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Unterrichtsstunde: "Wie sinnvoll ist der elektronische Personalausweis?" Vor- und Nachteile

Schriftliche Planung einer Talkshow zur unterrichtspraktischen Prüfung

Unterrichtsentwurf 2011 26 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

1. Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtsreihe

1.1 Thema der Unterrichtsreihe

„Privates im Netz?“ – Erarbeitung der gesetzliche Regelungen zum Datenschutz zur Darstellung der Gefahren und Chancen im Internet

1.2 Einordnung der Unterrichtsstunde in die Reihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Ziele der Stunde und der Reihe

2.1 Lernziel der Unterrichtsreihe

Die Schülerinnen und Schüler sollen über gesetzliche Regelungen zum Datenschutz aufgeklärt und für Chancen und Gefahren der Internetkommunikation sensibilisiert werden. Sie setzen sich mit der Frage auseinander, ob Anonymität im Internet ein schützenswertes Gut ist, und lernen, zu welchen Zwecken Staat und Wirtschaft persönliche Daten verwenden können.

2.2 Lernziel der Unterrichtsstunde

Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen einer Talkshow über die Risiken und Chancen des elektronischen Personalausweises diskutieren und anschließend ihre, gegebenenfalls veränderte, Meinung begründen.

Teilziele der Stunde:

Die Schülerinnen und Schüler sollen ...

- ... ihre Urteils und Handlungsfähigkeit zu stärken und Verantwortungsbewusstsein gegenüber sich und der Gesellschaft entwickeln.
- ... sich in eine vorgegebene Rolle versetzen und so die Fähigkeit zu Empathie entwickeln.
- ... die wichtigsten Argumente der Rolle herausarbeiten und formulieren.
- ... erkennen, dass im Austausch unterschiedlicher Argumente die Chance liegt, die eigene Meinung weiterzuentwickeln und einen allgemeinen akzeptierten Kompromiss herbeizuführen.
- ... unter Einhaltung der Diskussionsregeln konstruktiv diskutieren.
- … ihre kommunikativen Kompetenzen verbessern, indem sie bei der Gruppenarbeit mit anderen ihr Wissen und ihre Erkenntnisse über die Rolle darstellen und diskutieren.

3. Bedingungsanalyse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Didaktische - methodische Überlegungen

4.1 Didaktische Überlegungen

Die Unterrichtsstunde ist dem Inhaltsfeld „Identität und Lebensgestaltung“ im Fach Geschichte-Politik mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Personale Identität und persönliche Lebensgestaltung im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und sozialen Erwartungen“ zuzuordnen. (Kernlehrplan und Richtlinien für die Hauptschule – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen, Lernbereich Gesellschaftslehre, Fach Geschichte/Politik, S. 40)

Des Weiteren ist die Unterrichtsstunde im Bereich der Urteilskompetenz „die eigene Lebensgestaltung und Lebensplanung vor dem Hintergrund sozialer Erwartungen und unter Aspekten des Wertewandels beurteilen“ verankert.

Das digitale Zeitalter eröffnet neue Lebenswelten: den Zugang zu unbegrenzten Informationen im Netz, die Möglichkeit, komfortable Alltagssituationen zu lösen wie das Online-Einkaufen und die Identitätskonstruktion in sozialen Netzwerken[1]. Doch Internetnutzer bewegen sich in der virtuellen Welt nicht in einem geschützten Raum. Wer bewusst oder unbewusst zu freizügig mit seinen persönlichen Daten umgeht, muss mit unkalkulierbaren Folgen rechnen[2]. Nach einer Studie von Bitkom 2011 verbringen Zwölf- bis Neunzehnjährige durchschnittlich 138 Minuten pro Tag im Internet und 77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk[3].

Nach einer Umfrage in der Klasse 10B2 stellte sich heraus, dass jede Schülerin und jeder Schüler in einem oder mehreren sozialen Netzwerken Mitglied ist. Täglich verbringen die Schülerinnen und Schüler mindestens eine Stunde im Netz. Doch die Wenigsten haben von Datenmissbrauch oder von dem Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung gehört. Viele haben keine Vorstellung inwieweit die Selbstdarstellung im Netz für die Schülerinnen und Schüler schädlich sein kann.

Aufgrund dieser Tatsache hat das Thema eine Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung. Die Bundesregierung hat einen elektronischen Personalausweis (ePa) herausgebracht, der Online-Funktionen anbietet. Schülerinnen und Schüler eines 10. Schuljahres kommen in das Alter (16 Jahre) und haben somit den rechtlichen Anspruch auf ein Personalausweis, den sie in der Regel schnellst möglich besitzen wollen. Da die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewussten Bürgern erzogen werden sollen, ist es daher wichtig, sie mit der Problematik des Datenmissbrauchs und den Folgen zu konfrontieren. Bei Freischaltung der Online-Funktionen und Verlust des Ausweises kann es relativ schnell zum Identitätsdiebstahl kommen. Daher soll den Schülerinnen und Schülern die Vorzüge und die Schattenseiten des neuen eingeführten Personalausweises bewusst gemacht werden. Hierin ist auch die Schülerorientierung zu sehen, da sie sich demnächst entscheiden müssen, ob sie die Online-Funktionen dazu nutzen oder nicht.

