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Don Juan - von Mozart bis heute

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 22 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Einleitung

1. Mozart und da Ponte „Don Giovanni“

2. Max Frisch „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“

3. Jean Black White „Don Juan DeMarco“

4. Vergleich der Charaktere
4.1 Don Giovanni – Don Juan – Don Juan DeMarco
4.2 Donna Anna – Donna Anna – Doña Ana
4.3 Weitere Frauentypen – Donna Elvira und Miranda
4.4 Don Ottavio – Don Roderigo – Don Octavio del Flores/Dr. Jack Mickler

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Einleitung

Don Juan ist keine historische Figur, sondern ein literarischer Typus. Generationen von Autoren haben über ihn bereits Bücher, Gedichte, Opern, etc. verfasst. Zurückzuführen sind diese Werke auf ein Theaterstück von 1613. Dies schrieb der spanische Mönch Gabriel Tellez unter dem Pseudonym Tirso de Molina: ‚El burlador de Sevilla y convidado de piedra’.

Don Juan ist ein Rebell, der die vorherrschende Gesellschaftsordnung in Frage stellt. Er lebt aus dem Augenblick heraus und ist durch sinnlich-erotische Spontaneität gekennzeichnet. Tirso de Molina schrieb dieses Stück als moralische Zurechtweisung für seine Zeitgenossen. Sie sollten erkennen, dass jeder Sünde eine Bestrafung folgt. Das Stück erzählt die Geschichte eines Mannes Don Juan, der, nachdem er verschiedene Frauen verführt und deren Ehre aufs Spiel gesetzt hat, gewissenlos deren Väter oder Ehemänner in Duellen tötet. Selbst während er auf der Flucht ist, kann er es nicht lassen, Frauen zu verführen und je zurückhaltender sie sind, desto mehr will er sie. Als Don Juan wieder in seinen Heimatort zurückkehrt, wird er letztendlich von einem steinernen Standbild, das ein von ihm im Duell getöteten Vater einer der verführten Frauen darstellt, in die Hölle hinuntergezogen. Der Vater gilt damit als Richter Gottes für Don Juan.

Diese Arbeit will nun einen genaueren Blick auf die, in dieser Tradition stehenden Bearbeitungen in der Literatur, respektive Film, besonders des 20. Jahrhunderts werfen. Verglichen werden sollen Mozarts, beziehungsweise da Pontes, „Don Giovanni“, als eine frühe, und für die Tradition wichtige, Fassung des Themas. Durch diese Oper hat Don Juan, so wird behauptet, seine heutige Berühmtheit erlangt. Als Beispiele des 20. Jahrhunderts werden Max Frischs „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“ als literarische Fassung und der Film „Don Juan DeMarco“ mit einer Buchversion von Jean Black White, nach dem Drehbuch von Jeremy Leven, genauer betrachtet. Nicht nur, dass diese drei Stücke aus unterschiedlichen Zeiten stammen, sie sind auch verschieden durch ihre Medien: Oper, Bühnenstück und Film. Die Werke werden im Hinblick auf ihre vergleichbaren Figurentypen und einzelner zentraler Szenen genauer analysiert.

1. Mozart und da Ponte „Don Giovanni“

Die Oper „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart, mit dem Libretto von Andrea da Ponte, wurde am 29. Oktober 1787 in Prag uraufgeführt, allerdings musste die Aufführung zweimal verschoben werden, da Mozart die Oper in Prag noch nicht fertig gestellt hatte. Es ist eine Opera buffa in zwei Akten.

