Lade Inhalt...

P2P-Kreditmärkte als Finanzintermediäre

Eine empirische Analyse deutscher P2P-Kreditmärkte zur Beurteilung der Eignung als Finanzintermediäre

Doktorarbeit / Dissertation 2011 426 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Erster Teil: P2P-Kreditmärkte als Intermediäre bei der Privatkreditvergabe
A. P2P-Kreditmärkte
I. Grundlagen und begriffliche Abgrenzung
1. Einführende Beschreibung und Charakterisierung
a) Funktionsweise
b) Eigenverständnis
2. Einordnung als elektronische Marktplätze
a) Anwendbarkeit des Begriffs „elektronischer Marktplatz“
b) Spezifikation der Markteigenschaften
3. Definitionsbildung
a) P2P-Kredit
b) P2P-Kreditmarkt
II. Deutsche P2P-Kreditmärkte
1. Detaillierte Beschreibung des Kreditprozesses
a) auxmoney
b) smava
2. Klassifizierung und Vergleich mit P2P-Kreditmärkten weltweit
a) Marktausrichtung
b) Prozessgestaltung
c) Informationsmanagement
III. Stand der wissenschaftlichen Forschung
1. Veröffentlichungen über die P2P-Kreditmärkte Zopa (GB) und Prosper (USA)
a) Hulme und Wright, „Internet Based Social Lending: Past, Present and Future“
b) Herzenstein et al, „The democratization of personal consumer loans? - Determinants of success in online peer-to-peer loan auctions“
c) Freedman und Jin, „Do Social Networks Solve Information Problems for Peer-to-Peer Lending? Evidence from Prosper.com“
d) Berger und Gleisner, „Emergence of Financial Intermediaries on Electronic Markets: The Case of Online P2P Lending“
e) Pope und Sydnor, „What`s in a Picture? Evidence of Discrimination from Prosper.com“
f) Ravina, „Love & Loans: The Effect of Beauty and Personal Characteristics in Credit Markets“
g) Iyer et al., „Screening In New Credit Markets - Can Individual Lenders Infer Borrower Creditworthiness in Peer-to-Peer Lending?“
2. Veröffentlichungen über den deutschen P2P-Kreditmarkt smava
a) Blaesi, „P2P Kredite - Marktplätze für Privatkredite im Internet“
b) Böhme und Pötzsch, „Social Lending aus der Perspektive des Datenschutzes“
c) Böhme und Pötzsch, „Collective Exposure: Peer Effects in Voluntary Disclosure of Personal Data“
B. Finanzintermediation
I. Grundlagen der Finanzintermediation
1. Intermediation auf unvollkommenen Finanzmärkten
a) Definition des Finanzintermediärs
b) Funktionale Betrachtung der Finanzintermediation
2. Begründung für die Existenz von Finanzintermediären
a) Übersicht ausgewählter Erklärungsansätze
b) Praktische Analyse von Intermediation auf Finanzmärkten
II. Finanzintermediation durch deutsche P2P-Kreditmärkte
1. Finanzintermediationssystem und daran beteiligte Organisationen
2. Erfüllung der Finanzintermediationsfunktionen
a) Zahlungssystemfunktion
b) Losgrößentransformation
c) Fristentransformation
d) Risikotransformation
e) Informationsfunktion
3. Interpretation der bisherigen Ergebnisse
III. Offene Fragen zur Finanzintermediationsfähigkeit deutscher P2P- Kreditmärkte
1. Informationen
2. Risiken
3. Kosten und Erträge
C. Privatkredite
I. Bedarf und Verwendung von Informationen in Kreditbeziehungen
1. Prinzipal-Agent-Theorie als Modell der Beziehung zwischen privatem Kreditgeber und Kreditnehmer
a) Einführung
b) Informationsasymmetrien
2. Lösungsansätze für Probleme in Prinzipal-Agent-Beziehungen
a) Allgemeine Lösungsansätze und -übersicht
b) Abbau der Informationsasymmetrie
c) Änderung der Nutzenfunktion des Agenten
3. Entscheidungsfindung von Privatpersonen bei Kreditfinanzierungen
a) Informationen als Grundlage einer Entscheidung
b) Begrenzte Rationalität der Entscheider bei der Anwendung von Heuristiken
II. Identifikation und Umgang mit Risiken aus Sicht eines Kreditgebers
1. Entstehung von Risiken und deren Management
a) Unsicherheitssituationen und Risiko
b) Risikoanalyse
c) Risikopolitik
2. Spezielle Betrachtung des Kreditrisikos
a) Ausfallrisiko vs. Bonitätsrisiko
b) Risikomessung und -politik des Ausfallrisikos
3. Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten mithilfe von Scoring
a) Grundlagen zu Scoring/Rating
b) Schätzverfahren
III. Profitabilität eines Kreditgeschäfts
1. Transaktionskosten als Beurteilungsmaßstab für den Kreditprozess als Ganzes
2. Krediteinzelgeschäftskalkulation einer Bank
a) Deckungsbeitragsrechnung
b) Barwertermittlung mit der Marktzinsmethode
3. Berechnung des Effektivzinses nach der Preisangabenverordnung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gestaltungsdimensionen elektronischer Marktplätze

Abbildung 2: P2P-Kredite nach Teilnehmerbeziehungen

Abbildung 3: Kreditphasen auf deutschen P2P-Kreditmärkten

Abbildung 4: Ratenzahlung für lebende und ausgefallene Kredite (smava)

Abbildung 5: Klassifizierungskategorien von P2P-Kreditmärkten

Abbildung 6: Beteiligte Akteure bei P2P-Krediten inklusive der Informations- und Zahlungsströme

Abbildung 7: Systematisierung der Modelle zur Bonitätsbeurteilung

Abbildung 8: Absolute Anzahl und prozentualer Anteil vollständig finanzierter Kreditanträge im Zeitverlauf (smava-Kreditanträge)

