Erwerb der satzinternen Großschreibung in der Primarstufe thematisieren.

3.2 Der Duden als Repräsentant der deutschen Orthographie

Sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe ist die satzinterne Großschreibung durch die orthographischen Regeln im Duden bestimmt. Der Duden besitzt eine über 100 Jahre lange Tradition, verbindliche Rechtschreibvorschriften für auftretende Regel- mäßigkeiten und Phänomene für die deutsche Schriftsprache zu formulieren und festzuhal- ten. Trotz des Verdüsterns der Systematik zu den Großschreibregeln seit Beginn des 20. Jahrhundert wird bis heute das tradierte Verfahren nicht in Zweifel gezogen und findet Ein- zug in unsere Unterrichtspraxis wie ich an späterer Stelle verdeutlichen werde. Obgleich sich der syntaxbezogene Gebrauch der Großschreibung bis 1901 konsolidiert hat, wurde dennoch durch den Duden das wortbezogene Kriterium determiniert. Die ursprüngliche Funktion hielt sich jedoch hartnäckig, was den Duden daraufhin veranlasste, ab 1942 Aus- drücke aus dem gesamten Repertoire an Wortarten in Fallgruppen zu zerlegen und 1967 mit Regelnummern von R116 bis R120 zu versehen. Anschließend nahm der Duden im Jahr 1980 den substantivischen Gebrauch von Wortarten in seinen Normkatalog auf, womit die Substantivierung an Beispielcharakter verlor und seitdem einen orthographischen Fall dar- stellt. Spätestens an diesem Punkt wird deutlich, dass der Duden aufgrund der fehlgehenden Determinierung zur Wortart jede Systematik verloren hat.32

Der deutsche Sprachwissenschaftlicher Utz Maas beschäftigte sich eingehend mit dieser Thematik und übt starke Kritik an den aufgestellten Orthographienormen vom Duden. Wo der Duden die einfache Regel „Substantive schreibt man groß.“33 formuliert, eröffnet sich die Problemstellung, was ein Substantiv darstellt und wann ein Ausdruck überhaupt als Substantiv fungiert. Duden hält dazu eine unübersichtliche Menge an Zusatzbestimmungen wie „Aus Substantiven entstandene Wörter anderer Wortarten werden kleingeschrieben. Dabei kann es sich um 1. Adverbien, 2. bestimmte … Adjektive, 3. Präpositionen, 4. unbe- stimmte Pronomen und Zahlwörter handeln.“34 bereit, mithilfe derer um jeden Preis die Wortarten, zuzüglich begleitender Ausnahmen, unterschieden werden können.35

Mittels einer kinderfreundlichen Vermarktung der Duden-Produkte suggeriert das Unter- nehmen mit Titeln wie „Duden. So schreibe ich fehlerfrei in der Grundschule: Einfache Strategien für eine sichere Rechtschreibung“ eine lernfreundliche Haltung für SchülerInnen. Besonders würdevoll erscheint dabei das Anliegen, die SchülerInnen vor syntaxbezogenen Regularitäten zur satzinternen Großschreibung zu verschonen. Vielmehr wird eine Übersät- tigung aus dem hausgemachten Orthographiesammelsurium verursacht und wiederum durch Hilfsangebote für SchülerInnen und LehrerInnen seitens des Dudens versucht das Chaos zu beheben. Doch trägt der Duden nicht die alleinige Schuld für die konfuse Thematisierung der satzinternen Großschreibung in der Schule. Für einen schülerfreundlichen Erwerb des Majuskelgebrauchs werden im Unterricht der Primarstufe kontinuierlich sinnwidrige Wör- ter wie Dingwort, Tuwort oder Wiewort gebraucht, die ein noch höheres Potential aufwei- sen, bei den SchülerInnen eine falsche Vorstellung von Wortarten zu verankern.36 Der Grammatikunterricht hält für diesen orthographischen Bereich keine geeigneten Operatio- nen zur Analyse der Satzstrukturen bereit. Maas fordert zu diesem fundamentalen Problem eine historische Aufklärung über die satzinterne Großschreibung sowie eine didaktische Erarbeitung für syntaktische Kriterien für den Einsatz von Majuskeln. Der Duden darf nicht aufgrund seiner Position als offiziell verbindlicher Repräsentant der deutschen Orthographie automatisch für die Schulpraxis imitiert werden, zumal die Funktion von syntaktischen Ge- gebenheiten an einer Vielzahl von Punkten vorausgesetzt wird und nur dadurch ein Ver- ständnis für die Aufbereitung zu Wortarten und die daran gebundene satzinterne Groß- schreibung entstehen kann, was für Lernanfänger nicht leistbar sein kann.37 Im nächsten Kapitel soll nun zunächst die sprachwissenschaftliche Konstruktion des wortartbezogenen und syntaxbezogenen Konzeptes erläutert werden, ehe deren Umsetzung im Unterricht der Primarstufe thematisiert werden kann.

