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Gesundheitsorientiertes Ausdauertraining

Möglichkeiten der Intensitätsteuerung im Test

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 17 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ziele eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings

Trainingsmethoden und Inhalte

Trainingssteuerung

Empirische Untersuchung

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich vor dem Hintergrund des Seminars „Theoretische und praktische Aspekte des Ausdauertrainings“ mit dem Thema „Gesundheitssport“. Vor allem das gesundheitsorientierte Ausdauertraining gilt als enorm signifikant für das subjektive Wohlbefinden und für den Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit (vgl. Buskies, 1996, S. 10). Ein richtig geplantes und durchgeführtes Ausdauertraining kann zahlreiche positive physische, aber auch psychische Effekte auf den Organismus bewirken (vgl. Bös, 1998). Zunächst werden in dieser Arbeit theoretische Aspekte des gesundheitsorientierten Ausdauertrainings aus sportwissenschaftlicher Sicht dargestellt. Es werden grundlegende Zielsetzungen, Effekte, Trainingsmethoden, Inhalte und Steuerungsmöglichkeiten des gesundheitsorientierten Ausdauertrainings vorgestellt. Gerade die Trainingssteuerung ist für ein gesundheitsorientiertes Ausdauertraining von hoher Bedeutung, da durch eine gezielte Trainingssteuerung eine sinnvolle Durchführung und Planung des Trainings möglich wird und eventuelle kontraproduktive Überbelastungen ausgeschlossen werden können. Im empirischen Teil dieser Arbeit werden zwei Möglichkeiten der Trainingssteuerung praktisch überprüft. Zum einen wird die Steuerung mittels Herzfrequenz, zum anderen die Steuerung mittels subjektivem Belastungsempfinden überprüft. Gerade die Steuerung mittels Herzfrequenz gehört zu den populärsten Parametern bei der Dosierung von Belastungsintensitäten im Ausdauertraining (vgl. Buskies, 1996, S. 26). Zahlreiche Herzfrequenzformeln bilden Orientierungshilfen für die Planung und Durchführung des Ausdauertrainings. Eine der gängigsten Herzfrequenzformeln ist die Formel nach Hollmann 1983: Trainingsherzfrequenz = 180 minus Lebensalter (vgl. Buskies, 1996, S. 29). Geht man davon aus, dass trainingswirksame Reize bei einer Intensität zwischen 2 und 4 mmol/l gesetzt werden, so ist fraglich, ob diese Herzfrequenzformel sinnvolle Belastungsintensitäten vorgibt (vgl. Buskies, 1993, S. 568). Probanden wurden mit ihrer individuellen Trainingsherzfrequenz nach Hollmann auf einen Lauf von ca. 12 Minuten geschickt, anschließend wurden ihre Laktatwerte gemessen. Wäre die Formel zur Trainingssteuerung geeignet, so müssten die gemessenen Laktatwerte im Bereich zwischen 2 und 4 mmol/l liegen Die Steuerung mittels subjektivem Belastungsempfinden stellt die zweite gängige Möglichkeit der Trainingssteuerung im gesundheitsorientierten Ausdauertraining dar (vgl. Bös, 1998, S. 156). Um nach subjektivem Belastungsempfinden zu trainieren, werden keine technischen Geräte, wie beispielsweise Pulsmessgeräte, benötigt. Lediglich das subjektive Belastungsempfinden steuert die Intensität des Trainings, wobei häufig Skalierungen genutzt werden, die mit „Ankerbegriffen“ von „sehr leicht“ bis „sehr, sehr schwer“ verbunden werden (vgl. ebenda). Die am häufigst genutzte Skala ist die Borg-Skala (vgl. Bös, 1998, S. 156). Fraglich bleibt, ob Sportler mittels Borg-Skala geeignete Trainingsreize setzten können. Um die Wirksamkeit der Borg-Skala zu untersuchen, wurden Probanden mit Pulsuhren und der Belastungsvorgabe „11 leicht“ nach Borg-Skala auf einen Lauf von ca. 12 Minuten geschickt. Sollte die Trainingssteuerung mittels subjektivem Belastungsempfinden wirksam sein, so müssten sich die meisten Probanden im REKOM oder GA1 Trainingsbereich befinden, da diese Bereich häufig mit Intensitäten von „sehr leicht“ bis „leicht“ assoziiert werden (vgl. Hottenrott, 2002, S. 157 - 163). Insgesamt müssten daher die durchschnittlichen Herzfrequenzwerte in den Bereichen von 120 - 160 bpm liegen (vgl. Hottenrott, 2002, S. 157 - 163). Im Anschluss an diese empirische Untersuchung wird ein kurzes Fazit den Abschluss dieser Arbeit bilden.