Abbildung 9: Absolute Anzahl und prozentualer Anteil vollständig finanzierter Kreditanträge im Zeitverlauf (auxmoney)

Abbildung 10: Histogramm des Aufschlags auf den risikolosen Zinssatz (smava)

Abbildung 11: Boxplot des Aufschlags auf den risikolosen Zinssatz für die SCHUFA-Bonitätskategorien inkl. Mittelwerte (smava)

Abbildung 12: Differenz zwischen Nominalzinssatz und risikolosem Zinssatz im Zeitverlauf (smava)

Abbildung 13: Histogramm des Aufschlags auf den risikolosen Zinssatz (auxmoney)

Abbildung 14: Boxplot des Aufschlags auf den risikolosen Zinssatz für die SCHUFA-Bonitätskategorien inkl. Mittelwerte (auxmoney)

Abbildung 15: Ausfallquoten nach SCHUFA-Bonitätskategorien (smava)

Abbildung 16: Ausfallquoten nach KDF-Indikator (smava)

Abbildung 17. Monatliche Ausfallquote der Kredite mit einer aktuellen Laufzeit von mindestens 24 Monaten (smava)

Abbildung 18: Monatliche Ausfallquote und zugehörige Datenbasis (smava)

Abbildung 19: Monatliche Ausfallquote der Kredite mit einer aktuellen Laufzeit von mindestens 15 Monaten (auxmoney)

Abbildung 20: Monatliche Ausfallquote und zugehörige Datenbasis (auxmoney)

Abbildung 21: Boxplot der Zinsaufschläge für einzelne Kategorien der geschätzten Ausfallwahrscheinlichkeit bezogen auf die ersten

Abbildung 22: Realisierte und auf Basis der Regressionsgleichung geschätzte kumulierte Ausfallquote nach aktueller Kreditlaufzeit (smava) 203 Abbildung 23: Boxplot der Zinsaufschläge für einzelne Kategorien der geschätzten Ausfallwahrscheinlichkeit bezogen auf die ersten

Abbildung 24: Realisierte und auf Basis der Regressionsgleichung geschätzte kumulierte Ausfallquote nach aktueller Kreditlaufzeit (auxmoney)

Abbildung 25: Zustimmung/Ablehnung der Kreditgeber mit in Verzug befindlichen und/oder ausgefallenen P2P-Krediten zu der Aussage „Ich habe mich geärgert.“

Abbildung 26: Entwicklung von realer (bis Oktober 2010) und geschätzter Poolquoten (bis März 2015) für den Pool C60

Abbildung 27: Nettozinsmarge nach Risikokosten in Bezug auf den Nominalzinssatz (smava)

Abbildung 28: Boxplot der jährlichen Nettozinsmarge nach Risikokosten einer 500 EUR Investition für Kredite mit 36 Monaten Laufzeit (links) und 60 Monaten Kreditlaufzeit (rechts) (smava)

Abbildung 29: Nettozinsmarge nach Risikokosten einer 500 EUR Investition nach Finanzierungsmonat (smava)

Abbildung 30: Boxplot der jährlichen Nettozinsmarge nach Risikokosten einer 500 EUR Investition (auxmoney)

Abbildung 31: Nettozinsmargen nach Risikokosten in Bezug auf den Finanzierungsmonat einer 500 EUR Investition (auxmoney)

Abbildung 32: Effektivzinsatz nach PAngV (links) und Differenz zwischen dem Effektivzinssatz nach PAngV und dem Nominalzinssatz (rechts) (smava)

Abbildung 33: Effektivzinssatz nach PAngV (links) und Differenz zwischen dem Effektivzinssatz nach PAngV und dem Nominalzinssatz (rechts) (auxmoney)

Abbildung 34: Effektivzinssatz nach eigener Berechnung (links) und Differenz zwischen Effektivzinssatz nach eigener Berechnung und

Nominalzinssatz (rechts) (auxmoney)

Abbildung 35: Über den P2P-Kreditmarkt smava abgeschlossenes Kreditvolumen pro Monat in EUR

Abbildung 36: Über den P2P-Kreditmarkt auxmoney abgeschlossen]es Kreditvolumen pro Monat in EUR

Abbildung 37: Beispiel eines Kreditantrags (auxmoney) (Teil 1)

Abbildung 38: Beispiel eines Kreditantrags (auxmoney) (Teil 2)

Abbildung 39: Kreditprojekt - „auto“ (smava)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Lösungsansätze für Probleme in Prinzipal-Agent-Beziehungen - Theorie und Praxis bei Privatkrediten

Tabelle 2: Transaktionskostenarten in Bezug auf Privatkredite

Tabelle 3: Deckungsbeitragsschema für ein Aktivgeschäft (Kreditinstitut)

Tabelle 4: Barwertermittlung der Marktzinsmethode mithilfe von Zerobond- Abzinsungsfaktoren am Beispiel eines dreijährigen Privatkredits

Tabelle 5: Kreditspezifische Informationen (nur öffentliche) - Umfrageergebnisse

Tabelle 6: Umfang und Art der Kommunikation zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern

Tabelle 7: Bereitschaft der Kreditnehmer zur Veröffentlichung zusätzlicher Informationen

Tabelle 8: Einschätzung der eigenen Kenntnisse bezüglich des P2P- Kreditmarkts auxmoney bzw. smava

Tabelle 9: Zufriedenheit der Kreditnehmer und Kreditgeber mit auxmoney bzw. smava

Tabelle 10: Bekanntheitsgrad externer Webseiten mit zusätzlichem Informationsangebot über smava bzw. auxmoney