4.2 Didaktische Reduktion

Eine quantitative Reduktion und gleichzeitig qualitative Reduktion ergibt sich aus der Tatsache, dass die Beobachtungsbögen sowie die Rollenkarten einfach und kurz gehalten sind. Die Beobachtungsbögen enthalten bewusst nur drei fachliche Fragen und keine methodischen Fragen. Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler auch nur einen Talkgast beobachten.

4.3 Methodische Überlegungen

Das Informationsvideo als Einstieg wurde ausgewählt, um den Schülerinnen und Schülern noch einmal zu verdeutlichen, wie viele neue Funktionen ihr zukünftiger Personalausweis hat. Zwei Schülerinnen und Schüler haben den neuen Ausweis schon. Ein Schüler nutzt sogar schon das Kartenlesegerät am PC, hat sich aber noch nicht entschieden ob er die Online-Ausweisfunktionen freischalten lassen möchte.

Für die Erarbeitungsphase wurde die Form des kooperativen Lernens gewählt und zwar aus folgenden Gründen: Hierdurch werden alle Mitglieder der Lerngruppe in die Pflicht genommen, sich aktiv am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen, da jedes Mitglied Gast in der Talkshow „Talk am Morgen“ sein könnte. Des Weiteren soll ein hoher Anteil an Sprachanlässen geschaffen werden, was in dieser Lerngruppe als besonders wichtig erscheint. Da es sich um eine aus zwei Klassen zusammengesetzte Lerngruppe handelt, soll mit der zufälligen Gruppenzusammensetzung und durch das kooperative Lernen vor allem auch die Sozialkompetenz gefördert werden. Des Weiteren wurde diese Art der Gruppenzuteilung noch aus zeitökonomischen Gründen gewählt.

In der Erarbeitungsphase I muss sich jede Schülerin/ jeder Schüler alleine mit dem Gegenstand auseinandersetzen. Zusätzlich soll die individuelle Verantwortung für das Lernergebnis gefördert werden. Bei einer reinen Gruppenarbeit besteht die Gefahr, dass sich einzelne Schülerinnen und Schüler aus der Verantwortung ziehen. Die Rollenkarten und die dazugehörigen Arbeitsaufträge sind einfach und sollen einen Lese- und Schreibanlass schaffen. In der anschließenden Gruppenarbeit (Erarbeitungsphase II) sollen die kommunikativen Kompetenzen und vor allem die Teamarbeit gefördert werden. Dies kommt vor allem dann zum Vorschein, wenn sie sich für ein Mitglied der Gruppe entscheiden müssen, das als Gast in die Talkshow geht. Die Kernaussagen der beiden Zeitungsartikel sind in der vorangegangen Unterrichtsstunde erarbeitet worden (s. 5.Stunde).

Die Form der Ergebnissicherung I ist bestimmt von der Methode der Talkshow. Talkshows laufen auf fast allen Fernsehsendern. Ob als „Promi-Talk“, „Themen-Talk“ oder „Konfro-Talk“ sind sie zu allen Sendezeiten präsent und damit auch fast allen Schülerinnen und Schülern bekannt (Pohl, 2008, S. 39). Diese Methode ist besonders geeignet, um ein Thema von mehreren Seiten zu beleuchten und unterschiedliche Sichtweisen darzustellen. Diese Diskussionsmethode genießt den Vorteil, das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu fördern, indem sie ihre Meinung der Rolle vertreten, so dass sie lernen, an politischen Themen teilzuhaben. Zu Beginn einer Talkshow müssen die Schülerinnen und Schüler zuerst eine „psychologische Schwelle“ überschreiten, um kontrovers zu kommunizieren. Aus diesem Grund stellen sich die Talkgäste am Anfang erst einmal vor und informieren die anderen Gäste und Zuschauer über ihre Meinung zum neuen elektronischen Personalausweis. Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, dass sich die Talkshowgäste vorbereiten und mit dem Thema und ihrer Rolle vertraut sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst eigenständig kontrovers diskutieren, so dass aus dem Gespräch eine Eigendynamik entstehen kann, die der Moderator flexibel steuern muss. Die Moderation wird

an einen Schüler übergeben, der sich in der letzten Stunde für die Rolle eines Moderators gemeldet hat. Hierdurch bekommen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit der Mitbestimmung und Verantwortung in Phasen des Unterrichts.

Zum Anfang der Unterrichtsstunde wurde ein erstes Meinungsbild zum Thema „Die Online-Funktionen des neuen Personalausweises – sinnvolle Bereicherung oder unerkannte Gefahr?“- Ich bin für die Online-Funktionen oder ich bin gegen die Online-Funktionen des neuen Personalausweises - anhand einer Abfrage erstellt und wird nun wiederholt, um eine eventuelle Veränderung festzustellen (Ergebnissicherung II). Als Hausaufgabe soll nun das aktuelle, eventuell geänderte Meinungsbild schriftlich begründet werden.

[...]


[1] vgl. Godart, K. (2011), S. 1: In didacta: Wer bin ich?

[2] vgl. S. 8

[3] vgl. Godart, K. (2011), S. 1: In didacta: Wer bin ich?

Details

Seiten
26
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656133292
ISBN (Buch)
9783656133452
Dateigröße
980 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188554
Note
1,7
Schlagworte
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