4 Sprachwissenschaftliche Konstruktion der satzinternen Großschreibung

Im Folgenden soll es nur um die satzinterne Großschreibung (von Substantiven) in der deut- schen Schriftsprache gehen, die als eine einmalige Regularität weltweit existiert. Mehr als die Hälfte aller Wörter des Deutschen werden großgeschrieben und bilden die umfang- reichste Wortkategorie: das Substantiv.38 Welche Eigenschaften zur Majuskelsetzung füh- ren, sind jedoch oft unklar. Für die satzinterne Großschreibung existieren zurzeit zwei Kon- zepte, die in der Unterrichtspraxis Anwendung finden können. Das wortartbezogene Kon- zept tradiert den herkömmlichen Lernweg, wobei sich am kategorialen Merkmal der refe- rentiellen Funktion des Substantivs bedient wird, einen Sachverhalt zu vergegenständli- chen.39 Demgegenüber steht das syntaxbezogene Konzept mit dem Kriterium eines expan- dierenden Kerns in der Nominalgruppe. Dieser Ansatz der satzinternen Großschreibung reflektiert die funktionale Ebene durch Berücksichtigung der LeserInnen-Position.

4.1 Das wortartbezogene Konzept

Ausgehend von der historischen Kodifizierung bestimmt das wortartbezogene Konzept zur satzinternen Großschreibung, welches auf dem lexikalischen Prinzip40 basiert, den derzeiti- gen didaktischen Zugang für den Schulunterricht. Nach der Reform der deutschen Recht- schreibung von 1996 einschließlich der Nachänderungen von 2004 und 2006 hält die Kul- tusministerkonferenz weiterhin an der wortartabhängigen Großschreibung fest, sodass die- ses den Anlass geben soll, einen linguistischen Einblick in die Konstruktion des wortartbe- zogenen Konzepts zu tätigen.

Seit der Normierung von 1901 durch den Duden bzgl. der Substantivgroßschreibung im Deutschen wird an erster Stelle das Großschreiben von Substantiven erfasst. Zwei weitere Besonderheiten - einerseits mit der Großschreibung von Nichtsubstantiven als Verwendung von Substantiven und anderseits der Kleinschreibung von Substantiven im nichtsubstantivischen Gebrauch - sind darin festgehalten.41

[...]


1 Vgl. Rat für deutsche Rechtschreibung (Hrsg.) (2006): Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis. Amtliche Regelung. Tübingen: Gunter Narr, §55 (4), §56 (1) und §56 E2, S. 60f.

2 Bei Eigennamen, die bis heute provisorisch zu der Wortkategorie Substantiv gezählt werden, ist es ohne einer weiteren linguisti- schen Basis, die u.a. Christian Stetter (1989) definiert, nicht möglich, die Großschreibung über die Eigenschaften von Substa ntiven zu definieren. Trotz der relativ hohen Treffsicherheit zur Großschreibung von Eigennamen stellt sich erst durch die „syntaktische bzw. pragmatische Verwendung“ (Stetter 1990, S. 305) heraus, ob es sich überhaupt um einen Eigennamen handelt. Er ist ein Au s- druck, der ein Individuum in einer gekennzeichneten Menge benennt. (vgl. Stetter 1990, S. 207) Oder nach Eisenberg: „Ein Aus- druck ist genau dann ein Eigenname, wenn er als solcher verstanden wird“. (Eisenberg 2006, S. 350) Wortgruppen können sowohl als Eigenname sowie als Nicht-Eigennamen auftreten. In der Orthographienorm obliegt es jedoch leider nicht dem Schreiber nach seiner Intuition Eigennamen zu kennzeichnen.