Tabelle 11: Nutzung technischer Hilfen bei der Kreditsuche

Tabelle 12: Bestimmte Eigenschaften/Bedingungen als Voraussetzung einer eventuellen Kreditvergabe

Tabelle 13: Die fünf am häufigsten erwähnten Kriterien bei der Frage nach der Kreditsuche

Tabelle 14: Bedingungen der Kreditgeber für ein mögliches Investment in einen Kredit (auxmoney)

Tabelle 15: Bedingungen der Kreditgeber für ein mögliches Investment in einen Kredit (smava)

Tabelle 16: Berücksichtigung von Kosten möglicher Kreditausfälle bei der Entscheidung in einen Kredit zu investieren

Tabelle 17: Bedeutung einzelner Informationen für die Schätzung der Ausfall- wahrscheinlichkeit eines Kredits (auxmoney)

Tabelle 18: Bedeutung einzelner Informationen für die Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredits (smava)

Tabelle 19: Kreditanträge nach Finanzierungskategorien (smava)

Tabelle 20: Finanzierungskategorie nach SCHUFA-Bonität (smava- Kreditanträge)

Tabelle 21: Prozentsätze der Kreditanträge mit und ohne individuelles Bild im Zeitverlauf (smava)

Tabelle 22: Absolute Abweichung vom durchschnittlichen Prozentsatz vollständiger Finanzierungen über alle Quartale für ausgewählte Kategorien kreditspezifischer Informationen (smava)

Tabelle 23: Kreditanträge nach Finanzierungskategorien (auxmoney)

Tabelle 24: Durchschnittliche Kreditbeträge, -laufzeiten und Startzinssätze (nominal) nach Beschäftigungsverhältnis (auxmoney)

Tabelle 25: Finanzierungskategorie nach SCHUFA-Bonität (auxmoney)

Tabelle 26: Absolute Abweichung vom durchschnittlichen Prozentsatz vollständiger Finanzierungen über alle Quartale für ausgewählte Kategorien kreditspezifischer Informationen (auxmoney)

Tabelle 27: Binär-logistische Regression - Finanzierungswahrscheinlichkeit (smava-Kreditanträge)

Tabelle 28: Klassifizierungstabelle der binär-logistischen Regressionsanalyse zur Annahmewahrscheinlichkeit von Kreditanträgen (smava)

Tabelle 29: Binär-logistische Regression - Finanzierungswahrscheinlichkeit 1 (auxmoney)

Tabelle 30: Binär-logistische Regression - Finanzierungswahrscheinlichkeit 2 (auxmoney)

Tabelle 31: Klassifizierungstabelle der binär-logistischen Regressionsanalyse zur Finanzierungswahrscheinlichkeit von Kreditanträgen (auxmoney)

Tabelle 32: Modellvariablen der schrittweisen linearen Regression der Differenz zwischen Nominalzinssatz und risikofreiem Zinssatz (smava)

Tabelle 33: Modellvariablen der schrittweisen linearen Regression der Differenz zwischen Nominalzinssatz und risikofreiem Zinssatz (auxmoney)

Tabelle 34: Ausfallquote nach Quartalen der Kreditfinanzierung (smava)

Tabelle 35: Binär-logistische Regression - realisierte Kreditausfälle innerhalb der ersten 15 Monate der Kreditlaufzeit (smava)

Tabelle 36: Binär-logistische Regression - realisierte Kreditausfälle aller Kredite (smava)

Tabelle 37: Klassifizierungstabelle der binär-logistischen Regressionsanalyse zur Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten (smava)

Tabelle 38: Binär-logistische Regression - realisierte Kreditausfälle (auxmoney)

Tabelle 39: Prozentualer Anteil der finanzierten Kredite nach SCHUFA- Bonitätskategorie und Beschäftigungsverhältnis (nur Selbstständige und Gesamt) (auxmoney)

Tabelle 40: Klassifizierungstabelle der binär-logistischen Regressionsanalyse zur Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten (auxmoney)

Tabelle 41: Realisierte und geschätzte Ausfallquoten sowie Aufschlag auf den risikolosen Zinssatz nach SCHUFA-Bonitätskategorie (smava)

Tabelle 42: Realisierte Ausfallquoten nach 8 Monaten Kreditlaufzeit pro Quartal der Finanzierung (smava)

Tabelle 43: Realisierte und geschätzte Ausfallquoten sowie Aufschlag auf den risikolosen Zinssatz nach SCHUFA-Bonitätskategorie (auxmoney)

Tabelle 44: Vergleich der Bedeutung einzelner Informationen (smava)

Tabelle 45: Vergleich der Bedeutung einzelner Informationen (auxmoney)

Tabelle 46: Variable Einzelkosten auf den deutschen P2P-Kreditmärkten, die gleichzeitig Auszahlungen sind (Stand 01.01.2010)

Tabelle 47: Gründe für ein Investment in P2P-Kredite aus Kreditgebersicht

Tabelle 48: Gründe für einen P2P-Kredit aus Kreditnehmersicht

Tabelle 49: Beispielrechnung zur Barwertberechnung nach der Marktzinsmethode - Nettobarwerte nach Risikokosten (smava)

Tabelle 50: Beispielrechnung zur Barwertberechnung nach der Marktzinsmethode - Nettozinsmargen nach Risikokosten (smava)

Tabelle 51: Beispielrechnung zur Barwertberechnung nach der Marktzinsmethode - Nettobarwerte nach Risikokosten (auxmoney)

Tabelle 52: Beispielrechnung zur Barwertberechnung nach der Marktzinsmethode - Nettozinsmargen nach Risikokosten (auxmoney)

Tabelle 53: Durchschnittliche Einnahmen des P2P-Kreditmarkts für einen Kreditantrag/-vertrag im 1. Quartal 2010

Tabelle 54: Prognose der Einnahmen für ein Jahr auf Basis der durchschnittlichen Werte aus dem 1. Quartal 2010 bei unterstellten mtl. Wachstumsraten

