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Preisbildung und Spekulation auf dem Rohstoffmarkt von Gold

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 21 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtliche Entwicklung des Goldpreises
2.1 Das Währungssystem von Bretton Woods
2.2 Goldpool
2.3 Goldmarkt

3 Einflussfaktoren des Goldpreises
3.1 Nachfragefaktoren
3.1.1 Art und Anteil der Nachfrager am Gesamtvolumen
3.1.2 Kurs des US-Dollars
3.1.3 Inflation
3.1.4 Krisen
3.2 Angebotsfaktoren
3.2.1 Art und Anteil der Anbieter am Gesamtvolumen
3.2.2 Zentralbanken und der Internationale Währungsfonds
3.2.3 Goldrecycling
3.2.4 Minenförderung
3.3 Spekulation
3.3.1 Spekulation am Goldmarkt
3.3.2 Wirkungen der Spekulation auf den Goldmarkt

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 EINLEITUNG

Das Edelmetall Gold erfüllt eine „güterwirtschaftliche und eine monetäre Funktion“1. Es wird dank einer Reihe von Eigenschaften (Reinheit, Formbarkeit, Geschmeidigkeit, Teilbarkeit, Schwere) vielfältigen kunstgewerblichen, technischen, medizinischen und ähnlichen Zwecken zugeführt. Im Kunstgewerbe wird Gold nicht allein aus ästhetischen Gründen, sondern auch aus Wertaufbewahrungsgründen genutzt. In dieser Funktion als Anlagemedium steht Gold bereits in monetären Diensten, welche diesem im Laufe der Zeit eine Qualität und Reputation eigener Art verliehen hat.2

Diese Seminararbeit befasst sich zunächst mit signifikanten Ereignissen in Bezug auf die historische Entwicklung des Goldpreises. Denn das Währungssystem von Bretton Woods und der Goldpool haben den gegenwärtigen Rohstoffmarkt für Gold maßgeblich beeinflusst und dazu geführt, dass heute ein globaler freier Markt für Gold als Rohstoff besteht.

Im folgenden Schritt werden die wichtigsten Einflussfaktoren des Goldpreises aus Sicht der Nachfrage, des Angebots und aus spekulativer Sicht ausführlich beschrieben und deren Wirkungsausmaß auf den Goldpreis untersucht.

Im Fazit werden die Kernaussagen dieser Seminararbeit zusammengefasst und es wird versucht Ausblick auf die weitere Entwicklung des Goldpreises zu geben.

2 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DES GOLDPREISES

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Durchschnittlich jährliche Entwicklung des Goldpreises 1940-2008 Quelle der Grunddaten3

2.1 Währungssystem von Bretton Woods

Im Rahmen der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen im Jahre 1944 in Bretton Woods (New Hampshire, USA) entstand das Bretton-Woods-System. Ziel dieser Konferenz war eine Neuordnung des internationalen Geldwesens.4

Kernpunkt des Bretton-Woods-Systems war der sogenannte White-Plan. Dieser beinhaltete unter anderem eine Wechselkursparirät zwischen dem US-Dollar, der auf „35 $ je Unze Feingold (1 Unze = 31,104 Gramm) festgelegt“5 wurde, und den Währungen der anderen Mitgliedsstaaten. Zudem fand die Rückkehr zur Golddivisenwährung statt, d.h. die US-Zentralbank wurde verpflichtet, „Dollar jederzeit in Gold einzulösen.“5

Ausführungsinstrumente des Systems waren der Internationale Währungsfonds (IWF) und eine internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank).6

Der amerikanische Präsident Nixon kündigte im Jahre 1971 die Aufhebung der Dollarkonvertibilität zum Gold, da immer mehr Staaten aus Wertverlustängsten ihre US-Dollarreserven in Gold eintauschten und somit amerikanische Goldbestände stetig abnahmen.7

2.2 Goldpool

Der Goldpool ist ein „Einkaufs- und Verkaufskonsortium mit dem Ziel, den Goldpreis am Londoner Goldmarkt“8 bei 35 Dollar je Feinunze zu stabilisieren. Der Goldpool wurde 1961 von wichtigen Zentralbanken9 gegründet und diente der gemeinsamen Verteidigung des US-Dollars als Leitwährung in der sich anbahnenden Vertrauenskrise, ,,die aus der Disparität von Goldbestand und kurzfristigen Auslandsschulden der USA erwuchs“10. Da es 1967 zu einer Pfundabwertung und zu starker Spekulation auf dem Goldmarkt kam, stellte der Goldpool 1968 seine Tätigkeiten ein.11 Bis zum Zeitpunkt der Aufhebung der Einlösungsverpflichtung von US-Dollar in Gold entwickelte sich ein gespaltener Goldmarkt. Die freie Entwicklung der Preise auf einem liberalisierten Markt stand in Kontrast zu den festgelegten Preisen der internationalen Währungsbehörden.

2.3 Goldmarkt

Abbildung 1 macht deutlich, dass bis zu dem Zeitpunkt des Scheiterns des BrettonWood-Systems und des Goldpools der Goldpreis in seiner Entwicklung nahezu unverändert blieb, da dieser festgelegt war.

Nachdem der Goldpreis seine zentrale Rolle als internationaler „monetärer Anker“12 verlor und nicht mehr fest an den US-Dollar gebunden war, entstand ein sehr volatiler globaler Goldmarkt, dessen Schwankungen ab dem Jahre 1971 in Abbildung 1 deutlich werden.

3 EINFLUSSFAKTOREN DES GOLDPREISES

Der Rohstoffpreis des Goldes hat eine Vielzahl von Einflussfaktoren. Diese werden unter den folgenden Gliederungspunkten systematisch aus Sicht der Nachfrage und des Angebotes dargestellt. Da der Faktor Spekulation weder der Nachfrageseite noch der Angebotsseite zugeordnet werden kann, wird dieser noch gesondert erläutert.