3 Vgl. Ewald, P./Nerius, D. (1997): Die Alternative: gemäßigte Kleinschreibung. In: Augst, G. et al. (Hrsg.): Zur Neuregelung der deutschen Orthographie. Begründung und Kritik. Reihe Germanistische Linguistik. Bd. 179. Tübingen: Niemeyer, S. 420.

4 Günther, H. (2007): Der Vistembor brehlte dem Luhr Knotten auf den bänken leuster - Wie sich die Fähigkeit zur satzinternen Großschreibung entwickelt. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft. Jubiläumsheft Orthographie und Sprachwissenschaft. Bd. 26, S. 157.

5 Bredel, U. (2006): Die Herausbildung des syntaktischen Prinzips in der Historio- und in der Ontogenese der Schrift. In: Bredel, U./ Günther, H. (Hrsg.): Orthographietheorie und Rechtschreibunterricht. Tübingen: Niemeyer, S. 152.

6 Vgl. Günther (2007), S.157, Nünke, E./Wilhelmus, C. (2002): „‘Wandern‘ ist ein Wiewort und Wiewörter werden großgeschrie- ben.“ Oder: Warum die Konsolidierung eines alternativen Konzepts für den orthographischen Bereich der satzinternen Großschrei- bung erforderlich scheint. In: Röber-Siekmeyer, C./Tophinke, D. (Hrsg.): Schrifterwerbskonzepte zwischen Sprachwissenschaft und Pädagogik. Diskussionsforum Deutsch. Bd. 9. Hohengehren: Schneider, S. 202f. und Nünke, E./Wilhelmus, C. (2001): Stufen- wörter in Treppengedichten. Ein alternativer Ansatz zur Groß- und Kleinschreibung. In: Praxis Deutsch. 28. Jg. Heft 170, S. 21.

7 Vgl. Günther (2007), S. 157.

8 Nünke/Wilhelmus (2002), S. 203.

9 Vgl. Günther (2007), S.157f., Nünke/Wilhelmus (2002), S. 203 und Nünke/Wilhelmus (2001), S. 21

10 Günther (2007), S. 158.

11 Vgl. Günther (2007), S.158 und Nünke/Wilhelmus 2002, S.203.

12 Vgl. Bredel (2006), S.158.

13 Vgl. Günther (2007), S.160 und Nünke/Wilhelmus (2002), S. 203.

14 Dudenredaktion (Hrsg.) (2010): Duden. Die deutsche Rechtschreibung. Das umfassende Standardwerk auf der Grundlage der aktuellen amtlichen Regeln. Mannheim: Dudenverlag, 25. Aufl., K 67, S. 57.

15 Vgl. Eisenberg, P./Spitta, G./Voigt, G. (1994): Schreiben: Rechtschreiben. In: Praxis Deutsch. 21. Jg. Heft 124, S. 18.

16 Vgl. Nünke/Wilhelmus (2001), S. 21.

17 Vgl. Nerius, D. (Hrsg.) (2007): Deutsche Orthographie. Hildesheim: Olms, 4. Aufl., S. 194.

18 Vgl. Eisenberg, P. (2006): Grundriss der deutschen Grammatik. Bd. 1: Das Wort. Stuttgart: Metzler, 3. Aufl., S. 344, Nerius (2007), S.194 und Bredel, U. (2007): Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht. Paderborn: Schöningh, S. 83.

19 Vgl. Bredel (2007), S. 83 und Eisenberg, P./Feilke, H. (2001): Rechtschreiben erforschen. In. Praxis Deutsch. 28. Jg. Heft 170, S. 9.