Tabelle 55: Kreditvolumen von Banken an deutsche Privatpersonen per 31.12.2010 nach Kreditlaufzeit

Tabelle 56: Vermitteltes Kreditvolumen der im Bankenfachverband e.V. organisierten Kreditbanken nach Vertriebswegen für die Jahre 2006 bis 2009

Tabelle 57: Ergebnisse der Befragung (Frage 1): Geschlecht

Tabelle 58: Ergebnisse der Befragung (Frage 2): Geburtsjahr/Alter

Tabelle 59: Ergebnisse der Befragung (Frage 3): Derzeitiges Beschäftigungsverhältnis

Tabelle 60: Ergebnisse der Befragung (Frage 4): Höchster erreichter Schulabschluss

Tabelle 61: Ergebnisse der Befragung (Frage 5 und 6): Haushaltsgröße

Tabelle 62: Ergebnisse der Befragung (Frage 7): Monatliches Haushaltsnettoeinkommen

Tabelle 63: Ergebnisse der Befragung (Frage 8): Kenntnisse im Bereich Geld/Finanzen

Tabelle 64: Ergebnisse der Befragung (Frage 9): Bereitschaft zum finanziellen Risiko

Tabelle 65: Ergebnisse der Befragung (Frage 11): Erlangung der Kenntnis vom P2P-Kreditmarkt

Tabelle 66: Ergebnisse der Befragung (Frage 12): Zeitpunkt der letzten Aktivität auf dem P2P-Kreditmarkt

Tabelle 67: Ergebnisse der Befragung (Frage 13): Gründe für einen Kreditantrag auf dem P2P-Kreditmarkt (Kreditnehmer)

Tabelle 68: Ergebnisse der Befragung (Frage 14): Gründe für eine Investment in P2P-Kredite (Kreditgeber)

Tabelle 69: Ergebnisse der Befragung (Frage 15): Status des Kreditantrags (Kreditnehmer)

Tabelle 70: Ergebnisse der Befragung (Frage 16): Status des Kredits (Kreditnehmer)

Tabelle 71: Ergebnisse der Befragung (Frage 17): Kreditanfragen außerhalb des P2P-Kreditmarkts (Kreditnehmer)

Tabelle 72: Ergebnisse der Befragung (Frage 18): Adressaten der Kreditanfragen außerhalb des P2P-Kreditmarkts (Kreditnehmer)

Tabelle 73: Ergebnisse der Befragung (Frage 19): Ergebnisse der Kreditanfragen außerhalb des P2P-Kreditmarkts (Kreditnehmer)

Tabelle 74: Ergebnisse der Befragung (Frage 20): Höhe der Schulden ohne P2P-Kredite und Immobilienfinanzierungen (Kreditnehmer)

Tabelle 75: Ergebnisse der Befragung (Frage 26): Zeitbedarf für das Verstehen der Funktionsweise des P2P-Kreditmarkts und für das Erstellen des Kreditantrags (Kreditnehmer)

Tabelle 76: Ergebnisse der Befragung (Frage 27): Häufigkeit der Supportanfragen (Kreditnehmer)

Tabelle 77: Ergebnisse der Befragung (Frage 29): Vertrauen in die eigene Rückzahlungsfähigkeit (Kreditnehmer)

Tabelle 78: Ergebnisse der Befragung (Frage 33): Lesen des freien Textes (Kreditgeber)

Tabelle 79: Ergebnisse der Befragung (Frage 33): Wichtigkeit einzelner Aspekte des freien Textes (Kreditgeber)

Tabelle 80: Ergebnisse der Befragung (Frage 38): Vorgehen bei der Auswahl eines Kreditantrags (auxmoney-Kreditgeber)

Tabelle 81: Ergebnisse der Befragung (Frage 38): Vorgehen bei der Auswahl eines Kreditantrags (smava-Kreditgeber)

Tabelle 82: Ergebnisse der Befragung (Frage 39): Zeitbedarf für das Verständnis des P2P-Kreditmarkts und für die Suche nach einem Kredit (Kreditgeber)

Tabelle 83: Ergebnisse der Befragung (Frage 40): Investiertes Kapital in P2P- Kredite (Kreditgeber)

Tabelle 84: Ergebnisse der Befragung (Frage 41): Anzahl an finanzierten P2P- Krediten (Kreditgeber)

Tabelle 85: Ergebnisse der Befragung (Frage 42): Status der finanzierten Kredite (auxmoney-Kreditgeber)

Tabelle 86: Ergebnisse der Befragung (Frage 42): Status der finanzierten Kredite (smava-Kreditgeber)

Tabelle 87: Ergebnisse der Befragung (Frage 43): Anteil der P2P-Kredite am Gesamtvermögen (Kreditgeber)

Tabelle 88: Ergebnisse der Befragung (Frage 44): Geschätzte(r) Nominalzinssatz, Ausfallwahrscheinlichkeit und jährliche Rendite (Kreditgeber)

Tabelle 89: Ergebnisse der Befragung (Frage 49): Reaktion auf in Verzug befindliche bzw. ausgefallene Kredite (Kreditgeber)

Tabelle 90: Beschreibung der unabhängige Variablen und deren Verwendung in den Regressionsanalysen (smava)

Tabelle 91: Beschreibung der unabhängige Variablen und deren Verwendung in den Regressionsanalysen (auxmoney)

Tabelle 92: Ergebnisse der deskriptiven Analysen (smava)

Tabelle 93: Ergebnisse der deskriptiven Analysen (auxmoney)

Tabelle 94: Hauptüberschuldungsauslöser nach Alter

Tabelle 95: Copingstrategien nach Anteil und Nutzungsgrad

Tabelle 96: Arvato Informer Score (auxmoney)