Die Oper 'Don Giovanni' handelt von einem Frauenverführer, der stets auf der Suche nach neuen Abenteuern ist, für den dafür kein Aufwand zu groß ist und der am Ende wegen seiner unbereuten Taten stirbt. Sie beginnt mit der Verführung Donna Annas’ durch Don Giovanni, welche eskaliert, als auf ihren Hilferuf ihr Vater, der Komtur, auftaucht und im Duell mit Don Giovanni stirbt. Don Giovanni, der unerkannt bleibt, kann fliehen. Daraufhin erscheint Donna Annas’ Verlobter Don Ottavio und gemeinsam schwören sie den Mord zu rächen. So ist das Folgende geprägt von der Suche nach dem ‚Mörder’, aber auch durch die amourösen Abenteuer des titelgebenden Protagonisten. Er trifft auf Donna Elvira, eine verflossene Liebschaft, die ihn beschimpft, weil er sie verlassen hat. Doch Don Giovanni überlässt es seinem Diener Leporello sich mit ihr auseinander zu setzen. Dieser berichtet Donna Elvira schonungslos von Don Giovannis Register über dessen Verführungen. Die Begegnung mit ihr hindert Don Giovanni nicht daran, sich weiter nach anderen Frauen umzusehen. Auf einer Bauernhochzeit trifft er Zerlina, die Braut. Der Verlobte Masetto sieht dies zwar, kann jedoch aufgrund der Standesunterschiede nichts unternehmen. Don Giovanni lädt die gesamte Gesellschaft auf sein Schloss ein und schickt alle außer Zerlina vor, so dass er sich in Ruhe mit ihrer Verführung befassen kann, doch die beiden werden von Donna Elvira gestört. Kurz darauf treffen Donna Anna und Don Ottavio nichtsahnend auf den Protagonisten und bitten um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder des Komturs. Donna Elvira stößt erneut hinzu und versucht Donna Anna und Don Ottavio von der Wahrheit zu überzeugen. Beide hin und hergerissen wissen nicht, wem sie glauben schenken sollen, doch Donna Anna erkennt die Stimme ihres Verführers wieder.

Im zweiten Akt tauschen Don Giovanni und Leporello die Kleider, damit Don Giovanni als Leporello verkleidet sich Donna Elviras Hausmädchen nähern kann, wobei Leporello als Don Giovanni verkleidet Donna Elvira abzulenken versucht. Jedoch wird der verkleidete Don Giovanni von Masetto aufgehalten, der den Verführer seiner Frau ermorden will. Doch Don Giovanni spielt seine Rolle als unglücklicher Diener seines Herrn so überzeugend, dass er Masetto die Waffen aushändigt und ihn verprügelt. Währenddessen treffen andere Verfolger Don Giovannis auf den verkleideten Leporello, den sie für den Verführer halten. Leporello gibt sich zu erkennen und nutzt die Verwirrung, um zu fliehen.

Don Giovanni und Leporello treffen sich auf dem Friedhof wieder, wo die Stimme der steinernen Statue des dort begrabenen Komturs ertönt und Don Giovanni zur Ruhe ermahnt. Übermütig lädt Don Giovanni die steinerne Statue zum Abendessen zu sich ein, worauf diese die Einladung annimmt.

Donna Elvira, die von ihm nicht loskommt, bittet ihn sein Leben zu ändern. Don Giovanni reagiert mit Spott und auch der kurz darauf erscheinende steinerne Komtur kann ihn nicht zur Reue bewegen. So fährt Don Giovanni in die Hölle hinab.

2. Max Frisch „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“

Die Komödie „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“ wurde im Mai 1953 sowohl in Zürich als auch in Berlin uraufgeführt. Im Mittelpunkt steht ein Don Juan, der nur eine Liebe kennt und zwar die zur Geometrie. Für ihn ist es unvorstellbar, eine Frau zu lieben. Obwohl ihn sein Vater verschiedentlich ins Bordell mitnimmt, spielt er dort nur Schach. Er glaubt, ohne jede Liebe, ohne näheren Kontakt zu Menschen glücklich werden zu können. Max Frisch lässt seinen Protagonisten nach einigen Wirren genau an dieser Hybris scheitern - allerdings im Sinne einer Komödie. Don Juan wird - wie könnte es anders sein - doch noch zum Frauenheld, der alle seine früheren Ideale vergessen hat.

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Details

Seiten
22
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656119272
ISBN (Buch)
9783656119630
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188329
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Germanistisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Don Juan Mozart Max Frisch Don Giovanni

Autor

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Titel: Don Juan - von Mozart bis heute