20 Vgl. Bock, M. (1990): Zur Funktion der deutschen Groß- und Kleinschreibung - Einflüsse von Wortform, Muttersprache, Leseal- ter, Legasthenie und lautem versus leisen Lesen. In: Stetter, C. (Hrsg.): Zu einer Theorie der Orthographie. Interdisziplinäre As- pekte gegenwärtiger Schrift- und Orthographieforschung. Reihe Germanistische Linguistik. Bd. 99. Tübingen: Niemeyer, S. 15ff.

21 Vgl. Fuhrhop, N. (2006): Orthografie. Kurze Einführungen in die germanistische Linguistik.Bd. 1. Heidelberg: Winter, 2.Aufl., S. 54.

22 Bredel (2007), S. 84.

23 Vgl. Eisenberg, P. (1983): Orthografie und Schriftsystem. In: Günther, K.-B./Günther, H. (Hrsg.): Schrift, Schreiben, Schrift- lichkeit: Arbeiten zur Struktur, Funktion und Entwicklung schriftlicher Sprache. Tübingen: Niemeyer, S.41-68.

24 Vgl. Bredel (2006), S. 155.

25 Vgl. Bredel, U. (2006a): Orthographische Zweifelsfälle. In: Praxis Deutsch. 33. Jg. Heft 198, S.10.

26 Vgl. Bredel (2006a), S. 10.

27 Vgl. Bredel, U. (2010): Die satzinterne Großschreibung - System und Erwerb. In: Bredel, U./Müller, A./Hinney, G. (Hrsg.): Schriftsystem und Schrifterwerb: linguistisch - didaktisch - empirisch. Berlin et al.: de Gruyter, S. 223f.

28 Vgl. Nerius (2007), S. 195.

29 Vgl. Bredel (2010), S. 224.

30 Vgl. Nerius (2007), S. 209f.

31 Vgl. Röber-Siekmeyer, C. (1999): Ein anderer Weg zur Groß- und Kleinschreibung. Leipzig: Ernst Klett Grundschulverlag, S. 45.

32 Vgl. Bredel (2006), S. 155f. und Bredel (2010), S. 218.

33 Vgl. Dudenredaktion (2010), K 67, S. 57.

34 Dudenredaktion (2010), K77, S. 60.

35 Vgl. Maas, U. (1992): Grundzüge der deutschen Orthographie. Reihe Germanistische Linguistik. Bd. 120. Tübingen: Niemeyer, S. 156.

36 Vgl. Maas (1992), S. 157.

37 Vgl. Maas (1992), S. 157ff.

38 Vgl. Eisenberg, P. (2002): Grundregeln der deutschen Orthografie. In: Wahrig-Burfeind, R.: WAHRIG Universalwörterbuch Rechtschreibung. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 65.

39 Vgl. Küttel, H. (2006): Die Entwicklung grammatischer Rechtschreibkenntnisse zur Großschreibung von Substantiven, zur Getrennt- und Zusammenschreibung, zur Interpunktion und zur das/dass-Schreibung. In: Bredel, U. et al. (Hrsg.): Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch. Bd. 1. Paderborn: Schöningh, S. 384.

40 Das lexikalische Prinzip drückt die „Beziehungen der Bedeutungsseite der lexikalischen Ebene40 zur graphischen Ebene40 im Schriftsystem“ aus und prägt Schreibungen, „in denen semantische Eigenschaften […] unmittelbaren Ausdruck in der graphischen Form finden“ (Nerius 2007, S. 166).

41 Vgl. Stetter, C. (1990): Die Groß- und Kleinschreibung im Deutschen: Zur sprachanalytischen Begründung einer Theorie der Orthographie. In: Stetter, C. (Hrsg.): Zu einer Theorie der Orthographie. Interdisziplinäre Aspekte gegenwärtiger Schrift- und Orthographieforschung. Reihe Germanistische Linguistik. Bd. 99. Tübingen: Niemeyer, S. 203.

Details

Seiten
55
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656125457
ISBN (Buch)
9783656127079
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188681
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Schlagworte
großschreibung schriftsprache sprachwissenschaftliche konstruktion zugang erwerb primarstufe

Autor

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Titel: Die syntaxbezogene Großschreibung in der deutschen Schriftsprache