Tabelle 97: Creditreform Consumer Reporting (auxmoney)

Tabelle 98: SCHUFA-Score (auxmoney)

Tabelle 99: Erwarteter Risikoaufschlag nach SCHUFA-Bonitätskategorie (smava)

Tabelle 100: Scorecard für Spezialkreditinstitute (smava)

Tabelle 101: Kapitaldienstfähigkeits-Indikator (smava)

Tabelle 102: Ereignisse seit Bestehen von auxmoney in chronologischer Reihenfolge

Einleitung

Einen Kredit zu erhalten, erscheint als Privatperson heute so einfach zu sein, wie noch nie: Elektronikmärkte werben mit einer „Null-Prozent-Finanzierung“ für den nächsten Fernsehkauf, der Autohändler legt den unterschriftsreifen Leasingvertrag direkt neben den Kaufvertrag und selbst für einen Bücherkauf kann eine bequeme Ratenzahlung vereinbart werden.1 Doch selbst bei diesen verlockenden Angeboten darf angenommen werden, dass die kreditgebende Bank die ihr entstehenden Kosten zurückverdienen und darüber hinaus einen Gewinn erwirtschaften möchte. Unter diese Kosten fallen dabei auch die zu zahlenden Zinsen für eine Gegenfinanzierung. So zahlt bspw. eine Auto- bank für die bei ihr angelegten Tagesgelder Zinsen an private Anleger und nutzt das Kapital der Tagesgelder zur Finanzierung der Leasingverträge. Letztendlich erhält dabei die eine Privatperson (Autokäufer/Leasingnehmer) über den Umweg einer Bank (Auto- bank/Leasinggeber) das Geld von einer anderen Privatperson (Tagesgeldinhaber). Wa- rum aber sollte es nicht möglich sein, das Geld direkt von der einen Privatperson an die andere Person zu verleihen, ohne dass ein Dritter daran mitverdient?

Dieser Idee der direkten Kreditvergabe von Privatperson zu Privatperson folgen die in dieser Arbeit zu untersuchenden deutschen P2P-Kreditmärkte smava und auxmoney: Sie bieten über das Internet privaten Kreditnehmern die Möglichkeit, einen Kreditantrag zu veröffentlichen, der von einem oder mehreren Kreditgebern finanziert werden kann. Dabei ist eine Finanzierung nur dann erfolgreich, wenn sich genügend private Kreditge- ber für einen Kreditantrag finden lassen. Die privaten Kreditgeber tragen auch das Ver- lustrisiko, falls der Kreditnehmer seine Kreditraten nicht mehr zahlen kann. Sie sind daher daran interessiert die angebotenen Kreditanträge anhand der zur Verfügung ge- stellten Informationen genau zu prüfen, um ihre Rendite unter Beachtung der möglichen Verluste zu optimieren.

Der P2P-Kreditmarkt ist anstelle der bisherigen Bank Vermittler zwischen Kapitalange- bot und -nachfrage und damit ein sog. Finanzintermediär. Die entscheidende Frage hierbei ist, inwiefern der P2P-Kreditmarkt die Funktionen eines Finanzintermediärs überhaupt erfüllen kann. Dieser Frage soll anhand einer empirischen Analyse des deut- schen P2P-Kreditmarkts nachgegangen werden. Hierdurch wird nicht nur der diesbe- zügliche aktuelle Stand für die untersuchten deutschen P2P-Kreditmärkte ermittelt, sondern auch durch eine Diskussion und Weiterentwicklung der derzeitigen Umsetzung die generelle Eignung von P2P-Kreditmärkten als Finanzintermediär kritisch hinter- fragt.

Um dieses Ziel zu erreichen, gliedert sich die Arbeit in drei aufeinander aufbauende Teile: Der erste Teil beginnt mit einer Einführung in die Thematik der P2P-Kredite und der zugehörigen P2P-Kreditmärkte. Aus einer groben Beschreibung der P2P- Kreditmärkte im Allgemeinen und dem Selbstbild ausgewählter P2P-Kreditmärkte heraus wird Schritt für Schritt eine Definition für P2P-Kredite und P2P-Kreditmärkte erarbeitet. Es folgt die detaillierte Schilderung der Funktionsweise von smava und auxmoney, die ergänzt um die Ausgestaltung exemplarischer P2P-Kreditmärkte eine Klassifizierung bestehender P2P-Kreditmärkte ermöglichen soll. Durch diese Klassifi- zierung werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Märkte ersichtlich, die der besseren Einordnung der anschließend kurz zusammengefassten wissenschaftlichen Literatur über P2P-Kreditmärkte dienen. Das zweite Kapitel nähert sich der Fragestel- lung der Arbeit von der theoretischen Seite: Die Funktionen der Finanzintermediation und die daraus abgeleitete Existenzberechtigung für Finanzintermediäre werden vorge- stellt und auf die deutschen P2P-Kreditmärkte angewandt. Dieser praktische Bezug auf die P2P-Kreditmärkte smava und auxmoney führt im Ergebnis zu der Ausformulierung von konkreten Fragestellungen, die im empirischen Teil der Arbeit untersucht werden. Bevor damit jedoch begonnen werden kann, sind im dritten Kapitel zunächst weitere Grundlagen zu den Oberbegriffen Informationen in Kreditbeziehungen, dem Umgang mit Risiken und der Profitabilität von P2P-Krediten zu legen.