3.1 Nachfragefaktoren

„Durch Aggregation der individuellen Nachfragefunktionen für ein bestimmtes Gut erhält man die Gesamt- oder Marktnachfragefunktion für das Gut.“13 Die Nachfrage ist von Faktoren bestimmt, die in der Nachfragefunktion erfasst werden, unter anderem Preise, Anzahl der Haushalte sowie Einkommensänderungen. Ändert sich die Nachfrage auf Grund eines der genannten Faktoren, entsteht als Folge eine veränderte Marktnachfrage.

Im Folgenden werden die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Goldnachfrage erläutert.

3.1.1 Art und Anteil der Nachfrager am Gesamtvolumen

Der Abbildung 2 ist zu entnehmen, dass 13 % der durchschnittlichen Goldnachfrage zwischen 2003 und 2007 aus der Industrie erfolgte. Grund für die industrielle Nutzung von Gold ist dessen „thermische und elektrische Leitfähigkeit und ausgezeichnete

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Gold Nachfragevolumen (2003-3007) Quelle der Grunddaten14

Korrosionsbeständigkeit“15. Dadurch ist Gold vielseitig in der Zahnmedizin, Elektroindustrie, in Brennstoffzellen, Nanotechnologie und in vielen anderen neuen Forschungsgebieten einsetzbar und sehr gefragt.

Weiterhin stammte 19% der Nachfrage nach Gold zwischen 2003 und 2007 aus der Investmentbranche. Einerseits ist das Edelmetall angesichts seiner Eigenschaften „Sicherheit, Stabilität sowie Schutz vor Risiken“16 ein beliebtes Anlagemedium, andererseits spielen Spekulanten eine Rolle in der Investitionsbranche. Der Begriff der Spekulation im Zusammenhang mit dem Goldmarkt wird unter „3.3 Spekulation“ im Detail erläutert.

Die Schmuckindustrie beanspruchte 68% der durchschnittlichen Goldnachfrage zwischen 2003 und 2007. Großer Vorreiter mit 25% der Gesamtnachfrage des Jahres 2007 in dieser Branche war Indien.17 Es gibt verschiedene Gründe für diese Tatsache. Gold ist für die indische Bevölkerung zum Einen ein Statussymbol und zum Anderen ein Anlagemedium18. Die indische Goldnachfrage ist über das Jahr verteilt sehr volatil, denn zu besonderen Anlässen wie dem Lichterfest Divali19 oder jährlich von Dezember bis Februar während der Hochzeitssaison20 sind in Indien Nachfragesteigerungen zu beobachten.

Im Allgemeinen hängt die Nachfrage nach Gold in den einzelnen Branchen von vielen verschieden Faktoren ab. Unabhängig davon ob es sich um einzelne Unternehmen oder Privatpersonen handelt, sind diese unter anderem der Goldpreis, die wirtschaftliche Situation der Welt und vor allem des Aufenthaltsortes und die persönliche wirtschaftliche Lage.

[...]


1 Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal, „Lexikon Volkswirtschaft“, 7.Aufl., Landsberg am Lech, 2000, S. 385.

2 Vgl. Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal, „Lexikon Volkswirtschaft“, 7.Aufl., Landsberg am Lech, 2000, S. 385 f.

3 http://www.kitco.com/charts/historicalgold.html

4 Vgl. Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal, „Lexikon Volkswirtschaft“, 7.Aufl., Landsberg am Lech, 2000, S.132.

5 Bundesministerium der Finanzen, http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/DE/BMF__Startseite/Service/Glossar/B/015__Br etton__Woods.html?__nnn=true?__nnn=true

6 Vgl. Schreiber, „Hand-Lexikon Wirtschaft“, 4.Aufl., München 1990, S.95.

7 Vgl. Borchert, „Außenwirtschaftslehre“, 6.Aufl., Wiesbaden 1999, S.437-441.

8 Schreiber, „Hand-Lexikon Wirtschaft“, 4.Aufl., München, 1990, S.208.

9 Genauer: Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Schweiz, USA und Frankreich

10 Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal, „Lexikon Volkswirtschaft“, 7.Aufl., Landsberg am Lech, 2000, S.389.

11 Vgl. U. Schreiber, „Hand-Lexikon Wirtschaft“, 4.Aufl., München, 1990, S.208.

12 Gary O’Callaghan „The Structure and Operation of the World Gold Market“, Washington, D.C. 1993, S.1.

13 Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal, „Lexikon Volkswirtschaft“, 7.Aufl., Landsberg am Lech, 2000, S.666.

14 World Gold Council, http://www.invest.gold.org/assets/image/invest/img/charts/stockflowpie2_de.gif

15 World Gold Council, http://www.invest.gold.org/sites/de/why_gold/demand_and_supply/#

16 World Gold Council, http://www.invest.gold.org/sites/de/why_gold/demand_and_supply/#

17 Vgl. World Gold Council, http://www.invest.gold.org/sites/de/why_gold/demand_and_supply/#

18 Da es vor allem in ländlichen Gegenden Indiens keine Banken gibt, investieren die Menschen ihre Ersparnisse in Gold.

19 Vgl. Brockhaus, http://www.brockhaus.de/wissen/divali

20 Vgl. http://politik-gesellschaft-indien.suite101.de/article.cfm/hochzeit_auf_indisch_ein_ueberblick

Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656118336
ISBN (Buch)
9783656118572
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188204
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen
Note
2,0
Schlagworte
Goldpreis Spekulation Goldmarkt Goldpreisentwicklung Gold Rohstoffmarkt von Gold

Autor

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