Ziele eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings

Ein gesundheitsorientiertes Ausdauertraining ist neben den allgemeinen Zielsetzungen des Gesundheitssports mit spezifischen Zielsetzungen verbunden (vgl. Brehm, 2006, S. 21 - 32). Die allgemeinen Zielsetzungen des Gesundheitssports umfassen insgesamt sechs Kernziele (vgl. ebenda). Zunächst geht es um die „Stärkung der physischen Gesundheitsressourcen“. Gesundheitssport soll positive Effekte auf den Körper bewirken (vgl. Brehm, 2006, S. 22). Vor allem die konditionellen Eigenschaften sollen durch Sport positiv beeinträchtigt werden. Die „Verminderung von Risikofaktoren“ ist ein weiteres Kernziel des Gesundheitssports (vgl. Brehm, 2006, S. 24). Risikofaktoren, wie beispielsweise Übergewicht, sollen durch Sport weitestgehend vermindert oder abgebaut werden, wobei dieses Kernziel mit der „Stärkung der physischen Gesundheitsressourcen“ einhergeht. Die „Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen“ ist ein Kernziel, welches die psychischen und sozialen Wirkungen des Sport thematisiert (vgl. Brehm, 2006, S. 25). Sport soll das subjektive Wohlbefinden verbessern und darüber hinaus soziale Interaktionen, beispielsweise in Sportgruppen, anregen. Sport und dessen positive Wirkungen lassen sich demnach nicht nur auf physische Komponenten und Effekte reduzieren. Auch soziale Faktoren und Wirkungen können durch Sport gefördert werden. Das „Bewältigen von Beschwerden und Missbefinden“ bildet ein weiterer Kernziel des Gesundheitssports (vgl. Brehm, 2006, S. 27). Zivilisatorische Schäden, hervorgerufen durch die zunehmende Bewegungsarmut, sollen durch Sport gemildert oder behoben werden. So können beispielsweise Rückenschmerzen durch den Besuch einer Rückenschule gemindert werden und muskulären Dysbalancen durch gezielte Trainingsprogramme entgegengewirkt werden. Die „Bindung an gesundheitssportliches Verhalten“ ist ein Kernziel des Gesundheitssports, welches auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung anspielt (vgl. Brehm, 2006, S. 28). Gesundheitswirkungen können nur dann von dauerhafter Natur sein, wenn auch der Gesundheitssport längerfristig betrieben wird. Sport soll nicht nur temporär bei akuten Beschwerden durchgeführt werden, sondern längerfristig in die Lebenswelt integriert werden. Eine Veränderung des passiven Lebensstils hin zu einem aktiven Lebensstil kann eine Möglichkeit sein, den Sport längerfristig in die Alltagswelt zu integrieren. Die „Schaffung und Optimierung gesundheitsförderlicher Verhältnisse“ ist das letzte Kernziel des Gesundheitssports und thematisiert die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse (vgl. Brehm, 2006, S. 32). Der Gesundheitssport muss aktiv Nachwuchs ausbilden, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, mit Institutionen kooperieren und seinen Einfluss auf die Politik ausweiten (vgl. Brehm, 2006, S. 33). Die allgemeinen Zielsetzungen des Gesundheitssports lassen sich letztlich auch größtenteils auf das gesundheitsorientierte Ausdauertraining transferieren, wobei sich konkretisierte Zielsetzungen ergeben, die mit den Effekten und Wirkungen eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings korrelieren. Letztlich kann formuliert werden, dass die Auswirkungen eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings simultan dessen Zielsetzungen darstellen können. Tabelle 1 soll einen Überblick über die Auswirkungen eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings geben:

Tabelle 1: Auswirkungen eines gesundheitsorientierten Ausdauertraining:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656120834
ISBN (Buch)
9783656121237
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188465
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Institut für Sportwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Sport Medizin Belastungssteuerung Ausdauertraining Gesundheitssport Laktattest Laufen Borg Vergleich

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