Diesen drei Themen werden dann im zweiten Teil der Arbeit separate Kapitel gewid- met: Welche Informationen auf den P2P-Kreditmärkten smava und auxmoney verfügbar sind und wie diese von den Marktteilnehmern eingeschätzt und genutzt werden, ist Inhalt des ersten Kapitels. Dieses endet mit einer Regressionsanalyse der Annahme- wahrscheinlichkeit von veröffentlichten Kreditanträgen, um den Einfluss der jeweiligen Informationen auf die Entscheidungsfindung statistisch zu verifizieren. Die Informatio- nen werden außerdem von den Kreditgebern zur Einschätzung des Ausfallrisikos ver- wendet. Zu Beginn des zweiten Kapitels wird deshalb mit der Untersuchung des Auf- schlags auf den risikolosen Zinssatz fortgefahren. Dem folgt die Analyse der realen Ausfälle unter den deutschen P2P-Krediten, deren Ergebnis in Form einer Regressions- gleichung als Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit in einem bestimmten Monat herangezogen werden kann. Die bis dahin verfügbaren Resultate in Form von durch die Kreditgeber geschätzten Zinsaufschlägen und realen Ausfallquoten werden gegenüber- gestellt und die als erklärende Variablen identifizierten Informationen im Gesamtzu- sammenhang betrachtet. Als letztes Kapitel werden die Kosten und Erträge sowie der daraus resultierende Profit der einzelnen Beteiligten an einem P2P-Kredit näher betrach- tet. Die Kalkulation der Nettozinsmarge nach Risikokosten für den Kreditgeber, des Effektivzinssatzes für den Kreditnehmer und die Einnahmesituation für den P2P- Kreditmarkt runden den zweiten Teil der Arbeit ab.

Im dritten Teil werden die Ergebnisse der empirischen Analyse mit den theoretischen Erkenntnissen zusammengebracht, um die aufgestellten Fragestellungen des ersten Teils beantworten zu können. Diese Überprüfung geschieht innerhalb des ersten Kapitels, indem die P2P-Kreditmärkte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: Be- ginnend mit den Finanzintermediationsfunktionen über die praktische Sicht der privaten Kreditnehmer und -geber sowie dem P2P-Kreditmarkt als Unternehmen hin zu einem Gesamturteil des aktuellen Stands der deutschen P2P-Kreditmärkte. Die Ergebnisse des ersten Kapitels aufgreifend werden im zweiten Kapitel für die derzeitigen Schwachstel- len der deutschen P2P-Kreditmärkte Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt, die eine Weiterentwicklung der P2P-Kreditmärkte ermöglichen sollen. Das dritte Kapitel schließt die Arbeit ab, indem die Konkurrenzsituation von P2P-Kreditmärkten zu ande- ren Anbietern von Privatkrediten beleuchtet wird und zwei Zukunftsszenarien für die P2P-Kreditmärkte auf der Basis der vorgeschlagenen einzelnen Verbesserungsideen entworfen werden. Die Beurteilung der derzeitigen und zukünftigen Finanzintermedia- tionsfähigkeit der deutschen P2P-Kreditmärkte rundet als letzter Abschnitt die vorlie- gende Arbeit ab.

Erster Teil: P2P-Kreditmärkte als Intermediäre bei der Privatkreditvergabe

A. P2P-Kreditmärkte

I. Grundlagen und begriffliche Abgrenzung

In der Einleitung wurde das grundsätzliche Prinzip der P2P-Kredite, eine direkte Kre- ditbeziehung zwischen Kapitalgeber und Kapitalnehmer zu ermöglichen, bereits kurz skizziert. Eine genauere Definition des Begriffs P2P-Kredit und der dazugehörenden P2P-Kreditmärkte ist jedoch notwendig, um eine klarere Abgrenzung gegenüber ande- ren Kreditformen und -märkten zu gewährleisten. Durch eine detailliertere Beschrei- bung der Funktionsweise sowie ausgewählter Selbstdarstellungen von P2P-Kredit- märkten werden zunächst wichtige Eigenschaften von P2P-Kreditmärkten identifiziert. Diese führen zu dem Begriff des elektronischen Marktes, der die Grundlage für die späteren Definitionen der P2P-Kredite und P2P-Kreditmärkte darstellt.

1. Einführende Beschreibung und Charakterisierung
a) Funktionsweise

Der erste P2P-Kreditmarkt der Welt Zopa wurde im März 2005 in Großbritannien ge- gründet.1 Seitdem hat sich eine Vielzahl weiterer P2P-Kreditmärkte in verschiedenen Ländern gebildet, deren Geschäftsmodelle und Vorgehen sich teilweise erheblich von- einander unterscheiden.2 Grundsätzlich orientieren sie sich aber alle an dem Ziel von Zopa, ein „online marketplace where people meet to lend and borrow“3 zu sein.

Auf einem derartigen Marktplatz können Privatpersonen einen Kreditantrag stellen, der dann durch andere Privatpersonen ganz oder anteilig finanziert werden kann. Dabei wird der Kreditantrag in anonymisierter Form über den P2P-Kreditmarkt im Internet veröffentlicht und kann von potenziellen Kreditgebern eingesehen werden. Die veröf- fentlichten Informationen differieren je nach P2P-Kreditmarkt im Detail, enthalten aber i. d. R. Angaben über den gewünschten Kredit (wie z. B. Zinssatz, Kreditbetrag und Laufzeit), Aussagen über die Bonität1 des Kreditnehmers (wie z. B. Haushaltsüber- schuss, Scorewerte2 ) und freiwillige Zusatzinformationen des Kreditnehmers (wie z. B. Verwendungszweck des Kredits, Erklärung der persönlichen Lebensumstände). Kredit- geber legen den Betrag fest, den sie finanzieren möchten, und falls der gesamte Kredit- betrag finanziert wurde, kommt ein entsprechender Kreditvertrag zwischen Kreditneh- mer und Kreditgebern zustande. Bei dem Kredit handelt es sich um ein unterjähriges Annuitätendarlehen, das dementsprechend in festen monatlichen Raten zurückzuzahlen ist. Alle notwendigen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Kreditantrag wie z. B. die Prüfung von Einkommensnachweisen und der späteren laufenden Serviceleistungen wie Zahlungseinzügen, Kontoauszügen etc. erfolgt dabei über den P2P-Kreditmarkt selbst oder über eine Partnerbank. Im Falle eines mehrfachen Zahlungsverzugs eines Kredit- nehmers wird die Forderung zumeist direkt an ein Inkassounternehmen zu vorher ver- einbarten Konditionen verkauft.3

b) Eigenverständnis

Die geschilderte Funktionsweise gibt einen ersten Einblick in die Eigenschaften eines P2P-Kreditmarkts, die durch die Aussagen der P2P-Kreditmärkte über sich selbst er- gänzt und geschärft werden können: Ähnlich wie Zopa spricht der deutsche P2P- Kreditmarkt smava den Begriff des Marktplatzes an, indem er sich als „Online- Marktplatz für Kredite von Mensch zu Mensch“4 definiert. Ergänzt wird der Begriff durch den Zusatz „online“, der auch von dem zweiten deutschen P2P-Kreditmarkt auxmoney in seiner Selbstbeschreibung als „Online-Plattform für Kredite“5 mit ein- fließt. auxmoney spricht jedoch im Gegensatz zu smava nicht explizit von einem Marktplatz, sondern von einer Plattform. Ebenfalls ohne explizite Nennung des Wortes Marktplatz sind die Beschreibungen von Virgin Money („manages personal loans between relatives and friends“)6 und Kiva („micro-lending website“)7, zwei weiteren P2P-Kreditmärkten. Der Vergleich mit einer anderen im Internet befindlichen Plattform (bzw. Marktplatz) liegt nahe: Sowohl smava als auch der US-amerikanische Anbieter Prosper nennen eBay als Vergleich.1 So schreibt Prosper über diesen Vergleich: „In- stead of listing and bidding on items, people and institutions list and bid on loans using Prosper's online auction platform.“2. Hier wird darauf hingewiesen, dass im Unterschied zu den P2P-Kreditmärkten, auf denen Geld verliehen wird, auf eBay Güter verkauft bzw. versteigert werden. Prosper hebt jedoch das gemeinsame Auktionsverfahren her- vor, eine Eigenschaft, die jedoch nicht von allen P2P-Kreditmärkten genannt wird.

Eine weitere Gemeinsamkeit vieler Beschreibungen ist die Erwähnung, dass es sich bei den Vertragspartnern der P2P-Kreditmärkte um „Menschen“3 (smava) bzw. „people“4 (Zopa und Prosper) und „Privatpersonen“5 (auxmoney) bzw. „persons“6 (Kiva) handelt. Bei Virgin Money wird dies weiter konkretisiert, indem nicht nur von natürlichen Per- sonen, sondern gar von „relatives and friends“7 die Rede ist. Prosper erweitert dagegen die Menge indem der Anbieter von „people and institutions“8 spricht. Der P2P- Kreditmarkt Lending Club spricht in diesem Zusammenhang von sich als „social lending network that brings together investors and creditworthy borrowers“9 und betont so den Charakter eines Netzwerkes bei der Zusammenführung von Investoren und Kre- ditnehmern.

Besonders auffällig ist in vielen Beschreibungen die direkte Vermittlung zwischen den Kreditgebern und Kreditnehmern ohne eine zwischengeschaltete Institution. So wird von „people-to-people lending marketplace“10 (Prosper) bzw. noch deutlicher von „per- son-to-person micro-lending website, empowering individuals to lend directly [Herv. durch Verf.] to unique entrepreneurs around the globe“11 (Kiva) gesprochen, womit gleichzeitig zwei mögliche Bedeutungen der Abkürzung P2P gegeben sind.

In der wissenschaftlichen Literatur, die sich direkt auf P2P-Kredite bezieht und die in der kurzen Zeit seit Bestehen der P2P-Kreditmärkte veröffentlicht wurde, finden sich in Ergänzung hierzu einige weitere Beschreibungen von P2P-Kreditmärkten wie z. B. bei HERZENSTEIN ET AL. : „These sites host and facilitate peer-to-peer (P2P) loan auctions in which individual consumers borrow from, and lend money to one another by means of unsecured personal loans ...“.12 Es finden sich die aus dem vorherigen Abschnitt be- kannten Aspekte von P2P-Kreditmärkten mit dem Zusatz wieder, dass es sich um unbesicherte Privatkredite handelt. POPE/SYDNOR greifen den Begriff des Marktes ohne die Zwischenschaltung einer Bank auf, indem sie schreiben: „Peer-to-peer lending is an alternative credit market that allows individual borrowers and lenders to engage in credit transactions without traditional banking intermediaries.“1 Und für BERGER/GLEISNER sind „electronic lending platforms [...] electronic markets that mediate between borrowers and lenders of loans.“2

2. Einordnung als elektronische Marktplätze
a) Anwendbarkeit des Begriffs „elektronischer Marktplatz“

Sowohl bei den wissenschaftlichen als auch bei den Selbstdarstellungen der P2P- Kreditmärkte wird immer wieder der Markt als ein zentrales Element der Definitionen genannt. Der Markt wird dabei als „ein ökonomischer Ort, auf dem Güterangebot und -nachfrage zusammentreffen“3 verstanden. Auf einem P2P-Kreditmarkt treffen Angebot in Form von zu finanzierenden Kreditanträgen und Nachfrage in Form von zu investie- rendem Kapitel der Kapitalgeber aufeinander, sodass hier korrekterweise von einem Markt gesprochen werden kann. Der abstrakte Begriff des ökonomischen Ortes kann in Form eines Marktplatzes weiter konkretisiert werden: „A marketplace as a historically evolved institution allows customers and suppliers to meet at a certain place and at a certain time in order to communicate and to announce buying or selling intentions, which eventually match and may be settled.“4 Ort und Zeit werden hier explizit erwähnt und können für den Fall der P2P-Kreditmärkte wie folgt bestimmt werden: Als Ort dient die Webseite des P2P-Kreditmarktbetreibers im Internet, die (theoretisch) rund um die Uhr erreichbar ist. Es handelt sich demnach nicht um einen physischen, sondern um einen virtuellen Ort, der zudem nicht an eine feste (Handels-)Zeit gebunden ist. Dies führt zu der Definition des elektronischen Marktplatzes , der einen „... virtual place where buyers and sellers meet to exchange goods and services ...“5 repräsentiert. Diese Definition entspricht einer Definition im weiteren Sinne wie sie WANG ET AL. für die elektronischen Märkte sehen, die darunter „all the electronically connected buyers and sellers“6 verstehen. Dabei kann der elektronische Markt auch als „... interorganizational information system that allows the participating buyers and sellers to exchange informa- tion about prices and product offerings“7 aufgefasst werden. Hierbei wird explizit der Begriff des Informationssystems verwendet, um zu zeigen, dass es sich bei dem Markt um ein komplexes System aus Menschen, Aufgaben und Technik handelt, das auch verschiedene Organisationen umfassen kann.1 Ein solcher elektronischer Markt setzt dabei auch den Betrieb und die Organisation durch einen Anbieter voraus.2 Für P2P- Kreditmärkte sind diese Bedingungen erfüllt: Der virtuelle Marktplatz im Internet wird durch einen Anbieter betrieben, der darüber hinaus das gesamte System zur Deckung des Informationsbedarfes der beteiligten Personen koordiniert. P2P-Kreditmärkte genügen daher der Definition eines elektronischen Marktes.3

b) Spezifikation der Markteigenschaften

Ein elektronischer Markt kann anhand verschiedener Kriterien weiter spezifiziert werden. Als mögliche Gestaltungsdimensionen nennt SCHWICKERT/PFEIFFER , die in der folgenden Abbildung dargestellten Dimensionen Teilnehmerbeziehungen, Koordinationsfunktion/Preisbildung und sachliche Gliederung:4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gestaltungsdimensionen elektronischer Marktplätze

[...]


1 Vgl. Geld-Magazin (2010); GfK (2010); Pfeifer, S. (2009).

1 Vgl. Zopa Ltd. (o. J.a).

2 Vgl. Lehmann, C. (2009d) für eine weltweite Übersicht der P2P-Kreditmärkte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

3 Zopa Ltd. (o. J.b).

1 Unter dem Begriff Bonität (Kreditwürdigkeit) wird hier und im weiteren Verlauf der Arbeit in Anleh- nung an die Bankpraxis die persönliche und materielle Fähigkeit eines Kreditnehmers verstanden, Kreditverpflichtungen vertragsgemäß zu erfüllen; vgl. Grill, H. et al. (2009), S. 361. Für eine Diskus- sion der fehlenden wissenschaftlichen Definition der Begriffe Bonität und Kreditwürdigkeit sowie de- ren synonyme Verwendung vgl. Wolferink, C. (2005), S. 13.

2 Mit einem Scorewert wird die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kreditnehmers angezeigt. Siehe auch erster Teil, C.II.3., für eine detaillierte Erklärung des Scorings.

3 Der hier beschriebene Vorgang ist lediglich eine kurze, vereinfachende Beschreibung der Funktions- weise in Anlehnung an den P2P-Kreditmarkt smava. Für Details zu smava siehe auch erster Teil, A.II.1.b), und im Vergleich hierzu die Informationen im direkt daran anschließenden Abschnitt im ers- ten Teil, A.II.2., für die internationalen P2P-Kreditmärkte.

4 smava GmbH (o. J.p).

5 auxmoney GmbH (o. J.i).

6 Virgin Money (o. J.).

7 Kiva (o. J.).

5 auxmoney GmbH (o. J.i).

1 Vgl. smava GmbH (o. J.p) und Prosper Marketplace Incorporation (o. J.a).

2 Prosper Marketplace Incorporation (o. J.a).

3 smava GmbH (o. J.p).

4 Zopa Ltd. (o. J.b) und Prosper Marketplace Incorporation (o. J.a).

6 Kiva (o. J.).

7 Virgin Money (o. J.).

8 Prosper Marketplace Incorporation (o. J.a).

9 Lending Club (o. J.b).

10 Prosper Marketplace Incorporation (o. J.a).

11 Kiva (o. J.).

12 Herzenstein, M. et al. (2008), S. 3.

1 Pope, D. G. et al. (2008), S. 5.

2 Berger, S. et al. (2009), S. 41.

3 Picot, A. et al. (2003), S. 30; vgl. bspw. auch Wöhe, G. et al. (2008), S. 414 oder Oberender, P. (2008), S. 512.

4 Grieger, M. (2003), S. 282.

5 Segev, A. et al. (1999), S. 138.

6 Wang, S. et al. (2008), S. 556.

7 Bakos, J. Y. (1991), S. 296.

1 Vgl. Heinrich, L. J. et al. (2004), S. 319.

2 Vgl. Schwickert, A. C. et al. (2000), S. 5.

3 Für eine umfangreichere Auswahl an Definitionen des elektronischen Marktes siehe auch Grieger, M. (2003), Table 1 auf S. 282.

4 Schwickert, A. C. et al. (2000), S. 10, Abb. 3.

Details

Seiten
426
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656120636
ISBN (Buch)
9783656121497
Dateigröße
7.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188355
Institution / Hochschule
Universität Basel – Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel
Note
magna cum laude
Schlagworte
P2P-Kreditmarkt P2P-Kredit Privatkredit Finanzintermediation auxmoney smava

Autor

Zurück

Titel: P2P-Kreditmärkte als Finanzintermediäre